Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 97-98 (11.12.1925)
- Date
- 1925-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite •608 JUEDISCHE RUNDSCHAU Vor neuen Umwälzungen in Aegypten Von Joseph Fricdfcld. Aegypten hat in den letzten Jahren seit Ende des'Welt* krieges eine Reihe von Umwälzungen durchgemacht. ' Das Jahr 1010 war Zeuge einer großen nationalen Erhebung, die eine Einigung des ganzen Volkes unter Führung Zaglul Paschas hervorbrachte, eines Mannes, der in seiner Jugend vierzig Jahre vorher aktiven Anteil au der ersten ägyptischen nationalen Bewrgung unter Arabi Pascha genommen hatte. Zum ersten Male vereinigte 1010 ein gemeinsamer Aufschwung alle Klassen des ägyptischen Volkes: das intcllck* tucllc Bürgertum, Advokaten, Journalisten und Studenten, die hier wie überall zuerst Träger des Gedankens eie;• nationalen Erhebung gewesen waren, den AdrI, der nicht-ägyptischen, sondern türkischen und tschcrkcssisehcn Ursprungs ist und den großen Grundbesitz darstclit, und die bis dahin politisch stummen Fellachen, die Bauern, die die wahren Nachkommen der alten Bewohner des Niltalcs sind. Zaglul selbst ist ein typischer Fellache, sowohl in seinem Aeußeren wie auch kt seine« Charakterzügen. Es ist daher kein Wunder, daß «r seit jenem 13. November 191$, an dem er als Präsident des Wafd oder der äg3'ptischc11 nationalen Delegation die Forderungen des Volkes proklamierte, auch der allgemeine Heros des Volkes ist. Dieses hat in allen Wahlen und durch alle Kundgebungen bewiesen, daß cs trotz des Druckes der eng* llscheu Besatzungsarmcc und jenes Teiles des Adels und des Hofes, die Zaglul und seinem volkstümlichen Demokratismus feindlich gesinnt sind, unbeirrbar hinter Zaglul steht. Aber die 1919 bewiesene nationale Einheit erhielt sich nicht lange. Gegensätze der Klasscnintcrcsscntcn und auch persönliche Eifersucht der Führer haben zur Folge gehabt, daß der Hof und der die automatischen Neiguugen seiner Ahnen nicht verleugnende König, der Großgrundbesitz und die orthodoxe Geistlichkeit sich gegen Zaglul vereinigten, und mit Freude die Gelegenheit ergriffen, sich Zagluls zu entledigen, als am 19. November 1924 gegen den britischen Oberkommandierenden in Aegypten in Kairo ein Attentat verübt wurde, dem er zum Opfer fiel. Die Engländer erzwangen damals den Rücktritt Zagluls, der in der ägyptischen Kammer über eine erdrückende Mehrheit verfügte und Ziwar Pascha, hls dahin der vom König ernannte Präsident des ägyptischen Senats, unternahm es, ein Ministerium zu bilden, das die englischen Forderungen anzunehmen bereit war. Das Parlamcnt wurde aufgelöst und Neuwahlen ausgeschrieben. Uugeachtet der Vertagung des zuerst beabsichtigten Wahltermins und des Druckes, den die neue Regierung und die englische Verwaltung ausübten, geschah das Sclbstvcrständliehe, über dessen Eintreffen sich nur die englische Presse Illusionen gemacht hatte. Das am 23. März 1925 neu eröffnete Parlament gab seiner Ueberzeugung deutlich Ausdruck, Indem bei der Wahl des Vorsitzenden Zaglul 125 und der Kandidat der Regierung Saroit Pascha nur S5 Stimmen erhielt. Noch am gleichen Tage wurde das Parlament auf Wunsch des Ministerpräsidenten aufgelöst und ursprünglich, nach den Vorschriften der Verfassung, die Neuwahlen für den 23. Mai ausgeschrieben, aber in der richtigen Erkenntnis, daß jede Wahl eine überwiegende Mehrheit der Stimmen für Zaglul ergeben müsse, erging bereits am 26. März eine neue Verfügung, :wonach ״angesichts der Notwendigkeit und Dringlichkcit einer Aenderung des Wahlsystems zwecks Sicherung einer besseren Vertretung des Landes״ die Wahlen auf unbestimmte Zeit bis zur Ausarbeitung eines neuen Wahlgesetzes verschoben wurden. Eine Kommission zur Ausarbeitung dieses neuen Gesetzes wurde eingesetzt, ihre Arbeit zqg sich durch viele Monate hin und ist jetzt zum Abschluß gebracht worden. Das nette Ocsct2 sicht indirekte statt direkter Wahlen vor, erhöht das Alter der Wahlberechtigten und führt einen Vermögens- und Bilclungszcnsus ein. Die Aufgabe der Kommission war keine leichte, denn sic hatte dafür zu sorgen, daß irgendwie eine Kammer durch das ägyptische Volk gewählt werde, die gegen Zaglul und für den Hof und die englische Besetzung Stellung nähme. Das laufende Jahr war in Aegypten Zeuge eines Rückfalles in den alten Despotismus. In offenkundiger Verletzung der Verfassung regierte ein ausschließlich aus der alten Aristokratic bestehendes Ministerium mit Unterstützung der eng- Hs-chen Militärbcsatzung. Die verfassungsmäßigen Freiheiten wurden aufgehoben, eine Reihe reaktionärer Gesetze eingeführt In Wirklichkeit herrschte der Hof, wo König Fuad mit seinem Günstling Naschaat Pascha die alten Zeiten der Willkür dem neuen Geschlecht in Erinnerung brachte. Während *ür die Bedürfnisse des Lindes kein Geld vorhanden war, wurden für Repräsentationszwecke im Lande und außerhalb des Landes für kostspielige, dabei politisch bedeutungslose Gesandtschaften große Summe» ausgegeben. Das Land schien diese Ereignisse in voller Ruhe hinzunehmen. Aber unter dieser scheinbaren Ruhe bereitete sich eine ähnliche Entschlossenhcit und Einigung des ganzen Volkes vor, wie cs;919 der Fall gewesen war. Vor der Besorgnis, alle Errungenschäften des Kampfes uni Demokratie und nationale Selbstbcstimmung zu verlieren, traten selbst die in Aegypten so sehr im Vordergrund stehenden persönlichen Gegensätze und Eifersüchteleien zurück. Von der internationalen Ocffentlich- Kclt infolge des Interesses an den syrischen Ereignissen fast •.»bemerkt, hat sich in den letzten Wochen i» Aegypten eine Einigung um die Person Zaglul Paschas, der das Symbol der Verfassung ist, vollzogen, wie sic noch vor wenigen Monaten auch dem besten Kenner des Landes unmöglich geschienen hätte. Trotz der rücksichtslosen Ausnützung aller Atittei der staatlichen und administrativen Macht steht das Ministerium in Aegypten heute vereinzelt. Die von ihm vertretene Partei, die Ittihad oder Union, hat keinen Anhang im Volke. Die mit ihr noch vor einigen Mon3tcn verbündete Partei des fortschrittlichen Adels und Großbürgertums, die konstitutionellen Liberalen, stehen heute dem Ministerium ebenfeindlich gegenüber wie selbst Männer wie Saroit Pascha, d״r des Ministeriums Kandidat für die Präsidentschaft der Kammer war. Die konstitutionellen Liberalen haben sich nun zu gemeinsamem Vorgehen mit der Wafdpartei, an deren Spitze Zaglul steht, und den Watanisten, der nationalen Partei, vcrcJnigt Diese Vereinigung fand einen raanifcstativen und imposanten Ausdruck am 21. November. Nach, der ägyptischen »erfassung muß das Parlament jedes Jahr am dritten Samstag ‘ים• November zusammentreten. Entsprechend dieser Verfügung ־»ם Verfassung und in seiner Würde als gewählter Vor- , *heender der Kammer, deren Auflösung er nicht als rechtanerkannte, berief Zaglul das Parlament zu einer ״‘teung am 21. ■November zusammen. Die Regierung verbot c.e Zusammenkunft und an dem Tage, da sie stattfinaen sollte. waren das Parlament und die dahin führenden Straßen miütärisch besetzt. Aber die Mitglieder des Parlamentes versammelten sich am festgesetzten Tage im Hotel Continental Savoy. Ilumicrteinundsicbzig Mitglieder des Unterhauses, also die weitaus überwiegende Majorität, und Sechsundsechzig Senatorcu traten zusammen und erklärten, daß! auf Grund der ausdrückjichc» Bestimmung der Verfassung das Parlament noch lortbestehc. Sic erhoben feierlichst Protest gegen die ungestzliehen Handlungen de. Regierung und ihre Politik. Zaglul Pascha führte den Vorsitz und Mohammed Pascha Mahmud, der Vizepräsident der konstitutionellen liberalen Partei, und Abdel Hamid licy Said, der Führer der Walanistcn, wurden zu Vizepräsidenten der Versammlung gewählt. Alle Anwesenden schworen, die Verfassung, für deren Erringung das Land so große Opfer gebracht habe, bis zum Aeußersten verteidigen z» wollen. Ein gemeinsames Manifest der drei Parteien soll im Namen des Volkes zum Kampf gegen dcu Despotismus Aufrufen, der König ersucht werden, der Verfassung getreu zu handeln. Jahrelange Gegner, die einander in erbittertem Kampfe gegenüber gestanden waren, reichten einander' bei dieser Versammlung die Hand. So hat diese Versammlung wiederum wie im Jahre 1919 eine fest geschlossene Front des ganzen ägyptischen Volkes geschaffen und wiederum unter Führung Zaglul Paschas. Im Lande herrscht äußerlich Ruhe. Das Volk und selbst die ia Aegypten in das politische Leben stets so stürmisch eingreifenden Studenten und Mittelschüler halten sich zurück. Zaglul mahnt immer wieder zur Disziplin und Selbstbehcrrschung in diesem Kampfe. Das Ministerium hat vorläufig alle Vorkehrungen getroffen, um etwaige Unruhen unterdrücken zu können. Aber im Schoße des Ministeriums selbst herrschen ־ Zweifel und Unsicherheit. Der Minister« Präsident, der erst vor wenigen Wochen aus Europa nach Aegypten zurückgckchrt ist, zeigt sich ungehalten und unwillig, weiter das Ministerium ein bloßes Werkzeug in den Händen des Präsidenten des Königlichen Kabinetts Naschaat Paschas bleiben zu lassen. Das Ministerium wird wahrscheinlich versuchen, mit größter Beschleunigung jetzt Neuwahlen auf Grund des neuen Gesetzes durchzuführen, das die städtische Wählerschaft um ungefähr sechzig Prozent, die ländliche um ungefähr vierzig Prozent, verringert. Aber cs ist fraglich, ob selbst der schärfste Druck der administrativen Maschine ein dem jetzigen Ministerium gefügiges Parlamcnt zustande bringen wird. Ein letzthin erlassenes Gesetz, das im Grunde jede politische oppositionelle Agitation als ungesetzlich erklärt, soll in dieser Richtung nachhclfcn. Dieses Gesetz ist ein solches Machwerk unmöglicher Reaktion, das selbst die offiziellen englischen Kreisen nahestehende Egyptian Gazette •dagegen scharf protestiert hat. Aber cs ist kein Zweifel, daß auf die Dauer in dein Kampfe zwischen dem nun geeinten Volke auf der einen Seite und dem Ministerium auf der anderen Seite crstcrcs siegen wird. Es ist nur zu hoffen, daß Besonnenheit und Rücksichtnahme auf die wahren Interessen des Volkes die kommende Auseinandersetzung in 60 friedlicher und würdiger Form verlaufen lassen, wie sich bisher der Wille des Landes kundgetan hat. Glossen ־' Die ״Frank furter Zeitung״, das ,;Hamburg» Frcmdcublatt“ u. a. brachten vor einigen Tagen folgende Notiz: SowjetrußUnd gegen den Zionismus. Moskau, 1. Dezember. (Ost-Expreß.) Die Kominu- »istischc Partei Rußlands hat bereits wiederholt dem Zio* nismus gegenüber eine feindselige Haltung eingenommen. Die L'indanwcir.ung an jüdische Ackerbauer z. B. wurde dazu benutzt, um gegen die Auswanderung nach Palästina aufzutreten und auf die Sicdhmgsmüglichkcltcn in den Sowjctl'mdern zu verweisen. In der ״Iswcstija“ wird jetzt unter der Ucbcrschrift ״An den Wassern Babels״ ein in ironisch-fcuillctonistischcm Stil gehaltener Artikel veröffentlich!, der das zionistische Ansicdhmgswcrk in Palästina als ein englisches Gesehäftsuntcrnchmcn ohne soUde Basis darstclit und zugleich die Leitung des Zionistenverhandes verschiedener Unredlichkeiten bezichtigt. Der Verfasscr des Artikels will sein Material aus jüdischen Quellen bezogen haben. Wir fragen uns: Will die Frankfurtern! den Zionismus dadurch ihren Lesern empfehlen, daß sic mfttcilt, die Bolschewik! seien gegen ihn, oder aber rechnet sic damit, daß sich im Gehirn ihrer Leser irgend etwa« von den ״verschicdcncn Unredlichkeiten des Zionistenverbandes“ ohne ״Assoziation mit der bolschewistischen Quelle fcsLsclzcn wird? Außer uns weiß ja kaum jemand, in welcher entstellenden Weise auf Initiative der ״Jewsekzia“ (dies offenbar die ״jüdischcn Quellen“) in Rußland über den Zionismus berichtet wird. Es ist jedenfalls interessant, daß Blätter, die alles Wicht i g c über den Zionismus grundsätzlich verschweigen, eine• derartige Notiz, die Meldung über einen ״ironisch fcuillclonisti• sehen (!) Artikel eines russischen Blattes, das sic ja in anderen Fragen keineswegs als Kronzeugen hcranzichcn, zitieren. Man scheint zu meinen, daß man mit anständigen Mitteln dem Zionismus nicht beikommen kann. Im ״Monia g-M 0 rgc 11״ finden wir folgende treffende Bemerkung: ״In der jüdischen ,C c n t ז a I v c r c i n s - Z c i - tung* werden billige Bilderbücher für Kinder von 3—9 Jahren angekündigt; darunter: ,Die Fahrt zun! Christkind', ein Weihnachtsmärchcnbuch von Jul. Lohnicvcr. Wenn sich viele Leser dieser ■Zeitung auf diese Fahrt begeben, wird es mit dem jüdischen Verband bald schlecht bestellt sein.״ . ... Der Ccntral-Vcrcin hält diese Lektüre offenbar für seinen Zielen weniger gefährlich, als beispielsweise die Beteiligung am jüdischen Aufbauwerk Palästinas. Sonst hätte er, der offenbar eine sehr rigorose Zensur seines Inseratenteiles handhabt, nicht die vom Präsidium des Keren Hajessod (Direktor Wassermann) an die jüdische Presse — zur Aufnahme als Inserat — versandte Kundmachung der Einberufung der deutschen Keren Hajessod-Landeskonferenz zu veröffentlichen abgelchnt. ....•׳. Der ״Israelit״, Organ der ״Agudas Jsrocl“, veröffeutlichte am 26. November clnfcn kurzen Artikel über die Wahlen in der Tschechoslowakei, worin er sich relativ zurückhaltend äußert, wie denn überhaupt erfreulicherweise die verantwortlichen agudistlschcn Kreise die Handlungsweise ihrer slowakischen Genossen, die es diesmal doch Nr. 97/63 Nr. 9 1 zu toll trieben, nicht ganz zu billiges Schemen. Die Behaupt, I des ״Israelit״, die Einigung mit den Zionisten wäre gewesen, weil die Zionißten alle Mandate besetzt : stellt ln Widerspruch mit der Tatsache, daß zunächst ja Einigung gelungen ist, die Führer der Orthodoxie, die e!■ '; maligen orthodoxen Listenführer, von den Zionisten auf \ sichtsrcichc Stellen ihrer Liste übernommen wurden und dt - erst dann ein neuer Spaltpilz In der von dm antisemitisch,...'■:‘ Regierungsparteien subventionierten ״Jüdischen WirUchfliu - partel“ geschaffen wurde. Der ״Israelit“ schreibt ז^י wörtlich: ״In den jüdisch-nationalen Kreisen herrscht aber cr,?j Erregung und Erbitterung und cs ergehen Protcsttcicgr^l; an dcu Ministerpräsidenten. Sollte sich bestätigen, was Protesten gesagt wird, nämlich daß die ZivilverwaUun-J mit Drohungen und Einschüchterungen die Wahl von J!;X verhindert hätten, dann müßte von allen Parteien c׳nn Untersuchung und strenge Bestrafung verlangt werden Lieber ״Israelit“! De Zivi!Verwaltung hat die Wahl v0r Juden dadurch verhindert, daß sic deine Bruderpartei, de!־־!! aussichtslose Kandidatur klar zutage lag, unterstützte, Einigung der jüdischen Parteien durch nachdrückliche' Ein Wirkung auf dc'inc Leute hintertrieb und sich tndividuc: suchte, die sic durch ״Drohung und Einschüchterung“ verar• lassen konnte, zu kandidieren und die Juden zu verwirre:. De Regierung hat Werkzeuge ihres Willens gefunden. Wiesihr das gelungen ist, das zu ״untersuchen und streng zu bc• strafen“ könntest du vermutlich beitragen. 1tiofl3l; .,ircl VC י e fl; 11־)M)r<l! Ul״ die die vor ujrcrt,' \rabcn M! v.rrd^n .!11 der des cn iudisch« Ali CClflOIÜ jeb km׳!917 di : der Be | bert ft ת ,• *3s piclcr; darauf Moriresca frrigesprocfcca! Bukarest, 9. Dezember (J.T. A.) Das Kriegsgene:׳־ des II. Armeekorps zu Bukarest hat den Oberleutnant M^rj! rescu, der angcklagt war, mehr als 30 Pogrom* und Hun^:• flftchtüngc aus der Ukraine, fast ausschließlich Jude,־ mit Hüte der ihm untergebenen Unteroffiziere und Soldüt;: ermordet und beraubt zu haben, frcigcsprochcn. Aw: die mitangcklagtcn 21 Unteroffiziere und Soldaten wurde frcigcsproaien. ln dem Prozeß, der am 26. November begaun, uerder ungefähr 90 Zeugen cinvcrnommcn. Der Prozeß rollte u-, kaum noch zu überbictcndes Bild menschlicher Vtr• tiertheit 3uf. Es konnten Morarcscu und seinen Unter-j gehenen mehr als 30 Morde nachgcwicscn werden, allein 6. Zahl der Opfer war, übereinstimmende Zeugenaussagen r.. folge, noch viel höher. Der die Anklage vertretende Königlich׳; Kommissar erklärte io seinem Plädoyer, cs sei ein unerträjlichcr Gedanke, daß Morarcscu, der nicht um des Vaterlandes, sondern um des eigenen Nutzens willen gemordet, gepeinigt und geraubt hat, ferner Staatsgeldcr unterschlag:, Bestechung angenommen, Amtsmißbrauch getrieben und Dok•• mente gefälscht hat, straflos davon kommen sollte. Gegen den Königlichen Kommissar wurde ein Di»• ziplinarverfahrcn cingclcitct, well er angeblich im Ver lauf des Prozesses die Offizicrschrc nicht genügend jt schont hat. Die englische* Joden ind das Krimpro^cit London, 6. Dezember. (J.T.A.) Deser Tage habe:, sich in London Vertreter von 13 Organisationen, Lawb• mannschaftcn und Arbcitcrgcwerkschaften zu einer Konferer versammelt, ia der über Maßnahmen zur Förderung des jiid;• sehen Kolomsationswcrkes in Rußland beraten worden ist Vertreter dcrPoalcZion wohnten den Beratung:.1 bei. Deu Vorsitz führte der Präsident der Förderatioo ukra;• nischcr Juden, Dr. Jochelmau, bekanntlich ein frühere, tührendes Mitglied der von Z a 11 g w i 11 begründeten und vor kurzem aufgelösten Jewish Territorial Organisation (JTO.f. Dr. Jochclman gab einen Ucbcrbliek über die jüdisch׳* Kolonisationsbcwcgung in Rußland seit der Epoche des Zarr:: Nikolaus L, der den Juden Kolonisationshnd zuwies. v ging auch die Ocschichte der jüdischen Kolonisation in Arger■; tinien, die unter der Aufsicht der Jcwislj Coionisntion Asv j siation (JCA) steht, durch. Schließlich setzte er den Phr; der jüdischen Kolonisation im gegenwärtigen Rußland aceinander. Die Konferenz wählte ein Komitee, welches die Auf gäbe erhielt, in England mindestens 25 000 Pfund זיי das jüdische Kolonisationswcrk ia Rußland aufzubringen. Das KolonisalioQSWtrk in Raßltmd Id ■ rute f stischc; reral # mUitäii Erwäg stilistai lisch eil erfuhr: der .11 Dies vj und cS isdlC \ Gen er. 1 erreich harmlG malig* die סרן nächst Berieb £cseh< bereit; rieht ji und i lindert brauef; wir rd ,.viedd nicht 0 crnciif die t Fahne voller tr io:, unM!r, naiiot 4 iionci .\11ge, Frfolj 1; IV mt Orirc Berlin 7. Dezember. (J. T. A.) Der Präsident der Cb Seilschaft Agro-Joint in Rußland, Dr. Joseph Rosen, 'A dieser Tage aus Amerika, wo er zwecks Unterstützung de- Joint-Drive und zwecks Berichterstattung geweilt hat, in Be?• lin cingctroffcn. Gleichzeitig trafen aus Moskau ein d־׳: Sachverständige für Landwirtsehaflswcscn Herr Lubarsk und Herr Grauer, beide im Aufbauwerk des Joint in Ruf׳• hnd hervorragend tätig. Die Gäste pflegen hier mit der Direktor der Joint-Arbeit in Europa, Herrn Dr. Berniuru Kahn, wichtige Beratungen über die Aufbauarbeit des jo.rt in Rußland und im Jahre 1926. Moskau, 5. Dezember. (J. T. A.) In Kiew, Char• kow, Odessa, Tschcrnobil, Koiiotop, 5ro• Vary und in anderen größeren und kleineren Städten df' Ukraine fanden dieser Tage Massenkundgebung der jüdischen Bevölkerung statt. In einer einheitlich gcfaifl^׳ Resolution wurden die ivi Amerika und in anderen Länder:, existierenden Landsmannschaften dieser Städte aufgefordert, den Plan der jüdischen Kolonisation iu Rußh^ durch finanzielle Zuwendungen verwirklichen m helfen. *-> wird versichert, daß alle für Kolonisationszwcckc gespendete1־ Gelder keinen anderen'Zwecken zugoführt werden. in Sy Anlx Land( unset Kamj. die N Arabi Ist, t trie!־w klein' I erste Werl unbe lege( man( der ' hone dokq Piaiaer in Risebon Ie Zion Lord P tu m c r stattete auf seiner Inspektionsreise dnr:n den südlichen Distrikt, am 26. November, Risch 0» H Zion einen Besuch ab. Lord und Lady Plumer nahmen m* ihrer Begleitung-im Pica-Haus ein Frühstück ein. M1tgl!o^r des Rates von Rischon 1c Zion, Gederah und N'CL' Zion ah nahmen an der Gesellschaft teil. Die Pica war durd; Herrn Rosen heck und Herrn S,c h a pi ro, den Leiter u: Weinkellercicn, vertreten, die Zionistische Exekutive durc: CofoncI Kisch. (P- CH Der Keren Hijessod in den letzten zwei Monates •Jerusalem, 3. Dezember. (J. T. A.) D״r Keren HJ' jessjod hat in den Monaten Oktober una November d• J• 73000 Pfund in den landwirtschaftlichen Siedlungen investiert. Es wurden Pläne ausgearbeitet, die die Kolonisicmng y°n Angehörigen des Mittelstandes und der Sephardim nach ycr.1 System Dir. Sosklns betreffen. Auch Pläne von Jcmcnite־״ Siedlungen und Einordnung von Chaluzim in die Landwirtsehaft wurden ausgearbeitei. Zur Verwirk!:hung aller di0£f Pläne sind 270 000 Hund erforderlich. De vom Kerca ria* jessod erhaltenen Schulen werden in diesen! Jahre von 15 000 Schülern (gegen 13 2-16 im vorigen Jahre) besuch• Es sind 530 Lehrer angesteilt. ת ehr Aus!? 10. $ Perl! P'nai Ton• M Kon׳ Gru< SPlti Patt han< Pro< ״J.