Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 21 (1.6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ci~rr ' ' . Seite 10. Frmckfurter Israelitisch« Familienblatt. Nr.^21. lange der Baugrund uns nicht gesichert ist. Sonst wird der Eigentümer uns den Bau einreisten, oder uns aus dem Hause, Las wir anfertigten, berjagen." Rede in London. „Wir wollen keine Ansiedler einschmuggeln und Hbe.rh.aupt keine Tatsachen, zu schaffen versuchen ohne vorherige Abmachung. Wir hätten nämlich keinerlei Interesse daran, eine wirtschaftliche Kräftigung der, Türkei herbeizuführen, wenn wir dafür keinen Gegenwert erhielten." /' Eröffnungsrede zum 2. Kongreß. # „Ich glaube vielmehr, daß die Gefahr für die Angesiedelten wächst, je zahlreicher sie werden, ohne ihren eigenen staatlichen Schutz zu besitzen." - Rede im Makkabäerklub. ,i;> * 8. Organisativusbestrebungen im Sande. „Kommt einer Lei Nacht und Nebel heimlich Hexan, so darf er sich nicht wundern, wenn man ihm ,Zmlt! Wer da?" entgegenrust. Und umso schlimmer Kr ihn, wenn er darauf keine gute, klare Antwort geben kann. Uebrigens ist das auch'gar nicht die Situation, in der irgend eine Antwort unverdächtig klingt." Dritte Kongrestrede. Hl. Das Ostafrikaprojett und „die Rückkehr" zum Baseler Program.; „Die praktischen" Leute, die uns nicht verstehen wollen oder mtt ihren unzulänglichen Gehirnen nicht verstehen könnenbegehen den Fehler, die Sache rechnerisch zu entscheiden: Wenn die Ansiedelung einer Familie 5243 .Franks und 27^ Centtmes kostet, was kostet die Ansiedelung von 17 626 Familien? Wozu dann noch eine Menge Komplikationen kommen, welche den bornierten Scharfsinn unaufhörlich beschäftigen." „Die Millionen der Jca." - * „Ich" möchte den Anschauungen des Kongresses über die Polittk, die die zionistisch? Bewegung diesen Vorschlägen gegenüber befolgen, will, Mcht vorgreifen, üllein vbschon selbstverständlichnhäLHüdische Volk kein anderes Endziel haben kann als Palästina, und obwohl, was immer das Schicksal des Vorschlages sein mag, unsere Anschauungen über das Land unserer Väter unabänderlich find und bleiben müssen» so wird der Ingreß doch erkennen, welche außerordentliche Förderung unsere Bewegung durch die Unterhandlungen mit der russischen Regierung erfahren hat. Ich Lars sagen, daß unsere Anschauungen in Betreff Palästinas mit voller O ffenheit und Ausführlichkeit den Mitgliedern des britis chen Kabinestts undid.en in dieser Angelegenheit Mständigen hohen Regierungsbeamten > ausKinander gesetzt: worden sind. Ich glaube, daß der Kongreß Mittel finden kann, von dem Anerbieten Gebrauch zu machen. Dieses. Anerbieten wurde uns in einer Weise entgcgengebracht, die dazu beitragen muß, die Lage des jüdischen Volkes zu bessern und -./-zu, erleichtern, ohne daß wir etwas von den großen Grundsätzen aufgeben, a uf welche unsere Bewegung gegründet ist." ' " ‘ : Eröffnungsrede zum 6. Kongreß. „Ich glaube nicht, daß wir unsere Massen erst verelenden lassen müssen,, um sie zu starken Zio nisten zu machen. Ich glaube, daß ihre St ärkung auch den Zionismus stärkt. Wer es muß, weil hier manches Mißverständnis' aufgckommen ist, es muß im Augenblick unseres Abschiedes ge sagt werden, was ich bei der Eröffnung dieses Kon gresses sagte, und wenn Sie meine inzwischen vergessenen Worte wieder durchlesen, so werden Sie vielleicht finden, daß sie sich in der Rede eines der sogenannten Neinsager ganz gut ausgenommen hätten „Zion ist dies freilich: nicht und kann es nie werden/ und wenn manche dies.dielleicht für eine Phrase halten, es stand Wester ein förinlichcs Engagement „Das Zeichen zum Aufbruch werden und können wir unseren Massen daraufhin nicht geben," und darum darf ich wohl sagen, nach allem, was vorgekommen ist, daßin keiner Sekunde und mit keinem Gedanken das Baseler Programm verlassen wordenist" Schlußrede zum 6. Kongreß. *" „Dieser Kongreß ist unsere erste Institution und ich wünsche,daß er immer 'ü'nsere beste, höchste, würdigste bleiben soll, bis wir ihn hinüberntzhtNen in das schöne Land unseres Väter, das wir nicht zu untersuchen brauchen, um e§ zu lieben." " ". ‘ Schlußrede zum 6. Kongreß. '/ Emil Simonson. Aus aller Wett. Paliiftina. Jerusalem, 20. Mai. Der Bezalel, welcher bekanntlich die Einführung von Hausindustrie im hl. Lande sich zur Aufgabe gestellt, hat 'bereits seine Tätigkeü ausgenommen. Der praktisch? Leiter des neuen Unternehmens, der berühmte Künstler Pros. Boris Schatz, hat beschlossen, mtt der Teppichknüpserei ausschließlich das Frauengeschlecht zu beschäftigen. Wie sehr man den Jerusalemern Anrecht tut, indem man behauptet, dieselben seien arbeitsscheu, geht am besten daraus hervor, daß sich für diesen Zweig allein über 400 Dlädcheir und junge Kauen gemeldet haben, und daß, nachdem mit Rücksicht auf die engen Räumlichkeiten unter den Angemcldeten gelost werden mußte, diejenigen sich sehr unglücklich fühlten, die das Loos nicht getroffen hat/— In dem verhältnismäßig kurzen Zettraume feines. Bestehens hat der Bezalel» Man darf es frei aussprechen, ohne befürchten zu müssen, sich der Uebertreibung schuldig gemacht zu haben, eine ganze neue Welt geschaffen. Man muß sich diese Werkstätten erst ansehen, um zu begreifen, was tüchtige Arbeitskraft, gepaart mit gutem Wille», zu leisten vermag. Wir können schon heute rückhaltslos konstatieren, daß Prof. Schfltz, unterstützt von dem bekannten Künstler, Herr Lilien, wohl wußten,-was-sie anstrebten. Sie, wie in erster Linie diejenigen Herren, die das Zustandekommen des Bezalels ermöglichten, verdienen alles Lob. Ich behalte mir vor, einen ausführlichen Bericht später einmal s. G. w. sten Lesern dieses Blattes zu liefern. So geräuschlos der Fortschritt vor sich geht, den die hl. Stadt macht, nimmt sie doch allmählich ein modernes Bild an. Die Ausstände sind nun einmal an der Reihe. Dahinter will nun Jerusalem.nicht zurückbleiben. —.Der Bürgermeister hat nämlich einen Tarif ausgearbeitet,, darnach sich die Droschkenkutscher zu halten hätten. Diese aber, die 'oft unverschämte Preise einheimsen, mtt den neuen Taxen unzufrieden, traten in den Ausstand und seitgestern ist steine Droschke mehr in der Stadt zu sehen. Wer siegen wird, ist noch ungewiß — aus sehr naheliegenden Gründen. Haamittt. ' . chnor Personalien/ : Berlin. Jubiläum. Sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum feierte am 13. di Mts. der Geheime Sanitätsrat Dr. Albert Cohn. Der Jubilar ist imn 26. November 1832 in Glogau geboren, studierte •in Berlin, Leipzig und Würzburg, wo damals Virchow seinen, besonderen Einfluß ans ihn ausübte und trat!nach seiner Approbation als einjähriger Arzt 1857 '.in bas 11. Infanterie-Regiment in Breslau ein, das ^damals unter dem Kommando des Kronprinzen stand. Die Feldzüge 1866 und 1870/71 machte er als Stabsarzt mit und erwarb sich das Eiserne Kreuz. Nachdem er kurze Zeit in Thorn praktiziert hatte, ließ er sich im Südosten Berlins nieder und' entfaltete, dort eine reiche ärztliche Tätigkeit. Er ist Mitgründer des ärztlichen Standesvereins der Luisenstadt, des Vereins , der Berliner Ferienkolonien, lange Zeit war er Vorsitzender des von ihm ins Leben gerufenen Bezirkskömttees'Südosten des Berliner' Vereins Kr häusliche' Gesundheitspflege und ebenfalls Vorsitzender des Bezirksvereins der ehemaligen Stadtbezirke 66 ünd 63, jetzt Luisenstädtischer Bezirks- Herein. - ' - Berlin. Ernennungen. Der wissenschaftliche Hllfslehrer Josua Friedländer ist zum .Oberlehrer an der 3. Oberrealschule ernannt worden. 'Justizrat Dr. jnr. Gustav .Lebin, der älteste Rechtsanwalt am Landgericht II., wurde anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums zum Geheimen -Justizrat ernannt. . Nürnberg. Das Verwaltungsmttglied der israel. Gemeinde, Justizrat Dr. Sigm. Held, ist zum Meister vom Stuhle der 'Loge „Joseph« zur Ein h ei t" gewählt worden, deren Mitglieder;in.wettaus großer Zahl Christen sind und den höchsten Gesellschaftskreisen angehören. : - Breslau. Sterbefall. Am 24. ds. Mts. . verschied nach langem Leiden im Alter von 35 Jahren Frau Iba Bar a sch geb. Guggenheimer, Gattin des Herrn Georg Barafch Me Verstorbene zeichnete sich durch eine rege betätigte Wohktätigkeitaus.'' ' Budapest. Sterbefall Die hiesige orthodoxe Geineinde hat einen schjveren Verlust erltttrn. Im. Alter von . 48 Jahren starb ihr langjähriges Vorstandsmitglied Josua Bl u m e nt h.al, ein Mann,- der sich >urch große Frömmigkeit auszeichnete und . / seine Mittel — er hatte sich aus kleinen Anfängen iempo»- gearbeitet:/g<ä;n.'jurn SSeffen eK jüdischer Zwecke verwendetes Z Prag, .27^ Mai.! Gestem - verschied-Herr Philipp B e ck - gewesener, langjähriger Chef, der Mühlensirma „Simon Beck u. Söhne", im. 69. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene," ein? ckveithin bekannte Persönlichkeit, erfreute sich nicht iiur in der kaufmännischen und industriellen Welt hohen Ansehens, sondern genoß auch' in den Gesellsch/rstskrelsen größte Achtung und Wertschätzung. Eine ganze Reihe von Institutionen und Körperschästeitz cdenew er lange -Jahre/'skrüe reichen Erfahrungen ünd seine Arbeitskraft widmete, erleiden durch sein Hinscheiben einen schweren. Verlust. So wirkte er jahrzehntelang als Vorsteher der UkeiselsyNagoge, uni deren Ausgestaltung er sich sehr verdient machte. Seit der Begründung des Kreuzer- Vereines zur Unterstützung armex isr. Waisenmädchen gehörte er' der Direktion dieses Vereines an und erwarb sich um denselben große Verdienste. Auch sonst entfaltete er auf humanitärem und gemeinnützigem Gebiete eine vielseitige Tätigkeit. Paris. Sterbefäll. Der bei den jüngsten Wahle» i unterlegene Abgeordnete -Bi scho f fs hei in ist im Älter "von 82 Jahren gestorben. Petersburg.. Der Gehilfe des Justiz. Ministers — ein, gewesener Jude. Der Senator Anatöli Grigorjewitsch, Gas man, der zum Gehülfen des Justizministers ernannt wurde, ist der Sohn einer armen jüdischen Familie. Gasman besuchte die Rabbiner-Schule in Wilna, wo er schon in der zweiten Klasse infolge seiner guten Leistungen auf Regierungskosten lernte. Dann wurde er Lehrer in der Familie des.'Barons Günsburg in Petersburg. Sodann besuchte er die Universität und wurde nach Absolvierung derselben Gerichtsbeamter. In Saratow ließ er sich, taufen/ -- ". Ans -er Lehrerwett. Essen. Jubelfeier. Am 5. Juni wird hier der Verein'Israel. Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens die Feier seines bOjä'hrigen'Bestehens begehen. — Der Verein ist sowohl der größte, als auch der Älteste der jüdischK"Lehrer.vereine. Er ist auch gut fundiert, denn er'üerMMüber ein Kapital von 140 000 JL Im vergangenÄ'Jahre zahlte er an emeritterte 'Lehrer, an Lehrer-Witwen und -Waisen nahezu 9000 JL aus. Tettsch (Mähren). Herr Rabbiner Dr. Josef Link wurde zum Rabbiner in Hohenems (LaNdesrahbinat für Tirol und Vorarlberg) gewählt: Münster i. Wests. Der Weiterbestand des hiesigen israel. Lehrer-Seminares (Marks- Haindorf'schx Sttftung) ist nunmehr gesichert: Ms dem am 20. Mai in Iserlohn staügehabten 16. ordentlichen Gemeindetage des Verbandes der Sh'nagogen-Gemeknden Westfalens gaben nämlich säst alle anwesenden Delegierten namens-ihrer Gemeinden die Erklärung ab, daß die Beiträge znr'Macks-Hamdors» schen Stiftung auf. Grund der Deitkschrift, die das /Kuratorium vor kurzem-an die Gemeinden versandt hatte, zum Teil um recht wesentliche Beträgeerhöht worden seien, und die Summe dieser Erhöhungen in Verbindung mit'den von verschiedenen rheinischen Gemeinden und von anderer Seite beretts zugesicherten Erhöhungen, ergab den Betrag, der zur Bestreitung der Kosten der Neueinrichtungen des Seminars -gefordert worden war. - 1; :- .i Ans den Bereinen. Frankfurt a. M. Montefiore-Verekm Am Montag, den 28. er./fand '..in, dem herrlichen, schattigen Vereinsgarten. ein .. Ahendkonzert; statt,: welches sich eines Zehr zahlreichen Besuches zu freuen hatte.. Diuntt ist,, die/Reihe-der Sommers Veranstaltungen - eröffnet Mi nächsten Mittwoch, den 6. Juni er., wird der/.erste Diskuffionslchend/ ebenfalls im Garten, äbgehälten, und zwar wird der zweite Vorsitzende/des Vereins, Herr Dr. Gustav Löffler, über „Die Tendenzen des Montefiore-Vereins" sprechen. Zu den neu eingerichteten Sprach? Kursen sind die Anmeldungen so zahlreich eingelanfen, daß der iBestand derselben gesichert ist. Wir wünschen dem rührigen Verein weitere Erfolge bei seinen idealen Bestrebungen. ~ Iserlohn. Generalversammlung. Zm Anschluß ün den Gemeindetag der SynagogenMemeinden Westfalens fand hier unter Vorsitz des'Hedrn Dr. Kempenich-Tottmund die Generalversammlung des Vereins „Israelitisches Altersheim" statt. Nach dem Jahresbericht'-betrügen die Einnahmen 16 344 JL, und die Ausgaben 7080 JL