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Neue jüdische Presse · 1902-12-30 · Heft 9 (30.12.1902) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 9 (30.12.1902)
Date
1902-12-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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. . der Bnai Bnth Loge begründete Verein für Arbeitsnachweis herbei, dem alle arbeitsfähigen Bittsteller, welche bei der Armenkommisflon um Unterstützung einkommen, überwiesen werden, und von dem sie nach Möglichkeit in passenden Stellungen aushilfsweise oder dauernd untergebracht werden. Bei einem Gemeindeznschuß von 84919 Mark beliefen sich die Gesamteinnahmen der Armenkommission auf 201073,54 Mark, denen an Ausgaben 200992,54 Mark gcgenüberstanden; der Fonds für verschämte Arme hatte an Einnahmen 57 907,69 Mark zu verzeichnen, während er an Ausgaben 50 759,58 Mark zu bestreiten hatte. Das Vermögen der Armenkommission stellt die Summe von 567403,95 Mark, dasjenige des Fonds für verschämte Arme 340984,65 Mark dar: in beide Summen ist der eiserne Fonds mit eingerechnet. Berlin. Die Jüdische Arbeiter-Kolonie in Weißensee (Wörthstraße 20), die gegenwärtig 50 Kolonisten in den verschiedenen Berufszweigen beschäftigt,, entwickelt sich in erfreulicher Weise. Die Verwaltung hat. bejchloffen, niit Rücksicht auf die große Zahl der um Arbeit Ansprechenden, die Anzahl der Betten nunmehr auf 75 zu erhöhen. Bisher 'sind 8678 Verpflegungstäge einschließlich der Feiertage zu verzeichnen. Für Beköstigung sind 4122 Mk. verausgabt; an Arbeitslöhnen haben die Unternehmer 3618 .Mk. gezahlt und den Kolonisten wurden außerdem an Accordüberschuß 1228 Mk. gutgcschricben. 8 Kolonisten, die in der Anstalt ein Handwerk erlernt haben, sind von der Verwaltung in Berliner Werkstätten mit auskömmlichen! Einkommen untergebracht, während 6 Ausgelernte in die Heimat zurückgekehrt sind, um mit ihren Ersparnissen in den erlernten Handwerken sich selbstständig zu machen. Auch die Arbeitgeber sind mit den Erfolgen ihrer Thätigkeit zufrieden, da sie bei den billigen Arbeitslöhnen von 70 Pfennigen für den Arbeitstag bei miethsfreien Arbeitsräumen gut vorwärts kommen. — Die Verwaltung hat noch mehrere Werkstatträume an solide Unternehmer mietsfrei zu vergeben. Bewerber erhalten von den Vorsitzenden der . Kolonie. Maurernieister Marcus Adler, Georgenstr. 46a, und Fabrikbesitz, Moritz Rosenow, Ritterstr. 87 in Berlin, . nähere Auskunft. Diejenigen aber, die der guten Sache nützen wollen, werden uni Zuwendung von getragenen Kleidungsstücken, Wäsche und Schuhzeug gebeten; nach erfolgter Mitteilung läßt der Inspektor der Kolonie in Weißensee. die Sachen abholen. Potsdam. Erregte Auseinandersetzungen gab es am Freitag in der hiesigen Stadtverordneten-Versammlung, wo wieder einmal das Verbot des Schächtens auf.dem Schlachthofe auf derTagesordnung stand. Stadiverodneter Artelt machte dem Magistrat den Vorwurf, daß er die Angelegenheit ver- . schleppt habe, und verlangte als Mitglied des Tierschutzvereins aus Humanitären Gründen die Beseitigung des Schächtens, zumal nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Sachen der Stadt Angermünde die Konununen das Recht hätten, darüber Bestimmungen zu treffen. Oberbürgermeister Zähne verwahrte sich entschieden dagegen, daß der Magistrat die Sache verschleppt habe, und wies darauf hin, daß ein Beschluß der Bersanimlung wegen Erlaß eines Schächtverbotes nicht vorliege, daß dieselbe vielmehr daniit einverstanden gewesen sei, eine neue Schlachthausordnung erst nach denr Erlaß eines Landesgesetzes einzüführen. Der Antrag der Stadtverordneten Froelich und Gen., schleunigst die Schlachthofsordnung abzuändern und das Schächten zu verbiete», wurde mit geringer Mehrheit angenommen. Düffeldorf. Der Verein zur Förderung der Handtoerke und technischen Berufsarten unter den Juden (Sitz Düffeldorf) versendet soeben seinen 22. Jahresbericht für die Zeit vom. 1. April 1901 bis zum 1. .April 1902. Der Bericht sagt: Bei Beginn des Berichtsjahres hatten wir 23 Lehrlinge bezw. Fachschüler unter unserer Obhut (darunter Aachen 3). Neu ausgenommen bezw. untergebracht wurden 14. Nach beendeter Lehrzeit schieden aus 7 (darunter auswärts 3) Am Ende des Berichtsjahres waren noch 29 Lehrlinge bezw. Fachschüler vorhanden, wovon im Lehrlingsheim zu Düsseldorf 20. in Aachen 3 sich befanden und anderwärts 6 untergebracht waren. Nach den Berufsarten sind in diesem Jahre nach beendeter Lehrzeit ausgeschieden: ' 1 Buchbinder, 1 Cigarrenmacher, 2 Sattler. 1 Schneider, 2 Schlosser. Bon den neu aufgenommenen Lehrlingen i wurden: 3 Dekorationsmaler u. Anstreicher, 2 Klempner und Installateur, 1 Polsterer und Dekorateur, 1 Sattler - und Polsterer, 4 Schlosser, 2 Schreiner. Vom 1. April .1901 bis 1. April 1902 waren in Obhut des Vereins Lehrlingsheim in Köln 44 Zöglinge, davon im Lehrlingsheim 32, bei auswärtigen Meistern, 10 bei ihren .Familien in Köln oder Deutz 2. Ausgenommen wurden 17. Zöglinge, und zwar 4 Schlosser, 2 Schreiner, 3 Sattler, 3 Schneider, 1 Photograph.- 2 Installateure und'Klempner, 1 Friseur, 1 als Schüler der Maschinenbauschule (Werkmeisterabteilung). Entlassen als Gesellen wurden? und zwar 4 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Klempner, 1 Sattler, 1 Zögling bestand die Prüfung als Maschinenbautechniker an der Maschinenbauschule und fand Stellung als Maschinenbautechniker inDügeldorf. Der Vorsitzende des Vorstandes ist Herr Dr. med. B. Auerbach. Füll»«. Der 25. Dezember d. Js. gestaltete sich zu einem wahren Festtage für unsere Gemeinde. Galt esdochunsermhochverehrten Herrn Provinzial-Rabbinen Dr. Cahn anläßlich seiner 25jährigen segensreichen Wirksamkeit im Rabbinatsbezirke Fulda den Tribut der Dankbarkeit-und Verehrung öffentlich zu zollen. Am Franksurier Israelitisches Familienblatt. 18. Januar d. Js, also bereits vor Jahresfrist hatte sich ein Festkomitee gebildet, daß sich zur Aufgabe gestellt, das 25jährige Jubiläum des Herrn Provinzial- Rabbinen würdig zu begehen. Die umfassendsten Vorbereitungen waren bereits, getroffen.. Da erfuhr der Herr Jubilar von der in Aussicht aenommenen Feier und richtete an das Komitee ein Schreiben, worin er dringend bat, von einer öffentlichen Ehrung abzusehen. Man durste sich der Bitte nicht verschließen und willfahrte derselben. Jedoch sang- und klanglos den bedeutsamen Tag vorübergehcn zu lassen, dazu konnte man sich nicht entschließen, und so wurde eine Feier, in engeren Grenzen gehalten, veranstaltet, die Zeugnis ablegt von der Liebe und Hychachtung. deren sich der Herr Jubilar erfreut. Am betreffenden Tage versammelten sich die Komitee-Mitglieder in dem neuerbauten, erst seit einigen Tagen bewohnten Hause des Herrn Provinzial-Rabbinen. um ein Geschenk, bestehend in einer kostbaren Speisezimnier-Einrichtung darzubieten. Der Vorsitzende des Fesrkoniitees, Herr Mendel Wertheini, ein Schüler des Jubilars, überbrachte eine Adresse und gab dabei ^>en eigenen Empfindungen Ausdruck Sichtlich ergriffen, dankte der Herr Jubilar in längerer geradezu überwältigender Rede, in der er seinen Werdegang schilderte. Die Schar der Gratulanten wuchs mit jeden: Augenblicke. Der Vorsitzende der Chebrah-Schas, die Herr Dr. Cahn vor einigen Jahren ins Leben rief und in der er durch Wort und Beispiel in Begeisterung weckender Weise wirkt, gab den Tankesgefühlen der Lernenden beredten Ausdruck. Die Vorstände der hiesigen Chebrahs überreichten wertvolle Geschenke, unter denen ein Thoraschrank, ein Thoraschnmck und ein Leuchter hesonders erioähnt zu werden verdienen. Der Verein „Jeschurim" überreichte durch Herrn Lehrer Spiro eine Adresse nebst einem Geschenke. Für jede Ansprache hatte der Herr Jubilar eine treffliche Erwiderung. Das Tclegraphen- Amt konnte nicht zur Ruhe kommen. Aus allen Himnielsgegenden liefen Telegramme ein. Es war bereits Mittag geworden, und noch immer stellten sich neue Gratulanten ein. Herr Justizrat Dr. Hirsch aus Frankfurt a. M. überbrachte die Wünsche der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Herr Hackenbroich die der Jsr. Religionsgesellschaft Frankfurts und Herr Dr. Roos die des Zentralkomitees für den Spitalban. Um 1 Uhr hatte sich eine größere Festversammlung in den festlich geschmückten Räumen der Elementarschule zu der vom Komitee veranstalteten Feier eingefunden. Beim Eintritt des Hern: Jubilars intonierte der Synagogenchor Boruch habbo. Herr Synagogen-Aeltester Emanuel Stern hielt darauf eine wohldurchdachte Rede, in der er des Herrn Provinzial- Rabbinen erfolgreiches Wirken, wie das harinonische Verhältnis zwischen Rabbiner und Gemeinde schilderte und des Himmels Segen auf das Haupt des Herrn Jubilars heravflehte. Die Kinder sangen dann einen Choral, und Herr Kreisvorsteher Hahn-Hersseld begrüßte und beglückwünschte in gehaltvollen, wann empfundenen Worten namens der Gemeinden des Rabbinatsbezirkes Fulda den Herni Provinzial-Rabbinen. Herr Lehrer Löwenstein hier brachte'die Wünsche der Lehrer des Rabbinatsbezirkes zum Ausdruck. Nachdem das letzte Lied verklungen war, bestieg Herr Prov.-Rabbiner Dr. Cahn das Podium, um in längerer, nach Fonn und Inhalt gleich ausgezeichneten Rede seinen Dank mrszusprechen. Den Schluß der herrlichen Rede, die einen:, größeren Kreise bekannt genmcht zu werden verdient, bildete ein mit Begeisterung aufgenommenes Kaiserhoch. Stehend sang die Versammlung die Nationalhymne. Die Befriedigung ob der schlichten, jedoch wohlgelungenen Feier spiegelte sich in "Aller Blicken wieder. Abends fand in der Elenientarschule ein Kinderfest statt, bet welchem Gesang und Vorträge nciteinander abwechselten. Ein von Herrn Lehrer Spiro hier verfaßtes Festspiel trug zur Erheiterung der Stimmung wesentlich bei. In einer an die Kinder gerichteten Ansprache schilderte Herr Lehrer Spiro des Herrn Jubilars Wirken in der Schule, wie er nicht nur vorlehrt, sondern auch vorlebt, sodaß hier das Bibelwort angewandt werden kann: »Werden wir wohl diesem gleich einen Alaun finden, in dem der Geist Gottes ist." (Genesis Kap. 41, Vers 38.) In einer dein Faffungsvermögen der Kinder angepaßten Weise mahnte der Herr Prov.-Rabb. die Kleinen zur gewissenhaften Beobachtung der religiösen Vorschriften, zur Auftnerksamkeit in der Schule und zum gleiße im Hause. Erst in später Stunde verließen die äste, unter denen sich auch Herr Prov.-Rabbiner Dr. Munk aus Marburg, der eine Adresse seiner Gemeinde überbracht hatte, befand, die Festräume. Möge es dem hochverehrten und hochverdienten Herrn Jubilare vergönnt sein, noch viele Jahre zur Ehre Gottes, zum Segen seiner Gemeinde und zu Israels Nutz und Fromnren wie bisher zu wirken. Könitz» 24. Dez. Wie uns ein Telegramm aus Breslau nieldet, wurde der Redakteur Dr. Ludwig Neustadt vom »Jüdischen Volksblatt" wegen Beleidigung des Lehrers Weich el von hier vom dortigen Schöffengericht zu 3 Monate »Gefängnis verurteilt. Rußland, Petersburg. Der von dem bekannten und einflußreichen Fürsten Meschtscherski herausgegebene »Gtaschdanin" publiziert in seiner jüngsten Rümmer denBrief eines Juden, welcher wohl als derSchmerzensruf unserer Brüder im heutigen Rußland betrachtet werden darf. Dieser,. die ganze Trostlosigkeit der Lage unserer ,Volksgenoffen in Rußland illustrierende Brief hat folgenden Wortlaut: Erste 3. »Ich muß Ihnen sagen, daß ich ein einfacher Handwerker (Tischler) bin und ausschließlich von meiner Hände Arbeit lebe. Außerdem b->> ich ein kranker Mann und mußte mich in dieseni I. l.re am?! »Ordnung der Aerzte in einen Badeort begeben, uin euicn veralteten Magenkatarrh kurieren zu lassen. Nichts scheint einfacher: ich bin nicht reich, bin ein getreuer russischer Unterthan und müßte als solcher in der Heinmt Heilung finden können. Ich war schon bereit, mich nach Effenturi aufzumachen, als man mir erklärte, daß den Juden der Besuch dieses Badeortes verboten sei. Ich mußte mir also für 15 Rubel einen Auslandspaß verschaffen und fuhr nach Kiffingen. Die Kur von Monaten kostete mich mit der Fahrt zusammen 350 Rubel. In Kiffingen traf ich wenigstens 400 russische Juden, die gleich mir hatten dorthin fahren müssen, statt sich zu Hause kurieren zu lassen. Sagen Sie mir u:n Gotteswillen, weshalb dürfen wir russischen Juden nicht zu Hause in Rußland eine Badekur gebrauchen und müssen zu diesem Zweck ins Ausland fahren? Ich bezahle pünktlich meine Steuern, - n:ein Sohn leistet i», der Artillerie seine Wehrpflicht ab, ein Verbrechen habe ich nicht begangen, besitze aber nicht das Siecht, einen russischen Badeort zu besuchen. Ganz abgesehen von den: vielen Gelde, das die russischen Juden alljährlich in den ausländischen Kurorten statt in Rußland lassen, schämt n:an sich wahrhaftig geradezu, einen: ausländischen Juden einzugestehen, baß wir russischen Juden nicht das Recht haben, in der Heimat einen Badeort zu besuchen. Ich bin in Rußland geboren und gedenke darin zu sterben, halte es für n:eine Heimat, jedes scharfe Wort eines Ausländers über Rußland thut mir weh und ich fteue mich, >venn ich mein Vaterland loben höre, dennoch aber werde ich mit Argwohn bettachtet und als Aussätziger angesehen, der nicht in einen rnssischen Badeort gehört. Warum muß ich, ein armer Handwerker, der ich nur 20 Stunden von den kaukasischen Kurorten lebe, n:ich weiß Gott wie weit ins Ausland schleppen und unnütz 15 Rubel ausgeben, wo nur doch jeder Rubel teuer ist! Das, geehrter Fürst, ist eine von den Maßregeln, welche das Leben der Juden behindern... Was redet man da von Landkäufen I Befreit uns von wirklichen, durch nichts verdienten, geradezu unsinnigen Bedrückungen ... an Vergünstigungen wollen wir gar nicht denken. Muß man wirklich wegen einiger Dutzende, vielleicht einiger Hunderte jüdischer Exploitatoren und Landkäufer die ganze arbeitende, mit Mühe sich durchschlagende Masse bedrücken? Kann man wirklich diesen Millionen von Menschen nicht das Leben gönnen? . . . Moissei Abramow, Jude." Hiezu bemerkt Fürst Meschtscherski: »Wie selten man auch mit Juden einer Ansicht sein mag, diesesmal muß ich Moissei Abramow zugestehen, daß mir das Verbot des Besuches der russischen Mineralbäber durch die Juden als eine Beschränkung ihrer Freiheit erscheint, die sich durch keinerlei ernste Argumente rechtfertigen läßt." Boriffow. Eine Erbschaft nach 120Jahren a n z u t r e t e n. In der Stadt Boriffow starb eine Jüdin die ihrer einzigen Tochter mittelst Testament 2500 Rbl. vermachte, die in der Pinsker Abteilung der Reichsbank aufbewahrt liegen. Das betreffende Testament enthält aberfolgende sonderbare Bestimmung: »Meine Tochter N. St. soll die 2500 Rbl. nach 120 Jahren erhalten." Hiernach hätte also die Erbin 120 Jahre zu leben und zu warten, bis sie endlich in den Besitz der ihr vermachten 2500 Rbl. gelangen könnte. Die Erbin wandte sich aber an den Minsker Rabbiner, welcher die Erklärung abgab: »120 Jahre" bedeuten dasselbe, wie die Phrase, »er befahl lange zu leben." Der beim Minsker Gouverneur angestellte gelehrte Jude Gurwitsch gab folgende Erklärung: Die Hebräer suchen seit Alters her alle Ausdrücke, sowohl mündlich als auch schriftlich, zu vermeiden, die für sie etwas Unangenehmes bezeichnen, um nicht durch Anwendung eines solchen Ausdruckes die Schicksalstücke gegen sich herauszufordern. So gebrauchen die Juden auch in der Schrift und Rede statt des Ausdruckes, »nach meinem Tode", den Ausdruck, »nach 100 oder 120 Jahren", als die Lebensgrenze, die Gott nach der heiligen Schrift den Menschen gesetzt hat. Die ganze Angelegenheit ist mitsammt dieser Erklärung nach Petersburg geschickt worden, woselbst die Entscheidung in dieser äußerst interessanten und prinzipiellen Streitfrage gettoffen werden soll. Südafrika. Rhodesia. Der »Jewish Cronicle" enthält über unsere Brüder in Rhodesia den folgenden Bericht, der ein interessanter Beweis dafiir ist, welche Ausdehnung bereits der Zionismus genommen hat: In Bu lu w ayo, der Hauptstadt 'Rhodenas, lebten 1900/01 240 Juden, deren Zahl seit dem Kriege auf 330 gestiegen ist. Sie dürften drei Viertel sämtlicher in Rhodesia wohnenden Juden ausmachen. Die jüdische Gemeinde macht etwa 10 % der Gesanttbevölkerung Buluwahos aus. Dem Wachstum der Gemeinde entsprechend, mußte die Synagoge vergrößert werden. Am Neujahrstage predigte unser Rabbiner über die Notwendigkeit eines Ideals für das Leben; die Sukkoth-Predigt war den: Zionismus gewidmet. Der Zionismus beherrscht un>er ganzes Gemeindeleben. Unsere Thätigkeit und unsere LeisMngen für die nationale Sache nehmen von Jahr zu Jahr zu. Im letzten Jahre haben wir uns der südafrikanischen Zionistischen Federation, sehr zu un-

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