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Neue jüdische Presse · 1905-10-13 · Heft 40 (13.10.1905) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 40 (13.10.1905)
Date
1905-10-13
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Franyurter JjrseMsHeK Kynüiendlart. Nr. 40. er^r« ntt bet Metersschlossen sich ihnen bald noch andere jüdische Stu- M!g durch, daß der unter hervorragender zionistischer <0**w«;«!«• 8 “ deuten an, die ehedem nicht zur Gr»lppe gehörten, Mitarbeiterschaft und Unterstützung zu gründenden ebenso einige Christen. Drei Stunden währte nun Lesehalle kein spezifisch zionistisches Gepräge aufzu- /n.. .... , j.-.nnfter Reit 1 die Debatte, zu einer Resolution ist es jedoch nicht drücken sei. (Eu> nioralilchcs Geschichtchcn s j gs o gekommen. Des Weiteren berichtete Herr Goitein über daS Diejenigen jüdischen Studenten, die nicht gemein- Vereinsleben im abgelaufenen Jahre. Es fanden im «Uir leben in einer sehr bewegten Zeit. Jeder same Sache mit der erwähnten Gruppe machten, ganzen 11 Versammlungen, darunter 3 öffentliche ~ „»nc öoffnunacn und neue .... wandten sich darauf an den Rektor der Universität Versammlungen, statt. Mit Erfolg sprachen die Herorin»i; i _ ncucn ocbensjnut mit der Bitte, er möchte ihnen die Erlaubnis geben, ren Dr. Moses-Mannheim und Dr. Friedmann-Wicsk.nttau>cyung , i „. eine besondere jüdische Versaininlung in dieser Anbaden. Von den Vercinsvorträgen find u. a. zu V* ha* tni,. hn* Pr. -- —- — - -•" niaji meyr uu|iunuu i»u>, uic .»uu luuijaje gruppe oc,a)weroe sich später in wanger, Dr. Mayer svrachen über ckonistikw'vnlitisH flutenden Erscheinungen unter die^Lupe der Kritik zu einem .Briese an die Siedaktion der „Rußj" über Fragen. Herr Dr jur" Schwarzscbild ^kmaib^Lber nehmen, sie ans ihren tieferen «um, ihre symptodie parteiische und unparlamentarische Geschäftsführseine Palästina-Reise 1 8 ° 1pr 6cr matische Bedeutung zu prüfen, um das entsprechende, ung des Vorsitzenden; er Habe zwei Sledner aus ihrer Der Vorsitzende' schloss seinen Bericht mit dem für das weitere Leben und Verhalten wichtige soziolo- Mitte, die bereits d,e Tribüne betreten hätten, das Bemerken, die zionistische Ortsgrnppe Frmikfürt könne gische ^-azck zu ziehen , .. „ port entjoacn, cmem Gegenredner das Wort außer mit Genugtuung auf die Tätigkeit des vcrilossecn F-ast jede Post brachte uns m den letzten Moder Reihe erteilt, einen anderen Redner zu Unrecht Vereinsjahres zurückblickcn. Daraufhin verlas der nate» vom weiten Zarenreiche die Kunde von crnem unterbrochen usw. zweite Variibende und ' cw 5 » „historischen Ereignisse", einem zündenden Schlag- Doch das ist alles Nebensache. - l ä n d e r. den Kasscnbe^ch^ demzüfome für diests Worte, das wie em clettri,cher «trom weite indische Die .Moral aus dieser Geschichte? Jahr ein Effektivbestand gegen cin De izit des vorigen Volkskreise durchzittcrte, neue Hoffnungen erweckend, 1. Auch so einwandfreie Liberale, wie die Peters- Jahres zu konstatieren ist? 1000 qinaen für den berückende Perspektiven erschließend. burger Studenten — denn das sind sie zweifellos Nationalfonds ein. Die F. Z. V zählt 153 Mitqlieder Leider erwies sich die unerbittliche Lvgikder - können sich von der altherkömmlichen Anschau- Dem Vorstande wurde einstimmig die Entlastung Tatsachen starker als all die blendenden Phantasung über Juden und Judcntilin nickit bekr-wn-!i-> (-rh-irtims w i,.,. magorien. Wir erlebten es, H* die neuen Hoffnungen zerstört tigen Fchlagworte in die Brüche . _ _ „ _ __ des gegenseitigen Vertrauens" (die erste Zeit Swjatodeln — reaktionäre Auswüchse und chauvinistische nick Rücksichtanf chre'zi^sehr in Ausprach"ae'nonunene polk-Mirsky's, so genannt nach einem bekannten Anschspirativiien. Mack sieht also, wie viel die Hoffnung, Zeit und in Anbetracht dessen, daß fl? schon seit spruch dieses Ministers) wurde zu Grabe getragen, daß der Sieg der Liberalen in Rußland den Juden Jahren dem Vorstande angehören und nun für neue es folgte ihr die Zeck der „Kundgebung der offenteine nationale Autonomie mit sich bringen würde, Kräfte ein Arbeitsfeld schassen wollen, auf eine Wieder liche» Bedürfnisse", die Tage der he,gen, politischen auf sich hat. wähl verzichten würden, entschlossen sich jedoch - Gähruiigen — und das Resultat war sur un-^uden 9. Die jüdischen Redner gingen nicht von dem durch die Versammlung darauf aufmerksam gemacht nicht viel mehr als Null, )a wir hatten sogar ein selbjwer,ländlichen und unveräußerlichen Rechte des baß dieses ihr Vorhaben zu Mißverständnissen fübren beträchtliches Minus zu verzeichnen in der ^Form Individuums aus, unabhängig von dein Nutzen, den könne, die dem Zionismus nicht gedeihlich sein werben von Judenkrawallen, die au Umsang und ^ntcner der Gesellschaft bringt oder .auch nicht bringt; — eine Wiederwahl anzunehmen sität auch in der an aller Hand „Episoden" reichen sie glaubten erst auf die Verdienste der Juden Die Wahl hatte folgendes Resultat' russisch-jüdischen Leidensge,chichte bis dahm noch nicht um die Freiheitsbewegung Hinweisen zu müssen. Dies Herr I. L. G o i t e i n, erster Vorsitzender. Herr erreicht wurden. geschah nicht etwa, weil die Studentenschaft für den Fries lander, zweiter Vorsitzender und Schatz- Wer aber von allen diesen Tatsachen die einzig elementaren Begriff der Menschenwürde. kein Vermeister; in den weiteren Vorstand wurden gewählt mögliche Konsequenz, die Slotwendigkeit der Autoständnis hätte. Mit Mfchtcm! Vielmehr weil die die Herren Dr. Elias, Wilhelm Hackenemanzipation, im weitesten, zionistischen Sinne Maxime „Kromje Jew rejen" („Juden ausgenombroch, Ingenieur Feingold und Herr Lehrer des Wortes, noch nicht gezogen hat, sondern sich men") nicht allein für die russische Gesetzgebung Baruch Stern. noch immer an die Phrase vom alleinseligmachcngilt und von dieser oder jener Staatsform obhängt. Wir bedauern, daß Herr Fritz Sondheimer in den „Anschluß an die progressiven russischen Elesondern ihre tiefere psychologische Wurzel hat, die Anbetracht der oben erwähnten Gründe aus dem mente" klammern mochte, auf den mußte die längste )iar durch cm politisches Bekenntnis, und wenn es Vorstande ausscheiden zu müssen glaubte, hoffen je- Behandlung der Judenfrage an der Petersburger noch so fortschrittlich ist, nicht äusrotten läßt. Was doch, daß er seine bewährte Kraft in den Dienst der Universität, dem klassischen Hort des Freisinns und daher aller Welt gegenüber von axiomatischer Selbsthiesigen zionistischen Ortsgruppe auch in Zukunft des Fortschrittes, wie eine kalte Douche wirken. Verständlichkeit ist, verliert seine Gültigkeit, sobald stellen wird. Spektator. . Bei der Expedttion des Frankfurt a. Am 27. September fand in der St. Petersburger die'Juden in Betracht kommen Universckät eine allgemeine Studentenversammlung 3. Auch in einer io —■— —_ __ _ statt, die die Frage der „offenen Türen" (d. h. die Geltendmachung ihrer natst,nalen^EriKenrber!w° NatckinnF Israel. Familienblattes" gingen für den der unbeschränkten Zulassung von Inden und Frauen tigung, konntc unter den Nattonalfonds em: zum Universckätsstudium) zum wichttgsten Traktandum Einigkeit erzielt werden — ßjr„a i Studenten keine Oelbstbesteuerung von N. Liebes Ji y 60 hatte. Einige jüdische Studenten ergriffen das Wort §. ^§stbe>teuerung von Bk. Marcus, S N ‘ «. ,-.... -.-4—x;„ OTMAnffunA „tf„r -- - ■ •' und traten leidenschaftlich für die Abschaffung aller Prozentnormen bei der Aufnahme von Juden ein. Sie forderten die Versammlung auf, sich unzweideutig zu dieser Frage zu äußern, die Gleichstes W' 1 * —ai-Ä MAwf/»MAAH Ittth «4l4v Em Brief Nordaus an Zangwiü. Der Hilfsverein der deutschen Juden sendet uns deutig zu dieser Frage zu äußern, oie wwibhki-.. m Iung der Juden ausdrücklich zu verlangen und nicht |oen nachfolgenden Brief ein: sich mit der allgemeinen Wendung von „offenen f P a r i s, 8. Rue Leonie Türen" zu begnügen. Was die Fraucnfrage an- ' ginge, so möchte diese in einem weiteren Punkte der Tagesordnung selbständig behandelt werden. Die E., Leop. Oppenheimer, Jos. Oppenheimer, Saly Geis und Selmar Geis & 30 Pfg. „ 2,10 2 Oelbäume gesttftet von N. N. „ 12,— S. H. Goldmann, Telegrammablösung zur Hochzeit von Samuel Brodheim mit Jda Wolpe, Antwerpen „ 0,50 Gratulation der Frankfurter an Frau Bertha Bollag-Feuchtwanger, Basel Rahel Hirsch, Mannheim 1- 0,60 0,50 0,50 1,- Oktober 1. 1905. Mein lieber Zangwill! -ö-- ---„ . 3« der letzten Woche hatte ich Gelegenheit, in Willy van ^Cleeff "Hamburg Redner betonten nachdrücklich, daß die Juden erneu Gegenwart von Mr. Greenberg und 500 Pariser Zio- N. N., Frankfurt besonders regen Anteil an der russischen Freiheit^ misten meine Meinung über die Beziehunqen von Wette Sal. Mederhofheim, Frankfurt a. M. Lewegung nehmen und es daher verdrenen, daß sich Territoriakisni„s ain„;am„a - die Versammlung für sie ins Zeug lege und nö- ^rntorralrsmus und Zronrsmus zu äußern - eure tigenfalls die Einstellung des Bor- -sternung, dre rch seckdem rn Brrefen an die Vereinig- - lesungsbesuches proklamiere, bis die ung der rumänischen Zionisten und an Dr. Katzen- Jda, Frieda und Louise Ovvenbeimer Nördbezüglichen Ernschrankungen aufgeesiohn, Lrbau (Rußland) wiederholt habe. Ich bleibe lingen 1 Kiste Zigarrenspitzen, Lea Meser Vorschlag war der Versammlung, die zum ^--i. duß mau zugleich ein Territorialist und ein Frankfurt a. M., 1 Paket Marken, großen Teil aus sozialdemokratischen Elementen be- Jwnrfl fern kann, indem der 'Territorralismus nur stand, wider den Strich. Die russische Sozialdemounmittelbare Hilfe bringen will, während der Ziokratre lehnt es bekamcklich ab, die Judensirnge als nismus die endgilttge Lösung des jüdischen Problems selbständiges Problem und vom nattonalen Gesichtserstrebt wekwm«ni>r sirnHAf { m r. n. puntte aus zu behandeln. In der Versammlung 'f ' ntc,net Ansrchtnach nur ui Palästina entstand daher ein großer Lärm. Gegen den Borgefunden werden kann. Ich bin "sehr glücklich, von I schlag, den Strike zu proklamieren, wurde lebhaft Ihrer hoffnungsvollen Beurteilung der Aussichten Aus aller Wett. Deutsches Reich. Berlin. Der Verband, der deutschen Juden hält am 30. Oktober in dem Saale der Getags vorher eine Resolution für die Versammlung!^.. .. ' —.- ->» . ausgearbeitet hatte, wollte nun dieselbe zur Ver-1 öon ganzem Herzen, Gott sei mit Ihnen lesung bringen, es erhob sich aber ein wüster Spektakel; die Versammlung machte geltend, daß nur eine allgemeine Resolution über das Prinzip der offenen Türen zulässig sei. Der Vorsitzende ließ endlich darüber abstimmen, ob die Resolickion der jüdischen Gruppe zur Verlesung und Äbsttmmung gebracht werden sollte. Die Majorität lehnte beides ab. Die jüdischen Redner suchten dann wieder zu Herzlichst Ihr M. N o r d a li. Versammlung ab. Den Verhandlungen wird ein Empfangsabend am 29. Okt. in den Räumen des Repräsentantensaales der jüd. Gemeinde, Oranienkurgerstr. 30, vorausgehen und den Tagungen wich sich ein Festmahl anschließen. &tt? -er zionistischen Bewegung. Personalien. Frankfurt a. M. Auf der hiesigen Internat. Wort zu kommen, da dre Versammlung sie schlecht Cafö Milani die Generalversammlung der Kochkun st - Ausstellung erhielt die ^leuronab verstanden hätte. Ihre Bemühungen blreben aber er- Frankfurter zionistischen Ortsgruppe Gebäck- - und Brot-Fabrik .Friedrich Günther, Infolglps. Der Vorsitzende«rtzog rhnen das Wort und statt. Der Vorsitzende, Herr I. L. Goitein, Haber Simon Glauberg, die goldene Me beantragte, die indische Gruppe vom Saale zu enteröffncte die Sitzung und gab in kurzen Zügen einen daille. fernen. Dieser Wrtrag wurde von der Bersamm- Ueberblick über die Tätigkeck und. Leistungen der Frank. Frankfurt a. M- Von einem herben Schicksallung mrt Stunmenmehrhert angenommen. strrter Zionistischen Bereinigung. Er gedachte zuschlage wurde eine hiesige angesehene Familie be- In dem Augenblicke nun als die indische Gruppe nächst der Gründung der Frankfurter jüdischen Lesetroffen. Herrn Anselm Hirsch starb unew-artet inden Saal verlretz, ertonte dn bekannt antrsenntische halse, die ihr Entstehen der zionistischen Initiative, folge eines Herzschlages sein ältester zwanzigjähriger Hetzruf: „Dolo) Fldon!" (Meder mck den Juden!) besonders der pekuniären und moralischen Unterstütz. Sohn Samuel, der in Berlin die Rechte studierte. Es war dies em Mdischer Student, der seiner En^ ung der Herren Fritz Sondheimer und Dr. Hanauer Der Dahingeschiedene war nach Absolvierung der rüstung über d°s Gebahren der Versammlung durch, verdankt. Die Lesehalle, zu deren Gründung Herr Hirsch'schen Realschule bereits drei Jahre im Mufdiesen charakterisdschen Ruf Wlsdruck verkihen wollte. Fritz Sondheimer durch die Zuwendung von 500 JL mannsberufe tätig, aber da. er besondere Neignnaen Die Versammlung mußteLald darauf vertagtwerden, den erste» Anstoß gab, sollte ein zionistisches zum Studium in sich spürte, so entschloß er sich Die indische Gruppe begab sich m einen Neben- Institut sein zur Benutzung des allgemeinen nach langen Kämpfen nach Ben Mäi's Wahlsprnch raum, um über die Sachlage zu beraten. Es indlscheir Publikums. Schließlich drang die Anschaui- „Nafschi chofchkoh batauroh", seinen Beruf aufzugeben.

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