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Jüdische Rundschau · 1925-11-24 · Heft 92 (24.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 92 (24.11.1925)
Date
1925-11-24
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 770 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92 gehörten auch Max Brods Romane hinein und Wcltschs Philosophie. Ich sehe deshalb den Wert des Buches weniger in seinen einzelnen Teilen als ■in dem thematischen Gesichtspunkt seiner Zusammenfassung. Dies aber scheint mir ein so bedeutender Wert zu sein, daß das Buch ernsthaften Zionisten gar nicht genug cinpfohlett werden kann. Insbesondere ist darin ein Aufsatz von Felix Wellsch ״Gegen die gedankliche Inzucht im Zionismus“, der das Leitmotiv des ganzen Buches abgibt, und von dem man bedauert, daß cs eben nur ein Aufsatz und nicht in breiter Fundierung selber ein Buch ist. Denn cs ist'die gedankliche Inzucht im Zionismus oder, wie vorher ausgcdrückt, der Zionismus als ein ,feilproblcin unter Problemen, wodurch so '.iele sich verlieren, die ein einmaliges Erlebnis vorübergehend zu uns geführt hat. Eine Zcitlang hält sie der äußere Betrieb, wenn Umstände und Neigung ihnen dazu die Möglichkeit gibt; es• ist sogar denkbar, auf diese Weise nach Palästina zu gelangen. Aber Zionismus als ein immer und unter allen Umständen unverlierbarer Besitz ist nur möglich als das universale Problem, das alles, waä den'Menschen sonst bewegen könnte, in sich einbezieht. Leider ist diese Auffassung des Zionismus nicht lehrbar oder nur lehrbar, wenn menschliche Voraus- Setzungen nicht häufiger Art gegeben sind. Deshalb ist es mit dem erzieherischen Wert dieses Buches wie mit aller Erziehung: es kann nur Menschen helfen, die ohnehin auf dem Wege sind. Wer cs zu sein glaubt, mag sich seine Lektüre nicht entgehen lassen. Oustav Krojankcr. Die Wahlen zur Asselalh hasiwcharlm Am 8. November fand eine Sitzung des Waad Lcumi statt, die mit Befriedigung von dem Verzicht des Misrachi auf Durchführung des Referendums über das Frauenwahlrecht Kenntnis nahm. Nach längerer Debatte wurde bcschlossen, als Termin für die Durchführung der Wahlen in die Asscfath Haniwcharim die Woche vom 29. November bis 6. Dezember fcstzusctzcn. Der genaue Tag soll von der Zcntralwahlkommission noch bestimmt werden. Bis zur ersten Sitzung der Dclegiertenvcrsammlung, die am 29. Dezember stattfinden soll, wird der Misrachi eingeladcn, im Waad Lcumi und seinen Organen teiizunehmen. Ussiscbkin in der Schweiz Aus Zürich wird uns geschrieben: Am 27. November wird Herr M. M. Ussischkin, der Vorsitzende des KKL.- Direktoriums Jerusalem, in Zürich erwartet. Das Schweizer Hauptbüro des Keren Kajcmcth in St. Gallen hat verschiedene Veranstaltungen anläßlich des Besuches des Herrn Ussischkin vorgesehen. Freitag findet ein Presse- Empfang statt; abends hält Ussischkin einen Vortrag bei den Studenten in der' Mensa academica. Samstag besucht' Ussischkin einige Synagogen und spricht abends in einer großen Volksversammlung über den Aufbau Erez Israels. Sonntag findet die K EL.-Landeskonferenz statt, au der der Gast das Hauptreferat hält, und daran anschließend ein Empfangsabend in den Räumen der Augustin Keller-Loge, an dem alle Vereine und Organisationen, sowie Oästc teilnehmen werden. Der Besuch Ussischkins wird zu einem Ereignisse im jüdischen Leben Zürichs werden. Ein lebhaftes Interesse gibt sich bereits in allen Schichten der Judcnhcit kund. Warschau, 20. November. (LT.A.) In einer Beratung von Vertretern der Ukrainer, Weißrussen, Deutschen und der jiddischen Schulorganisation wurde die Gründung eines gemeinsamen Büros zur Verteidigung der Schulintcrcsscn der Minderheiten gegründet. Joavescl in London Henry de Jouvcncf, der;<..ncue französische Obcrkommissar für Syrien, war am 19. d.M. in London und hatte eine lJ/jständige Unterredung mit Chambcrlain und dein Kolonialsekrctär Amcry. Nach der darüber ausgegebenen offiziellen Verlautbarung drehte cs sich um einen Gedankenaustausch über gewisse Fragen vom gemeinsamen Interesse betreffend Syrien, Mesopotamien und Palästina und besonders hinsichtlich der Grenzführung׳ zwischen den Mandatsgebieten der beiden Mächte, die bisher noch nicht fcstgclcgt worden ist. Der diplomatische Berichterstatter des ״Daily Telegraph“ teilt offenbar auf Grund persönlicher Informationen bei de Jouvcncl mit, daß dieser die Absicht geäußert habe, sich binnen kurzem nach Angora zu begeben, um gleichfalls die ungelöste Frage der Festlegung der türkischsyrischen Grenze zu besprechen. Jouvcncl wolle eine Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich herbeiführen, um, wenn möglich, eine gütliche Vereinbarung mit der Türkei zu erzielen, mit anderen.Worten chic Erstreckung des so viel besprochenen Geistes von Locarno auf die Fragen des Orients. Die Bilanz des syrischen Krieges ״Daily Telegraph“ veröffentlicht einen ausführlichen Bericht eines syrischen Korrespondenten. Danach stellt sich die Lage in Syrien folgendermaßen dar: Die christlichen Freiwilligen im Libanon sind völlig geschlagen. Der südliche Libanon ist im Besitze der Drusen. Die Franzosen werfen alle verfügbaren Truppen nach dem Süden, Die Bewaffnung der Christen hat die gesamte muselmanische Bevölkerung in Aufregung versetzt. Die französischen schwarzen Truppen und die aus Eingeboreneu bestehenden Abteilungen haben völlig versagt. Das französischc Prestige ist vollständig vernichtet. Die gesamte Bcvölkerung ist u n zu f r i cd c n. Sic fordert, daß die Ordnung wieder hcrgcstcllt werde oder daß die Franzogen das Land verlassen. Die letzten fünf Monate waren mit fortgesetzten militarisehen und diplomatischen Fehlern ausgcfüllt. Etwa 50 000 Menschen seien mittlerweile zu Flüchtlingen geworden und die Geschäfte seien im Stocken. In Damaskus sei ein Moratorium erklärt worden. Eine finanzielle Krise ohnegleichen und eine Hungersnot stehen vor der Türe; der Brotpreis ist seit Beginn des Aufstandes um das Zehnfache gestiegen. Die Kämpfe im Grenzgebiet Nach einer Havas-Mcldung vom 18. d. Mt$. aus Beirut haben die Aufständischen Hasheya wieder erobert und rücken neuerlich gegen Damaskus vor. Nach ״Echo de Paris“ sowie der Pariser Ausgabe der ״Daily Mail“, suchen die Aufständischen untereinander eine Verbindung herzuslcllen, mit dem Ziele, sich Beiruts zu bemächtigen, das nur schwach verteidigt sei. Die Tclcgraphenllnic von Beirut nach Palästina sei unterbrochen. Jerusalem, 17..November. (J.T. A.) Die Drusen drangen am 15. November in die größt Ortschaft J 0 d e i d a ein, die etwa 12 Meilen von M c t u 11 a h , der nördlichsten Siedlung Palästina, liegt. Die Einwohnerschaft von Jodeida, meist christliche Araber, flüchteten in die Küstenstadt Sidon. Die Drusen, erbittert über die Flucht, der Einwohner, brannten die ganze Stadt nieder. In Sidon hielten die christlichen Araber unter Führung der katholischen Priester eine Ver- Sammlung ab, in der die Priester die Flucht der Einwohner Jodeidas eine feige Tat nannten. Einer der Redner wies auf das Beispiel des jüdischen Helden Trumpcldor hin, der mit einer Handvoll Leute die jüdische Kolonie Tel- C h a f gegen eine ungeheure arabische Ucbcrmacht verteidigte und dabei sein Leben ließ. Der jüdische Boden aber wurde gerettet. Am 17. November besetzten die Drusen den Ort Klya, der nur wenige Meilen nordöstlich der palästincnsisch-jüdi- Kunst und Literatur Bernard Shaw und Henri Bernstein, der Jude Der französische Dramatiker Hcfirl Bernstein wandte sich ln einem Artikel im ״T c m p s“ sehr scharf gegen Bernard Shaw, der in einer Unterredung mit einem Pressemann von einem ״Provinzialismus“ der französischen Schriftsteiler und einem Stillstand Im französischen Drama sprach. Bernard Shaw erwiderte in einem Schreiben an Henri Bernsiein, aus welchem die ״Morningpost“ einige interessante Auszüge bringt Bernard Shaw führt in dem Briefe aus, Bernstein soll sich nicht getroffen fühlen, denn er sei Jude, nicht Franzose, und könne ebensowenig wie die übrigen Angehörigen seiner Rasse über Franzosen oder Engländer oder Irländer endgültig urteilen. Er sei ja durch und durch Orientale. Im Vergleich mit dem Volke Israel, schreibt weiter Shaw, seien die westeuropäischen Rassen Parvenüs, ja, Barbaren. Wenn : also Bernstein als Jude und Idealist diese westeuropäischen Rassen verehrt, so sei dies nichts als Götzendienst, — das ist eben die edle Schwäche der Juden, ihre Ideale zu Götzen zu erheben. Mag der Kopf eines Franzosen nichts als ein Schafskopf sein, so wird sich der Jude vor ihm bücken und ihn wie das goldene Kalb verehren. Bernard Shaw schließt, daß für den Durchschnittsfranzosen Herr Bernstein nichts als ein Eindrlngling, ein orientalischer Parasit, kurz — ein Jude ist. Henri Bernstein entgegnctc in einem Schreiben, daß Bernard Shaw zwei Monate lang über ein Argument als Antwort nachsinnen mußte, bis er endlich auf das billige jüdische Argument kam. Er, Bernstein, habe bisher in Shaw einen Athleten gesehen, der aus härterem Holz geschnitzt Ist .denn ein Franzose. Auf einmal habe sich der Riese Shaw al3 sehr menschlich entpuppt ln die Enge getrieben, denun* zierte er seinen Gegner als einen im Nationalismus Befangenen, als einen ״Juden“. Bernstein nennt Shaw noch einen ״sozialistischen Multimillionär und Antisemiten“ und schließt: Wären Sic, Bernard Shaw, ein. Dichter, und nicht allein ein großer Virtuose, zuweilen auch ein großer Schwätzer, Sie würden sich •eher mit meinen Argumenten als mit meiner Nase beschäftigt haben. Die Empfindlichkeit Bernsteins scheint uns nur die Diag- &ose Shaws, die nichts Herabsetzendes enthält, zu bestätigen Soncino-Malter Die Soncino-Ocsellscha ft der Freunde des jüdischen Buches*) übertrifft mit den neuesten Darbictungcn wiederum ihre bisherigen Leistungen, die in der jüdischen und bibliophilen Welt bereits hohe Beachtung und Anerkennung gefunden haben. Jetzt legt sie das erste Doppelheft .der Zeitschrift ״So n c i n o - BI ä 11 e r“ vor. — lieft? Zeitschrift? Ein 150 Seiten ln Oroßquart starker Band ist es, der in Aufmachung und Reichtum des Inhalts Begeisterang erregt. Otto von Holten in Berlin hat eine seiner schönsten Typen hcrgcgcbcn, um, in Verbindung mit dem verschwenderisch breiteu Rand des Blattes, ein vornehmes Satzbild zu schaffen. Leib und Seele, Empfängnis, Formung und Ausstrahlungen des jüdischen Buches spiegeln sich in den Beiträgen. Arnold Zweig verknüpft, gedankenreich wie immer, das Schicksal der Juden mit ilircn Büchern und kontrapunktiert Volk und Geist; er ist vielleicht da am reizvollsten, wo man ihm widersprechen möchte. Prot. Blau verbreitet sich mit eindringlicher Sorgfait über die Vor- Schriften und Gebräuche der Niederschrift einer Thorarolle. Prof. A r t o m in Florenz beschreibt (in italienischer Sprache) die 29 hebräischen lukunabclnschätze der Universitätsbibliothek Turin. Entzückend ist das fast bibliophile Testament des bckannten Ucbcrsctzcrs Juda Tibbons (12. Jahrhundert), in jedem Satz noch heute vorbildlich. Husungs Arbeit über söge-, nannte jüdische Lcderschnitlbaudc aus dem 14. und .15. Jahrhundert (mit drei Tafeln) dürfte für uns alle völlig reue Tatsachen enthalten. Der aus Deutschland stammenden, um 1500 in Italien blühenden jüdischen Buchdruckerfamilic Soncino, an die der Name der Gesellschaft anknüpft, widmen Prof. Frehnann, Frankfurt a. M., und Rabbiner Dr. Schwarz. Wien, kleinere Studien. Aber es können ja nicht sämtliche Beiträge und illustrativen Beigaben aufgezählt werden -י• wertvoll scheinen mir alle, alle zu sein. Den Schluß des Bandes bildet der Anfang einer Bibhographic über alle Judaica seit 1920 — cm mühevolles, trotzdem noch nicht ganz geglücktes Unternehmen des Redakteurs der Soncinoblättcr und vorwärtstreibenden Vorstandsmitglicdcs Hermann Meyer; sachliche statt der alphabctischcn Matcrialclntcilung wäre wohl vorzuzichcn. Jede, namentlich auch jeder Verlag sollte diese Bibliographie er- •ganzen. Gleichzeitig gibt die Soncino-Gescllschaft ihren Mitgliedern als dritte Publikation Arnold Zweigs neues Schauspiel: ״Die Umkehr de» Abtrünnigen“, auf der.Emst-Ludwig-Presse *) Geschäftsstelle: Berlin C2, Kalscr-Wjlhelmstraße 12, Nr. *׳•׳ \\t *י sehen Kolonie Mctullah gelegen ist Auch hier ergriffen <!:, christlichen Araber die Flucht. Weitere Tausende FIücP lingc sind über die palästinensische Grenze gekommen. 1, Mctullah selbst macht sich eine gewisse Besorgnis ן merkbar. Einige Juden hielten cs für ratsam, Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringe*' Jerusalem, 19. November. (J. T. A.) Die Operation der aufständischen Drusen in Südsyrien an der palästinensisch/, Grenze schreiten vorwärts. Nach den letzten in Jeru^N ringetroffenen Nachrichten ,ist die Hafenstadt Sidon, Vi 20 englische Meilen südlich von Beirut liegt, unmitic’k•!! bedroht. Dadurch ist auch die Lage von Beirut selb' sehr kritisch geworden; man erwartet einen Angriff der Drutauf diese wichtige Hafenstadt. Jerusalem, 19. November. (J. T. A.) Die .british. Militärmacht sandte neuerdings größere Verstärkungen V die Nordgrenzc Palästinas ab, um das Ueberschrcitcn de; Grenze durch Rebellen für alle Fälle zu verhindern. [}י‘. Distrikt der jüdischen Kolonie Mctullah wurde als m i I i t ä ril sehe Zone erklärt. FriedensverhandiungfB? Das syrische Blatt ״Alif Baa“ erfährt von zuverlässig- Seite, daß in der letzten Woche geheime Fricdcnsvcrhandlun^־ zwischen den französischen Behörden und dem Suita- Atrasch stattgefunden hatten. Beide Parteien hätten ci:e grundsätzliche Regelung vereinbart und Oberst A n d r c a har« sich am 15. November nach Deraa begeben, das als Z:■ sammenkunftsort für die Verhandlungen gewählt worden sc׳ Der Vertreter Atrasch’ werde dort mit ihm zusammentreffe; 'in R., n eine׳ ,Jacht; :J für;ssen VO ,uppin.; 0 :ISOר, •:rcr1 N;ctineii. 0 Jaln : ״!deck;״cnllic ,.•!״ft ׳ d Ka : ,;:c V;.;ina“ 1 : idcii; r':ht g kr>!1 m f Es i. ־:inierc jen; nein Der Waad Leural bei Colonel Symes Die Mitglieder des Präsidiums des Waad Lcumi, D; > ,i1;c'u Thon und Haft, besuchten den Generalsekretär der paläs;'.; ncnsischcn Regierung, Colonel Sy in cs, dem נ ein <.־ : ::c, den High Coimnissioner bestimmtes Memorandum des WY. / Lcumi, betreffend das Gcmcindcgcsctz und das S chu'.|;^•r budget Überreichten. In der Besprechung mit Colonel bai wiesen sie darauf hin, daß nach längeren VcrhandIung־־|;..ujL.n mit Sir Herbert Samuel und dem JustizseWetär im Prinzip ■ Einzelheiten des Gemcindcgcsctzcs bereits fcstgclcgt word:• c0° ' seien. Die Erklärungen des Kolomalministcrs Amcry währe::1 seines Besuches in Palästina hätten den! Waad Lcumi Grir. zum Glauben gegeben, daß das Gcmcindcgcsctz vom neu*•. " der High Commissioner bald nach seiner Ankunft in Palästir;r ־ r'׳ bestätigt werden würde. Der Waad Leumi hoffe, daß <]!״■' ehestens geschehen werde. Was aas Schulbudget betrifft, so weist der Waad Leuu. a. darauf hin, daß während des vergangenen Jahres 6 von der Zionistischen Organisation subventionierten Schult: 13 216־ Kinder besucht hätten, während die jüdischen SchuY jetzt von gegen 23 000 Schülern besucht werden dürfte:. Das Gesamtbudget dieser Schulen mache £ 160—170 00J au; zu dem die Regierung nur £ 3065 beitrage. Die Unterredur; mit Colonel Symes ergab, daß High Commissioner Lord P!u m e r derzeit sich mit der Frage des Gemcindcgcsctzcs nersY• lieh befasse. Die Frage der Schulsubvcntion bedürfe noch eiet; weiteren Studiums. Die Regierung arbeite jetzt das allgeme::.* Schulnrogramm aus, dessen Fertigstellung noch (•ine gewis! Zeit in Anspruch nehmen werde. (Ziko.) Anlhebung eines Urteils Wegen der scinerzeitigcn Vorfall: in Afuleh war der jüd.* sehe Arbeiter Sega 11 zu einer größeren GfefängnisstY! verurteilt worden. Das palästinensische Oberste Gericht ha: nunmehr, laut ״Doar Hajom“, der Berufung st.ittgcgeb:.־. und die Sache zu neuer Verhandlung vor das Kreisgerith: in Nazareth verwiesen. Auf das Verlangen des Vcrt'.'i Lg ־ז Horacc Samuel nach Designierung eines anderen Kreis gerichtcs erklärte das Gericht, über diesen Antng cn nach schriftlicher Einreichung entscheiden zu können. (Ziko) An der Hanvard-Universität soll demnächst eine FakuE! für jüdische Literatur und Philosophie errichtet werden. D:; notwendige Summe stellte Mr. Nathan Litauer zur Vf:• fügung. in 500 Exemplaren gedruckt. Ihre künstlerische und jüdi ri Wertung wird Zweigs jüngste Schöpfung von anderer Sc: erfahren; buchtcchnisch ist auch diese Veröffentlichung; aller Einfachheit 50 vollendet, wie sic der verwöhnteste ü:• schmack nur wünschen kann. Bibliophilie, erzbürgerliche Freude an dem nicht 3"” anderen erreichbaren Sondcrbcsitz, ist — b:1 allem An«che־j letzter Entwicklungsstufe — eigentlich eine Rückkehr in i'-\ Anfänge der Buchkultur. Als das Buch, handschriftlich <xk:j im Frühdruck, nur in wenigen Excmp'arcn da war, konr.'ri der Besitzer mit Recht stolz sein aut Erwerb und E!gent:־c die Massenproduktion tötete das Ausnahmegefühl — bis ]C'-; die Bibliophilie durch Wertauswahl und quantitative Bcschra:■ kung wieder primitive Bücherfreuden gewährt. Dr. B. Kirschner. Bficbcr über Analole France Ueber Anatolc France ist seit seinem Tode viel sprochcn und geschrieben worden. Nun kommen a!jr!’‘.f' deutscher Sprache die Bücher, die den großen auch im Alltag, in der vollen freien Mcuschl'chkcit ser• ■ einzigartigen Erscheinung darstcllcn. Das erste der; liegenden Bücher heißt ״Die Vormittage der Said“ (von Paul Gscll, bei I. M. Snactii Verlag, und enthält eine Sammlung von Gesprächen zwischen An3m-_ France und seinen Freunden, d. 11. France spricht z1 ^•׳•in:•* und sic hören voller Andacht zu. Der Leser schließt ihnen an und während er sich in d3s Buch verfieltihm allmählich klar — durch all die nichtigen kungen, Witze und Angriffe gegen seine Zeitgenossen durch — was den Mann, der da zu uns spricht, so die Menschen seiner Zeit gestellt hat. France hat mein ein langes Leben hindurch einen erbitterten Kampf. C Bosheit und Lüge geführt — wer kennt nicht seine sc• nähme zur Dreyfusaffäre, wo er sich mit seinen l״tcrar.s<^ Feinden wie Zola, aufs engste vereinigte, um mit an!,^ spanntcr Kraft der Wahrheit zum Sieg zu verhc.fen er besaß zugleich ein Herz voll Güte, mit dem er wie durch seine große Kunst die Liebe so vieler gewoa■• hat. Heinrich Mann hat zu dem Buch ein Vorwort s schrieben, das mit wenigen Worten ein so umfassendes ״jj klares Bild des Meisters gibt, daß die folgenden Qcspmc - wie anschließende Illustrationen wirken. Das zweite o führt den Titel ״Anatolc France in ^a0??יü/:,v (von Jean Jaques Brousson, Verlag für KuKurpohtik, pe■‘‘ Darin hat der Sekretär von Anatole France In kln׳d׳| Verehrung alles von seinem Meister je Erlauschte gc*!s ־’!ivhe a;;ch ׳' ringt r K־;:■ ich‘.'■*־•" \ riern Sr;:• י¬ ן :2n'c n -׳h•'י '3 wir vo י׳*ח -c-tkric '•beoL •־ er Vc־. uns ז: Max k-.cn jj?•'rtra ct. p־׳; des ז": '>iu ges ,־L bthc; . ' uns 4 ta!t׳r rcn־'; I "kiiicvh

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