Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 97-98 (11.12.1925)
- Date
- 1925-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Seite $09 I 98/׳0 .Cr!! a fit Doku• Auf• Joitit iur:h le jeder cß - :■ iure!׳ .־ r drr; iurcli •); 1־ Fahnenpolitik j 2)as jüdische Jerusalem soll in einigen Tagen ein Jitimiales Fest leiern. I.>ic Fahne der jüdischen Legion ij!xl von London nach Jerusalem gebracht. In großem ׳•n1/11gc soll sie in die Synagoge der allen Stadt ge- י ׳ .igen werden. Xu in erstenmal ist die Erlaubnis gegeben i. orclon, in demonsirativem Zuge durch das Jaffator in! e alte Stadt eiiuu/iclien, durch die kleinen Straßen, i!c vor sechs und vier Jahren Zeugen von Pogromen : jren, Straßen, die heute noch zum großen Teil von '::abern bewohnt sind. Lnglisches Militär wird den •'11׳g begleiten. Vor den Augen aller• Welt soll dargetan :;•;enden, daß die jüdischen Legionen ihren Anteil haben n der Eroberung Palästinas, welche die Aufrichtung englischen Mandates und die Verwirklichung des ,,;dischen Nationalheimes möglich gemacht haben, j Als ich die ersten Nachrichten über die Fahnen- |;uionstration las, fielen mir die Worte ein. die Karl ] jchkneclvt aus dem Gefängnisse schrieb, als ihm Ende | )17 die ersten Nachrichten von großen Demonstrationen ];r Bolschewiken in Rußland, die eben die!Macht erj'pcrt hatten, bekannt wurden. Liebknecht schrieb: ״Aber!,jS, rote Fahnen, Maikommerse, Karl-Marx-Atnnesticu, bielcrcien, Spielereien. Treiben Sie richtige Politik, ..irauf allein kommt es an.“ Ich fürchte, diese unsere Fahnenpolitik ist keine pur Politik. Es ist wohl verständlich, daß die Zioui-;:ischo Exekutive in Jerusalem, seit ein englischer (Jetcral an der Spitze der Verwaltung stellt, ihm unsere militärischen Tugenden vor Auger» führt, und aus dieser :Erwägung heraus versammelte sie am Tage des Waffenj. ׳j!!st.׳־indes die ehemaligen jüdischen Soldaten der eng- ■j:sehen Armee vor Lord Plumcr. Aus den Zeitungen Erfuhr inan, daß Herbert Samuel 7.u seiner Zeit eine ]:crartige Veranstaltung nicht erlaubt hat. L'ies war gewiß ein hoher Zug staatsmäiinischer Klugheit, Und cs ist sehr kurzsichtig, wenn die Jerusalemer hebrä- ]sehe Presse schreibt: Man hätte nun von dem christlichen ]General erreicht, was man von Herbert Samuel nicht Erreichen konnte. Es handelt sich ja nicht um die :harmlose Demonstration, die in der Versammlung che- ’naligcr Kriegskameraden besteht. Es handelt .sich um!die politischen Kommentare und Folgen. Und wenn am ]wehsten Tage das Jerusalemer hebräische Tagblatt im;Berichte über diesen Aufzug schreibt, nun habe man cesehen, wer die treuen Söhne dieses Landes sind, die ] bereit sind, ihr Blut für die Heimat herzugeben, so;«!eilt man, zu welcher Auffassung solche Dinge führen V:nd welches Echo sic besonders im arabischen Lager ] •finden können. j Freilich jeder politische Schritt ist doppeldeutig. Wir brauchen Demonstrationen nach innen und nach außen,; nr müssen dem kranken nationalen Organismus immer ■; vieder derartige' Einspritzungen machen, um ihn, wenn rieht zu normaler Arbeit, doch wenigstens zu immer erneuten Kraftanstrengungen zu bringen. Sicherlich war die Demonstration in London, die Uebcrführung der Fahne der jüdischen Soldaten in die Synagoge ein zweckvoller Akt, cs war die Möglichkeit gegeben, den Patriotismus der Juden, der überall im Gegensatz zu ansern nationalen Bestrebungen steht, einmal für unsere nationalen Ziele zu mobilisieren. Aber es ist sehr die Frage, ob derartige Dcmonstraj!ionen auch in Palästina notwendig sind, wo nicht Augenblickserregungen, sondern nur ruhige Arbeit den Erfolg gewährleisten. Und doppelt fraglich ist die Opportunität derartiger nemoustrationen im gegenwärtigen Augenblick. Der Orient brennt, in Marokko Krieg, in Mosul Kriegsgefahr, in Syrien Aufstand, vor unscni Augen erheben sich die Araber zum Kampfe gegen das Mandatssystem, r.-an den Irmdesgrenzcn lagern ihre Scharen und die Bewohner unserer nördlichen Kolonien sind Augenzeugen des Kampfes der Syrer gegen das französische Mandat. Ob die Nachricht des Daily Expreß, daß auch in Palästina die Araber auf das Signal zum Aufstand warten, richtig Ist, mag dahingestellt bleiben. Sichcijich ist sie üIhthieben. Aber die Luft ist voller Spannungen und ein ,deiner Funken kann den Brand entfachen. In diesem Augenblick, glaube ich, wäre es unsere erste Pflicht — Pflicht gegen uns selbst und gegen das Werk, für das wir verantwortlich sind uns vor jedem unbesonnenen Schritt zurückzuhaltcn und keinerlei Gekgenheit zu Provokationen zu geben, an denen so manche dunkle Kräfte interessiert sein mögen. Ist dies der Augenblick, wo wir durch besondere Dcmonstra-! *ionen militärischer Art unsere politische Orientierung * dokumentieren sollen? 1 Die Veranstalter der Demonstration von Jerusalem | nehmen eine schwere Verantwortung auf sich, j Hugo Bergmann. Palfistina-Warei i» Wembley In den Ständen des Palästina-Pavillons der Wembley- Aufteilung wurden, wie Ziko meldet, vom 23. April bis für 133 iß ״ 323 ״ ״ 2S6 ״ ״ 1 OS ״ ״ 230 «; ״ 302 ״ ״66 ״ lirrcr ] gesamt wurden ־.somit auf der Wembley-Ausstellung H,t- \ jkiljstina-Produkte im Werte von 13165 £ verkauft. (Es von i handelt sich allerdings offenbar nicht.nur um Palästinalicht, j *kodukte, da 1. B. Kaffee in Palästina nicht wächst. Red. 3 1• R•“) ] Perlmutter für 3 379 C Zigaretten H3l Fhantasicartikcl ״ 410 2 ״ Seife J. , *on- ״ Glaswarcn, Wirkwaren •tiert. : Modelle usw. 71 1 ״S ., Kaffee von ., 135 1 ״ Infekt : Orangen (lern j Öruckiachen, Post- Weine tilait . harten usw. 22 ״<) ,, Palästina-Marken Wirt- \ Spitzen 119 ״ ,, JUEDISCHE RUNDSCHAU ©er Steiger-Prozeß Lomberü.!-).•/einher. (J.!־. A.) Der .'telegrapliiM-11 aus lvOwtto!K*ri!ei<rer11le11e Zeug«•, Kreisarzt Dr. Mainici Kolm, der Vater der Zeugin O r 1 i e k a , sagt :uw, seine Tociiter!iahe am Attcutnlstago in 1.* mberg geweilt, sei «Imin nach Rowuo gekommen und itätte ihm erzählt, sie sei Zeugin «les Attentats gewesm. habe vom Balkon <le:; ״<i;tf«; de la Pai\“ genau hcolv.chtcl, wie ein Manu in dunklem An/ug mul dunklem Hut die 1 land erhol) und einen in Papiej־!•tilgewiekelleii (ugeiisl uu! gegen «len Wagen des Präsidenten schleuderte; das Paket habe dann sogleich zu rauchen lvgönnen. Der Zeuge nnchte seine Tochter darauf auf:1n'1׳ks;;m, dal* es ihre Pflicht sei. Zeugenschalt nh/ulcgcu. Sic schrie!) daraufhin einen Trief mit Darstellung ihrer Beobachtungen an die Zeitung ״C h w i 1 ä“. Der Vorsitzende. Präsident Frauke, verliest hierauf den Akt über ein (ierichiswrialir«':! gegen die Helastuiigs/eiigin Pasternak. Aus dein Akt geht hervor, dal! die Pasternak am 0. Mai l*V_M den in «ler Wohnung ־ihres Gclß'biui, Ingenieur Se/epatiski, er•eht־׳ue11eu (icriehtsvnll/iclier tätlich .!!:griff, hesninkte und mit seliwer brl* i׳li׳.r«'11<In1 Wm׳t>11׳ h.׳- schimpfte. Hei dieser (iclcgctihril hahe sieh «lii* Pasternak, di«• mit Se/opaiiski in gemeinsamem I laushalt 1; hl, als dessen Schwester;uisgegebeu. Lin andermal sagte sic, sie sei die Frau Sc/epaiiskis. (}«•gen <lie Pasiernak wurde damals ein Verfahren cingcleitct, sie verantwortete sieh aber damit, sic sei damals in einem Zustand vier BcsinMuigdosiu'kcit gewesen und hätte nicht gcwul'.t, was sic tue. Am 22. Nufembcr 1023. also vor wenigen Wochen, hat die Staatsanwaltschnft d a s V c r f a 11 r e 11 g e g e 11 d i e P a s t c r 11 a k e 1 11 gestellt, (('!rolle lVwviMiug im Saal.) Die Verteidiger ersuehe» um die Protokollierung, dal! <lie StaaUanwaltsehnft das Verfahr«•!! «1׳-t eingestellt hat, a 1 י «lii• Rolle der Pasternak als I iaiipinelaytiiugs/.ciigiu gl•;;«:״ Sleigci־ klar w ar mul «lie Staatsanwaltschaft ״egen Steiger eine 11 w c n i g b e - lasteten Z c u g c u hrauehte. Verteidiger Dr. I :1!1 <1 a ti Itält einen Appell an die Geschworencn, in welchem 'er wieder einmal ־auf die eilt- & c 11 c i d e n d c H e d e 11 t 11 n g 11 e r A 11 g e 1 e g e 11 heit Olszanski 11 i 11 w eist. Fr wendet sich sodann an «las Richterkol'cgiuni mit <i<־r bitte, den A!11 rügen der Verteidigung auf Ergänzung «les beweis; ei f iluvn•• in «ln• Sache OB/au:.ki. b/w. :nil Anforderung «ler in berliu heim Polizeipräsidium vorhandenen Kleider Ols/nn.-kis tisw. satt/ugeben. Es sei unerträglich zu sehe״, wie <1 e r Gerichtshof das b 1111 v o 11 c Geständnis O 1 s / a 11 > k i s als Hag a t c 11 c b e h n n <1 e 11 u 11 «1 «1 «־ r Staats a 11 w a 11 11 i c s c s m e 11 s c h 1 i c h e D o k 11 m c n t damit a 1) / u t u 11 v c r s u c 11 i, dal» Olszanski sich das Am lncht in Deutschland als .politischer F'liichtling /u cr>c־hk־i«.־lic11 suchte. Wenn dem »o wär<\ w'as hätte «lann Ols/anski veranlalit, neuerdings vor «lern Berliner Polizeipräsidium zu erscheinen, sein Geständnis, das vom Beutheucr Ciericht schon als wahr angenommen wurde, zu wiederholen und zu ergänzen? Wa* hatte ()Iszan.-k:, «ler in den besten Verhältnissen bei seinen Eltern lebte, überhaupt veranlaßt, in einem fremden Lande Asvlrecht zu suchen t Natürlich muhte cs ein schweres p «a 1 i t i s c 11 e s Delikt sein, das ihn aus der Heimat trieb. Auf die hämische Bemerkung des Staatsanwalts, wenn Olszanski der Attentäter war, so möge er kommen 1»מ1ו sich dem Gericht stellen, erwiderte Dr. Landau, Olszanski weift genau, daß, wenn er hierher kommt und seine Angaben vor «lern Berliner Polizeipräsidium liier wiederholt, daft dann sowohl der Staatsanwalt als auch alle anderen Personen, Wie /. b. die Herren von d׳r Lciiibni'grr Polizei, gegen Ihr«11־ innersten Willen gezwungen sein wurden, Steiger zu entlassen um! Olszanski au seine Stell«• zu setzen. Noch stellen wir ab«:r nicht ethisch so hoch, daß mau von einem Verbrecher erwarten könnte, freiwillig vor Gericht zu erscheinen und ruhig seiner Verurteilung entgegenzusehen. Der (Gerichtshof möge sich an die Lemhcrgcr Polizei mit dom Ersuchen wenden, alle in dem berliner Protokoll enthaltenen Angaben OD/a11«kis über seinen Aufenthalt in Lemberg genau uariiz.upriifeu. Die Polizei möge die lächerliche 'Diese aufgcbcu, daß eine ukrninische militärische Organisation nicht existiert: jedes politische Kin«l weiß, daß sie existiert. Dr. Ringel wendet sich mit Worten tiefster Erbitterung gegen die Behauptungen der antisemitischen Blätter, daß Olszanski v o 11 de n Jude 11 g «.*kauft w 11 r d e , daß er 60 000 Dollar erhalten hat, um durch sein Geständnis Steiger zu entlasten. Nur Menschen, die selbst käuflich sind, können solche Behauptungen auf stellen. Verteidiger Dr. Orok erinnert au den D r c y f u s ־ P r o /eft, der seinerzeit die ganze Welt in Aufregung versetzt hat. Sogar damals war nicht die Rede davon, daß die Juden | «•ineט fremden Menschen ,,gekauft“1 hätten, daß er die Schuld auf sich nrluue und Dreyftis entlaste. Man muß immer wieder darauf /urtickkonuuen, weil diese finstere Legende sich in das Gericht selbst einziisclileicheti beginnt. Lemberg, 7. Dezember. (|.T. A.) Die lutioiialdrnio• kratischc und antisemitische polnische Presse ist bemüht, durch täglich neu erfundene Legenden den Eindruck des Olszanski- Aktes ahzusclnväclu'n. Nachdem «las Organ dos Kulturministers Grabski ,,Slow«י Polski“' mit «ler I cgemle liervorgctrctcn war, daß die Juden Olszanski 6DIKU) Dollar für sein Gestäiulnis gezahlt haben, bringt mm die vom getauften Jiuleu Thum i in herausgegebene ,,Ga/eta Cod/.ienna“ eine Erklär u n״ angeblicher u k r a i n i s eher F ii h r e r, wonach die nihreudrn ukrainischen Kreise in Berlin sich geäußert hätten, das Attentat sei durchaus nicht von einem Ukrainer nusgeiiihrt worden, Olszanski hätte sein Geständnis unter jüdischem Einfluß und für jüdisches Geld abgelegt. Die 0ls738ski»Ali3ire vor (״'rriclai Lemberg, S. Dezember (}. T. A.) Zn beginn der Vor* handluug verkündet der Vorsitzende «len Beschluß des Gerichtes, «lern Antrag«: der Verteidigung auf!..•ulung der drei Advokaten Wasser, bac/.ynski und Rawicz slatt/ugehen. Di«׳se sollen bekunden, daß mau in i 11 11 r e 11 d e 11 11 k r a i 11 i s e 11 e 11 Kreis e 11 vem «ler Tätcrscliafl (f|szan>kvs wisse, i eruer sollen «li«•!):•eideteii Saehver-täinligeu ilarüb. r v«Tmnn11H11־ werileii, oh «lie Ang.tin ri ()L/nii'-k;mit Be/11g auf das Modt'll und die Bi'sdiaft'nilu-it der Bomlu• mit «lrni;11111 liehen Befunde übeninstinimai. Ls wird daun der Rechtsanwalt 1 >r. W. Bacz\nski, iiilirer der ukr.iimselieii N'atiimaklemokraten und einstiger Abgeordneter des österreichischen Parlaments, als Zeuge vrrnoinmcn. Fr sagt aus: Am 11. September BDI, als d.i.^Maiuigericlit über Steiger verhandelte, traf ich einen Freund, ang«:.־,< lieueti ukrainischen Politiker, dessen Namen ich nicht nennen kann, weil ich elircnwörtlich gibmalc״ bin. Fr y:,״tc mir, Steiger sei völlig 1t 11 s e 11 u I d i g , er habe atuhentisch«׳ Mitteilung« 11, daß das Attentat Von einem Mitgiied «ler ..( > r g a n i s a / i a V o i s k o w .!“ au-geführt worden ist. |־r Dime «Jeu Attmläler. l)css«n teeli:«• llaml *.«•i, als er 1ii«• Bombe;:esciilemiei t batte, vor Auitegung starr in «In Holt« geblii.bin, <r konnte sich einige Zeit m« 11t vmu Orte foribewegcii. uml dieser Umstand w׳ar cs, der den Vrrdacht von ihm;*!)lenkte, so daß er sich dann langsam entfeinen konnte. Ich machte von diesem Gespräch meinem jüilisehcn Freiimlc Dr. Kawicz Mitteilung u:1d nahm ihm das F. 11 re 11 w o r t ab, daß er ohne mein«• Lrlaubnis nichts «lavon verlauten la^s«:. Fr bat midi, ihn des Ehrenworts zu entbinden, da da.־. Standgericht ja bald ein Todesurteil gegen Strigir sprechen könne, das irraparabd ist; ich «,rwideMc ihm, ich wcril11*1> •׳ Veiliandluiigin v«»r «lern Stand״••!ich* bis /um l.'ud*• beiwohnen, und sollte ( iefalir «lroln.11, so «vcnle idi aus der Reserve luTau-treten. Als clann «las Standgeri.lit die Augclegenlieit au.-׳ den Händen gab und sic «lein Zivil• verfahren überantwortet wurde, trat ich aut Bitten;nein»־: jüdischen Freunde zweimal an meinen Freund, den einflußreichen ukrainischen Führer heran, daß er mich «les Ehre!;• woits entbinde. L'r sagte mir, «lic Zeit hrer/ii wäre noch nicht da. Der Staatsanwalt stellt au den Zeugen die Frage, w.iiuiu er sich .111111:11111 11־ noch nicht gcmehlet batte, als Steigers Leben au «iiiein Faden hing, indem sich «lrei der militärischen Richtir für seine Schuld ausspraehen uml nur einer geschwankt hat. Der Zeuge erwidert, er sei iiber/eugl gewesen, daß das Standgericht kein Todesurteil lallen wird, da ein cin/.igi's Nein genügt, tun ein Todesurteil zu vermeiden. Ich habe, sagte «ler Zeuge weiter, der Vernehmung der Pasternak durch das Standgericht beigewohnt und habe dabei zu *׳inen! Rcchtsanwaltskollegeii die Bemerkung gemacht, di«• Pasternak geln• ein klassisches Beispiel tiir ein w i s s e 11 s c h :1 f 11 i c h c s 3' 11 e in a über die l J 11 - g 1 a 11 b w ii r «1 i g k e i t von Zeugen, aucli wenn diese selbst au ihre Worte glauben sollten. Der Staatsanwalt fragt den Zeugen, ob er nicht glaub«', daß «lie Rettung eine« Menschenlebens mehr wiegt als «in Lhrmwort. Der Zeuge erwidert: er sei Politiker und Ukrainer, er wisse, daß es Situationen gibt, da ein Menschenleben keine Rollo spick. Der Staatsanwalt beantragt, das Gericht möge Dr. Buc/vii-Li zwingen, den Namen des (i.ifiußreiclicn ukrainischen Führers, der ihm von «lern ukrainischen Attentäter er/.ililt hat, zu nennen. Das Gericht beschließt, einen solchen Zwang auf Dr. Baczyu>ki nicht aus/uübeu; im übrigen habe Dr, barzynski erklärt, «lie bi'treficiule Person befinde yicl! im Au*• laude: man winde sic also, auch wenn deren Na me 11 hek.iiiut sein würde, nicht laden können. Der Staatsanwalt behält sich vor, wagen dieses Beschlusses evtl, die Nichtigkeitsb(״־ebw«'rtfe zu erheben. Auf die Frage des Vorsitzenden sagt Dr. Bac/ynski, es sei ein öffentliches Geheimnis, daß eine ukrainische tnilitärisehc Organisation in (Galizien uml im Ausland «xistiert, cs mache einen komischen Eindruck, wenn die Existenz dieser Organisation in Frage ״«'*teilt wird. Das Ziel dieser Organisation Ist, Ostgali/icu von Polen los/ntrc'.mcu. Die Verteidigung beantragt «lie Ladung von Dr. Sirup und Dr. Verständig aus Sambor, sowie von Dr. Sacliarv;«• szewicz, die aus dem Munde maßgebender ukrainischer Führer wissen, daß OJszanskv der Attentäter war. Di«• Sitzung wird geschlossen. Vcrccbraag der ScbftIcrzaSal in Palästina Aus einem soeben veröffentlichten Bericht des bir.au/• amies der zionistischen Palästina-Exekutive geht hervor, daß die unter, der Leitung «los Erziehungs-Departements d*r Exe* kutive stehenden Schulen Ende Oktober mit einer (Gesamt• seluilt'r/alil von über 13000 eröffnet wurden, ge .׳?er« über 13 216 Schülern Mitte dos vergangenen Jahres. T'el-Awiw tmg zu dü-ser Erhöhung 600 bei, Haifa •*(10, die reuen Siedlungen 300 Kinder. Die Zahl der Lehrer betragt 3>! gcgeniiix'• *ISI im letzten Jahre. Vier ne ti e Schule n und vier Kindergärten wtirdi'n in Tel-Awiw eröffnet, zwei Kinder g ii r t c n in Haifa, drei S c h ulen in Nachlaß! Jacob und anderen chassidiscbeii Siedlungen, eine Schule in Neve Jacob, eine Schule in A f ״ I c und c i 11 e Schule in A\ ג g d i c 1. Zu dem Gesamtbwdqct von C 103322 wird de: N.'t C 70 000 beisteuern, die Gemeinde Te.-Auiw und Jaif; '2 16 507, Petach Tikwa C '2000; der Rest wirtl duah Schul gclder und Beiträge von anderen Gemeinden und Siedlunger bestritten /werden. ßtzalel Ja&e Am 3. Dc/iinlx!• starb, wie J.T. A. moklct. in Tei-Aw.w der bekannte Zionist bczalcl J a f f e. Jaffe gcltorte scho! vor Jahr/chnten einer der ältesten und tätigsten l'an1:!:on «le; russischen Zionismus an (sein Bruder ist «ier Schriftstclk; und Keren Hajessod-Delegierte Leib Jaffe) und hat sich u:r die Bewegung in Rußland große Verdienste erworben. Er w:!1 auch einer der ersten, «ler noch vor dem Krieg sei::«־; Wohnsitz nach Palästina verlegte und mit großer Energie und Aktivität an dem Aufschwung der Stadt Tcl-Awiw mitarbeitete. Er war der Initiator und Präsident «ler Boden kaufsgcscllscliaft (ieulah, die einen großen Tui «!er Boden kauf«: in Tel-Awiw durchführte. Bv/alel jaffe gehfirte zu de: Führern des fortschrittlichen Bürgertums n;1«l war zulctzi Vorsitzender der jüdischen Religioiisgemeinde Jaffa -rel-.\w!w, Sein Hmschciden bc«lcutet einen schwerem Verlust für «I: nationale Bewegung und für das palästinensische judeutun.. Auch in <dcn Kreisen des deutschen Zionismus, mit dem ihn seit *vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen v«r• banden, wird die «Nachricht von seinem 'i'ode herzliches Be• dauern hervorrufen. Wir drücken seiner Familie unsere au:• richtige Teilnahme aus. Das Organ des Zentralkomitee־, «ler Welte •amsation Misrachi, ״Hator“ (Jerusalem) begann wieder zu c.־ ebenen.