Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 93 (27.11.1925)
- Date
- 1925-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Seite 780 JUEDISCHE RUNDSCHAU Jabotinsky ia Rumänien (Von unserem Korrespondenten.) au. Bukarest, 24. November. Es gibt wenige Länder, die ein so dankbares, jüdisches Publikum besitzen, wie Rumänien. Die hiesigen Juden lassen sich leicht erwärmen, begeistern und hinrcißen, und, wenn diese Gcfühlshöhen auch nur kurze Dauer haben, der Ein* druck auT den auswärtigen Beobachter bleibt doch derjenige einer Masse, die sich für die große Sache hat gewinnen lassen. Aclmlich erging cs auch Herrn Wladimir Jabotinsky, als er nach Rumänien kam. Der Revisiouismus-Aktivismus stand von jeher in diesem Lande nicht sehr gut angeschricbcn, und die ״Regierungstreue“ der hiesigen Zionisten ist geradezu mustergültig. Trotzdem hat die jüdische Bevölkerung des ganzen Landes, fast ohne Unterschied auch in der Nuancierung, dem resoluten Führer der aktivistischen Opposition zugcjubclt und ihn mit aufrichtiger Freude begrüßt. Die Reserve, die die hiesige Landesorganisation durch ein vorher erlassenes CominuniqutS ihren Getreuen empfehlen zu müssen glaubte, hat eben nur offiziell gewirkt; das Volk, und insbesondere diejenigen, die nicht sehr fest in_ der zionistischen Bewegung verankert sind, haben dem Begründer der Legion, dem Heros von Akko, mit Enthusiasmus zugehört labotinski ist hierher in privaten' Angelegenheiten, daneben aber auch auf einer Propagandatourncc für die Sache des Revisionismus gekommen. Die Presse der Hauptstadt und derjenigen Provinzorte, wo er sukzessive erschien, suchte seiner Persönlichkeit gerecht zu werden, indem sic seine Verdienste um die Lcgionsbildung und seine feste Haltung in zionistisch-politischen Fragen hervorhob. ln ein- /einen Orten, so in Kischincw und Jassy, wurden ihm sogar öffentliche Empfänge bereitet, die wohl mehr der heroischen Figur des Palästinakämpfers, als dem Revir ionist cnchef galten. In Kischinew lud ihn der Gcneralgouvcrneur der Provinz, General Rudeanu, zu sich ein und stattete ihm dann mit großer Courtoi: io selbst einen Besuch ab. — In Bukarest war der Empfang etwas gedämpfter, aber als er zum ersten Mal im überfüllten Saal des Zcntralthcatcrs erschien, um seine Vorlesung zu halten, wollte der Applaus nicht enden. Jabotinsky sprach über ״Europa, die Araber und die Juden“, und berührte mit kühner Offenheit gerade die empfindlichsten Stellen unserer Arbeit und Ideenwelt; er legte seinen Standpunkt zur Araberfrage mit derselben Aufrichtigkeit dar, mit der er zugab, daß unsere Interessen in Palästina unbedingt mit Europa und nicht mit seinen Gegnern iin Orient parallel laufen. Er warnte vor Uebertreibungen nach jcdwelchcr Richtung, scheute sich aber nicht, die Kluft zuzugeben, die zwischen der zionistischen und arabischen Welt in Ercz-IsracI existiert und die, nach seiner Meinung, heute noch unüberbrückbar ist. Und dann kam er natürlieber-, oder wie er sagt' logisch erweise zur Legionsidcc, als zu derjenigen, die einzig in Betracht kommt, wenn cs sich um die Frage des Schutzapparates in Palästina handelt. Er verlangt Schutzzoll, Agrarreform, Steuerreform. Er bchauptet, diese Reformen seien nur möglich, wenn England auf die Frage des genügenden Schutzes eine befriedigende Antwort erhalte — somit sei die Frage der Legion Vorbedingung zum eigentlichen revisionistischen Programm. — Die öukarcster Juden genossen Jabotinsky als glänzenden Redner und als scharfen Dialektiker, ließen sich aber von seinem politischen Programm nicht übermäßig hmreißen; in der Provinz stehen die Dinge allerd'ngs anders. In Kischinew, Czernowitz und Jassy haben sich stärkere Gruppen revisionistischer Richtung gegründet, in Jassy wird sogar bereits eine, wenn auch redaktionell noch nicht auf der Höhe stehende, Zeitung herausgegeben, die den Rc\*isionismus in Rumänien propagieren will. Ueberhaupt scheint Jassy, mit seiner überwiegend jüdisch-traditionellen Bevölkcrung, und ebenso Kischinew mit seiner auf russischem Kulturboden• erwachsenen Judenheit für radikalere Richtungen mehr Verständnis zu haben, als die Juden im Rest des Landes. Aber auch in Bukarest ist es Jabotinsky gelungen, eine kleine Gruppe von Revisionisten zu organisieren. Jabot'nsky ist, wie er selbst sagt, nicht übermäßig optimistisch, aber doch vom bisherigen Resultal seiner Tournee in diesem Lande hefriedigt. Tatsache ist, daß die Rednergabe Jabotinskys auf das etwas müde gelaufene zionistische Gewissen der rumänischen Juden gewirkt hat und daß die politischen Perspektiven, die «er in seinem Programm skizziert, nicht ohne einen tiefen Eindruck auf die jüdische Masse in diesem Lande geblieben sind. Dabei gibt es sehr viele Leute, die ehrlich gestehen, daß ihnen der eine oder andere seiner ״dreizehn Punkte“ nicht zusagt, daß sic aber dennoch Im revisionistischen Programm eine« neuen Impuls, einen Gegenstand zum Denken finden. 1: cs nicht richtig, daß soundsovielc zionistische Probleme heute gewissermaßen verrostet sind, einfach weil man aufgehört, hat, an sic mit der Anstrengung aller scelischcn und geistigen Kraft zu denken, weil man sich allzuschr in die wohl dringend notwendige, aber die Kräfte aufzehrciide alltägliche Kleinarbeit vertieft und das Augen-!naß für Größeres verloren hat?, Diese Frage stellt sich heute hier ein jeder, der irgendwie aufrichtig zionistisch empfindet und denkt. Das Gute, das der Besuch Jabotinskys hier gestiftet hat, wird sich’ erst später und zwar gerade im allgemeinen Zionismus bemerkbar machen: Die allgemeinen Zionisten werden aus ihrem Schlaf erwachen, und nicht nur die zwar sehr wertvollen Arbeiten der Hachscharah, Tarbnt usw. betreiben, sondern auch wieder ein- יתז■ anfangen, über politische Dinge nachzudenken, die Grundlagen der zioni;tischen Bewegung zu analysieren. Und viellei ht wird dies nicht das geringste Verdienst Jabotinskys sein: daß er seine Gegner aufrüttelt, sie zum Denken zwingt, die zionistische Bewegung wieder zu einer lebendigen Manifcsiation der jüdische Volksseele macht, während er vielleicht nur geglaubt hat, die ״Allgemeinen“ zu bekämpfen und Anhänger für seine eigene Gruppe zu finden. — Die Bibliothek Posnssskis der Nifional-Biblioibek einverleibt Die Bibliothek des verstorbenen Gelehrten Dr. S. A. Posnanski, welche vom Verein der Freunde der Jerusalemer Universität in Warschau gemeinsam mit dem Judaistischcn Institut der Universität für die National- und Unlversitätsbibliothek angekauft wurde, ist nunmehr in Jerusalem angelangt und der Bibliothek einvcrleibt worden. . Professor Posnanski war. wie bekannt, einer der bedeutendsten Forscher der Zeit der Gaonim und der karäischcn Literatur und dementsprechend enthält die Bibliothek eine große Zahl von äußcr«t wertvollen und seltenen karäischen Drucken, sowie zahlreiche Werke aus dem Gebiete der orientalischen Philologie. Im ganzen zählt die Sammlung ca. 1900 Bande. Der im Mai d. J. verstorbene Herr Louis Borwitz aus Belfast hinterlicß außer 500 £ für den Keren Hajessod 250 £ für die Errichtung von : Arbeiterwohnhäusern in Palästina im Laufe von zwei fahren nach seinem Tode. Diese Häuser sollen an jüdische Einwanderer zu einem sehr billigen Preise vermietet werden, solange bia sie tuen Ansicht der Testamentsvollstrecker imstande sind, sich ohne diese Hilfe durchzubringen. OcsterrelcMscftes (Von unserem Wiener Korrespondenten.) b. O. Wien, 23. November. Vier Hakcnkrcuzlcr standen vor dem Richter, weil sie einen Eisenbahnzug, in dem eine große Anzahl von Teilnehmern des Zionistenkongresses fuhr, mit Stclnwürfcn begrüßten. Die Polizei nahm an, daß diese Art, einer politischen Richtung die Mißbilligung aiiszudriickcn, unstatthaft sei. Der Richter aber dachte anders und verurteilte sic nur bedingt, das heißt, er sprach sie frei. Gut, möjjcn sic so leichten Kaufs davonkommen! Uns ist nicht geholten, wenn sie schon ein paar Wochen sitzen und ihnen wäre dadurch keineswegs geschadet. Die Steine, die den Zug trafen, sind dieselben, die uns schon vor vier- oder vor sechshundert Jahren nachgeworfen wurden, als cs noch keinen politischen Zionisinus gab, und der Richter, der die HakcnKrcuzrittcr freisprach, ist ein Enkel der Richter, die vor vier- oder vor sechshundert Jahren die frei sprachen, die uns damals Steine nachwarfen, als cs noch keine Hakcnkreuzlcr gab. Damals durfte man von gcsctzeswcgcn Judenhatz treiben, genau wie heute. Doch heute werden wir gerächt, wenn auch nicht von staatswegen, so doch vom Rad der Zeit, das nicht stillsteht. Wir sehen sic, die Väter dieser Söhne, die Eiseubahnzüge mit Steinen bombardieren, weil es Richter in Oesterreich gibt, vor denen selbst das Gesetz halt macht, wir sehen sie in ihrer jämmerlichen Klcinzü״igkcit, die das österrcichische ״Austria crit ultima in orbc“ in ihren Sinn umgeprägt hat. Daß wir sic nicht nur steinwerfend, sondern auch alternd sehen, das ist unsere Rache. Dieser Anblick bringt uns die Gewißheit, daß sie letzten Endes doch ungefährlich sind, solange sic sich ihrer weltfremden Kindischkcit nicht bewußt werden. II. Werden sic sich ihrer aber bewußt, dann greifen sie statt nach den Steinen des Bahndammes nach dein Revolver, den zu tragen das österreichische Gesetz zwar verbietet, dessen Benützimg cs aber nicht immer bestraft. Ein junger Mensch, ein Hakcnkreuzlcr, hat nun wieder einmal nach dem Revolver gegriffen und hat wieder einmal einen Juden nicdcrgcschosscn. Dieses Ma1 aber keinen Politiker, keinen Publizisten, einen einfachen, ־. יahrscheinüch braven Privatmann nur, einen Zahnar/.t. Wartni? Die Antwort auf diese Frage legt die ganze tragische Verirrung des deutschen Rassenantisemif sinus dar. Der jüdische Zahnarzt mußte sterben, weil er zufäl'ig seines Mörders Vater war. Dreiundzwanzig Jahre ging der Knabe durch die Österreichische Weit, deren Grenzen durch Brct'er vernagelt sind und höchstens nach Ba״c־n einen Ausblick gestatten, als er eines Tages zufällig erfuhr, daß sein Vater, den er bi; nun nicht gekannt hatte, ein Juue sei. Eine Welt brach dem Jungen zusammen, eine kleine, beschränkte, auf Haß aufgc'.iaute Wc't zwar, aber immerhin eine Welt, in der siclis für kleine, beschränkte, cngbegrciiztc Menschen ganz gut leben läßt. Entsetzen, jenes Entsetzen,, das zur Raserei führen kann, fiel ihn an, di er erkannte,'daß die Sterne seines Volkstums nicht mehr für ihn leuchteten, daß er den Auswurf im Blute trage, das er so rein, so deutsch gewähnt hatte — er brach zusammen. Zuin ersten Mal wahre Tragik in der widerlichen Komödie österreichischen Antisemitismus. Dem Bastard fuhr das Bewußtsein, Bastard zu sein, eines jürirchcn Mannes Sohn zu^ sein, ins deutsch denkende uehirn und nur der seinem Milieu gemäße Gedanke konnte geboren werden: zwei Ku^c'n dem Vater, eine sich selbst! Der Jud muß sterben, weil er dem Sohn, dadurch daß er ihm das Leben gab, das Leben verpfuschte und der Sohn muß sterben, weil zwischen zwei Rassen kein Standpunkt zu finden Ist von wo man gegen eine der beiden kämpfen kann. Im Blute eine; unschuldigen Menscheu feiert harte, unerbittliche Konsequenz des Ilarscs — die einzige Konsequenz, die nicht erhaben ist—den Triumph ihres Deutschtums. Lande sverbaitd der Israelitischen Kü!lus»'€11}elndcn ia Schlesien Wir erhalten nachstehenden Bericht: Am 28. Oktober d. J., um 11 Uhr vorn!., fand im Sitzungssaalc der israelitischen Kultusgcmcindc in Troppau die konstatuierende Versammlung der israd'tischcn Kul.usg nrir.dcn in Schlesien statt, nachdem die der Behörde vorgclcgtcn Statuten genehmigt worden waren. Zum Vorsitzenden wurde Herr Gustav Finzi (Troppau), zu dessen Strlivc.treter Herr Alois Reik (Friedek), zum Schriftführer Dr. Wolf (Troppau), zu Beisitzern Dr. Robert Lichtwitz (i'roppau) und Albert Weinreb (Jagerndorf) gewählt. Der Vcrbandslcltui’g gehört mit Virilstimmc auch Rabbiner Dr. Friedmann aus Troppau an. Die Tagung befaßte sich eingehend mit Fragen der Heran- Bildung von Rcligionslehrcrn und Förderung des jüdischen Unterrichtes, besonders in kleinen Gemeinden, die keinen Rabbiner haben, usw. Schließlich referierte der als Gast erschienene Herr Professor Freud über die Aufgaben des Keren Hajessod und über die bereits im Landesverbände der israelitischen Kultusgemeinden in Mähren cingclcit'te Aktion zur Unterstützung des Keren Hajessod. Ueber seinen Vorschlag wurde folgende Resolution angenommen: ״Die Vcrbandsvcrsamm’ung beauftragt die Verband leitung dahin zu wirken, daß sämtliche dem Verbände Angehörigen Gemeinden im Rahmen des Budgets Beiträge für den Keren Hajessod in der Höhe von 2 Ke. pro Kopf der jüdischen Bevölkerung flüssig machen, diese Beiträge für einen Zeitraum von 10 Jahren bewilligen und sic womöglich durch eine Anleihe kapitalisieren.“ Nachdem der Vorsitzende, Herr Gustav Finzi, hierzu sich für bereit erklärt hatte, bei den Sitzungen der isracliFschcn Kultusgcmcindcvcrtrctungcn, in welchen die Frage der Beltragsleistung zum Keren Hajessod beraten werden soll, anwesend zu sein und die nötigen Aufklärungen zu geben, wurde um 6 Uhr abends die Versammlung geschlossen. MalariabekSmptnag Jerusalem. (P. C.) Die durch geführten Sanierungsarbeiten des KKL, die vor allem im. Emek Jcsrecl so gute Resultate zeitigten, haben den Fonds zur Fortsetzung dieser Amcliorafronsarbciten veranlaßt. Die letzte vom Nationalfonds in die Hand genommene Arbeit dieser Art ist die in Ha rba j, in der Nähe der chassidischen Siedlungen. Das von den benachbarten Bergen abwärts fließende Wasser sammelte sich in einer Flächenniederung von 8000 Dunam Ausdehnung und bildete einen Sumpf, d. h. einen Malariaherd. Die Austrocknung dieser Sümpfe wird 5000 Pfund kosten, die der KKL. trägt FaszUzsns In Palästina Jerusalem. 15. November. (J.T.A.) Der Direktor des italienischen Hospitals in Haifa, Dr. Gaste re, wurde zum Leiter der faszistischen Organisation in Haifa gewählt Leiter der faszistischen Organisation in Jerusalem ist Dr. Mancini, Direktor des italienischen Krankenhauses in Jerusalcm. Die italienische Regierung ernannte Herrn Jardini zum italienischen Konsul in Haifa. __Nr. 93 j Brie! aus Lettland (Von unserem Berichterstatter.) : Riga, 15. Noverr.bt{ Den 12. November ist L Jaffc, Bevollmächtigter J K. H.-Direktoriums in London, in Riga cingctroffen. a! dem Bahnhof wurde er von zahlreichen Vertretern zbn: scher und jüdischer Organisationen und Anwälten cnin[!״.' * und schon am nächsten Tage begann eine rege Tiu; Obwohl die Ökonom!;ehe Lage in Lettland, besonders יי,,'.״ der jüdischen Bevölkerung, sehr unbefriedigend ist, und so! von zionistischer Seite vielfach Bedenken geäußert wuu!"> ob eine K. H.-Aktion unter diesen Bedingungen Erfolg ha;', kann, wurde die Kampagne mit großer Energie und in t;r' ' in Riga noch nie dagewesenen Umfang in Angriff genowrr׳, Herrn L. Jaffc Ist cs gelungen, alle zionistischen Parte.., und Gruppen zur aktiven Arbeit hcraiizu/ichcn. Cs wu:;< ein Preßbüro geschaffen, dessen Leitung Dr. J. S:hec(;t:n.>' übcriiommcn hat. ln vielen Tausenden von Exemplaren v.״! den Aufrufe in jüdischer Sprache gedruckt una von frr willigen jugendlichen Mitarbeitern allen jüdischen ham'::iin Riga (zirka 8000 Familien) zugcstclit. Es wurde ai:/ eine spezielle Zcilung ״Der Aufbau“ herausgegeben, die '•! Beilage zur einzigen hiesigen jüdischen Zeitung verbreit( wurde. Die hiesige jüdische, russische und deutsche Pre.־, widmete viel Aufmerksamkeit der Persönlichkeit des Hern Li Jaffc und seiner Mission und veröffentlichte Interview mit ihm.־ Einen großen Eindruck übten auch die politischen Besue'r׳ die L. Jaffc gemacht hat, aus. Er wurde vom Staatspri; denien von Lctiland, Herrn J. Tschakstc in einer länge:?! Audienz empfangen, die sehr trcundschaft.ich verlief. ־ןן; Jaffc besuchte auch den englischen Gesandten in Lcttla־; Mr. Woong. Am 11. November fand im großen Saal de; üewerbevere;- ein riesiges Meeting statt, bei dem der Beginn der K ib Kampagne proklamiert wurde. Der mehr al; 2003 Pasor,׳! fassende Raum war überfüllt. Hunderte von Personen konr׳; keinen Einlaß finden. Der Saal war feierlich geschmücq Schomrim und Scouts hielten Wache. Den Veranstaltern es gelungen, fast alle Gruppen und Institutionen um die J K. Ii.-Mccting zu vereinigen. Begrüßungen hie ten Vertrr‘׳* von 28 CrganDa'ioncn, unter diesen von der jüdischen C׳, meimle, von der jüdischen Abteilung beim Bildung::■ ׳, stcrium, von der national-demokratischen Partei us\v. A'.'j Redner versicherten, daß die von ihnen vertretene Organi־-> tionen bereit sind, die Aklion des K. H. mit allen K׳ält.n7j un'cr tüfzen. Die Rede von L. Jaffe, die dem Aufbau (׳j Palästina gewidmet war, hatte einen durchgreifenden E!to'; Bei gehobener S i nmung wu de ciirtimmig eine Rcsoluv] angenommen, in der der feste Beschluß aller Anwesend.) zum Ausdruck kam, die K. H.-Aktion mit allen Kräf.cn er־:׳! gisch zu unlcrctützcn. | Nunmehr wi d ein großer gesellschaftlicher Tccabcr.j vorbereitet, bei dem die eigentliche Bildung von Sammle;׳ gruppen stat'finden wird. Sonnabend, den 14., sprach Lj Jaffc in der großen Synagoge über den ״Aufbau Erez-Isracb‘ Für die nächsten Tage wird eine große Jugendversammturi geplant! Die ganze jüdische Bevölkerung Rigas steht je;: unter dem Einfluß der großzügigen K. I!.-Aktion. Der Steiger-Prozeß Lemberg, 24. November. (J.T.A.) Der Staat anw: und die Verteidiger sprachen sich gegenüber Pressrve; tretern über das voraussichtliche Ende des Prozesses ge ־׳י Steiger aus. Der Staatsanwalt llrvncwicki sagte, er wen!: alles tun, damit der Prozeß, der selion sechs Wachen andruie:׳, noch im November zu Ende geführt werde. I):! Verteidiger sprachen sich skeptisch aus und meinten, de' Prozeß werde noch etwa zwei Wochen dauern, da noch etwa 30 Zeugen und Sachverständige zu vernehmen sei::' Man könne mit einer gcw׳i;scn Wahrscheinlichkeit annchmc׳( daß das Urteil am 6. Dezember gesprochen werden wir■׳.; Verteidiger Dr. Ringel tilgte hinzu, nach dem Ergeh::1-׳ der bisherigen Verhandlung sei cs physisch und moralisc unmöglich, in Steiger den Schuldigen zu sehen. j Le m bc rg, 24. November. (J.T.A) Einen großen ID:::־', in der heutigen Verhandlung fül'tc die Einvcrnihmc <i:־■ Oberkommhsars Iwachow, des Vertreters des In :׳!.-!־ ין; Sawickl bei der Lemberger politischen Polizei, aus. Er cr-1 klärte, nirgends. seien Beweise dafür vorhanden, daß s;.: Steiger irgendwie kommunistisch bc'ätigt hätte; der Zrj: Wcrchola, der das Gegenteil behauptete, i;t ein pathoic^• scher Lü״ncr und habe der Polizei, deren Konfident er war.1 genug Imgelcgcnhcitcn bereitet. Die politische Polizei!י‘ überzeugt, daß das Attentat von der ukrainischen mi'i'arlsch׳; Organisation ausgeführt worden ist. Der Zeuge gab c:r'■ Bo;i 11tüber die Pcrsönlrhkcit de; ukrainischen Führen; Oberst Konowalcz, der die ukrainische militärisch* Or:r nisation geschaffen hat und sich gegenwärtig in Beri:;; aufhält. Der Zeuge erzählt auch über die Persönlich'׳::;׳; des Herrn Dr. Israel Waldmann, der u11‘cr den Juden Ose; galizicns eine Fübrcrroüe spielt und in der Regierung Pc־: truschcwltsch Minister für jüdische Angclegcnhe'tcn war; Er genießt das Vertrauen der Ukrainer und auf seine Aus•: sagen Ist Gewicht zu legen. .! Per OerPht p n ident Franke verliert c0dann einen fk'c: der Wiener Polizeidirektion über Steigers Wiener AufeuVal:, aus welchem hervorgeht, daß Steiger keinerlei kommimis;:־ sehen Verkehr hatte und sich politisch nicht betätig; Imt- — Großes Interesse ruft die Einvernahme des Untcrkoir.־ mlssars K a f d a n hervor, der als einer der Peiniger Steiger? berüchtigt ist. Der Zeuge nimmt Partei für de Pastcrr.ik die so unerschütterliche Aussagen machte. Diese Angabe ruft Gelächter im Saal hervor, da ja durch mehrere gewichtige Zeugen bekräftigt ist, daß die Pasternak anfangs sehr רע■ sichere Aussagen machte und erst später unter dem Einfluß der Untersuchung eine feste Behauptung aufstclltc. d. M not Ober mem1 i in s Tot* , von ist• allci i heut; Kali Dr-;cor׳ als für 1 nur, ׳ ״׳**£, ' üb-׳, ' SOU*, un er ,Vcc ■ bcfii bete 1 über Fra; auch Erze' 7ur | Som läge ׳ fabr dem bleib 2n ( , wert nom 1 KW öf fr! sind der : a.'idc enge liciic halte Ver Fr 1 als Blati in m Vo I fätzl ge«• c daß untc tun Vo l Argt seiet ׳sehr in l rr־׳d ,.N f.imi dir Jude sein ver? Pazi /ugr Lücl: rom. Br. Verb Vor.׳• und Brrli Berii Witt des Dr. ..DR־ ein hem ist <i. das Vor das bar Jiddisch ia der Sowietootan Moskau, 24. November. (J.T.A.) Der Zentralrat <Jf*j nationalen Minderheiten hat in Anbetracht dessen, daß Juden der Stadt Bcrditschcw 720/0 der Stadt bevölkc rung י machen, beschlossen, daß die Gcschäftssprache des Stau:־i rates neben Ukrainisch auch Jiddisch sein s01■• j Stadtverwaltung, Polizeibehörde, Gesundheitsamt und Steuer-1 amt wurden instruiert, sich bei ihren Arbeiten der jiddischen: Sprache ln Wort und Schrift zu bedienen. j Moskau, 24. November. (J.T.A.) Das ukrainische; Justizkommissariat gab soeben, das Gesetzbuch der Union ׳ der Sowjetrepubliken in jiddischer Sprache heraus. In einer 1 halbamtlichen Mitteilung heißt es, diese Ausgabe sei in An־' betracht des rapiden Wachstums der jüdischen Baucrnscbait in der Ukraine notwendig geworden. Moskau,16 ־. November (J.T.A.) Aus Paris *Jd j hierher telegraphiert* daß das Kunstrichtcrkollcgium der r3׳* riser Internationalen Ausstellung für dekorative Künste dein ן׳ Moskauer jiddischen Kammertheater, das sich dieser Ausstellung beteiligt hatte, ein Ehrcndiplom ver* liehen 'hat 1 ־ ־ ״ L Zwei der 5683 für; der >u a s Und haV Hesel K I. 4.Jüdis ״chl? a ה! Vrrfr lüdise zu Ie