Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 35 (9.9.1910)
- Date
- 1910-09-09
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 38. aller Länder zu konzentrieren und ihnen so größere, Wirksamkeitsfähigkeit zu verleihen, hat sich im vorigen Jahre zu Berlin eine Weltorganisation für hebräische Sprache und Kultur gebildet, der fast alle lebenden bedeutenden Träger der hebräischen Kultur angehören. Das unterzeichnende Komitee hat es nun unternommen, auch in Frankfurt a. M. -eine Ortsgruppe dieser Organisation zu gründen. Die Ortsgruppe wird nach zwei Seiten hin ihre Tätigkeit erstrecken. Vor allem wird sic all denen, die die hebräische Sprache beherrschen, Gelegenheit geben, ihre Kenntnis der Sprache zu vervollkommenen, indem sie alle zwei Wochen Vorträge und Diskussionsabende in hebräischer Sprache veranstalten wird. Sodann aber wird sic für alle die, die das Hebräische erlernen und eine Kenntnis der hebräischen Literatur sich erwerben wollen: 1. hebräische Unterrichtskursc, 2. Kurse zur Erlernung des „Ten ach", 3. zweiwöchentlichc Vorträge in deutscherSprache veranstalten, die die Mitglieder mit der hebräischen Literatur in all ihren Entwicklnngsstadien bekannt machen Weichen. Dieses reichhaltige Programm Wird aber nur ausgeführt werden können, wenn der Verein die Unterstützung aller derer erhalten wird, die Interesse für die hebräische Sprache und Kultur besitzen. Daher ist es Pflicht jedes Juden, ohne Unterschied der Partei, dem an dem Wähle seines Volkes und an der Verbreitung der Kenntnis des Judentums gelegen ist, der Ortsgruppe hcizutreten! Das .vorbereitende Komitee wird in allernächster Zeit die Gründungsversammlung cinbernfcn, die sich mit der Organisierung des Vereins -und der Wahl des Vorstandes beschäftigen wird. Zu dieser Versammlung werden alle die ckngelaben werden, die bis dahin in der Redaktion des Frankfurter Jsr. Familienblattes ihren Zutritt zu der Ortsgruppe gemeldet haben. Das vorbereitende Komitee. Kunst und Literatur. Ein neues jüdisches Verlagsuntern eh men. Unter dem Namen „Jbriah" ist in London eine neue Verlagsbuchhandlung ins Leben gerufen worden, die von den Herrn Dr. S. M. Mölamed und A. Beilin geleitet wird. Der neue Verlag will moderne jüdische Schriften in den europäischen Hauptsprachen, sowie im Hebräischen und Jargon hcrausgeben und verbreiten. Jungen, aufstrebenden Talenten soll durch den Verlag die Möglichkeit geboten werden, mit ihrer literarischen Produktion in die Oeffentlichkeit zu treten und ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Jüdischer A l in a n a ch 5670. Herausgegeben von der Bereinigung jüd. Hochschüler „Bar Kochba". 200 Seiten, 16 Illustrationen nach Meisterwerken jüdischer Künstler. In Ganzleinwand 5 JL Köln, Jüdischer Verlag. Es keimt und sproßt auf dem verwüsteten Felde der Judenheit. Neues Leben, neue Hoffnung. — Gott, wir danken dir! Lange hielt ich froh bewegt dieses neueste Werk jüdischen Schaffens in der Hand, wendete mit zärtlicher Sorgfalt Seite um Seite, ehe ich es wagte, das traumdurchwebte Getvcbe meines Sinnens zu zerstören. Wieviel Liebe für das Judentum strömt schon aus dieser bis ins Einzelne durchdachten Aufmachung des Werkes; von wie großem, ehedem unbekannten und nun neu erwachtem jüdischem Stolze erzählt schon die gestellte und gelöste Aufgabe, eine nicht nur auf dem jüdischen, sondern auch auf dem allgemeinen Büchermarkt im Verhältnis zu dem Verkaufspreise ungewöhnliche Leistung zu bieten! Und dies alles: unsere Jugend, unsere akademische Jugend! Und nun: unsere Künstler und Gelehrten, unsere Dichter und Schriftsteller, hervorgebracht von dein neuen jüdischen Leben und hervorbringend das neue jüdische Leben. Wie e§ da ringt nach Neuem, nach bewußt jüdischem Neuen! Und wenn-in der Gährung auch noch manche Hefe sich behauptet, wenn auch mitunter der iin Geiste der jüdischen Tradition Denkende durch manches das Judentum verkennende Wort einen Stich verspürt, ist doch so vieles Schöne und Große, so vieles neue'jüdische Gedanken Gebende, für eine frohe jüdische Zukunft Verbürgende da, daß der Gewinn ein unendlich, großer ist. Ve r e inslied erbttch für Inn g-Iud a. Wie bereits lnitgeteilt, wird von dem „Vereinsliederbuch für Jung-Juda", Verlag der Jüdischen Turnerschaft Berlin 6., Alcxauderstraße 39, eine 3. wesentlich verbesserte Auflage vorbereitet. Diese Auflage wird sowohl in ihrem allgemeine» und jüdischen Teil, wie auch in ihrem Nvtenanhang erne erhebliche Verstärkung erfahren und eignet sich daher zur Einführung nicht bloß, wie bisher in den jüdischen Turn- und Studentenvcreinigungen, sondern auch in .Gcselligkeitsvereinen und allen jüdischen Veranstaltungen, in denen das Volkslied gepflegt toird. Insbesondere seien die zahlreichen jüdischen Jugendvereine auf das' jür sie sehr geeignete Büchlein hingcwiesen. Das Erscheinen der neuen Auflage ist in den nächsten Wochen zu erwarten. Vereine und Privatpersonen, die bezüglich der aufzunehnienden Lieder irgend welche Wünsche haben, mögen sich daher baldigst an den oben genannten Verlag weichen. Derselbe nimmt auch schon jetzt Bor-, ausbestellungen aus das Büchlein an. Briefkasten. B. 100. Geh. Kommerzienrat Reiß-Manuheim ist Christ. . . - i K. in F. Der als Russe verhaftete Schauspieler der jüd. Theatertruppe ist wieder entlassen worden und wird in dem letzten hiesigen Gastspiel dieser Truppe, das Sonntag Wend 8 Uhr im Rechneisaal gegeben wird, auftreten.. felilü floPOVitz, Frankfurt a. M- 7 SchillerstrasBS 7 >0*00*0*0«0*0*0*0*0*0*0"0«0*0»0' Telephon S851 •©•0«0*0*0»0*0*0*0«0*0*0*0*0*©*0* Men, Uhren, Goldu. 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