Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 23 (15.6.1906)
- Date
- 1906-06-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. äkks bildet, daß daher ein Aussäügen des Wnrü>- blutes durch Umlegen von. Watte. keiuesfaW der religiösen Anforderung genüge. Dass Referat Witt», ergänzt. durch die vom medizinischeil. Staydppisste ausgehenden und zu dem gleichen Resultat gelangen» den Ausführungen des Herrn Räbb. Drmed. et Phil. Biberfckd-Berlin und vervollständigt durch Heranziehung zweier Neuerscheinungen, auf , die der als ' Gast anwesende Herr Oberrabb- Dr. R i t t e r - Rottss,r° dam hinweist, bald in extenso veröffentlicht werden. Herr Prov.-Rabb. Dr. C a h n - Fulda referiert alsdann über den g e g e n w ä r t i g e n S t a n d d e r Anti-Sch ächt-Agitatio » und die, gee t g». netten Mittel zu ihrer Bek ä i»P fu n g. Auch, dieses Referat gab zu einer lebhaften Diskussion, Anlaß, 'die sich lange ausdehnte und abends acht Uhr abgebrochen werden mußte, weil die Teilnehmer einer Einladung des Vorstandes der Synagogciigeineinde Jsraelüische Religionsgesellschaftt zu. emem Festntähle folgen wollten. Die Verhandlungen des zweiten Tages wurden Heute um 9 Uhr vormittags mit der Fortsetzung der am Abeich unterbrochenen Debatte, crös^ett Die von vielen Anwesenden im. bisherigen. Kampfe gewonnenen und der Versammlung mitge» teilten Erfahrungen werden dem Vorstande als wertvolles Material für seine weitere Mbwehrtätigkeit empfohlen und es wird ihm der Auftrag erteilt, wie bisher der gesamten Bewegung, seine Aufmerksamkeit zuzüwenden und in jedem Spezialfall schnell und Energisch einzugreifen. Anläßlich eines solchen Speziastalles, der Polemik der Kölnischen Zeitung gegen das Schächten, beschließt' die Versammlung, dieser Zeitung , eine kurze Erklärung über den göttlichen Charakter des. Schächtgebotes zuzusenden. Mit Rücksicht auf die von so großem Erfolge, gekrönte Tätigkeit, welche der Bund gesetzes», treuer jüdischer Lehrer in Deutschla.n.d, in Verbindung mit dem von der, Rabbincr-Kvnimission dazu veranlaßte» Vorstand der freien Vereinigung in Angelegenhetten des preußischen Schul». Unterhaltungsgesetzes entfaltet hatte, war ein. Referat über Entstehung und Entwicklung des Bundes, auf die Tagesordnung gesetzt worden. Dieses wurde von Herrn Direktor Dr. Lange erstattet und von der Versammlung mit großem Interesse eutgegengenommen. Eine Debatte schloß sich, naturgemäß nicht an. Den vielleicht wichtigsten Gegenstand der Me-, ratungen behandelte Herr -Oberrabb. Dr, Lernet.-. Mona in seinem Referate über die Bestrebungen zur Schaffung einer Gesamtorganisation der preußischen gaben» heit. In -scharf logischer Durchführung weist der Referent zunächst auf die inneren Widersprüche der von Rosin in seinem bekannten Referat gemachten Vorschläge hin und kennzeichnet sodann in überzeugender Weise die Gefahre» die aus der Annahme seines Entwurfs dem religiösen Leben und der Autonomie der Gemeinden erwachsen müßten. Das Referat klingt in einen scharfen Protest gegen, 'die Organisationsbestrebüngen aus, welcher, die p< geteilte Zustimmung der Versammelten findet. An Stelle eines Korreferates wird eine beim Vorstand eingereichte ausführliche Denkschrift über denselben Gegenstand verlesen. Nach einem mit großem Beifall, aufgenommenen Bericht über die bisherigen Verhandlungen mit außerhalb der freien Bereinigung stehenden Gesinnungsgenossen,wird folgende Resolution einsttm- Mg angenommen: „Die Generalversammlung der Rabbiner-Kom- Mission nimmt mit lebhafter Befriedigung von dem Verhandlungen Kenntnis, die der Vorstand der freiem Vereinigung mit der Bereinigung tradckionell-gesetzestreuer Rabbiner führt. Die Rabbiner-Kommission.erklärt . sich bereit, zu ihrem Telle jedes grundsätzlich mögliche Zugeständnis zu machen, das den. Anschluß der . noch fernstehenden, gleichgesinnten Rabbiner an die freie Vereinigung und den Ausbau dieser, letzteren zu einer alle Jereim in Deutschland umfassenden. Organisation zu fördern geeignet ist.". -Nachdem die Verhandlungen nahezu ununterbrochen I-Gw«de«:gewLhrt hatte» wurden mit Rück, sicht auf die vorgerückte Zeit die noch eingelaufenen Anträge dem Vorstande als Material überwiesen, und die Tagung? geschlossen. Herr Rabbiner Dr. Breuer dankte de» Mitglieder» für ihre angestrengte eifrige Mitarbett, Herr Dr. C.arlebach- Lübeck dem Vorsitzenden für die geschickte und würdevolle Leitung der Versammlung." Berlm. „BezaleI", Kunstgewerb eschmlle in Jerusalem/ Demnächst soll die .offizielle Er-, öffnungsfeier der Kunstgewerbeschule „Bezalel" in Jerusalem stattfinden. Am Unterricht, der bereits Anfang März begonnen hat, nehmen 14 Schüler (5 aus. -Rußland, 3 aus Galizien, 2 aus Bulgarien und 4 aus Jerusalem) teil. Die meisten, Schüler , hüben bereits eine hinlängliche künstlerische Ausbildung genossenünh. manche sind von einer vielversprechenden Begabung.. — Auch die praktische Unterweisung , im Teppichknüpfen hat bereits. begonnen- Es: steht zu erwarten-, daß man nach einigen Monaten an..die eigentliche. gewcMiche Produktion wird hernngehenkönye» Berlin. Ueber die. vom. H i l ss der ei» der Deutschen Jude» ins Leben gerufene Knabenschule i» Jaffa,. deren. Eröfsnung am 6?Mai.-erfolgte,. Frankfurter JfraelitifcheS FamilienblaL Liegt jetzt» ein ausführlicher »BeriW-des- Schul-Doi» standes.vor, der fär.lociterc Kreise interessantist durch das S ttr.e i f li.ch t, d,as a » f d i«La g e d e r r »s-!sirsche'n Emigranten in Palästina fällt. In. dem Briefe an den Hllfsverein cheitzt .es: ' „Mit dönt Gefühle der Dankbarkeit und inniger Äenugtuung beehren wir uns». Ihnen hiermit: die, am -6. d. Mts.,. erfolgte. Eröffnung unserer/ Knabenschule änzuMgen, die-Mt 54 Kindern ihren Anfang nahm. Meckere Ä'nmeldüngen, die allem Anscheine nach noch zu gewärtigen find/-werde»'wir Wohl in den ersten paar Wochen derücksichtigßn,müssen, ukßsomehr als wir: sonst mit, der Einnahme des Schulgeldes zu. kurz kommen,. welches, wir ches .dey. Kinder» »ns Rn^ Land hierher geflüchteter' Emigranten, die nichts weiter ckls das nackte Leben mitbrachten und hier' auch kaum, so bald eine-lohnende. Beschäftigung, finden dürft?» von 5 auf 2, ja . hei manchen sogar auf 1 Fr. p. M, reduzieren , mußten, wollten wir nicht ungerecht sein und vor diesen "geradezu bedauernswerten - Kindern die -Tore unserer Anstalt geschlossenhalten, Allerdings .drängt sich uns nu». die heikel» Frage, auf : Woher, denn eigentlich die, Mittä.znr- Beschaffung der für/ solche Schüler, nötigen Schchl-, bücheic 're. nehmen? Und 'würden .wir uns tatsächlich in-eine recht unangenehme Lage versetzt sehen, sollten wir uns in unserer Hoffnung: ,dxr Hilfsverein werde unsere ergebenste Bille, derartige . Ausgaben , bestreiten zu wollen, getäuscht haben. < : Der große ' Strom' von jüdischen Flüchtlingen '««S- Rußland' hat auch Hiev eine so ungünstige BerschiOung der Verhältnisse zur Folge gehabt, daß sich, eine solche, gar nicht. voraussehen liest Dieser Tatsache ist es auch, znzuschreibe» , daß die Häuser In diesem Jahre so rar geworden und der Mietzins für solche so sehr in die Höhe "ging, daß die Aussichten, uysxre Schule noch in diesem Sommersemester eröffnen, zu können, sichrechtttrübe ausnawuen. Dank hem, energischen Eingreifen des (Herrn Direktor E. Cohn, der uns auch Hierin in anerkennenswertester Weise mit Rat und Tat an die Hand ging, gelang es unseren, vereinten Bemühungen schließlichdoch »och ein. passtndB. Haus . ausfindig zu machen." - Berlin, ..Der.General-Anz.. flir die Interessen d. Indent/" schreibt:'" - ' ' „Die Massa n-ausw e i s u n g e n aus Preußen, insbesondere , aus.Berlin, nehmen e i n e »; i m m e r stärkeren, U.mf.a»g, an. Gegen, Februar und März hat sich die Zahl der Ausgewiesenen im April verdoppelt, im Mai bereits mehr als.verdreifacht, ' Nicht lange Mehr -und' der letzte russische Kldewird, die, gastlichen Fluren Bo-Russiens verlassen haben." . X ' Wie stimjnt das mck dem überein, was' der. Minister des Innern in der Rüssen-Debatte des Abgeordnetenhauses sagte? Es sollten doch nur Personen ohne: gesicherte r wirtschaftliche/Existenz» ohne Legitimation oder politisch Verdächtigeunmittelbar, ausgewiese» werden? Es hat de» Anschein, als, ob der Minister diese Voraussetzungen in sehr weitem Sinne auffaßt. Berlin. Skiftun». Herr Max Breslauer, in! Firma Gebrüder. Breslauer, Pelzwarenfabrik- Breslmr und Berlin, . .sttftete aus Anlaß seines Geschastsjubiläums am 1. Juni für seine Angestellten Und Arbeiter ein Kapital von 15000 J(a, besten Zinsen jährlich zu Unterstützungszwecken verwendet: wer-, den, soll. Cassel,. Im Reichstags Wahlkreise Hofgei s'mar-Rintekn wird es wahrscheinlich infolge des gespannten Verhältnisses zwischen den beiden antisemitischen. Richtungen, in Hessen bei der jetzigen -Reichstagsersatzwahl zu einer Spaltung , der Antisemiten kommen. Wie.'verlautet, beabsichtigt jauch die Reformpärtei, die schon einnial, im Jahre 18W, im Besitz des Mandats gewesen ist» das Mtercur die Deutschsozialen überging, eine» Kandidaten aufzustelle» In Mächurg bestehen bekanntlich, schonjetzt für die nächMn. Reichstygs'waUen. zwei. änti-. semitische Kandidaturen. Das von der Reformpartei -neu gegründete Organ für Hessen, die „Hessische Rundscha»/, hatte in ihren Nachruf für. den.Erafen Reventlow, heftige Angriffe gegen, die' deutschsoziale. -,»Bcud.erpai;tei7 eingeslochten, die . dem Verstorbenen „niedrige" Agitationsdienste, zugemutet.habe. Zum Schluß hieß es dann: „Ein Reventlow unter dieser Gesellschaft Nüchterner- Prädikanten,, zweifelhafter- Pn-. rckaner. und kondottierihafter, Parteiführeri — ein -merkwürdiges Wechselspiel, des'. Lebens und doch ei» nur zu erllärlicher Vorgang/'Man darf einigermaßen neugierig sein, was . Herr Liebermann von Sonnenberg aus das boshafte Beiwort„kondottierihafter. Parteiführers antworte» wirdj S t i s.t u n Zur Gründung. eine? lüdischen Krankenhauses in . Sosnowice. haben die Hinterbliebenen des kürzlich verstorbenen Kaufmannes Abraham Ko b.a.k -die Summe, vo» 2000--Rubel, ge-, stiftet, ' " Oesterreich -Uttgar«. Budapest. G e gen den R a b vinats- S cha 'ch eN.'''Die -„Allg. ' Jud.- Ztg// schreibt : Eine sehrheilsame -Verfügung hat die. orthodoxe Gemeinde zu.Nagy-Szallü getrosseji,. deml.>die-,betr, Verfügung richtet sich gegen eine»,Krebsschaden,,der am,Marke der Orthodoxie zehrt: Die genannte "Gemeinde hat in ihrer, am-jüngste» Sonntag abgehaltenen Sitzung, ge. Mentlich der Kandidierung füxihen-,. valanÄnr RabL " / Nr. 23. hinersitz folgendes protokollarisch festgelegt: „Bon der Wahl zum Rabbiner von NagY^Szallä ist ausgeschlossen jeder solcher Kandidat, welcher (oder in dessen Interesse man) der Gemeinde oder Einzelnen Geld anbietet. Dasjenige-Gemeindemitglied, von dem es sich heräusstellt» daß es zu Gunsten eines Kandidaten Geld annehmen wollte, geht des Stimmrechtes verlustig." Bsitzapest. Die wie P i lz e a u s d er Erd e h er vor ge s ch o sseneu ' Konsum-Vereine schaden hauptsächlich der jüd. Bevölkerung; ^enn die Geschäfte, denen sie Konkurrenz machen, sind, zum überwiegenden Prozentsätze in jüdischen Händen. Die Betroffenen rüsten sich, jetzt, zu Gegenagitatwnen, so hat her „Landesverein der Spezereihändler" eine Konferenz in,bieser Angelegenheit einberufen: ob es aber - etwas nütze» - wird,/erscheint -fraglich/ - i Marps-Luöas. Nachahmenswert! Veranlaßt durch, ihren Rabbiner hat die hiesigeGe.- m ein de die Synagogen-Einnahmen des jüngsten Sabbats dem J'eschiwans-Landesu-nte-rstLtzun g s.v.er ein bestimmt,: Es wurden insgesamt 41 Personen zur Thora aufgerufen und von diese», in Summa,.210 Kronen gespendet. " ’ - Schweiz. Endingem» Stiftung. In hochherziger Weise wurde unsere israelitische Gemeinde von her jüngst in Basel verstorbenen Wwe. Babeta B v.l l a g - Dr e if»'s bedacht. Die edle Testatorin wies ihrer einsttgen Zeimatgemeinde Fr. 20000 zu, die sich auf die verschiedenen Wohltätigkeitsinstcküttonen verteilen, mit der bemerlenswerten Bestimmung, daß. vo» dem am Jahrzeitstage z» verteilenden Zins von Fr. 10000 ein Drittel den christlichen Arnien zugute'kommen soll. Mtzlaud. Petersburg: Die Gebühren für A»s- Lan.d.sp ässe,,hie.während. .des, -Krieges bis auf 3J Rubel erhöht wurden, sind wieder auf 20 Rubel ermäßigt worden. . -' Kiew» Die Furcht vor Pogromen hält seit Wochen die jüdische Bevölkerung wieder in Aufregung. Viele, die aus dem Auslande zurückge?: kehrt.waren, rüsten sich wieder zur, Reise ins Ausland. Kürzlich würden aus einer Parade frank und. frei. Proklamationen des „Schwarzen Hundert" unter die Soldaten verteilt» also . der. beste Beweis, daß die-Behörden die. Aufwieglungen begünstigen. Die hiesige Presse.muh schweigen, da. über Kiew noch, der Kriegszüstand verhängt ist.. Lowitsch bei Warschau. Auch ein Streik: Hier stteikten .am ersten TageSchewuaus die Melchorcrim- (eine Art Chor, der dem Vorbeter assistiert)- Sie. verlangten Erhöhung ihres Lohnes um 60 Prozent, auch wollen sie dieses Geld nicht mehr wöchentlich von den Gemeindemitgliedern selbst einziehen, auch soll man ihnen Nachtlager geben. Die Forderungen wur- .de»,erfüllt,, und am zweiten Tage Schewuaus sangen die Meschorerim wieder. Warschau, 13. .Juni. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Äerzte des jüdischen Krankenhauses» drei Mitglieder des . Vereins „Achim Racha- ,mim" u. a. hatten sich vorigen Donnerstag zu einer Sitzung vereinigt, um eine Kolonie f ü r G e i st e skra.nk.e zu gründen. Dr. Wiesel begründete, die. Notwendigkeit dieser Institution. Es wurde beschlossen, ein größeres Komitee für die Durchführung der Angelegenheit einzuberufen, auch wurden die Herren Dr.' Wiesel, Rechtsanwalt, Goldbaum und H. Weisblatt. beauftragt, die Statüten auszuarbeiten. „Der Weg". Die Cohnheims. Roman von Jacob Levy, (Fortsetzung.) Rost schickte'den Wage» fort und ging zu Fuß weiter. .. . , .Der Kopf,wirbelteihm.. Seine ihn abgöttisch liebende» Eltern sollten seinem Ehrentag, seiner Hochzeit fern bleiben, seine Schwiegerelter» fühlten sich zu gut, die gleiche Lust mit-ihne» .zu atmen und auch. seine F-rau sollte ihnen fremd., bleiben! Und das, alles zur. Befriedigung des Ahnenstolzes einer vor Hochmut halb verrückten Frau. Kenn er aber nicht nachgibt, verliert er seine Lieselotte, sein Mles. Er: stöhnte: . „Ich: kann sie nicht, anfgeben,, ich liehe,, sie.mehr als , mei»,Leben: Ich Innß sofort: mit meinen... Eltern.reden." Es war die.Dinerstunde, als er heimkam- Seine 'Eltern sahen an -. seinem bleichen Gesicht, - daß etwas nichtt.in.Ordnung war-, . - Hexr- Cohnheim. sagte:. „Holla,', so siehtkein glücklicher. Bräptigam aus,/ „Ja Vater, ich habe bedingungsweise-das Jawort erhalten» bedingungsweiseeine» Korb/; . > „D»»eln«n Kottb,-erzähllL.' .