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Neue jüdische Presse · 1907-05-17 · Heft 19 (17.5.1907) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
5 (1907)
Issue
Heft 19 (17.5.1907)
Date
1907-05-17
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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i>etie iÖ. Frankfurter Israelitischer Familienblatt. Nr. IS. 4 Wochen vor dem Kongresse beim Zionistischen Zentralbureau in Köln eingeliefert sein müssen. Die Tagesordnung des Kongresses ist vom Großen Aktionskomitee in großen Umrissen, wie folgt, festgesetzt worden: 1. Tag: Eröffnungsrede des Präsidenten, Bericht des A.-K., 'Generaldebatte, Wahl der Ausschüsse. 2. Tag: Vorträge über die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern, Sitzungen der Ausschüsse. 3. Tag: Referat über Palästina. Berichte der verschiedenen Ausschüsse. Spezialdebatten. Weitere Tage: Fortsetzung der Debatten, Generalversammlung der Bank und Sitzungen der anderen Institutionen der zionistischen Organisation. Fraakfurt a. M. Die Z i o nist. Vereinigung wird voraussichtlich nächste Woche eine große Versammlung veranstalten, um gegen das Vorgehen der Berliner Kültusgemeinde-Leitung gegen ihren Prediger Dr. Cohn zu protestieren. Kravkfrrrt a. SB. Für den Nationalsonds gingen bei der Expedition des Franksurter Israelit. Familienblattes ein: Gesammelt in Gelnhausen gelegentlich des zionistischen Vortrages des Herrn Franz Katzenstein-Marbnrg: Auch die Orthodoxie hat sich unter Führung des Rev. b e Sola der Bewegung angeschlossen. Shangai. Die hiesigen Juden gehören in der Majorität der zionistischen Organisation an.. Der Zicnipenverein hat über 200 Mitglieder. M. Halle Arthur Scheuer A. Goldschmidt I. L. Goldschmidt S. Mayer Arthur Meyer I. Sonn I. Heymann Alfred Kleve Plaut Max Stern H. Frank 3,— Jk 0,50 2_ 0,50 1- 2_ l'- 1- 1- 1- 3- Selbstbesteuernng Oppenheimer Benno Lamm S. N. Frankfurt a. Jk von den Zus- 2l, Herren 0,90 Jk 1- 0,40 Die Anglo-Palestine- Company hatte am 7. d. M. in Köln unter dem Vorsitz des Präsidenten Wolffsohn ihre Gencralversammlüng. Im vergangenen Jahre erbrachte das Bureau in Jaffa einen Gewinn von Lstrl. 1030 und das Bureau in Jerusalem einen solchen von Lstrl. 260, wohingegen das in Beirut neu errichtete Bureau einen Verlust von Lstrl. 510 erbrachte. Der Gewinn ist deshalb nicht größer, weil mit großer Vor sicht gearbeitet wird und die Gelder zu den billigsten Zinsen (z. B. als Vorschüsse an die jüdischen Kolo nisten) hergegeben werden. Das Bankgeschäft breitet sich in erfreulicher Weise aus, und die Bank hat sich an verschiedenen industriellen Unternehmungen beteiligt. Die Generalversammlung genehmigte den Bericht die Abschreibung des Reingewinns auf Konto „Grün dungsspesen" und eine Erhöhung des Aktienkapitals von Lstrl. 50 000 auf Lstrl. 100000, wovon Lstrl 30 000 sofort ausgegeben werden sollen. Köln a. Nh., 15. Mai. Der 8. Kongreß findetvonMittwoch,den14. bisDiens tag, den 20. August ds. Js. im Haag in et Gebouw voor Kunst en Meten schappen" statt. Köln a. Rh. Die Jüd. Kolonialbank welche jetzt ein Kapital von 5Y» Millionen Mark hat, dürste voraussichtlich in diesem Jahre 3—io/o Dividende geben. Dier Jüb> Nationalsonds, der z. Zt. 1,200,000 Mark besitzt, ist in England legalt s i e r r worden. Freiburg i. B. Mit Beginn des. Sommersemesters hat das Kartell zionistischer Verbindungen (K. Z. V.) an hiesiger Universität seine dritte Kartellverbindnng begründet. Die junge Verbindung, die den Namen „Ivria" führt, verfügt bereits über eine stattliche Anzahl von Aktiven und es besteht die Hoffnung, daß sie wesentlich zur Verbreitung des jüdischüationalen und zionistischen Gedankens unter der jüdischen Akademikcrschast beitragen wird. Die Chargenwahl ergab: kand. jur, Hans Levy*. Eckerstr. 8, kand. jur. Fritz Müllerheim**, sind. med. Eugen Kisch***. Die Verwaltung der Nationalfondsgelder übernahm sind. jur. Hugo Wohlfarth. Wilhelmshaven. Nach einem Bortrage des Fräulein Berliner -Hannover . wurde hier eine Dt tsgruppe gegründet. Dessau. Im Anschluß an einen Bortrag des R.-A. Dr. Hantke-Berlin erklärte der freisinnige Landtagsabgeordnete Dr. Cohn, das; er nach vieljähriger und aufnterksamer Beobachtung der zionistischen Bewegung zu der f e st e n U e b e r z e u g - ung gekommen sei, daß alle jüdischen Parteien dem Zionismus berechtigte Sympathie entgegenbringen und ihm baldige Erfolge wünschen mühten. - Budapest. Im neuen Zionistenheim (Budapest IV. Hajo u. 10) findet demnächst die f ü n f t e Landeskonferenz der Zionisten Ungarns statt. Cauada. Seit dem vorjährigen Delegiertentage der Zronistenvereinc in Canada hat die dortige Organisation große Fortschritte gemacht. Allein in Toronto bestehen z. Zt. 6 Zionistenvereine. Aus den Vereinen. Fraukfurt a. SB. Die Kuranstalt für arme Israeliten in Bad Soden (Vorsitzender: Dr. med. E. Nosenbanin) verzcichnetc im Jahre 1906 Jk 48 763 Einnahmen (6611 Mitgliedsbeiträgc, 21507 Geschenke, 7141 Vergütung für Verpflegung, 5819 Vergütung für Winterkur, 7683 Zinsen) und Mark 52 330 Ausgaben (35 355 Haushaltung, 1863 Aerzte und Arzcncien, 4254 Gehälter und Löhne nswusw.). Die Rechnung schließt also mit einem Defizit von Jk 3567 ab, was im Interesse dieser so segensreich wirkenden Anstalt zu bedauern ist. Frankfurt a. M. Montefiore-Verein. Das Sommer-Programm des „Montefiare" Vereins, welches soeben zur Ausgabe gelangt ist, zeichnet sich wiederum durch bemerkenswerte Reichhaltigkeit aus. Wir heben aus dem Inhalt desselben zunächst die geplante Veranstaltung diverser f r c m dsprach Lischcr Kurse hervor, die eine lebhafte Beteiligung finden dürften. An den Mittwoch-Abenden werden die im tiriigcn. Fahr so stark besuchten Refera.t- Abende wieder stattfinden und zwar bei günstigem Weiler im schöne-» Ber-ei ns g arten. Am nächsten Mittwoch, den 22. Mai spricht Herr Dr. Gustav Löffler über das Thema: „Unser M o n t e f i o r e - B e r e i n". Am Schlüsse der Referat-Abende kommen auch in oicsem -Sommer Billete für Klassiker-, V o r st e l l u n g e n im hiesigen Schausvielhcinsc zur Gratis verteilung. Die Ve r e i-irs'-- B ib li o t h e k ist ganz bedeutend durch Neuanschaffungen und Zuweiiduiigen vergrößert morden und enthält bereits mehr als 700 Bände. Der lebhaften Inanspruchnahme seitens der Mitglieder Ivegen ist eiire zweite Büchcr-Ausgabestnnde festgesetzt worden; die Ausgabe der Bücher erfolgt nunmehr Montags und Donnerstags abends von 9—10 Uhr. Mit dem hiesigen Talmud-Thora-Bere i n ist die Vereinbarung getroffen worden, daß die Mitglieder des ,,Montesiore"-Vcreins kostenlosen Zutritt zu den Schiurim des genannten Vereins haben. D>e während des Sominer-Halbjahres geplanten Führungen und Besichtigungen werden am Sonntag, den 26. M-ai mit einem Besuche des alten jüdischen Friedhofes aiü Börneplatz eröffnet. Die Führung hat Herr Dr. Julius Hülsen übernommen. Frankfurt a. M. Der .Montefiore*-Verein ersucht uns lim Veröffentlichung folgender Zeilen: Die Unterzeichneten bitten höslichst die Leser dieser Zeitung und insbesondere diejenigen Herren, die an der Spitze von jüdischen Jugcndvereinen stehen, im Laufe des Monats Juni an einen der unten Genannten 1) ein Statutenexemplar, 2) etwa vorhandene Berichte über die Tätigkeit des ' ihnen nahestehenden Vereins, sowie 3) kurze Angabe über Mitgliederzahl und Gedeihen desselben einzuscnden. Der Zweck dieser Umfrage ist, festzustellen, ob die Bestrebungen, die auf einen engeren Zusammen schluß der jüdischen Jngendvereine Deutschlands hinauslaufen, Aussicht auf Erfolg haben, ob ins besondere die Schaffung eines ständigen Delegicrtentages, eines Korrcspondenzblattes und einer Unterstützungskasse für kleinere Vereine von Nutzen sein könnten. Falls die cinlaufenden Antworten ein befriedigendes Material darbieten, behalten wir uns eine Einladung zu einer mündlichen Aussprache für den Hochsommer vor. „M o n l c f i o r c - Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute" zu Frankfurt a. M. wertvollen wissenschaftlichen Inhalts stets mit Spannung erwartet wird, wird nächster Tage erscheinen. München. Mit deni Antrittskommers vom 4. er. trat der V. I. St.-München in fein neues Semester ein. Die Zahl der Mitglieder hat sich gegen das Wintersemester verdoppelt und beträgt über 40, eine Höhe, wie. sie der Verein hier noch nicht erreicht hat. Der erfreulichen Ausbreitung entsprach auch der Verlauf des Erösfnungskommerses. Vertreter der Verbindung im K. Z. V. „Jordania", der zionisttschen Ortsgruppe und des Vereins für Statistik der Juden waren erschienen und bekundeten uns ihre Sympathie mit unseren Bestrebungen. Unter den Gästen aus der hiesige» Bürgerschaft begrüßten wir u. a. Herrn Rabbiner Dr. Ehrentren. An die Kneipe schloß sich eine feuchtfröhliche Fidelitas an, und ekst spät trennte man sich. — Die Chargenverteilung für das Sommersemester ist: jur. Gottschalck*, med. Meyer**, jur. Jchenhäuser***. Bricsablage: Palastcafo, Theatinerstr. Leipzig. Zur Pflege jüdischen. Wissens wurde hier 'ein Verein „M e k o r - C h a j i m" gegründet. Herr Rabb. Dr. Car leb ach trägt zweimal wöchentlich Chumesch mit Raschi, Dinim nach'Chaje- Odom und Pirke-Owaus mit Bartenuro vor. Der junge Verein zählt bereits ca. 30 Mitglieder, die durch eifrigen Besuch 'der Schiurim beredtes Zeugnis dafür ablegcn, daß auch in Leipzigs jüdischer Jugend für Tborastudium reges Interesse herrscht. — Das Vereinslokal befindet sich Keilstraße 4. Erster Vorsitzender ist Herr G. N a t h a n s e it, Neumarkt 3. Aus -er Berkehrswett. Durch die Eröffnung einer Filiale des Welt« reift burcau,Union in Frankfurt a. M., Kaiserstrckßc 28, Telephon 13 650, verbunden mit der Agentur für das Welthaus Thos. Cook L Son, ist sür das reisende Publikum eine große Bequemlichkeit geschossen worden, die mit Freuden begrüßt werden wird. Ms amtliche Ausgabestelle der Kgl. Preuß. Staatscisenbahnen und durch Verträge mit den »leisten Transportanstalten der Welt ist dieses Weltreiscbureau in der Lage einfache, Retour- und Rundreisc-Fcilirkarten mit Eisenbahn, Schiff und Post für alle ivl'chtigen Verkehrslinien über die ganze Welt zu verausgaben. Man erhält dortselbst auch Plätze jür die Luxuszüge und Schlafwagen der Internationalen Schlafwagengesellschaft, sowie auch für die chlafwagen der Kgl. Preuß. Staatsbahnen. Gesellschaftsreisen nach den verschiedensten Ländern werden veranstaltet. Außerdem ist es dem Publikum ermöglicht, fremdländische Geldsorten dort zum Tageskurse zu kaufen und verkaufen, sowie andere Bankgeschäftliche Transaktionen zu vollziehen. Eine wichtige Neuerung für Frankfurt ist die amtliche Gepäckabfertigungsstelle des Bureaus. Der Eisrnbahnreiiende kann sich die mit der Gepäckabfertigung verbundenen Unbequemlichkeiten ersparen, indeni er obige Firma beauftragt, das Gepäck aus seiner Wohnung oder Hotel abzuholen. Die Gepäckstücke werden dann zur vvrgeschriebenen Stunde abgcholt, auf der Stelle vermögen und der Passagier erhält den anitlichen Gepäckschein sofort in seiner Wohnung. I. A. Felix Meyer, Thüringerstraße 7. 'Jugendverein Gabriel Riesser zu Cöln I. A. - Dr. Alfred Apfel, Mozartstraße 5. Frankfurt a. M. Die Generalversammlung des Jüd. Liter,ck^»»»Ge feilschaft eröffnetc an Stelle des verhinderten Herrn Provinzialrabbiner Dr. Bamberger, Herr Rabbiner Dr. Bondi mit einem Vortrage aber „Schimmon Hazaddik". Er wies nach, daß dieser, der, als er Alexander dem Großen entgegenging, nur Priester war und erst später Hohepriester wurde, nicht mit dem Hohepriester Schimon identisch ist, der bedeutend später lebte, griechisch-heidnisch gesinnt war und den Gesetzen des Judentums nicht folgte. Hierauf verlas Herr Realschuldirektor Dr. L a n g e, der Vorsitzende, den Rechenschaftsbericht. Die Mitgliederzahl ist in zwei Jahren von 200 ans 520 gestiegen. Der Verein hat sehr viel Geld zur Unterstützung von Gelehrten verausgabt und schließt seine Rechnung trotz der Einnahmen von 18000 Jk mit einem Defizit. Sein Jahrbuch, das wegen seines Kirnst rmd Literatur. Leinte Halevi, die synagogalen Gebräuche der Gemeinde Würzburg. Von Distrikts-Rabbiner Nathan Bamberger. — 'Wir leben im Zeitalter der Jubelschristen, leder Erinncrungstag eines Großen (sechziger, siebzig, >er — hundertster Geburtstag) wird durch Herausgabe eines wissenschaftlichen Buches, meist eines Sammelwerkes, der Oefsentlichkeit in Erinnerung gebracht. Oft steht der Inhalt solcher Jubelschristen gar nicht in Beziehung mit dem Leben und Wirken des zu Feiernden. Vorliegende Schrift ist auch eine Jubelschrist, — aber eine solche, die wahrhaft den Toten ehrt, äußerlich und innerlich, ihrem ganzen Wesen nach: Denn sie ist herausgegeben von dem Sohne und baut auf dem von dem Gefeierten z. Tl. vorbereiteten Boden. Sie gilt der Wiederkehr des 100. Geburtstages des Vaters, des großen, in'Israel unvergeßlichen Rabbi Seligmann Bär Bamberger „des alten Würzburger Ras". Die „Kehilloh Würzburg", — man kann diesen Namen nicht aussprechen, ohne sich seines großen S. B. Bamberger unwillkürlich zu erinnern. Darum verdiente die vorliegende Schrift recht wohl den Namen „Jubelschrist". *- Vers, gibt die besonderen synagogalen Bräuche, wie sie für Würzburg im Laufe der Zeit feststehend geworden. Er verfolgt diese Bräuche auf Grund des jüdischen Schrifttums und seines rabbinischen Wissens bis auf ihre Wurzel; in gelehrten Noten gibt ee Nachweise, welche die Benutzung des Werkchens auch für jeden interessant und lehrreich machen, auch den sich nicht.gerade für dem Würzburger Ritus Interessierenden. A propos „Würzburger Ritus". Ein solcher hat an sich nicht die Ehrwürdigkeit, der Riten anderer alten Gemeinden, wie Frankfurt, Fürth u. s. w., denn, wenn früher ein solcher auch beständen hat, ec ist durch die Ereignisse der Zeit, wiederholte Austreibungen unterbrochen, abgerissen-

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