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Neue jüdische Presse · 1907-02-01 · Heft 5 (1.2.1907) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
5 (1907)
Issue
Heft 5 (1.2.1907)
Date
1907-02-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 5. und die jüdische Literatur zu pslegen. Voraus ging ein Vortrag des Herrn Dr. Klausner aus Lausanne, der in metsterhaster Darstellung über die neuhebräische Literatur, ihre vorzüglichen Vertreter Smolensski, Achad Haam, Bialik usm. sprach unddie verschiedenen Entwicklungsepochen und politischen sowie religiösen Einwirkungen auf die Dichtungen so markant zu zeichnen wußte, daß jeder der zahlreichen Zuhörer von dein Dargebotenen entzückt war.' Zu seinem Bedauern mußte der Referent, der sich hier auf der Durchreise nach Petersburg befand, >vo er nunmehr als Professor für hebräische Wissenschaft an der freien Universität zu wirken vor hat, seinen fast zweistündigen Vortrag vor Beendig,nig unterbrechen. — In Basel feierte die C h e w r e „E s p s - r a n c e", deren Präsident seit 30 Jahren Herr I. Drehfus-Strauß ist, das F e st i h r e s 4 0 j ä h r i g e „ Bestehens. Aus der Lehrerwelt. Frankfurt a. M. Rund gesetzestreuer j ü d. L e h r e r D e n t s ch l a n d s. Die am 27. dss. Mts. abgehaltene Generalversammlung war sehr gut besucht. Direktor Dr. Lange, der Vorsitzende, erstattete den Bericht, der eine sehr erfreuliche Entwicklung des jungen Vereins konstatiert, denn die Jahresbeiträge beziffern sich bereits ans 4100 JL und das Vermögen auf 13500 JL (davon 2500 JL Anteil an der Zeitung „Israelit"). Der Bericht berührte das Verhältnis zn den, „Verband der jüdischen Lehrer-Vereine im Deutschen Reiche", besonders die Kampfesweise dessen Preßorganes und schließt mit dem Ausblicke, daß die beiden Organisationen sich vielleicht noch einnral die Hand reichen werden zu einer gemeinsamen Arbeit auf einem anderen als religiösen Gebiete. Die Debatte über den Bericht erstreckte sich fast ausschließlich auf die Polemik des VerbandS-Organes gegen den Bund. Einstimmig wurde der Entrüstung über eine derartige deniagogische Kampfesart Ansdruck gegeben und dem Vorsitzende», gegen den diese Angriffe sich richteten, Ovationen bereitet. Der Vorsitzende verzichtet auf weitere Schritte, trotzdem er überzeugt ist, daß Lehrer Steinhardt, der Redakteur des Verbands-Organes, bei einer Klage zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden würde. Nach Erstattung des Kassenberichts durch das außerordentliche Mitglied Eugen Ettliuger, ergriff Rektor B. Falk das Wort zn seinen, Referate „'Ans welche Weise muß der Lehrer den Ergebnissen der Wissenschaft im Religionsunterricht Rechnung tragen" In der Einleitung skizzierte er die Situation der' Glaubenstreuen und der Ungläubigen — hier einigende Offenbarungslehre, dort trennende Skepsis!— behandelte dann die Frage der Lehrerfortbildung — erwünscht vor allen Dingen eine nie erlahmende Beschäftigung mit den Quellen jüdischer Welt- und Lebensanschanung, Tenach, Mischüah, Gemara, Schulchan-Arnch „sw. — und ging dann zu dem eigentlichen Thema über. Der Lehrer habe wohl zu unterscheiden zwischen positiven Ergebnissen der Wissenschaft und zwischen ihren Hypothesen. Das Judentum habe kein positives Ergebnis der Wissenschast zu fürchten, und der Lehrer solle daher keiner Frage seiner Schüler aus dem Wege gehen. An einer Reihe von Beispielen aus der Praxis der Schule illustriert Redner solche Fragen. Sodann hielt der Vorsitzende einen Bortrag über ,Loheleth", in dem er nachwies, wie bei richtigem Verständnis des llrtextes dieses Buch so ganz anders, als die allgemein beliebte Anschauung ist, aufzufassen ist. Sowohl dieser Vortrag, wie auch der des Vorredners wurden mit lebhafte», Beifall ausgenommen. Köln a. Rh. Die Generalversammlung des Vereins für jüdische Geschichte u. Literatur, welcher Verein 320 Mitglieder zählt und über ein Etat von ca. 1800 JL verfügt, faßte den Beschluß, alljährlich eine große öffentliche Propagandaversammlung und eine Feier mit rezitatorischen und andern künstlerischen Darbietungen, vorzüglich jüdischen Inhalts, zu veranstalten. In den Vorstand wurden wiedergewählt die Herren: Rabbiner Dr. Frank, Dr. Bodenheimer, Nos Kaufmann, Emil Blumenan, Max Goldreich, David Cohen und Moritz Levy jr. Chemnitz. Nach lonaem Leiden verschied Herr Dr. Jacob Mühlfelder, der 23 Jahre als Rabbiner der hiesigen Gemeinde wirkte. Prag. Der Rabbinerverband in Böhmen hat in einer am 20. d. M. unter* Vorsitz des Präsidenten Herrn Prof. Dr. K u r r e i n stattgesundenen Ausschutzsitzung beschlossen, Schritte an maßgebender Stelle einzulciten, um die Lage der Rabbiner, jpwie der israelitischen Religionslchrer an den Mittelschulen Böhmens hinsichtlich der Anstellung und Sicherung ihrer Zukunft in einer den modernen Verhältnisse» entsprechenden Weise zu gestalten. Lemberg. . Als Nachfolger des Oberrabbiners Rabbi Jizchak Schmelkes s. A.ist Rabbi Leib Brande, Schwiegersohn Rabbi Hirsch Ornstein's s. A., gewählt worden. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 11. Aus der zionistiicheu Bewegung. Frankfurt a. M. Die Nationalfondskommission hat einen größeren Posten- Briefmarken verkauft und bittet alle Sammler, ihren Vorrat, wem, möglich die deutschen Marken von den ausländischen getrennt, baldigst der Expedition dieses Blattes vder Herrn David Hamburger, Uhlandstr. 56 Part, z,«gehen zu lassen. Es wurde» bis jetzt von den Damen Lotte Mrkpc, Flora Goldschmidt, Toni Goldschniidt, Johanna Frankel, den Herren H. Friesländer, Barnch Ster», I. Ganz und L. I. Goitein, Frankfurt a. M. und Herrn Nathan Rothschild, Mosbach, Materialien abgeliesert. Frankfurt a. M. Die letzte Versammlung der Zion. Vereinigung beschäftigte sich mit der I t o. Herr S. B e r l o w i tz erstattete das Referat. Er ist der Ansicht, daß die Jto die Gegenwartsarbeit leisten will, die der Zionismus leisten sollte: die Arbeit in Palästina >e, zu geruigingig, u„t den Tatendrang der zionistische» Massen befriedige,, zu können. Das Ostasrika-Projelt sei dazu bestimmt gewesen, de», Ausbruch einer Krisis vorznbeugen, und es sei die Schuld der Zione-Zioniste», daß die Krise enistand und die Jto gebar. Wenn das nationale Moment in der Jto zurückgedrüngt worden sei, so mögen sich die Zionisten anklagen, die sich nicht an der -Arbeit der Jto beteiligten. — De», sehr gediegenen Referate schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in der die Herren B c r m a „ „, Levigard, Dr. W, l e I, s k y - Rikolajcw, I a n s o n usw. sprachen. Frankfurt a. M. Bei der Expedition dieses Blattes gingen für de» Rationalfonds ein: Beno La»,», l,— JL S. I. Rosenberg, Holzappel, anstatt Telegramm zur Verlobung des .Herrn S. Gold'rcich, Köln mit Frl. Else Treu, Hagen 0,50 JL Frankfurt a. M. Bei der Nationnlfondskommissioii der Zionistiscyen Bereinigung gingen aus Nationalfondsbnchsei, ein: Louis Kahn Frau Markus Joseph Speyer G. I. Rapp Restaurant Scheuer Dr. F. Frl. Gertr. Wiener Leiser Lipinsky Pension Langer Leon Janzon I. Neumann Lehrer Pineas Dr. I. Meyer Sally Grüncbaum N. Liebes H. Einstädter L80 JL 1, ~ 'JL 0,55 JL Sa. 22,68 JL An Materialien von Herrn D. Worms, Frankfurt und Herr» Rothschild, Worms. Frankfurt a. M. Die Zion. Bereinigung veranstaltet Donnerstag, den 7. Febr.» abends 9 Uhr, in der Loge Adler, Seilerstraße 22, einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Herr Jngeuienr Treidel- Jaffa wird über die wirtschaftliche n B e r - hält nisse in Palästina sprechen. Frankfurt a. M. Herrn I. L. G r e e n b e r g- London war der Vorwurf gemacht worden, in eine», Bortrage dasür eiiigetreten zn sein, „daß man den Sabbat verlege, wem, man damit alle diejenigen, die ihn heutzutage nicht zu heiligen iu der Lage seien, bei der Fahne des Indent,„nes festhalten könne." Herr Greenberg erwidert darauf in der letzten Nummer der „Welt": „Es ist einfach eine L ü g c , zu behaupten, daß ich im Verlaufe meines Vortrages in Birmingham i „ irgendwe f ds et 38 c i s e d i e A u s h e b „ „ g d e s S a b b a t s nn d d ie Ein s e tz n » g e in e s S o n tag-Sabbats für Juden befürwortet, oder daß ich. Juden zu verankassci, gesucht hätte, auf die Heilighalt,nig dieses Tages, das Israels kostbarstes Erbteil bildet, zu verzichten. Ich strebte danach, in »reinem Vortrage dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß die Synagoge im vollsten Sinne des Wortes ihren Aiifchnliiingei, einen weiteren Gesichtskreis geben möge, damit kein Jude, welches auch immer seine Denkungsart und seine Ansichten »ein möge», ausgeschlossen sei, und daß die Synagoge in viel höhere», Grade fähig sein möge, alle ihre Gläubigen anfzunehmen, als dies heute der Fall ist! . ... Wir müsse» uns bemühen, die Juden für das Judentum zn behalten. Diese letztere Notwendigkeit halte ich für eine solche Lebensfrage, daß ich in meinem Vortrage gesagt habe, daß selbst wenn cs Juden gäbe, denen es unmöglich wäre, den Sabbat zu heiligen und die deswegen einen Sonntag-Sabbat einsetzten, die Synagoge auch für solche Raum finden und sie nicht verstoßen sokle. . . ." Wir schätzen Herrn Greenberg, der Mitglied des engeren Aktionskomitees ist, als eine um de» Zionismus verdiente Persönlichkeit: wir müssen aber gegen seine Aenßernngen energisch Stellung nehmen, denn er stellt sich mit ihnen ans den Boden der Reform. Wohl bleiben die Juden, die au die Stelle des Sabbats den Sonntag einsetzen würden, nach dem Gesetze des Judentums trotzdem noch Inden, aber sie haben Hamit eine der Grundsäukcu des Judentums vernichtet, und es gibt keinerlei Möglichkeit, ihre». Tun auch nur eine Spur von Verständnis oder Entschuldigung cutgegcnznbriiigcn. llebrigens ist der Sabbat auch ein Stück Narionaljudentnm und deshalb schon vom reinnationatei! Gesichtspunkte ans eine Verlegung ans den Sonntag zn verurteilen. Außerdem haben wir den von Herrn Greenberg gebrauchte» Ausdruck „Synagoge" zu bcniäiige!». .Herr Greenberg wendet dieses Wort an, wie man häufig für das Christeiirnm das Wort Kirche setzt. Aber man hat »och niemals statt Judentnin „Synagoge" sagen können, denn die Synagoge ist nur eine Einrichtung im Judentum, und sie ist nicht nnr religiös, sondern auch national. Straszburg i. Cls. Am 19. d Mts. fand die Gencralversaiirttilung des ziou. Vereins statt. Rach Verlesung der Protokolle gab Herr cand. M. Bloch den Bericht über die Tatigicii des Vereins im verflossene,, Jahre. An grvnerc» Vorträgen wurden gehalten von .vcrrn Dr. Friedemann „lieber Palästina", von .»crrn EniU Airkharoi ..Die Lage des Zionismus ,n Eliap-Lotyruiae,,". von Herrn Julius Berger „Moderne Romantik ,m Indent,„n". Außerdem habe man auae,a»aeu. de» -louistischcn Gedanken mit Erfolg umer ocr r.-anovevo,icri»ig zn verbreiten. Es folgte der Kassenbericht und Decharge. Neugewählt wurden die .Herren Dr. B r a u „ e b c r g e r, G o l d s ch »i i d t. Edgar D r e v f n ß, Dr. Weil, M. Bloch. Lud. Mayer n. I. Bloch. Briefschaften sind zn richten an Herrn Ludw. Mayer, Spicßgasse 3. Hamburg. Der Stammtisch der H->n,Bürger Zionisten befindet ^sich von nnn an im Alstcrpavillon, wie bisher jeden Loniiabend Abend. Die Ortsgruppe hat Herrn Rabb. Dr. Löwent h a l für einen lnstvrischei, Vortragszyklus über „Die Zeit der Hasmouäer und tzerodianer" gewonnen. Die Vorlesungen siude» statt: Donnerstag, den 31. Jan., 7. Febr.' u 11 Febr. 8 Uhr abeiGs im Logenheim. — Am 10. März veranstaltet die zionistische Fraiiengrnppe ein nationales Pur km fest für Kinder. Lemberg. Eine zinninische Konferenz, in der 30 Delegierte aus dem Lcmberger Wahlbezirke teiliiahincii, behandelte die Frage des Eintritts der etwa gewählten zionistischen Abgeordneten in den P o l e n k l u b. Der Polenklub will den Zionisten fünf Mandate und iu jüdischen Frage» das Recht der Einbringung selbständiger Jiiterpellatione», wenn sie die nötige Zahl der Unterschriften unter den Klubniitgliedern ansbringe», gewähren. Die Konferenz beschloß, diese Bedingungen nicht a n z u n e h in e n. Die Angelegenheit wird von dem in Kürze stattfiildei'.den „Landes-Kongreß" entschieden werden. Petersburg. An Stelle des inhibieiten „Jewreskij Rarvd" erscheint in Kürze „Narod Jew- Knnst und Literatur. Der Weg der Ingen d. Roman von Hermann Blume,ithal. 221 3. (JL 3, geb. JL 1.) 1907. Berlin IV. 15, Julius Bard. Der Titel sagt bereits, daß der Autor die Kindesseele zum Vorwurf seines Werkes genommen hat. Kein leichtes Beginnen-, denn das Leben der eigenen Kindheit ist bei de»r schnellen Vergessen der Jugend dem Bewußtsein entrückt und nur weniges Erlebtes haften geblieben; »nd während der Dichter sonst ans Eigenem schöpfen kann, muß er . hier Jahre lang liebevoll und aufmerksam die Welt der Kleinen beobachtet .haben. Wie manch' gedankenlos hingeworfcnes Wort der Großen, manch' unscheinbares Ereignis bei Kindern gleich Frost ans Blüten wirkt und wie die wichtigsten Vorgänge in ihrer Umgebung, weil sic außerhalb ihres Jnteressenkreises liegen, eindruckslos an ihnen Vorbeigehen, wie sich bald „ach dem Sprechenlernen in dem Kiiidergehiruchei, eine Gedankenwelt eniwickelt, all' das hat Blumenthal gut beobachtet. Weniger Bergungen haben lvir von Blumenrhal als Jude. Hier scheint er vom Holze eines Karl Emil FranzoS. eines Leopold Kvmpert zu sein, die wohl in Galizien ihre Jugend verlebt, sich aber in ihrem inneren Wesen in Wirklichkeit als Fremde uiiter ihren galizischen Glaubensgenossen fühlten. Lokor Rser-Iloäass ok Rabbi Isaac Pulgar, edited fron, tiie Habberslamm M. 8. Nr. 91 with an Englisb Introdiiction by Groi-gt; 8. Belasco, Minister of the Ramsgate Synagogue, London 1806. Ein Teil dieser äußerst wichtigen apologetischen Handschrift war bereits 1851 in Aschkenasi's „Taam- Sekenim", Frankfurt a. M. und in Revue des Etüde»

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