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Neue jüdische Presse · 1906-05-18 · Heft 19 (18.5.1906) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 19 (18.5.1906)
Date
1906-05-18
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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. Seite 10. ^7 , ,.r;;.-.--,,, -^ .. - . v . ... - .^ ■;: . - r:, Frankfurter Israelitischer Famllienblatt. Nr. 19. welches sowohl die sozialen alZ auch die pseudowissenschaftlichen Triebfedern dieser Bewegung scharfsinnig untersucht und unbarmherzig bloslegt, ist im Mer von 47 Zähren in Stankau verschieden. Dem edlen Entschlafenen wird Lei der Judenheit ein unvergeßliches Andenken bewahrt bleiben. Paris. Ernennung. HerrBertholdMargulies in Brüssel ist von der französischen Negierung zum Offizierder französischenAkademie ernannt worden. Amsterdam. Sterbefälle. Im Alter von 73 Jahren verschied Herr H. L. H e r tz - P r i n s, der in der hiesigen Gemeinde eine Anzahl Ehrcnstellen bekleidete. In Sneek starb, betrauert von Juden und Christen, ein guter Jude, Herr Abr. M. Knijt. Der Verstorbene, dem vor yinigen Fähren woin Oberräbbincr der „Chowertitel" verliehen wurde, erreichte ein Alter von 72 Jahren. New-Aork. Sterbefälle. Meyer. Thalmessinger, einer der Gründer des unabhängigen Ordens „B'nai B'rith" und Expräsidcnt der Mechanics and Traders Bank, starb nach langer Krankheit. Er kwn 1849 aus Württemberg nach Amerika. Rew-Uork. Ernennung. Der Advokat Otto Al Rosalsly ist zum Richter am Obergerichtshof ernannt worden. Richter Rosalsky ist erst 33 Jahr, ein Mer, in dem der Obergerichtshof noch nie einen Richter gehabt hat. Aus den Vereinen. Frankfurt a. M. Der Verband der Sabbatfrennde beabsichtigt in Köln eine Ortsgruppe ins Leben zu rufen. Zu diesem Zwecke findet eine konstituierende Versammlung am Dienstag den 22. Mai im Sale des Hotels Kaiser Friedrich, Salierring, statt. Gäste sind herzlich willkommen. Bei dieser Gelegenheit weisen wir gerne darauf hin, daß die Werbe-Arbeit des Verbandes Lustigen Fortgang nimmt, während Anfang dieses Jahres nur 4 Ortsgruppen bestanden, ist ihre Zahl jetzt auf 21 gestiegen. ....... Frankfurt a. M. Israelitische Sterbekasse. Ein Verein, dem beizutreten ein jeder in Frankfurt wohnende Jude nicht dringend genug aufgefordert werden kann, ist , die Israelitische Sterbekasse, deren Zweck es ist, bei ein» tretendem Todtzsfglle, Lines Mitgliedes eine gewisse Summe an die,; Hinterbliebenen desselben auszuzahlen. Seit Jahren beträgt diese Summe 500 Mk. — ein Betrag, der genügt, um vielen Familien wenigstens die pekuniären Sorgen, die ein Todesfall für sie im Gefolge hat,-abzunehmen—, während nur ein Jahresbeitrag von 2 Mark und ein Beitrag von 1 Mark bei jedem Todesfall zu leisten sind. 48000 Mark hat der Verein in den 20 Jahre» seines Bestehens bereits ausbezahlt. Seine segensreiche Wirksamkeit dringt immer mehr ins Publikum, und so befindet er sich, wie sein letzter Jahresbericht, der ein Vermögen von 23-000 Mar/ und 375 ordentlichen Mitglieder ausweist, konstatiert, in fortschreitender Entwicklung. - Berlin. Gen erat-Versammlung d es Verbautes für Statistik der Juden. Am 26. April fand die HI. ordentliche Generalversammlung des Verbandes für StatWk der Juden statt. Aus dem vom Vorsitzenden, Tr. Alfred No jj ig, erstatteten Berichte ergab sich, baß!der-statistische.Verband in erfreulichem Aufblühen begriffen ist. Das Bureau veröffentlichte im.-Berichtjahre drei, größere Arbeiten: DÄ )/S i a t ist i s ch e Jahrbuch dentsch er 3»d e n'? jim Austrage desDeutsch-Jsr. Gemeindebundes), den? n t e i l der I u d e n am Schulwesen in-Preußen" (mit Unterstützung der Jüdischen Gemeinde in Berlin) und „Die so zialen Verhältnisse der Juden in Rußland" (im Aufträge des zionistischen Aktions-Ko-' mitees). Tie von Dr. Artur Ruppin und Dr. Jakob Thon /verfaßten Schriften fanden volle Ancrkennüng seitens der wissenschaftlichen Kritik und erwiesen sich' Mgleich als wertvolle Hilfsmittel für die praktischen Zwecke der jüdischen Verwaltung und Wohlfahrtspflege. Besonderes Interesse erweckte in den gebildeten Mischen Kreisen die ' vom Bureau - herausgegebene -^Zeitschrift für Demographie und Statkfiik der Juden", die eine Fülle von zuverlässigen Angaben über die Verhältnisse der Juden in den verschiedenste!» Ländern bietM. In Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit und der praktischen Nützlichkeit des statistischen Bureaus bezeigten die große n j ü d i scheu ör ganisatio nen un dGemeinden dem Verbände im letzten Jahre ein viel lebhafteres, tätiges Interesse als ftüher. Zunächst überwies man dem' Bureau neue wissenschaftliche Arbeiten: Jin Aufträge der Großloge des U, O. B. B. wird eineerschöpfende, weit über den Rahmen der vorhandenen, amtlichen Erhebungen hinausgehende Statistik der jüdischen Bevölkerung im Großherzogtüm Hessen ausgearbeitet werden. Die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" ermöglichte - dem Bureau die Inangriffnahme einer Arbeft über „Die jüdischen Gemeinden. Deutschlands". Betreffs der Herstellung einet Stwtistik der Juden in Oesterreich) UMgarn und Galizien. schweben zurzeit Unterhandlungen mit mehreren ^.Körperschaften. Stoch wertvoller für den Verband war die erhebliche Zun a hme. v o n Jahressub v ention e n, die eine systematische, planvolle! Herstellung der Gesamtstatistik der Juden ermöglichen. Zu den Körperschaften, die den Verband bereits früher subventionierten, traten in diesem Jahre fast sämtliche größere Gemeinden Deutschlands hinzu. Um eine nähere Fühlung zwischen Sem statistischeni Verbände und den subventionierenden Organisationen herbeizuführen, berief das Kuratorium für den 28. März 1906 eine Konferenz ein, an der die Vertreter der bedeutendsten jüdischen Organisationen teilnahmen. Man beschloß, daß alle jene Körperschaften, die dem statistischen Verband größere Jahr.essubventionen zu kommen lassen (von 200 JL an) befugt sein sollen, einen Vertreter in das Kuratoriumzuentsenden. Auch die Vereine für Statistikder Juden in anderen Ländern, die sich dem Verbände angeschlosscn haben, besonders der statistische Verein in Bayern, ' haben im letzten Jahre eine rege Tätigkeit entwickelt und die Zeitschrift des Verbandes mit wertvollen Beiträgen versorgt. Aus dem Berichte des Schatzmeisters Herrn Benno Braun ging hervor, daß der Etat des Verbandes sich im letzten Jahre gegen das Vorjahr mehr als verdoppelt hat; er betrug im Jahre 1904/5 4032 Jk, im Jahre 1905/6 9685,75 JL Herr Rechtsanwalt Dr. MaxHorwitz erstattete hierauf Bericht über einen neuen Entwurf der Satzungen des Verbandes. Nach längerer Diskussion beschloß die Versammlung die cndgiltige Entscheidung über den neuen Entwurf erst in der nächsten Plenarversammlung zu treffen. Dagegen wurde der Entwurf der Satzungen des Kuratoriums einstimmig augenominen. Auf Grund dieser Satzungen, die der Generalversammlung des Verbandes die Entsendung von fünf Mitgliedern in das Kuratorium einräumt, fanden die Wahlen statt, aus denen nachstehende Herren hervorgingen: San.-Rät Dr. Maretzki. Geh. Rat Dr. Binmenthal, Prof. Dr. Martin Philippson, Just.-Rat Dr. Eugen Fuchs, Herr Benno Braun. In den Vorstand des Verbandes wurden gewählt: Dr. Kurt Alexander, Dr. Walter Munk, Dr. Theod. Zlocisti, Dr. AlfredNossig, Dr. Bruno.Blau, Dr. Hans Gideon H e y m a n n, Dr. Moritz So beruhe im, Herr Benno Braun, Dr. R o t h h o l z,. Priv.-Doz. Dr. I. S ch u r. Berlin. Der Verein Lehrlingsheim Pankow versendetseinen zehnten Verwaltungsbericht. Wie aus demselben ersichtlich, sind dem Verein, wie in früheren Jahren, so auch diesmal größere Geldspenden zugegangen. So hat unter anderen besonders Herr Moritz Mannheimer, der bereits 1895 dem Verein zum Erwerb des Grundstücks die Sumnic von 20,000 Mark zur Verfügung gestellt, am Tage seiner goldenen Hochzeit aufs - neue sein Interesse für die Bestrebungen des Vereins in großherziger Weife zu erkennen gegeben. Herrn und Frau Mannheimer wurde an ihrem Ehrentage von ihren Neffen und Nichten 50,000 Mark zu wohltätigen Zwecken zur, Verfügung gestellt. Diese Sumnie hat Herr Moritz Mannheimer im Februar dem Verein'Lehrlingsheim Pankow mit der Bestimmung überwiesen, daß der Betrag sowie etwaige spätere Zuwendungen das Kapital einer „Moritz und Bertha Mannheimer-Stiftung" bilden sollen. In der Sitzung vom 1. März hat das Kuratorium die für die Stiftung bestimmten Satzungen festgesetzt. Ter § 3 dieser Satzungen sei hier ganz besonders erwähnt: Tie Zinsen der Stiftung sind zu den allgemeinen Zwecken des Vereins zu verwenden. Bei der Verwendung istdem Wunsch des Herrn Mannheimer, daß auch Aufnahmegesuchen von Zöglingen nichtdeutscher Nationalität stattgegeben werde, tunlichst Rechnung zu tragen. — Von den 82 Zöglingen, die seit der Begründung der Anstalt nach ‘ beendeter Lehrzeit ins Leben eingctreten sind, üben 80 den erlernten Beruf mit besten! Erfolge aus. Tie Beziehungen der ehemüligen Zöglinge zur. Anstalt sind-die allerbesten. Tie Fürsorge -der Verwaltung für die Zöglinge hört auch nach deren Entlassung aus'der Anstalt nicht auf. —Im Berichtsjahre gingen 26 Aufnahm.egesuchc ein, von denen nur 10 berücksichtigt /werden' konnten. Tie 47 Zöglinge, die im Berichtsjahre in der Anstalt waren, besuchten Handwerker- und Fortbildungsschule» und zum' Teil auch die durch das Berliner Ortsstatut ins Leben gerufene Pflichtfortbildüngsschule. Dem Berliner Magistrat spricht der Verein für die Gewährung - von Freistellen seinen Tank aus. Tie Zahl der Mitglieder des Vereins betrug ani 31. März d. I. 831, davon entrichten 672 einen jährlichen Beitrag, 159 sind immerwährende Mitglieder. Ter Voranschlag für das Geschäftsjahr 1906 bis 1907 schließt wie der vorhergehende unter Zugrundelegung Liner Belagszifser von 45 bis 50 Zöglingen mit deni Betrag von 27 000 Mark. Breslau. Der Bund der Sabbatfreunde hat hier nach einer Agitations-Versammlung,- die Herr. Aron Kober präsidierte.-ünd in der'die-Herren Martin Fraenkel und Rabbiner Tr. Rosenthaldie Ziele des -Bundes aüseinandttsetzten, eine Ortsgruppe gegründet. Von den -Anwesenden zeichneten sich sogleich 44 Herren mit einem Jahresbeiträge von 240 Mark in die Mitgliederliste ein, darunter die anwesenden Herren - Rabbiner Tr. Rosenthal, Dr. Dentsch, Dr. Brann und Professor Tr. Lepy. - - —- AÄ der zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M.' Der 10. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung. für Deutschland ist auf den 4. und 5. Juni 1906 nach §annov«r, Börse, Osterstr. 16b, einberufen worden. Die Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt: ‘ ' 1. Eröffnungsrede des Präsidenten des Zentralkomitees.; ' 1 2. Bericht des Zcntralbureaus. n<l : 3. Die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung. Referenten: Assessor Dr. Frie d e mann und Bert hold Feiwel. 4. Palästinasragen. Referent: Prof. Dr. Warb u> g. i '' 5. Neuwahlen. Hamburg. In der Versammlung Vom 10. Mai wurden für den Hannoverschen Delegiertentag als Vertreter von HambUrg-Altona gewählt: Dr. Franck, Moritz S- Wolfs, Dr. Holpern, Eft e r m a n n u. Dr. Victor. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, daß zur Regelung des Schekeltages am 28. Mai 3 Versammlungen in Hamburg- Altona stattsknden werden. Petersburg. Am 3 Mai fand eine Versammlung der hiesigen Zionisten statt. Die Redner der Versammlung sprachen sich dahin aus, daß die erhoffte Gleichberechtigung den Juden nur ein juridisches Recht auf Leben geben könne, aber in ö k o n o m i s ch e r H i n sicht bleibe der größte Teil der Juden so unglücklich wie bisher. — Es wurde vorgeschlagen, eine Nationalversammlung ei n z u be ruf e n, dainit. dieselbe über das Los des jüdischen Volkes beschließe und seine weitere Taktik bestimme; des ferneren wurde die Resolution gefaßt, daß die Juden in ein Land emigrieren sollen, Auf oas sie ein historisches Anrecht haben und in das sie freiwillig, gern und mit Liebe fahren werden: - dieses Land ' ist Palästina. Auf der Versammlung war der Reichshuma» Abgcordncte für Witebsk, Dr. B r u k, anwesend. - In Minskwurde...zu Ehren des als Wgeordneten sür die Reichsduma gewählten Dr. Rosenbau m ein Baukett v?»Waltet. Auf dem'Bankett wurde beschlossen, auf die Einberufung einer jüdischen Nationalversammlung hinzu arbeiten. Ans der Lehrerwett. Münster 1. Wests. Die hier seit 80 Jahren bestehende Marks-Haindo rf.f sche S ti f tun g befindet sich durch eine Verfügung, der Regierung in einem kritischen Stadium. Die Regierung verlangt nämlich, daß sie 'ihr Seminar in seinen inneren Einrichtungen ganz nach dem Musterder christlichen (staatlichen) Seminarien ausbaue; insbesondere sollen ich ZukPift die sechs Klassen des Seminars und der Präparendie ohne'Rücksicht auf? die Schülerzahl in den einzelnen Lehrfächer» getrennt unterrichtet werden. •? Die Marks-Haindorffsche Stiftung ist die einzige' jüdische LghMhildungsanstalt - in. i Preußen, die aus den Mitteln des preußischen Staatshaushaltes einen Zuschuß — 6060 Mark pro anno — erhält. Kommt sie nun der Forderung der Regierung nach, so' be-) darf sie weiterer jährlicher Einnahme» von 4000 Mark; komint sie der Forderung aber nicht näch, so wird die Regierung voraussichtlich ihren Zuschuß zurückziehen. Die. Anstalt, - die — nebenbei bemerkt — in jüdischer Hinsicht neolog- 'geleftet wird, Iildet die Lehrer für die jüdischen Gemeinsten Rheinland und Westfalens heran; sie erhielt aus diesen'/beiden Wpvinzen 1903/04 an festen-GemeinhebeiträgU 6414' Mark,' und es liegt jetzt.einzig ^ind. alsein an deist; Willen der jüdischen Gemeinde» dtr beiden Provinzen) —• indem sie noch weitere .4000 - -kL- /jährlich^ auf» bringen — vb die Anstalt erhalten bleibt oder nichts ' Die Angelegenheit - läßt die-- Frage? aüfwerfen,° warum es notwendig' ist, daß wir "f e ch s jüdische Seminare (orthodox: Köln und Würzburg; mittlere Richtung: Kassel und Hannover; neolog: Münstex und Berlin) in Deutschland haben. Man bedenkst,- daß dio Schülerzahl der sechs Seminare zusammmengorechnet nur eine, Zahl von, ca, 20E ergibt, und Man wird' die Frage für sehr berechtigt finden. .. Jaroöla« (Galizien). Sterbefall. Rabbiner Samuel Waldverg ist im Mer von 75 Jahren gestorbene Er fungierte mehr als 30 Jahre in Jaroslau. Im Fahre 1890 wurdeihm das RabbinaL in Prag angeboten, er hat es aber aus.Aliersrückjichten abgelehnt. Er gehörte zu den intelligentesten Rabbinern Galiziens und,hat viele talmudistische Werke 'herausgegeben, die bekannt und geschätzt sind. Der, verstorbene war ein.Bruder des vor einigen Jahren hier verstorbenen Baron Moses' Wälöberg- und' der. Schriftstellerin Julie Thenen. Sein ältester-SoM ist Prbfessor in Chicago.' Zwei seiner Töchter 'siW. nach Rußlandän -äNgesehene -JndüMelle verheirattW

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