Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 92 (24.11.1925)
- Date
- 1925-11-24
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite T72 JUEDISCHE RUNDSCHAU Große Prozcßlage Von. unserem Spezialkorrespondentcn Dr. Nathan Melzer. Leidberg, am 17. November 1925. Sechsundzwanzig schwerwiegende Verhandlungstage sind bereits vorüber. Mannigfaltig und vielseitig war der Stoff, welcher in diesen Tagen zur Erörterung gelangte. Oft bcschäftigte man sich im Ocrichtssaat stundenlang, mit langweiligen Dingen, welche bereits zum Ueberdruß in diesem Prozeß wiederholt wurden. Es gab ober auch Tage von höchster dramatischer Spannung. Eis sind die sogenannten großen Prozeßtage, an welchen die Zuhörerbänke voll bcsetzt sind und die für alle die, die sic mitcrlcbt haben, unvergeßlich bleiben. Die agierenden Menschen im Steigerprozeß — die Zeu* gen — rekrutieren sich aus den verschiedensten Oescllschafis* und Kulturkrcisen: hohe Polizeibeamte, Rechtsanwälte, Inge* uicure, Damen aus der Gesellschaft, Dienstmann 'r, Wachmänncr, Dienstboten und namenlose Menschen aus dem Volke. Salonwahrnehmungen, Caf£hausgcspr5che und Küchen* gcschwätz bilden oft das Thema dieser Zeugenaussagen. Ein bunter Ausschnitt des Lebens rollt sich vor den Augen des Ocrichts ab. # Zu den großen Prozeßtagen gehörte ohne Zweifel der Tag, in welchem Polizeichef Swolken vor dem Ocricht erschien. Swolken, der Chef der politischen Polizei der polnlschen Republik, sollte über seine im Zusammenhang mit dem Stelgcrprozeß gemachten Wahrnehmungen aussagen. Swolken war am zwcilnächsten Tag nach dem Attentat in Lemberg und hatte Gelegenheit sowohl die Pasternak zu verhören als auch den Gang der Polizeiuntersuchung in seinen An* fängen zu verfolgen. Swolken war vorsichtig -und behutsam in seinen Aussagen, wie cs sich für einen hohen Polizeifunktionär geziemt. , Doch was er aussagte, ist von entscheidender Bedeutung für die Beurteilung des Hintergrundes des Steigerprozesses. Bezeichnend war zunächst sein Bckenntnis, daß nach dem Verhör der Pasternak in ihm Zweifel auftauchten, ob Steiger der wirkliche Täter sei. Swolken gab auch zu, daß die ersten Untersuebungsmaßnahmen der Lemberger Polizeibehörde recht lückenhaft waren und die Aufhellung entscheidender Tatsachen geradezu versäumten. Dieses Geständnis eines hohen Polizeifunktionärs verfehlte nicht seine Wirkung. Sensationell wirkten die Ausführungen Swolkcns bezüglieh der angeblichen politischen Motive des Attentäters. Er erklärte unzweideutig, daß nach seiner Ansicht die Spuren des Attentats in den nationalistischen ukrainischen Kreisen zu suchen gewesen wären. Auf eine Frage des Staatsnnwalts gab er einen sehr sachkundigen Ucbcrblick über die politischen Strömungen des polnischen Judentums. Swolken hat kategorisch erklärt, daß irgendwelche Attentatsmotive bei einem organisierten Zionisten ausgeschlossen sind, es wäre denn, daß cs sjch um einen verkappten Kommunisten, welcher in die Zionistische Organisation eingcschlichcn ist, handelte. Swolkens Aussagen machten sichtlichen Eindruck, da man es hier mit einem Zeugen zu tun hatte, der nicht nur ein hoher Beamter ist, sondern auch ein gründlicher Sachkenner all der kriminellen und politisch-psychologischen Probleme, welche mit einem politischen Attentat zusntnmen• hängen. Aber auch der Lukomski-Tag muß, wenn auch in einem etwas anderen Sinne, als großer Prozefltag bezeichnet wcrd'n. Mit der größten Spannung erwartete man das Erscheinen des Mannes, welchen die öffentliche Meinung als den Hauptverantwortlichen für die Inszenierung dieses Prozesses bctrachtet. Die Haltung des Lukomski vor Gericht bc- «tätigte vollinhaltlich diese Vermutung. Es waren keine Aussagen eines objektiven Beamten, welcher vor dem Ocricht zu erscheinen hat, um Aufklärungen über gewisse Amts- Handlungen zu geben, sondern es war eine leidenschaftliche Anklagerede, welche wie Lava aus seiner Brust beinahe herausgeschlcudert wurde. Vor dem Gericht stand nicht ein Mensch, welcher [>ist,1־nz zu den Dingen, über die er erzählt, hat, sondern eine Person, welche diese Prozeßsachc als eine eigene empfindet. Es war kein Zeuge, sondern ein Mitankläger. Der Staatsanwalt hat ln Lukomski einen Qchilfcn gefunden. Lukomski bczcichnete In einem gewissen Momente des Kreuzverhörs seine erste zusammenhängende Darstellung der Ereignisse als eine — Rede. Es war ln der Tat eine große, wohlübci legte, nach allen Regeln der Schauspielkunst, einstudierte Rede, mit welcher Lukomski vor dem Gericht erschien. Er benutzte reichlich das Mittel der verstärkten Stimmbänder und des Micnenspie!e9, um vor den Gcschworenen die Stimme der Pasternak und des Angeklagten zu reproduzieren, ln einem gewi ccn Momente fragte ihn der Vorsitzende, ob Steiger tatsächlich 80 gekräht hat, wie er cs hier iin Gcrichtssaal nachzuahmen versuchte. Lukomskl nickte bejahend mit dem Kopf, während die Anwesenden im Auditorium lächelten. Herr Lukomski liebt Pathos. So stellte er z. B. die Pasternak dem Polizeichef Swolken mit den Worten vor: ״Das Ist die Heldin, welche uns der Herrgott heruntergeschickt hat“. Lukomski wollte mit seiner Rede zwei Dinge glaubhaft machen: die Glaubwürdigkeit der Pasternak erhärten und die psychologische Wahrscheinlichkeit der Attentäterschaft Steigers nachwciscn. Die erste Aufgabe war relativ leicht zu bewerkstelligen. Viel schwieriger war die zweite Sache. Hier mußte Herr Lukomski zum schwierigen Mittel der Umdcutung des Sinnes gewisser Stdgerschcr Worte greifen. Er reproduzierte vor dem Qerichte eine heftige, haßerfüllte Anklagerede gegen Polen, welche Steiger während eines Polizeiverhörs vom Stapel gelassen haben soll Steiger hat dieser Darstellung entschieden widersprochen. Zum Gluck• war das Gericht in der Lage, sich ein Urteil darüber zu bilden, 'ver von den beiden die Wahrheit spricht, da die ״Anklagerede“ Steigers auch von einem zweiten Zeugen — Polizei• *nspektor Sawicki — mit angchört und reproduziert wurde. Herr Lukomski erschien im Gerichtssaal mit selbstsicherer Miene und einem klirrenden Säbel Er gebärdete sich wie «in Heldentcnor. Er beherrschte während seiner Darstellung «er Ereignisse souverän den Gcrichtssaal Er (st aber sehr bald im Qerichtssaal umgcfallcn. Er vermochte aeine Rolle spielen, so lange er seinen Monolog vortragen durfte» Ea *rat aber eine radikale Aenderung in seiner Haltung ein, 4« das Kreuzverhör begonnen hatte. Da wurde Lukomski plötzlich kleinlaut Er mußte solche faulen Ausreden benutzen, wie etwa die, daß er,' der Kommandant der Lernberger Polizei, auf die nach «einer Ansicht unkorrekte Haltung des Polizeikommissär Suchauck darum nicht reagiert habe, weil — er vor ihm ,;Angst“ bekommen habe ... . Herr Lukomski beantwortete die an ihn gestellten Fragen — unsicher. Immer wieder mußte er ausweichende Antworten geben oder geradezu erklären: ich erinnere mich nicht, ich weiß cs nicht ... Zu einer unvergleichlichen dramatischen Höhe gelangte das Kreuzverhör Lukomskis, als der Angeklagte selbst eingriff. Sicigcr erhob sich und begann Fragen zu stellen. Lukomski antwortete leise, halblaut Plötzlich entwickelte sich folgendes Zwiegespräch zwischen. Steiger und Lukomski. Steiger: Gestern erklärte Herr Lukomski, daß im Auto, welches uns in die Polizcidircktion führte, kein Oespräch stattgefunden hat. Steiger reproduzierte das ganze Gespräch im Au‘o, welches mit dem Zuruf Lukomskis endete: ״Halts Maul, Jüdischer Bolschewik“. Lukomski: Das ist unwahr. Während der Autofahrt wurde kein Wort gewechselt. Steiger (erregt): In der Standgcrichtsvcrhandlung hat Herr Lukomski den Inhalt des ganzen Autogesprächs (mit Ausnahme des letzten Ausrufes) wlcdcrgegcbcn. Vorsitzender konstatiert aus dem Protokoll der Stand-, gerlchtsvcrliandlung, daß Lukomski tatsächlich den Inhalt des Autogespräches vor dem Standgericht reproduziert hat. Vorsitzender (zum Zeugen): Das sind ihre Aussagen vor dem Standgericht. Wie war cs tatsächlich? Lukomski: Während der Autofahrt hat überhaupt kein Oespräch stattgefunden *{Bewegung Im Saal). Vorsitzender: Ich bitte um Ruhe (gewendet zum Zeugen). Aus dem Standgcrichtsprotokoll ist etwas anderes zu entnehmen. Das würde die Aussagen des Angeklagten bestätigen. Erinnern Sie sich, Herr Inspektor, wie cs war? Lukomski: Damals habe ich mich wahrscheinlich besser zu erinnern gewußt. Heute kann ich mich an das Autogcspräch nicht mehr erinnern. Aber cs muß offenbar so gewesen sein, wie ich vor dem Standgericht aussagte. Steiger: Gestern haben sic aber kategorisch behauptet, daß im Auto kein Gespräch stattgefunden hat. Lukomski ist nach dieser Feststellung blaß geworden. Es ist ihm protokollarisch eine Unwahrheit in seinen Aussagen nachgvwicscn worden. S'eigcr hat sich aber mit dieser Feststellung nicht begnügt. Er begann tiefer zu schürfen. Mit mathematischer Genauigkeit reproduzierte Striger jede Silbe seiner mit Lukomski geführten Cfcsprächc. Sehr bald wechselten die Rollen. Steiger wurde zum Ankläger. Lukomski verließ den Gcrichtssaal geschlagen. Es hat sich hcrausgcstcllt, daß auch ein routinierter Kriminalist vor der Wucht der Wahrheit zusammenbrechen muß. Der Lukomski- Tag war ein großer Erfolg für die Verteidigung. * Die Dialektik des Lebens kommt auch in diesem Prozeß zum Vorschein. Nach Lukomski trat ein zweiter hoher Polizeifnnktionär, Polizei,«;pektor Sawicki, als Zeuge hervor. Sawickis Aussagen waren die Antithese zu Lukomskfo Angaben. Sic wirkten sensationell. Der Forfna njj der Vertan Ölung Lemberg, 18. November. (J.T.A.) Auf Ersuchen der Verteidigung!.teilt der Vorsitzende des Gerichts, Richter Franke, fest, daß sich zwischen den Aussagen der Hauptzeugin Pasternak große Widersprüche ergeben. Der Prärident teilt mit, daß die Akten, betreffend Olszankis Geständnis, bereits vorlicgcn, aber unvollständig sind. Der Prä;ident gibt eine ausführliche Charakteristik des Inhalts der Akten, der schon bekannt‘ ist. Es wurde sodann Marian Waruszinski, ein Bruder der Zeugin Viktoria Lcdl, ein Balmmaschinist, vernommen. Er bczcichnctc seine Schwester als ״alte P l a p p 1 c r i n“ und weist nach, daß vieles, was sic vor Gericht vorgetragen habe, handgreifliche Lügen seien. Der Vorsitzende teilt mit, dem Ocricht sei eine Meldung der Wiener Polizei-Direktion zugegangen, laut welcher dort Herr Dr. Israel Wald mann und ein Herr Rand crsrii'c icn waren und erklärt hätten, ihnen seien durch ukrainische Persönlichkcitcn die näheren Umstände des Attentats bekannt geworden. Diese Umstände werden in dem Akt mitgeteilt. Es werden mehrere Zeugen vernommen, die bet dem Attentat zugegen waren. Sic sagten übereinstimmend aus, daß nach dem Fallen des Pakets eine Verwirrung entstand und daß alle flüchteten. Der Prärident liest sodann die ln den Händen der Verteidigung befindlichen Akten vor, so unter anderen die Dokumente, die von der Existenz der ukrainischmilitärischen Organisation und deren Interessiertheit an Attentaten zu erzählen wissen. Freitag, den 20. d. M., war eine Vcrlundlungsnause, während welcher der Gerichtshof über d e Anträge der Vertei* diger und der Staatsanwaltschaft beriet, Zeugen zur Feststellung der Wahrhaftigkeit der Zeugin Lcdl und der m't der Olsz.anski* Steiger-Affäre zusammenhängenden, bekannt g wordenen Angaben zu vernehmen. Der Gerichtshof lehnte die Vor- Iadun p* der Eltern und Verwandten Olszanskls sowie die Vorladung der Herren Dr. Waldmann und Rand aus Wien, ab und ging über alle Anträge der Verteidigung und Staatsanwaltschaft zur Aufklüiung der Affäre Olszanski zur Tagesordnung über. Samstag, den 21. November, wurde die Frage der seinerzeit an die Redaktion der ״Chwila“ gerichteten Briefe der ukrainischen Militärorganisation ausrührl’ch behandelt, nach• dem das am Donnerstag begonnene Verhör Mykytyna zu Ende geführt wurde. latercssanfc Ausprabongei In PalSstlna Wie Reuter meldet, haben die von der Expedition der Universität von Pennsylvania seit zwei Jahren ausgeführten Ausgrabungen ln Palästina auf dem Hügel Beth Schan, nahe dem Jordan, die Mauer zutage gefordert, auf der der Körper von Saul nach seinem Tode aufgchdngt wurde, möglicherweise sogar ein Tempel, in dem nach dem ersten Buch Samuel Sauls Rüstung aufgehängt wurde. Außer diesen Ucbcrrcstcn alttcstamcntarischcr Bauwerke wurden auf dem Hügel übercinnndergclegte Schichten verschicdcncr Zivilisationen einschließlich der griechischen, römisehen und christlichen Zeit und dem Zeitalter der Kreuzzüge usw. gefunden. Die für den 16. November bestimmte Sitzung des Oberrates der polnischen Zionisten ist verschoben worden. Der neue Termin soll noch bekannt gegeben werden. Eine Konferenz der Zionisten westgaliziens und Schlesiens ist für den 6. Dezember nach Krakau elnberufen. Nr 02 r t Vurtx ״’ ״Sl gs; Joint an! Palästina New York, 3. November. (J.T.A.) Herr Louis Ma shall ersuchte die J.T.A. eine Mittci'ung über die Arb l des Joint Distribution Committee in Palästina zu verhr«.'»C* in der cs heißt: ,.-"ש ״Der Schluß der Resolution von Philadelphia lautet [ j di :! die Pflicht der amerikanischen Juden ist, die jüd:s6* -?‘crn , Siedlung in Palästina freigebig zu unterstützen. 'jvM ״s : tun viele von uns und werden cs weiter tun m pr. I der Resolution wird gesagt, daß im Wege der Jewish Haje'׳' und durch andere Inslituioncn die Juden Amerikas V•! ^oci1 Kräften und Vermögen den Pa'Üstina-Auibau stützen werd׳• * hicr3t־ Wir haben die Idee der Jewish Agenev aktiv gestützt cl!c h wenn die Zeit kommt, werden wir alles, was in unser׳ f d'C ״ Kräften steht, unternehmen, uni jeden amerikanisch^ Juden, der sic 11 bisher an der Paläs ti na-a' beit noch nicht beteiligt hat, dazu zu bringe * daß er diese Arbeit stützt. Wir möchten nochm^ daran erinnern, daß Joint von seinen bis jetzt grsa־n׳nc!t״! Geldern mehr als sieben Millionen Dollar für Palästina an־, gegeben hat. Wir sind weit davon entfernt, uns der Agency, dein Keren Hn;e;sod, der Universität slürcn;l In <! a Weg zu . stellen, im Gegenteil, wir werden diese Ins‘«״;* onen zu der gegebenen Zeit und in der gehörigen Wei t stützen. Was den Joint betrifft, so wird zu Mißverstand, niesen kein Anlaß gegeben werden. Joint halt an der Fr;'־׳, densresolut Ion von Philadelphia fest und erwartet von »'k j anderen, daß sic das Gleiche tun“ ן Nach dieser und anderen Erklärungen Marshnl's sehr:!■( die ganze Differenz zwischen J. D. C. und Zionisten n j eine zeitliche zu sein. Die Frage ist: Wann kommt Zeit für Pa’ästina? Die einzige Antwort: Die Zeit ist £ Palästina kann nicht warten. Warten wäre ZusammcnbnicV Dies mögen nllc bedenken, die in den Augen der Welt mi;,' verantwortlich sind für das Oclingcn des Paläsltai Projektes. f’jlasFna-Aaibaii und Krim •Kolonisation Moskau, 20. November. (J.T. A.) Unter dem Vor׳:!; des Präsidenten Laris, Mitglied des Zcntrnlcx kuti• komtt■\ Ai die Aeg ist ül erste s C ק b am c Versu jaden einen Arbei |m vt : Dirck! cahmc und d '! in <־u Anf׳׳u) «eben , waki die d am K! daß d Reihe werde In Situati Drives Berntu In von C der Sowjet-Union, hielt die Gesellschaft für jf1׳i's:11c גן;!^: bringu ansicdlimp ״OZET“ eine Sit2ung ab, die speziell der Au;c> einige andersetzung gewidmet war, ob das jüdische Kolonisaihr, werk in Rußland im ideellen oder materiellen Gegensntr ,־$ der jüdischen Kolonisation in Palästina stünde. Es wur.! darauf lungewiesen, daß ein Teil der jüdischen Press des Auslands den von der Sowjetregierung unter. t.'.t7tj Plan einer jüdischen Landnnsicdlung auf bre tcr Gr.indhrt in Rußland in einen Gegensatz bringt zu der prnkts h: Tätigkeit der Zionisten in Palästina. Ja, man bemüht 11 die Bewegung für jüdische Kolonisation in Rußland als ci,;< Gcgcnbcwcgung zu dem Palästinawerk hi ׳,ר zusteilen. Um diesen Ansichten entgcgenzutr:ten, war;! eine Resolution angenommen, w'clchc besagt, daß nie v! der ausländischen Presse gebmcht*n Informationen über ׳v angebliches feindseliges Verhalten der GrscINcln 1 ״OZET“ zum Palästinawerk ohne Grundlage sind da erstens dte Frage Palästinas niemals von der ״OZET‘ c: örtert worden Ist und wohl auch nicht erörtert werden wir: zweitens die ״OZET“ bei der Durchführung ihrer Arb: im Interesse der Jüdischen Kolonisition in Rußland me di '< Arbeit ln einen Gegensatz zum Kolon.sationswcrk in Palast!u gestellt hat; drittens die ״OZET“ niemals der Am Wanderung von Juden aus Rußland nach P: lästina Hindernisse in den Weg gelegt luj Diese Erklärung klingt etwas seltsam angerlr'iti d:r Tat• sachc, daß die jiddische Tageszeitung ״Eines" jeden 13: Artikel bringt, In denen sie unter heftigen antiziomstisch״־ Ausfällen das russische Kolonisationswcrk preist. Dieses EU stellt die beiden Dinge in schärfsten Gegensatz zuciaar.d•;:; Wie kann also OZET von den falschen Informationen ״ausländischen“ Presse sprechen? Kann dax aufrich i: g m i sein? Die Herren mögen zuerst ihren eigenen ״Emes“ lese: ■olle Bialik drs D der P Sa 1 o Fl dem <!manu׳ kutive, beit ü dem £ in ver fn Keren den fü Gcb'et afrik Länder Zioniri »■artig, volle / vorrag' W Seim, 1 in \Ta| Dr. Le daß de׳ K 0 a 1 j mngsbi Zlicd ( Dr. R; der La rinc a! der Jm נחוהבז? Ot Dr. Li In/chi; I pcrarT " Leon , einer j Üithice ״•!!ו,:׳!.׳? D« führte• Pariart; Die fremden Joden in England Debatte im Unterhaus. Im englischen Unterhaus stellte der Abgeordnete c׳ Arbeiterpartei John Scurr (Vertreter von White liap* eine Anfrage an den Innenminister, worin er die sofort^ Aufhebung der Einschränkungen gegen die F:cm1irn (•'■־ל: dertc. In der Begründung seines Antrags führte Mr. S;׳j׳ aus, inan habe cs hier noch mit einem Ge^ctzesakt d Kricgszcit zu tun. Dieses Oesetz wirkt sich bc!10nd< gegen die Aermsten und Schwächsten aus: gegen J'■-. heimatlosen Juden. Es Lt aber eine bekannte Ta:•■ sachc, daß die Masse der Juden in London Eari-Ev■, ein gutes Element stellt. Es sei an der Zeit, daß der minister seine P04c, n!» ob er durch seine Ire uni <.:0* liehen Gesetze das Vaterland gerettet hätte, endlich aufgcbc■ Seine ganze Frcmdcnpoliiik war falsch und grausam. Hierauf sprach das jüdische Unterh u mi.g icd Sarr. :: Finbuygh, der der konservativen Fraktion angchört Mitglied des Board of Dcputics i.;t. Er unterstützte ür p3rinrr Antrag Mr. Scurrs, Indem er ausführtc da. Gesetz gec0׳ l״־.rrr die Fremden sei lange nicht mehr zeitgemäß, cs treffe reiche Personen, deren Söhne Kriegsdien..tc gelci tei h.ibrc Es ist eine große Ungerechtigkeit, solchen alten Leuten cif Naturalisation?u versagen. Innenminister S1 Wi׳ iam Joynson-Hicks griff seif 3 in die Debatte cm und verwahrte sich insbe ondere da.?e’«"• daß ihm antisemitische Absichten unterge«׳ i:( y' werden. Er habe sich, sagte er, noch vor der Formulierung G Frcmdengcsctzcs sich mit Glaubensgenossen von Mr. Hr.bi!׳^ in Verbindung gesetzt. Auch diese jürii•eben . iimer im Hinblick auf die drohende Arbeitslosigkeit der. f" Schränkungen gegen die Fremden zugeriimmt. Per ח en.!' zwanzig Jahre in England wohnen und deren Söhre j Großbritannien ihr Leben Hingaben, worden dc.1 ••- kungen nicht unterworfen. Er selbst habe zahl ei Le ralisationsaktc für Juden unterzeichnet. Es sei etwas '■־יל! freundlich von Mr. Finburgh. der ja der Fraktion 0<ל\ l'iedc! r־cvöik Dp.fcr ’ der rieht f’arl.-in Stell .ה?זז:ז Vilun irrer . h c Ministers angchört, hier iin Parfament über die AuswirKuri:^ des Fremdcngcsctzcs zu sprechen, ohne sich mit de:• Minister vorher ins Benehmen zu setze!. Er möchte daß man ihm ein einziges Beispiel dafür erbringt, in Verbindung mit Naturalisationsaktcn eine antijüdischc uc־ *Innung betätigt habe, .! Mr. Finburgh! Ich nehme die Aufforderung zur Kcr.ntn« Sir William Joynson-Hicks: Wenn mein Fraktion :freu״׳ meine Aufforderung akzeptiert hat, so habe ich zu dies«״' In Punkte nichts mehr zu sagen; cs ist jetzt seine SacM._ <ü 2• für seine Behauptung Bcwcismatcrlal zu erbringen. a,iiSt Der Antrag Sturrs wurde abgeichnt *0 n r Jahn Erst 1 והג M *ird, ■ und \