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Jüdische Rundschau · 1925-12-23 · Heft 100-101 (23.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 100-101 (23.12.1925)
Date
1925-12-23
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 834 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nt. lOO'loi der Grundlagen unserer nationalen Erziehung’ werden, muß den ersten Platz bei der Ausbildung der Chaluzim behaupten/ Selbstverständlich ist sein Militarismus (wie jeder andere) ״nicht ngressiv, sondern nur defensiv". ״Der abwehrende Militarismus ist eine heilige Sache und wir werden ihn mit Worten und Taten predigen.“ .... Dabei findet man bei Jabotinsky Gedankengänge, die bet seinem sonst so klaren und strengen Denken durch ihre Naivität überraschen. So, wenn er davon spricht, daß die ganze zivilisierte Welt uns das Recht auf den Judenstaat in seiner Auffassung zuerkennt, oder daß, falls England nicht das Judenstaatsprogramm verwirklicht, der V Ikerbund cs tun wird. Die konservativen Parteien in allen Völkern, die Jabotinskys Anschauungen nahe stehen, haben nicht die geringsto Sympathie für den Zionismus; die demokratischen und sozialistischen Parteien könucn unsere Auffassung des Zionismus billigen und fördern, niemals aber die Jabotinskys. Ebenso naiv ist cs, wenn er von einem ״gut vorbereiteten und feierlich aufgemachten alljüdischcn Kongreß“ spricht, um die von ihm verlangte neue politische Offensive des Zionismus cinzuleiten. Es kämen zu diesem Kongresse nur Zionisten, und sollte er sich auf Jabotinskys Standpunkt stellen, auch mir ein Teil der Zionisten. Wir leben heute in einer Zeit, da die nationale Bewegung auch die Völker des Orients ergreift und diese nach nationaler Unabhängigkeit streben. Ein sittlicher Nationalismus mußte mit diesen Bestrebungen Sympathie haben. Der rein politische Nationalismus Jabotinskys hat sic nicht. Er stellt sich ganz und unzweideutig auf *die Seite der europäischen Kolonialinächte als unserer Verbündeten zur Durchsetzung des Nationnlismus. ״ln England, aber auch bei den zivilisierten Nationen des Mittclmecrbcckcns wächst die Erkenntnis, daß Europa seine Aufgabe an den Süd- und Ostufern des Mittelmcercs noch nicht erfüllt habe, daß die europäischen Völker allen Versuchen, die darauf ausgehen, sic von den Küsten zu vertreiben, aufs entschiedenste ein Ende machen müßten. Ein Volk, das sich als unser Feind erklärt, das unser Vorderben suchte, befindet sich im Zustande offener und verstecktcr Feindseligkeit gegen Europa, d. 11. gegen einen bisher unbesiegten Gegner. Das sind politische Tatsachen von heute.“ Vielleicht doch nicht ganz so, wie cs Jabotinsky meint. Aber er versucht mit allen Mitteln, den aufstrebenden Nationalismus der Orientvölker zu bagatellisieren. Dabei hat er Recht, wenn er von der sterbenden Macht des religiösen Panislamismus spricht. Aber an seiner Stelle erwacht ein demokratischer Nationalismus, der so viel mehr Schlagkraft in sich hat, daß die klugen Augoratürken erkannt haben, daß cs schon jetzt besser ist, sich nur auf ihn zu stützen, und den alten Mantel des Islam und das Kalifat ab/ulegcn. Und Jabotinsky sagt weiter: ״Wir können nicht einmal die arabische Bewegung unterstützen, da sie uns vorläufig feindlich gegenüberstellt, und wir freuen uns alle herzlich an jedem Mißerfolg dieser Bewegung nicht nur im benachbarten Ostjordangebiet, in Syrien, sondern auch in Marokko.“ Daß dies die Verkündigung ewiger Feindschaft zwischen uns und den Arabern bedeutet, ahnt Jabotinsky ebenso wenig, wie •■'laß mau gegen seine Ansicht auftreten kann, nicht aus irgendwelcher besonderen Freundschaft oder Liebe für die Araber, sondern gerade 11m der sittlichen Grundlagen unserer nationalen Bewegung willen. Wir aber halten rs für eine seltsame Ironie des Schicksals, daß das Volk, das im Okzident das orientalische Pariavolk war, min trunken von der Assimilation des letzten Jahrhunderts nach dem Orient als das okzidentalc Herrcnvolk zurückkehren will. Dies erscheint uns als eine solche Unmöglichkcit, daß wir eben schon deswegen Jabotinskys Zionismus für unverwirklichbar halten. Das Ziel unseres Zionismus sei mit Landauers Worten gegeben: ״Daß die Juden unter det Führung geistiger tmd starker Naturen das besondere Wesen, das sic wie jede Nation in Jahrtausenden nusgebildct haben, rein und schöpferisch gestalten, daß sie die Freiheit, Selbständigkeit und Eignung ihrer Seelen im Kampfe um das Heilige vom Wust des Unver- Rtnndcnen und äußerlich mechanischer Gewohnheit retten und mit drängendem Lehen erfüllen und sich und Ihr Wesen der entstehenden Menschheit schenken, di r das Judentum so wenig fehlen darf wie irgendeine andere Stufe und Schattierung des Menschlichen.“ Die politische Form Palästinas, der wir zustreben, hat Arthur Ruppin auf dem XIV׳. Zionlstcnkongrcß folgendermaßen definiert: ״Palästina wird ein Zweinationalitütenstaat sein. Beide Nationen werden nicht nur den eigenen Lebensnotwendigkeiten Rechnung tragen, sondern auch die Lebensnotwendigkeiten der anderen achten. Wenn das nicht möglich wäre, würde ich an der Verwirklichung der Idee verzweifeln. Aber es ist die Möglichkeit gegeben, ein Gemeinwesen zu schaffen, in dem beido Völker ohne Vorherrschaft des einen und ohne Bedrückung des anderen in voller Gleich- Berechtigung zum Wöhle des Landes arbeiten.“ Her einzige Weg zu diesem Ziele ist der Weg des Friedens und der Gerechtigkeit. Dies scheint uns auch der jüdische Das jiddisch-wisseosdiaHliehe laslilnt Das Hauptbüro der jüdisch-kommunistischen Sektion (Jewsektia) beschloß, alle Reden und Gedanken Lcnii über die J11 d c n f r a g c in einem Sammelwerk in jiddisch Sprache herauszugeben. 1 >ie Organisation des jiddischen wissenschaftlichen Institi schreitet fort. Aus mehreren Ländern kamen Mitteilungen üb Neugriindtmg von Landessektionen des Instituts, lieber stehen namhafte jüdische Gelehrte an der Spitze, die sich au positiv an den vcrschiedcntlichen Forschungsarbeiten des ] stituts beteiligen und dessen Ziele verwirklichen helfen. In Amerika bildete sich ein Landcskomitcc für d jiddische wissenschaftliche Institut mit den Gelehrten I Kahn, Sch. Niger und Dr. J. Schatzki (Sekret; an der Spitze. Dieses Komitee beschloß viermal jährli ״Schriften“ des Instituts herauszugeben. Die amerikanisch Institutsfrcundc beabsichtigen, die philologische Serie c ״Schriften“ des Instituts (ungefähr 50 Bogen jährlich) j eigene Kosten herauszugeben. Ein Lchrcrkomitcc der Schul des ..Arbeiterrings“ und die Teilnehmer des jüdischen Lehr Seminars ordnen sich dem amerikanischen Komitee unter Auch in Estland tmd Litauen bildeten sich Ortskomitc um das Institut zu stützen. Vor kurzem wurden in Berlin Sitzungen der pädac gischen Kommission des Instituts abgchaltcn. Anwesend wai L. Aronson. Esther Berger-Gutmanw, R. q0j berg, Ch. Twersky, Rosa Simchowitsch < Frankel, B. Koztn, Prof. Dr. Schncursohn und < Präsidium des Orgamsationskomitccs A. Tscherikow und N. Stil Es wurde der Arbeitsplan der Kommissi durchberaten und verschiedene Beschlüsse gefaßt \ Ernst Toller Aber Palästina Ernst Toller, der bekanntlich mehrere Wochen in London weilte und dort von der Öffentlichkeit mit großer Herzlichkeit aufgenommen wurde, hatte im Rahmen einer Gesellschaft von führenden Persönlichkeiten der 1. L. P. (Indepeudent Labour Party -־ Unabhängige Arbeiterpartei) Gelegenheit, auch über Palästina zu sprechen, wo er im vergangenen Frühjahr gewesen ist. Das Wochenblatt der I. L. P., der (von Brailsford hcrausgcgcbcnc) ״New Lcadcr“ bringt am 11. d. M. einen Bericht über diese Versammlung, von Margaret AL Green. Hier werden aus der offenbar langen Unterredung allerdings nur ein paar Sätze hcrausgenonuncu, die der Referentin kurios und interessant erschienen. Zunächst wird Tollers Beschreibung des komimuiislischcn Lebens der Kwuzoth wicdcrgcgebeti. Als er erwähnte, daß die Frauen auch die Kleider gemeinsam haben, machte Mrs. Rüssel (die Frau Bertrand Rüssels) den charakteristischen Zwischenruf: ״Das kann nicht dauern!“ Brailsford vergleicht die Lebensart der Kwuzoth mit den primitiven Sitten der Polynesier, die auch ihre Waffen gemeinsam haben. Hierauf gibt die Referent!» eine Zusammenfassung des Tollcrschcn Berichtes: Der Klassenkampf beginnt auch in Palästina. Wenn die schwere Arbeit der Urbarmachung getan ist, werden die Kommunisten hinausgevvorfen werden. Schon verwenden reiche Juden die billige arabische Arbeit. Der Antagonismus zwischen Arabern und Juden ist unvermcidlich, die Juden stehen vor dem Dilemma, entweder die Araber oder die Engländer zu Feinden zu haben. Die Furcht der Araber vor jüdischer Majorität ist aber unbegründet. Soweit der Bericht im ״New Leader“. Ein Mitglied unserer Redaktion hatte Gelegenheit, im Anschluß an diesen Bericht ausführlich mit Toller zu sprechen. Toller bezeichnet den Bericht als sehr unzulänglich, wie eine so kurze Wiedergäbe eines dreistündigen Gespräches, obendrein durch eine offenbar den komplizierten Problemen Palästinas fernstehende Persönlichkeit, notwendig sein muß. Toller betrachtet Palästina und Zionismus zunächst unter dem Aspekt des großen Erlebnisses, das für ihn die Begegnung mit den Chaluzim und der werdenden Welt Ercz Israels gewesen ist. Was dort geschieht, ist — so meint er — ein so großes und bewegendes menschliches Ereignis, daß es wertvoll ist, ganz ohne Rücksicht darauf, was aus dem zionistischen Unternehmen als Ganzem wird. Wenn er vom Zionismus selbst spricht, dann schweigt der Dichter und cs redet der Politiker, der Angesichts aller wirkenden Faktoren seine Skepsis nicht überwinden kann; er sicht die Widerstünde zu groß, wenn nicht, wie er sagt, die Juden den Gedanken eines nationalen Judenstaates aufgehen. Uehcr die Notwendigkeit einer Ein- Ordnung in die arabische Welt denkt er so ähnlich wie wir, aber er vermißt (wie wir!) bei den meisten Zionisten, besonders in Palästina, das Verständnis für diese Sachlage. Man kann also Tollers Anschauung auch viel positiver formulicrcn, als cs Miß Green, gewiß in bestem Glauben, getan hat. Wer von uns weiß heute, was aus Palästina werden wird? Aber genügt cs nicht, ln der Gegenwart etwas Großes zu tun, den einzigen Weg zu gehen, der uns als Juden offen steht, in dem festen Glauben, daß die Wirkungen dieser Anstrengungen und dieser Leistungen bleibende sein werden, das Judentum emporheben und befreien werden? Toller hat soeben seine Rede ״Deutsche Revolution“ (bei Laub, Berlin) erscheinen lassen; die deutsche Revolution hat uns gezeigt, zu welchen unlösbaren Konflikten der Weg der Juden in der deutschen Revolution geführt hat. Unbewußt und unsclmldjg haben sic indirekt (durch das Medium des Antisemitismus als leichtesten Werkzeugs der Demagogie) eher die Reaktion gefördert als die Ideale ihres, von anderen unverstandenen, ethischen Enthusiasmus; das ist ihre Tragik. Toller glaubt nicht an eine ״Lösung“ der Judenfrage, die zu tief und menschlich verwoben sei, um gelöst zu werden — die Juden sind der ״Pfeffer Europas“; aber die Judentragik muß er sehen lernen, und cs ist kein Ausweichen vor tragischem Geschick, wenn man zunächst einmal die schwersten Unreinlichkcite», die Krankheitskeime einer vergifteten Welt, in der man ersticken muß, hinwegräumt, bevor man an die rechte Arbeit geht. Gespräcbe mit Heine Gesammelt und herausgegeben von Hugo Bieber: Gespräche, Welt-Verlag, Berlin, 1026, •HO S. Gesammelt und herausgegeben von fl. Houben: Gespräche mit Heine, Rütten k Loening, Frankfurt a. M. 1926 1100 S. Das Bestreben, alle Hcinc-IVikiuucutc immer vollständiger zu erfassen •־ im (iiimde nichts weiter als der Wunsch, Heines Künstlertum und Menschentum von allen Seiten zu beleuchten ־ hat der Forschung zwei neue Beiträge zugeführt. II. Bieber, der verdienstvolle Herausgeber der ״C011fessio Judaica“ — einer für die Beurteilung des Juden Heine unentbehrlichen Anthologie (vgl. meine Rezension in Nr. 12 d. Jhg.) — und H. Houben, der Erforscher des ״Jungen Deutschland“, haben soeben, unabhängig voncin* amhr, eine Sammlung der von Heine mit seinen Zeitgenossen geführten ״Gespräche“ herausgegeben, die die Aufmerksamkeit jedes Literaturfrcumlcs bennspruchcn dürfen und ganz besonders stärkstes Interesse bei allen Heiuefreunden finden werden. Nicht nur weil die Veröffentlichung einer Sammlung von ״Gesprächen mit Heine“ eine Lücke ausfüllt, sondern vor allem deshalb, weil ״( iosprächc“ mehr als hei jedem anderen Dichter bei Heine geradezu einen integrierenden Bestandteil seines Gcsamtscluffcns ausmachen und also eine notwendige Ergänzung zu seinen Werken darstcllcn. Sein lebhaftes Tempcraincnt, sein sprudelnder Witz, seine gesellige Natur fordern gleichsam diese Form der viel spontaneren, absichtsloseren und menschlicheren Mitteilungsmöglichkeit seiner Ideen und setzen seine Gespräche — von der Form des Aphorismus bis zur philosophischen Diskussion — als ebenbürtigen Genossen neben die andern Quellen (Werke und Briefe) seiner so reichen dichterischen Produktion. Es muß keine leichte Aufgabe gewesen sein, diese Gespräche, die in allen möglichen gedruckten und handschriftliehen, deutschen und fremdsprachigen Werken, Zeitschriften, Tagebüchern, Akten usw. seiner Zeitgenossen, mehr oder weniger wahrheitsgetreu, aufgczcichnct waren, nt sammeln und zu ordnen; schon diese zähe und langjährige Satmncltätigkeit verdient vollste Anerkennung. Allein über den Wert solcher A«sgal>en kann im Grunde nur der Grad der kritischen Durchsicht und das Maß der Vollständigkeit des Materials entscheiden. Denn nur die Erfassung aller erreichbaren Doku- Inicnfc verbürgt die Objektivität des Urteils und bietet wirksamen Schutz gegen jede irgendwie geartete willkürliche StoffauswahL Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, gebührt der Ausgabe von H. Houben zweifellos der Vorrang. SeiV Absicht Ist auch — im Gegensatz zu Bieber — möglichste Voll ständigkeit in der Wiedergabe der Dokumente. Er hat h« i deutend mehr und andere Quellen erfaßt als Bieber und ״!' ’ 825 Gespräche gesammelt, die so ziemlich alle Fragen bcrühre», die ic einen Geist wie Heine beschäftigt habm i Das übcrrciclie Material wirft in mancher Beziehung c;n neues Licht auf die Weltanschauung des Dichters, auf se; ‘ Stellungnahme zu bestimmten literarischen, politischen, 80. zialcn und religiösen Fragen und auf seine persönliche Leben«,. ’ haltung. Nicht zuletzt wird sein Judentum durch interessant \ Mitteilungen (u. a. aus A. Weil!, Meißner) beleuchtet .1 i Stellen, die in einer neuen Auflage der ״Confessio Juciaica“ : vielleicht verwertet w׳crdcn sollten. •: Im ganzen bedeuten die ״Gespräche mit I leine“ (ין ןזד »»entbehrliches Sammelwerk, eine Art Lebensgrschiclitr (jr, j; Dichters — mm aber ״vo» seinen Zeitgenossen seihst ׳»c. I ] schrieben“. Dr. Walter I* i s c h c l I Eingesandt Zwei hebrSlsche Lehrbücher Wir erhallen folgende Zuschrift: Sehr geehrte Redaktion! Es gilt als wichtigster Grundsatz, der jüdischen Moral. ד״נח תוכח . אח עכיר״ך: Aber nur zurcchtwciscn, nicht etwa beschämen sollst Du Deinen Nächsten, den» :־הלב',* אח פגי הברו ברבים *ב' . Wir erklären darum von vornherein, daß wir uns mit Herrn Rcrggri'm in Verfolg seines Aufsatzes über unsere Bücher nicht auscinandrrsct/en wollen. Wir danken allen herzlich, die uns auf Fehler in unseren Büchern hinweisen, -- es sind uns solche unterlaufen, die wir nicht einmal mit der hei der Herausgabe notwendigen Eile entschuldigen wollen. In der kleinlichen Aufzählung solcher Bemängelungen liegt Gehässigkeit, da die bessere Kenntnis der Autoren jedem Einsichtigen klar ist. Daher an dieser Stelle nur Grundsätzliches: Wir, he• sonders der Erstuntcrzcichnctc, haben cs nach Jahren des Kampfes, seit 1906, den Eltern und der Lehrcrwelt abgetrota, von der Forderung, das Kind unmittelbar mit ,חפלד, und רדב׳ג beginnen zu lassen, Abstand zu nehmen. Wir müssen aber auf alte Anschauungen und tatsächliche ־ Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Wir w׳ollen deutsche Kinder in den Gebt der Sprache des Gottesdienstes cinfuhren und sic befähigen, schließlich die jüdische Literatur selbständig lesen zu können. Da wir uns, wie gesagt, dabei an die vorhandenen Texte anlehnen müssen, so kann cs sich im ganzen nur um eine methodische Behandlung dieser Stoffe, nicht aber um ein freies sprachliches Gebaren handeln. Germanismen und Umschreibungen nicht klassischer Art sind bei solchem für unsere Ziele notwendigen Vorgehen nicht zu vermeiden, denn pur so kann inan Kinder deutschen Sprachgefühls schrittweise in den Geist der Bi bei spräche (nur dies ist unsere Aufgabe!) cinführcn. Auf .Einzelheiten cinzugchen, müssen wir uns bei dem Ton, den Herr Berggrün anzuschlagcn heliebt, versagen; die überwiegende Zahl der namhaftesten Pädagogen ganz Deutschlands bekennt sich zu unserem Ziel, das beweist die große Zahl der Auflagen des ״Scliaarc Thora“ und erkennt die Richtigkeit unserer Methode. Nach wie vor werden wir für Verbesserung^Vorschläge jedem Wohlwollenden dankbar sein und dafür sorgen, daß bei Neu• crschcinungcn Fehler vermieden werden. Mit vorzüglicher Hochachtung J. &Levy. Dr. B. May. Frankfurt 2. M., 17. Dezember 1925. * Dazu schreibt uns Herr Berggrün, dem wir diese Zuschrift vorgelegt haben: ״Die Replik der Autoren ist die sachliche Antwort schuldig geblieben und versucht anstatt dessen mir Gehässigkeit vorzuwerfen. Es scheint, daß die Autoren nicht erkennen, daß es sich um einen חילול השם handelt, ינבל הקים שיש חילול השם וכר . Die Verfasser wollen die Diskussion auf das Gebiet der Methodik überleiten, während ich hauptsächlich die rein sprachliche Seite der Bücher kritisiert und an Hand von Stichproben nacligcwicscn habe, daß, abgesehen von den richtig abgcschricbcncn Texten, fast kein einziger Satz fehlerfrei ist. Die Verfasser suchen die Mängel ihrer Arbeit durch die absichtliche Verwendung von Germanismen zu erklären. Das ist an sich eine pädagogische Ungeheuerlichkeit, wenn man damit die Prinzipien des Unterrichts in alten und neuen Sprachen vergleicht und überdies eine Bciniintclimg der Schwächen ihrer Bücher, wie auch der andererorts jetzt seitens der Verfasser unternommene Versuch, alle Schuld auf den Druckfehlerteufel zu schieben, der ausgerechnet die unveränderten T«.xtc verschont hat.“ Wir selbst möchten dazu noch bemerken: Eine solche Frage, ob Lehrbücher schwere Unrichtigkeiten aufweisen, kann keineswegs unter dem Gesichtspunkt tief Rücksichtnahme auf die besten Absichten vier Autoren, tiie wir nicht bezweifeln, lief rächte! werden. Gewiß ist cs ertreulich, daß «die Erkenntnis der Unzulänglichkeit der bisherigen Methode des Religionsunterrichtes in jüdischen Lehrerkreisen immer mehr um sich greift. Der gute Wille, dies zu ändern, kann jedoch nicht entschuldigen, daß Kindern mit Fehlern gespickte Lehrbücher in die Ha.id gegeben werden. Das Beschämende an dieser Sache ist doch nur das Bewubtsein, daß in anderen Lehrgegenständen sicherlich ein solche Verfahren unmöglich wäre. Keine Schulbehörde würde d;e Einführung eines mathematischen Lehrbuches billige::, i:i welchem 2 X 2 - - 5 stünde. Warum gibt cs bei uns keine Instanz, die auf rechtzeitige Richtigstellung der Fehler drängt? Dies kann doch nur durch eine Bagatcllisienmg des hehr.!• ischcn Unterrichtes erklärt werden! Danun ist dies ei;* Angelegenheit, die auch das öffentliche VerantworumgsgcU!״׳ angclit und die Autoren müssen verstehen, daß ihre begreif• liciic Empfindlichkeit hier zurückgcstrilt werden muß, da c$ sich keineswegs utn einen persönlichen Angrift gegen sic handelt. RablBdruslh Tagores Interesse Iftr den Palüs!isa3nlb30 Der ״Haare/“ veröffentlichte vor kurzem einen PuvSt* briet Rabindranath Tagores au die palästinensische K:1’*dcvgärtnerin Frau Sulamilh Flaum, die eine Zcitlang bei Tagorf tätig war. Tagorc dankt für die ihm zugcsandten Buche■׳ (Bialiks Gedichte und Erzählungen Pinskis in englischer Lener• Setzung, sowie die Schriften /.angwills) und schreibt weiter- ״Da teil jetzt krank darnicdcrlicgc, hatte ich Gelegenheit un״ Muße, die Rücltcr zu lesen und ihren hohen Wert zu erkennen. Sic führten mich in die wundersame Aihmospharc des Lebens und der Bestrebungen Ihres Volkes ein... Ich wäre glücklich, wenn cs mir vergönnt wäre, Palästina z» ne* suchen, und wenn ich dort Freundschaft schließen könnte mit Euren Männern, die den Kampt um das Gelingen des riesigen Werkes führen.“ Nr (Ö«tä E!: ׳ilftttü Ist «; dem I 1׳n 1 r:nek gcsch- Abfah von d Ic kam, Arbeit ״rsell OeuU 'י von 1 der I Mit#־■ als V dieser der i.\ 1 klar;: ä'cibc; > הסmit R 1?am ■ : Worte, ' seiner »eit s : daß < Werk ( Juden . dieser :! Erör'ri ן Irunft ׳׳ das!>. bleme, I Zeit Fund!. ■t Deshi; " stärkt Wenn keine war, ‘ unter.: 1 in di:; klarer sinn galt, •:» dafür ,■ Meng1 Truhe X heine seine Kamp : nchm : von :ן I S : an eii eine . wie hatte 1 langt;!:: diese! eine!':eher '׳, Er b , wollt׳ :׳! verlai,; aus 1 Viel lieh : . Vollb i allen, Firste die < : als < 1 Verw ganlj erwo ז Sein komr 1. V 2. F 3. $ 4. F 5. I ö. I ו.7 8. 1 9. I 0'־. I «1. < ’2. I 13. | > .4 נ 15. 1 Iöl J 17. 1 18. < 19. 1 20- I |.1ג 22. I ו.גג 2M :1 hat 1 <Ue j »!nd ' Aby :

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