Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 91 (20.11.1925)
- Date
- 1925-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 766 JUEDJSCHE RUNDSCHAU ihren Flügeln auf ihr Haupt und sein Segen klopft in ihren Herzen/‘6) Zwei Aufsätze betrachten das Judentum als. Religion im Vergleich zum Christentum. Das wesen des Judentums wird als Tun erkannt, als Verwirklichung־, Gesetzesforderung. Es ist eine Religion der Schrift, der Gcdachtniskraft, der Tradition, der Lehrbarkeit, also fähig der Universalität und Intertcrritorialität. ,.Eine Religio!{ der beweglichen Güter.“ So viel Richtiges die beiden Essays enthalten mögen und so anregend sic sind, so wenig angemessen erscheint für das große, ernste Thema eine solche feuilletonistischc Behandlung. Schließlich finden wir einige literarische Exkurse: Achad Haam, Sokolow, Berdvczewski werden uns als besondere SchriftstcIIertynen vorgeführt. Eine kurze psychologische Skizze ״Die Tragik aes Uebcrflusscs“ ist Bt'alik gewidmet. III. Lassen schon die letzten Stücke der ״Thcchumim“ mehr und mehr den Publizisten hinter den feinsinnigen Betrachter von Literatur und Dichtung zurücktreten, so enthüllt sich vollends die eigene Dicht׳crscelc Klatzkins in dem zweiten hier zu besprechenden Buche ״Sutot“, Miniaturen/1) Das Werk zeigt den Autor als dichterisch Schaffenden auch dort, gerade dort, wo man sonst strenge systematische Form oder wenigstens Begründung, Beweis und ausführliche Darlegung bzw. Experiment, Enquete u. dcrgl. erwartet: auf dem Gebiete der Philosophie und Psychologie. In geistvollen, oft glänzenden Aphorismen splittert Klatzkin seine philosophischen, psychologischen, ästhetischen Gedanken und Intuitionen vor אחוז hin. Wer will, bereite sich seihst ein System daraus. Ein paar beliebig gewählte Proben, zum Teil weniger wörtliche Uebcrsctzungen als sinngemäße Jnhaltswidcrgabcn, mögen gestattet sein. Harmonie ist Melodie von langem Tempo, Melodie — Harmonie von kurzem Tempo. — Erkenntnis aer Scinsgchcimnisse ist uns nicht gegeben, wohl aber die Fähigkeit, in der schöpferischen Tätigkeit uns ihnen zuzugescllcn. Dadurch werden wir selbst Geheimnis gleich ihnen. Auf niedriger Stufe ist die Fortpflanzungsfähigkcit eine derartige Erscheinung. Es gibt aber vielerlei höhere Stufen. Wollet nicht das Geheimnis des Lebens erkennen, tut cs! — Die Sünde liegt im Geist, nicht im Blut. Das Blut ist unschuldig, der Geist listig und berechnend. — Gut und Böse ist nichts Ansich- Seiendes, sondern etwas Relatives. Betrachtet sich der Mensch als eine selbständige Ausnahmccrschcinung in der Natur, so gelangt er zu einer Gut und Böse unterscheidenden Weltwertung. Betrachtet er sich hingegen als Teil der cinhcitliehen Natur, so gibt es kein Gut und Böse mehr. Das Uebcl verliert seinen Stachel sub specie aeternitatis, und das Gute zerrinnt angesichts der Unendlichkeit. — Sucht man Gott in der Ethik, sc ist Israel wirklich Gottes Volk. Sucht man ihn aber in der Ethik, so bedeutet dies eine Beleidigung und Herabwürdigung Gottes. — Wir erfassen nur־ die Rclationen, nicht den Grund der Dinge. So sind sic — das bleibt die endgültige Antwort. Bisweilen werfen wir aber doch die letzte Frage auf: Was ist das, wozu und weshalb ist cs, könnte cs nicht ebensogut auch gar nicht oder anders sein? Dann stehen wir vor dem Nichts und nur die Flucht ins rauschende Leben vermag uns zu retten. — Eine wichtige Rolle im Denken Klatzkins spielt die erotische Frage, das Problem des Verhältnisses der Geschlechter. Ihm widmet er einen besonderen Teil seines Buches. Zuerst wieder ein paar kurcc Proben. Das Weib ist ein tragisches Geschöpf. Unschuld und Sünde vermischen sich in ihm. Es fühlt, daß der Zustand der Unschuld ihm nur ein Provisorium bedeutet und gerade seine Entweihung seine Heiligkeit ausmacht. So ersehnt und fürchtet cs zugleich jene Stunde. Aus diesem Zwiespalt erlöst es die Ehe. Sie ist ein seelisches Bedürfnis des Weibes, das wegen seiner verworrenen Sittlichkeit eine äußere Sanktion braucht. Dem Weib gilt die Jungfräulichkeit nicht an sich für ethisch wertvoll, sondern nur im Hinblick auf die Beurteilung durch den Mann. Gelangt die Emanzipation der Frau dahin, daß diese sich vom Urteil des Mannes frei macht, dann wird die Jungfräulichkeit ihren Wert für sie verloren haben. — Das Zeitmaß der Frau ist ein anderes, wie das des Mannes. Darum ist das Tempo ihrer Liebe, ihrer Freude usw. verschieden von dem scinigcn. Daher stammen die meisten Gegensätze im Leben des Mannes und des Weibes. — Ist eine Frau der Mittelpunkt deiner Liebe geworden, so kannst du, ohne sic und ihre Rechte zu beeinträchtigen, viele andere in ihrer Peripherie lieben. — Die Zukunft gehört der Polygamie, denn sie entspricht der Natur des Mannes. — Die Frau besitzt ein großes Geheimnis, daß sic nämlich gar nichts Geheimnisvolles hat außer in der Einbildung des Mannes. — Das Vorwort des Buches gibt der Befürchtung Ausdruck, der soeben betrachtete Abschnitt könnte, — neben dem nachher noch zu behandelnden — beim hebräischen Leser wegen seines ungewohnten Stoffes Anstoß erregen. Der Verfasser hofft aber, daß er als Tcilstück eines auch sonstige Dinge enthaltenden Buches von den Ucbcrcmpfindlichcn leichter verdaut werde. Ob wirklich der Nur-Hcbräisch-Lcscr einen so ungünstigen Eindruck empfängt, weiß ich nicht. S c h n c u r und andere der jüngeren Dichtcrgcncration haben ihn wohl schon ווה manches gewöhnt. Ich jedenfalls nehme kein Aergernis in dem von Klatzkin gemeinten Sinn. Aber in rincr anderen Hinsicht allerdings. Man mag cs altmodisch finden: der Wert solcher Aphorismcnpsvchologie will mir nicht cinlcuchtcn. Vieles ist vielleicht sehr richtig und ich bezweifle nicht, daß sich der Autor auf reiches Erfahrungsmaterial stützt. Allein ich meine, seitdem cs eine eigentliche, wissenschaftliche ״Psychologie der Frau“ gibt, muß man diese Dinge rein wissenschaftlich behandeln, wenn inan sic nicht rein dichterisch gestalten will oder kann. Die Wissenschaft und Dichtung vermengende aphoristische Zwitterform — das erscheint mir anstößig. ״Tliccluimim“, auch hier thcchumim! Das gleiche gilt streng genommen für den philosophische Aphorismen enthaltenden 1. Abschnitt der ״Sutot“. Doch braucht man cs vielleicht auf philosophischem Gebiet gar nicht so streng zu nehmen, wenn man das Gebotene ledigkch als Anregungen zur eigenen gründlicheren Be- und Verarbeitung auf sich wirken läßt und vor allem berücksichtigt, daß der Verfasser ia ein besonderes philosophisches Werk geschrieben hat (״Q’craim“), das jene ״Sutot“ nur als Parerga und Paralipomena zu betrachten erlaubt. Wenden wir uns über die nun folgenden ״Feuilletons“, d:c viel Schönes enthalten und unter denen die Anekdoten über den Woloshincr Rosch ha-Jcschiwah R. Josua Ber und seinen Sohn R. Chajim einen tieferen Einblick in die ״Ethik des Judentums“ gewähren, als manche gelehrte Abhandlung, 1:nd über die losen Blätter der ״Kricgscrlnnerungcn“, nach meiner Meinung die schwächste und überflüssigste Partie des Buches, hinweg zu dem letzten . Abschnitt: ״Aus dem Nachlaß eines Schriftstellers“. Wenn cs früher hieß, in dem Buche ״Sutot“ enthülle sich die Dichtcrscclc de» Verfassers, so will das jetzt auch im *,*eiten Sinne der Wendung verstanden sein: die Dichtcrscclc enthüllt sich hier, sic entkleidet sich, gewährt uns freien Einmick in ihr Intimstes. Klatzkin ist, wie schon gesagt, ein ehr* 1‘eher Mann. Sogar wo er sich ernstlich bemüht, unehrlich zu *ein, gelingt cs ihm nicht. Dem ״Nachlaß" schickt er eine kurze 2 Essays, Berlin 1925. ‘ ״) Verlag ״Eachkoi“, Berlin 1925• Notiz voraus: ״Anmerkung des Herausgebers: Im Nachlaß des Schriftstellers fanden sich folgende Aufzeichnungen auf kleinen verstreuten Zetteln, die ich ohne jeden ordnenden Eingriff unverändert in ihrer fragmentarischen Gestalt veröffentliche.“ Wer glaubts? Der Schriftsteller lebt noch und heißt Doktor Jakob Klatzkin. Die Entschuldigung des Vorworts erwähnt diese Rekenntnissehrift ebenfalls. Sie. dürfte wirklich ein Novum in der hebräischen Literatur sein. Und zweifellos: sic bringt uns nicht nur den Autor menschlich nahe, sondern macht zugleich seine Philosophie in vielen Stücken verständlicher. Außerdem' sind natürlich derartige Confessiones für die differentielle Psychologie höchst wertvoll. Dennoch kann ich ein gewisses Mißbehagen nicht unterdrücken. Wie sagt der Skalde Jatgejr? ״Ich habe die Schamhaftigkeit der Seele; deshalb entkleide ic.l: mich nicht, wenn so viele in der Halle versammelt sind.“ Doch schließlich stellt jeder Dichter in seinen Werken mehr oder weniger sich selbst dar, warum sollte also Klatzkin, der nun einmal auch eine _ Dichternatur »st, nicht auf seine Art desgleichen tun? Er fühlt das alles recht wohl. Ich wundere mich über mich selbst, lesen wir im ״Nachlaß“. Warum schreibe icli eigentlich über mein Leben und habe das Bedürfnis, cs bekannt zu machen? Ich weiß, Schweigen wäre besser, und der Schrcihtricb ist ein Uebcl, aber ich kann :hn nicht unterdrücken. Uebrigens wendet sich auch der bescheidenste und verschlossenste Schriftsteiler beim Schreiben nach außen, ans Publikum — um seine Einsamkeit zu verringern. Ich beneide oft die einfachen Menschen, die still für sich dahinlcbcn, ohne Bedürfnis, ihr Leben mit/uteiien. Da wir bereits einiges aus dem ״Nachlaß“ im 1. Abschnitt brachten, soll nur noch eine Probe folgen, die zugleich in uucc die Philosophie Klatzkins wiedergibt. ״Spiele mit dem Leben, Sterblicher, mit dir selbst und mit deinen Trieben. Ein Spiel sei dir das Himmlische wie das Irdische, spiele mit der Höhe und der Tiefe. Steige auf den Gipfel der Vernunft, wo du ihr Lächeln sichst und lache mit ihr über ihr Spiel. Erhebe dich noch über sic und lache auch über ihr Lachen — alsdann steige ins Leben hinab . . . Spiele mit dem Leben, Sterblicher. Suche die Gefahr, und wo keine ist, schaffe sie. Bücke in die Abgründe — und fürchte dich. Wer die große Angst nicht kennt, lebt kein großes Leber. Fürchte dich und lache!“ IV. Die philosophischen und philösophicgcsehichtlichcii Werke Klatzkins wollen wir nur kurz erwähnen. Nicht weil sic unwichtiger wären, sondern im Gegenteil, weil sic eine Besprcchung und Würdigung verdienen, die ln eine wissenschaftüche Zeitschrift gehört. Das Buch ״Q’craim“7) enthält S allgemeine philosophische Abhandlungen. Der Autor sicht im Denken wie un Sein lauter ״Risse“, innere Widersprüche. Erkenntnis stellt wider Trieb, Wissen gegen Leben. Unsere Erkenntnis sucht das Ewige, Absolute, das sich aber als das alles Leben verschlingende Nichts enthüllt. Dem widerspricht der Lebenstrieb — und das Leben behält Recht. Durch sich selbst rechtfertigt cs sich und seine Widersprüche, das Oute wie das Böse. ״Alle seine Wege sind Gerechtigkeit.“ Dis Judentum ist im Gegensatz zum Buddhismus die unbedingte religiöse Lebensbejahung, währeud der Hellenismus das Leben bejaht, trotzdem er die Ewigkeit, das Nichts kennt. Ein anderes Buch Klatzkins behandelt: Hermann Cohens Ethik und Lehre vom Judentum.״) Die Schrift ist, teilweise etwas geändert, auch in deutscher Fassung erschienen. Zwei Werke sind Spinoza gewidmet. Eines, eine Monographic des Philosophen'•*), zeigt die Persönlichkeit Spinozas in einem anderen Lichte wie sic uns gewöhnlich dargcstcllt wird. Spinoza ist Jude, typischer Talmid Chacham, nur daß er das talmudischc mit philosophischem Studium vertauscht hat. Seine in der ״Ethik“ nicdergclcgtc Lehre wird eingehend behandelt und auf ihre Quellen untersucht. — Dos zweite Spinozabuch ist eine hebräische Uebersetzung der ״Ethik“.10) Abgesehen von der national-literarischen Bedeutung dieses Unternehmens hat cs noch den großen Wert, daß es eine exakte modem-hcbräischc philosophische Terminologie begründet. Zum Schlüsse sei die im hesten Sinne moderne äußere Ausstattung der besprochenen Bücher besonders angemerkt. Hebräische Sprachschule ״Ivrlah“ Hamburg Anfänger-Kurs: Lehrer Marcel Lew; Montag 7t/a‘—$1/a Uhr ahcls., Donnerstag 9-10 Uhr; Ort: Büro der II. Z. V., Hartungstr. 9/11. Kurs I: Lehrer Ban in; Montag und Mittwoch 71/2—9 Uhr abends, Schule Carolinenstr. 35. Kurs II: Lehrer Ban in; Dienstag und Donnerstag 70—נ/נ Uhr abds., Schule Carolinenstr. 35. Kurs III (Fortgeschrittene): Lehrer Babad; Sonntag vorm. 8~9V3 Uhr, Mittwoch 9—10כ/י Uhr abds., b. Hausmann, Klostcrallee 27. Kurs IV (Fortgeschr. Anfänger): Lehrer Lew; Montag 8!/10-—י Uhr aluls., Donnerstag 8—9 Uhr abds., Büro d. I I. Z. V., Hartungstr. 9/11. Kurs V: Lehrer Lew; Montag und Donnerstag 71/י/י3—ג Uhr vorm.; Schule Carolinenstr. 35. Kurs VI: Lehrer" Babad; Montag 7:/i—8:'/i Uhr. Mittwoch Ci נ 7—ג/י IJhr abds., Büro d. H. Z.V., Hartungstr. 9/11. Die wirtschaftliche Lage der polnischen Judenheit. Am 16. d. Mts. sprach Im Lchrervcrcinshaus in einer Gruppen- Versammlung der Zionisten aus dem Osten der National-Ockonom Prof. Brutzkus, Vorstandsmitglied des Verhnndes ..ORT“ über ״Die wirtschaftliche Lage, der Juden in Polen“. Der Vortragende zog eine Parallele zwischen der Lage der Judenheit im ehemaligen russischen Anslcdlungsravon und der Lage der heutigen polnischen Juden, die einen Hauptteil der ״Tschcrta-Judcn“ darstcllten. Während sie früher jedoch trotz politischer Rechtlosigkeit für den ungcliotircn russischen Markt gearbeitet haben, da nur Juden und nicht jüdische Waren in den westlichen Gouvernements gepfercht waren, haben die Produkte der jüdischen Arbeit in!1ölen heute fast keinen Auslandsmarkt und einen sehr schwachen Inlandsmarkt. Zu dieser objektiven Verschlechterung gesellt sich die Städtefeindliche und judcnfcindlichc polnische Politik, die im Wege der direkten Steuern eine Expropriation des jüdischen Handels und Gewerbes durchführt. Als einzige Hoffnung für eine Besserung der Verhältnisse bleiben eine wirkliche Befriedung Europas, ein Abbau der staatlichen Zollgrenzen, eine Verminderung der untragbaren Rüstungen, eine geänderte Außen- Politik Polens und schließlich die jüdische Selbsthilfe. In der Aussprache über den Vortrag kam zum Ausdruck, daß auf zionistisehrr Seite volles Verständnis filr die Bestrehangen des ÜRT-Vcrhamlcs vorhanden sind, daß aber die Zionisten klar erkennen, daß die Notstandsarbeiten des ORT wohl notwendig, kcihcsfalls jedoch ein Ersatz für die Durchführung der historischen Aufgabe der zeitgenössischen Judenheit, des Palästina-Aufbaus, sein können. Die Versammlung war Außerordentlich gut besucht und Vortrag ttml Diskussion fanden größtes Interesse. ף Dewir-Verlag, Berlin 1923. — Soeben erscheint ein neues philosophisches Buch Klatzkins ״Scheklath hachajim“, das dem Titel nach erwähnt sei. *) Verlag ״Rimon“, Berlin 1923. ך B. Spinoza, Leben, Werke u. System, Verlag Stybcl 1923. *״) Jorath himidotn, Verlag Stybcl 1921 Nr. 0! Der Kamp! gegen Keren Hajessod Brief aus Königsberg. Vor einiger Zeit wurde in dem ״Kö 11 i g $ b e r rCr jüdischen Gcmcindcblatte“ ein Aufs3tz verölten* lieht, der in sachlicher Weise über die Jewish Agency t1nu'’ richtete. Darauf erschien in der nächsten Nummer dessen,«' Blattes von antizionistischcr Seite ein Artikel zu dem {gleiche" Thema. Dieser Artikel, in dem die Jewish Agenev so als die ״große Täuschung“ dargestcllt wird, wobei der Völker* bund, England und die Zionisten als die Akteure, die nicht' zionistischen Freunde des Palastinaaufbaus als die getäuschter" Opfer erscheinen, leitet in seinem Schlußteil auf dar. cigr״/ liehe Kampfziel unserer Gegner, den Keren Hajessod, über bringt hier eine neue Argumentation gegen diesen .־m Adresse seiner nichtzionistischen Freunde, die wir der iiidk sehen Ocffcntlichkcit nicht vorcnthalten möchten. Wir wissen nicht, ob hier eine neue von einer Zentrale aiisgcgcbcnc Parole vorüegt, jedenfalls — und das korntr man auch aus anderen Aeußerungen aus dem gegnerischer Lager entnehmen — schwebt hier schon deutlich etwas in der antizionistischcu Luft, dem unsere Freunde wohl demnach*» auch au anderen Orten begegnen dürften. Wir lesen hier etwa: Man hat zuerst einen Teil der deutschen Jude!! den Keren Hajessod gewonnen, indem man ihnen versichert*• daß die Mitarbeit an ihm nicht die Anerkennung national! jüdischer Einstellung voraussetzr, und jetzt erklärt Herr Hliimenfeld in der ״jüdischen Rundschau“: ״Voraussetzung f״r die Teilnahme an der Jewish Agency ist die Anerkennung drr Balfourdeklaration. Nur wer für die Schaffung einer nationaljüdischen Heimstätte in Palästina cinzutrctcn gewillt |Sf kann in irgend einer Form an den Beratungen über die Erweiterung der Jewish Agency oder späterhin an den zw Bildung der Jewish Agency geschaffenen Einrichtungen teilnehmen.“ fetzt also — so klagt der Artikel — ״Gewissenszwang“ (!) zur ״Anerkennung nation.1!״v1i?rh׳--r Ziele“, was vorher als eine Vorbedingung zur Mitarbeit am Keren Hajessod stets bestritten wurde. Und anknüpfend hieran heißt es dann: ״D i e Freunde des Keren Hajessod sowohl im liberalen als auch im orthodoxen Lager werden mit dieser Entwicklung nicht zu• frieden sein und werden sich ängstlich bemühen, nicht nochmals einer neuen, angeblieh überparteilichen Organisation hei zutreten, die hinterher vielleicht wiederum ihreAnhängcr als erklärte Freunde der nationaljüdi sehen Idee in Anspruch nimm t.“ Wir wollen nicht allzuviel Gewicht darauf legen, daß cs ein Unterschied ist, ob jemand für den Palästinaaufbau einen Beitrag zahlt oder einen Sitz in einem völkerrechtlich gescliaffcncn Exekutivorgan zur Ausführung der Balfourdrkhration innc hat; wir wollen auch nicht lange dabei verweilen daß aus dem gleichen Kreise jetzt auf einmal Klage erhoben wird, ״damit“ ,.wiederum von dem Aufbauwerk atisgcschlossen“ zu sein, der schon vorher vom ersten Tage der Keren Hajessod-Bewegung an genau so gegen jede Werbung für die Mitarbeit mit unzweifelhafter Deutlichkeit Stellung genommen hatte und zwar schon damals mit der Parole: cs handele sich um eine nationaljiidischc Angelegenheit. Aber eins mag jetzt hier mit aller Klarheit fcstgcstellt werden: wenn jetzt behauptet wird, man habe früher das Keren Hajessod-Werk als neutral hingcstcllt und nehme jetzt die in irgendeiner Form Mitarbeitenden persönlich für die nationaljüdische Idee in Anspruch, so widerspricht das in jeder Be- Ziehung den bekannten Tatsachen. Wie früher so wird auch jetzt niemand durch seine Mitarbeit am Aufbau Palastiras einer bestimmten Partei zugezähit; und wie jetzt in der Formulierung von Blumcufeld so hat man auch von Anfang an niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß jede finaazicllc Leistung für den Keren Hajessod dem Aufbau der in der Balfourdeklaration proklamierten naHonnljüdischcn Heimstatte in Palästina diene. In jeder Werbeschrift, in jeder Rede?st die Balfourdeklaration und das Mandat voranrcstelit worden. Der einzigartige, große politische Moment für da« jüdische Volk fst und war ja gerade das Werbemittel, das auch die bisher dem Palästinagedanken Fernstehenden et• schüttcrtc und überzeugte. Man möge also die Begründung für die neue Kampagne nur ruhig dort suchen, wo sie in Wahrheit liegt, nämlich in dem eigenen Bedürfnis nach einer solchen und nicht in angeblichen Inkorrektlioitcn der Zionisten Daß Herr Blumen fehl in den! Moment, wo die Frage der Zusammen!-,ct/img der Jewish Agency balic ri'iekt, noch einmal die Vorbedingungen für die Teilnahme an ihr form1:iierte. ist selbstverständlich und daß in diesem Organe zur Verwirklichung der Balfourdeklaration nur Männer sitzen kor.׳:r־ die diese anerkennen und nicht solche Personen, die 41.111 eroi bemüht sind, ihren Wert in der Ocffcntlichkcit hcrab/iisci/.'!:, ist gewiß selbstverständlich, aber etwas neues ist das »ich: Und noch etwas weiteres erfahren wir aus jenem Königsberger Artikel. Dort lesen wir: .,Wie die Keren Ha• jessod-Bewegung über den einmaligen Er• folg nicht hinausgekommen ist. weil der abseits stehenden, auf deren Gesinnung f' gerade abgesehen war, keine genügenden Garantien dafür gegeben werden konnten, daß cs sich hier um allgemeine jüdische und nicht um jüdisch -nationale Ziele handelte, so kann auch die Jewish Agency nicht den gewünschten Erfolg haben.“ So lesen wir hier wörtlich. Hier versagt man sich!<׳;־' weitere Erörterung: und sic kann unterbleiben angesichts orr Taisache, daß die Keren Hajessod-Ei11<׳־ät1ge ständig gewarh/r sind und wachsen und von einem Rückgänge der Rr,tr.i:c aus dem angegebenen Grunde nicht die Rede i<t Die seit Beginn der Keren Hajessod-Bewegung i״'.:"cr wieder gemachten Versuche, cs so darzustcllcn, aN jene zahlreichen Nichtzionisten, die von Anfang :111 zum Keren Hajessod stehen, sich hätten täuschen la^-ca, weil sic nicht so helle seien, wie man selbst zu sein ז::־0ו:ז. fangen allmählich an grotesk zu wirken, besonders wenn ר״יח:* sich die Namen jener Männer, die zum großen Teil׳' auf c:r Hölic des deutschen Judentums stehen, ansieht. Es si'h’;1| immer wieder, als wenn sich in diesen Dingen die deutsche!• Juden nicht so sehr nach ihrer politischen Einstellung ais n.w'n ihrer menschlichen Art, die Dinge zu sehen, scheiden •v7׳" scheint es an manchen Stellen eben nicht begreifen zu knn!:.־־!• daß auch ganz liberal eingestellte Juden dem Ged;!י׳״/'; einer nationaljßdisrhcn Heimstätte zustimmen, nicht wen */ weniger belle sind als die anderen, sondern weil sic 3י״ . tiefem Verständnis für die Größe der Aufgabe nicht fragen,wenn diese etwas anders gelöst wird,als sic cs sichre/ leicht nach ihren bisherigen Anschauungen vorgcstcllt h•1‘ sondern well sic vor allen Dingen wollen, daß sie öbrr1־-j:-> gelöst werde. Und man scheint cs nicht zu verstehen, d•»•' auch Menschen gibt, die nicht gleich eine Störujig persönlichen Wohlbefindens befürchten, wenn sic hören, c _ in Palästina nicht nur eine Heimat jüdischer Menschen f j• dem auch eine Heimat des jüdischen Geistes cntste.it. das so dumm Ist, darauf werden wohl jene Freunde . Keren Hajessod In! liberalen und im orthodoxen Lage־׳ Antwort am besten selbst geben. _. .״ Dr. Wilthcc Stel»• die Cto <!i>c' Koh Gof kun1 likci druc an י ob»‘ ׳ 4h ul zwei der für Wei: Jede der Sog: war r. B. I ins. Tiut firfn *Iler• je hei kehr׳ aber dank 5chei währ?chic• kense Vorti die c gelcJi churij nun ft bloß siren den Ausfi sich ji'idPc überg einem werke für d > Scccs wand Eulen las E chcn Warn heute hin au« spieg( gepf le Dicht! scher innere Ic *embc Zionis Jahre! D 21. N einem drei J, fesMof ß< der Cj HikIc.11 Verein die zi!;:h / Abend Herr , Lnd dem ( 23. N Ersten Di gern,in jjause Kreis U׳ur1lc u'! t z e;e de -llsct /tn! linden. 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