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Jüdische Rundschau · 1925-11-27 · Heft 93 (27.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 93 (27.11.1925)
Date
1925-11-27
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 777 N'f# .;v; Lj wir nicht irren, gleichfalls zur wcißcu Rasse ge- ■i'.£n), cs liegt als Insel in einem arabischen Meer. :•41‘ 1־Juden wollen uns friedlich dieser Welt, in die wir ־־־£:. ^kehren, clnglicdcrn; wir wollen nicht den Fluch l‘■ un^ laden, daß man uns in Europa Asiaten und in!j.; :n Europäer schimpft. Wir werden die wahren Güter europäischen Schule nicht vergessen und nicht ver- “!;:1cn, aber wir müssen, wenn wir nicht auf Palästina }V‘r' :-^chteii wollen, uns brüderlich cinreihen in die Ge- 2!^'' >kcchaft der orientalischen Völker. Ob wir dies ver- :cn wer<^cn* die Schicksalsfrage des Zionismus; >[רל0.י;; durch entgegengesetzte Propaganda die Köpfe •har׳ ־־•;;rcr <IuSc°d verwirren und ihnen die Aufgabe der 1׳sc'11 ' oidHung und der Auseinandersetzung mit den Reali- Lcu-'v -'3^5 ^־c^c״s ma^os erschweren, heißt den Zionismus r'dc״"Jdic Katastrophe treiben. Darüber müßte eine intensive L 1■’;;klarung cinsctzcn, die leider nicht in gleicher Weise (]1'};iatfgsvoll _ sein kann wie die Jabotinskys, weil die;.1 :v^chcn, die sic machen könnten, mit der Verant-!1ו.;-ן ן■ ■;rang der Tagesarbeit belastet sind. Wir zweifeln '1^ daß die antizionistischc arabische Propaganda aus 'f-otinskys Reden Kapital schlagen wird. Um so not• * rdiger wäre es, daß — wie wir bereits anläßlich des ^?ri;xn Kongresses gefordert haben, — die verantwort- ■1׳\מ1נ;£ zionistische Politik eindeutig klar macht, welche :.!c sic verfolgt Es könnte sein, daß ״Europa“ sich;1Cil1; I; den zu nationalem Leben erwachten arabischen a;;kern schneller verständigt, als wir vorhersehen, und ׳auc; J 5 vir dann, zum Dank für die von uns angebotenen,;? ל! verlangten ״guten Dienste“, mit langen Gesichtern ,:orc-'1-.״en stünden. :;iwe:;!' - England und lbn Sand ' Aus London wird der ״V o s & i s c h e n Zeitung“ a«::־:.;htct:; nie;'.: i Sir Gilbert Clayton hat mit dem Wahahitcn-Schcich Z:;• ja Saud zwei Staats vertrage abgeschlossen. Der;׳: Vertrag behandelt die Beziehungen der Stämme des lbn :ך;. . | i zu den Circnzstämmett von Mesopotamien. Dieser Verau’׳ ־ *s< bestimmt, Grcnzcinfällc der Wahabiten zu verhüten. ‘ .;.!and hat auf Schadenersatz der Angriffe, die ln der letzten ",י.1.־erfolgt sind, verzichtet. zweite Vertrag regelt das Verhältnis zwischen lbn 'ן י! 1י i und T r a n s j o r d a n i c n. Der umstrittene Bc2irk Caff L,i.“ I1n lbn Saud abgetreten worden. England hat die Ver- ''־'u:;.’-jng der Interessen der Wahabiten in Syrien übernommen :: c wird einen permanenten Vertreter an den Hof!:סריג,! J■ lbn Saud entsenden, während lbn Saud keinen Vertreter ־!eh:.ר. ד London unterhalten wird. j Das Kabine« Skrzyaski •j ו י Wie in Warschauer politischen Kreisen verlautet, soll der | J'; ‘: Ministerpräsident Skrzynski dem jüdischen Senator ', f ־ 1 ז־c rcschcwski das llnterstaatssckrctariat im Finanz- ™•־•histcrium ängeboten haben. Offizielle Verhandlungen r,C;”. | ״,er!־־her. noch nicht stattgefunden und über die Annahme ז ■»,":י׳ Stelle ist umsomehr noch keine Entscheidung getroffen; ka, als der jüdische Klub seine Stellungnahme zum "־ך;nett Skrzynski erst nach der Regierungserklärung festwird. nv;r*A׳n 23. d. Mts. hat rite T.jgi-i.g de«. Zionistischen .;״>;■, Ferra tes für Polen begonnen. Die erste Sitzung war V einer eingehenden Debatte über die Landes- ■";1,':'itik ausgefüllt, in der die Herren Dr. Schwarzbart, ״,C” ■■ Reich, Griinbaum, Dr. Thon, Gottlieb und Hartglas; eben. Dr. Reich und Dr. Thon betonten, daß die; v•;־;!׳,«ch-uidischc Verständigung im gegenwärtigen Zeitpunkt ,״ politische Notwendigkeit war, gaben aber ׳gleichzeitig u" . daß die Regierung Grabski nicht alle aus clcr Verein- 3 1’■־ ' ,.g übcniommcncn Verpflichtungen erfüllt habe. Depu- Tfc Grün bäum setzte diesen Ausführungen eine;ג‘ן 1,,;״rfc Kritik der einzelnen Bedingungen der Verein- PS entgegen. re־־.—~ A□ Kßsoaro ÜSDOBraemüora! Die Post verlangt von uns die Anmeldung der vom 1. Januar 1926 ab zu liefernden Exemplare bis zum 15. Dezember. Wir sind daher gezwungen, die Abortnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die ,Jüdische Rundschau" direkt bei uns abonnieren, in den ersten Dezembertagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen• Wir bitten darum, in Ihrem eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, daß diese Nachnahmen prompt eingclös* werden, da sonst Unregelmäßigkeiten in der Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" nicht zu vermeiden sein dürften־ Berlin, im November 1925. Verlag jüdische Rundschau“ Berlin VV15, Meinekestraße 10 Die Londoner Exekutive Das Londoner Zentralbüro der Zionistischen Organlsatipn teilt mit: Im Anschluß an die letzte Sitzung des Aktions-Coiiiitcs hat die Exekutive die Arbeitsverteilung für die nächste Zelt beraten und festgclcgt. Mr. Joseph Cowen, der bekanntlich durch den Aktions• Comitc-Beschhiß wieder zum Mitglied der Exekutive bestellt wurde, teilte mit, daß er sich leider nicht in der Lage sehe, sein Amt weiterzuführcu. Die Exekutive hat in voller Würdigung der von Mr. Cowen vorgebrachten Gründe sich veranlaßt gesehen, seine Resignation an/nnehmen und drückte ihm, zugleich mit dem Bedauern für sein Ausscheiden, ihre Dankbarkeit für die hingebungsvollen Dienste ans, die er seit März 1021 der Exekutive zur Verfügung gestellt hat. Die Exekutive beschloß fernerhin, an Stelle von Mr. Cowen I lerrn Dr. M. D. Eder als Mitglied zu kooptieren und der nächsten Sitzung des Aktions-Comites die Bestätigung dieser Kooptation vor/uschlagen. Es wurde ferner beschlossen, den Präsidenten der Exckutive, Herrn Nahurn Sokolow, zu ersuchen, die Exekutive bei der am 20. November in Baltimore stattfind,enden Konfcrenz. die die einheitliche Kampagne für den Palästina-Fonds eröffnet, zu vertreten. Herr Sokolow Pt bereits nach Amerika ahgcrclst und wird dort voraussichtlich bis zum Ende dieses Jahres verbleiben, um sodann von Herrn Dr. W c 1 7. m a n n abgclöst zu werden, der bis dahin die Führung der politischen Geschäfte in London besorgen wird. Die nötigen Maßnahmen wurden getroffen, um die Entsendung einer weiteren Anzahl von Delegierten nach Amerika zu ermöglichen, dje bci( der Fünf-Millionen-Dollar-Kampngnc mitwirken sollen. ־ Xus dem Board 01 Depnlles London, 23. November. (L T. A.'j Am 22. November hielt der Jewish Board of Doputies unter dem Vorsitz Lord Rothschilds eine Sitzung ab, die zunächst dem Gedächtnis des vor einigen Tagen verstorbenen Präsidenten des Board, Mr. H. S. Q. Heurignes, galt. Nach Schluß der Trauerfeier wurden die Beratungen mitgenommen. Mr. R. S. Strauß beantragte, das Mitglied des Board Mr. S. Finburgh, der vor einigen Tagen iin Unterhause dem Innenminister Sir William Jovnson Micks we>׳en dessen fremdenfeindlicher Politik scharf entgegentrat, ofii- 7iell zu beglückwünschen. Ehenso soll dem Untcrhausmitglicd Scurr der Dank ausgesprochen werden, weil er ln seiner Rede gegen Joynson Hicks die East End-Juden ln Schutz nahm. lalversUälsprepsoasda in Paris Am vergangenen Dienstag, den 17. November, veranstaltetc die ״Union Universelle de Ia Jcuricssc Juive“ in Paris eine Kundgebung für die Hebräische Uni vereltät in Jerusalem. Die Veranstaltung wurde durch ein ausführlichcs Referat des Herrn Leo Kohn aus London, des Sekretärs des Präsidiums des Kuratoriums der Universität, cingclcitct, das in anregender Weise die ideologische Ent- Wicklung des Universitätsprojektes behandelte und die Riehtlinicii der weiteren Entwicklung der Universität, wie sic in der jüngsten Sitzung des Kuratoriums fcstgelcgt wurden, darlcgtc. Nach dein Referenten gab der Dichter Jean Richard Bloch eine lebendige Schilderung der Eröffnung der Universität im vergangenen Frühjahr, die er als ein tief symbolisches Zusammentreffen zwischen der hoch entwickelten Geistigkeit des Westens und dem im Erwachen begriffenen Orient feierte. Henri Marx behandelte die Bedeutung der Universität für die geistige Belebung der Diaspora, und der Vorsitzende, A i m c P a 11 i e r c, betonte in einer zusammenfassenden Schlußrede die Bedeutung der Universität für die Schaffung einer neuen geistigen Synthese. Die Ausführungen der Redner fanden bei der zahlreichen Zuhörerschaft warmen Beifall. Im Anschluß an die Versammlung sind jetzt Schritte Im Gauge, um im Rahmen des einflußreichen Komitees ״Francc-Palcstinc“ eine französische Organisation für die Förderung der Universität zu gründen. Der Wahlraub in der Tschechoslowakei Prag, 2-1. November. (J. T. A.) Präsident Masaryk und Minister B e n c s c h haben bis jetzt auf die jüdischen Proteste gegen den unerhörten Wahlterror, der den Verlust aller jüdischen Mandate zur Folge hatte, keine Antwort erteilt. Als Zeichen des Protestes gegen das Verhalten der Regierung hat der Präsident des Jüdischen Nationalrates, Dr. Singer, das Präsidium nicdcrgelegt und dabei erklärt, er könne diese Würde nicht weiter behalten, nachdem seine Politik der Loyalität von der Regierung denavouiert worden ist. Für den 6. Dezember d. J. wurde eine Sondersitzung der ״Jüdischen Partei“ cinbcrufen, in der über Maßnahmen zur Sicherung der jüdischen Rechte und der jüdischen Vertretung in den Landesparlamcnten beraten und Beschlüsse gefaßt werden sollen. Im ganzen Lande fanden jüdi« sclic Protest Versammlungen gegen den Wahlt c r r o r s t a 11. Antisemitismus 3r der Deulschen Technik 11 Brfina Prag, 19. Nov. (J. T. A.) Die jüdische Hörerschaft der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn vcrnnstaltetc dieser Tage im großen Mürsaalc der Technik eine von mehr als 301) Hörem besuchte Protcstvcrsammlung gegen ein judenfeindliches Verhalten des Lehrkörpers. Anläßlich seines 70. Geburtstages spendete Präsident Masaryk der Huchschule eine Million Kronen mit der Verfügung, dieser Betrag möge zur Hebung und Erhaltung aller Wohlfahrtscinrichtmigcn der Hochschule und ohne Rücksicht auf Nationalität und Konfession verwendet werden. Ganz Im geheimen beschloß aber das Professoren* Kollegium, diese Summe dem auf arischer Grundlage stehenden Deutschen Technikcr-Unterstützungsvcrein und der Deutschen Mensa acadcmica zu überweisen und damit die jüdischen Hörer — 22,2 '׳/<■> der Gesamthörerschaft — aber auch alle nichtvölkischen Studenten zu übergehen. Einstimmig und unter großem Beifall der Versammlung wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die Uencrgcliung der jüdischen Hörerschaft schärfstens protestiert und Präsident Masaryk ersucht wird, eine Revision des Beschlusses des Profcssorcnkollegiums zu veranlassen. Der Versammlung wohnte der Prorektor Ing. J. Fürstenau bei. William Topkis gestorben. Der bekannte amerikanische Zionist William Topkis, der Begründer des amerikanischpalästinensischen Büros und der Bruder des früheren Schatzmcisters der Zionistischen Organisation Amerikas, Louis Top« kis, ist am M. d. M. in New York verschieden. Die Mitglieder der zionistischen Palästina-Exekutive, Prof. Pick und Sprinzak, sind aus Europa nach Jerusalem zurückgckchrt. . -adelt, ln jener Zeit, wo das Wort ״Sparmaßnahmen“ "ä.: J' nicht alle Arbeit in Palästina beengte, konnte die Sani- / , ‘ CcscUschaft ״Hadassah“ noch ein segensreiches Werk voll- ‘^'r Sic mietete das türkische Bad der Stadt tür einen der Woche und dieses war dann nur den Schulkindern 1׳:lieh. Da bekam jedes Kind unter der warmen Dusche wohlverdientes Bau. Anwesende Pflegerinnen verteilten;"‘"י ■ Üiifhcr /um Abtrocknai und die Lehrerinnen benufsich- 1“.ו '״ das Ankleiden. Jedes Kind brachte im Ränzcheu saubere “ a; "fn mit und zog ab, frisch gewaschen und gekleidet. Da erst die .Schönheit dieser Kinder zur Geltung. /; ’ Diese Art Arbeit füllte einen großen Teil der Arbeits- : d.:: ., pis. In den übrigen Stunden wollte ich gern einen in das Gcdankenlchcn der Kinder bekommen, ihre! 1äihcn Sprachkrnntni-.se sind mangelhaft und will man ,!״•^; ־•׳tern, so stößt man auf ein großes Hindernis. Vor ri :• ' fehlenden Worte fehlt ein Begriff und vor dein Begriffe a: . : ein Interesse. Diese Kinder fragen auffallend wenig, En;< 'cn scheinbar alles als gegeben hin und sind auch im; ׳'nsdurst so bescheiden, wie in ihren übrigen Lebens- , ürhen. Läßt man sic frei arbeiten: zeichnen, modcl- '•'ה; ד•׳ usu־., so bekommt man fast immer dic_ gleichen Proc: Haus- und Küchengeräte und Gegenstände der nach- :ai Umgebung. Als große Ausnahme zeichnete ein Knabe :a:;; y\ ein Fahrzeug. Ich fragte ihn, was das sei. Er :1,0nctc: ״Ich weiß cs nicht hebräisch, arabisch heißt 1־f,׳f : ״^omobil.“ Spaziergänge und Ausflüge wären gut für - - Kinder. Aber die grelle Sommersonne hält uns in ו לנ י, engen Schulhausc zuruck. Im Freispicl erfreut sich ״die ־.:c:; ^tit“ einer großen Beliebtheit. Ist sie doch eines der -wr,;ni^^ weiche sich so häufig in den Höfen abspiclen 11׳־C j 1•;nn ein bißchen Flittergold auf den Alltag streuen. 1׳ ’.Xhatunah“ Ist ein Schlagwort, dem alle Kinder folgen. ך,,;ז werden die Tische mit Blumen geschmückt und die; .'c den Mauern entlang aufgcstcllt. Die Kinder nehmen ,, In der Mitte sitzen Braut und Bräutigam. Darauf Jj,' j‘ n 311c einen monotonen Singsang, den sic auf orientalische “dj; Händeklatschen rythmisch begleiten. iE;!!! ' '-'nmal besuchte uns eine Kindergruppe des zweiten; j.jJ : :Wartens. Alle Kinder spielten gemeinsam und waren ״!)• Nur ein kleines Mädchen von unseren Oästen *Witg und nahm keinen Anteil am Spiel. Ich frage 5:1] ,-■willst du nicht mitspiclcn?“ ״Nein‘, sagt sie, ״deine :der,;ז sind Franken (so' nennen die aschkcnasischen Juden wu ^Phardim) und rränkim sind Gojim. Und mit Gojim Stefan Zrromski Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: Der vor einigen Tagen verstorbene polnische Schriftsteller Stefan Zc* romüki war einer der wenigen, dessen Ruhm über die Grenzen ihres polnischen Vaterlandes gedrungen Ist und der auch auf die polnische Judeiilint geistig eingewirkt hat. Zeromskis Lebenszweck war die Schaffung eines freien unabhängigen Geistes in den polnischen Massen. Kein Gebiet, keine politische Klasse, keine soziale Gruppe konnten vor seiner rücksichtslosen Kritik stnndhaltcn. Er wollte ein Polen, das eine kulturelle Mission im Chore der Völker hatte, schaffen. Die politischen Kämpfe und die nationalen Reibungen waren ihm verhaßt. Mehrmals nahm er Stellung zur jüdischen Frage. Dabei war er derselbe tincrbittliehe Richter, wie ln rein polnischen Fragen. Zeromski hedauerte, daß man sein letztes Werk: ״Der Vorfrühling“ mißverstanden habe. Er wurde zum Kommunisten gestempelt, weil er den Mut besaß, den Helden des Romans durch alle Etappen des Leidens und des Scheingenusses 7u führen und ihn, den Intellektuellen, dann ln die erste Reihe der bolschewistischen Arbeiter zu stellen. Sein ganzes Werk war dem Drama der Enttäuschten im Leben gewidmet. Der Tod hat cs für richtig gefunden, ihn der Arbeit zu entziehen und Europa einen Idealisten zu rauben. Es gibt in der heutigen polnischen Literatur niemand, der sein Erbe antreten könnte. -o* DSdierscfcsa Emil Lask: Gesammelte Schriften, herausgegeben von Eugen Herrigel, 3 Bände, Tübingen, Verlag J. G. B. Mohr. Unter den jüngeren Philosophen Deutschlands, die aus jüdischem Stamme hervorgegangen sind, ist Emil Lask wahrschci:v ־h der bedeutendste. Er fiel im Sommer 1915 bei eine:;; .׳;;i.mgriff in Galizien. Der Verlag Mohr hat sieh ein groß• . -1 rdienst erworben, indem er die gesammelten Schriften Lnsks i.erausgab, unter ihnen auch den reichen, durch die Sorgfait Eugen Herrigcls geordneten Nachlaß, welcher zeigt, wie groß der Verlust ist, den die Wissenschaft durch den Tod Lasks erlitten hat. Der erste Band enthält ״Fichtcs Idealismus und die Geschichte“, ״Rechtsphilosophie“ und die Vorlesung ״Hegel in seinem Verhältnis zur Weltanschauung der Aufklärung“, die in kurzen Zügen wichtige Beobachtungen zam Verständnis Hegels gibt, insbesondere ihn gegen den Vorwurf verteidigt. Philosoph der Reaktion gewesen zu sein, endlich die dem Heidelberger Philosophenkongreß vorgelegtc Abhandlung über die Frage des Primates der praktischen Vernunft in der Logik. Der zweite Band enthält den Neudruck der Werke, welche Lasks objektivistische Philosophie enthalten: ״Logik der Philosophie“, sowie ״Lehre vom Urteil‘*, der dritte Band enthält den Nachlaß: ״f>ic Vorlesungen über Plato“, ferner ״Zum System der Logik“, ״Zum System der Philosophie“, ״Zum System der Wissenschaft“. Lask hat in seinen ictzten Lebensjahren Kri'cn seines Denkens mitgemacht, sich von dem früheren Objektivismus einem radikalen Subjektivismus zugewandt, sich selbst, wie Hcrrigcl sagt, ln rücksichtsloser Weise bekämpft und verleugnet. Zeugnis dieses ״restlosen Auf und Ab“ ist der Nachlaß. Dem Leser wäre zu empfehlen, als Führer durch diesen Nachlaß Heragels Abhandlung ״Emil Lasks Wertsystem“ im 12. Band des ״Logos“ iiachzulescn. Baud I, Seite 35-1, soll cs statt ״Gewohnheit“ heißen ״Ciebotenheit“; Band III, Seite 217, zitiert Lask das Buch ״Vom Judentum“, was der Herausgeber vermutlich nicht als Zitat verstanden hat. h. b. Alfred Jeremias, Allgemeine R:rg!onsges:hichte. Zweite verbesserte Auflage, mit 22. Abb.klungen, München 1021, R. Piper 6: Co. Verlag. Das Werk, dessen erste Auflage hier bereits vor Jahren angc/.cigt wurde, bringt nun als neue Gabe vor allem die schön ausgeführten Bildtafeln, die fast durchwegs der Einführung in das Gebiet der Mysterien dienen. Aber aucli sonst hat der Verfasser neue Forschungen und Literatur berücksichtigt. Diese Religionsgcschichtc bringt in vorhildlieber Kürze eine Menge interessanten und Ichrrei'hen Atatcrials über das religiöse Leben aller Völker, besonders Asiens. Die christliche und jüdische ReFgion sind gefiiss-ntlieh völlig ausgcschicdcn, da sic nach Ansicht des Verfassers bereits durch Einzeldarstellungen zugänglich sind. Lediglich in der Einleitung erwähnt Jeremias den nrin- /ipielicn Unterschied des Judentums von allen anderen Kcligionen* Das Judentum vollzog die Abkehr vom Mechanismus durch Anerkennung eines sittlichen Prinzips in der Geschichte, durch v׳,rh:ndung der Religionen mit der Geschichte, deren Ziel die ErIÖ־ung sein muß. — Für jeden, der sieh mit Geiste gesdiichtc beschäftigt, ist heute ein .. .

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