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Neue jüdische Presse · 1902-11-21 · Heft 4 (21.11.1902) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 4 (21.11.1902)
Date
1902-11-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 4. wurde.elnOedäücrllch'e' MMhM^toMatlerk^ in öcjhq; auf. .Gastfreundichast. Ich„. glaube.aber, 76ajj auch hierin nur die'Fo»m^gewechsM'.I^Hh^G MchSItnisse« angepaßt hat.x^FMsch.ivHr Ge-' meinde wegen, geschah :srHer.'viest mehr,,iürsM; die- Zahl der Mischen!,Gemeinden!',.w^o\'fS :',noch „Bletten" girbt. dm sie .^inst sehst! E-nge^ feA Ui-sere Ästvordcrensähest die,Mst;reünHchast ills eine heilige, religiöse Pftschi gn., der'M auch, des Kttm^.Wchd-enMhkn.SMj^ZHön'!,«W.AW!e Pxohe aus der Nähe., , ' s . s>! '7 '!. .Zn Friedberg, war gegen Ende, des 18. Jahrhunderts bist Verarinung unter den Züden.^eine ganz ungeheuer große; mußten, sich doch von-den 72 damals .hier wohnenden Familien 37 das Mehl zu ihrem Mazzoth! von der Gemeinde! erbitten. ■: Da aber viele dieser armen Leute nicht mehr im Stande waren, einen der Wanderbetllcr zu speisen, wenn er mit einem „Blett" zu ihnen kam, so wurde in einem solchen Falle d e Verpflegung zwar von der Gemeinde besorgt, die Auslagen dafür aber wurden als „Hypothek?" auf das 1/s Häuscken, das jedes Gemeindcmitglied sein eigen nannte, in das Gemeindebuch eingetragen. Nur in einem einzigen Falle wurde die Bezahlung dieser alten Forderungen von den Erben verweigert; es waren eben Ehrenschulden. Diese Zeiten sind cndgiltig vorbei; heute, wo die Gastfreundschaft eine durchaus freiwillige ist. kann sie kaum mehr in der früheren Weise geübt werden. Wohl gicbt es auch heute noch in Frankfurt und anderswo Häuser genug, wo die Lehre: „Es seien Arme Deine Hausgenossen" seine Phrase ist. wohl werden „bckofete" und anständig gekleidete Arme, die Patrizier unter den Beit-ern, auch heute noch überall gern bewirtet und die Zahl der armen Handwerker- und Kaufmannslehrlinge, die in Frankfurt „Tag" essen, ist keine geringe. Aber man täusche sich nicht: Das Gros der Bettler fühlt sich an unserem Tische nicht heimisch und wie suhlen uns in ihrer Nähe nicht wohl. Auch aus anderen Gründen läßt sich die alte Form nicht mehr aufrecht erhalten; auf der Suche nach einem gastlichen Hause würde der Arme in die Hände eines Schutzmanns fallen und mit Gesängniß bestraft werde», wie das schon häufig vorgekvmmcn ist. Dabei geht gewöhnlich seine ganze Barschaft drauf, denn das Gerichl hält sich daran schadlos für die Kosten des Verfahrens und für die Verpflegung während der Hast. Wir dürfen unsere Armen keiner solchen G.iahr aussctzen, wir müssen Einrichtungen treffen und Stätten schaffen, wo sie entweder ganz umsonst, oder doch für geringes Entgelt eine kräftige und ausreichende Mahlzeit erhalten, die ihnen mehr zusagt als die feinsten Gerichte, für deren Güte sie kaum rin Verständnis haben; denn es koinmt diesen Leuten mehr auf die Quantität als auf die Qualität "an. Diesem Bedürfnis kommen die sog. Suppenküchen entgegen. Frankfurt gehört wohl zu d>n ersten jüd. Gemeinden, die eine solche errichteten und ihre Wirksamkeit ist eine segensreiche. Bedauerlich ist. daß sie an vielen Orten nur in, Winter geöffnet sind, während gerade im Sommer die meisten Armen aus Galizien und Rußland zu uns kommen. An kleineren Orten werden die Orchim gewöhnlich bei Metzgern gegen Entgelt v rlöstigt und sie wünschen sich gar nichts Beffercs, denn sie fühlen sich dort ganz ungeniert. Nur nach einer Richtung hin scheint es mir mit der Gastfreundschaft recht schlecht bestellt zu sein und.auf diesen Mangel hinzuweisen. ist der. Hauptzweck: dieser Zeilen,st ich, meinstinbcziig auf! die Beherbergung der fremden Wanderer.:. Ich bezweifle zwar stark, ' ob. Äe-Vorschriftendes Josts Omaz auch zu! jener Zeit7fo ,gänz ftrikt beobachtetwurde»/ selbst in, Frankfurt. . GsVwird dörb wohl ebenso gewesen sem, wie in.fast.allen jüdiMenMmeiNden.wostmHekdesch,--deniSpital, o>err. in Ermangelüntz .eines 7 solchen'-'sn.^inem ZunmestMchxnder ShnagogstW^ogerstSbhM! statte eingerichtet wurde. Sie war' sehxWMW es^geW Ätzer ^denMrmen -düchsto yntrdortz daß dagrgen7-Emsprache-'krheb«l. -. -Wird -diese- - Einsprache nichlbeachtet, so sollm sie irgend ein Ab- -NchU'WffM, dsttnitiM seine Nachkommen nicht »M Mn HugestM 7/Wmh stun" jemand vieles Güd- -zur Mitgift -zusagt und.das Bcr- NröMne ' wird - sHicht-s Feingehalten,' - so darf man Ws - dH Braüt durch,. Anftzebiing der Verlobung «nd Nichtemgehüng der Ehe nicht entgelten lassen! Aeberhanpt. soll , MM es! wegenvon. der Frau HiMbEWdSst --Bermögxns Micht,3». Streitigttiten kommen laffen. Wer es, dennoch .thut. chird kein .Glück habest und seine Ehe nicht gut «usfällen. L>enu das Geld, das man mit Muer Frau erhält, - ist kein solches, das einem von Rechtswegen zükommt. Wer so handelt, der sheixatet seine Frau nur des Geldes willen. Das, was Einem , die, Schwiegereltern geben, soll man jnit bereitwilliger Zufriedenheit hinnehmen, dann wird die Ehe gelingen. 7 2) Bei jeder Familie, von welcher man sticht das Gegenteil weiß, darf man stillschweigend die religionsgesetzliche erforderliche Reinheit der Abstammung voraussetzen und sich ohne weiteres strit ihr verheirate». Sieht man jedoch, daß zwei Familien in beständiger Fehde mileinander leben, oder, daß selbst zwei einzelne. Personen beständig miteinander streiten, gewahrt man ferner b?i d'mer Familie, daß ihre Mitglieder ständigem Streit und Hader ergeben sind, endlich, wenn man von Jemanden sieht, daß er mit aller Welt Händel sucht und sich durch freches Benehmen -hervorthut, so hat man gerechtes Bedenken, sich lbön so'chen fern zu Hallen, denn dies sind alles Tlnzcichen einer unlauteren Herkunft Wer andere fortwährend verdächtigt, seien cs Familien oder Einzelne, als seien sie hinsichtlich ihrer Abstammung picht rein, so mag man ihn selber nach dieser Seite hin im Verdacht haben; denn gewöhnlich möchte Jemand den Makel, den er. selbst besitzt, andern anbängen. Ebenso wer sich durch Frcch- Heit, Grausamkeit, Menschenhaß und das Fehlen jeder Regung von thätiger, Menschenliebe ausgeichnet, giebt in hervorragender Weile zu dem Bedenken Anlaß, daß er von den Erbeoniien abstamme. (Von diesen sind uns Charakrerzüge dieser Art überliefert). . 3) In erster Reihe sei man darauf bedacht, die Tochter eines Thoragelehrten zu heiraten und seine Tochter einem Tyoragclehiten zu verheiraten. Kat mau keine Tochter eines Thoragelehrten gefunben, so heirate man die Tochter eines über seine Zeit hervorragenden Mannes; hat man Deine solche gesunden, so heirate man die Tochter Dincs Gemeinüevorsteheis; hat man auch solche sticht gefunden, so heirate, rnan de Tochter eines Mnderlehrers; hat man auch solche nicht gelinden, so hlirate man die Tochter eines Armenkaffr-Vcrwaltcrs; niemals verheirate man seine Tochlcr mit einem rohen und unwissenden, jeder jüdischen Bildung baren Menschen u. s. w." r Wenn diese und ähnliche B stimmungen erst wieder das rechte Verständnis und die verdiente Würdigung gefunden haben werden, dü.ste damit auch jede lieber- und Unterschätzung des materiellen -Momentes ausgeschlossen und damit die erste Bc- Pingung zu gerechter Beurteilung der „Ehestermittler" im guten, alten Sinne geliefert sein. I. Jüdische Gastfreundschaft.! Jede Zeit hat' ihre: eigene Art Wohlthätig- Deit zu üben und man kaiin noch lange nicht -vn einer Abnah me sprecl en, wenn eins oder die tzstdcre Fotm derselben verschwindet; sie muß sich Hrnstauch dm Neränderten ' Zeitverhältnissen anstaflbn!,wennsie Werst haken, soll: Ich, bezweifle, ob irgend ein Vernünftiger die' Einrichtung bir MamchnstMwjiK« üllsMWzurückmscn möchte, n&glädj Me sich zur-Zeit des Talmuds wohl sehr bewährtst^ Generation M'MgfnMnhst, wenigstens iöwrit es- Frankfurt WMt. Äder MHDtcststM stWHlthätlgwit. nicht ««ichstrht, wuisteMNhümMeschätztMNlaMsüngst ^üHdHMchHeMo^rKoben^Vur^iacrnemMuMe tüNych -Sveisen-ge-i Sie war Übel berufen, die Schlafstätte^urid^es Änbruch der rieuell Zöit, überall stet. Äber Ersatz dafür ^wurde 'nHt'" gesstaffch^)' und' wärem- Hzwungm!! ist Epelünkest'stiMigster 'ÄE vei strenWr Käl'tjf in SlhöstiM üiidViehMlleist ja -sogar!'Mei Muttest Grüns ^ünd 'das "Er in di eseni "Fälle, 'der Sträßengrüben;^ zli stainpilsten! Jir! dest/Städten stiid-Stävtchenn ffah'est' sieeziiweilen^alS ein Glück aist wenn mansie wegefl Obdachlosigkeit M Haftlokülneben Betrunkeneit und Verbrechern ltiiterbrächte; dasSchlasgeldlwar doch wenigstens gefpdrt 1'-; :! -k;-?- -' -/ 7 So " ist 'es/ gedlicben bis heute- 'undist Frankfurt scheint' is mir nicht deffest damit be» stellt zu sein,'lals anderswo; wenigstens ist dass was man von den Annen selbst über diesen Teil vcs dunkelsten Frankfurts hört, keineswegs erfreulicher Art. Unseren christlichen Mitbürgern ist es gelungen. durch Errichtungder „Herbergen zur Heimat" — die sich fast überall eines ganz gute» Rufes erfreuen — und der Verpflegungsstation.n die Frage des Wauderbettels annähernd zur Zuniedenheit zu lösen. Sollte uns das ss ganz unmöglich sein? Sollte es sich gar nicht raiöglichen lassen, vielleicht in Verbindung mit den Spe>;eküchcn auch für Obdach der Armen.zu sorgen? Ich glaube. -daß das eine-Aufgabe für den so rührigen Hülfsverein wäre, eine Aufgabe, für deren glückliche Lösung ihm der Dank aller Menschenfreunde sicher wäre. Und er wäre seiner Aufgabe, den Wanderbettel zu überwachen, einen großen Schritt näher gerückst .; An kleineren Plätzen wird cs wohl praktisch lein, mit den Leitern der „Herberge zur- Heimat" ein festes Abkommen zu treffen, daß sie auch unseren Armen Aufnahme gewähren. Vereinzelt ist es ja auch schon jetzt geschehen und hat sich erprobt. Das Los der ärmsten unter unseren Brüdern wird dadurch bedeutend gcbeffert. Freilich, ais Ideal muß es uns vorschweben. dahin zu wirken, daß der wandernde Bettler Überhaupt auf den Aussterbe-Etat gesetzt werde; cs gilt mit* zuarbciten, daß die Zeit verwirklicht werde, von der es he-ßt, daß in ihr keine Armut mehr sei« werde. Aas waren die Gedanken, die Ihr Artikel zur Parschath „Lech l'cho" in mir wach gerufen hat. . __ 3« den Stadtverordnetenwahlen. Am 1. Dezember finden die Stichwahlen der Stadtverordneten statt, und diese Wahle« sind diesmal von erhöhter Wichtigkeit, weil dze Mehrzahl der neu zu besetzenden Mandate-erst bei der Stichwahl zur Entscheidung kommen. Die „Frankfurter Z itnng" schrieb anläßlich der Hauptwahl: „Das Interesse der koinmunalest Wahlen reicht eben nicht an das bei Reichstags wählen heran, wo in den größeren Städten meist-ns zweidrittel der Wähle, schaft und mehr an der Wahlurne erscheine». Nach ' vorläufiger Schätzung haben von rund 240ü0 Wählern etwa 11600 ihr Wahlrecht auögcützt" Es thäte uns leid, wenn diese Kritik über die lüsffge Ausübung des Wahlrechtes zur Kommune sich auch--auf die Frankfurter Jsraeliien beziehen sollte. Das „Frankfurter JsrarliftsH Familienblatt" gehört an und für sich keiner dtr bestehenden volitischen Parteien an, und wenn wir zu den .Stadtverordnctenwahlen in Frankfurt a. Ät. irgendwie Stellung nchnien/ sd kann, dies nur VM .israstitischew Standpunkte aus geschehest und' - da! k>er ' konfejstonelle Standpunkt' mit - den Wahlei, ill 'dje Stäötvstör.dst:-tenversam!Ntung ich positiven Sin'ne nichtS! züihnn - hast 'west -H Watzl^- Hst! W.ihl'recht - uicht als' ÄngHori^ irgend 'einest Konfession' aüsüdcit' Men.^-'söridtW AnW liiid Meinals VüHer -des' GeinkikiwesenS, Dem Me ängehöecN.- sii fälltes -'uns-gar nicht «st 'dsesest^od'e^jeirest^ükrdlLäten od'er.Hlesstwdsr jekst Wrki MeüdwieM MWchbem & G-stLELM-st «jaa.455 iits i-vj.'j-ifQ 51 ~!fr £)■ MeimHMlssens stt^cheützaijsemWäyeWfMe

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