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Neue jüdische Presse · 1905-03-10 · Heft 10 (10.3.1905) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 10 (10.3.1905)
Date
1905-03-10
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Frankfurter Israelitisches Familjeiiblatt. Nr. 10. in Neilastimmung auf. Mit einer Huldigungskuntzgcbung für den König — der im Gegensatz zu in Misra chi-Kö n g r.eß.v o n d er. tele g r. B cgrüßung.'was allgcincin ausgefa llen'ist. kein^^R-üHz-iiahm wird Mr^Äöiigreß ' Uhr Abends geschlossen. - . . Aus -er Liouisttschen Bewegung. Frankfurt <üM. Mitteilung der Nationals o n d k o IN m i s s i o n der Z i o n. B c r c i n i g u n g F r ä »rk s u,r t a.. M. ' Herr I; Feuchtwangcr 1. Mk. und Herr I. Hackerbroch 50 Psg. statt Telegraunn zur .Hochzeit des.Herr» Dr. Straus; mit Frl. Aoitein, Herr K. 'Cigarrenspitzen» Herr Medcrhosheim, Staniol, Herr Sclinar Geis, Staniol, Herr Joseph Oppenheimer II., Staniol und Marken, Herr Wilhelm Nömcthy ein Kistchcn Cigarrcnäbschnittc. Käthen i. Anhalt. Auf Anregung des hiesigen zionistische» Studcntcnvercincs „Tchioh" hat sich die „Kommission zur Erforschung Palästinas", entschlossen, einen ersten Versuch der Abhaltung von F-crjeukn rscii übcr Ko lo n i a lt cch n i k mir be s o n d c rer Berücksichtigung d e S türkischen Orients anzustellen. Das höhere technische-Institut zu Köthen stellt für diese Kurse seine Hörsäle und Laboratorien zur Verfügung und beteiligt /.sich durch Vorlesungen einiger seiner Dozenten. 'Die übrigen Vortragenden sind die Mitglieder der Palästinakonimission selbst (Dr. Franz Oppenheimer, Tr. S. Soskin, Professor Dr. O. Warburg) und Undere von ihr geworbene Kenner des Landes. Die Kurse werden vom.27. März bis zum 9. April dauern. K. Wie«. Der Sekretär des Kongreßbüreaus, A. H. Reich.gab infolge ganz konkreter Angriffe seine Demission, dw auch vom A.°K. angenommen wurde. Dem Vernehmen nach soll der bisherige zweite Sekretär Tr. S cha k i t von nun ab als einziger Sekretär des Büreaus fungieren; ihm ist der Hauptmann der k. k. Landwehr Pick bcigcgcbem Aus -eu Vereinen. -Me o ft- B et te i. l üku.g^ in MlKnT.Ksr) nch eär-p. est Not' zu eriiioglichcn, erfüllen werde», durch . . . .Beitritt -zu unserem Vereine, außerordentliche Gäben."' ‘ '' "" Frankfurt «; M. Der rührige und segensreich wirkende Verein zur Beförderung d e r H a udtvr.r k c u n t e r d e n israelitischen Glau b c n s g e » o's s c n versendet soeben seinen 52. Rechenschaftsbericht. Wir entnehmen' demselben Folgendes: " Im Jahre 1902 wurden von dem Verein 99 Lehrlinge, 7 und . .von der H. S. Goldschmidt'schcn Stiftung 33, zusammen 132 Lehrlinge unterstützt. 1903 belief sich die Gesamtzahl der Lehrlinge ans 107, von welchen "83 ans den Verein und 24 auf die H. S. Eoldschmidt'schc Stiftung entfielen. Zn de» Jahren 1900 und 1901 betrug die Gesamtzahl 148 resp. 149 Lehrlinge, sodaß in den vorliegenden Jahren rin wesentlicher Rückgang der Zahl der Zöglinge zu konstatieren ist. Die Ursachen dieses Rückganges lassen sich natürlich mit Sicherheit nicht fcststellen, zum Teil mögen sic mit dem Miststande zusammenhäilgen, daß der Verein immer noch eines Lchrlingshciins-entbehrt und so nicht in ’ der Lage ist, seine Zöglinge genügend zu überwachen. Zum Teil mögen sie durch die sozialen Verhältnisse hcrvorgcruscn sein, die einen Rückgang des »Handwerks zur Folge haben. Leider sind die Hoffnungen, welchen der Vor stand -in seinem' letzten- Berichte Ausdruck verliehen, nicht ln-.Erfüllung, gegangen, so das; der Verein genötigt ist, die Gründung eines Lchrlingsheims auf eine.besser« Zukunft zu verschieben. Frankfurt a. M. Der Brotverteikungs- Verein'(Einil Isaak 1. Vorsitzender) versendet das folgende Zirkular: „Es' ist-ein'-unvergängliches Verdienst der sccligen . Frau Johanna Goldschinidt, geb. Mainz, seit vielen Jahren erkannt zu haben, daß in der großen Reihe hiesiger.W.ohltätigkcitsanstaltcii eine Lücke bestand,' die unter absoluter V.ermcidung jcd<eGeld Unterstützung dadurch ausgcfiillt wurde, . daß sie jüdische Familien in Fällen dringender 4iot mit dem altäruncntbchrlichstcn Lebensmittel, mit Brot, unterstützte. Mit unermüdlichem Eifer, mit bewunderungswürdiger selbstlosester Ausopserung, unter Nichtachtung körperlicher Leiden sorgte sie bis inihr höchstes Alter für diesen Zweck. Der. starke Zuwachs an bedürftigen israelitischen Familien in hiesiger Stadt, die Steigerung des sozialen Elends machten es Frau Goldschmidt s. A. von. Fahr zu Jahr schwerer,' die erforderlichen Mittel aufzubriiigcn und nun uns diese teure Frau -verlassen. Ist cs uns um so schwieriger, zu leisten, was sie getan und angcstrcbt hat. Um nur dem allernotwendigsten Bedürfnisse Nachkommen zu können, müssen wir uns deshalb an die breiteste Oeffentlichkeft mit der dringenden, herzlichen Bitte wenden, uns für'diesen-guten Zweck zu unterstützen, reichlich zn unterstützen. Dem Armen, dernur nach einem Stücke Brot schreit,: hat .noch Memanddic Gabe verweigert, die Bitte um Brot ist die einfachste und' die eindringlichste, welche ein Armer Vorbringen kann und wir sind überzeugt, daß -auch .Six^ unsere'Bitte, uns--die Frankfurt a: M..931 ofttcsiore-Acrein. Am letzten Mittwoch konnte der zweite Vortrag über Wilhelm Teil" infolge Verhinderung des Referenten nicht staltsindcn. Statt dessen hatte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Herr D r. I. Hcinein a nu - bereitwilligst ein Referat über Schiller's. Don .Carlos" übernoininrii. Die glänzende Bricdtsanikejt dieses Herrn verbunden mit eingehendster Sachkenntnis fesselte die Aufmerksamkeit der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder bis zum letzten Augenblick, und reicher Beifall lohnte Herrn Dr. Hcincmann für seine trefflichen- Ausführungen. Der Verein veranstaltet nunmehr noch am Montag de» 20. d. Mts. anläßlich des Purim-Festes eine Verlesung der Megillah — abends 9 TUjr in den Vereiiisrännien — sowie am Dienstag den 21. d. Mts. eine Purim-Feier im großen Saal des Kaufmännischen Vereins. Zum Abschlust der Wintcitätigkeit findet dann am Mittwoch de» 29. d. Mts. die o r d c » t l i ch e H a u p t v c r s a in m l n n g statt. Königsberg. Am I. März c.. hielt Frau Tr. Ros alte Perlc,s, Gattin des verstorbenen Münchener Gelehrten und Rabbiners, Dr. Joseph Pcrlcs s. A. und Mutter des bekannten Gelehrten Rabbiner Dr. Felix Perles, im hiesigen Vereine fiir jüd. Geschichte - und Literatur einen Vortrag über das Thema: Zwischen Ost und West. Bereits eine Stnirde vor der anberaumtcii Zeit begann sich der große Saal im Hotel „Artus-Hof" mit Zuhörern aller Stände, die in gespannter Erwartung zu dem Ereignisse des Mends herbcigceilt kamen, zn füllen. Sehr bald war der Zuhörerraum bis ans den letzten Platz besetzt. Gegen Vs9 Uhr bestieg die Rednerin unter lebhaftem Beifall die Tribüne. Mit erstaunlich klarer, vernehmlicher Stimme, die geistreichen Gedanken in getragene poesicvolle Sätze kleidend, verstand es die Dame 14: Stunden die Aufmerksamkeit ihrer Hörer zu fesseln. , Obgleich sehr viel — so ungefähr führte Rcdncriu ans — in Zeitungen und Broschüren über das Judenelend im Osten seit Jahren geschrieben wird, erfahre davon keine zweite Stadt im Westen so viel, wie Königsberg. Als im Jahre 1881 die große Judcnauswcisung in Rußland verfügt wurde, da sei Königsberg die Station zwischen Ost und West gewesen, an der sich der gewaltige Answandcrcrstrom zuerst anfstäute. Zum ersten Male habe sich damals hier dem westlichen Juden der ganze unheilvolle Jammer der Judenlagc im Osten gezeigt. Seit jener Zeit erscheine aber Königsberg gleichsam als das Vorgebirge des Elends, das sich jenseits der Grenzpfähle zum Hochgebirge austürme. Denn jenes Dekret sei lediglich der Anstoß zu einer systematisch ins Werk zu setzenden Judenverfolgung seitens der russischen Regierung gewesen. Drei Mittel sollten hierbei zur Anwendung gelangen. Herbei sührung allgemeiner Verelendung, Ausweisung und die Taufe. Tie furchtbarsten Erfolge habe das erstgenannte Bestreben gezeitigt. Hier-in Königsberg könne man sic täglich in großen Massen sehen, die unglücklichen Opfer unmenschlicher Brutalität. Wie gespenstische" Schatten ziehen sie einher. Jünglinge wie Greise, mit eingefallener Brust, entzündetem Auge ijiid gramdurchfnrchtem, totenbleichem Gesicht. Hinkend und blind suchen die Aermstcn hier ihre erste Linderung. .Mütter bringen ihre im Elend erkrankten Kinder in hiesige Kliniken. Mit wunderbarem Heroismus ertragen sie die entsetzlichste Not monatelang, glücklich, in der Nähe ihrer Kinder zu sein. Sind diese genesen, dann herrscht ein Jubel, vor dem die erdrückendsten Sorgen um die Notdurft spurlos verschwinden. „Wo es solche Mütter gibt, — ruft Rcdnerin aus — müssen die Kinder Helden werden, Helden aber können Fesseln sprengen." Rednerin hebt sodann rühmlichst die Opfer- Willigkeit der hiesigen Gemeinde hervor. Sehr groß seien auch die Verdienste der hiesigen jüdischen Wohltätigkeits-Vereine um die russisch-jüdischen Auswanderer. Höchste Anerkennung gebühre den hiesigen Acrzten, die diesen Patienten, die sich täglich in ihren Warteräumen in einer Zahlenhöhe von je 60 bis 70 einfänden, oft noch Geld spenden. Angesichts des permanenten Zuzugs, der Auswanderer erscheine jedoch die außerordentliche Hilfeleistung geradezu als imaginär.. Das dringendste Postulat, das an die' russische Regierung zu richten sei, sei das - uneingeschränkter Freizügigkeit der Juden im Hcimatlandc. Es sei eine Ironie der Geschichte, daß in einem Fahr- £ In dem Vorträge, der mit sehr großem Beifall äusgcnommc» wurde, gab sich tiefempfundene Liebe und.wiihrhaftc"Begeisterung.fürs Judentum.kund. Wir wünschen, - daß Beides sich-äuf die zahlreich crschicne- «c-n'• jungen -Damen, -dieder Zuriinst desjüdischen Volkes - entgcgcngehcn, -.übertragen haben möge. Aus der Geschäftswelt. Dies ü di s ch c- Kn ch e 'e h e d e in n-n djetzt! Von der Küche, unserer Großmütter, bis heute, — welch' ein Weg des,.Fortschrittes! Immer reichhaltiger und reichhaltiger ist in feiner Auswahl der Spcisezettel' d;s streng rituell 'geführten Haushaltes geworden,, und trotzdem hat sich seine Kücheiitcchnik bedeutend vereinsacht. Nach beiden Richtungen war es aber besonders die Erfindung der P s l an zenbutter.,-.. die bahnbrechend wirkte, indem sie das Menu des jüdischen Tische? einfacher in seiner Zubereitung und reichhaltiger in seiner Ziisänimeiisctzung machte. Jedoch auch die Pflanzenbutter hat heute bereitsihrc Entwicklung hinter sich. Und jetzt ist es dcr Sana-Oiescttschaft in Cleve ((tzeiicralvertretcr: Siegfried R i s ch, F r a n k f it r t a. M., Hanauerlandstraßc I6)..sogar gelungen, ein Produkt hcrzustellcn,. das —was B n t t e r ä h n l i ch k c i t, G es ch m a ck un&_ A r o in a aubclangt — von bei- Naturbutter ni cht zu unters ch eidcn ist. „Tomor" heißt diese Krone aller Pflanzenbutter! Sic wird koscher unter der Aussicht des Herrn stlabbincr Dr. B. Wolf in Köln hcrgcstcllt. Möge in ihrem eigensten Interesse keine jüdische Hausfrau versäumen, ein Pfund für 85 Pfennig zur Probe zn kaufen. Bücherschau. hundert Spruch: so gewaltiger sozialer Reformen der Die wilde Taube-hat. ein Nest, .. - - Der Fuchs eine Höhle,? .-. . Der Mensch ein Land, .. Israel nur das Grab,. eine so bittere Wahrheit bleiben müsse: Rednerin weist am Schlüsse ans das Ost-Isirika-Projekt Englandshin. .Ferner aus die verheißungsvolle' Beratung der osteuropäischen Auswanderiingsfrage, dievor einigen Wochen unter Vertretern des-zionistischen Aktions-Komitees, der verschiedenen Logen inid Allichrzen in Frankfurt a. M. stattgefundcn habe. Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen . Wissens. Sechste) gänzlich ncnbearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen aus über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Jllustrationstafcln (darunter etwa 190 .Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartcii-Beilagen) sowie 130 Tcxtbcilagen. 20 Bände in Halbledcr gebunden zu je 10 JL (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Je mehr die sechste Auslage von Meyers Großem Konvcrsiitioiislexikon fortschrcitct, um so mehr erlennen wir, welcher Schatz damit dem deutschen Volke geboten wird. Der soeben erschienene neunte - Band ist wiederum geradezu müstergültig in-Inhalt und Ausstattung. Der Literatursreund findet auch im vorliegenden Bande sehr reiche Anregung, wenn er Namen wie „Hebel", „Hebbel", „Herder", „Heine", „Hcyse", „Hugo", „Herwegh", „Humboldt", „Hclniholtz", „Hunic", „Hegel", „Herbart" und die „Hniliamstcn" vor sich erblickt; den Maler, den Natnrsreiiiid ziehen die ganz vortrefflich illustrierten Artikel „Hirsche", „Insektenfresser", „Hühnervögel", „Körperteile der Insekten" an; besonder» Reiz aber haben die intcrcssaiitcn Tafeln „Insektenfressende Pslanzcn", „Shdroinedusen" (ans dem Reich der Naturschönheit) und die fabelhaft lebensvoll-n Tafeln „Hunde" und „Hühncrrassen", die nicht mehr übcrtrosfcn werden können. — Aeußere und innere Politik, Volkswirtschaft, Technologie, Kulturgeschichte, Kunst nyd Wissenschaft sind mit gleicher Sorgsalt behandelt. Eine Aufzählung alles dessen, Ivas auch als abgeschlossene Lektüre und als Studium hohe Beachtung verdient, würde zu weit. führen. 48. Tafeln und 5 Karten .schmücken das Werk, wirklich eine prächtige Mitgift für den gediegenen Inhalt. Nach solcher Leistung kann uns nur' die Erwärtniig auf die weitere Folge Freude bringen. Theodor Herzl's sämtl. zionistische Schriften. Der zionistische Nachlaß Theodor Herzl's wird, wie uns mikgctcilt wird, hera.usgcgeben von Professor Leon Kellner, im.Monat April d. I. erscheinen. Das Werk wird zwei Bände umfassen und den Titel: . Theodor Herzl's sämtliche zionistische Schriften führen. Es wird alle bedeutenden Acußerungcn des Zionisteiifnhrcrs, wie sic im handschristlichen Nachlaß und in Publikationen und Reden, vorliegen, enthalten, dazu den (iur Buchhandel jetzt vergriffenen) „I n d e n st a a t". In seiner Zusammenstellung wird das Buch nicht nur ein wertvolles bleibendes Aiidciikc» der Zionisten an ihren dahingcschiedcncn- Führer, sondern auch den bcdciltsamstcn Beitrag zur Ersaffuiig seiner Persönlichkeit und der Geschichte der von ihm geleiteten Bewegung, darstcllcn.',; Das Sammelwerk^ wird, ü» J'ü'dischen Verlag, Berlin- (Eharlottenburg, Herderstraßc 3/4) erscheinen, '.. ' v/- ' 0 -; Dr. M. L. B a mb er ge r. Ein Bl ick ceu f di e Ges chi ch-'t e d er Juden in WÜrzburg. 14 .Seiten. I. F-rank'sche Buchhandlung (Ludwig Laza-;.rus), Würzburg, 1905... - - - -...Jn'..der.überaus 'lehrreichen...Schrift, .der der Vcrfaffcr ein größeres.- Werk über, die Geschichte der

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