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Neue jüdische Presse · 1910-09-09 · Heft 35 (9.9.1910) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
8 (1910)
Issue
Heft 35 (9.9.1910)
Date
1910-09-09
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 35. Franlfurker JfrvÄMfHeS FaurilienSkatt. Seite 11. Spenden. ohne Erfolg. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, geeignete Kräfte zu bestimmen, der hier zum Ausdruck gebrachten Anregung ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Jekatarinoslaw. Einer der hiesigen Zionisten wandte sich an Graf Leo Tolstoi mit einenr Schreiben, in welchem es u. a. heißt: „Ich bin Jude. Ms solcher helfe ich die Last des zweitausendjährigen Goluth, die das jüdische Volk erdrückt, auf meinen Schultern mittragen. Sie kennen doch die unsäglichen Leiden dieses Volkes, die hinnnelschreiende Ungerechtigkeit seiner Lage, die cs der elementarsten Menschenrechte beraubt. — Soll nun das jüdische Volk, das ganz unterzugehen droht, noch unendlich lange warten, bis die Wirtsvölker zur Einsicht gelangen werden? Findet der Zionismus als ein Bestreben, die Judenfrage auf friedlichem Wege sowohl für die Juden, wie auch für die Wirtsvölker zu lösen, Ihre Anerkennung?" Dieses Schreiben wurde im Aufträge des Grafen Tolstoi durch folgenden Brief von Bulgakow beantwortet: „Sehr geehrter Herr! Lew Nikolajewitsch Tolstoi beauftragt mich. Ihnen in Beantwortung Ihres Schreibens mitzuteileu, daß er mit der zioil i st i f ch e it Bewegung guter d e.n Juden aus voller Seele sympathisierc." Agram. Hier tagte unter großer Beteiligung der 4. z i o n. Kongreß d e r j ü d. H o ch s ch ü l e r und Abiturienten ans den s ü d sl a v i - scheu Länder n. Aus der Lehrerwett. Hamburg. Wie wir hören, ist von der für die Oberrabbiuerwahl der hiesigen Gemeinde bestellten Kommission des Synagogenverbandes in ihrer letzten Sitzung Rabbiner Dr. Spitzer in Miskolcz (Ungarn) als Nachfolger des verstorbene» Oberrabbincrs Hirsch gewählt tvorden. Dr. Spitzer hat in Würzburg studiert. Er soll sein neues Amt möglichst schon zu den kommenden Janmtauwim antreten. Binge«. Rabb Dr. Grünfeld, der hier 22 Jahre amtierte, tritt am 15. September sein neues Amt in Augsburg an. Laubach sOberhessen). Ein freudiges Ereignis feierte unsere kleine Gemeinde: das 25jährige Jubiläum ihres geliebten geistigen Führers, des Herrn Lehrer Emanucl Zodick. 25 Jahre einer kleinen Gemeinde treu zu bleiben, ist bei einein befähigten Menschen — und das ist Herr Zodick — grade in unserer Zeit eine Seltenheit, und deshalb hatte .unsere Genieinde besonderen Anlaß, diese» Tag zu einem festlichen zu gestalten. Und so geschah es auch. Der erste Vorsteher hielt beim Morgengottesdienstc eine Ansprache und behäudigt dem Jubilar ein wertvolles Ehrengeschenk. Den ganzen Tag über tvurde das Haus des Jubilars von Gratulanten nicht leer, unter denen sich auch viele Christen, u. a. Deputationen des Gesang- und des Turnvereins, befanden. Kissingen. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde hatte in ihrem neuen Statut durch einstimmigen Gemeindebeschluß bestimmt, daß Beamten und Bediensteten der Kultusgemeinde weder aktives! noch passives Wahlrecht zustehe. Dagegen protestierte Rabbiner Dr. Bamberger. Der Senat ll des Königl. Vcriraltnngsgerichtshofes stellte sich auf den Standpunkt, daß allen selbständigen ansässigen Israeliten unbestrittcnerinaßen Wahl- und Stimmrecht zustehe, infolgedessen in diesem Falle dem Rabbiner das volle Wahl- und Stimmrecht zugcstanden werden müsse. Wiesloch lBaden). Am 17. September begeht Lehrer Ackermann den 70. Geburtstag, das 50jährige Amts- und 40jährige Ortsj u b i l ä u nr. Höningen i. Ober-Elsaß Erst 45 Jahre alt, ist Kantor M a r x W e i l l seiner Frau und seinen sechs unmündigen Kindern entrissen worden. Peenzlau. Rabb. Dr. B ä h r feierte sein 25jähriges Amtsjnbiläum. Kreiburg i. B. Wie verlautet, ist Rabbiner Dr. M. Eschelbach er - Bruchsal für die hiesige Stelle als Bezirksrabbiner in Aussicht genommen. Il-.l Czarnikau. Nach 18 jähriger Tätigkeit an der hiesigen jüd. Gemeindeschule ist Lehrer I. Cohn — noch in der Vollkraft seiner Jahre — verschieden. i . i Wien Rabb. Dr. Elieser David, seit 1003 in Wien und vorher in Düsseldorf, ist im Alter von 53 Jahren verschieden. - Budapest. Am 4. Sept. fand endlich in der Altofner altehrwürdigen Synagoge die Installation des neugewählte» Rabbiners Dr. Welle ß, früher in Nagybittse, statt. Dr. Wellest wird allgemein als tüchtiger Seelsorger gerühmt, der sich anläßlich des Raschijubiläums nrit seiner vortrefflichen Raschibiographie auch einen wissenschaftlichen Namen gemacht hat. Aus de« Vereine«. Wiesbaden. Dienstag, den 12. Sept.. abends, wird die „Hist.adrus lasiofo welatarbns hoiwris" (Organisation für hebräische Sprache und Kultur) in Wiesbaden eine große Versammlung in einem der größten Säle der Stadt abhalten. In dieser Vcrsamnilung wird der bekannte Schriftsteller Rüben- Brainin hebräisch, einige ändere bedeutende Redner — deren Namen noch bekannt gegeben werden — deutsch über die Ziele und Aufgaben der Histadrus referieren. Die Eintrittspreise werden 5, 3,. 2 JA betragen. Für den Jüd. Nationalfo nds gingen ein beim Franks. Jsr. Familienblatt: Frau Wolpe, Bergerstr. 53 (Büchse), Münzen und 1,10 JA Zur Verlobung Emma Schmidt — Saly Geis gratulieren Dr. Forschmann 1,— JA, Ben-Awigdor (Warschau) 1,— JA, Rabb. I. Hübscher (Berlin) 0,50 JA, David Hamburger 0,50 JA '*/ „ und pflanzt auf den Namen des Brautpaares l Oelbaum Familie Bermann, Slonim Rbl. 3,— — 6,10 ,. D. Hamburger zur Verlobung Dr. Löffler 0,50 „ 11,—JA Bei Joseph L. Oppenheimer, Hanauerlandstr. 2: Der Vorstand der zion. Ortsgruppe Frankfurt a. M. spendet 2 Oelbäume aus den Namen des Brautpaares Emma Schmidt — Saly Geis 12,— JA Joseph S. Oppenheimer aus demselben Anlaß 0,50;, 12,50 JÄ Bei Jakob Wodowski, Offenbach: Familie Diamant gratuliert Familie Lesselbanm zur Hochzeit ihrer Tochter Marie mit Herrn Rudawer 1,— „ Lehrer Diamant grarulicrt Redakteur Saly Geis zu seiner Verlobung 1,— „ Jakob Wodowski 0,50 „ 2,50 JA Materialien von Frl. Wolpe. Für die Oppenheimersche Siedln n gs g en o sse ns ch af t in Palästina gingen ein beim Frkftr. Jsr. Familienblatt: I. L. Goitein, Frankfurt, dankt Familie Rosenblüth und spendet 2,—JA I. L. Goitein zur Verlobung Saly Geis- Frankfurt, Dr. Kalmus-Hamburg n 1 JA 2,— ,. I. L. Goitein an Ä. Reinhardt-Cöln Geschäftsdifferenzen 2,50 „ I. L. Goitein dankt Dr. Sichel-Chemnitz für ärztliche Behandlung 2,— ,. I. L. Goitein aus Freude über Dr. Schwarzschilds Arbeit anläßlich des Frankfurter Dclegiertentages 1,50 „ Aufruf zur Gründung einer Ortsgruppe der Organisation für hebräische Sprache und Kultur. Eine der erfreulichsten Folgen der jüdischen Renaissanccbewegung war die Wiederbelebung der hebräischen Sprache, deren kraftvolle Entfaltung die unerläßliche Bedingung für eine völlige Gesundung des jüdischen Völksorganismus ist. Um all die verschiedenen hier und da wirkenden Kräfte für die Hebung der hebräischen Sprache unter den Juden ülUM« Htmu-Kleidnm: i Unser Lager bietet eine hervorragende Auswahl III1T Dl IllnO deutscher und englischer Stoffe, welche in grossen, £ JiImw HU IC 11 UliX hellen, der Neuzeit entsprechenden Räumen zur richtigen Geltung kommen. Mehrere erstklassige Zuschneider nnd bewährte Arbeitskräfte verbürgen einen tadellosen Sitz der von uns gefertigten Kleidung. Es ist ratsam, uns schon jetzt Herbst-Aufträge zu gehen, weil in der Saison i selbst die Bestellungen bekanntlich so zahlreich erfolgen, dass es dann oft heim besten Willen nicht möglich ist, die gewünschte prompte Bedienung zu ermöglichen. Wir empfehlen: Herren-Anzüge . . von Mk. 05—115 Herren-Hosen . . . von Mk. 18—30 Herren-Paletots . . von Mk. 54—105 — Die festen, billigen Preise sind an jedem Stück mit deutlichen Zahlen sichtbar. — Gustav Carscli & Co. Liebfrauenstrasse 8—10.

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