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Jüdische Rundschau · 1925-12-23 · Heft 100-101 (23.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 100-101 (23.12.1925)
Date
1925-12-23
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 828 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr ICO/tOj daß auch die Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit kein Vorwand für Entrechtung des Staatsbürgers sein darf. Der Staat fordert von den Bürgern alle Pflichten, er erwartet von ihnen eine patriotische Haltung, und cs Ist selbstverständlich, daß auch die nationale Minderheit eine der* artige Haltung hat, wenn cs Ihr nicht unmöglich gemacht wird, sich in ihrem Lande zu Hause zu fühlen. Der Satz ״cuius regio, illius natio“ Ist in unserer Zeit dieselbe Unheil schaffende Verblendung wie im Mittelalter der Satz ״cuius regio, illius religio״. Die nationalen Minderheitsrechte gewähren der Minderheit das Recht zur Pflege ihrer Eigenwerte, sie bringen dem Einzelnen ein Plus an Pflichten (zu denen gegen den Staat treten die gegen das Volk), aber nicht ein Minus an Rechten. Gleichberechtigung kann rieht darin bestehen, daß man als ihre Vorbedingung die Aufgabe der speziellen Bindungen einer Staatsbürgergruppe fordert. Keiner von den jüdischen Rednern fand den Mut, das Recht der Juden auf ihre Eigenart zu verteidigen. Sie haben sich der heute herrschenden Bcgriffswclt des Nationalismus völlig untergeordnet Wenn man aber die ungarische nationale Auffassung akzeptiert, dann bekommt auch der Numerus clausus einen Schein vou Berechtigung. Die ungarische Judendebatte zeigte uns, welche Verschwommenheit heute in der Auffassung der Judenfrage herrscht. Der Zionismus ist der Weg zur Klarheit. * Antisemitismus und jüdisches Volkstum — wie hängen sie zusammen? Wohl Ist jüdisches Volkstum die Tatsache, die den Antisemitismus erzeugt, aber seine Verzerrungen sind nur darum möglich, weil die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden meist fm Instinkthaften steckcnbleiben und die Schwelle des Bewußtseins gar nicht überschreiten. Offene Aussprache tut not, ohne Gehässigkeit auf der einen Seite, ohne verwischende Apologetik auf der andern Seite. Diesem Gedanken der Klärung einer unleidlich verworrenen Situation durch offene Aussprache dient ein Sonderheft, das die von Martin Buber begründete Zeitschrift ״Der Jude" soeben herausgegeben hat. Wir wollen hier unserer aufrichtigen Freude Ausdruck geben, daß die Zeitschrift, die uns nun ein volles Jahr gefehlt hat, wieder auf dem Plane erschienen ist ״Der Jude״ war durch mehrere Jahre die vornehmste repräsentative Tribüne des Judentums in Deutschland. Er hat eine neue Art der Betrachtung jüdischer Probleme geschaffen, die rückhaltlose, durch keine Rücksichten gehemmte Aussprache. Der Zionismus hat das Judentum so stark gemacht, daß cs die Aufrollung der Problematik seiner physischen und geistigen Existenz nicht zu scheuen braucht. Nur dies kann uns aber weiter bringen. Das neue Sonderheft setzt die alte Tradition in würdiger Form fort Beste Nomen der deutschen Gcistcswrlt sind unter dcu Mitarbeitern. Die Beiträge sind natürlich von ungleichem Wert und ungleicher Tiefe; manche von ihnen erfordern eine Auseinandersetzung, die bei nächster Gelegenheit erfolgen soll. Der Zweck dieser Bemerkung ist lediglich, die Zeitschrift bei ihrem Wiedererscheinen zu begrüßen und die Aufmerksamkeit aller derer, die sich ernsthaft mit dem jüdischen Problem beschäftigen, auf diese Publikation zu lenken. _ ... %, Welte zionistische Kreise haben heute erkannt, daß die Analyse unserer jüdischen Situation, die zur Erkenntnis des Wesens der Juden frage und damit zu ihrer einzigen Lösung, dem Zionismus, logisch führen muß, heute, wo die revolutionärc Nachkriegs-Epoche endgültig zu verebben scheint, wieder im Vordergründe unseres Interesses steht. In den letzten Jahren war unsere Propaganda vorwiegend darauf abgcstcllt, die Realitäten Palästinas der nichtzionistischen Welt bekanntzumachen. Diese Propaganda hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Diejenigen Juden, die gegen siel! selbst ehrlich und nicht parteipolitisch vc-blcndct sind, haben dein Palästina* werk höchsten Respekt gezollt. Aber die letzte Verbundenheit mit dem Werke dort drüben, das ja in den ersten Anfangen steht und unvermeidlich noch vielen Schwankungen ausgesetzt sein wird, kann nur der empfinden, der weiß, daß damit ein Ausweg geschaffen wird aus einer unhaltbaren, moralisch und physisch katastrophalen Situation: Zionistische Propaganda und zionistische Arbeit sind heute unsere wichtigsten Aufgaben; nicht In einem oberflächlichen Sinn, sondern dufdi die Förderung der Erkenntnis der Zusammenhänge, Aussfellangsstreife Die Herbstausstellung der Sezession mit ihrer Gast- .Umstellung französischer Künstler begegnet noch immer großem Interesse. Sic ist auch diesmal wieder aus Eigenem repräsentativ, und die kleine Auswahl enthält manches lebendige und gut gemalte Stück. Im Mittelpunkt stehen die letzten Bilder des großen Toten: Lovis Corinth, Nicht mystisches Bekenntnis, künstlerisch ergreifend wie das prophetische Selbstbildnis in der Akademie, aber schlichtmcnschlich, erschütternd in seiner Einfachheit spricht zu uns dies allerletzte Selbstbildnis mit dem Spiegel, das die Sezession zeigt Sein ״Eccc Homo״, der Mensel! , gefesselt, blutig ln der Mitte und ihm zur Seite der Priester und der Ritter, kirchliche und weltliche Macht, dieser ״Eccc Homo״ spricht noch einmal die Sprache des buschigen Selbstbfldnlsscs aus dem Reiche des ewigen Geistes, dem Reiche, in dem einzig die große Leidenschaft der Kunst gilt. Diese Menschen, der Mensch, aber auch der Ritter stehen über allem Irdischen ln der göttlichen Zone des großen Sturmwinds und der großen Oüte. Die Franzosen sind in doppelten Sinn Ereignis. Jetzt wieder beginnt der friedliche Austausch von Werten. Im Frühjahr stellen die Maler der Sezession in Paris aus. Einstweilen sind die Pariser hier. Erlauchte Gäste: Signac, Derain, Braque, Camoin, Dufresne, unter anderem mit einer außerordentlich gut gemalten ״Frau im Sessel״. Picasso mit einer bemerkenswerten Leihgabe (Sammlung Simon): das kleine Bild der Bacchanten, Marie Laurendn, Leger, de Viamlnck, Othon Frlesz und Utrillo. Von Henri Matisse der klare, eigenartige Guitarrespieler. Alle die großen bekannten Namen I Aber auch unter denen, die י!an •eiten sieht, Ist manches schöne Stück'. Man gehe nicht vorüber an Jules FUndrin und freue sich an seiner ungesuchten Einheit von Natur und Mensch. Oder an Masson und Scgonzac und dem kultivierten Vuillard. Auch einige Vertreter der jungen jüdischen Kunst haben diesmal ausgestellt Max Band schickte ein Frauenporträt in der Art, die wir seit der ״Frau mit dem Brief״ von ihm kennen, leuchtend und klar, Eugen Spiro zeigt einen Knaben durchgeistigt und zart, ein frühreifes Jüdisches Kind, und Joseph Budko bringt ein Bild: ״Erwachen״. Das sind Junge und alte Juden, einig im Olauben an die Idee des VoOcesl Robert Qcaias •Mann mit Pfeife״ durch Erziehung zu politischem Denken, durch Bereicherung an jüdischen Kenntnissen. Die Parole einer Verstärkung der zionistischen Arbeit ist in Deutschland von einer Reihe zionistischcr Tagungen ausgegangen, sic wird trotz allen Schwierigkeiten in die Tat um gesetzt. Die Zionistische Vercinigung für Deutschland stellt vor schweren Aufgaben, die noch überaus kompliziert werden durch die heutige allgemeine Lage, die jedermann Sorgen persönlichster Art beschert hat. Denn cs Ist Rclbrtvcrstumllich und menschlich, daß in Krisen- Zeiten wie «1er gegenwärtigen, die meisten Menschen mit ilircn privaten und materiellen Angelegenheiten so beschäftigt sind, daß sic für öffentliche Fragen wenig Zeit und auch wenig Geld übrig haben. Dennoch appellieren wir an unsere Gesinnungsgenossen, gerade in dieser Zeit die zionistische Arbeit nicht im Stich 2u lassen. Diese Arbeit hängt davon ab, daß «kr zionistische Apparat Intakt bleibt, der aus «len Einnahmen der Z. V. f. D., vor allem aus der Zionistcnstcucr, gespeist wird. Die meisten Ortsgruppen sind im letzten Vierteljahr stark mit ihrer Zionistensteuer im Rückstand geblieben. Zum Jahrcsschluß seien sie daran erinnert, daß die Arbeit des Zionismus in Deutschland von der Leistung ihrer Beiträge abhängt ׳Wir sind überzeugt, daß es nicht umfangreicher Ausführungen bedarf, um unsere Freunde an ihre Pflicht, eine Verstärkung der zionistischen Arbeit in Deutschland zu ermöglieben, 7.u erinnern. Dieses prosaische Kapitel muß hier eingeschaltet werden. Der Zionismus ist eine große Macht, seine Anhänger bewahren sich gerade in schweren Zeiten. Die Wahlen in Palüsflna Was haben sic gelehrt? Die liuksbürgcrliche Zeitung ״Haarez“, Tcl-Awiw, bespricht das Resultat der Wahlen zur Assefath Niweharim, die nach Ansicht des Blattes vor allem zwei Dinge bewiesen haben. ״Erstens: die Wähler, die nicht zu den Flügclparteicn gehören, und die man gewöhnlich als ,Zentrum‘ bezeichnet, bilden keine einheitliche Masse, und alle ausgeklügelten Versuche, die inneren Gegensätze zu verwischen und die ganze Gruppe um eine Fahne zu scharen, haben keine Basis ln der Wirklichkeit. Wenn wir von jenen zufälligen und künstlichen Partcibildimgen, die nur zum Zwecke der Wahlen entstanden sind, abschcu, finden wir in dieser großen Gruppe vor allem zwei Strömungen: die rechte, bürgerliche Richtung, die einen festen Klassenstandpunkt in unserem sozialen Kampfe einnimmt, und die linke, demokratische Richtung, die sich dem widersetrt und positive soziale Aufgaben der Gesellschaft anerkennt. Dort, wo man beide Gruppen In eine einheitliche Liste gezwängt hat, vermochten sie keinen Erfolg zu erringen, und gerade dort, wo sich das ,Zentrum* in seine zwei natürliehen Richtungen gespalten hat, zeigten beide Gruppen mehr Aktivität, und das Resultat hat bewiesen, daß die beiden Gruppen einander ungefähr gleich sind. Zweitens: der Sieg der Revisionisten ist ein beredtes Zeugnis für die Stimmung, die in einem Teil der Oeffcntlichkcit herrscht. Es ist dies kein Sieg eines Programmes und die Wähler dieser Gruppe sind keines* wegs eine Partei Im vollen Sinne des Wortes. Nicht bc* stimmte Ideen haben gesiegt, sondern eine Stimmung. Um die Fahne der Revisionisten scharten sich diesmal Wähler aus verschiedenen Kreisen und sogar verschiedener Parteien. Es ist kein Geheimnis, daß unter den 1660 Wählern der revisionistischen Liste in Tel-Awiw Hunderte organisierter Arbeiter sich befinden. Sicherlich trug viel dazu der Name ihres Führers bei (Jabotinsky — A. d. R.), viel auch die geschickte Propaganda, der Eifer der Jugendlichen Anhänger dieser Partei. Aber dies alles genügt nicht. Denn schwerwiegende Gründe des öffentlichen Lebens haben den Boden für diese Propaganda vorbereitet. Die Gruppe, die sich diesmal um Jabotinsky geschart hat, ist die Oruppc der Unzufriedenen. Der Sieg der Revisionisten Ist eine beredte Demonstration nach innen und nach außen, gegenüber dem System der Regierung des Landes. Sic Ist ein Protest gegen die Passivität und Schwäche innen, gegen die Tendenz zur Verkürzung unserer Rechte von außen. Und dies ist der Wert des revisionistischen Sieges,״ ׳ Wie die ״Jewish Times“ berichtet, haben die Revisionisten in Palästina Jabotinsky ringelnden, nach Palästina zu kommen, um die Führung Ihrer Fraktion in der Assefath Haniwchnrlm zu übernehmen. (Ziko.) Der Palästina •Derlei!( vor dem Vöikerbundsra! Die Einlcituii gsred e des B c richtcrs Utt», Unden. ז Wir haben bereits den Palästina betreffenden Bericht Vt. : i c ä öffentlich!» den die Permanente Mandatskommission dr :crג t Völkerbunds rat bei seiner letzten Tagung in Genf vorgtlf^ hat Wir tragen hier noch die Rede nach, die der Serie erstatter bei diesem Anlaß hielt. Der Bericht wurde von Herrn Unden (Schweden) d׳.rt; die folgende Ansprache dngclcitct: ״Ich glaube nicht, daß die von der Kommission fixlcrtr- Beobachtungen mit Bezug auf die von Ihr geprüften Bericht. , noch eingehender Kommentare seitens des Rates werden. Die Kommission widmete den Mandatsländern p,,^ lästlna und Transjordanien große Aufmerksame Es ist fcstzustcllcn, daß die Aufgabe der Entwickelung Landes iin Einklang mit den im Mandat verkörperten Pr'-^cc zipien cs wenigstens momentan nicht erlaubt hat, auf per schein Gebiete eine rapidere Entwicklung vor sich ^Che! zu lassen; mit Genugtuung ist aber fcstzustcllcn, daß a,.'i diesem Mandatsterritorium Friede und Ordnung her־ sehen, die politische Agitation sich vermindert hat und die Palästina-Regierung gegenwärtig einer Ausgestaltung lokalen Selbstverwaltung besondere Aufmciksa״ ■ kclt widmet. Ferner ist in jeder Hinricht dank dem lägii-l' [. ottc zunehmenden Kontakt zwischen Krincn verschiedener re:;; r öscr Gruppen eine Besserung des gegenseitigen Verstände!■ und des Vertrauens unter den verschiedenen Elementen i■ : Bevölkerung zu beobachten. Was die Petitionen der einzelnen Bevölkerung‘!:;, betrifft, so wünscht die Kommission, daß der Mandatarma;: stets Gelegenheit gegeben wird, sich bezüglich der wichtig,- Punkte darüber zu äußern, welche Stellung sie selbst zu 6־ Darlegungen cinnimmt So werden ln Zukunft Zweideu;::. keiten vermieden werden. Die Kommission selbst hat c meisten Petitionen, die Palästina betreffen, eingehend gepri״ Was die Darlegungen der Exekutive des Palästinenser arabischen Kongresses betrifft, so gibt die Kommission iht!r~ Zweifel Ausdruck, ob ein Eingehen auf solche komplizier: und delikaten Angelegenheiten, wie sie in der Petition bcriir werden, sogar mit Unterstützung des beglaubigten Vertrete: der Mandatarmacht zu empfehlen wäre. In AngeJegenhe;:: solcher Art hat sich die Kommission gewisse Ehschränkun:: aufzucrlegen. Das sicht auch der Rat ein, der, wie ich ghv.b von der Kommission nur einen auf Grund weitgehend״ Beobachtung hcrgcstclltcn Bericht wünscht. Marquis T h c o d o 1 i, der gebeten wurde, als Vorsitzer.!:׳ der Ständigen Mandatskommission am Tisch des Rates P!; zu nehmen, machte die Bemerkung, cs wäre zu wünschdaß die Berichte der britischen Regierung über die ihr unk: ßtclltcn Mandatslcrritoricn möglichst vollkommen seien. Der VÖtkcrbundsrat nahm sodann den folgenden Be Schluß an: ״Der Völkerbundsrat nimim die Jahresberid über die fünf Mand3tstcrritoricn, den Bericht der Ständi-: Mandatskommission über ihre siebente Session, die B-eku: düngen des beglaubigten Vertreters eines der Mandatal'hcn mäente und den Bericht des schwedischen Vertreters 71>ח־ס Kenntnis.“ fe'scr• Die •:hric! -,n rte Bet ‘ז ר¬ו!! flu m « i.d so ' tu! , eich :;,-!ich ha! len־. lej חי.,'. in ־> .erden opaga׳ •j erwi Dal ,rdert euder׳־ intnr:,־’; 1 ■r.Iern :i halt f .lisch«• r. Kh dischc Es icbvnt i-t'-Il. ׳ h 11׳ tion r. pric her v .'.ittc’n Ma Tferonverzieht des Königs von Eedscbis Port Sudan, 20. Dezember, (Wolff.) König Ali h: gestern auf den Thron von Hcdschas verzichtet. London, 21. Dezember. (Europapreß.) Nach elr.־׳: Meldung aus Kairo sollen die Verhandlungen zwischen da Wahabltcnführcr Ibn Saud und dem König Ali dahin geführ haben, daß die Stadt Dschedda am Mittwoch den Wahlbiten übergeben werden wird. König Ali, der abgedar.F hat, wird sich an Bord eines englischen Kanonenbootes bc geben, um an den Hof seines Bruders, des Königs Fcisal r Irak, zu reisen. ämr*' c. uigcnb DU < .;:ge iluzic ׳ ge; ו. UuCII 1fzuh<״ >mokr 0;׳1> ז יי■ ur •tCUi'tS ♦ in־.!. Nach Hussein hat nun auch sein Sohn Ali abgedank Damit haben die Haschimitcn endgültig vor dem siegreiche־ Ibn Saud kapituliert, der jetzt immer mehr die führende Per sönüchkcit der arabischen Welt wird. Wie verlautet, pl:r.־ dieser für die nächste Zeit die Einberufung eines isla וזז sehr Kongresses nach Mekka zur Entscheidung über die lki:ijr Stätten. ei nu •ommt 'udc. W; 1it Fr 1iic T t är P ־*׳■; n < I > sicht aus wie ein junger jüdischer Bauer In Rußland. Von Jacob Steinhardt ist ein Bild ..Havcllandschaft״, angekauft vom Ministerium für Volksbildung. Lcsscr Ury hat wieder einen ״Nollcndorfnlatz״ gemalt, diesmal den Bahnhof der Hochbahn. Er gibt «fern Stadtbild Reichtum der Farbe und gibt sich dem Erlebnis der gewandelten Stadt, «He auch jetzt die seine Ist, wie ehemals die ganz andere Stadt der neunziger Jahre. Auch Hermann Struck sirht man mit einem Bild, dem ״Porträt eher alten Dame“. Cäsar Klein, der lange keine Kompositionen ausstclltc, zeigt In einer ״Fraucngcstalt“, daß er nicht nur Dekoratives malt. Magnus Zeller, Nichtjmlc, der aber oft jüdische Motive benutzt, und der dem jüdischen Leser bekannt Ist als Illustrator von Gronemanns Buch Hawdolo und Zapfenstreich, zeigt einen menschlich ergreifenden Clown in der Arena. * Bel Ostertag Ist eben — vom 7. Dezember bis zum 15. Januar — die Ausstellung des Jungen Malers Paul Citroen. Oel und Graphik. Bel Reuß und Pollack sah ich kürzlich schon Zeichnungen und Lithos und die Sicherheit der Linie verriet schon aus wenigen Proben den Zeichner. Bei einem späteren Atclicrbcsuch fand Ich die Bestätigung. Die Ausstellung zeigt, obwohl ein großes charakteristisches Oeibild wahrscheinlich aus Raumgründen fehlt, im allgemeinen doch das Wesentliche, Und der Eindruck Ist der, daß man es mit einer Begabung zu tun hat, die zumindestens starkes Interesse einfiößt Citroen gehört zu den Talenten, die schon früh von der Form angezogen werden. So früh, daß sie formen möchten vor dem Erlebnis, Deshalb findet mnn bei Ihm zuweüen erstaunlich Gekonntes ln weit zurückliegender Form, z.B. der Form der Impressionisten. Zu Ihnen fühlt er eich hingezogen. Manet taucht auf. Ein Oeibild .,Der Pierrot“, es ist das erwähnte, leider nicht gezeigte, gehört ganz zu den französischen Impressionisten. Umgekehrt führt der eigene Weg, auch wenn er von fremdem Vorbild ausgeht, schließlich zu neuen Zielen und das zeigt, daß das Aussehen von Bckanntem, das Meisterhaben, so gefährlich nicht Ist. Ein angefangenes Bild — angefangen nach Manet — ein Frührtück Im Freien, hat schon einen Herrn Im Zylinder, der weniger von Manet ist als von Pirandello, ln der Malersprachc: auf dem Weg zur ״neuen Sachlichkeit“, Der Maler, wie gesagt, sucht noch seinen Stil, wenn auch schon gute Ansätze vorhanden sind. Vor allem aber Ist Citroen Zeichner. Die Ansäut zum eigenen Stil finden sich vorerst nur ln den Komporitionr und ihr Ursprung liegt im Zeichnerischen. ״Hera* und de: Italicncrknabc“ und eine andere mit einem Mädchen זז,:: brandrotem Haar und einem jüngeren Knaben beide ge’«• einander abgewogen, bildmäßig in den Raum gestellt, sinsolche Kompositionen, die Stil haben. Ob durchaus eigner.? Die Linie Ist französisch. Seine Familie stammt aus Hoihnd, das mag die Ursache sein. Eine Komposition aus Italien ״Mädchen mit Fruchtkörben״ versucht 7um erstenmal diese eigene Note, die charakterisiert ist, durch betonte Kompasitior- und die besondere Charakterisierung der Augen. Ein anderes Kennzeichen seiner Art bestellt darin, daß jedes Bild etwas Fertiges ist, kein Weg. Vielleicht wird man bei ihm nie von einem Weg sprechen. Künstler. d<* so früh von der Sprache der Formen bedrängt werden, nicht gern Einblick ln Ihre Entwicklung zu geben. Der Natur gegenüber findet er den eigenen Ton viel schwerer als in de: Komposition. Da sicht man in die Entwicklung, sieht wie mF’ das Dilettantische, der Anfang, der Versuch beim Könne.י gelagert ist. Die ausgestellten Weimarer Landschaften gehören übrigens zum Ockonnten. Der Zeichner ist viel sicherer. Nicht nur im Aqua11״ sind verschiedene Techniken nebeneinander angewandt Kch.c und Bleistift oder Kohle und Tusche stehen öfter neben ein־ ander. So sehen wir bei dem zarten Aquarell ״Wintert*;, Tusche, Kohle, Aquarell, Bleistift und sogar Pastell zu gemein• samer Wirkung gednt, Die Technik seiner Aquarelle ty mannigfach und mit den angegebenen Mitteln nicht ersehet. Manche Figuren »Ind mit der Feder las Feuchte geritzt ouer auch eingekratzt Jüdischer Künstler In dem Sinne wie Budko u. a ist er nicht Das Jüdische Ist ihm kein Problem. Aber er hat in einigen Lithos jüdische Motive: ״Alter Jude mit lernendem Kind“ oder ״alter Jude jnit einem Knaben״ und unter den Zeichnungen Ist mancher feine Jüdische Mädchenkopf. D?״ Zeichnen an »Ich Ist Ihm vorläufig die Hauptsache. ץ ist ein einfühlsamer Nachgestalter und hat *chon ',lei ■ gesehen. Im Bauhauskreis wurde er früher «chon bekannt ף Erfinder der geklebten Stadtbilder. Auf Paul Citroen 1ג begabten jungen Maler sei mit dem Vorstehenden hingewi««5• Ruth Morolö- ״K c r 0 i ׳!cs \); ri ג g : ■ס■־ 1׳Cr..ו! וזך;rscclt - :!npr׳ ׳'rillig. •;kk..; ::־;,! s .:rrhrir ":hier -r Ki •■■־her Or.cdc: Kelter und d des St! dir;!‘, ז:! t/rr i’s £r nnd ( Schluß ',Cd'Ci N rie IC *r Ei i?tuad( ‘rauir ti$tca

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