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Jüdische Rundschau · 1925-12-18 · Heft 99 (18.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 99 (18.12.1925)
Date
1925-12-18
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 822 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr 09 Die Entschließung des Völkcrbsmdsratcs Der Völkerbandsrat verhandelte am 10. Dezember über die Frage der gesetzlichen Prozentnorm gegen die jüdischen Studicrcndcn in Ungarn. Der ungarische Kultusminister war persönlich anwesend. Berichterstatter war der Vertreter Brasiliens Mcllo Franko. Es wurde das Gesetz des Numerus clausus in Ungarn verlesen, welches besagt, daß die Zahl der Studenten verschiedener Rassen lind Nationalitäten im Verhältnis zu der Zahl der Angehörigen dieser Rassen im Lande stehen. In der Praxis richte sich dieses Gesetz ausschließlich gegen Studierende jüdischer Konfession. Nachdem noch die Beschwcrdcn der ausländischen jüdischen Organ isatio n c n verlesen wurden, gab der ungarische Kultusminister Graf Klcbclsbcrg eine Erklärung ab,die folgendes besagte: Die ungarische Regierung gehe in dieser Frage unparteiisch vor. Als sic ans Ruder kam, war das Gesetz, das 1920 bcschlossen worden war, mehr als vier Jahre in Kraft. Der Numerus clausus stellte lediglich eine Uebergangsmaßrcgcl dar, die der durch den Fricdensvcrtrag geschaffenen Lage entspreche, und die sich ändern werde, wenn die Verhältnissc Ungarns'stabilisiert sein würden. Der Vertrag von Trianon habe Ungarn zwei Drittel seines Gebietes entrissen, infolgedessen sei eine außerordentlich große Zahl Intellektueller‘ im Lande, die keine Beschäftigung finde. Man wolle die jungen Leute veranlassen, sich den wirtschaftlichen Berufen zuzuwenden. Das Gesetz wolle vor allem die überfüllte Budapester Universität entlasten. Die- Juden würden im Verhältnis zur jüdischen Gcsamtbcvölkerung zugclassen. Die jüdischen Forderungen betreffen speziell die Budapester Universitat, aber diese sei eine katholische Gründung und würde bei ihrer Autonomie das Recht haben, die Juden überhaupt auszuschlicßcn. Genf, 12. Dezember. (J.T.A.) Der Bericht Mello Fra neos, der heute den! Völkerbundrat unterbreitet wurde, besagt: Nach Prüfung der dein Völkerbundrate unterbreiteten schriftlichen Angaben, sowie nach Prüfung der Aeußerungen des Vertreters der ungarischen Regierung beehre ich mich, dem Rate folgende Schlußfolgerungen vorzulcgcn: § 58 des mit Ungarn abgeschlossenen Friedensvertrages besagt, das jeder ungarische Staatsbürger ohne Unterschied der Kasse, Muttersprache und Religion vor dem Gerichte die gleichen und dieselben bürgerlichen und politischen Rechte genieße. Diejenigen ungarischen Staatsbürger, die der Rasse, Religion oder Muttersprache nach den Minderheiten angeboren, genießen rechtlich und tatsächlich dieselbe Behandlung und dieselben Sicherheiten wie die übrigen ungarischen Staatsbürger. Da9 Gesetz, Artikel 25, vom Jahre 1920 des.Landes Ungarn besagt aber, daß bei der Aufnahme an Universitäten und sonstigen Hochschulen darauf Bedacht zu nehmen sei, daß die Zahl der Hörer verschiedener Rasse und Nationalitäten sich im Verhältnis zu der Zahl der betreffenden Rassen und Nationalitäten zur Gesamtbevölkerung des Landes bcfinde; weiter besagt dieses Gesetz, daß jede Rasse oder Nationalität zumindest neun Zehnteln ihrer Landesverhältniszahl vertreten sein soll. Dein Rate b'cgt nun die Frage zur Entscheidung vor, ob diese Bestimmung des Gesetzes mit jener prinzipiellen Verfügung des Friedens Vertrages vereinbar ist, die die Gleichbercchtigung sämtlicher ungarischer Staatsbürger, ohne Rücksichten auf Rasse, Sprache und Religion feststcllt. Im Hinblick darauf, daß der Vertreter der ungarisclien Regierung erklärte, daß diese den Numerus clausus als ausnahmsweise und iibcrgangswcisc Maßnähme ansicht, die durch die außerordentliche soziale Lage geboten erscheint, ferner mit Rücksicht darauf, daß die ungarischc Regierung die Absicht hat, das Gesetz überden Numerus clausus ab zu ändern, schlage ich vor, daß wir die Rechtsfrage nicht aufwerfen, gegenwärtig von jeder Aktion absehen und uns darauf beschränken, die Erklärungcn der ungarischen Regierung in der Erwartung zur Kenntnis zu nehmen, daß sic das Gesetz in naher Zukunft abänderu werde. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Daraufhin gab Graf Kuno Klcbclsbcrg die folgende Erklärung ab: ״Die Entscheidung dds Rates nehme ich mit dem Beifügen an, daß meine Regierung im Geiste meiner vor dem Rat gehaltenen Rede vorgehen wird.“ (Ist dies nicht «ine Verhöhnung? A, d. R.) * Der Vertreter des Joint Foreign Committee, Mr. Lucicn Wolf, hat sich dem J. T. A.-Vertreter gegenüber dahin ausgesprochen, daß man mit dem Resultat zufrieden sein könne. Wenn auch die Entscheidung des Völkerbundsrates als ein Kompromiß zu betrachten ist, so ist cs immerhin gelungen, die Frage in das Lieht der Ocffcitlichkcit der gesamten Welt zu rücken. Es hlcibt jetzt übrig, die weiteren Handlungen der ungarischen Regierung abzuwarten. Man darf nicht vergessen, daß der verantwortliche ungarische Minister die Entscheidung des Völkerbundsrats ausdrücklich angenommen und versprochen hat, in naher Zukunft eine Abänderung 'dcs Gesetzes herbeizuführen. ״Der Schutz der ungarischen Rasse“ Budapest, 13. Dezember. (J.T.A.) Der Redakteur des ״Vilag“, Dr. Geza Fclcky, wurde vor einiger Zeit vom Strafgerichtshof zu einem Monat Gefängnis und 5 MilÜoncn Kronen Geldstrafe verurteilt, weil er die Abschiedsrede des abtretenden Rektors Dr. Johann Varsony kritisierte, der die Studentenschaft aufgefordert hatte, im Notfälle mit der Waffe in der Hand den Numerus clausus zu verteidigen. Dieses l’rtcil wurde auch von der Königliehen Tafel bestätigt. _ ln der Verhandlung vor der Königlichen Kurie (Vorsitz Rath) begründete Verteidiger Dr. Ernst Brody die von Dr. Fclcky angebrachte. Nichtigkeitsbeschwerde damit, daß die Angriffe einem öffentlichen Beamten gegolten hätten, in diesem Falle also die Anklage von der Staatsanwaltschaft hätte erhoben werden müssen. Die Kurie bestätigte die Urteile der unteren Instanzen mit der folgenden recht eindeutigen Begründung: Da cs sich um eine Ehrcnbclckligung handelt, war der Staatsanwalt nicht berufen, aufzutreten. Der Privatkläger hat eine gesctzlichc Institution in Schutz genommen und bei dieser Gelegenheit jene Vatcrlaiidsvcrralcr genannt, die gegen dieses zu ui Schutze der ungarischen Rasse gcschaffene!Gesetz ankämpfen. Budapest, 6. Dezember (J-T. A.) Während der ,Beratung des Budgets des Innenministeriums in der Nationaler- Sammlung sprach der Minister des Innern Dr. Rakovsky auch über die Frage der Einwanderung, insbesondere der Einwanderung von Juden. Er sagte u. a.: ״Ich möchte besonders die Aufmerksamkeit der Judenschaft auf diese Frage lenken. Die ungarischen Juden betonen Gott sei Dank stets, daß sie in erster Reihe Ungarn, dann erst Juden sind und daß in ihnen die nationale Solidarität stärker ist als die konfessionelle. Ich bitte Sic, auch in dieser Frage konsequent zu bleiben und wenn eventuell ein konfessionelles Interesse im Gegensatz zu den Interessen des gemeinsamen ungarischen Vaterlandes steht, sich Schulter an Schulter dem Schutze der Landcsintcrcsscu zu widmen.“ Schließung der Bukarester UnivcrsItSt Bukarest, 12. Dezember. (J. T. A.) Da die Studenten den Jahrestag des Nuincrus-cIausus-Kampfcs zu antisemitisehen Kundgebungen benutzten, beschloß der Universitäts- Senat, sämtliche Kurse aller Fakultäten für einige Tage zu suspendieren. Auch an anderen Hochschulen des Reiches wurde der Jahrestag des Beginns des Kampfes für den Numerus clausus dadurch begangen, daß die Vorlesungen boykottiert und den jüdischen Studenten der Einlaß in aic Universität versperrt wurde. In Czernowitz blockierten die Studenten alle Eingängc zum Universitätsgebäude und ließen niemand hinein. Im allgemeinen wurde aber die Rübe aufrecht erhalten. Depnlferlcnrat der englischen Jaden London, 14. Dezember. (J. T. A.) Unter dein Vorsitz Lord Rothschilds fand eine Sitzung des Jewish Board of Deputies statt. Nach einer Erörterung der Aktion des Untcrhausmitglicds F i n b u r g h gegen den Innenminister Joynson-Hicks in der Frage der Erschwerung der Einbürgerung für ausländische Juden rctcrierte Mr. d’Avigdor Golds mid über den Stand der Nunicnis-claiisus-Fragc in Genf. Er verlas ein Telegramm von Mr. Lucicn Wolf über die Entscheidung des Völkerbundrates in Angelegenheit des Numerus clausus. Mr. d’Avigdor Golds mid erklärte, das Joint Foreign Committee wurde für den Fall, daß die ungarische Regierung das Gesetz nicht in nächster Zukunft laut Wunsch des Völkerbundrats abändern sollte, die Frage wieder zur Erörtcrung stellen. Mr. N. Lazarus wünschte, daß das Joint Foreign Committee die Angelegenheit der Judenverfolgungen in Runiänien mit mehr Energie betreibe. Der Frci8prtlc.il des Massenmörders Morarescu und die Ausschrev tungen gegen die jüdischen Studenten am Tage des Jubiläums des Numerus clausus-Kampfcs sind Symptome, die der Ver- Sicherung des Außenministers Herrn ״Duca in seinem Telegramm an das Joint Foreign Committee mit Bezug auf die absolute Glaubensfreiheit und Rechtsgleichheit in Rumänien cntgcgcnstchcn. Die Schwierigkeiten Cer rassischen Kolonisation Unter der Ucberschrift ״Illusionen“ veröffentlicht der bekannte jüdische Kommunist (Bundist) Mcrrccin in der Zeitung ״Eines“ einen Aufsatz über die Aussichten der jüdischen Kolonisation in Rußland, der in mancher Be- Ziehung unser Interesse verdient. Der Verfasser weist zunächst darauf hin, daß der für das Jahr 1915—20 von ״Komzet“ (Komitee für die Landansicdlung) aufgcstclltc Arbeitsplan (veröffentlicht auch in der ,,Jüd. Rundschau“ vom 4., d. M.) keineswegs als feste Basis betrachtet werden könne, da darin lediglich die Ausgaben, keineswegs aber die Einnahmen feststehcn. BehniclswciRc sei dort der Beitrag des Joint mit über 5 Millionen Rubel angesetzt, während nach den Angaben Marshalls der Joint lediglich U/s Millionen Dollar, d. 11. etwa 3 Millionen Rubel jährlich beisteuern wolle und cs nicht sicher sei, ob nicht auch dieser Betrag noch herabgesetzt werden wird. Ebenso steht cs mit den anderen Körperschaften. ״Jeko“ sei mit 560 000 Rubel vorgesehen, habe sich jedoch nur für 200000 verpflichtet. Man muß also hinter den ganzen Voranschlag ein Fragezeichen setzen. Jede leichtsinnige Dar- Stellung, die den jüdischen Massen diese Schwierigkeit vorschweigt und übermäßige Hoffnungen bei ihnen weckt, sei geradezu ein Verbrechen. Der Verfasser beklagt sich über das mangelnde Verantwortungsgefühl zahlreicher Parteimitglieder, die meinen, cs käme nur darauf an, Zugeständnisse. vom ״Komzet“ zu erreichen, und die objektiven Grenzen der Möglichkeiten nicht respektieren. Dies bezieht sich insbesondere auf die Forderung, cs mögen nur oder doch in größerer Zahl völlig unbemittelte Kolonisten angcsiedelt werden. Das Komitee könne nicht darauf verzichtcn, in erster Linie Ansiedler mit eigenem Kapital zu berücksichtigen, weil die öffentlichen Mittel eben zur Ansiedlung völlig Unbemittelter nicht ausreichen. Dazu kommen noch die Kosten der Reise •und Ernährung während der ersten Zeit, die überhaupt nicht in Rechnung gestellt sind. Aus dem Artikel geht hervor, daß sich bei den! russisehen Kolonisationswcrk jetzt'schon ganz ähnliche Schwierigkeiten zeigen, wie wir sic aus Palästina kennen. Wir sind weit entfernt davon, diese Schwierigkeiten als ein Argument gegen das Unternehmen zu betrachten, wollen aber auch i nicht, daß mau uns erzählt, in Rußland fielen die Schwierigkeiten weg, die in Palästina vorhanden sind. Expedition nach Sfid-Kankaslea Moskau, 1. Dezember (J.T.A.) Die unparteiische Ge- Seilschaft für jüdische Kolonisation ״O/et“ hat mit der Sachvcrstäiuligcn-Komnüssioii beim Landwirtschaftsministerium ein Abkommen getroffen, daß deren Expedition die Beschaffenheit gewisser Landstriche in S üd - K a 1t Je a 8 1 c n , die für jüdische Siedlung in Iktracht kommen, genau untersucht. Insgesamt stehen dort 650000 Desjatin Land an beiden Ufern des Kuban-Flusses am Asowschcn Meer zur Verfügung. Die Expedition wird Anfang Februar zurückkchrcn und der ״Ozet“ einen ausführlichen Bericht erstatten. Sollte das Land als anbaufähig befunden werden, so wird ״Ozet״' einen genaucn Sicdlungsplau ausarbcitcu. Zionistischer Wahlsieg in Tarnow In Tarnow fanden am Sonntag, den 13. d. M., Wahlen in die jüdische Gemeinde statt. Von den 21 zur Wahl stehenden Sitzen eroberte die 1 i o 11 i s t i 8 c h - d 0 m o k r a - tische Liste 17 und die vereinigte Agudah nur 4 Sitze. Der Ausgang dieser Wahl ist symptomatisch. Die Judenheit von Tarnow ist im allgemeinen konservativ und es zeigt sich, daß die Agitation• der Agudah dort auf einen unfruchtbaren Boden fiel. . , ״. dem 15. Dezember beginnt in Riga eine unparteiische jiddische Tageszeitung ״Frimorgen“ zu erscheinen. Brie! ans Jugoslawien Ussiscbkin bei Nincic. Irt den letzten zwei Wochen weilten in Jugoslawien 0־.] Herren Dr. Arthur Hantke und Manchem Ussischki- Dr. Hantke kam zuerst nach Beograd, wo er mit »nsr:,".I dortigen Gesinnungsgenossen über die Arbeit des K. H. Kn״A ferenzeu abhiclt, die auch in Zagreb fortgesetzt wurd ' und die wichtige Beschlüsse für die zukünftige Arbeit zeitiot,-^ Am 6. d. M. kam in Beograd Herr Ussisc’hkin a ' der an der Balm von einer begeisterten Menge empfangen ״״( von den Herren Dr. David Alkalay, Präsident der Zion sehen Landesorganisation Jugoslawiens in hebräischer ׳!״ii Dr. Friedrich Pops, Präsident der Beograder Onsor:־׳ani«ati«■ v in serbischer Sprache begrüßt wurde. Am Nachmittage dr selben Tages wurde ein großes Meeting in der Synauo1.- ‘•״, ' . ’ hin sprach Ussiscbkin in einer groß angelegten "to über den Aufbau Palästinas und die Forderungen,3 Werk an die Mitarbeit des Judentums stellt. Besonderen nv-' druck verlieh er der Bedeutung der hebräischen Sprache u-!« bedauerte lebhaft, sich der deutschen Sprache hedienri zu müssen, die ihm, wie auch den Zuhörern, lremd ist. Nsc•. her empfing Ussischkin in den Räumen des Palacc-Hae';'• die Vertreter der nirht.'üdhclicn Beograder Presse v;', auch der auswärtigen Zeitungen und hatte Gelegenheit. t;ß gehende Informationen über die Lage in Palästina zu gC0־• ' wie auch verschiedene an ihn gestellte Fragen zu beantworte•' Am nächsten Vormittage wurde Ussischkin in Begleit!;־] der Herren Dr. Alkalay und Dr. Albala, vom Minister'dd AcuOcrcn des Königreiches SHS, Dr. Mcmcilo Ni ne!־ empfangen. In der Audienz, die über eine halbe Stunde wahr]' gab Herr Ussischkin dem Minister auf Grund einer hebräisch׳■'■! Landkarte eine Darstellung unserer Lage in Palästina, sov,! auch der politischen Situation der Zionistischen Organisier Herr Nincic informierte sich insbesondere über die Entwickln:•-! der hebräischen Sprache in Palästina und dankte He::; Ussischkin für die warmen Worte, die er in seiner Rede der Synagoge dem serbischen Volke widmete. — Bei dieser Gelegenheit erkundigte sich der Minister über die Vcrh',;\ nissc der Zionistischen Organisation zur gri c c h i s ch-or. 111 o d o x c 11 Kirche, worüber ihm Herr Ussischkin :!; beiriedigende Auskunft geben konnte. Die Aussprache üh■ dieses Thema ist besonders wichtig mit Rücksicht dara::, daß Alexander 1., König der Serben, Kroaten und Stovern.; voraussichtlich das Protektorat über die griechisch-orthodox! Kirche in Palästina, welches früher der russische Zar innc hatte als der jetzt bedeutendste pravoslavc Monarch übernehme•; dürfte. — Die Wichtigkeit dieser Angelegenheit geht auc: aus den Berichten der Beograder Presse hervor, deren Vc: treter sich von Herrn Ussischkin diesbezüglich ausführlich: Informationen geben ließ. Zuletzt nahm Herr Nincic Gelegenheit, den ba ihm c: schicnencn Herren im Namen der Regierung Sr. M. des Kön :: Alexander I. den bekannten Briet des früheren Ministers 0.; Aeußeren Herrn Vcsnic an den Kapitän Herrn Dr. Albala 3:; Vertreter der serbischen Zionisten, der bekanntlich als erv: Kundgebung einer alliierten Macht, die sich der Balfour-Bck:;■ ration anscliloß, neuerlich zu bestätigen und nochmals c: warmen Sympathien der jugoslawischen Re• gicrung in vollkommener Ueb'ereinstimmung mit dem ober.• erwähnten .Schreiben auszudrücken. Diese Erklärung der ja;: slawischen Regierung wurde auch aut offiziellem Wege durch das Pressebüro des Außenministeriums verlautbart. Um 0 Uhr abends desselben Tages wurde in! fliü׳.: Ussischkins eine K. K. L.*Konfercnz abgehaUen und am Alu׳ ' hielt Herr Ussischkin in der Bnej-Brit-Loge einen Von!!', der auf die versammelten führenden Männer der Juden':;:• Beograds einen tiefen Eindruck!unterließ. Am Abend vvurc•■ zu Ehren Ussischkins ein Festbankett im Beisein von 2וי Personen abgchaltcn, bei welcher Gelegenheit er über die Rolle der jüdischen Frau in der zionistischen Beweger, sprach. Ani 9. morgens traf Herr Ussischkin in Zagreb ii־. wo er ebenfalls von einer großen Menschenmenge hn7':!.' begrüßt wurde. Um 10 Uhr vormittags empfing er i״ Hotel Esplanade die Vertreter der Presse, welche Konlen:: gleich jener in Beograd sehr erfolgreich verlief. Mittag wurden alle Vereine und Korporationen Zagrebs cinpfa:;:׳ und im Anschlüsse daran wurde eine Konferenz über d Ziele und Arbeitsmethoden des K. K. L. abgehalten, wo 11:: Ussischkin Gelegenheit hatte, die wichtigsten Prinzipien ito K. K. L.-Politik in bezug auf Landkauf und Ausbau des La.:: des zu entwickeln. Herr Ussischkin hob die. drei wichtoS: Linien des anz.ukaufenden Bodens hervor: 1. die sogennni׳' agrikulturcllc Linie, d. i. der Landstrich von Haifa über d: Emek bis Tiberias; 2. die ökonomische Linie: die Böd׳.: entlang der Küste von Haifa bis Jaffa: 3. die politisch: Linie von Jaffa—-Tel-Awiw bis einschließlich Jerusalem. F: Finde als' die ehemalige Kornkammer Palästinas, der ir11:B-j barste Teil des Landes, die Küste als wichtigste ökonomisch■: Position am Meere und Jerusalem als politisches und turellcs Zentrum mit dem Meere verbunden, sind die <״• strcbenswcrtcstcn Teile des zu erwerbenden Bodens in lästina. Am Frühnachmittag besuchte Herr Ussischkin die Vc:• oinigung Tarbut, die ihm eine Büste von Professor Herrmy' Schnpira, ausgearbeitet von dem jungen heimischen jiuto:•-' Bildhauer Slavko Brill für die Universität in Jerusalem üb•’;׳ gab. Um 1/j5 Uhr spracli Herr Ussischkin in einer Versammlung und im Anschlüsse daran hielt er mit '•;‘י■ Exekutive der zionistischen Landesorgnnisation und ־-' K. K. L. eine Sitzung ab, in der die wichtigsten Richtlinie־ der K. K. L.-Arbeit in diesem Jahre besprochen wurde::, welcher Gelegenheit auch die Frage des bevorstehend״ Laiidknufcs für die Farm der jugoslawischen Chaiun"* •־ reinigt wurde. , - Am Abend , hielt Ussischkin in der vollen großen ל'"' ngoge vor einer an 2000 Personen zählenden Menschern:'־-^׳ die sechste Rede des Tages. Ussischkin sprach über m Verhältnis der Jungen und Alten und verglich das kran*- bodenlose, stumme jüdische Volk mit dem gnec:usc.*c■• Helden Athenäus,. das gleich diesem der Berührung der heimatlichen Scholle bedarf, um zu gesunden mid '•■'׳ j seine alte Sprache wieder zu erlangen.! Am Morgen des nächsten Tages fuhr Ussischkin;!ג• ■ Timisoara zur dortigen Keren Kajemeth-Lanü keincre.״ von wo er sich über Cluj nach Palästina begibt. Besonders hervorzuheben wäre neben dem nachhaltig■ Eindruck, den Ussischkins Aufenthalt in Jugoslawien ״־, die gesamte Judenheit ausübte, die Auswirkung <n •‘ ni cht j ü di sc 11 cn ()Öffentlichkeit, die st:.1 sonders in der Presse Beograds und Zagrebs zeigte, ־ «palteiilangc Berichte mit dem Bilde Ussischkins 1״ט׳'' Aufenthalt, seine Reden und Interviews der Vertrete•־־־ ־ Presse brachten. Der Lehrstuhl für jüdische Literatur und Philosophie * der Harward-Universität, dessen Qründung durch eine des Herrn Nathan Litauer ermöglicht wurde, ist durch j j rufung des Prof. Dr. Harry Wolfs oh n besetzt wero.1 Nr C Die Ü einer und 1: hicrül: יג ander! daß I Wirf in der wickln jetzt 1 ist ub die ir ieiztcr ״CSUIl• In d r in ein kann diesen sammi Unter! Die Sc Oründ 4״ge a!c d, fort. 0 die d• ferner oem schäft den V Sie wt. müsse Hilfe d> Hände di t c leute, nornn!׳ c) deren der 1 Umsfa׳;, Laden, 0 Ranker Kr cd willens: schaft , g) de rs ■ Anden Penod mr cir der Ar du an : liegt, zahl re i J< prlvatt Awiw trieb sobald maehu Oründ Recuri ZL 1( die Er gcsleü Verbir!00 B neue : V/ege Z\ Tcvt'i« Na za re S c h u erfahre Raues Einnd k'on/r ln '^■i de *ei«; V Gr dnnc: '■׳orläu 'chios? A ןזו1י r Driind :mri?! ׳Winn den M ן י! ר bc >. n,ch Ostens *ächte: ג U kie h;»nd. ־ooolDj

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