Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 97-98 (11.12.1925)
- Date
- 1925-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 812 JUE.D.IS־CHE RUNDSCHAU , Nr. 87/98 Antisemitismus Von AlbrccktSchacffcr. Die in Berlin erscheinende neue Wochenschrift ..Die Literarische Welt“ (Ernst Rowohlt Vorlat:) widmet ihre nächste Nummer dem dichterischen Schallen von Albrccht Sch a eff er. der gerade seinen vierzigsten Geburtstag feiert. l)ic Zeitschrift stellt uns die nachstehende Acußerung, die eine üite psvehologische Deutung des Antisemitismus enthält, /tun Vorabdruck ztir Verfügung. Jeder Mensch ist in dem Malle Jude, in dem er Antisemit Ist. Je heftiger er sich als solcher gebärdet, um so ähnliehcr war er von vornherein oder vfird er dem Juden und nicht eben in dessen besten Eigenschaften. Was er am Juden haßt, das ist das Hassenswerte in ihm selbst. Denn: der Mensch ist eingeschossen mit seinem Ich. Alles ist innen; die Außenwelt gibt nur das Körperhafte her tiir das, was in der Innenwelt Geist ist. Somit kann der Mensch nur dasjenige in der Außenwelt hassen, was — ob mit ob' ohne sein Bewußtsein ־ hasseuswert ist in ihm selbst. Die Un* bewußtheit kann dann soweit gehen wie *beim teutonischen Antisemiten, beim reaktionären Junker oder Jimker-Genossen, der nicht /!« wissen scheint, wie ähnlich er dem Juden ist, durch üc 11 Patriarchalisimis nämlich, die Vergangenhcits-Vcrsteinerung, die Gesetze der Tradition, den Familiensinn in Uebcrtrcibung, auch den internationalen Zusammenhang. Zudem ahnt oder empfindet er wohl die Verkehrtheit seiner politischen oder Weltanschauung gegenüber der anders bcschnffenen, über ihn, wie er spürt, schon hinwegrückenden Welt, und um so mehr haßt er den Juden für das, was er an sich selbst hassen sollte und hassen könnte, vermöchte er cs nur recht zu erkennen, ln seinem Bewußtsein stellt sich ihm dies aber so dar - mit der abwechselnden, eins für ein andres unterschiebenden Figenschaft, die im Bewußtsein waltet —, daß er am Juden das 711 erkennen incint und haßt, was er au der übrigen, arischen Welt hassen möchte. (Beweglichkeit, mit dem einen Wort ließe es sich vielleicht nennen, und als leichtbeweglich. doch starr sich der Jude bezeichnen, während wir schwcrbcweglich, doch biegsam wären.) Der Geschäftsmann wiederum haßt den Juden für die geschäftlichen Praktiken, die seine Geschäftsmoral einwandsfrei nennt, von der er aber weiß, daß sie nur gültig ist in der Welt der Geschäfte; daß sic Moral ist, nicht Ethos: seine Bahn lenkend nach den Sternen, weiß er doch, daß er durch Nacht fährt. Oder er weiß, gefesselt auf das Rad des Gcsehüftc-Betricbes, des entseelten, sachhaften, mechanischen, er weiß oder ahnt sich verhindert am eigentlich Menschenwürdigen, Lebenswerten, an der Wirklichkeit der Seele — nenne cs faktisch Kunst oder Lektüre oder Religion oder nur Ruhe, Muße, Freiheit —, am Geist. — So nagelt denn Henry Ford in seiner antisemitischen Schrift mit einer wunderbaren Ignoranz den Juden fest als Urfindcr der Rcklantc, des Wechsel-Geschäfts und anderer, d. h. eben der Dingo, die seine eigene, Fords, Fxistcuz aut wesentliche Weise bedingen; die er selber erfinden müßte, hätte der Jude — Fords Annahme angenommen — es nicht für ihn getan. Das besagt aber: den Juden verurteilend, verurteilt er sich,• womjl wir zmn Anfang dieser Kette zuriiekgekehrt wären. Anmerkung: Jedes Lrschaffcne erscheint vor den#Augen der Umwelt nicht in seiner Ganzheit, sondern mit nur der Summe seiner hervorstechenden, anziehenden oder abstoßenden Figcnscbaften. So liefert jedermann für jeden ein anderes Bild, und aus diesem Grunde heißt die Nessel uns Unkraut, der Falko Räuber, der Hund Freund. (Weil wir Widerspruch ungern dulden, machen wir uns aus einem Menschen lieber einen Fngcl oder aber Teufel, als daß wir ihn liebten mit?einen Lastern.) Und so scheint cs ein Schicksal des jüdischen Volkes zu sein, dal» cs. unter die Nationen verteilt und mit gewissen I igenschaften allein ihnen sichtbar, den Haß ihrer aller auf sich zieht für das, was diese an sich selbst nicht zu hassen vermögen. Zwei Lehrbücher des Hebräischen Von N. Berggrün, Berlin. Die letzten Jahre haben auch in Deutschland auf dem Gebiete dos hebräischen Sprachunterrichts für die Schuliugend eine erfreuliche W endung in den Einsichten unserer kvligiouslehrer gezeitigt. Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, daß die veraltete Ucbcrsctzuugsincthode ihre Absichten nicht verwirklichen kann. Die tödliche Langeweile, in die die Schüler infolge der Mechanisierung dieser Methode verfallen, muß notgedrungen für Lehrer und Schüler 7u einer Qual werden. Eine Reform 1dieser Methode ist daher die Hauptaufgabe der hebräischen Pädagogen geworden. Auch di<* beiden Bücher “Tn עלי- Schnarr Thora, Vor- Mille des UebcHctzungsuiitorriclitN im Hebräischen, Ausg. B, /weile verbesserte Aul tage, Frankfurt a. ״W. PKT», von I. B. l.ev v und S'T. צערי’ S c h a a r c C11 a j i m , Methodischer ■Lehrgang dehebräischen Uutrrrichts, Frankfurt a. M. 1925, von I. B. l.evv unter Mitwirkung von l)r. B. May, wollen neue Wege weisen. Im methodischen Bcgleitwort wird ganz klar der Schaden der bisherigen Lchrweise erkannt. Man freut sieh, darin di»• Forderung zu hören, daß dir ganze eiste liehräisehe Unterricht vorwiegend Sprachunterricht und das Endziel dieses Unterrichts die vollkommene Beherrschung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift sein solle, kurz: die Kinder müßten die Sprache mindestens so wie die anderen Fremdsprachen in sich aufnehmen. Wenn man mit diesen hochgespannten Erwartungen an die beiden Bücher herantritt, überfällt einen eine bittere Enttäuschung. Abgesehen von der schönen Absicht bleibt alles ein Versuch mit völlig unzureichenden Mitteln. Es ist gewiß peinlich, festzustellcn, daß hier erfahrene Schulmänner sich an eine Aufgäbe heranwagen, zu der, wie ihr Work klar zeigt, ihre Befähigung nicht aitsreicht. Die selbstverständliche voraussetzung, daß der y Verfasser eines Lehrbuchs die Gesetze der von ihn! gelehrten Sprache selbst beherrscht, ist hier — man sollte cs nicht für möglich halten — in keiner Weise erfüllt. Gegen die einfachsten Regeln der Formenlehre findet man Verstöße auf Schritt und Tritt. Um nur etwas herauszugreifen: Der Plural von עיר wird in Sch. T. als עיךים angegeben (Kap. 7 b *עיךיג ■* unsere Städte, ebenso Kap. 9 c -\'ר׳דיי» Die Endung TV verführt dazu, männlichen Substan- Uvea weiblich flektierte Adjektive zuzuordnen; so u. a.: •ט1ב1ת.;זרוי. בעי nüiit? (Sch. T. Kap. 12); ja, cs kömmt *ogif vor, daß eine weibliche Person mit •לקה ,עצו^ר (Sch. C11, Kap. 18) angcredct wird, zwei Fehler auf einem Haufen, die auch einem aufmerksamen Schüler auffallen müßten. Auch sonst werden Substantive mitunter mit fal- *chcm Genus gebraucht. Und dabei ist diese Art Fehler nicht einmal selten. Sollte den Autoren nicht bekannt sein, daß die 3. P. Porf. Sing. Fern, von den ־(?״“) ל״יVerben aut!יך.-endigt? Wie ist es möglich, daß wiederholt Felder Vorkommen wie der in dem Satze *7,5 צו" ינ.* ח1ך0נ (Sch. Ch. Kap. IS)? Bei einer derartigen Unsicherheit auf dem Gebiete der Formenlehre nimmt cs mm schon gar nicht mehr Wunder, daß die Vokalisation vielfach falsch äugegeben ist. sogar in den Paradigmen, und daß die Forumlicrung der grammatikalischen Regeln imgenau ist (vgl. die 1. Regel in Sch. Ch. Kap. 1 a). Schwerer ins Gewicht als diese grammatischen Uuriehtigkeiten fallen die stilistischen Fehler, die die völlige IJnl'äiiigkeit der Vcrfrwscr. auch nur einen Sat/ selbständig in einigermaßen gutem NehräKch aiis/iidrüikeii, ins hellste Licht rücken, ln Sch. T. Kap. 1 3 heißt es: "«"ייאדב “א►, אי עם •צתי .עיויב ו־׳טר־״י אזניב was, genau iibersot/t, bedeutet: ..Der Mensch hat einen Kopf, dazu zwei Augen und zwei Ohren.“ Der darauf folgende Satz gibt im Hebräischen überhaupt keinen Sinn, weil hier ohne jedes hebräische Sprachgefühl blindlings aus dem Deutschen übersetzt wurde ־ eine typische Eigenschaft dieser Bücher. Wer ist imstande, den Satz!א;7 *י הגבינה ״ט^ה im Kap. .19 von Sch. T. überhaupt zu verstehen? Im Wörterverzeichnis des Buches erfährt man /um < iliick, daß “אי mit ״wenn doch, ach, wäre doch“ zu übersetzen sei. Woher diese Erkenntnis geschöpft wird — wissen die Götter. Aber auch bei Auwendung der richtigen Partikel bliebe der Satz noch immer mangelhaft. Ganz und gar ab/ulehncu ist die Art und Weise, in der die Verfasser von Sch. CI1. mit dem Bibcltcxt umgehen. Es bleibe einmal dahingestellt, daß die Theorie der Verfasscr richtig sei. nach welcher ״kein Wort, kein Ausdruck Vorkommen durfte, deren grammatische Struktur dem Verstehen des Kindes noch nicht offen liegt“. Wenn sic aber nun meinen, zu diesem Zwecke .,einschneidende Aeiidc-ruugen der Wortformen der Bibel vornehmen“ zu können, Verbalforincn schwieriger Art durch verschiedene Manipulationen um/uformen und den Bibcltcxt in ihrem Hebräisch den Kindem vorzusetzeu. so ist dies ein Unterfangen, das nicht scharf genug verurteilt werden kann. Wie steht es mit •den biblischen Nacherzählungen in Sch. Ch.? Itn ersten Kapitel von Sch. Ch., das den Anfang der Schöpfungsgeschichte bringt, finden wir, abgesehen von der hier wie fast in jedem einzelnen Kapitel des Buches herrschenden Sprach- Verwirrung in bczug auf den Gebrauch der Tempora und der Wortstellung, statt ויגדל א׳ בין האלי יכין הה־יטך die Acndcrung ועיבה הבדיה was mit einem seltsamen Beigeschmack an das ״Mawdolo-Machcn“ auklingt, aber nicht hebräisch ist. Oft wird der Sinn der betreffenden Bibclstcllcn ganz verändert, /. b. statt לא טוב היות האדם יבדו (= Es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein sei) finden wir in Kap. 3 von Sch. Ch. יא טוב האדם לבדו was nichts ande res bedeutet als: ״Nur der Mensch ist nicht gut“; desgleichen anstatt אץ זה כי אם בית א7היב heißt cs hier רק זה ברת אלהיב ebenso in Kap. 10: האחדי וקנחנו ידיה לנו ילד (rrr Könnten wir (Jcun nach unserem Alter ein Kind haben?) anstatt des biblischen '.האי״ אמנם אלד ואני זקני und ähnlich in endloser Folge. Der Höhepunkt der Verunstaltung einer schönen Bibeler/iihlung wird erreicht in der Umbildung von Sam. II, Kap. 12. V. l■־••!, wo der Einprägung des hebräischen Demonstrativpronomens zuliebe genau entsprechend dem deutschen Sprachgebrauch jedes Substantiv mit זה oder הוא usw. versehen wird (Kan. 23 von Sch. T.). Was würde man dazu sagen, wenn ein Pädagogc z. B. Stücke aus Goethes Faust in ähnlicher Weise für Anfänger?urcchtstut/cn würde? . . . Wie den Bibeltexten ergeht cs auch den aus dem Sscfer l laaggada von Rnwnitzki und Bialik, Buch 1 11. 2, aiisgcwähltni Midraschim. Mau vergleiche S. Haaggada, Buch 1, Seite 18 -10, mit Sch. Ch., Kap. 0; desgleichen S. Haaggada, B. 1, S. 26, mit Sch. CI1., Kap. 13: ebenso Seite 67, B. 2 von S. Haag, mit Kap. IS von Sch. <511. Es sei auch erlaubt, darauf liiuzuweisrn, daß die ersten Kapitel von Sch. T. Sätze rut* halten, die sowohl an sich als auch in ihrer Aufeinanderfolge recht geschmacklos sind, zuweilen sogar komisch wirken. Der kindliche Geist findet kein Genügen an ahgerissenen kurzen Sätzen aus den heterogensten Idccnkrcison und schafft sich seine Zusammenhänge selber. Daher sollte man vermeiden, Sätze aneinander zu rücken, wie (Kap. 3c, Sch. T.) טזב תאמן ד׳ אלהינו. הוא נער קטן ועטו';יקב«^ Out und treu ist unser Gott. Er ist ein kleiner Knabe und heißt Jakob. *־־ Weitere Beispiele aufzufiihrcu, verbietet sich aus Raummangel. Der Gc^amtcindruck der beiden Bücher bleibt ein schmerzliches Bedauern über den großen Aufwand an Encrgic, der hier schmählich vertan ward. Anzuerkennen ist, wie schon oben gesagt, die klare und eindeutige Abkehr von der ״alten tbnncthode“, die hoffentlich unter der iiidi* sehen Lehrerschaft Schule machen wird. Die richtige Kousequenz ans den methodischen Anschauungen der Autoren ziehen, heißt: Audi das Hebräische nach den Prinzipien des modernen Sprachunterrichts lehren. Dazu gehört — w.is hier nur kurz angedrutet sei ■■״, daß man als Vorstufe des Unterrichts geeigneten Lesestoff aus dem Anschauungskreis der Kinder wähle, der in großer Fülle in der pädagogischen hebräischen Literatur vorliegl und - was nicht in den Kreisen der Religionslehrer allgemein bekannt ist — neben allgemeinen unterhaltenden Stoffen besonders auch jüdische, religiöse und ethische Inhalte vermittelt. Nur so könne« die Kinder zu einer einigermaßen selbständigen Frfassung des Hebräischen kommen. Der Bibehmterricht müßte allerdings dann um eine gewisse Zeit hinausgeschohcn werden, was keinen Verlust, sondern einen doppelten Gewinn bedeuten würde, da die Freudigkeit des Aufnclimcns und das schnellere Tempo des Forfcschrciteiis reichlich für den Zeitverlust entschädigen würde.. Gekürzte Bibclausgabcn für Kinder, die sich fcrnhaltc» von eigenmächtigen Verballhornungen, sowie gute Midraschausgaben liegen ja auch bereits seit langem vor (Bialik, Sippurc Hamniikra und Diwrc Aggada, Verlag Dcwir, Jerusalem). Ein Versuch auch in Deutschland in dieser weise Hebräisch zu lehren ist z. B. ln Berlin in den heiden Volksschulen des Jüdisehen Schulvereins seit 5 Jahren mit Erfolg gemacht worden. Selbstverständlich schließt diese Lehrmethode unabweisbar die Forderung nach hebräisch sprachlich gut vorgcbildctcn Lehrern in sich ein. Große Spcide Iftr die JMisehe NatioiilblblioUiek Die Jerusalemer Bibliothek erhielt soeben in 25 Kisten eine Sammlung von 2000 Hcbraica und 4500 Judaica, welche Herr S. Marcus Fcchhcimcr und Frau Alice S. Fcch* heimer,. Cincinnati, 7.ur Erinnerung an ihren verstorbenen Sohn Nathan Fcchhcimcr gestiftet haben. Die überaus wertvolle Sammlung enthielt u. a. fünf hebräische Inkunabeln, eine große Anzahl von hebräischen Erstdrucken aus Italien, Konstantinopel, Smyrna, Krakau und Prag aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, vollständige Serien von Zeit- Schriften, darunter zum Tjril außerordentlich seltene. Die Bibliothek ist von Herrn und Frau Fcchhcimcr aus Anlaß der Eröffnung der Universität gespendet worden. Bttcherschau Masaryk: ״Die Wellrevoiulioa (Erich Reiß Verlag, Berlin, 1923.) Die.se ״Erinnerungen und Betrachtungen“ des Prä .idem, der tschechoslowakischen Republik sind ein wohltuendi Gegensatz, zu der reichhaltigen Mcmoircnütcratur der ״•.א]/ kriegs/.eit. Niehl ein pensionierter oder abgesetzter Miüt «»der ehemaliger Hof mann hat hier persönliche* ErU׳b״j״^! oder höfische Indiskretionen aufgetisdit, sondern der Schöpfe ‘ der nationalen und politischen Selbständigkeit des tsch«•«•]!/ I sehen Volkes legt Rrchensehaft ab über die seit KricgSa״s; brucli im Auslände von ihm o«ler unter seiner Leit ״"׳:חוו''•! ' leistet«• politische oder propagandistische Arbeit. Allen! m". Schrift enthält nicht nur eine Aufzählung von Date!! nnd Geschehnissen, sondern alle unternommenen Schritte werden eingehender philosophisch fundierter Kritik n11ter/(jglן;,. .״ erstrebten Ziele auf ihre ethische und sittliche BorcclnD!,!•- geprüft. Dadurch wird das Buch gleich/eitig ein m« ״vcjr. liebes Dokument einer großen Persöulielikeit von mn rlnirtt i Eindruekskrafl, das sieh in erster Linie durch WaIirhaftigkvit und Aufrichtigkeit aus/eiehnct. Hier ist einer der scltinl•!! Fälle (U־r Weltgeschichte, da die Forderung Platos *•rftiJh wird und der Philosoph gleichzeitig Staatsmann i.M. Kein spekulativer, rom'antiseiier Philosoph, somlern ein Meu-.1I1 der mit allen Realitäten do> Lebens und der Politik v«־!. traut, nicht für den Tag und in den Tag hinein arbeitet sondern auf lange Sicht unter großen überpolitischen Aspck• teil, der weniger dem politisch so beliebten Opportunismu.. huldigt als der Humanität, der sich bei allen Handlungen von d«-m Gebot der Ehrlichkeit, der Vernunft und dvi Sittlichkeit leiten läßt. . Von einem solchen Manne geschrieben ist ein Buch welches die Vorarbeiten zur Schaffung der politischen Seih• ständigkeit einer bisher unterdrückten Nation schildert, tu! uns als Zionisten zum mindest schon um dcs-.entwill«:n von besonderem Interesse. Allein darüber hinaus werden in dem Buche Probleme behandelt, welche uns selbst in ״!eicht! oder ähnlicher Weise beschäftigen, so u. a. die Frage dc< Nationalitätenstaates, des PazifismusT der Anleihe, der Pro paganda. Daneben finden sich längere Abschnitte 1ib«m allgemeiner( Fragen, welche in Zusammenhang mit der europäischen Kul• turkrise stehen, über Selbstmord und Militarismus. P!n. germanismus und Preußengeist, den Sinn des Krieges, welche! in der ״Wcltrevohition gegen die Theokratie“ gesehen wird in der Ucbcrwindung der Philosophie des Solipsismus, Titanis• mus und des Uebcrmcnsehcntums durch Demokratie unc Humanität. Allerdings muß bemerkt werden, daß die Pro• blcmc der jüdischen Nationalität als Minorität im tachechi• sehen Staate nicht erwähnt werden, wie auch die Juden vorwiegend als Religionsgemeinschaft aufgefaßt sind, ob• wohl Masaryk sowohl die tschechischen Nationaljude:! ab auch die amerikanischen Zionisten, insbesondere Sokolou und Brand eis, während des Krieges kennen gelernt hat. Wollte man Vergleiche ziehen, so drängt sich der Gc• danke an die Tagebücher Theodor HcrzLs auf. Hier ei! Mann, Präsident der von ihm geschaffenen freien Republik welcher nach der Mühe langjähriger intensivster Propaganda• arheit nnd politischer Verhandlung jetzt unter normaler Verhältnissen in Muße seine Erinnerungen und Bctrach• tungen über die vergangenen Arbcitsjalire aufzeichnen kam! Dort auch ein politischer Führer, der an gleicher Stellt kämpfte, doch ohne ein Volk, das hinter ihm stand, da.« auf eigener Scholle gegen frcmdnatiouale Bedrückung pru• testieren konnte. Hcrzl mußte erst sein widerstrebende Volk vereinigen, ihm erst das wahrend Jahrtausende langt: Zerstreuung verloren gegangene Gefühl für nationalen Zu• sammenhang und nationale Würde wiedergeben, um dann in Namen eben dieses Volkes — und wie oft nicht von ihn: im Stich gelassen! — dem Volke erst eine Heimat zi suchen. Hcrzl war es nicht vergönnt, sein Ziel zu er• reichen und Rückschau halten zu können; nicht einmal \vi< Moses durfte er das gelobte Land von fern sehen. Masaryk leitet jetzt an erster Stelle die Geschicke seine Lapdcs. Es soll hier nicht darüber geurteilt werden, ob r! stets seinen Grundsätzen treu geblieben ist oder ob u ztt Kompromissen gezwungen wurde. Er* selbst kämpft( jedenfalls nach seinem Wahlspruch für eine wahre Demo kratic: ״Aus dem Volk, durch das Volk, für das Volk.“ Dr, Arno Blum. Prof. Dr. Anton Jirku, Das Alte Testament im Rahmcr der altoricntalischcn Kulturen. (Wissenschaft und Bildim: Nr. 219.) 103 Seiten, Geb. M. 1,80. Verlag von Quelle ft: Meyer in Leipzig. Durch die neugefundenen, assvrisch-babylonisdicu ime ägyptischen Denkmäler und Inschriften erscheint unsere alt« Geschichte in ganz, neuem Lichte. In der vorliegende; gemeinverständlichen Schrift stellt Verfasser das Alte f«M:1 ment in den Rahmen der uns jetzt bekannten altoricnuli• sehen Kulturen, mn im Vergleich mit ihnen das für i>rac Wesentliche hcrauszuheben. Nachdem in der Einleitung ß•!־ Problem als solches, die Erschließung des alten Orient- :me ,ihre Einwirkung auf unser Verständnis des Alten Testamc״!• crörl«־rt ist, wird im folgenden zuerst die altisraciiti-r!;! Geschieht(• auf Grund der neuen Urkundni geschildert. 1• wird gezeigt, wie trotz, vieler paralleler religiöser Vorstellmv gen und Erscheinungsformen das Altr Testament doch imm•־! wieder eine besonders religiöse Eigenart erkennen bl'1‘ die cs aus dem altoricntalischen Rahmen wieder hcrau-lu-ht Das Buch gipfelt in der Erkenntnis, daß die Prophctc: des alten Israel cs waren, die der durchaus altoricntali-vh־׳: Struktur und Denkweise ihres Volkes die nationale l arbni:; gegeben haben, als deren Ausdruck das Alte Te>t.1m«u erscheint. Ihre einzigartige Geschichtsauffassung und Sin lichkcit sind nur für Israel charakteristisch. — Die fcs—clml» Schrift ist geeignet, weitesten Kreisen Anregung zu gebe!; George Grosz, Der Spießer-Spiegel. 60 Berliner Bilder;1.1-1 Zeichnungen, mit einer Sclbstdarstcllung des Künstle!־.•: Dresden 1925. Carl Rcißncr-Vcrlag. George Grosz, der geniale Karikaturist, der der iu׳:r• sehenden Klasse ihren Spiegel Vorbehalten!int und d!b; bekanntlich mehrfach in Prozesse verwickelt winde, b ginnt seine ״Sclbstdarstcllung“ mit der Feststellung, daß er entgegen verschiedenen Behauptungen — kein Jude;זי Und er schließt mit dem Satze, daß das Lebe!! siiinio• wäre, wenn cs nicht den Kampf gegen ״die Dummheit;!;־.«- Brutalität der heutigen Machthaber4‘ böte. Er ist aNo wußt politischer Künstler, der die Kunst als Waffe m Tageskampfe benutzt Die 60 Bilder zeugen wieder divo: mit welcher überzeugenden Wucht er dies tut. Aus die-c: Sammlung von Erbärmlichkeit strömt ein starkes sittlich Pathos. Möge cs beitragen, die Sclbstgcrcchtigkcit der dar gestellten Typen zu erschüttern. Der Rat der Volkskommissare der weißrussisdieu Repu ־1«!י hat ,beschlossen, jedem Besucher der wcißrussisch-jiidiscncr TbcatcnsclmU■ in Moskau einen Monatszuschuß von 30 Ruc* und für die künstlerische Arbeit der Schule eine Summe von 5000 Rubel zu gewähren. Ni ׳ I di« i und ־ einer hciial im 2 , des sc scher fähig ן loch inner \\VgS 1 nistis cv di I prc< dro; nimm «rtc /lonu «■i.f:c dis י erwa die n Grab polnii Leut« Sach* 1 Uni vi weis« : Bürg inind« wand tisch«1 laute« eine demil nistis«' Logik■ Seine; erfahi drons: und 1 daß < hinan 1 tum 1!׳: schdt diescj," optinj' dististV mus, _ Schw, Schril entha die H lernet1 fin n1; mus! inncrj’ Red<-| Seine er •1 nun(' stelle בל. 1> 1H־i u i 1, $׳ Ar. 5t ז ׳]r(',>ij de* I jetzt; propa daß i der t '1••cirh Baris, G/cre f:Mu1 \rht i unb 04 Vergl F rag« Z ior; ij n׳'kc{ k<׳nn| Tunkt oder: '1‘,־ge, b־׳rp d־־i!te «:ui t der 1, des 3 J־hr3;u R« in de dis , vcnn ד וזזה*' eich *obai braue ^jrc ■* 'ivas1 der l; die Q?״Sc* m S« ף"«' Burg« *au« Kevo: