Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 102-103 (30.12.1925)
- Date
- 1925-12-30
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 842 JUEDISCHE RUNDSCHAU NriOMoj Macht and Verantwortung Von Emanuel Ncumann. New York. In dem Organ der amerikanischen Zionisten, ״The New Palestinc", veröffentlicht der bekannte amen• kanischc Zionist’, der auch Vorsitzender der Budget• Kommission des letzten Kongresses war, einen Auf* salz, der auch in Europa Beachtung verdient. Es werden darin Gedanken dargclegt, die auch in diesem Blatt vielfach vertreten worden sind; cs wird die Notwendigkeit einer inneren Reform der Partei als Voraussetzung eines künftigen besseren Gelingens der Kongresse betont- Im Mittelpunkt Mehr dabei die schon wiederholt diskutierte Frage der Schaffung eines zionistischen Zentrums. Wir hoffen, daß dieser Auf• satz die unterbrochene Diskussion wieder beleben wird (5. auch den Artikel von Bileslci in־ der heutigen Nummer) und begnügen uns damit, einige kleine tatsachliche Berichtigungen anzufügen, um diese aus der Diskussion auszuschalten. Im übrigen ist es für uns interessant, wie ein Amerikaner die Lage sieht, in vielen Punkten zweifellos richtig, in manchen Punkten u. E. irrtümlich. Darum geben wir den Artikel hier fast wörtlich wieder. Ncumann beginnt mit einem Hinweis auf die Nachwirkung des XIV. Kongresses und fährt dann fort: Nicht daß der XIV, Kongreß keine positiven Resultate gezeitigt hätte. Im Gegenteil, er hat wahrscheinlich mehr bc׳ deutsarae gesetzgeberische Arbeit durchgeführt und eine größere Menge Geschäfte erledigt als die meisten seiner Vorgänger. Aber auch seine Mängel waren offenkundig. Sie waren mindestens so auffallend wie seine Leistungen. Wenn er in gewisser Hinsicht einen Fortschritt gegen frühere Jahre darstellt, so 'war er in anderer tatsächlich ein Rückschritt. Und wenigstens vom Standpunkte parlamentarischer Tätigkeit betrachtet, war sein Verlauf schleppend, oft krampfhaft, quälend, ja geradezu lähmend. Wenn ich jetzt versuche, mich damit zu beschäftigen, so merke ich, daß ich mich in Gesellschaft bcfic.de: der Gegenstand ist noch warm. InDcutschland blasen Hold* heim und Roscnblüth in den Spalten der ,Jüdischen Rundschau" ins Horn; in ״New Palcstinc" behandelt ein 'Artikel aus der ausgezeichneten Feder von Osias Thon den* selben Gegenstand, während Meier Berlin an anderer Stelle dieselbe Frage interessant erörtert bat. In allen diesen sowie auch in früheren Diskussionen merkt man ein Suchen und Tasten: wir sind beunruhigt durch den letzten Kongreß, verwirrt durch seinen unerklärlichen Verlauf, und cs drängt uns, den verborgenen Fehler zu suchen, die Gründe für seine Krisen, für seine Schwankungen, für seinen unerwarteten und unbefriedigenden Ausgang. Es wurde der übliche Versuch gemacht, die Schuld wieder einmal den Parteien und ״Fraktionen" zuzuschichen, diesen anerkannten und traditionellen Störern des ״Burg• friedens". Sie wehren sich, nicht ohne einen Schein von Berechtigung. Da sie für gewisse Rollen ausersehen sind, sind sie befugt, sic zu spielen, wie sie müssen. Denn sic sind Minoritätengruppen mit Programmen und Anschauungen, die von denen dcr־ Majorität abweichen. Ihrer streitbaren und kritischen Funktionen, ihrer kämpferischen Qualitäten ent* kleidet, würden die Fraktionen ihre Daseinsberechtigung und die Fähigkeit wcitcrzulcbcn verlieren. Die Minorität würde sich allmählich der Majorität assimilieren. Noch nichr: die hochgeslimmte Beredsamkeit und das lebhafte Verhalten der Parteien uüd Fraktionen auf dem Kongreß •bedeutet kein neues Element und keinen neuen Faktor der Situation. Ihre raschen Angriffe und Schwenkungen, ihre geschickten Umstellungen und Kombinationen, die plötzliche Sammlung ihrer Kräfte zu einem gemeinsamen Vorstoß vom rechten oder linken Flügel gegen das Zentrum — das gehört 711 den vertrauten und ständigen Freuden der Existenz unserer Organe. Es bedurfte auch keiner außergewöhnlichen Voraus• sicht, um von vornherein die relative Starke dieser vcrschicdenen Gruppen abzuschätzen. Bei früheren Kongressen waren sic die unfehlbare Quelle der meisten effektvollen uud dra• manschen Momente. Sie lind die Zymbcln, Trompeten und Xylophons unseres vielstimmigen Orchesters; und ihre schneidenden und gelegentlich unharmonischen Töne werden all* mählich als unvermeidliches und rechtmäßiges Zwischensniel unserer parlamentarischen Symphonie betrachtet י— wenn nicht sogar genossen. Dem XIV. Kongreß und seinem unberechenbaren Verlauf eigentümlicher war die neue. Streitfrage, die sich erhoben hatte: die der vierten Alijah in ihrer Beziehung zu dem bestehenden System der Immigration. Kolonisation und Vcrwaltung. Hier rang sich ein neues Prinzip zum organisierten Leben durch, schrie nach Anerkennung, drängte Rieh in den Vordergrund, rannte auf seinem Wege gegen feststehende Pofcitioncn an und gab dadurch Veranlassung zu neuen Kombinationen. Denn cs wurde sofort zum Kriterium der Grupncnbildung und die Delegierten gruppierten sich entsprechend ihrer Sympathie für oder ihrer Antipathie gegen die neue Richtung. In den durch solche Strömungen und Gegenströmungen heftig bewegten Gewässern hatte die Bemannung auf wenig Hilfe und Führung von selten des Kapitäns zu rechnen. Wenn überhaupt, so wurde die Situation durch die Tätigkeit — oder besser. Untätigkeit — der Exekutive verschärft. Ob' aus einem Uebcrmaß an demokratischem Eifer oder aus ׳Achtung vor irgendwelchen verborgenen Traditionen zionistischer Kongresse, ob unter dem ansteckenden Einfluß kontincntaler Gebräuche oder aus dpr bloßen Unfähigkeit, zu einem gemeinsamen Entschluß, zu kommen, welches immer der Grund war, die Tatsache blcib't bestehen, daß die Exekutive so gut wie gar nicht cinscliritt, als ihre Intervention am notwendigsten und unerläßlichsten war. Und so geschah es, daß zwar der Misrachi und die Hitachdut, die Poale-Zin״ und die Radikale Grupoc, die Zcire-Zion und die Rcvisionisten ihr feststehendes Programm und einen wachsamen, angriffslustigcn Gcneralstab hatten, die große’ Masse der all* gemeinen Zionisten aber, auf welche sich die Leitung stützen muß, uneinig und verwirrt war. Kein stark und gut diszipliniertes Zentrum gab es, sondern nur zerworfene Bruchstücke die. der energischen und autoritativen Fühlerschaft, auf die sie Anspruch hatte und die zu schaffen die Pflicht und Schuldigkeit der Exekutive gewesen wäre; entbehrte. Aber die •Leitung verharrte 1ץו olympischer Zurückgezogenheit und sah ruhig zu, wie sterbliche Menschen, ihre Anhänger und Er. gebenen, blindlings gegeneinander und gegen ihre Gegner Ionogen und versuchten, einen Anschein von Ordnung und Richtung in dieses Durcheinander hineinrubringen. Mit der einzieen leuchtenden Ausnahme de« amerikanischen Mitglieds der Exekutiv* sagten die Führer wenig, taten gar nichts sondern standen abseits und entfernt. Aber zu all diesen störenden Tatsachen, und manchen bedauerlichen und anscheinend unerklärlichen Kundgebungen des Kongresses zugrunde liegend, kommt eine Tatsache von tiefer Bedeutung und weitreichenden Folgen, welche bisher nicht in vollem Maße beachtet worden ist Aenderungen sind gegenwärtig im Werden, die die Zusammensetzung •und Färbung des Kongresses nicht nur in den Fraktionen, sondern ebenso Im Zentrum betreffen. Es Ist emc Verschiebung in der relativen Stärke und Bedeutung der verschiedenen Landsmann• sehaften cingetrctcn, welche letzten Endes zu entsprechenden | Veränderungen in der Zusammensetzung der I Leitung und in der Richtung der ganzen Bewegung führen I wird. Diese tiefgehenden und unvermeidlichen Prozesse müssen erkannt und richtig cingeschätzi werden, wenn die Ober• flächenerscheimingcn verstanden und die normale, gesunde Ent* Wicklung unserer Bewegung gefördert und nicht gehindert werden soll. Schon früher hat es solche Verschiebungen gegeben. In den frühen Tagen konzentrierte sich die Führerschaft der Organisation ia der Gruppe um Ilcrzl, die größtenteils aus österreichischen und französischen Zionisten bestand, mit einem deutschen Einschlag. Aber infolge der Wirkung der demokratisehen Prinzipien begannen bald die überlegene Zahl des rur.si- .sehen Teiles und die überlegene Stärke, der deutschen Föderation sich geltend zu machen. Die Führer der beiden Gruppen setzten sich allmählich immer mehr durch, — bis endlich, nach dem Tode Ilcrzls, einer Vereinigung der russischen und deutschen Kräfte die Ucberwältigung der ״alten Garde" und die F.insctzung eines neuen Regimes gelang, in dem Otto Warburg, Tschlenow, Sokolow, Lewin, Hantke, Jacobson — und upoffiziell Ussischkin — die Hauptfiguren waren. Es kann nicht geleugnet werden, daß diese nun einsetzende Periode der russisch-deutschen Hegemonie einige der besten Leistungen hervorb'rachte und in der Geschichte des Zionismus einige der bedeutungsvollsten Seiten füllt. Die Ge* mütstiefc und Kraft der russischen Judenheit durchdrang und befruchtete den deutschen Zionismus.. Deutsche Tüchtigkeit, Disziplin und Gründlichkeit zügelte die feurigen Impulse, die aus dem Osten kamen, und verwandelte sic in produktive Arbeit. So schufen diese beiden Kräfte ein reiches, abwechslungsv01!c3 und fruchtbares zionistisches Leben, das eine, noch reichere Ernte versprach. In diesen Ländern gab es die größte Anzahl Schckelzahler. Sie sandten die größten und tätigsten Delc* gationen zu den Kongressen. Sie trugen den größten Anteil an den damals erforderlichen Fonds. Aus dieser Vereinigung entsprang eine bemerkenswerte Blütezeit der zionistischen Literatur ia hebräischer, russischer, jiddischer und deutscher Sprache. Mit einem Wort, sie. errichteten die eigentlichen Stützpfeiler und Bollwerke der zionistischen Bewegung. Aber der Wirbclsturm des großen Krieges unterbrach gewaltsam und tragisch den normalen Entwicklungsgang. Er zertrümmerte die Exekutive und zerstörte beinahe die Organisation selbst. Er brachte das unschätzbare Geschenk der Balfour-Deklaration, aber er erschütterte auch das Gebäude unserer Bewegung bis auf den Grund. Die Weltkarte änderte sich und damit auch die. jüdische Landkarte. Durch niemandes Schuld, nur durch das unvorhersehbare Spiel der historischen Mächte, ist die russische ludcnhcit dazu verdammt, vorläufig aus der zionistischen• Landkarte, gestrichen und ausgeschaltet zu werden. Die deutschen Zionisten wurde» nicht so grausam mitgenommen, aber sie gingen geschwächt und verarmt aus den Verwüstungen des Sturmes hervor, mit einem Verlust an Zahl und Land, mit verringertem Ansehen, mit schwindender politischer Bc• deutung, mit einer heftig schwankenden und nahezu wertlosen Währung. Ihre zionistische Ideologie, ihr intellektuelles Leben blicb'cn stark und leidenschaftlich, aber was ihre politischen und materiellen Ililfsoucllrn anlangt, mußten sie unvermeidlich; zu einem niedrigen Stand herabsinken. Bildlich dargestellt: Deutschland, einst das Bollwerk der Bewegung, war auf dem letzten Kongreß durch acht unter insgesamt 30י Delegierten vertreten, während Rußland mit seinen 3 Millionen Juden keine.» einigen hatte. .Aber die .gleiche internationale,Erschütterung ,hob anJcrq Gruppen plötzlich zur Höbe, und‘unter ihnen vor 'aile.ni die. Polen und die Amerikaner. Durch die automatischen Wirkungen derselben Kräfte haben diese, beide» den' tatsäch• liehen, nenn auch nicht offizielle.» Vorrang in allen Fragen erlangt, die den Autbau »Irr nationalen Heimstätte, betreffen. Amerika mit nahezu 4 Millionen Juden, frei, wohlhabend, politisch mächtig, ist schnell in die vorderste Linie gelangt. Von.allen Ländern außerhalb Englands Kot es die bedeutendste politische Unterstützung vor Erlangung der Balfour-Dcklaration und dann wieder bei der Bestätigung des Mandates. Es hat nicht nur während des Krieges die zionistischen Institutionen in Palästina gerettet, sondern hat auch seither den größten Teil der nötigen Gelder aufgebracht. Gleichzeitig mit seiner politischen und finanziellen Mitarbeit erweiterte und entwickelte cs seine Organisation und kam zum XIV. Kongreß als die stärkste, und mächtigste Landsmannschaft, mit 46 Tfeilcn in seinem Köcher. Weniger vom Schicksal begünstigt, aber an der raschen Entwicklung Palästinas unmittelbarer und direkter interessiert ist die polnische Judenheit. Der Zahl nach die zweitgrößte Judenheit der Welt, steht sie an erster Stelle, was die Stellung von Chalndin rml.m״t, und in jüngster Zeit ';»11 die Haupt* quelle jenes neuen Typus von ’Palästina-Immigranten, die man unter dem Namen ״vierte Alijah" 2usammenfaßt. Kapital, Arbeit, industrielle Gründungen, Landgesellscbaften werden ln Polen wie in keinem anderen Lande der Diasnora zur frlcd* liehen Eroberung Palästinas fieberhaft mobilisiert. Auch ln politischer Hinsicht ist die polnische Judenheit nicht ganz ohne Einfluß. Trotz der Zerrüttung der Finanzen des Landes hat sie^ ihre Beiträge für den Keren Hajrssod und den Keren Kajemcth ständig erhöht. Und beim letzten Kongreß war die polnische Grunpe fganz abgesehen von der großen Mir.. r.aehi-Drlegation) die weitgrößte unter den Landsmannschaften und 7'ihlfe nahezu 30!')elegierte. Dieser (׳hier aus Platzmangel nur angedeutetel Aufstieg Amerikas und Polens 7.t1 Macht und Bedeutung in der zionistisehen Bewegung ist heute die wichtigste politische Tatsache in dem internen Leben der Organi• sation. F.s wäre töricht, das nicht sehe» zu wollen, denn cs ist unmöglich, es zu leugnen. Diese Tatsache ist ebenso wie das unglückselige Zuriirkdrängen Rußlands und Deutschlands in den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verhält* nissen der. Nachkriegszeit begründet. Te früher man diese Wahrheit cinschen. anerkennen und offen damit rechnen wird, desto früher wird die Politik und Verwaltung unserer Be* wegung mit dieser herrschenden Situation in Einklang gebracht werden und desto vollkommener .wird <deh die Organi* Ration von ihren gegenwärtige!) Uebeln erholen. Daß unsere <1 out sehen Freunde diese Verwandlung mit Itnzufriedrnheit und Mißfallen betrachten, Ist nur nntilr. lieh. Sie waren dazu gekommen, sieh — nicht oline Grund — für die intellektuelle Aristokratie der Bewegung zu halten. Sie betrachten «ich als die' Bewahrer und Verwalter der Kesten urJd. edelsten Traditionen der Organisation, was sie ja auch ursächlich sind. Angesichts der bitteren, betrübenden Wirk• liehkeif der Gegenwart^ blicken sie zurück zum Ruhm der Ver■ eangenheit und hegen ihre stolze Ausnahmestellung ebenso?;Irt. heb und beharrlich, wie sie sich an den Besitz der offiziellen Archive in ihrem Berliner Büro klammern, trotz des wieder, holten B•• yMusse«. sic nach London oder Jerusalem zu ver* Irren*). Und als Folge dieser Einstellung sehen sie mit Mißfallen auf die ״neuen Mächte" Amerika und polen als auf unfeine und etwas ungebildete Parvenüs, die vielleicht als *) Diese Darstellung darf nicht unwidersprochen Weihen, Die deutschen Zionisten haben seit dem Kriege erwartet, daß di« Amerikaner die Führung übernehmen werden, die rieh' jedoch dieser Aufgabe stets entzogen. Wie falsch Neu• dienende Mitarbeiter verwendet werden können, aber noch nv reif sind für das Priesteraiat. Vielleicht haben sie recht, Kurz, die Aufrührer von ehemals, die vor etwa 15 Y״׳, die alte Garde absetzten, sind nun die alte Garde von geworden, die gegen eine ungeheuere Uebermacht um ihre moralische und politische Hegemonie aufrcchtzucrh-Y Ihre geringe Zahl suchen sie durch Bündnisse und Verrirju gen zu ersetzen, durch geistige Führerschaft und durch jl, moralischen und persönlichem Einfluß auf Exekutive i'ü, Aktions-Comitd. ,Das erklärt zum Teil den sonderbaren vjt'irt stand, daß in den Anfangsstadien des letzten Kongress, ■; deutsche Delegation (bestehend aus acht Mitgliedern) »am mit anderen kleinen Gruppen deutsch sprechender h, Zu 1 kul־ Lut .. (*!ja m gierter versuchsweise ein Bündnis mit der Hitachdut, d,.r fuv,.,V' ן den Partei der Linken, schloß**) und scelenrubig die :•:!^0P1 kanischen Delegierten (46 an der Zahl) einlud, sich' {£,1 ־li?>on ״Block" anzuschlicßenl (Dieser seltsame Vorschlag karmYi^d aUC^ einen mangelnden Sinn für Humor nicht ausreichend <cine werden.) Vielleicht kann dies auch zur Erklärung der ’.,Y bibli erstaunlicheren Tatsache beitragen, daß die Wcigcrun;%5־ -hc DiS Amerikaner, sich dieser Verbindung anzusrhließen und :jY," rha< Forderung, daß die Deutschen und die Polen sich mit *6| •norik» englisch sprechenden Gruppen zu einem starken Zentrum* י' block zusammcnschließen sollen, mit einer gewissen י gültigkeit, wenn nicht mit tatsächlichem Mißfallen selbst v.|Tr'c׳>ul 1 einigen führenden Mitgliedern der Exekutive betrachtet vu:-|;'^cm|! deren Leben doch geradezu von dem Fortbestehen des Zcntr-: abhängt. Hätten wir nachgegeben, wären die Al!gcm־׳i;,| Zionisten gesprengt und auscinandergerisscn worden. •v Zentrum wäre vernichtet gewesen und statt seiner wären Flügel entstanden, einer beherrscht vom Misrachi und andere von der Hitachdut. und der übrigblcibcade Teil Zionisten in der Rolle dr.s baumelnden Schwanzes am Dra!1־ von unbestimmter Beschaffenheit, Statisten neben den; Hauptfiguren der Handlung. Welches ist der Ausweg? Wie können alle diese *!. streitenden Interessen ausgeglichen werden? Wie sollen c:״• anscheinenden Schwierigkeiten gelöst werden? Ich schlage nicht vor, daß die deutschen Zionisten :! Führerschaft nicderlegcn, welche die Polen oder die Airkaner übernehmen würden. Sicherlich haben wenigstens * Amerikaner no־׳h viel zu lernen. Unser Wahlbezirk muß : die Last und Verantwortung der Führerschaft erst erzog׳ werden. Wir müssen tiefer in die zionistischen Probleme ׳ dringen und einen internationalen Weitblick und einen »!׳:- reren politischen Sinn enhviekeln. Aber die gegmwj:!1. Verteilung von Macht und Verantwortung wird sich n:־ halten. Zionistische Führerschaft und zionistische Politik ml־• mit den Wirklichkeiten der Gegenwart in Einklang gebr.v werden. Solange dies nicht geschieht, wird es beim Kongreß L starkes, engverhundenes und beherrschendes Zentrum grb Und ohne, starke■;, engverhundenes und beherrschender. 7triim kann es keine, kraftvolle, und kampflustige. Führrt'ri gebe». Ohne kraftvolle und kampflustige Führerschaft v.\ das zionistische Staatsschiff notwendig auf den Wellen trdb und irren, von jedem Windstoß dahin und dorthin getrüb׳: von den Minoritäten vergewaltigt, von der geringsten Op? sition eingeseliüchtert, von Angst, Zaghaftigkeit und wechseln! Hysterie beherrscht. Eine offene Neueipschätzung der politischen Kräfte Bewegung, eine neue Verteilung von Macht und Vera: wortung. auf der festen Grundlage eines neuen Verstchr• der Aufbau eines starken, energischen, disziplinierten : kampfesfroben Zentrums — das gehört zu den dringend1 und unmittelbarsten Aufgaben. der zionistischen Staar5ku:? ■ ־־ cs;.ף : ־.' ' '___ר | . dar I4tcin״l' Angriffe gegen Slcphcn Wise New York. 25. De/. fJ.T.A.) Rahhi Stephen Wise hat am let/icii Sonnabend im Tempel seiner Ciemeir eine Predigt gehalten, die an das bekannte Werk von D: Joseph Klausner-Jerusalem ״Das Leben Jesu“ anknüpfte uri dabei nasführte, die Juden müßten Jesus als einen au dem Judentum hervorgegangenen Lehrer anr kennen und seinem ethischen Kodex zustimmen. Die Jud: seien weit mehr als die Christen dazu bestimmt, diese ethisch׳ Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen. Rabbi Wisc lobte ri!:׳ haltlos Klausners Werk, welches vor kurzem vom Priest; der St. George’s Kathedrale zu Jerusalem, Danby, aus de״ Hebräischen in das Englische übertragen und herausgcgjbt worden ist. Die Union der orthodoxen Rabbiner Am r 1 k a 8 veröffentlicht darauf einen P r 01 c s t, worin sic [> Wisc einen Kcfzcr und Verführer nennt und kategor:׳■:; fordert, dal) Dr. Wisc, der von der Zionistischen Organist:" Amerikas zu 111 Präsidenten des Komitees für die Aulhrin;:::׳ von fünf Millionen Dollar für den Palästina-Aufbau geuv.h worden ist, dfese Würde unverzüglich nieder I c g c n s o 11 c־, da sich die Union sonst veranlaßt sehen würde die Judenschaft Amerikas zum Boykott dieser Kar pagne aufzufordem. Herr Dr. Stephen S. Wise sandte an die Jüdische Telegraphcn-Agcntur eine Erklärung, in der es u. a. heißt: ״Ich verstehe diese Erregung nicht. Keiner, der mir 7:■ gehört hat, könne cs wagen, zu behaupten, ich hatte die Judcr. aufgefordert, ihren Glauben zu verlassen und Jesu Lohre nr.■ ninchmcn. Es bleibt aber die Frage, weshalb es einem Judcr nicht gestattet sein soll, objektiv über die Lehre eines gi! laischcn luden zu sprechen, wo es doch gilt, jene Volke die sein Dogma angenommen haben, daran zu mahnen, גס! sic gegenüber den Juden ein unchristliches Benehmen an dr: Tag legen. Es ist traurig, daß cs einem Juden nicht gestattet sei, über Jesus, der in vollkommen jüdischer Umgchm־.׳ gelebt hat, und aus der jüdischen Lehre heraus seine Ethik b seine Zeit und für alle Zeiten geschaffen hat, zu Sprecher. Diese Ethik Christi ist ja unsere Waffe gegen alle Anfeir.־ düngen und Verfolgungen, die wir durch die christlichen Volke: zu erleiden haben.“ st f :r nur : ' •;scr ׳ ■istigci 1;.׳a?scst» 1 ¬י beson ' ■׳opheti : oruberj :xcifclIC ■ ras Ju« 1 feuer 1 •.־jener j Varl S 1 .cinim! :trifft . Tcrke V0L jflsten J indlieh' ׳ ■;;reitet«:! iebräis» ,. er hei,; -A dc<; ־ Mishac ' H*\' 1 tcr i;thr ini. euerba'' Labbin« aben ‘ : >a erzi : - FmI. :hende 1 ::amalig.: :׳■ Lchcr'!;.!■־, graphisch g: Wie unmittelbar vor Schluß des Blattes tclcgrnpi: gemeldet wird, Ist Stophen S. Wisc wegen der gegen Ihn gerichteten Angriffe alt Vorsitzender des Drive xu• rückgctrcten. Mr. Nathan Straus hat zum Beweise seiner Sy־״׳ pathic für Wisc 150 000 Dollar für den Palästina-Drive p spendet und Wisc gebeten, an der Spitze des Komitees *u bleiben. «L•!■ ibbinf1: wacllii;1 nd d*;:: an 11 ilaube^ (־ ־ankli«’, ,!)er ju» , ücr A!׳ R:!ruck .י; Av; h wir* 11d p;,'';ad c:1t«' 1 >rigin i iliutv : c k ־ satte, , \bcr 1' '1 SSige': Vc-i uns d«, den \v ianeh־ rmitt' Dir ־,cs' richtig verde: D ichrcr ׳uchhi!־ein 1 Kritizi hefreu Baum Lmkc '-׳־d h iilos u ma mann» Auffassung Ut, geht au» seinem B e i * p i e 1 deutlich hervor. Die deutschen Zionisten haben nicht die grrin:"tf Verantwortung dafür, daß.das Archiv der früheren Exe'.;vtt>vf (aus der Wiener, Köln^c und Berliner Zeit) bisher niri•1 von Berlin abtransportie.rt wurde. Dies ist lediglich eine Speditionsfrage, keine politische. Kein' deutscher Zionbt legt Wert darauf, daß das Archiv ln Berlin liegt. Aber c« lif£l nicht in der Macht der deutschen Zionisten, es von hier^ xy verbannen. Red. ״T. R" **) Von einem snlcheu Bündnis" ist uns nichts bekannt. Wenn aber der Verfa»«e.r damit nicht formelle, sondern ־®זין grammatische Fragen meint, «o wird bei anderer Gelegenheit darauf einzugehen «ein. Red. JT. R.“ 4'ütg ,Kclij cm 1' dci und . L F. E ^cktc •.rein 1 ■41mu I berge ' 1812 Und! *issc 1 dali ן ' Verla