Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1911-02-24 · Heft 8 (24.2.1911) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 8 (24.2.1911)
Date
1911-02-24
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2692297-2692716-2692724--06006-2700965
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 8. Seite 10. §H:arcksittter insgesamt 29516 JL Außerdem verausgabte er aus dem Reservefonds für 20 Unterstützungen 1286 JL Das Vermögen beträgt 323510 JL, die Zahl der aktiven Mitglieder 407 und die der Ehrenmitglieder 1400. . Da einerseits die Forderungen an den Verein von Jahr zu Jahr größere werden und andererseits die Leistungen des Vereins für den Lehrerstand von großem Segen sind, so darf der dringende Wunsch ausgesprochen werden, den wichtigen Zweck des Vereins durch Beitritt als Mitglied zu fördern: Kr»mkf«rt a. SR. Vakanzen. — Salzkotten i Wests., Lehrer und Kultusbeamter per 1. April. Einkommen ca. 1700 JL; Schweich bei Trier, Elementarlehrer, Schächter und Kantor per l. April. Einkommen 1500 JL Fraukfart a. M. Der Bund gesetzestreuer jüb: Lehrer Deutschlands veröffentlicht seinen Rechenschaftsbericht über die Jahre 1905—1909. Der Bund wurde 1905 mit einer Mitgliederzahl von etwa 100 Lehrern gegründet und hat heute — nach sechs! Jahren — 240 Lehrer als Mitglieder. Er verausgabte in den fünf Jahren für Fortbildungskurse 2808 JL, Pensionen 550 JL, Äantorenkurse 190 JL, Reisespesen 1664 JL usw. Sein Vermögen beträgt 22138 JL Berlin. Mit nächstem Semester tritt der im 78. Lebensjahre stehende bekannte Gelehrte Prof. A. Berliner nach 38jähriger Lehrtätigkeit am Rabbinerseminar in den Ruhe st and. Köln a. Rh. In der letzten Revräsen» tantenVersammlung setzte das Vorstandsmitglied Dr. Callmann auseinander, daß die jiid is che n L ehr er, die von der Stadt an öffentlichen jüdischen Volksschulen angcstcllt werden, sich im Gehalt ihren christlichen Kollegen gegenüber sehr oft im Nachteil befinden, weil ihnen die im Privatdienst zugebrachte Zeit nicht angercchnet wird. Die Gemeinde habe ein Interesse an der Gleichstellung der jüdischen Lehrer gegenüber den christlichen Kollegen. Allerdings würde jeder andersgläubige. Lehrer in die gleiche Lage kommen, wenn er längere Zeit im Privatdienst tätig gewesen sei; doch die jüdischen Lehrer bringen meistens längere Jahre in Privatdiensten zu, wohingegen sich den christlichen Lehrern jeden Augenblick Gelegenheit bietet, fest angestellt zu werden. Im vorliegenden Falle hat der Provnrzialverband rheinischer Synagogengemeinden für zwei Lehrer hie Gemeinde um ein Darlehen von JL 2850.— rcsp. JL 2566 — ersucht. Der Vorstand sei bereit, diese Summe aus der Stiftung „Mekor Jeichuoh' gegen Sicherheit vorzulegen, damit es den beiden Erziehern der Jugend möglich ist, diese Summen in die Alters-Zulagenkasse einzuzahlen, um so die Anrechnung der im Privatschuldienst verbrachten Zeit zu erlangen, wie hie christlichen Kollegen, dje vom Anfang ihrer Laufbahn im amtliche» Dienste gewesen sind. — Die Repräsentanz erkannte die Wichtigkeit dieser Gesuche an und billigte die Beschlüsse und Ansichten des Vorstandes völlig. — Hauptlehrer a. D. Herrmanns.hat anläßlich seines 90. Geburtstages der städtischen israelitischen Schule eine namhafte Summe gestiftet, deren Zinsen alljährlich zu Schülerprämien verwandt werden sollen. Plest (Schlesien). Rabbiner David Rau. seit zwei Jahrzehnten' der Leiter unserer Gemeinde, ist nach längerem Leiden verschiede, n. ® vromberg. Heme fand anläßlich des 100. Geburtstages des verewigten Rabbiners Dr. Julius Gebhwrdt, der von 1852 bis 1885 in hiesiger Gemeinde wirkte, in der hiesigen Synagoge eine Gedenkfeier statt, wobei Rabbiner Dr. Walter die Verdienste des Verewigten, der der erste Rabbiner der Gemeinde Bromberg war, besonders würdigte. Außer zahlreichen Gemeindemitgliedern nahmen auch, die Familienangehörigen des Dr. Gebhardt, insbesondere dessen Sohn, Justizrat'G c b H ard t aus Frankfurt a. O„ an der Feier teil. Jussizrat Gebhardt spendete anläßlich dieser Gedenkfeier den Betrag von 500 Mark zur Verteilung an hiesige Arme. Nach der Feier besuchten Vorstand und Repräsentanten nebst Rabbiner Dr. Walter und den Angehörigen des Verewigten dessen Grab. Budapest. Die Israel. Kultusgemeinde bezahlt für den Meli g io ns'un terricht jährlich: 480 000 Kr. In diesem Jahre wird diese Summe, da die Lage der Lehrer verbessert wird, auf 550 000 steigen. Für die Verbesserung der Lage der anderen Beamten wird 20 000 und für das Pensionsinstitut ' 30 000 Kr. verausgabt. Zioni. Lemverg. Am 13. d. At. ist in Brzezany Rabbiner Schalom Mordcchai Schwadron im Alter von 77 Jahren verschieden. Rabbiner Schwadron galt in Galizien als die größte zeitgenössische Autorität auf talinudischem Gebiete. Während seiner 40 jährigen rabbinischen Amtstätigkeit ergingen an ihn' zahllose halachische Anfragen aus den verschiedensten Ländern, und seine Ent>cheidung wurde .in den vcrwickeltstcn Streitfragen der religiösen Praxis angerufen. Seine Response», die zum großen Teile bereits veröffentlicht sind, füllen viele Bände und zählen zu bcn geschätztesten Sammlungen dieser Art. -t Rouen. Hier verschied Moise SchuhI, der frühere Obcrrabbiuer von Epinal. A«s ver zionistischen Bewegung. Fulda. Bor zahlreich erschienenen Damen und Herren referierte Samstag Abend Zahnarzt B nt o w- Illsfeld über die fortfchi: eiten de Entwicklung der zionistischen Bewegung in jüngfte.r Zeit. Klar und treffend lvaren die Ausführungen. Redner verstand cs, die Zuhörer zu fesseln und zu begeistern und reicher Beifall löste den Dank der Versammlung aus. Herr Bütvw brachte in später Stunde noch! einige Rezitationen zu Gehör, denen die Bcrsammlimg spannend lauschte. Es wäre freudig zu begrüßen, wenn vom Zeit zu Zeit in der zionistischen Ortsgruppe hier, deren Vorstand sich uni die Förderung der zionistischen Bestrebungen aufrichtig bemüA, eiw Waudcrredner das Interesse für .den Zionismus lvecken würde. Kunst And Literatur. Gedichte von Ezekiel Lcavitt. New-Pork 1910. Der Titel klingt so einfach, so anspruchslos, wie wir ihn hundertmal gelesen, und. wie er so ofl nichtssagendes verbirgt. Und doch ist dieses Buch eine Tat, und kein Dichter hat sich Mit einem Schlage unter den hebräischen Lyrikern in erste Reihe gestellt. Alles in. dieser Sammlung ist wahr und echt und von tiefernsten Gefühl durchtränkt. Dabei ist Lea Vitt ein Meister in der Beherrschung der Form, vielleicht gerade darum gelingt ihm das Einfache wie das Erhabene, das Meisterhafte wie das Volkstümliche, so vorzüglich. Die Sammlung zerfällt in zwei Teile: sic enthält Balladen und lyrische Gedichte. Die ersten schildern die erschütternde nationale Tragik, die graus am c j ü d i s ch eHcimatlos i g k e i t, von den ersten Bedrückungen der Jndcngasse bis znm letzten erschütternden Exil aus der Heimat. Es sind sogenannte Go Ins - lieber, die das Leid und Weh, den Jammer und Schmerz der Judennot schildern. Und beim Lesen derselben kocht unser Blut, 'und -alles in uns wird zur helle» Revolte aufgcpcitscht. Solche Wirkungen erzielt aber nur einer, der ei» wirklicher Dichter ist: —. Ja einigen dieser Lieder ist noch ein wenig Jugend. Sic sind fertig dem Herzen entquollen und in einfacher Natürlichkeit stehen geblieben. Wie kleine Feldblumen. Der Boden war nicht reif für schwere Früchte. Im zweiten Teil zeigt sich ein großer Fortschritt. Hier läßt der Dichter die Pracht der Natur aus sich wirken, und jeder Sturm, .jedes Frühlingslächcln wird ihm zum Liede. Seine Gedichte „Haboker" (der Morgen), ,,Nocturne," „Bleil Awiw" (in einer Frühlingsnacht), „Schkias ha- Chamoh" - (der Sonnenuntergang), „Al sfas ha- Jom" (am Mecrcsstrand) sind farbcnsattc,' farbengcschwängerte Ausdrücke erlebter Naturimpressionen. Es ist plcinair- Malerei im schönsten Sinne. Das gllt insbesondere von den beiden zuerst im „Hacschkol" veröffentlichten Gedichten „Histaklus" (Betrachtung) und „Ma -noim" (wie schön). Hier erhebt sich die Kraft und Schilderungsfähigkeit des Dichters einer Höhe, vor der..wir in Ehrfurcht das Haupt beugen. Der Dichter gebietet hier über Töne, die unirdisch erscheinen,' aber süße, herzbewegende Weisen sind; sie gleiten wie ein fluchtiger Hauch an uns vorbei, und sind doch in ihrer Unfaßbarkeit.von einem mächtigen Zauber., Es ist, als trä,unte ' die Seele des Dichters, und als sie ihm das geheimste Leben des Herzens und der Natur geosfcnbart, als verstände er die geheimnisvolle Sprache, die Blumen, Bäunre und Äeereswellen miteinander sprechen. .Aber auch in diese zarte Traumwelt führt nicht selten ein unheimlicher Schauer, und in ergreifenden, oft quälenden Tönen spricht ein tiefes Leid zir dem Herzen des Lesers, oder cs steigt ein Weltschmerz vor ihm wie ein nachtumhülltes Gespenst empor, aus Hessen Airgen die Verzweiflung, die Resignation flamnrt. — Man muß diese Gedichte lesen, um die Erhabenheit derselben zu empfinden Und zu begreifen. 'Möge diese Sammlung die weiteste Verbreitung finden, rrnd.möge ihr das Schicksal beschiedcn sein, das sie verdient. Loschitz. Rabb. Dr. I. Günzig: Unser Lager bietet eine hervorragende Auswahl deutscher und englischer Stoffe, welche in grossen, hellen, der Nenzeit entsprechenden Bäumen zur richtigen Geltung kommen. Mehrere erstklassige Zuschneider und bewährte Arbeitskräfte verbürgen einen tadellosen Sitz der von uns gefertigten Kleidung. — Die festen billigen Preise sind an jedem Stück mit deutlichen Zahlen sichtbar. — Es ist ratsam, uns schon jetzt Frühjahrs-Aufträge zu geben, weil in der Saison selbst die Bestellungen bekanntlich so zahlreich erfolgen, dass es dann oft heim besten Willen nicht möglich ist, die gewünschte prompte Bedienung za ermöglichen. Wir empfehlen: Herren-Anzdge von Mk. 65—IIS Herren-Hosen von Mk. 18—36 Herren •Paletots von Mk. 54—105 Gustav Garsch & Co. --— Liebtranenstrasse 8—10. -- Mass-Abteilung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.