Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-12-23 · Heft 100-101 (23.12.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 100-101 (23.12.1925)
Date
1925-12-23
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652783--17931-2692024
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 830 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr >00/10! Auswanderung und Ansiedlung Daa jüdische Volk hat sich ln dem Kerea Ha) cssod das Instrument zur Finanzierung der Auswanderung und An- Siedlung der Juden in Palästina geschaffen. Die ganze Größe der Aufgabe und der Leistung kann erst dann in unser Bewußtsein treten, wenn wir sie mit dem vergleichen, was das große Britische Reich und seine Dominions auf ähnlichem Gebiete in den letzten Jahren geleistet haben. Großbritannien steht vor einer außerordentlich dringenden Auswanderungsfrage. England ist überbevölkert Die außerordentlich hohe Zahl der Arbeitslosen beweist, da sic bereits nun seit Jahren anhält, daß das englische industrielle System nicht mehr diese Zahl von Arbeitern beschäftigen kann. 1V2 Millionen englischer Arbeiter sind seit Jahren ohne Arbeit und verlieren dadurch auch ihre hohe Eignung für die eine hoho Schulung erfordernden Zwecke der modernen Indusiric. Tausend: von diesen Arbeitern# und gerade die Tüchtigsten, wandern aus. England hat ein Interesse daran, diese Auswanderung so zu!eiten, daß sic für das britische Reich nicht verloren geht und daß die an und für sich außerordentlich dünne weiße Bevölkerung in den Dominions, in Australien, Neuseeland, Südafrika und Kanada durch sic gestärkt wird. Eine eigene Gesetzgebung und vor allem die Oewährung außerordentlich großer Kredite sollen diesem Zwecke dienen. Es ist nun von höchstem Interesse, auch für die zionistische Kolonisation ln Palästina die Erfahrungen und Resultate dieser Arbeiten innerhalb des britischen Reiches kcnnenzulernen. Mr. Amery, der Sekretär für die Kolonien im eng• ](sehen Ministerium, erwähnte in einer Rede in Portsmouth am 6. November, daß unter dem Empire Settlement Act jährlich an 40000 Personen in die verschiedenen Dominions auswandern. Das Tempo und der Umfang der Auswanderung hängen aber von den Möglichkeiten der Ansiedler in den einzelnen Dominions ab und am vcrsprcchcndstcn in dieser Hinsicht sei Australien, insbesondere das fast ganz unbewohnte Westaustralien. Vor kurzer Zelt sei ein Abkommen zwischen der englischen Regierung und den australischen Bundes- Staaten zustandegekommen, wonach England Australien helfen wird, im Laufe der nächsten Jahre ein Darlehen von £ 43 000 000 für Zwecke der Ansiedlung von Einwanderern aufzunehmen. Wie die Verhältnisse in Australien liegen, beweist ein Artikel in der ״Times“ vom 11. August d. J. Seit Kriegsende hat die Zahl der Einwanderer nach Australien in keinem Jahre 40000 überschritten und seit 1922 zeigt die Zahl der Einwanderer eine ständig fallende Kurve. Die Propaganda für die Ansicdlung in Australien, wie auch der Transport der Einwanderer dorthin geschieht durch den australischen Bund, während die einzelnen Bundesstaaten Mittel und Wege für Ansicdlung der Einwanderer zu finden haben. Zu allererst glaubte man, daß Australien unbeschränkte Möglichkeiten für Einwanderer in sich berge und daß eine verstärkte Ein- Wanderung auch von seiten des Landes begrüßt werde, da nur so der Charakter eines weißen Australien bewahrt werden kann. Aber cs hat sich gezeigt, daß die Möglichkeiten Australiens zur Aufnahme neuer Siedler bei weitem geringer sind, als man angenommen hat. Im Januar d. J. hat die statistische Abteilung der australischen Regierung veröffentlieht, daß in den Jahren 1860—1923 die Bevölkerung Jährlich durchschnittlich um 2,25 «/o wuchs, wovon 0,45 <Y0 auf Ein• Wanderung zurückzufiilircn war. Dieses Verhältnis entspricht auch den amerikanischen Zahlen für das 19. Jahrhundert Die statistische Abteilung schloß daraus, daß eine Einwanderung ira Verhältnis von 0,55 <V0 die normale Aufnahmefähigheit des Landes darstcllt, was einer jährlichen Einwauderung von 33000 entspräche. Es ist aber kein Zweifel, daß, wenn besondere Anstrengungen gemacht werden, die Ein* Wanderung vergrößert werden kann, besonders für eine bestimmte Zeit, ohne wirtschaftliche Krisen hervorzurufen. Als solche besondere Anstrengungen sieht die australische Regicrung folgende Maßnahmen an: Gewährung billiger Kredite, Oeffnung geeigneter Absatzmärkte, insbesondere außerhalb Australiens, Verbesserung der Transportmittel. Dennoch bleibt die Wahrheit für Australien bestehen, daß eine Vergrößerung der Einwanderung nur auf Kosten der Herabsetzung des Lebensstandards erfolgen kann. Dies ist auch der Grund, weshalb die australisch-• Arbeiterpartei gegen die Einwanderung auftritt. Eine verstärkte Einwanderung bedeutet zwar eine größere nationale Sicherheit, aber gleichzeitig auch eine Erschwerung der wirtschaftlichen Lage für das Land, wie vor allem für den Handel. Achnlich ist die Darstellung, die die ״Times“ vom 10.סאvcinbcr über die Ansicdlung in Neuseeland gibt: Es ist eine Tatsache, daß Neuseeland gegenwärtig für die An- Siedlung großer Gruppen nicht geeignet ist. Manche Personen waren geneigt, davon zu sprechen, daß Millionen Acres freien Landes zur Verfügung stehen. Dies ist nicht richtig. Es sind nur ungefähr drei Millionen Acres Staatsland verfügbar. Aber auch diese sind nicht sofort besicdelbar. Große Strecken davon können nur durch große öffentliche und private Ausgaben produktiv gemacht werden. Dazu ist eine lange Erfahrung notwendig, die Siedler, die mit den landwirtschaftliehen Methoden des Landes nicht vertraut sind, nicht besitzen. Wichtig für die Verhältnisse In Palästina Ist auch die in Neuseeland gemachte Erfahrung, daß entsumpftcr Boden fast niemals in der allernächsten Zeit die Kosten der Ent- Wicklung des Landes verzinsen könne. Um Ihn fruchtbringend zu bebauen, bedarf cs einer Gesellschaft, die finanziell stark genug ist, um große Pläne durchzuführcn und vielleicht zehn Jahre oder mehr auf die Verzinsung ihres Kapitals zu warten. Die Kosten für die Anlage einer Milchwirtschaft In Neuseeland werden mit mindestens £ 3000 berechnet Dies entspricht einer Wirtschaft mit 35 Kühen. Der jährliche. Reingewinn einer solchen Farm wäre £ 145, also bedeutend weniger, als städtische. Arbeiter in Neuseeland verdienen. Auf einer solchen Farm würde der Siedler stets allein mit seiner Familie zu arbeiten haben und nur während der größten Arheitshäufung in der Saison fremde Hilfskräfte heranzlchcn können. Die wichtigste Bedingung für das Oclingcn der An- Siedlung Ist aber der Siedler selbst, der den betreffenden * Zweig der Landwirtschaft gründlich kennen und körperlich wie geistig ohne jede Einschränkung geeignet sein muß. Achnlich liegen die Verhältnisse in Südafrika, wo die 1820 Memorial Sctticri Aasodatlou. zwei Lehrfar'mcri errichtet bat, wo Einwanderer, die über *ein Kapital von £ 1500 verfügen, die notwendige Ausbildung erhalten, um unter süd- Verwendung der Keren Hajessod-Gelder im Oktober 1925 Der Bericht der zionistischen Palästina-Exekutive über die Verwendung der Keren Hajcssod-Gcldcr in Ercz Israel im Oktober 1925 erwähnt vor allem einige schwere Enttäuschungen. Die geringen Einnahmen dieses Monats geben Anlaß zu ernstester Besorgnis. Die Exekutive war nicht in der Lage, den ihr vom Kongreß aufcrlegtcn Verpflichtungen nar.hzukommcii. Sic war außerstande, ihre Zahlungen recht* zeitig zu leisten, sowie auch nur die notwendigen Arbeiten und Erfordernisse zu besorgen, wie den rechtzeitigen Ankauf von Zugvieh und landwirtschaftlichen Maschinen, die gerade bei Beginn der Landwirtschaftssaison 60 äußerst notwendig sind. Die Lehrer- und Bcamtcngchällcr konnten am Fällig• keitstage niclD ausgczahlt werden, neue Darlehen au Kauf- Icutc und Industrielle konnten nicht gewährt werden und, was noch schlimmer ist, die Exekutive war nicht Imstande, ihre Pflicht den neuen Einwanderern gegenüber zu erfüllen. Der Bericht weist auf die ernsten Folgen, die aus alledem für die jüdische Entwicklung in Palästina entstehen werden, und richtet an die Judenheit den Appell, durch Erhöhung der monatlichen Eingänge des Keren Ilajcssod schleunigst Abhilfe zu schaffen. Die Gesamtausgaben in Palästina betrugen im Oktober £E 97000, d. h. sie überstiegen die Einnahmen des Monats um £E 58900. Landwirtschaft. Für Landwirtschaft wurden Im ganzen £E 73090,37 ausgegeben, cinschl zirka £E 16000 für Ankauf von Getreide sowie für Baukontrnktc. Für dieses Jahr hat das Kolonisations-Departement folgendes Arbcitsprogramin aufgestcllt: £E Konsolidation bereits bestehender Siedlungen 163 000 Mitte!«tandssicdlungcn und Siedlungen von Sephardini (teilweise bestehende Kolonien, teilweise neue oder Ausbau alter Kolonien in diesem Jahre) 35000 Miltcictsndskolonisation nach Dr. Soskius Plan 17000 Neue Arbeiter- und Jemenitensiediungen zirka 23 000 Administration, Ueberführung von Chaluzim zur Landwirtschaft, Farmen für landwirtschaftliche Vor• bereitung 22000 Rückzahlung ä conto der Anleihe 10 OOO "IF27ÜOÖO Arbeitslage. Im Oktober verblieb die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter zufriedenstellend, obwohl cs nicht an Anzeichen fehlte, daß In naher Zukunft eine Verschlechterung cintrctcn wird, verursacht sowohl durch die periodische Vorschlcchtcrung des Arbeitsmarktes In Palästina während der vier Wintermonate als auch durch die Geldkrisis, die zu einer Einschränkung des Kredits geführt hat, was eine Verringcrung der Bautätigkeit und der Produktion im allgemeinen nach sich ziehen wird. In dieser Hinsicht werden verschied.. Pläne erwogen, die den Zweck haben, der Arbeitslose^'•' in den Wintermonaten durch öffentliche Arbeiten vx>rzubcuVc^! für das Frühjahr wird allgemein eine bedeutende Besseren-- erwartet \ Die hauptsächlichsten Ausgabeposten des Arbcits.Dcp^ ments waren: Kulturarbeit unter den Arbeitern ££ רן"/ Darlehen an eine Anzahl von Famiilcn für den 7nm,Lp■ von Sand £E 75; Errichtung von Baracken für eine An^i' Arbeltergruppcn, die in den Kolonien zeitweilig bcachjft,v sind, damit sic für den Winter eine Unterkunft haben• sind dies zehn Gruppen mit je 450 Mitgliedern, die ungcUi-l" £E 800 für die ,Baracke» erhalten, zum Teil als Fortsetzung der im vorigen Jahr gewährten ähnlichen Hilfeleistung. '1 Einwanderung. Die Ausgaben des Keren Majtssoi für Einwanderung, die £C 0556 betrugen, waren ungewohnt! hoch. Die Ursache Ist, daß die Zahlungen für die neuen U:‘. Wanderer, wie Kopfsteuer, die im Oktober cingegangen 8;nj auf das Konto des vorigen Jahres gebucht wurden, wahrer/ die Eingänge von den Einwanderern noch nicht au* Ausland dngcflossen sind. Ein weiterer Grund ist die fon gesetzte starke Steigerung der Einwanderung von Arbeiter- Immigranten ln den letzten paar Monaten, die mit den neuegroßen Arbeitsplänen zusammenhängt, während die Standseinwanderung einen zeitweiligen nicht unbedeutend*־ Rückgang erfahren hat. Im Oktober zahlte man 3S43 neue Einwanderer, darunter 556 Familien mit 2155 Personen. 2011 Personen stammte־ aus Polen, 817 aus Rußland, 232 aus Rumänien, 137 a״ Bulgarien, während der Rest sich auf 21 Länder verteilt. Handel und Industrie. Es wurde nur ein einzig׳, Darlehen von £E 75 an eine FIschergruppc in Akko und Ath־: gewährt. In Akko wurden die Streichholz- und Leclr.:• fabriken fcrtlggcstcllt; die Produktion wird wahrscheinlich demnächst aufgenommen werden. Die jüdische Bevölkere: von Akko hat sich innerhalb des Jahres von 5 auf 100 Siedleerhöht, eine weitere Zunahme Ist zu erwarten. Krankenkasse. Auf Rechnung des ordentlich:: Budgets wurden £E 1379,17 ausgegeben. Die Zunahme dt: Mitgliederzahl ist aus folgenden Ziffern ersichtlich: i. 0.• tober 1923 etwa 7000 Mitglieder, 1. Oktober 1921 8121 und 1. Oktober 1925 13077. Versuchsstation: Ausgegeben wurden £E 2295,1' Weitere Ausgaben waren: Universitätsbibliothek £E 135,07 Besondere Ausgaben £E 1793,70 Misrachi-Organisatlon £E 612,— Administration £E 2544,93 Im Ani; Und finster ”,raus Da spr ן Und G I So sch1. Dem 1: :1 Nac. Abend1 Gott s;:,;: Gewöl, und w (1 So ma und w ':; ua( l'ncl c , Dem 1 Abene 1 afrikanischen Verhältnissen sich als erfolgreiche Siedler botätigen zu können. Auf diesen Lehr farmen erhält jeder Bn- Wanderer gegen eine geringe Zahlung 100 Acres, die sic unter Anleitung von Experter! zu bearbeiten haben. Die Lchrfarm iu Nord-Transvaal ist dem Ackerbau und der Baumwollkultur gewidmet, die ln der Kap-Provinz hauptsächlich bewässerten Kulturen. Es wird angenommen, daß diese beiden Lehrfarmen jährlich gegen 200 Siedler ausbildcn können. Mit diesen Verhältnissen verglichen sind sowohl die Zahlen der Einwanderer, die Knstrn der Ansicdlung in Palästina außerordentlich vorteilhaft für das Jüdische Kolonisatlonswcrk. Nach den Aufstellungen des landwirtschaftlichen Departements der Zionistischen Exekutive kostet die Ansicdlung eines Siedlers mit Familie durchschnittlich dem Keren Hajessod £ 700. Die Zahlen variieren je nach der Lage. So kostet die Ansicdlung einer Familie in Giwah nur £ 592, in Daganja A £ 603, in Ejn Charod £ 710, in Chefzibah £ 681. Dagegen in Dnganja B £ 818 und in Kirjath Anavim £ 969. Dabei ist zu berücksichtigen, daß das Land vom Jüdischen Natlonalfonds im Werte von £ 300—100 zur Verfügung gestellt wird und in die oben erwähnte Summe nicht ein* geschlossen ist. Andererseits wieder darf nicht vergessen werden, daß die verspätete unsystematische Auszahlung der Summe, die dadurch bedingt ist, daß die Einnahmen des Keren Ilajcssod nicht groß genug sind, eine völlig Wirtschaftliehe Verwendung des Geldes nicht immer zulassen. Was Größe der Einwanderung, was Kosten der Ansicdlung anbelangt, liegen die Verhältnisse in Palästina wesentlich günstiger, als innerhalb der Dominions des britischen Reiches. Freilich ist dabei der Fall clngctrctcn, den die Arbeiterschaft in den Dominions befürchtet hat, nämlich die niedrige Haltung des allgemeinen Lebensstandards, wenn auch dieser Standard noch’ immer hocli ist, verglichen mit dem des einheimischen Fellachen. Bei der jüdischen Einwanderung nach Palästina hat neben dem rein wirtschaftlichen Moment und viel mehr als dieses, ein anderes mitgcspiclt, das nationale Moment Deshalb ist cs berechtigt, zu fordern, daß man an die Tat- Sachen und Leistungen des Jüdischen Koionisationswerkes in Palästina nicht nur von rein wirtschaftlichem, ßondern vor allem vom nationalen Gesichtspunkt hcrantrctcu muß. Dieser Gesichtspunkt muß auch Gültigkeit behalten beim Abschluß der Verträge, die der Keren Hajessod und die zionistische Exekutive mit den von ihnen gegründeten und unterstützten Siedlungen abschlicßcn werden. Diese Verträge sehen die Rückzahlung der Darlehen Innerhalb einer bestimmten Frist und mit einer verhältnismäßig niedrigen Verzinsung vor. Auf der Konferenz der Kwuzoth, die zu Beginn November in Beth Alpha stattgefunden hat, hat sich gegen die gemachten Vorschläge für diese Verträge eine Opposition seitens eines Teiles der Siedler erhoben. Die , Differenzen betreffen die folgenden drei Punkte: Die Siedler wollen sich nicht zur Rückzahlung des gesamten Betrages, den sic vom Keren Hajessod erhalten haben, verpflichten. Sic erklären, daß ein gewisser Teil dieser Betrüge nicht richtig und wirtschaftlich verwendet werden konnte, da sic Ober einen zu langen Zeitraum verteilt sind• und nicht immer zur Zeit ausbczahlt wurden. Sic verlangen daher, daß sie nur zur Rück- Zahlung des wahren wirtschaftlichen Wertes der ihnen gemachten Vorschüsse verhalten seien und daß eine Kommission den Wert dieser Vorschüsse und der Siedlungen abschätzen möge. Sie wehren sich auch gegen die Festsetzung einer Jahre! rate, Insbesondere, da es nach nicht genau fcststehe, weicht־ Reinertrag die einzelnen Wirtschaften liefern werden und d:• Gefahr von Mißernten bestehe. Sic verlangen daher die Fes:■ Setzung eines Prozentsatzes des Reingewinnes als Rüc» znhlung'baris. Ein solcher Vorgang würde ihnen auch ei: höheres Lebensniveau sichern, das für einen europäische: Siedler noch immer als am Rande des Erträglichen bleibe״; bezeichnet werden kann. — Dann wendet sich ein Teil de: Siedler auch gegen eine Verzinsung des ihnen vom Kert: Hajessod vorgeschossenen Kapitals. Der Keren Hajessod steY• einen nationalen Fonds dar, der das Geld selbst zinsen!״ erhält. Die Beitragsleist enden zum Keren Hajessod sind sich bewußt, eine nationale Pflicht zu erfüllen und erwarten ke:r.: Verzinsung. Als ursprünglich für einen Teil des Keren H:• jcssod-Gcldcs zinstragende Anlage in Aussicht gestellt wurde wurde dabei nicht an die landwirtschaftliche Siedlung, sonder־ an städtische und Industrielle Unternehmungen gedacht. De׳ Verzicht auf Verzinsung seitens der Zionistische: Organisation würde eine Erhöhung des Lebensniveaus d.־ ländlichen Siedler bedeuten, was insbesondere deswegen not‘; ist, weil die ständige Neucinwandcrung darnach zielt, diese- Niveau niedrig zu halten. Manche dieser Einwände zu den vorgcschiagcncn Ve:• tragsforrnen scheinen eine gewisse Berechtigung zu habe״ Doch darf nicht vergessen werden, daß eines der wichtigste Ziele der landwirtschaftlichen Siedlungstätigkclt des Kere: Hajessod darin besteht, einen Agrarkredit entwickeln zu helfe und daß dieses Ziel eine wenn auch geringe Verzinsung des angelegten Kapitals von Beginn an fordert. Nur unter einer solchen Bedingung, deren Erfüllung freilich zweifellos erscheint, wird cs möglich sein, einen Teil der Finanzierung des Siedlungswerkes einem bankähnlichen Kreditinstitut zu Übertrag״ oder auf Grund einer verzinslichen Anleihe durchzuführen. Dü Erfahrungen in der landwirtschaftlichen Siedlung in Palästln», wie auch in andern Ländern und die Höhe des Zinsfußes, den heute der Geldmarkt selbst für 6icherc Anleihen fordert, lassen cs zweifelhaft erscheinen, ob eine Auswanderung*• und Anslcdlungsbcwegung größeren Stiles anders finanziert , werden kann, als durch nationales Kapital und Steuerfelder Jochunan Gott s'i; Das V äi und d:!11.‘ Und < ■ Dem; | w. Und (::•;י Gott Sprle ן Kraut Fr; Und , ' Die I .10!■ Und |! Aheu Gott‘; Lene! ui da fi :; ur und F : Und 1 So 0 : die j k ׳ : und G0U ן ״bei; UroBzezelf-Fände!1 Palästina Wie die Londoner ״Times“ berichtet, gelang der ExneeUtio1׳ des Londoner Archäologen Dr. L A. Mayer nach schwierigen Vorarbeiten die Aufdeckung eines aus aem 16. Jahrhumjc״ v. Ch. Q. «tammenden Mausoleums bei Nebi Rubin si:<U:U von Jaffa. Es besteht aus einer Halle, zu der הבוזז mittet einiger Stufen gelangt, zwei Kammern und einer Nische. Df Eingang war von vier großen behauenen Steinen verdeck im Innern fand man neben zahlreichen kleinen Gefißen ג>ימז Schmuckgegenständen u. a. auch ein Alabastergefäß.mit Schritt* Zeichen (wahrscheinlich Ägyptische Hieroglyphen, die aber ren. schwer zu entziffern sind), weitere große Gefäße ägyptisc.ic• Art sowie eine Reihe kleinerer Schalen. Ein Teil dieser Gegen• stände mitsamt den vertrockneten Resten des 3500 Jahre alten Inhalts wurde zur chemischen Untersuchung ans Umver• fltJtfllaborstorium von Jerusalem gebracht, während der ander: Teil in Jaffa als Orunditock eine! dort zu errichtenden Museums verbleiben 6011. s. F ' Und 1! Abc;! Got! Das und נ So und ו ״nd U1H

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.