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Jüdische Rundschau · 1925-12-08 · Heft 96 (8.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 96 (8.12.1925)
Date
1925-12-08
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 801 N'f.ÖÖ pie Kolonisation im nächsten Jahr Von unserem Korrespondenten. A. Q. Jerusalem, den 25. November 1925 [>ic letzten Monate in Palästina waren eine Zeit hoch- ,Hinter Hoffnungen, die sich mit schweren Befürchtungen '.!,{cn. Es war eine Zeit der Bewegung, in der man •״־krungen erwartete, ganz gleich, ob man der Zukunft . Hoffnung oder Furcht entgegensah. Der Wechsel im Kommissariat, der Kongreß, der eine nevic Leitung und;eicht sogar ein neues System bringen sollte, die Ereignisse;,Tien, deren Ausstrahlungen für Palästina von Bedeutung '/können, die wirtschaftlichen Kräfte der großen Ein- -Jenmg, die sich in den letzten Monaten befruchtend; drohend fühlbar machten — all das gab Grand m .;;:;fachen Erwartungen. Ein Teil der Bewegung verlief .;!!ide. Der Kongreß brachte keine einschneidenden Aendei;n, beließ die alte Leitung im Amte. Die Umwälzungen jevrien sind bisher in ihren Auswirkungen auf das süd- י;’Grenzland noch nicht zu übersehen. So wendet sich denn I Ocffentlichkcit in Palästina mit verstärktem Interesse j üg'.ichcn Arbeit zu, die an Umfang gewonnen, an ' icrigkcitcn nicht cingcbüßt ha!. per Kongreß hat das Budget ■für die Palästinaarbeit nur ..ד großen Richtlinien festgestellt. [>ie genaue Einteilung -! der Palästinaexckutivc überlassen. Diese Begrenzung!•einzelnen Posten ist keine glatte Arbeit. Denn trotz der ־.;wohnlichen Ausweitung des finanziellen Rahmens, die; rünzufiigung zweier Hunderttausende bedeutet, wird man 1 vergeblich bemühen, mit dein Gegebenen auszukommen.!;re Arbeit hat sich viel rascher entwickelt als unsere gewachsen sind oder wachsen werden, und so heißt j-:utc. darüber entscheiden, wie das, was da ist, vor- \!et werden soll. Daß cs dabei nicht ohne* Schwierigi ו ahgeht, und daß mehr als eine notwendige Aktion /urückgestellt werden müssen, ist selbstverständlich. ]1.hn hatte vor dem Kongreß damit gerechnet, mit den ־:jsarbeijen der Neukolonisation schon zu Beginn des!:> einzusetzen. Durcli die verspätete Wahl der Exekutive j: sich die Vorbereitungen verzögert. Das landwirtschaft- : Budget wird trotz seiner ansehnlichen Vergrößerung י bemessen sein. In den Kreisen der Arbeiterschaft hat die Frage der besten Verwendung der zur Verfügung ’!den Beträge seit langem gründlich erörtert. Der Wille, ix'reits bcstchcndcn Kolonien auf eigene Füße zu steilen, Fertig zu machen‘‘, kreuzte sich mit dem Expansionsdrang,! :cbictcrisch eine Ausweitung des Aktionsfeldes durch r;xhaffung neuer Betriebe verlangte. Man erinnert sich יז : der heftigen Kämpfe der Vorjahre um die ״Konsoüdie- '■ politik", als sich der Gedanke des Ausbaus des Be- ‘! :den zum ersten Mal in der Praxis Bahn brach. Unter- 2־| ׳t sich der Konsolidicrungsgedankc in Palästina stärker | ׳rzclt. Heute geht die Forderung nach der ׳, crun״ der Betriebe von der Arbeiter-;dt selbst aus. Aber diese Poli'ik trägt ein anderes als cs sich dam'Anfang darstelltc. Es handelt sich '־ ' darum, ein Jahr lang darauf zu verzichten, neue Siedi ־ zu schaffen, und mit den dadurch frei werdenden : ä das früher Gegründete von weiteren Zuschüssen und;;ig zu machen. Es hat sich hcrausgestellt, daß zur ' i־ag der bestehenden Wirtschaften heute mehr als 1 J Pfund gehören und daß cs also nicht angcht, diese :!! ] Summe in einem Jahre aufzubringen. Man hat sich "; י entschlossen, die z\rbcit der Konsolidierung auf min- '■׳ M zwei Jahre zu verteilen. 5 \ ::,.er diesen Umständen bleibt co ipso nur eine bestimmte, £ ״/< ןr ansehnliche Summe für die Neukolonisation übrig. >;r. •: •d in ganz runden Zahlen gegen 10 n> des Budgets.; teilen sich unter die Arbeiterschaft und die ״Mittel-;d. h. diejenigen Kolonisten, die auf Nationalfonds- Mcdeln und eigene Mittel in ihre Kolonie investieren. : inen Summe, die in diesem Jahre für Ncukolonisation r־v!1t kommt, stellt eine große Anzahl von Siedlern Per, die sich sämtlich mehrere Jahre im Lande für die y״g gründlich vorbereitet haben. Auch die Bodendie zur Verfügung stehen, sind sehr beträchtlich, ״ionalfonds ist dieses Jahr imstande, der Kolonisation c zusammen liegen de Komplexe zur Ver- ' zu stellen. Es handelt sich um ungefähr 40000 Du ת am, von denen der Hauptblock in der Ebene Jcsrecl zwischen Nahalal und Afulc, der andere bei Da g a ni a h gelegen ist. Unter den gegebenen Umständen, wo große Bodenflächen und eine beträchtliche Anzahl von Kmulidaten geringen Mitteln gegeniiberstchen, worden in der Okkupation 11er Heulen einige Ncuertmgen eingefiihrt werden. Ohrtedies war man geneigt, an dem bisherigen System der Kolonisation, das nicht hefriedigend war, verschiedenes zu ändern. In der Arbeitersehaft war mau ־seit langem bemüht, das System im Aufbau der Siedlungen zu bessern. Die Erfahrungen, die man bisher gesammelt hat, können jetzt ausgeniitzt werden. Fine Vermeidung überflüssiger Ausgaben, die genauere Kenntnis der Bedingungen, eine bessere Belicirselauig des Arheitsplanes, versprachen bessere Resultate. So gelangte mau dazu, ein Projekt au fzus teilen, das darauf hiu/idte, die Kolonien, stufenweise .־luf/iibuiirn. Fine ausreichende!־Vinierung, üodcnvorbcrcitilug, Wasserversorgung, Unlcrsuciumg der Bodcncigenschaften geht der eigentlichen laiulwirisriiaftüehcn Arbeit voraus. Dcineuispicchend werden nur so viel Mensehen hingebracht, wie hei diesen Arbeiten gebraucht werden. Sic leben von ihrem Arbeitslohn, so daß das Budget für den Lebensunterhalt, das bisher eine große Rulle spielte, stark herabgesetzt werden kann. Erst nachdem alle diese Vorbereitungen, die von den Siedlern seihst a;1 s - geführt werden, erledigt sind, wird mit dem eigentliehen landwirischafl'idien Betrieb begonnen. Es werden dann, je nach der Aufnahmefähigkeit des Ortes mehr Kolonisten aufgenoinmcn. Auf diese Weise soll sich die Siedlung stufe«־ weise, den Mitteln und Kräften entsprechend, entwickeln. Der Plan stammt von der Arbeiterschaft und•• ist vom Kolonisationsdepartement angenommen wurden. Die ״Milte!kln«sc ‘, die eigene Gelder besitzt und daher andere Bedingungen hat, wird wahrscheinlich gleich die Arbeit in vollem Umfange aufnehmen. Fs werden in die־.mu Jahre voraussichtlich 2--3 Moschawe Owdim und 3—1 Kwu/oth zur Ansiedlmig kommen. Dazu kommen 70—SO bemittelte Familien und gegen sechzig Familien aus Rumänien und der Bukowina. Der endgültige Beschluß hängt von den Verhandlungen mit dem Nationalfonds über die Bodeuflächc, die jetzt besetzt werden kann, ab. Diese Zahlen enthalten nur einen Teil der Kandidaten, die zur Ansiedhiug bereit stellen. Wir haben zur Zeit im Lande eine beträchtliche Menge von Arbeitern, die durch jahrelange Ausbildung int Aus- und Inlande zur Kolonisation reif geworden sind. Sowohl die Kwuzoth, wie die großen Kommunen, wie die Mosclnwim haben es sich angelegen sein lassen, sieh einen Nachwuchs heranzuziehen, der ihre Arbeit stärken und fortsetzen kamt. Die kollektive Bewegung der Kwu/oth ist heute über die’ ersten Stadien des Versuches hinnusgekommen, besitzt einen ansehnlichen Erfahrungsschatz, den sie für den weiteren Ausbau ihrer Bestrebungen und für die Erziehung netter Kräfte zu verwenden weiß. Der Mosclmv hat hi den kurzen Jahren seines Bestehens auf beträchtliche wiitschaftliche Frfolge hinzmveisen und bemüht sich jetzt, diese ökonomischen Errungenschaften zugleich mit seiner sozialen Form zu hewahren. Den Stand tmd den Rhythmus der beulen Bewegungen spiegelten die Beratungen wieder, auf denen sich einmal die Moschawim und einmal die Kwuzoth zusammen fanden. Die Gegensätze der beiden Strömungen sind im letzten Jahre noch um vieles deutlicher geworden. Die Konferenz der Landarbeiter, die in Kürze statt finden soll, wird sich mit diesem Kampfe eingehend beschäftigen. In der Kolonisation dieses Jahres kommen beide Siedlungsmiffassungcn zu ihrem Recht. Und cs ist gut so. Denn heute ist koionisatorisch noch nicht festzustclicn, welcher der Vorzug zu geben ist. Allem Anschein nach hat jede unter besonderen Menschentypen und Bedingungen ihre spezifische Berechtigung. Die V/3’sl?n!3 die Assclalh II3Rhvcb3rira Das vom Waad Lettmi eingesetzte ZentralAVahlkomitcc hat die Wahlen für die Assefath llantwcharim auf den 6. Dezember festgesetzt. (Ziko.) Die Elswasjtfcrnng im November Im .Monat November sind nach Palästina 3100 Personen eingewandert. A>pscharski gibt in seinem Don Quichotte, dessen I; ‘;'ja durchsichtig genug ist, gewissermaßen die Ethik I“ ־ ׳׳•hevwsinus. Die üewaltmcfhoden sind ׳;erechifcrtigt, I nur ethisch handelnde, die Bosheit' der Welt I ' "de Schwärmer stillet in unserer empirischen Welt nur [./. J:1. Er gehört in eine andere Welt, er muß, trotzdem ' lieben, verbannt werden, bis die neue Ordnung geseine Zeit gekommen ist Die wirkliche Umj; '? der Welt kann nur vollziehen, wer auch das Böse zu I ,; die Kraft hat. Es ist das Problem Rcubeni- |1/;; 0, mit dein wir es auch hier zu tun haben. Wer I 1 ־,is Roman keimt, wird geradezu frappiert sein von I ‘׳•!rallclismus, obwohl der Gedanke in ganz ver- I. ף ־ Gewand auftritt. Jede Bewegung, die eine sittliche I,,׳ ״ *Glichen xvill, wird auf dieses Problem stoßen, wonicht schon vorher durch innere Korruption ihre li■! j!!crt (w'c manche mitteleuropäischen Revolutionen). lim. Angedcutctcn geht hervor, daß die interessanteste I s Dramas der Autor ist. Was geht in der Seele eines I < .v0r, der auf der Bühne der Weltgeschichte selbst I :; Er leidet an dein Konflikt, den er gut kennt, und I , sich durch die dichterische Aussprache. Dieser I,; A'crdieut unsere Anteilnahme, auch wenn das Stück ■;:s tierisch mißlungen ist und seine Gestalten aus l^1. 1 mcnliaftcn nicht hinauskommen. Vielleicht hätte das I\c;. 1 Symbolhafte der Komödie stärker betont werden! "ie überhaupt Eingriffe der Regie manches retten »״־;: stärkste Szene ist die im Zimmer der Volksln:/; 7 nach dem Sieg der Revolution; hier kommt auch ■ eine zur Sprache; der gegenrevolutionäre Doktor »er■• : antisemitische Bemerkung und wird von dem ßriujdlich eines Besseren belehrt, worauf er zu- 'c/‘: ״Verzeihung, ich wußte nicht, daß der Herr Ker, Der ist das aber gar nicht; der andere ■ ׳/ begreifen, daß jemand, der nicht selbst Jude ist, ■ 'leidigen kann.... Friedrich K a y ß l c r gibt dem;^°Ue die edle Haltung des Gcrechtigkeitssuchcrs und um Menschlichkeit Leidenden. Die Revolutionäre Reuß und Granach bieten charakteristische Typen: der eine wild und hart dem Sieg zustrcbeml, der andere bestrebt, die Grausamkeit der Mission durch Weichheit zu mildern. Die anderen Darsteller werden gut oder schlecht mit ihren undankbaren Rollen fertig. Michael Walter, ßüc&crsdian Alphons Paquet, Die neuen Rin^c. Reden und Aufsätze ־zur deutschen Gegenwart. Frankt. Sozkiätsdruckcrci, Frankfurt a. M. 1924. Alphons Paquet: der Name ist der Name des Franken, aber die Stimme ist die Stimme des Deutschen . . . Wie wenige andere befähigt diesen Mann schon der schicksalbildcnde Zufall seiner Geburt, neue Verbundenheiten in dieser Welt der Gegensätze zu entdecken. Darum widmet er der neuen Jugend ״den Jungens vom Hohen Meißner“ dies Buch, weil er in ihr die entschiedensten Pilger auf diesem Wege vom Gegeneinander zum Miteinander sieht. Aus dieser Grundstiimnung seiner Gedanken heraus erwachsen ihm schöne Worte des Verständnisses für die Juden, das Volk des Miteinander, dessen Schicksal cs wurde, im Streben nach der Verwirklichung ihres Weges immer den Weg der Wehrlosigkeit gehen zu müssen. ״Mitten in unserer Welt lebt überall das Magische ihrer Gebräuche, die Mahnung ihres Einhcitsglaubcns, die Energie ihres Wirklichkcitssinncs, der verborgene unerschöpfliche Reichtum ihrer Eigenart... Dieses Verhältnis, gegen das wir uns zuweilen empören, scheint unlösbar.“ — Paquels Worte klingen manchmal wie ciii Echo von Heinrich Heines Lieblingsgedanken ״Zwischen dem wahren geistigen Erbe Israels und dem deutschen Geist besteht eine innere Beziehung“. — Es ist klar, in welchem Sinne ein solcher Mann den Zionismus begrüßen mußte. Seine Stellung zur zionistischen Bewegung umschreibt Paquet in einem Aufsatze des vorliegenden Buches, den er ״D i c Völker und die Juden“ nennt.. Zunächst verblüfft ihn die Vielfältigkeit seiner Motivierungen: heute erscheint die Bewegung in de: Parallele zu dem erwachten Nationalismus Criel ans der Schweiz (Von unserem N. W.-Korrespondenten.) Wenn wir so selten berichten, kommt es daher, daß sich hierzulande im jüdischen und zionistischen Lehen selbst in großen Zeiträumen last gar nichts begibt, das über den lokalen Umkreis hinaus einige Bedeutung haben könnte. Unsere her* vorragenderen Parteigenossen, die von Zeit zu Zeit in Gent weilen, kommen leider nicht dazu, in den anderen Schweizer Städten mit den zionistischen Gruppen Fühlung zu nehmen. Und doch ist die •Schweiz mit ihren 20 090 jüdischen Seelen nicht unbedeutend. Die Bevölkerung ist relativ wohlhabend und hat auch gegen frühere Zeiten ihre Gesinnung gegenüber dem Zionismus merklich geändert. Bedauerlicherweise werden keine Anstrengungen gemacht, sie in größerer Zahl zum formellen Anschluß an unsere Organisation zu bewegen. Die Schweiz ist aber keineswegs ein" ״״dankbares Feld uir unsere Unternehmungen und es wäre nur zu wün-!;eilen, daß unsere red«:begni>W־u Gesiiimuig.sgcno's.en, die auf der Durchreise oder zur Erholung in unser Land kommen, sich regelmäßig einige Tage da uni dort für Versammlungen zur Verfügung stellten. Welches Echo sie finden würden, zeigt der Besuch M. Ussischkins. ln einer großen Ver- Sammlung in Zürich lockte er etwa achthundert Menschen an, d. s. mehr als 10 <•'/<־» der jüdischen Einwohnerschaft der Stadt. Seine Rede wurde mit großem Enthusiasmus aufgenommen. Au dre am nächsten Tage folgenden Landeskonferenz des sch weize rischen Keren Kajemeth ging der Beschluß durch, daß sich die hiesigen Kommissäre moralisch Verpflichteten, im laufenden Jahr die Sammlungen so zu intensivieren, um dainii etwa 41500 Duuain auslüseu zu können. Das bedeutet einen Betrag von etwa 125 003 Franken gegenüber von 40 000 im abgtlaufenen Jahre, der schon eine Rekord- Ziffer darstellte. Gleichen Tags fand ein Bankett für Ussischkin stau. Fast sämtliche jüdischen Institutionen Zürichs von der Israelitischen Kultusgcmeindc bis zu den Gesangvereinen und Turnvereinen, ebenso Vertreter der auswärtigen zionistischen Ortsgruppen, ehrten den Gast durch Ansprachen und das Gelöbnis, rieh für Krmi Kajeiiutli 4in/u>,ctzcn. UssirrliLin mvidrrtc aut die Ti.wltredeit, so daß davon neue Impulse auf das Pflichtgefühl der Zionisten übergehen mußten. Soll der durch diesen Besuch herrorgerufene Eifer nicht auf einen kleinen Kreis beschränkt bleiben und bei dem größeren Publikum bald verrauschen, dann würde es notwendig sein, daß das O r g a n i s;11 i o n s d c p a r t c in c n t der Zionistischen Exekutive sich merklich und sichtbar bemüht, auch in der Schweiz zu arbeiten. MnsseDerni&rduBg jüdischer Flüchtlinge In Rumänien findet gegenwärtig ein Prozeß gegen einen rumänischen Offizier, Momrcscu, statt, der lange Zeit jüdische Flüchtlinge, die 1ms der Sowjetunion über den Dnjestcr nach Rumänien kamen, erschießen, berauben und dann verscharren ließ. B u k a r c s t, 29. November. (J. T. A.) Das Verhör mit den mitangcklagtcn Soldaten deckte grauenerregende Verbrechen des Oberleutnants Morareseu auf. Der Soldat Mel inte sagt»' ans, Morarcscu habt־ ihm befohlen, alle über die Grenze kommenden Flüchtlinge zu erschießen. Das Geld und die Wertsachen, die er bei den En;cl10sscncn fand, habe er Morarcscu ahgeführt. Oft wurden Flüchtlinge lebend eingebracht, in einen Keller geworfen und dort gepeinigt. Oft kam es vor, daß Morarcscu über die Grenze gekommene Flüchtlinge, die er unter Versprechungen, sic passieren zu lassen, hcrühcrgclockt hat, in seine Kanzlei cinlud, mit ihnen zechte und ihnen allc-t Geld abnahm. Später übergab er sic den Soldaten mit dem Worte: ״bereit“ oder ״frei“; dies bedeutete für den Soldaten: ״Erschießen“. Alle solche Flüchtlinge wurden auch erschossen. Der Soldat Moto hoi hat an einem einzigen Tage zwei ־Männer, zwei Frauen, ein Kind und einen Soldaten auf Befehl Monrcscus nic<lcrg1111־acl1t. Fr wurde von Morarcscu dafür öffentlich belobt und erhielt zur Belohnung einen Urlaub. Der Mitangeklngtc, Korporal Z a h a r i a , erzählt, der Oberleutnant Morarcscu habe ihn einmal solange geschlagen, bis ihm das Blut rann, weil er Flüchtlinge lebend zu ihm brachte. Danach sagte Morarcscu, cs werden in der Nacht vier Flüchtlingc hcriibcrkomincn, er habe sic sofort zu erschießen. In der Nacht kamen wirklich die vier angcküudigten Flüchtlingc, und Zaharia erschoß sic befehlsgemäß. Zaharia erzählte, Morarcscu habe ihm den Auftrag gegeben, einen Friedhof am Dnjestcr für die zu tötenden Flüchtlinge anzulcgen. Morarcscu befahl ausdrücklich, daß auch Frauen und Kinder erschossen werden. Lord Plumer besuchte die Hebräische Universität und drückte seine Anerkennung über die erreichten Resultate aus. der Völker, morgen als ihr Gegensatz und ihre Ausnahme... ״Aber bald •sicht er die verwandte Grundrichtung“. Die Bewegung erscheint als ein heiliger Versuch, jenen Staat vor/ubildcn, der nicht mehr das Haus aller dämonischen Plagen sein wird, sondern eine Gemeinschaft, die Stämme, Sekten, Anschauungen, Landsmannschaften unter dem Dach des einen Tempels sammelt und in sich ein Stück der homogenen Menschheit ist.“ — ״Und alles Volk rief: Es werde wahr!“ Bertha Badt-Strauß. Sigmund FeM, Stammcskimdc der Juden. Leipzig, 4925. Verlag J. C. Hinrichs. 191 S. Das Buch gibt eine interessante Monographie über die anthropologischen Verhältnisse der Juden in allen Ländern der Erde lind referiert die Folgerungen, die die neuere Forschür!״ auf Rassenreinheit oder Rasscnverinischung bei den Juden gezogen hat. So sehr sich der Verfasser geneigt zeigt, sicli der Anschauung anzuschließen, daß die Juden schon ursprünglich ein Mischvolk z.wischen Semiten und Hethitern und vielleicht noch andern Völkern seien, und daß auch später, besonders in Osteuropa aber auch in verschiedenem Maße in allen übrigen Ländern starkwirkende Vermischungen vorgekommen sind, so muß er doch angesichts des ungeklärten Einflusses von Klima und sozialen Verhältnissen auf die Rassenbüdung zugeben, daß wir vor einem ungelösten Rätsel stehen. Für eine spätere Auflage des verdienstvollen־ Buches wäre noch zu bemerken: Dem Verfasser sind die Veröftentlichungcn Jabncclis in der palästinensischen Zeitung ״Haadamah“ und andere palästinensische Veröffentlichungen, die tür ihn sicher von Interesse sein würden, augenscheinlich unbekannt. Ferner: der auf Seite 126 erwähnte, nach Madrid beratene Gelehrte ist nicht der im Jahre 1922 in Jerusalem verstorbene Ben lehtida, sondern der Orientalist Professor Yahuda. — Das Buch enthält eine große Zahl sehr intcrcssantcr Photographien von juden in allen Teilen der Welt. A. O. Die palästinensische Oper hat ihre neue Saison mit der Aufführung von ״C a r m c n“ begonnen. Es wirken bereits die neuengagierten Kräfte mit. Der ersten Aufführung wohnte auch Lord Plumer bei.

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