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Neue jüdische Presse · 1910-08-12 · Heft 31 (12.8.1910) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
8 (1910)
Issue
Heft 31 (12.8.1910)
Date
1910-08-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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31. «e» 1 m* de» Snochenlekrione» »«£ vor de»- Res«m- «wrßode« für das Fndoun» aichr« her«M«»- wum s*rb. Sine SötORa de» Probte»» tamn aber Mrläufia säaeanö aBgibss. Tenn ein Ännssri *cb:st auf diese Frage heißt ja da» geistige Lede» der Jutenheit Rnßlaubs von Grnod an» nmgestalte», heißt da» neue Erzi^nngsfofte« radikal umüuLeru, da» die alten Mängel nicht beseitigt and neue Besse uigu sich» gegeben hat. da» den alten Ban zerstört and leinen neuen wieder erbaut hat. 2. Tsckcrnowitlch. Die A»ff»rst»»s P«llisti»«S. Wie wir aus zuverlässiger' Quelle erfahren, har die Israelitische Sultnögemeinde »»Dessau mit Unterstützung der von ihr verwaltete» Fond» der Baronin Lohn von Oppenheim-Stiftung der P. L. D. C. de« Auftrag gegeben. für ihr, Rechnung einen Olivenwald «« Tideriassee anzulegen. Es ist vereinbart worden, daß für die Zeit von 98 Fahren die Israelitische ÄUltuSge- »cisbe zu Dessau die alleinige Rutznießeri» dieser Pflanzung sein soll, während nach Ablauf vo« 98 Fahren die Pflanzung dem Jüdischen Rationalfond» anheimsallen sott. Die Dessauer Gemeinde, die den Anregungen L-r ssr-rzen Hioniste« uno ganz veiouder» de» Herr« Kantor Blitz Folge gab. hat sich hierbei von dem Wunsche leiten lassen.'zur Aufforstung de» Lande» der Bäier beizutrag e» und gleichzeitig den Juden neue L r - »erb»gelegenheit in Palästina zu »erschaffen. Rede« diesen Erwägungen dürste jür oeit Entschluß der Dessauer Gemeinde gewiß auch der Umstand maßgebend gewesen kein, daß der Olivenwald seiner Rutznießerin erhebliche Erträgnisse adwerfe« wird. Da» Vorgeben der Fsraetilischen KultuSge- «einde zu Dessau wird voraussichtlich auch andere Gemeinde« innerdalb uno außerhalb Deutschland» zur Nachahmung anspornen und dadurch der Kolonisation Palästina» neue Kräfte zufnhren. JUui albt jffißfl. De»tsche» Reich. Werkt». Auf dem hier tagenden .Welt. kongreß kür freie» Christentum und retigtöse« Forrschril:" kam e» auch zu einer Ruseiuandersetznng »vifdif»? hristen und Juden. 8rf*atexc* jmctriif für öie Stier dieser Zeitung dürfte» an» dicker Debatte die Worte Professor» Vonnet-Maurh. Pari» habe». Er berichtete von de» Beziehungen zwischen den evangelischen und de» jüdischen Modernisten in Frankreich. Moderniste» gäbe e» auch bei de« Juden. Der Gottesdienst in der neue« Lynagogefet ganz »ach de» Muster de» evangelischen Ri- 4M V m nty | mv» »» |tU(i. Die »odernitzische Bewegung de» Pariser Ittdenrnm» sei vurchan» von den Fräsen «««gegangen und StttttPL Diese lüvtschen «oderniften haben de« tfuteu protestantische Geistliche eingelate«, bei ihnen m drrdige». und »»gkkrhrr. haben verschiedene Rabbiner, besonder» amerikanische, in den evangeli. sche» Kirchen gepredigt. fwilM. Matbt»al »ppp sprach bei der Jubelfeier der Breslauer katholische« Arbeiterver- «ine folgende ihn ehrende Worte: JBit fragen nicht, welcher Religio« «nser Mitmensch ist. wen» wir ihn t« Rot und Unserer Hilf« bedürftig sehen: wir erblicke« t» ihm »nsrren Mitbrnter, de» wir «och der Lehre de» Apostel» ln Vahrstete «ab Xal lieben sollen. Sir können die Gegenchtze 1» reliEipsen Dinge» nicht ünder» und beseitige»^ -oster wir ksnne» sie zn« friedlichen Zu. mildern: wir k»nn«n sie nicht ver- » sie on» nnseoe» gekellschofrlichen und Beziehnnge» fernhol ten." MM Imb WstgsoMm |M tgdlscht» «l euch hier in Ungar» ßie snstsprtch. « »enchebarket» der Jnbe» tstn» »grtz» werden z» »lchlen. Dst Znht der Ge. durtcn bei den Juden fällt »an Jahr zu Jahr — 1360: SB 743; 1968 : 36100 —. sie ist bereit» unter die der Griechisch-Katbos'schen gesunken und wird auch bald unter die der Römisch-Katholische« sinke» und dann Von erster an dritte Stelle treten. Rtt|(lll* fdttliKi. Im vergangenen Frühling hat dir Rcicküstuma einen Gesetzentwurf angenommen, wonach i« ganzen Reich: an Sonn- und orthodoxen Feiertagen, sowie an Festtagen der kaiserliche» MiMiliA» itta(Mkti>A(-lKaH tu tWtliaAaH (aiau »MM*l||V |MIM**|Mi«*» ||».* |***»., «o segensreich im allgemeinen dies Gesetz ist. s» wird e» doch für viele Millionen, nämlich für dic Tatar o u im Cftcu und die Inden im West««, zu einer wirtschaftlichen Katastrophe. Denn dadurch werden diese wie jene gezwungen, zwei. dezw. gar drei Tage in der Woche zu feiern. Die Rigorosität derSonntagsruhe ohne Ersatz durch eine» anderen Tag macht sich insbesondere in denjenigen Orten kchlver fühlbar, in denen die Tataren oder Juden die üterwältigende Majorität der Bevölkerung bilden. Roch ist derEntwnrf vom Re ichsrat n icht a n - genommen und also noch nicht zum Gesetz erhoben. Aber an manchen Orten gelten bereit» analoge Bestimmungen, deren Handhabung einen Vorgeschmack von der Strenge gewähren, mit der da» Projekt im Leben durchgesührl werden wird. lieber rin besonder» krasse» Beispiel berichtet mau au»Orge,ew: In diesem bessaradischen Rest befindet sich ber ganze Handel in den Händen der Juden, die bi» zuletzt den Sonnabend al» Ruhelag benutzte». Am Freitag abend pflegten sie ihre Läden zu schließe» und am Sonntag morgen wieder zu öffnen. Damit beide Parteien di-B-,«lern '»--d da? Handels- Publikum, zufrieden.' Da wandte der lokale Pottzriausseher rin recht einfaches Mittel an. um die Sonntagsruhe durchzusührrn: er ließ nämlich alle jüdischen Handelsangestellten am Sonntag morgen verhaften und aus die Polizeiwache bringen, wo sie den ganzen Tag hinter Schloß und Riegel zubringen mußten. Aus diese Weise mußten die Läden geschlossen bleiben. ..Russ. Korrosp." Jktcrttarf. {net lind folgende neue Au < weisungen gemeldet worden: Der Bauernmarschall de» Kreises A ndrzejew beantragte beim Landrat die Ausiveisuna der Juden <»ij4 K«A Ov«i(a.t Par \M MM» V» |» »t* *>»» o»»kl|« «. » »• «••••»••II Wurde ordnungsgemäß ' in Bewegung gesetzt. E« sollen t>UU jüdische Familien au« ihren Wohnorten, an welchen sie seit undenklicher Zeit ansässig sind, ausgewiesen werden. — Bekanntlich hat der Generalgouverneur von Türke st an sämtliche Bezirkshauptleute und Gorrverneure de» Gebiet» zirkularisch angeioiesen. samtticke bucharischen Juden au» dem Turkrstangebiete auszuwetsen. Der Hauptmann de« transkaspischen Distrikt», General Jewrejinow, wurde nun beim Generalgouverneur darüber vorstellig, daß diese Maßregel auch auf die afghanischen und persische» 'Juden, wie auch auf die „Djedids," d. h. aus die zum Islam übrrgetrrtrnen bucharische» Juden ausgedehnt werden sollte. Die Bemühungen de« General» Jewrejtuow wurde» vo» Erfolg gekrönt Dieser Tage wurde er vom Generalgouverneur mit der Ausgabe betrau», einen detaillierten Auswetlan auszuarbeiten. ach dem von General Jewrejinow bereit» sammelten Material sollen in dem transkaspischen zirk auSgewiesen »erden: 309 Familien au« M«rw, stfi au» Tachtabazar, 210 au* dem Kreise Tedjen und 3l au« dem Kaiserlichen Gut zu Murgab. Die autochthonen jüdischen Familien erhalten ihrer "Geschäfte. Den Etngewanderten wird nur ei» Monat gewährt. — Ein sagrvbesehl öeöPeteroburger Stabthauptmann« vo« 2«. Juli beaustragt die Polizei mtt der Vollstreckung der Ausweisung an 12 Mischen Handwerkern, die die bezügliche Be- Hörde im Laufe de» Monat« Juni au« der Hand- «erkergtld« ausgeschlossen hatte, «eil sie angeblich ihr Handwerk nicht «uisgeübt hätten. Weterßßm». Wie vertäuter, findet die «eg J * cn nfe de» Gesetzentwurf über die Aufhebung de« Anftedtungsrahon« tu der »ktobriftischen Lesart annehmbar. Danach soll der Ansiedlnngsrayon zwar nicht ausgehoben, jedoch erweitert werde», die Etnrätunung de» Wohnrecht» sott nurauf Lrädte, keineswegs aber ans Dörfer und Landslecken ausgedehnt werde«. Indes, ohne weitere« versteht sich die Regierung auch h» einer veschetdeneir Konzession t» der Judensrage Ficht. Und so Men den» die Regierung »nd iste» Feennde »»«.rechte« Flstael der Dm»» itzreSvmpeusaUou «rh«t«u. Zu Le. ai«n der Herbstsaisen will nämlich die Regternna der D««a eine« Gesetzentwurf vorlege», wonach die berüchtigte« Lpeeviserischen" Rlaigesetz», dt, m den sie sozial und wirtschasttich in hossnungstose verwandeln, endgültige gesetzliche San»»« < sollen. Paria» erhalte« PchUstt»«. Jer»s«le«. Es ist »st belogt worden, daß die Jllkgrankünst. die i« Mittelalter besonder» in Deutschland und Italien blühte, wie so viele andere Kunftzweige au» Europa fast verschwunden ist. E» wird deshalb jede» Kunstfreund interessiere», zu höre», daß die Herstellung von Schmuck au* Silderdradr nunmebr im Orient, dem Slam miaut» aller seinen Metallardeike». durch die Bezalelschule zu neuem Blühen gebracht nwrde» ist. ES sind insbesondere v*men»»jsche Ji»den, welche jtch mit vieler zierliche« Industrie d:lchan»ge« Diese Juden» ein weltvergessener BollSstamm. über den man nur au» gelegentlichen Berösfentlichungen de» im heurige« Winter ermordeten Forscher» Burkdarbt etwa» kannte, sind infolge der tm Peme» herrschenden blutigen Unruhen seit zwei Jahren in einer ständig zunehmenden Auswanderung au» Arabien, wo sie seit de» Tagen LalomoS lebte», nach Palästina begriffen. E» ist ein ungemein anspruchsloser, ruhig gesitteter Bolksftamm. der durch feine Jfotiertdeit vo» den vielfachen Lastern des Orient« verschon» geblieben ist. Diese 1 Kernern teil sind nun in der Bearbeitung edler Metalle von allerSher wohlbewandert, und diesem Umstand ist es .zuzufchreide». daß ver Bezalet gern und freudig die Gelegenheit benutzt, ihren Kunstsinn zu veredeln und ihnen zugleich Arbeit und Lebensunterhalt zu gewähre». Hand in Hand Damit wird nun auch der Berfuck» gemacht, durch die Anfiedluug der fleißigen und zuverlässigen diemenilen. die man in der Judenschast Palästina» allgemein snmpatdisch ausnimmt, im stachen Lande auch vier die F, l, g r a n i n d u st r i e heimisch zu mackxn. Der Anfang hierzu wird in dem Ort Ben Schämen gemacht. Die Kasten der Uulernehmung trägt der Jüdische Rationals o n d» ' in Köln, der jüngst beschlvjjen hat. aus dem ihm gehörigen Boden in Be» Schämen für die Errichtung von Wohnungen und einer gemeinschustlichen Werkstatt süe zehn nemeninkche Arbeiter an« dem Filigrauatelier de» „Bezalel" 20 000 Frc». auSzinverse«. Da die?)rmcitttrit verlteiratet sind, so handelt es sich hier also znnächst »um die Ansiedtung vo» zehn Familie», deren jede eine aus zwei Räumen bestehende Wohnung und ein Grundstück im Ausmaß Dan uitei Unnam in 'Knihl erhält. - Während der Familienvater al» Arbeiter de« „Bezalrl" ein seste» monatliche» Einkommen haben tvird. werden die übrigen Fiin,>l«e>»,»itgl»eder durck, landwirtschaftliche Arbeit. Gesliigelzuch« usw. auskömmlichen Erwerb finden. m leuiffefon. © A«-e »« A»-e. Roma» vom C(« Gorbo«. Frei übersetzt vo» ft Pulver»»««. igortsetzuitG. XXII. Eine düster» und feierliche Stille umschwebte das Haus, wo der Tod so plötzlich und in so gräßlicher Gestalt eingekehrt war. Gras Koratvw» irdische Ueberreste lagen im Staalszimmer de» Regterungsgebäudes, ausgeftattet mit all dem Pomp von Kränzen, Palme», Kandelabern, Kerzen. Orden. Bedrückt und mtt traurige« Gesichtern schlich die Dienerschaft auf den Fußspitze» herum. Auch im Hose. »»ri M. . v . . o«. S *o -• * «••• iMMMfkf M»M «*• uwv|i MM keine Spur der sonstige» lebhaften Tätigkeit. Rur in dee «Mhliathef lchiei« noch einiges ^nleresle für d»e Vorgänge der Welt vorhanden zu et«. Der Präfekt und Boikmann saßen da. im etfrigen Gespräch verliest, das für beide von der höchste» Bedeutung zu sein schien. Zweimal mut bereite Bolkmann aufgcstanden. um anzudearen. baß die Uarerredung als beendet angesehen werden möchte, und zweimal hatte der Baron ihn genötigt, sich Bieter zu letzen, um die Anaeleae.igeik von eine« andern Gesichrsvunkt aus anis neue zn erörtern. Al« aber Bolkman »um dritten Male sich erhob» da stand auch der Prasekt auf. mißgestimmt und verdrießlich, daß Bolkman» immer wieder neue Etnwsnde geltend «achte. Ader noch einen letzten Beesnch wollte er unternehme». — und mit väterlicher Fürsorge seine Hände ans Bolkmonno Lchultern legend, sprach er säst zärtlich: «Bolkmann. mein Freund — denn als fodte* betracht» ich Die schon lange wie wäre es, wen« Ei« wieder das alte MUlet «Blernndzwanztg Ein«- de» BedenkzeitpMiere« »schien? Sie «i|kr t tä bat sich bet Ihnen schon zrrtirna! zur bewährt. Volle« Sie es nicht noch einmal versuchen?- ^Rettt. H«« Baeonk Gerate weil ich es fcho» «ft», „»miiidit. ist »s mir an» bekannt, «ch daenm weiß ich. daß es di-emal wirkungekos dkechen ■fei liw« EG nckr. H«r Barvn. ich tzadn t.

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