Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 100-101 (23.12.1925)
- Date
- 1925-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 832 JUEDISCHE; RUNDSCHAU ץ Amerika I. Amerika ist das Land, das nicht nur für das Schicksal der Welt, sondern auch speziell für das Schicksal des Judentums in der nächsten Zukunft eine entscheidende Kölle spielen wird. Drei Millionen Juden leben in Amerika, sie sind heute der freieste und reichste Teil des Judeutums und werden in steigendem Maße in innerjüdischen Fragen die Führung an sich ziehen, die bis?um Kriege unbestritten das russisehe Judentum hatte. Und ebenso wie bis zum heutigen Tage Rußland ein Faktor von tiefster einschneidender Wirkung für die innere und äußere Entwicklung des Judentums und speziell des Zionismus ist, so wird c:s nun auch Amerika. Die Eigenart jedes Landes bestimmt in hohem Grade auch die Eigenart seiner Juden; wir sehen das, trotz unserer Erkenntnis von der Einheit des jüdischen Volkes, auch im Zionismus bei vielen Gelegenheiten, von Acußcrlichkcitcn und konstitutionellen Ucbcrzcugungcn angefangen bis zu Fragen der Weltanschauung und des Lebensstils. Jeder Jude hat einen Wesenssektor, der von seiner Umwelt gestaltet ist. Daher geht uns nicht nur das Judentum aller Länder an, sondern wir sind gezwungen, Tins ganz allgemein weitpolitisch und •kulturell zu orientieren, wenn wir uns mit andern Juden verständigen wollen. Um das amerikanische Judentum zu verstehen, müssen wir das Phänomen Amerika betrachten. Dazu sollen hier einige Hilfsmittel gegeben werden, indem wir — etappenweise — eine Reihe von Büchern anzcigcn, die, in deutscher Sprache, von verschiedenen Seiten her eine nähere Bekanntschaft mit dem Leben, den Mensehen, der Kultur, der Problematik Amerikas ermöglichen. Zunächst sei nochmals auf zwei wichtige Bücher hingewiesen, die uns mitten hincinführcn in das amerikanische Judcnproblcm und die hier bereits ausführlich besprochen wurden: Ludwig Lewisohn, ״Gegen den Strom“ (Frankfurtcr Sozietäts-Druckerei), und Maurice Samuel, ״You Gcntilcs“; das letztere ist nur englisch erschienen, wurde aber in der ״Jüdischen Rundschau“ (Nr. 74/75) von Nadja Ornstein ganz eingehend gewürdigt. Wir sehen in beiden Büchern den Konflikt, der sich beim Zusammenstoß des Juden mit der amerikanischen Welt ergibt, ganz analog dem ״postassimilatorischcn“ Konflikt in Europa. Diese Kunde mag manchem von uns neu sein, der bis vor kurzem von amerikanischcm Antisemitismus nichts wußte. Die Gegensätze haben sich auch erst in letzter Zeit besonders zugespitzt. Wie das kam, darüber unterrichtet in ausgezeichneter Weise das fesselnde und instruktive neue Büchlein von Prof. M. J. B 0 n n, ״Amerika und sein Problem“ (Verlag Meyer 0: Jessen, München 1925, 3 M.). Prof. Bonn sagt an einer Stelle von der Lage der Juden: ״Im politischen Leben Amerikas, z. B. bei der Aemterbesetzung, ist keine Spur von Antisemitismus zu finden. Gesellschaftlich dagegen haben sich Schranken aufgetan, die nicht nur die aus Osteuropa stammenden Juden als soziales Sondcrgcbildc Zusammenhalten, sondern auch die bereits in voller Assimilation begriffenen Westjuden von neuem wieder verjuden.“ Das ist eia Prozeß, der wahrlich unsere Aufmerksamkeit verdient; er kann uns ganz neue Aufschlösse geben über das Wesen der Judenfrage, Bcstätigung unserer Anschauung. Der Jude kann sich einer Umweit nicht mehr völlig cingiiedern, sobald sie sich innerlich stabilisiert und nach einem Normaltypus orientiert. Dies gerade ist aber heute der Fall Amerikas. Der ״Schmelzticgcl“ (Israel Zangwill) hat versagt, die puritanisch-ueuenglischc Oberschicht, die bis ziun Krieg unangefochten in Politik, Kultur und Gesellschaft herrschte, fühlte sich bedroht und sann auf Abwehr. Daltcr die Drosselung der Einwanderung aus Mittclmccr- und Ostländcrn, daher die gesellschaftliche Isolierung, die Tendenz nach Errichtung sozialer Glictti, der Horror vor der Rassenmischung. Bonn zeigt in kurzer und vorbildlich klarer Darstellung die Genesis dieser Tendenz nach Normalisierung, nach Schaffung des hundertprozentigen Einhcilstypus auf allen Gebieten des Lebens, verbunden mit einer Mechanisierung, die uns an Farbe und Buntheit, an Individualisicrmigsidcalen großgcbildctcn Europäern unerträglieh erscheint. Mit eiserner Energie haben die Puritaner Ihr Lcbcnsidcal durebgesetzt, den ״wilden“ Westen zivilisiert, den freundlichen Konventionaiismus zur herrschenden Lebensform gemacht. ״Jede Kolonisationsbcwcgung, an der die Angchörigen bestimmter Kulturschichtcn tcilnchmcn, trägt ein Ideal im Herzen: die Hoffnung, die gewohnten Lebensformen der Heimat von allen Schlacken gereinigt, im Neuland in ״euer Schönheit erstehen zu lassen.“ (Ein Satz, notabene, der uns als Zionisten auch noch anders angcht) Die Neuengländer mußten, wo ihrer Monotonie Hindernisse sich cntgcgcnstclltcn, zur Abwehr greifen. Die Briten sind viel liberaler; daher die kanadischen Franzosen, die ihre Eigenart bewahren wollen, aus Angst vor amerikanischer Herrschaft die stärksten Stützen der britischen Zugehörigkeit Kanadas sind. Aber in dem Moment, wo die nationale Normalisierung versucht wird, beginnt, da die ungeheuren Ressourcen des Landes allmählich in feste Hände gekommen sind, die soziale Schichtung und Differenzierung. Hier erheben sich neue Probleme, europäische Probleme, von denen man in Amerika so lange cs Land der bürgerlichen Gleichheit, für Einwanderer offen, dem Tüchtigen unbegrenzte Möglichkeiten bietend war nichts wußte.... Was Ist nun ״das Problem“ Amerikas? Es ist die Frage, ob die Normalisierung, die Unterdrückung oder Assimilicrung des Abweichenden gelingen wird, oder aber ob eine neue Differenzierung im europäischen Sinn, die von einer neuen, allmählich an Einfluß gewinnenden intellektuellen Schicht (auch unter Teilnahme von Juden) angestrebt wird sich durchsetzen wird. Auch in Amerika ist eine latente Revolution gegen ״Vernunft und Vernünftele!״, eine Selmsucht nach dem Unbekannten, Geheimnisvollen vorhanden. So ist dieses Land trächtig mit Problemen und Lebenskraft* in einer Zeit, wo Europa krank und zermürbt ist. Bonns Buch* das diese Problematik aufrollt, Ist unseres Erachtens die beste־ Einführung, mit der man den Blickpunkt zum Verständnis Amerikas gewinnen kann. Das Dezemberheft der interessanten ״Europäischen Revue“ (Der Ncuc-Ocist-Vcrlag, Leipzig) stellt gleichfalls das Problem Amerika fn den Vordergrund. Ein äußerst lcbendiircr 'Aufsatz eines Amerikaners, Edgar Anscl Mowr.cr bldct eine gute Ergänzung und zugleich Im wesentlichen eine volle Bestätigung der Auffassung Bonns. Wir gewinnen hier einen Einblick ln das bewegte Denken eines amerikanischen Intcllcktucllcn. In demselben Heft behandelt unser Freund Han* Kohn, den Lesern dieses Blattes kein Fremder, das ameri• Soeben erschienen: SONDERHEFT #ntifr1mri01m10 tmö “DolFtmim INHALT: 101£ח1ל> puicig / Der Jude in der deutschen Gegenwart *jermam» 6te/ Bemerkungen zum Antisemitismus Otto JlaFe / Antisemitismus und Zukunft Oscar 0 .גי .)לcbmit3 / Wünschenswerte und nicht wünschenswerte Juden Wolfgautt 6d>u1na1m / Deutsche und jüdische ״Schuld“ und Aufgabe TDityclm lUidjcl / Deutsche und Juden O'uftab iKrojanPer / Der Weg zum Deutschtum Ttlfone paquer / Die Völker und die Juden HTargarcte 0u6man / Die Brücke CfaFob TOafTcrmann / Der Jude der Bestimmung £6011 35111m (parfs) / Jude und Franzose Vernarb 0f>An> / 1. Offener Brief an Henry Bernstein, 2. Nachwort *Scinrid; flTan» / Das auferstehende Land *Sans Ooölar / Der moderne Jude und der Staat Xubolf <0- #inbfng / Zwei jüdische Offiziere im großen Kriege 30fepf>£rumpclb0r / Port Arthur und GaUipoli (Aus den Tagebüchern) ttTarrin 3ubcr / ״Pharisäertum“ BEMERKUNGEN: iEmil £ubwig / Die Sendung des Juden £. Ottiibbe / Entschuldbarer und unentschuldbarer Antisemitismus ^ana ^Kol;1; / La nuit curde HToriQ ©olbffccin / Leisten, nicht grübeln! JYcm; 2.80 Mark Jüdischer Verlag, Berlin NW 7, Dorotheens tr, b 5 kanischc Problem unter Zugrundelegung des Buches von Bonn. Audi Jacqucts Aufsatz über ״Lateinamerikanische Rassenfragen“ gehört zu demselben Gegenstand. Die andern Belträge des Heftes behandeln europäische Fragen. —o— Nene Bacher (Ausführliche Besprechung Vorbehalten.) Von Prof. E. Sellin erschien eine ncubcarbcltcte Aufläge seiner ״Einleitung in das Alte Testament“ (Verlag Quelle & Meyer, 0,80 M.). ״Der britische Mandatsstaat Palästina im Rahmen der Weltwirtschaft“ heißt eine Studie von Hans-Joachim Sei• d c 1 (Berlin 1020, Walter de Oruyler fr Co., 6 M.). Arthur Schnitzler veröffentlicht im Propyläcn-Vcrlag eine neue Novelle ״Die Frau des Richters“. Paul Miljukows, des Kcrcnsldschcn Außenministers zweibändiges Werk ״Rußlands Zusammenbruch“ ist in der Deutschen Vcrlagsanstalt, Stuttgart, erschienen. Von Franz. Kafka, dem zu früh verstorbenen Prager jüdischen Dichter, gibt der Verlag ״Die Schmiede“ (Berlin) zwei Romane, ״Der H u 11 g c r k ii 11 s 11 c r“ und ״D c r Prozeß“, heraus. Der Deutsche Palästina-Verein gab im Verlage Ilinrichs (Leipzig) die ersten zwei Lieferungen einer großen geographischen und kulturhistorischen Abhandlung ״Der Adschlun“, nach den Aufzeichnungen von Dr. Q. Schu• mach er (Haifa), beschrieben von Prof. Steuer nage!, heraus. Almanacli 1926. S. Fischer Verlag, Berlin. 1 M. — Der Almanach, der ein Bild der vielseitigen Tätigkeit des bekannten Verlags gibt, bietet auch viele Beiträge, die um ihrer seihst willen lohnen. Der große Verlust dieses Jahres war Moritz llcimann, von dem ein tiefes, erschütterndes Gedicht am Anfang steht, anschließend die Grabrede von Oskar Loerke, und Heimanns Bild. In dem Almanach selbst sind die berühmten Autoren des Verlages vertreten, Thomas Mann, Hauptmann, Wassermann, Schnitzler, Döbliu (״Wilno“), Shaw, Holitschcr usw. Kindcrclcnd — Jugendnot. Auch eine Bilanz des Krieges. Von W. Eschbach. Mit 21, zum Teil ganzseitigen Photos. S\ 61 Seiten, gut kartoniert, M. 1,80, geh. M. 2,20. E. Laübschc Verlagsbuchhandlung G. m. b. I?., Berlin W 30. In dieser Schrift wird der Gegenwart ein ebenso erschulterndes wie beschämendes Bild Umrissen. Was Eschbach hier in nackten Daten und Bildern zusammenfaßt vom Schicksal der Kriegs- und Nachkrlcgsgcborcncn, wirkt als furchtbare Anklage gegen soziale Unterlassungssünden von Staat und Gesellschaft. — Das Wcrkchcn bietet eine Fülle wichtigsten Materials für alle sozial Interessierten und wird daher auch für jüdische Sozialarbeiter, von Wert sein. Ernst Toller, Deutsche Revolution. Rede, gehalten vor Berliner Arbeitern am 8. November 1925 Im Großen Schauspiclhauso zu Berlin. M. 0,50, E. Laübschc Verlagsbuch• handlung O. m.b.H., Berlin W 30. __ Nr. 100/ioH Die Dandscbrlllen der Juden Von Martha Goldberg, Pankow. ז Vielleicht ist cs manchen Kreisen noch nicht beb! י daß die Graphologie, die im Beginn ihres Entstehf* immer mit dem Odium des Aberglaubens und dem des Walirsagciis verknüpft war, ans diesem Stadium 1ן’:, * herausgekotnmen und jetzt zu einem wlsscnschaftlr^' Fache geworden ist. Männer von Ruf, wie Professor Kbן ״ Zürich, Professor Schncidcmühl, Kiel, und viele andere :ל!״ה haben ihr eine Grundlage geschaffen, auf der albnäU׳-:׳' ein frstgcgrfmdctcr, System aufgebaut worden ist. Dic r‘,';1 phologlc ist so der früheren spekulativen Behandln׳!/ *׳״ wachsen und zählt jetzt zu den wissenschaftlichen *DF;* plincn, mit denen gerechnet werden muß. v r; ״Graphologie Ist Ausdrucksbcwcgung“, sagt prop, j\ Klages ln ״Handschrift und Charakter“. Jede Gefühkrenj-'V jede Willensäußerung gibt sich in, narb außen hi« 0' : baren, Bewegungen kund, dic beim Schreiben ihren 0ךא^.' schlag im Druck und der Formbiidung der Buchstabe« Zellen findet. Stellen wir uns z. B. vor, wie ein sehr cnerpj^],,,/■ selbstbewußter Mensch schreibt. Wir sehen das Bild (jj; er, aufrecht sitzend, dic Feder tief cintaucht und mit h״r1- und großen Zügen seinen Namen hinset/t. Ein Schürhtcr«־׳ wird dagegen seine Unterschrift ganz vorsichtig hinmäk.״; damit ihm auch beim Schreiben nichts passiert. Wer si! in der Gewalt hat, wird ebenmäßig schreiben, bei de;’ Haltlosen wird stets ein Durcheinander von Zeilen «n Buchstaben entstehen. Wenn wir schon aus diesen kuro Andeutungen ersehen, daß dic Handschrift die unbewußt Nie. rschrift von Eigenschaften ist, so ist der sclbstvr:. stündliche Schluß zu ziehen, daß nicht jeder cinzel.v Mensch, sondern daß jedes Volk und jede Völkerfamiii eine für seinen Charakter maßgebende Grundform in de Handschrift zeigt. Man kann an Handschriften fcststcllcn, c; sic von einem Deutschen, einem Engländer, einem Fra; zosen usw. abstammen. Nun fiel mir beim Studium der Handschriften der vt:■ schicdcncn Völker eine merkwürdige Gleichmäßigkeit au: eine eigentümlich gesetzmäßige Wiederkehr von Zcichcr und Schriftbildern in den Handschriften der Juden, dic unk־ jenen Völkern wohnten, so daß cs mir meist möglich war. aus mir vorliegenden Schriften zu erkennen, daß die״ von Juden stammten. Sic zeigten allerdings alle, beeinfluß durch dic von der Umwelt gegebenen Lehensbedingunger deutlich erkennbare Merkmale inrer Wirtsvölkcr. Es Ist klar, daß diese Behauptung nur mit einer ge wissen Einschränkung aufrecht zu erhalten ist: ich 112b; Schriften von Juden gesehen, dic völlig untypisch waren, 6 slawische, germanische und mongolische Einschläge zeigten und jedesmal da, wo ich Gelegenheit hatte, den Schreibt: einer sc!:!:c:1 Schrift kennen zu lernen, zeigte er, sehe; rein äußerlich, eine unsemitischc Erscheinung, aus der der.• lieh hervorging, daß unter seinen Vorfahren eine einmalig: oder mehrmalige Kreuzung mit anderen Rassen stattgefunde: hatte. Eine interessante Bestätigung erfuhr diese Bcobach• tung, als man mir eines Tages dic Schrift der christlichen Frau eines christlichen Offiziers vorlcgtc, deren völlig dischc Tendenz mich überraschte. Ich ging der Sache nach und cs stellte sich heraus, daß dic Schrcibcrin von ge• tauften Juden abstammtc und unter Verheimlichung ihre jüdischen Herkunft christlich erzogen worden war. Als ic: sic dann später persönlich kennen lernte, war ich kau: überrascht, eine typisch semitische Erscheinung zu sehr Welches sind aber nun dic Merkmale der jüdische: I landschrift? Es müssen selbstverständlich jene Zeichen ur.: Schriftbilder sein, dic dic charakteristischen Eigenschaft!: des jüdischen Volkes widcrspicgeln. Dic Juden, wie ui: sic heute kennen, habet» zwar völlig dic Eigenschaften und Charakterformen des alten jüdischen Volkes bewahrt, aber überdeckt und überwuchert durch dic im Ghetto und in den Verfolgungen erworbenen Eigentümlichkeiten, so d3f cs schwierig ist, zu sagen, wo dic ursprünglichen Anlage: atifhörcn und die in der Diaspora erworbenen anfangen. Für unsere graphologische Betrachtung ist dies auch vöil.g unwesentlich. Wir haben einzig und allein das Bild, ":£ cs sich heute in der jüdischen Handschrift zeigt, zu bc• trachten und zu analysieren. Die Handschriften der Juden zeichnen sich meist durch kleine enge Buchstaben aus, dic Befangenheit, _ Mangel הג Scibsibcwuntscin (dic viclbcrüclitigtc jüdische Frechheit i<! fast Immer Verdeckung■ einer inneren Unsicherheit), ein si.irk־׳«• Innenleben und viel Nachgrübeln über sich, über Oott, fih«; die Umwelt bedeuten. Die häufig wiederkehrenden, lud links gerichteten Buchstaben bekunden Beherrschung und!Vlh־•!• kontrollc; dic nach dein Ende kleiner werdenden Worte sprechen von Verschlossenheit und Besonnenheit. Der geringe Druck und dic zalrcichen Rundungen deuten auf ein zartei Empfinden, auf Mitleid und Mangel an Roheit. Diese Rundimgen sind übrigens besonders charakteristisch für dic ץ• dischc .Schrift; dic Innigkeit des Gefühls, dic daraus spricht, findet ja auch ihren Ausdruck in dem schönen jüdischen Familienleben; cs gibt ferner gewisse, aus dem Hebräischen entnommene Worte, dic Mitgefühl und Mitleid ausdrücken, wie ״nebbich“ und .,Uachmoncs“ dic kein anderes Volk diesen! Gcfühlskomplcx kennt. Der Einfluß der Wirtsvölker aut׳ dieses Schriftbild zeigt sich, wie schon vorher erwähnt, je nach der Eigenart jedes Volkes verschieden. So steht fest, daß die Handschriften der deutschen Juü־׳p besser ausgezogene Anfangs- und Endstrichc aiifwciscn, ai< dic der anderen, was auf Ordnung, Sauberkeit und Zuve!׳• Bissigkeit schließen läßt. Charakteristisch für dic Handschrift der ungarischen polnischen Juden sind dic breiten und schmierigen ל־י״ה staben, dic von Freude au gutem Essen und Trinke: sprechen; wer in diesen Ländern war, weiß, weichen VX'crt mail dort auf eine gute Küche legt. Bemerkenswert ferner in den Schriften der Juden die unter diesen beide! Völkern wohnen, dic langen spitzen Anstriche der Wen«, dic von einer kritischen, gern diskutierenden Geistesanlage zeugen, hervorgerufen durch intensives Studium von Geniere und Talmud. Der russische Jude schreibt häufig seine Werte!n dachziegclförmigcr Anordnung, ein Hinweis auf eine nch־״ cholischc Anlage. Im Gegensatz hierzu steht dic Sch ■nt des französischen Juden, die leicht bewegte Formen zd►'• Bein! englischen Juden ist vielleicht das Hervorstechend־!« dic noch stärkere Betonung der Bchcrrschungsur.d Hc!> mungszcichcn. fn gleicher Weise könnte man graphologische Analy*«* bei den Juden aller Völker vornehmen, doch würde das hk« zu weit führen. Das eine steht fest: wie zahlreich sich auch dic fremdländischen Einschläge bemerkbar machen, da« Schriftbild in seiner Gesamtheit vermögen sic nicht zu ändern. Wie der Jude auf seiner Wanderung durch Länder und Völker im Orundton seine Eigenart newahrt hat, so neben wir. daß auch der Ausdruck seiner Seele, wie er seinen Niederschlag in׳ der Handschrift findet, der gleiche S«׳ blieben ist זא Bü E- . ZionisJ Ausbli'i. denke: 11 ג eh Dl.cn' :ur zi tungci hat 21 trägt 1'" h'.ichh• ■ Buch i יי i:1 B<-( Brösel,' Zinnis Z־; in M- :: Ralunö, ihrctw , iI ׳upt;:: gipfelt, ז Idee, י׳■ : Hama..,; Die P■! nation , Grund, liehen ist, bl! male hedürl: | die ai storbc; , Ha am; vom! , י ,1901 sehen 1 Problem ' Icnskyo Bcrcic 1 in Pala Beitrag , sehen Strömi des Ju::■ Wiede dic in Lehen schaftl, unabhi,! 1 möglic gehen(; B1Yd!u1.: sie ist i jüdisch! : dic mi' 1 Verlag;׳ kommi 1 Mchru 1 Di־ : an. II andere sic st« 1 wart. 1 •in de Judens; jüdisch ׳ I kam! schied ׳■ wlrtscB י den ih .Welt , Palästl'־ Staat | ( der Ei macht:! 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