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Jüdische Rundschau · 1925-11-27 · Heft 93 (27.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 93 (27.11.1925)
Date
1925-11-27
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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)UEDISCHE RUNDSCHAU Seite 731 j Nr. 93 Ir. 93 I )ס״״בי I äii;>r; I s ׳׳:יוו | d so;;. | fttrö: Il1״־*״ II c.״•; I oima•:;;, ן parier wi::־׳ I cn v.'u; I in tre: pj ״iP־' I Herr:. I;cr\.cw Ijesiic־:!..; ■ itspras; linderer I .eUuw.; |evcrc':r ' K.II, l'crsonc; Ik!;nr,•׳:•. 1 lern is; In die c. len (:;•< Cliemiscbe Induslric ia Pa!25Uca Wir erhalten folgende Zuschrift: Am Sönntag, den 15. Mtssprach Herr Dr. ehern. M. Sackheim in der Ockojtanrischcn Gesellschaft für das Land Israel über: ״Das Tote Meer“. Herr Df. S., der von einer mehrmonatliche« Reise nach Palästina zurückgckchrt ist, schilderte in sachkundigster Weise, welche ungeheuren Rcichtümcr das Tote Meer enthält, dessen erste Analyse vor 150 Jahren vor1 dem französischen Physiker Lavoiscr hcrgcstcllt worden kt. Nach angestcUtcn Schät/ungeu enthält das Asphalir.iccr allein an Kali 6 Milliarden Tonnen. Die Tonne Kall wertet beute auf dem Weltmärkte ungefähr 300 Gmk. Die deutsche Kaliindustric ist in deu sechziger Jahren von den! Juden pr. ITanck vermittelst einer Privatgesellschaft gegründet worden, nachdem der Staat die Weit erfüll rutig der Bohrungen 11s erfolglos ahgdrhut hatte. Heute setzt das Kalisyndikat für 1103 Millionen Mark jährlich ab, von deren Gegenwert nur ein Drittel ins Ausland geht. Die Absatzmöglichkeiten jjitd unbeschränkt, da die mehr als hundertprozentige Steigeoer Bodeuertüguisse vermittelst des chemischen Düngers übe!...:!pt nur in Deutschland voll ausgenutzt wird, lnsbcfondere der Orient selbst bietet ein ungeheures, bisher völlig!^erschlossenes Absatzgebiet. Außerdem enthält das Tote Meer große Mengen von Brom und Magnesium, in der Nähe befinden sieh erhebliche Asphaltmcngcn. An der Diskussion beteiligte sich u. a. Herr Trictsch, der genaue Auskünfte über die Transportmöglichkeiten gab. Ferner wurde die Hage der Kälteindustrie angeschnitten, die für Palästina, auch für den Transport landwirtschaftlicher und gärtnerischer Erzeugnisse Von größter Wichtigkeit ist. lieber das Verfahren rar Gewinnung äußerte sich Herr Dr. Sackheim, daß man dem Sonnenlicht wenigstens während der Sommermonate bei Anhje von genügend großen Vcrdamplungsbeckcn die Haupttabrikationsaufgabc zuweisen könne. Wie weit Im Winter dem elektrolytischen Verfahren der Vorzug 711 geben sei, bleibt offen. Herren und Damen, üav. Organisationen, die sich aa einer vorbereitenden StudicngcsclLschaft beteiligen wollen, «•erden gebeten, ihre Adresse dem Vorsitzenden der Ockoüfimischcn Gesellschaft, Herrn Leopold LOcwcnthal, Berlin N'V/23, Klopstockstr. 53, frcundlichst bekanntzugeben. Di« Sla3tssabvcnU<m fir den Landesverband ■ tC31iC::C; läanlc.v Inch 1■!krack“.: 15״!!ur.p §1; je;::■ v.׳;rJ. ■ic:a!i?ch W'icwlr 71ז der in der vorigen Nummer unseres Blattes verj öfinitlichtcu Meldung aus parlamentarischen Kreisen erfahren, 1‘!, VJ find für die Haltung einzelner Abgeordneter bei Ablehnung ppj drr Subvention für den jüdischen Landesverband auch noch x׳< andere Gründe maßgebend gewesen. So erklärte in einem l feeren Kreise von Abgeordneten ein hervorragendes Christliebes Mitglied des Preußischen Landtags folgendes: Lr erhalte seit längerer Zeit das Mitteilungsblatt des Verhandes natiönaldeutschcf Juden zugesandt. Ir müsse die Art der verhetzenden Agitation dieses Blattes 31s geradezu widerwärtig bezeichnen und habe aus diesem Blatic ersehen, daß cs nationaldcutsdic Juden gibt, die «ich ii nichts von den völkischen Hetzern vom Schlage des Pastors Voll unterscheiden. Ganz abgesehen also von seiner grundsit/lirhen Einstellung gegen Staatslcistunge» an Religion*• Seilschaften sei für ihn der Gedanke u « e rt r ä g 1 i c 11, j 11311 öffentliche Mittel bcrcitgestcllt werden sollten, um *unter Umständen auch Lehrer dieser Qeistcsrichtung und Geistliche vom Schläge des Pastors Vo u in ihrer hetzerischen Tätigkeit zu unterstützen. Diesem Argument pflichtete eine erhebliche Anzahl von Abgcondseien dieses Kreises bei. % * Die ,,Da 11 ziger Vo 1 k$£tf mrü c“ vom 23. Novbr. 1clireibt üb<T eine Versammlung de.•? glücklich vor kurzem . :ה D:n. ig gegründeten ״Verbandes nationaldeutsrhCr Juden‘*, ^'r' drrrn Vorsitzender Lehrer Fricdländcr ist, folgendes: 1״ ך יJfd.s Tierchen hat sein Pläsierchen . . . Der ,Verband nTiiwaldcutscher Juden‘ veranstaltete kürzlich eine Ver- .‘ammlung. Zwei Mitglieder des Vorstandes sprachen über dir Aufgaben ihrer ,Bewegung* und über die ,Stellung der .luden in Danzig*. Man bemühte sich deutschvÖikLchcr zu ,, _ וויחי als die Deutschvölkischen. Im Ton gelang’s. Wir | verzichten auf die Angriffe gegen Sozialdemokratie und ״,.,cil Pazifismus, gegen deren Repräsentanten und Organe, r.in-!r" ]?u!:rhen. Es wäre den Leuten damit zu viel F.hrc angetan. ,•1ל; Dchcrü.hcrcs als diese.? Organisatlflnchcn von Gartenlauben- Z••׳ c r0,I1-*ntiI<e:r11 bedeht im politischen Leben wirklich nicht.“ Hude November T025 wird hi Amerika das 63jährige lubiläum Dr. CI1. Schitlowsky? gefeiert. Die Zentral- 'ärwaltung des ״ORT“-Verbandes in Berlin faßte den Be- *chluil, sich an der Jubiläumsfeier aktiv zu beteiligen, da I Orrז^ •;־.־• r-h- Schitlowskv seit jeher die Grundsätze de? ״ORT“- llcrliii!yjihandcs propagiert, auch vom Juli 3023 bis Juli ]025 v'f)rrit7enucr des Zcntral-Ratcs des ,,GRT“-Verha1ules war 3 (y. ''id gegenwär ig Mitglied der Zentral-VcrwaUung ist. Das ז pc. Grüner Komitee des Verbandes herlcf eine Konferenz len V.■; :,"'fliiicr jüdischer Organisationen und einzelner Persönlich- 1: Ai: rGen, '<>11 den Plan der Feier zu beraten. Zum Vorsitzenden irs gegründeten Schit owsky-Jubiläum-Koniitces wurde Prof, ״r. $. Dtibnow gewählt. — Die Zcnt־al-Vcrwaltung des 9״HT“*Verhandcs beschloß ihrerseits zu Ehren des Jubilars ’' r*n Sammclhucli über die Probleme der jüdischen Arbeit I|rr3us/ugcbcn. - ן. An »kn Oberrabbiud'r von Stockholm, Dr. Ehrenpreis, C; ',י das Ersuchen ergangen, das Gberrabhinat von Saloniki, | zur Zeit verwaist ist, anzunchmcn. |ic:1;rc 1 .,;'n das von Dr. Stephen S. Wtsc geleitete New '•;orker Institut für jüdische Religionswissenschaft ist für JUnik G :is nächste Semester der Wiener jüdische Historiker Dr. j“aron gewonnen worden. 1 Die Einnahmen des Jüdischen Nationalfonds in den letzten Jahren zeigen eine Erhöhung um 123 ״/V gegenüber I gleichen vorhergehende!! Periode. Die Zahlen sind für Iwr!;*3 H022/23) 111150 £, für 5681 (1023/21) 167631 il und II die Jr 5r,$3 (1921/25) 260 336 Jl. ly1'•;׳ *׳'־. Anläßlich des 60. Geburtstages des bekannten Führers ■ ״ul־.• Der deutschen Bodenreform-Bewegung׳, Dr. Adolf Da- ».sull!;■lasch k e, hat die Zionistische Vereinigung für Deutschnfecr•!׳ind dem Jubilar ihre Glück wünsthe 3u$gc- M;;;cu ikP:o;hen. Dr. Damaschkes Interesse für dtn Zionismus 1. , Dr. Simonsohn in der vorigen Nummer unseres Blattes fgj; Schildert. lener 1 .,Berlin, 25. November. (J-T,A.) Der Verband der »3 An-!־״I[*hen Großgcmcindcn hat in seiner letzten Sitzung bc- /1׳ns*cn, die Schule für Falaschas in Abessinien, die ־; j^beba errichtet worden Ist, zu unterstützen. In ׳,־Pf'l.r dieses Beschlusses hat nunmehr der Vorständ der wird : i>> Nevu ui Listen beschlossen. Der iGdisete Bacäwcrlcer c2d sdn KaeUweebs Von M. Kriniberg, CharloUcnburg. Die Zukunft eine? jeden Volkes ist von der Qualität seines Nachwuchses abhängig. Noch nie war unsere Zukunft Von. der Qualität unseres Nachwuchses so abhängig, wie jetzt; und zwar benötigen wir einen H a nd wc r k c r nachwurhs von großer Quantität und hervorragender Q u a 1 i t ä t. Unsere Handwerker und sein spärlicher Nachwuchs rckrutierten sich bisher au־s Schichten ohne jede Schulbildung, iin besten Falle mit unvollendeter, daher haben wir keinen Handwerkerstand und keinen hervorragenden. Es muß darauf hingewiesen werden, daß auch Absolventen von höheren Schulen für das qualifizierte Handwerk durchaus nicht zu schade sind und daß andererseits unser Volk in jeder Beziehung, wirtschaftlich wie sozial, große Not hat, einen Nachwuchs von Handwerkern aus diesen BiUhmßr,schichten zu gewinnen. Aber gerade in diesen ״besseren“ Kreisen besteht eine große Abneigung [:egal das ״Handwerk“. Väter und Mütter diespr Bilihmgeschichtet! betrachten jeden anderen Beruf für ״vornehmer“ als den handwerklichen Beruf. Gesellschaftliche Vorurteile und Rücksichtnahme auf Verwandtschaft vorhin* derteu manche, ihr Kind in die Handwerksichre zu geben; sie verhinderten oftmals den bei den Kindern vorhandenen selbständigen Willen, welche, ohne jedes Vorurteil, ohne Rücksieht auf Mitschüler, fröhlichen Herzens den Arbeitskittel anzichcn und ein Handwerk erlernen möchten. Die meisten außerhalb des Handwerks stc'ncnden Menschen haben keine Ahnung davon, welches Maß von Nachtlenken und geistiger Ucberlegung, von räumlichen Vorstcllen und j!I:15tischen Schauen, sowie von feinsten! künstlerischem Geschmack zur hochqualifizierten Ausübung der meistert Handwerke gehört! Wenn schon das Maß der selbständigen geistigen Leistung zum Gradmesser für die Wertschätzung eines Berufes gemacht werden soll, so müssen wir die qualifizierten Handwerker höher clnsch.atzn! als einen erlieblichen Teil der Büro- und Bankangestellten. Für tiichtige, arbeitsfreudige, .־!rbeitslustlge Menschen mit guter Schul- Bildung Ist das Handwerk ein hervorragendes Betätigung«- feld und für die Zukunft unseres wirtschaftlich• und sozialbedrängten Volkes eine Lebensfrage. Wer weiß es noch nicht, daß der tüchtige Handwerker überall leichter Beschäftigung findet als der ״Stehkragenberuf“?1 Wer weiß cs :noch nicht, was für Bedeutung der Beruf bei Auswandcrungslust oder Auswanderungszwang hat?! Wer hat sich in Rußland halten können, um nicht ztlgründe gerichtet 7u werden? Wen braucht jetzt das sich ko prächtig aufbauende Palästina? den 3״ t c I! k r a g c n » beruf“ oder den Mann Im Arbeitskittel? Wir müssen in codcr Reihe unsere aus der höheren Schule entlassene Jugend /.ur Erlernung eines Handwerkerberufes durch Aufklärung und Unterstützung verleiten und auf die Unrentabilität der ״vornehmen״ Berufe hinweisen. Wir müssen in allen großen jüdischen Zentren Berufsb c r a t u t! g s * 1111 c n H'iiaffcn, welche sich zur wichtigen Aufgabe machen: beruf iuiiur.rhe Unterweisungen, b e r u f s e 1 h i s c h c Belehrungen (der Jugend sowie der Eltern), Nachweis von Möglichkeiten /um Ucbcrging zum Handwerkerbrruf usw.!;sw. Die Beratungsstellen müssen aus Fachausschüssen für die einzelnen HandwcrkCrhe.rufe. bestellen, und zwar Mets ln Vorhindujig mit Eltern, Berufsschulen und Werkstätten, um die Fachberatung und Fachausbildung am besten ermöglichen zu können. P3125iinatv3ückarlc des Kfrea rajessod Nachdem die vom Keren Hajessod im Juni d. J. herausgegebenen kleinen Paläsfiriakartni (,ui! Aufdruck in l'.ekräischer, deutscher, rng'.ischer und tschrrlmciicr Sprache! bi? aut geringfügige Reste vergriffen sind, erscheint l!t diesen Tagen, ebenfalls von Dr. Hugo Herrmann gezeichnet, vlie große W .1 n d k a r t c u a u s g a b c derselben Karte, in mehreren Punkten verbessert und um .eine Nebenkarte, Palästina und seine Nachbarländer darstellend, bereichert. Die Landkarte erscheint /!;nächst in hehrähehet׳ und deutscher Sprache. Die neue Wandkarte, deren Fertigstellung sich durch den Kongreß verzögert hat, zeigt die ghicliet! Vorzüge, wie die so freundlich aufgcnommvne kleine Karte, ln phänischer, mehrfarbiger Darstellung läßt sie vor allem die Höhen- Schichtung <Jrs Landes srharf und anschaulich hervortreten, verzeichnet alle wichtigeren Or'e und Verkehrswege, sämtliche jüdischen Kolonien und den jüdischen Bo.lc-nhe'it/ nach dem neuesten Stand. Bei der Herstellung der Wandkartcnausg.abc ist insbesondere auf eine Reihe von Wünschen und Anregungen Rücksicht genommen worden, die das Erziehungs* dCpartcmcnt der palästinensischen Exekutive geäußert hat und die das Ziel harten, die Karle besonders Zum &־lit1!gehrauch geeignet zu machen. Kaum eine der vorhandenen Palästinakarten vereinigt mit Kcirlilinltigkoit de• Inhalt« eine solche Klarheit und Uebersiehtllchkelt des Kartcnhildcs. Zudem sind nahezu alle vorhandenen Palästinakarten mehr oder weniger dmch die neueste Entwi 'klung überholt, während die vorliegende Karte den neue de:! Stand verarbeitet. Sie Ist mir in einer begrenzten Auflage hcrgcstelit worden lind cs Wurde Veranstaltung getroffen, daß die Karte, immer wieder ergänzt und auf den letzten Stand gebracht, neu gedruckt werden kam». Schließlich ist noch auf den für eine Karte diese? Fomintcs und dieser Ausstattung geradezu erstaunlich niedrigen Preis hin/mveisen. Die Karte kann (in hebräischer oder deutscher Sprache! vom Haupthure.nl des Keren Hajessod, 75, Great Russell Street, London W.Cl, bezogen werden und kostet 1 Schilling pro Exemplar. _ Mekiz.c Nirdamlm, Pie Schriften des hohräisclicu Literaturverein.« Mckize Nirdatnim sind erschienen. I!« kommen irr diesen! Jahre 7u!n Versand: Der Gaonhischc Kommentar zur Mischnaorchiung Tcliarotli, zugeschrieben Rabbi Hai Gaon. Nach Handschriften herausgegeben und mit textkritisehen Und erklärenden Anmerkungen versehen von Dr. J. N. Epstein. Zweites Heft. Berlin 1921. — Sefer Meglllat ha- Mcgalle von Abraham bar Chlja, /um ersten Male herausgegeben von Dr. Adolf Poznan skl, revidiert und mit Einleitung versehe« von Prof׳. Dr, Julius Gutt mann. Berlin 1921. Wir ersuchen unser(! Abonnenten, den Mitgliedsbeitrag von 10 Gm. unserem Kn«?lGfer Herrn Max Mainz, in Firma L. Mäinz *c!1.,:Bankgeschäft, Frankfurt ä. M., Goethestr. 10 (Postscheckkonto Nr. 50 719), baldigst cinzasenden. Neu hinzukomniendc Abonnenten können Heft 1 des GaonäUchcu Kommentar® (80 weit noch vorhanden) zum Preise von 5 Om. erhalten. Der Vortdtzciidc: Prof. D. Si1no!18cn, Kopenhagen. Dr. Max Wiener nach Berlin berufen. Die OtmtMtkörperftchaftcu der Berliner jüdischfett Oemtlndcn haben Herr« Rabbiner Dr. Max Wiener aus Sttttin 2tw1 O fe m e l n d e r abbin er Berlins gewählt. 25 o״erccl^cs!0c::cr Zi0wis:22s Am 22; November beging die Zionistische Ortsgruppe Beut heu das Fest ihres 25jährigen Bestehens. Im Jahre 1900 hat durch die Begründung der Ortsgruppe in Bouthen def Zionismus zum ersten Male in Ohersclilcsicu Fuß gefaßt, um von hier aus eine unaufhörliche weitere Verbreituug zu finden. Von Bcutlicu aus ist an der Propagierung des zionistischen Gedankens in allen obcrschlrsischcu* Orten gearbeitet uiul sämtliche obcrselilcsisehen Ortsgruppen in.« Leben gerufen worden, die Jahre hindurch einen wichtigen Bestandteil der Z. V. f. D. gebildet haben. Der Tag War also .bedeutungsvoll genug, um den größten Teil der obcrschlesischen Gesinnungsgenossen zu einer ernsten und würdigen Feier zu vereinigen. Der offizielle Festakt wurde dngclcilct durch einen iuhr.li;;che11־ Sologesang von Herrn Oberkautor TarschU. Alsdann begrüßte der derzeitige Vorsitzende Dr. Ehrlich die Anwesenden mit einer hebräischen Ansprache. Als erster Festrc.״ucr sprach Herr Hugo L e 8 r c r-Breslau, der zu den Mitbegründern der Ortsgruppe zählt. Ausgehend v.״n der Kattowjtzer Konferenz schilderte er die Bedeutung Obcrsclilcsiens für das deutsche Judentum. Hierauf zeichnet.: er die Entwicklung der Beuthener Ortsgruppe und im Znsamriieiihang damit des obcrschk-sischcn Zionismu;. Er erinnerte an die Widerstände, die der Ausbreitung der zionistischnt Idee überall entgegentraten, an die Kämpfe!״“l Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, bis der Ziontsmt« endlich seinen siegreichen Einzug auch in ObersehWni halten konnte. Fr gedachte der /ionidRehr:! Veteranen, die von Aniang an in der ersten Reihe der Kämpfer gestanden haben und denen cs heute vergönnt ist, nachdem die B*־ wegung Erfolge erreicht hat, wie sie sich damals 1!ieman«3 hat träumen lassen, dieses Fest mit uns zu feiern, ebenso derjenigen, die in rastloser Arbeit liir die Durchsetzung des Zionismus gekämpft haben und die heute nicht mehr unter 1111a wellen. Zu nennen ist in erster Reihe Dr. Dobrzynskl, der itn Jahre 1906 nach Bouthen kam. F.r hat viele Jahre lilndurcli die Bculhcnor Ortsgruppe und später den oherschlcsischcn Gruppenverbarid geleitet um} ist uns vor zwei Jahren mitten aus seinen! Schaffen durch den Tod entrissen worden. Hierauf ergriff Herr Dr. Klee* Berlin das Wort, der einer der ersten Pröpagatoren des Zionismus in Ober- Schlesien war. Auel! er schilderte noch einmal die Ent- Wicklung der zionistischen Bewegung, die, aufgenommen von einigen wenigen jugendlichen Schwärmern, trotz dauernder ärgster Befehdung der machtvollste Faktor in! Judentum geworden ist. Sodann gab er ein stimmungsvolles Bild von der Schönheit Palästinas, um mit einem Appell an samtliehe Juden zur Mitarbeit n!1 dem großen Werke des Aufbaus unseres LAndes zu schließen. Herr Rechtsanwalt Dr. N c u m a 1! n übc.rbr.1־Chte mit warnten Worten di(־ Glückwünsche, der Gcmcindckörperschaftr!! und Herr Rabbiner Dr. Melchior begrüßte die Fcstvcrsammlung als Vertreter de*. Beuthener Rabbinats. Beide Herren schlossen mit dem Wunsche einer weiteren friedlichen Zusammenarbeit mit den anderen Richtungen der Gemeinde. Hierauf folgte noch eine kurze Ansprache von Herrn Dr. W c i fi m a n n * Heuthen. worauf d^r Festakt nach Abnlngen der Hatikwal! geschlossen wurde. Die Feier hat in den weitesten Kreisen der Gemeinde einen tiefen Eindruck!unterlassen. Am Abend waren die hieiigfen und auswärtigen Ge- *Innungsgfnössc« noch zu einen! Bankett vereinigt, das dem Tagt einen würdigen Abschluß gab. Tigrnifl des rheiElsch«westfälischen Rabbinerverbsitdes Unter der Leitung von Rabbiner Dr. Kober-Köln tagte an! 15. Nov. in der Rheinlandloge der rheinischwestfälische Rabbinerverband. Der Vorsitzende wie« auf das nunmehr dreißigjährige Bestehn! de? Verbandes hin und eröffnete den wissenschaftlichen Teil. J a c 0 b * Dortmund snraCli über ״Marcion und der moderne Sturm gegen da« alte Testament“, zeigte die Schwächen diese« Angriffe« und die Aussichten seines Zusammenbruches•. Norden-!'!herfehl hielt einen Vortrag über ,.V)ic Akzente zu dem Tc.vt der zehn Bmidcsworte, eine n!a«sorc!ischc Betrachtung“, der die untorschlodlRhe Zählung der zehn Gebote herühito; E * c h e Ihn e h c r-Düsseldorf referierte über ,,Oie Tekanotl! von Uscha“, deren Entstehen er aus der verheerenden Wirkung des zlisamMengcbrochencn Bar Knrhba-Auf-t.mdes aufgeiaßt wisen wußte. Rosciitlial* Köln brachte mandies aus dem Leben des Mnharil, dessen 560. Todo?!3g bcvorstchl. Auch die folgenden Vorträge David- Bochum über ״Die Stellung de? Rabhiners“, wie N c u n! a r k - Dui«- bürg ״Au? der sozialen Arbeit des Rabbiners“ fanden da« stiirhetr Intertrsc. Mit Bedauern stellte man fest, daß noch nicht überall die Rabbiner zu den Sitzungen der Körperschäften ungeladen werden. Zur sozialen Arbeit hat der Staat die Rabbiner verpflichtet, iiulrm er sie durch da« Gesetz. /Um Mitglied des Jngemlamte; gemacht hat. Es wird Aufgabe nicht nur der Rabbinerscminarc sein, in den Lehrplan auch Vorlesungen über soziale Arbeit aufzunchmen, sondern and! einer in Betracht kommenden Zentrale d!e bereits amtierenden Rabbiner zu einem Kurs!!? über soziale Arbeit cltuuladen. Groppeoverbaadfitan Nordutsldcutschlcad Sonntag, den 29. November 1925, in Hannover, Ziunlogc, Kornerftr. 5. Beginn: vormittags 9י-/י Dhr. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorsitzenden. 2. Referat Kurt Dlumcnfcld, Vors. d. Z. V. f. l>, über, ״Die gegenwärtige■ zionistische Situation in der Weit- Organisation“. 3. Diskussion. Mittagspause. 4. ,.Die Jüdische Volksparlei“, Referent Dr. Willy Victor. 5. t)isku?siön. 6. Bericht über die Arbeit des Keren Kajemeth im •Bezirk. 7. Wahlen. . 8. Evfenlualiä. . Vcrdsssacfcridilia Konzert In der Timendorfer Jubil.'iunislogc. Mittwoch, de.« 16. November, fand Im Logruhaiis, Kleiststr., ein Konzert ZU Ouu.stch des UntcrstüDuiigsfotul* unter Mitwirkung von Leonhard Braun (New York י. Gad Sh da so vom staatsthtatcr und Frl. Lilly Mendclsohn, statt, ln Herrn Braun lernte män einen ausgezeichneten, stimmlich begabten Sänger kennen, der insbesondere beim Vorträge der jüdischen Lieder sein große* Können ' zeigte.

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