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Neue jüdische Presse · 1907-06-07 · Heft 22 (7.6.1907) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
5 (1907)
Issue
Heft 22 (7.6.1907)
Date
1907-06-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sk. 22 Frankfurter JsraelittscheS FamMnSlaÜ. Seite 3. der Groß löge f ü r D e u t s ch l a n d U. O. B. B. zu verdanke», gemcinfajn mit dem D. I. G. B., als dessen gleichberechtigte Partnerin das Unternehmen auszuführen, sür das sie die Summe von 40000 Jk zur Verfügung stellt. Eine gleiche Anzahl von Vertretern beider Körperschaften bilden das vorbereitende Koniitö. Es erscheint bereits an der Zeit, vorläufige A n m e l d n n g e n sür die ''Anstalt dem Bureau des D. I. G. B., Berlin W, Stcglitzcrstr. 85 einznrcichen. Die Kominission. zur Ausarbeitung eines O r - g a ii i s a t i o n s g e s e tz e s f ü r d i e p r e n ß i s ch e n Inden hat fast die gesamte erste Lesung vollendet. Der Tätigkeit des dem D. I. G. B. nahe stehenden „Verbandes der V c r e i n c z u r Förderung des Handwerks und d'e r Bodenkultur unter den Iuden Deutschland S" ist ein umfangreicher Artikel gewidmet. Auf die Geschichte dieses Verbandes folgt ein Bericht über daS Ergebnis einer, bei allen für das jüdische Handwerk in Betracht kommenden Institutionen veranstaltete» Rundfrage. Dieses scheint geeignet, Interessenten eingehend über den derzeitigen Stand der mannigfachen Bemühungen auf diesem Gebiete zu orientieren. Es ist zu wünschen, daß der Verband, der sich eine Ausgabe gestellt hat, die für die körperliche und soziale Hebung unserer Glaubensgenossen von hohem Wert ist, auch außerhalb des D. I. G. B. die verdiente Unterstützung findet. In einem fernere» Artikel wird die langjährige und umfangreiche Tätigkeit des Gcmeiirdebundes selbst auf den verschiedensten mit Handwerk und Bodenkultur zusammenhängenden Gebieten dargestellt. Das G cs«m t arch i v der deutschen Inden weist wiederum erfreuliche Fortschritte auf. Als Vorlage für Kommissionen, die, wie in letzter Zeit häufig vvrkommt, mit Ausarbeitung einer F r i e d h o f s o r d n n n g betraut sind, hat der Gemeindehund durch einen Sachverständigen eine Nvruial-Friedhofsordnung ausarbeiten lassen. Der nicht weniger als 12 Seiten umfassende R e ch n n n g s b c r i ch t des -D. I. G. B., seiner Institute, Stiftungen und der ihm angegliederten Vereine gewährt einen Einblick in die Tätigkeitsgcbiete des Bundes, dem zur Zeit zwei staatliche Behörde», ,'wei außerpreußische, zehn preußische freiwillige Verbände von Gemeinden und 934 Bnndesgemeindcn angehören. Berlin. Der Tod des Kammergerichts- Präsidenten v. S ch in i d t gibt zu einem in gewisser Hinsicht interessanten Rückblicke Veranlassung. Es ist bekannt, daß unter seinem Präsidium an das Kamm'ergcricht ein nicht getaufter jüdischer Landgerichtsrat berufen ist. Dies geschah allerdings, als Jnflizministcr Beselcr die Leitung des Ministerillms üSernomniell und betreffs der Anstellung und Beförderung jüdischer Bewerber mit der Praxis seinkS Amtsvorgäugers gründlichst aufgeräumt hatte. Weniger bekannt ist, schreibt die „Freist Ztg.", daß Herr v. Schmidt zu der Zeit, als er Präsident des Landgerichts in Halle war, persönlich bemüht gewesen ist, einem dortigen — inzwischen ebenfalls verstorbenen .— jüdischen L'andgerichtsraie zur Beförderung zu verhelfen. Herr v. Schmidt hatte im Jahre 1896 das Präsidium des Landgerichtes zu Halle a. S. erhalten. Er hatte dort für einen nicht im' Besitze eines Taufscheines befindlichen jüdischst» Landgerichtsrat ein solches Interesse gewonnen, daß er es lvagte, diesen .Herrn Justizminister Schönstedt persönlich zur. Bcsörderung zu empfehlen. In der Zeit des Ministeriums des Herrn Schönstedt gehörte zu einem solchen Vorschläge schon ein ziemlich großer Mut und ein festes Rückgrat. Herr v. Schmidt hat natürlich mit seinem Vorschläge keinen Erfolg gehabt. Berlin. Am 2. ds. Mts. fand die sehr zahlreich besuchte Geucralvcrsammluug des Lokalkomitecs Berlin der Alliance Jsraelite Universelle statt. Der Geschäftsführer Herr M. A. Klausner erstattete den Jahresbericht. Die 'Alliance hat im Jahre 1906 für die von ihr in drei Erdteilen unterhaltenen und geförderten Knaben- und Mädchenschulen und Lehrlingsanstalten einschließlich von Ackerbauschulen Fr. jl 481027 ansgegebcn, außerdem sür die Präparandenanstalt, die zu dem Lehrerseminar für die Orientschulen gehört, einen Betrag von Fr. 105 274, endlich für die Errichtung von Bauten Fr. 76 400, insgesamt also Fr. 1662 791. Diese Ausgaben haben durch die regelmäßigen Einnahmen, ans den Zinsen der Stiftungskapitalien und aus den Beiträgen von Mitgliedern und Freunden, volle Deckung gefunden. Die Einnahmen bezifferten sich auf Fr. 1613 789. Darüber hinaus hat die Alliance Jsraelite Universelle für die durch die Statuten vorgesehene Unterstützungstätigkeit über lVs Millionen Franken anfgewendet, die in besonderen Spenden eingingen. Der Gesamtaufwand der Alliance Jsraelite Universelle für ihr Hilsswerk hat somit im vorigen Jahr an Fr. 3 200 000 betragen. Die Zahl der Mitglieder der Alliance Jsraelite Universelle beträgt 30 000, hiervon in Deutschland ungefähr 13000. Die Generalversammlung nahm den Bericht mit Zustiminung und Anerkennung entgegen und ivählte nachstehende Herren zu Mitgliedern des Lokalkoinitees: Ludwig Adler, Jlia Ber, Max Beer, Benno Braun, Siegfried Brünn, Alfred Cohn, Direktor Moritz Dorn, Heinrich Fraeukl, Dr. med. Samuel Fränkel, Rechtsanwalt Dr. Häntke, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Landau,, Dr. med. Engen Lehfeldt, Direktor Oskar Oliven, Louis Rosenbaum. — In der nach der Generalversammlung stattgehabten Konstituierung wurden iviedergewählt zum Vorsitzenden Herr Geheimrat Goldberger, zum stellvertretcndeir Borsitzeuden Herr Rabbiner Dr. W e i s s e, zu Schriftführern die Herren Rechtsanwalt Dr. H a n t ke und Dr. Lehfeldt, zum Schatzmeister Herr Benno Brau n. Berlin. Der Pflanzenveretn .Palästina" verzeichnet für die Zeit voni 26. April bis zum 1. Juni 1907 folgende Eingänge: O r d e n t l. M i t g l i e d e r: Dr. Arthur Hantle, Berlin (eingetragen durchs Herrn Dr. Hans Gideon Heymann), Verein „Zion", Mülhausen, Rabbiner Dr. Markus Brande, Stanislau (eingetr. durch Verein „Bar-Kochba", Stanislau), Albert Asch, Berlin, David Wolffsohn, Köln a. Rh., Dr. Ad. Zimmermann, Berlin, Prof. Dr. Martin Philippson, Berlin, Ad. Böhm, Wien, Dr. E. Adler und Frau, Lübeck (eingetragen' durch die zionistische Ortsgruppe Lübeck), Apotheker Otto Pauofsky und Braut, Tarnowitz (gesammelt auf deren Hochzeit dlirch Frau Bloch, Breslail), O. C. L. Netter, Berlin, Ing. Joh. Kremenezkh, Wien, Frair Sophie Kreinenczky, Wien, je 1 Dunam Land — je SO Jk, Siegfried Brünn, Berlin, 300 Jk, i. Sa. 1340 Jk Außerordentliche Mitglieder: Ing. M. Wechsler, Düsseldorf, Rabbiner Dr. Eschelbacher, Berlin, 'Bczalel Jaffa, Grodno, Dr. Arthur Hantle, Berlin, je 20 Jk i. Sa. SOJk Erste Jahresrate: I. M. und Frau Gusta Weinreb, Sosnowice, Dr. Jakob Thon, Berlin-Halensee je 10 Jk t. Sa. 20 Jk Die Zahlstellen des Vereins find: Bankhaus A. H. Heymann u. Co., Berlin HW. 7, Unter den Linden 59, I. L. Goldberg, Wilna, The Jcwish Colonial Trust ltd., London E. C., Walbrook, Brook House. Die Adresse des Büreaus des Vereins lautet: Berlin W. 15, Uhlandstraße 175. Sämtliche immerwährenden und sordentlichen Mitglieder, die die Beträge voll eingezahlt haben, haben die Radieruirg des Kunstinalers Hermann Struck bereits erhalten. Bei dieser Gelegenheit sei zur Vermeidung von Mißverständnissen betont, daß der Verein nicht etwa privatwirtschaftlichc, sondern nur gemeinnützige Zwecke verfolgt. Karlsruhe. Gegen das Gebetbuch des Bad. Oberrat§ sind eine Anzahl weiterer Gutachten von Rabbinern der verschiedensten religiösen Anschauungen cingelaufen; ich gebe Ihnen heute davon zwei im Wortlaut wieder. Herr Bezirks rabbiner Dr.Landsberg-Kaiserslautern schreibt: „Ihrem mir ausgesprochenen Wunsche, mich über das vom Großherzogl. Badischen Oberrate der Israeliten herausgegebene isr. Gebetbuch gutachtlich zu äußern, komme ich hierdurch gern nach und gestatte mir. Folgendes in dieser Beziehung zir bemerken: Das ' in Rede stehende Gebetbuch unterscheidet sich von den bisher veröffentlichten sogen, reformierten Gebetbüchern dadurch, daß es nicht bloß beim öffentlichen Gottesdienste, sondern auch iic der schule beim Unterrichte, gleichsam als Religionsbuch zu dienen bestimmt 'ist. Als Gebetbuchs für den Gottesdienst hat es die Tendenz, sogenannte auffallende, ivie man sagt, dem modernen Geschmacke zuwiderlanfende stellen teils ganz zu eliminieren, teils durch andere Worte und Sätze zu verändern. Abgesehen davon, ob solche Veränderungen auch wirklich einer Verbesserung gleichkommen, handelt es sich doch wohl zunächst darum, ob ein solches Vorgehen auch rituell und kulturell zulässig ist. Und da muß doch vor allem konstatiert werden, daß dieses Verfahren den Lehren aller Gesetzeslehrer der verschiedensten Zeiten durchaus widerstreitet. Die jüdischen Gebete unterscheiden sich durchaus ihrem ganzen Charakter nach von denen anderer Konfessionen. Sie sollen nicht bloß die Aeußerungen gewisser Wünsche und Bitten persönlicher Natur darstellen, sondern ein Reflex sein unserer mchrtausendjährigen Geschichte und des tief sittlichen G e i st e s des Judentums. Daher die Erinnerung an den Opferkultus, daher der so häufige Hinweis auf die M e s s i a s i d e e, daher die stete Berücksichtigung der „heiligen Stadt", der Stätte von Israels Größe und von Israels Hoffnung. Da ist ja die Art, wie im Joelschen Gebetbuche (Berlin, 1872, Louis Geschel, Verlagsbuchhandlung) verfahren wird, eine viel Pietätvollere und noch eher zu rcchtfcrtigendere, wenn neben der jüd. charakteristischen Gebetsform, die sicher dem Gros auch des modernen betenden Publikums entspricht, auch noch eine andere mit le ich teil Veränderungen, die durchaus zweckentsprechender erscheinen, als die vonl Großherzogl. Oberrate beliebten und mit geringen Eliminierungen, zur beliebigen A u s w a h l beiin Gebete hinzugefügt ivird. Willkür oder Rücksichtnahme auf Ignoranz dürfen nicht die Motive sein, um Gebete oder Gebetstücke 51t verändern, oder ganz zu verwerfen. Von diesem Gesichtspunkte aus, und vor allem, weil die jüd. Religionsanschauung durch das vorliegende neue Gebetbuch nicht in der v 0 r g e s ch r i e b e n e n W e i s e zum Altsdruck kommt und nicht einwandfrei dargestellt ist, erscheint dasselbe nicht empfehlenswert für den öffentlichen Gottesdienst und auch nicht für den Schulgebrauch, Wir wollen ja unsere Kinder in d i e j n d. Lithurgie einführen, die aber in dem vorliegenden Gebetbuche willkürlich geändert ist, zum Teil gekürzt, zum Teil vermehrt. Wir wollen aber auch die jüd. Jugend bekannt machen mit dem Geist Unse - rer heiligen Religion, der in seiner ganzen Tiefe und Charakteristik in dem Gebctbuche des Großh. Oberrats nicht deutlich und ausgiebig zur Darstellung gelangt. 1 Auf Grund dieser Erwägungen kann ich mich für die Einführung des vorl. Gebetbuches in Gotteshaus und Schule nicht entscheiden." Herr Rabbiner Dr. Kopf st ei n-B e u t h e n schreibt: ,/Das vom Gr. badischen Oberrat der Israeliten herausgegebene Gebetbuch ist unannehmbar, denn 1. es verstößt gegen grundlegende biblische und aus dieser entwickelte rabbinische Lehren, 2. es betont nicht genügend die jüdische Weltanschauung, 3. es enthält vielfache Widersprüche, 4. die deutsche lkebcrsetzung stiinmt inhaltlich stellenweise nicht mit dem hebräischen Texte überein." Köln a. Rh. Die „Köln. Volks ztg.", das angesehenste deutsche Zentrumsblatt, schreibt bezüglich des Falles Cohn: „Wir Christen haben nichts dagegen, wenn die Juden ihr „Stammestnm pflegen", und verlangen nur, daß sie uns in Ruhe lassen. Auch in dem „Falle Cohn" stehen wir ganz auf seiten des Gemaßregelten. Cohn ist abgesetzt, weil er ein Zionist war und in diesem Sinne geäußert hatte, daß er sich zunächst 'als Jude fühle und nicht als Deutscher. Das ist 'ein Standpunkt, den man nicht zu teilen braucht, den man aber achten muß, weil er innerer lleberzeugnng entspricht, und der um so verständlicher ist,; als heute das Nationalitätsprinzip '„alle Welt beleckt" und demgemäß auch auf die Juden sich erstreckt. Wenn ein Jude sich als Angehöriger eines besonderen Volkes fühlt und sich demgemäß national ausleben will, so ist has kein Verbrechen und die Nichtjuden haben es nicht zn kritisieren. Herr Cohn ist uns sogar sympathisch, weil er den Mut hatte, das auszusprechen; er ist uns tausendmal sympathischer, als Leute, die nationale Phrasen in Massenproduktion erzeugen und im Herzen dennoch so fühlen wie er. Warum soll das jüdische Volkstum nicht ebenso berechtigt sein, wie jedes andere! Daß die Juden ihre Sprache verloren haben und in den Zungen ihrer Wirtsvölker reden, ist kein Beweis. Auch 'die Irländer sind in jenen Zeiten, wo man das noch konnte, t gewaltsam englisiert und sind trotzdem ein besonderes Volk geblieben, das sich scharf von dem englischen scheidet und irisch-patriotisch fühlt. Wenn der Rabbiner Cohn eine dementsprechende Ansicht als seine lleberzeugnng verkündet, so können wir nicht verstehen, weshalb man ihn dieserhalb abgesetzt lhat, erklären aber ausdrücklich, daß kein Jude bei uns Anstoß erregt, der sich in gleichem Sinne ausspricht." ' Stratzburg i. Elsaß. Die Zahl der Juden nimmt in Elsaß-Lothringen ständig ab. Von 40918 im Jahre 1871 ist 'ihre Zahl auf 34 645 im Jahre 1890 und 31708 im Jahre 1905 gesunken. Von mehr als 500 jüdischen Seelen sind in Elfaß-Lothringen nur 5 Orte bewohnt: Straßburg 5100, Mülhausen 2400, Metz 1700, Colmar 1250 und Hagenau 600 jüdische Seelen. Schweidnitz. Aus Antrag des Justizrats G r 0 e g e r beschloß die Stadtverordnetenversammlung, den Magistrat zu ersuchen, auf dem städtischen Schlachthofe das Schächten zu verbieten. Oesterreich -Ungarn. Wien. „Gemäßigter Israelit". Der Ausdruck erinnert, so schreibt das „Jll. W. Extrabl.", ein wenig an die Mitteilung, welche die Gattin eines Caaiiibolen Häuptlings ihrem hungrig nach Hause lrnnnenden Manne machte. „In der Ofenröhre steht noch etwas kalter Missionär." Gemäßigter Israelit, das ist die neueste Erfindung auf dem Gebiete der politiichen Ethymologie und soll irgend eine bisher unbekannte Parteirichtung bezeichnen, von deren Exipenz die zunächst Gemeinten, nämlich die Juden, zu ihrem heiteren Erstaunen erst jetzt erfahren haben. Die cffiziellen Wahlbnlletins meldeten ans Tarnopol die Niederlage eines Reichsratskandidaten, an dessen Namen eingeklammert die Bemerkung gefügt war: (Gemäßigter Israelit.) Was der Wahlberichterstatter stch unter einem gemäßigten Israeliten in Tarnopol vorstellen mag, darüber ist nichts Näheres bekannt. Eine alte Anekdote erzählt von „wilden Juden", als deren Gegenstück die einschichtige Tarnopoler Parteischattirnng schwerlich gelten kann. Ein gemäßigter Israelit ist vielleicht derjenige Zionist, der fern von Jerusalem ruhig in Europa bleibt. Möglicherweise ist dem Kandidaten einmal in einer Wählerversammlung das Wort: „Mäßigen Sie sich!" zugerusen worden und er hat dies so sehr beherzigt, daß ec daraus ein neues politisches Glaubensbekenntnis für sich prägte Der betreffende Kandidat ist leider nicht gewählt worden, und so bleibt denn die Frage, was man sich unter einem gemäßigten Israeliten vorzustellen hat, bis auf Weiteres eines der vielen ungelösten Probleme des österreichischen Berfassungslebens. Wien. Der Wahlaufruf im Bethause. Am 27. April verteilte ein junger Mann namens Ascher Schorr in der Synagoge in her Schiffgasse Wahlaufrufe in hebräischer Sprache. Diese. Wahl-- agitatiou während des Gebetes erregte das Mißfallen

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