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Jüdische Rundschau · 1925-11-20 · Heft 91 (20.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 91 (20.11.1925)
Date
1925-11-20
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 764 J UEDISCHE RUNDSCHAU Mischers neue Palästlnareisc Im Novcmbcrhcft der *Neuen Rundschau“ (S. Fischer Verlag, Berlin) schildert Arthur Holitsch er seine letzte Reise nach Palästina. Cs ist ein umfangreicher Aufsatz von 40 Seiten, geschrieben mit warmem Empfinden und starker Ergriffenheit. Dasselbe Gefühl für menschlich Oroßes, für re• volutionär Schöpferisches und Zukunftsstarkes, das wir an Ho• ütschcr lieben, zeichnet auch dieses neue Buch aus. Dennoch müssen wir, in aller Freundschaft und Offenheit, eine Reihe von Beschwerden Vorbringen. Ilolitschcr stützt sidi vielfach aut ungenügende Informationen, vielfach verallgemeinert er zufällige Erlebnisse zu stark. Das Resultat, sind Urteile von einer Subjektivität, die die Tatsachen verläßt. Wir bestreiten nicht das Recht der Kritik. Im Gegenteil, wir freuen uns, daß Holitscher sich so sehr zu den Unsern zählt, daß er gewissermeßen von innen her den MaJistab der Kritik anlcgt, Wir alle haben vieles cinzuwenden gegen diese oder jene Tatsache oder Tendenz des zionistischen Lebens. In keiner Gemeinschaft kann es anders sein. Wenn z. B. Holit״ scher sich skeptisch äußert über die Bedeutung der Jerusalemer Universität und über die Zeremonie der Einweihung, dann ist das eine Ansicht, mit der er im zionistischen Lager nicht ver* cinrclt dastcht Dasselbe gilt etwa für die Ablehnung des Geistes Tcl-Awiws. Aber warum die Uebertreibung,'die den wahren Sachverhalt verzerrt? Ilolitschcr schreibt z. ö.: ״Es ist nicht zu leugnen, sie sind die Stiefkinder der zionistischen Machthaber, diese jungen idcalbcscsscncn Erbauer des Landes. Die amerikanischen Geldgeber wünschen nicht, daß der Siedlungsfonds ihre Dollars Leuten überweise, die kommunistische Experimente machen.... Man versucht also, durch a’lmähliclies Abschnüren der Wirtscbnftsmögiichkdtcn die Kwuzoth zur Preisgabe ihrer Radikalität zu zwingen... Man scheint von den Chaluzim zu fordern, daß ihre Siedlungen sich endlich auf eigene Füße steilen, d. h. rentieren. Sic haben ihre Gesundheit geopfert, ihr Leben in den Boden gesteckt, jetzt behandelt man sic wie x-beliebige Bauern, vergißt, was sie geleistet haben, was sic für das Judentum der Welt durch ihr Beispiel bedeuten. Die exekutive hat kein Geld, nicht genug Geld für den Chaluz. den ,Dilettanten‘, den ,ExnerimenUerer, den ,Bolschewisten“‘.Mau mag über Mittel und Wege sinnen, wie der Emck durch Anleihen und ähnliche ökonomische Bindungen der Arbeit und der Rentabiiität saniert werden könnte, die Dankesschuld an diese Besten bleibt dadurch noch ungetilgt/‘ Diese Darstellung ist in hohem Maße ungerecht. Richtig ist, daß eine reaktionäre Welle wie bei allen Völkern auch bei den Juden sich geltend inocht und unter ihrem FJnfluß eine Feindseligkeit gegen die jüdische Arbeiterschaft besteht. Dies ist jedoch nur eine Strömung, die sich stimranngsmäßig auswirkt, aber keineswegs die herrschende ist Es ist nicht richtig, daß der Chaluz das ״Stiefkind der zionistischen Leitung“ ist. Der Großteil aller Bemühungen des zionistischen Kolonisations-Departements gilt den Arbeitersiedlungen und cs ist keine Rede davon, daß man ihnen das Budget abschnüren wollte, um sic zur Aenderung ihrer sozialen Form zu veranlassen. Niemals hat man abgclchnt, den Chaluzim ihr Budget auszuzahlcn, weil sie ״Bolschcwjstcn“ seien. Wenn die Auszahlung verweigert wurde, geschah cs stets nur aus einem Grunde: weil man kein Geld hatte. Die Frage, woher denn das Geld kommen soll, nimmt Holitschcr zu leicht. Der von uns zitierte Satz über die Anleihe ist das einzige, was er dazu zu sagen hat. Im übrigen macht er sich aarüber lustig, daß man Schauspiele wie die Universitäts-Eröffnung dazu Benützt, um Geld für Palästina zu bekommen. Aber trotz dieser Propaganda bekommt man nicht genug Geld, daher müssen oft die Chaluzim hungern oder auf zcitgcrcchtc Bestellung ihrer Arbeitsmittel ver•? richten. Wenn ein Fremder Holitschers Darstellung liest, hat er den Eindruck, daß die zionistische Exekutive ihre dickgcfülltcn Ocldschränkc zungenschnalzend verschließt vor dem Ansturm der für das jüdische Volk verdienten, aber jetzt preisgegebencn Idealisten, bo liegen die Dinge jedoch nicht, und es ist bedauerlich, daß Holitscher lediglich Siimmungsmomente auf? gegriffen hat, ohne an die Tatsachen und aij das Problem selbst heranzugehen. Das Problem Ist die von ihm so veräcbllich behandelte Erzielung der Rentabilität. Dies fcstzustellen, bedeutet keine Undankbarkeit gegenüber den Chaluzim; vielmehr kann jeder Reisende im Emek erfahren, daß der dringende Wunsch, die Rentabilität hcrzustellcn, der beherrsehende Gedanke der Chaluzim selber Ist. Sic wissen, daß die Zeit der Okkupation vorbei ist und nun die eigentliche Arricdlung vor sich geht. Das Ziel jeder Ansicdlung ist aber, daß der Siedler von seiner Arbeit leben kann. Auel! ist cs klar, daß eine Fortsetzung der landwirtschaftlichen Arbeiterkolonisation unmöglich wäre, wenn nicht die Rentabilität der Siedlungen erzielt wird, denn so viel Geld, um alle Siedler dauernd zu erhalten, könnte man nicht aufbringen. Wer ein wahrer Freund der Chaluzim ist und wer die gegenwärtigen Sicdlnngsformen nicht gefährden will, der muß die Chalu/im in ihrem Wunsch, durch erhöhte Wirtschaftlichkeit des Betiichcs selbständig zu werden, unterstützen. Die zionistische Kasse kann Geld, das sie nicht hat, nicht geben. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß nicht Unzulänglichkeiten der Menschen und des Systems bei der Leitung der Kolonisation sich gezeigt haben, aber das Ist bej einer so schwierigen Aufgabe unvermeidlich. Holitscher sieht mit Besorgnis der Zukunft der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas entgegen, Sic werde einerseits den Kampf gegen die ncucindringcnden kaoita’r!h־׳hcn Elemente und gegen den reaktionären Kurs schwer bestehen können, andererseits sei sic innerlich geschwächt, vor allem durch die überhandnehmende religiöse Strömung. Unter diesen Umständen könne man der organisierten Arbeiterschaft der Welt, ja nicht einmal ihrem jüdischen TejI zumuten, durch Ihre Hilfe den Emck aufrecht zu erhalten. Er hofft aber, cs würde doch gelingen, die ״Verantwortlichkeit des Chaluz gegenüber dem Fortschritt“ zu stärken. Oclingt cs nicht, so ist dieses herrliche Experiment mißglückt. Holitscher ist Kommunist, wenn auch nicht im Parteisinne —- so wie er nie ,jZionist“ Im Parteisinne werden könnte. Dies erklärt seinen Blickpunkt. Für uns ist cs wichtig, zu hören, wie ein Mensch dieser Art die Entwicklung Pa- Instinas sicht. Aber für den Zionismus als solchen ist nicht die Frage des sozialen Fortschritts das Kernproblem Palästinas* sondern die Lösung der Judcnfragc. Viele von uns sind überzeugt, daß die Judenfrage nur gelöst werden kann, wenn Hand in Hand mit der nationalen eine soziale Umwälzung vor sich geht. In dem Neuland Palästina entstehen neue soziale Formen. Aber in welcher Weise, in welcher Intensität und in welchem Zusammenhang mit anderen Strömungen der Welt dies geschehen wird, darüber sind die Meinungen geteilt. Zuerst müssen die Juden in Palästina sein. Das Verlangen, die Zionistische Exekutive sollte sich zum Sittenrichter der einzelnen nad) Palästina kommenden Menschen machen, die Einwanderung rigoros sieben, mutet einem bürokratischen Verfahren Aufgaben zu, die c* nl^ht lösen kann. Nur das Leben wird diese Auslese *ollziehcn. Und die gesammelten ethischen Kräfte des jiic'i eien Volkes werden Im gegebenen Augenblick ausbrechen und die Gemeinschaft gestalten. F» ist auch nicht gerecht, wenn Holitscher gcgcn den Ziu ::ג m u9 Einwendungen vorbringt, die lediglich eine klein.• Gruppe nicht maßgebender Zionisten treffen. Die große Mein heit der Zionisten stimmt doch mit Holitscher überein, wenn er cs ablchnt, Palästina als Vorposten Europas gegen aen Orient zu betrachten oder wenn er es mißbilligt,• die Juden als Werkzeuge des englischen Imperalismus gegen dln Araber zu mißbrauchen. Noch eine Reihe von Ungenauigkeiten sind I lolitscher unterlaufen, die wir nicht alle autzählen wollen. . Wir wünschen Ilolitschcr noch oft In Palästina zu sehen und hoffen, daß er sich dann überzeugen wird, daß ein Teil seiner Befürchtungen imbegründet war. Der Zionismus gehört zu jenen Bewegungen, die einen Fortschritt der Menschheit, eine Besserung des Zusammenlebens von Menschen und Völkern anstreben. Holitscher spricht von der mystischen Kraft des palästinensischen Bodens. Diese Kraft wird die jüdische Zukunft und die Stellung der künftigen jüdischen Gemeinschaft innerhalb der Menschheit gestalten. Der Slclfjcr-Prozeö Lemberg, 15. November. (J.T.A.) In der Gerichts- Sitzung vom 14. November wurden einige Zeugen vernommen, die entlastend für Steiger aussagten. Frau Harnysz, Gattin des Gcneralstabsobcrstcn Harnysz, sagte aus, 61e habe gesehen, wie die Bombe vom obersten Stockwerk des Hauses, in dem sich das Cnfö de Ia Paix befindet, geschleudert wurde. Auf Befragen des Vorsitzenden, warum sic sich nicht in der Voruntersuchung gemeldet habe, erwiderte die Zeugin, sic wollte persönlich nichts mit der Sache zu tun haben. Aber später — so erzählte sic unter Tränen -־ sei Ihr Steiger im Traum erschienen, habe geweint und gebeten, daß sic vor Gericht erscheine und für die Wahrheit zeuge. Sic konnte seither ihr Gewissen nicht mehr beruhigen und mußte vor Ocricht das erzählen, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen habe. Die Zeugin erzählte, seit sie sicli bei Gericht nngcmcldct habe, bekomme sie täglich Drohbriefe von Antisemiten. Oberst Harnysz bestätigte die Aussagen 6cincr Gattin. •— Zeugin O'rljcka erklärt, sic war während des Bombenwurfs am Tatorte gewesen, habe genau den Bombenwerfer beobachtet und könne beschwören, daß es nicht Steiger war. Einen tiefen Eindruck hintcrlicß die Vernehmung des Vaters des Angeklagten, des 57jährigen Glasermcislers Chaski•! Steiger. Er sagte; Stanislaw war stets ein gutes Kind, rin frommer Jüngling mit jüdischem Herzen, mit Achtung vor den Eltern, Achtung vor der Tradition. Ich weiß es, daß mein Sohn unschuldig ist; irh gehe mein Leben dafür. Lemberg, 10. November. (J.T.A.) Die das Attentatsgeständnis des Ukrainers Theophil OJszanski enthaltenden Akten, die das deutsche Auswärtige Amt dem polnischen Gesandten in Berlin übergeben hatte, sind bereits im Besitze des Lemberger Gerichts. Die Akten enthalten das Protokoll der Einvernahme Olszanskis durch den deutschen Polizei- Kommissar Hart mann. Olsranski hat die deutsche Grenze an dem Punkte ' Ta r n o w i t z — T wo r o g atn '1. Oktober 102-1, 6 Uhr abends, überschritten. Bei seiner Einvernahme schilderte er ausführlich, wie er am 5. September das Attentat gegen den Präsidenten der polnischen Republik in Lemberg unternommen habe. Den Akten liegt auch das Protokoll einer öffentlichen Gcricht'vcrhandhng h ßcuthcn bei, in welcher Olszanskl ln Gegenwart des Richters S c i d 1 c r, des Staatsanwaltes Dr. Jaenike und eines Dolmetschers Swoboda sein Attentatsgestämtnis wiederholte und beschwor. Das Gericht nahm seine Mitteilungen als wahr an und gestattete ihm, als politischer Flüchtling ln Deutschland zu verweilen. Nach Ansicht des Gerichts sind die Akten ganz und gar unvollständig. Es fehlen die Angaben Olszanskis über seinen Aufenthalt und schic Handlungen in der Zeit vom 5. September 1921 bi> zum 3. Oktober 1024, ferner über seine Führung in Deutschland seit dem 3. Oktober bis heute. Diese Punkte sind noch aufzuklären. Es verlautet, die deutsche Regierung werde ersucht werden, alle Olszauski betreffenden Dokumente, die in ihrem Besitze sind, auszuhändigen. In den der Verteidigung nahestehenden Kreisen glaubt man, daß die deutsche Regierung diejenigen Akten,׳ i» denen andere Personen als Ols/.anski, insbesondere solche, die noch in Polen wohnen, erwähnt sind, zurückhält. Deshalb fehlen insbesondere die Akten über Ols/ansk's Aufenthalt in Polen vom Tage des Attentats bis zum 3. Oktober. Lemberg, 16. November (J. T. A.) Es wurden ciuc Reihe Zeugen vernommen, die angeben, sie seien zugegen gewesen, als die Polizei auf Veranlassung der Pasternak Steiger am 5. September 1021 gestellt und verhört hat. Keineswegs habe die Pasternak Steiger als den Täter bezeichnet, 6ic habe nur gesagt, cs scheine ihr, daß cs ״dieser Herr“ gewesen war. Die Zeitungen werden nicht müde, den Eindruck der Einvernahme von Chnskcl Steiger, des Vaters des Angeklagten, zu schildern. Der Zeuge brach gegen Schluß der Einvernahme in Tränen nus, der Angeklagte Steiger und ein großer Teil des Auditoriums weinten mit. Selbst der Präsident Franke konnte sich einer Rührung nicht erwehren. .Solomon Roscnbloom nestorbe» New York, 17. November. (J.T.A.) Am Monfag, den 16.November,ist in New York 1 Icrr Solomon Roscnbloom, der Schatzmeister der Palcstinc Development Lcague (Brandeis- Gruppe) gestorben. Mr. Roscnbloom war eine prominente Persönlichkeit unter den amerikanischen Juden lind ein warmherziger Förderer des Palästina-Aufbauwerks. Vor einigen Monaten weilte er mit seiner Familie in Palästina und spendete bei dieser Gelegenheit ansehnliche Beträge für Palästina-Institutionen. , Telephon Palästina — Ägypten Jerusalem, 16. November. (J.T.A.) Amtlich wird mitgcteilt, daß am 1. Dezember d. J. der Telephon verkehr zwischen Palästina und Aegypten aufgenommen werden wird. Tclcphonvcrbindung wird bestehen zwischen Haifa und Kairo. Jaffa und Alexandrien, Jerusalem und I s m a i 11 a sowie Suez, ferner zwischen K a n t a r a und Port Said. In Betracht kommen auch allerlei Zwischen- Verbindungen. 18250 födische Arbeiter fn den St3<!!e1 Wie aus einem jüngst veröffentlichten Bericht der ״Histadruth“ hervorgeht, leben in den palästinensischen Städten gegenwärtig 18205 jüdische Arbeiter, von denen 1270 in der Allgemeinen Arbeiterorganisation (Histadruth Haowdim) organisiert sind. Von den 10000 Arbeitern in Tcl-Awiw sind 5000 im Baufach, 2000 in verschiedenen Handwerken. 1500 im Schneider- und Schuhmachcrhandwcrk und 1500 im Unterrichts- und Haushaltsdjcnst beschäftigt In H 3 1 f a leben etwa 2500 jüdische Arbeiter, von denen 2150 organHert sind. Von den Jerusalemer 3000 jüdischen Arbeitern gehören 1500 der Histadruth an. T i b e r i a s zählt etwa 400 meist sephardischjüdische Arbeiter, ln Afuleh, der neu entstehenden Stadt im Emck Jcsrecl, leben 450 jüdische Arbeiter, die im Häuser- und Wegebau beschäftigt und alle organisiert sind, In Afuleh wurde vor kurzem der Grundstein für den Bau der großen Passage von Feingold gelegt. . Nr. 0! Vortrag Kmrt Blamealdd Dienstag, den 17. November, hielt Herr Kurt B!umCr feld im dichtgcfülltcn Saale des ehemaligen preußi^, Herrenhauses einen Vortrag: ״Der Kampf um den £!''! nIsmus“, In dem mehr als zweistündigen Vortrag der Redner eine Uebcrsicht über den heutigen poliriscK* i und wirtschaftlichen Tatbestand des Zionismus und charnk♦־: sierte die ncugcscliaffcnc Kampfsituation. Seit seinem p stände, seit drei Jahrzehnten, stellt der Zionismus im Kim•• Heule, wo Ercz Israel eine Realität geworden ist, uml } alten Einwendungen dagegen nicht mehr standbaltcn, &!■’ sonders der andere Eckpfeiler der zionistischen ldc0!׳> umstritten, nämlich der Begriff des Galuth. Man venu־, sich einzugllcdcrn in die Welt, in der man lebt!;- um eile Hindernisse zu beseitigen, hat man das Judentum , vagen Ideen verflüchtigt, indem man seine Totalität und sich mit einem Symbol begnügt, dem keine Wirkid( entspricht Dieser Methode entspricht es, daß mau he... nachzuwciscn versucht, daß alles, was menschliche schiede mit sich bringt, eigentlich gar nicht existiert, d.v׳ auf diese Weise auch die Unterschiede zwischen Juden! Nichtjuden, die die Eingliederung stören, hinvvegd'sputicrt v;i den. Demgegenüber versucht der Zionismus eine Wi rklicjkeit zu schaffen, die unvollkommen ist wie alle Wirkfehler aber eine kontrollierbare, vor der ganzen Welt offen dastchcr.ö Leistung. Unsere Aufgabe ist die Erneuerung unserer a■ und wir bejahen die Vielseitigkeit unserer Konflikte, t Judcnproblcm ist uns das Problem unserer Mcnschcnw;:, und unsere Beziehungen zu den andern sind auf voller Oli.; heit aufgebaut; will man das verhindern, dann wurde r. erreicht, daß man Menschen systematisch zu licuci lern erzieht. Auch den Staat nehmen wir in uns׳■: Wirklichkeit auf, wir setzen uns mit ihm auseinander, wir wenden uns dagegen, daß die jüdische Gruppe, die angreift (Ccntral-Vcrein), die Juden festigen will bestimmtes uniformes Programm, uml zwar stets auf. bejahendes Programm gegenüber jeder gerade geh s: Staatsform. Wie kommt es, daß gerade die differenzier Juden in einer so wichtigen Frage wie dem Verhältnis : Staat, so absolut identisch sind? Das ist nur möglich, w; sic im Grunde desinteressiert wären. Wenn sie!׳■ gegen cjn inneres Verhältnis zu den Dingen haben, sn (■\ sie auch ja und nein sagen können, dann ist es auch d־•׳ bar, daß ihre Stellung einem neuen Staate gegenüber and ■ ist als zu einem alten. Und sic werden dann gestaltend wiikcn können an dein Staate in der Stellung, die er ihna räumt. Die sagen; wir sind Angehörige des jüdischen V01V Nachkommen einer großen Vergangenheit, uud hoffen, daß ׳■ mit uns nicht zu Ende ist — die werden dadurch für c Umwelt und für den Staat nicht weniger wertvoll. Sch!irr wäre cs sonst um das deutsche Volk bestellt, denn heute 5 Millionen Deutscher unter fremder Herrschaft und ford'rn.d sic als Bürger vollen Rechtes sind. Die deutschen Zioni.e fordern keine Minderheitsrechte, sondern nur t Bedingungen, die für eine Entwicklung als Juden notwen: scheinen; wir wollen, daß unsere Kinder bessere Juden $׳: können als wir, mit Treue zur Vergangenheit Wenn so':! Juden dem Staate dienen, dann steht zumindest fest, daü keine Opportunisten sind, denn sie haben sich selbst die Tre gehalten, Dies könnte nur bestreiten, wer die Vorstcll:; von hundertprozentigen Staatsbürgern hat, die cs in der \M: lichkcit aber nicht gibt Bei den besten Deutschen find wir eine leidenschaftliche Abwehr des Versuches, den Mensch!: hundertprozentig für etwas cinzusp3nncn, die Differenzier..'־; zu töten. Bei Menschen, in denen die in jhncn lebenden A־ lagen organisch zur Entwicklung kommen, ist auch die $!■׳ lung zum Staate die Sache jedes einzelnen. Nur eines st־' fest: die sich selbst nicht die Treue halten können, die könr. mir einer minderwertigen Umgebung wertvolle Gen״' scheinen. Unser Kampf um die wahre Gleichber־elitär geht davon aus, daß die Frage, was wir als Juden si unsere Frage ist, unsere Innere Angelegenheit. Redner geht sodann auf das Problem des religiösen Leb־ des Judentums ein. Meute gibt cs eigentlich keine jüdV Religion, sondern höchstens eine Erinnerung an jüdische R ligion. Viele von uns glauben daran, daß eine rdig'öse 5׳ neuerung, d. b. ein neues religiöses Koll.'ktivcrlchnis des j sehen Volkes kommen wird, aber in unserer hcuti!::n 1' ist das undenkbar. Wenn wir an die religiöse Grnial'tät '• jüdischen Volkes glauben, so können wir hoffen, daß dort,' i das jüdische Volk konzentriert Jeben wird, seine schöpfen^ ' | religiöse Kraft wieder zum Ausbruch kommen wird. Mit ", ernsten religiösen Bewegungen, sowohl im liberalen, ab 1 im orthodoxen Lager wollen wir uns auscinandcrsct/n!, x' achten ihre Ueberzetigungen, aber wir glauben, daß ’'J Hoffnungen nur in einem neuen Kollcktivcrl bnis cr!u'it wer:: können. Auch sie müssen die Unerträglichkeit der 1׳־ז;:ר!ו Lage cinschcn. Das Charakteristikum dieser Lage ist ‘ Versuch der Banalisicrung des Lebens durch Verflüchtigung der Realitäten in Symbole. Wir Zienw" sind uns bewußt, daß auch dem Zionismus eine Geh’' der Banalisicrung droht Die innerzionistischen Kämpfe, z auch die Ereignisse des letzten Kongress's, sind von der ׳•׳ת" eingeweihten Oeffentlichkeit vielfach mißverstanden wor.:•' In Wahrheit sind diese Kämpfe Symptome des neuen Leb'־ Sic sind der Ausdruck des Versuches der Abwehr der ßa:u׳ sicrung im Zionismus. Der Vortrag, dessen wichtigste Gedanken in dies:' Bericht nur angedeutet werden konnten, hielt das große Au torium in gespannter Aufmerksamkeit und fand eine s'׳ warme Aufnahme, ״Hablmih* wieder Staatstheater Moskau, 10. November. (J.T.A.) Kamenew, Präsident des Moskauer Sowjets teilte dem Eir.klcr hebräischen Theaters ״M s b i m 8 h N. Z e ב וה c h ■ ך daß die ,tHabimah“ wieder in die Liste der russisch.cn theater eingetragen wurde und nunmehr regelmäßig 5'*;י liehe־ Zuschüsse erhalten wird. In Moskau existieren wärtig einschließlich ״Habimah“ sechs akademische ייי theater. 1113 ( Kre daß hüll hcri lieh , lieh ist Plii' Diel leid cnd. eine Q'c Spi: clmi weil grol Als er ׳ nich daiil Er man risd wirc nist, Grii rein« Zeit Gen־ abdi drn C/CV risse hier oft der Mit und Jude von Frei von sein* wen zwei weif hei Steh n 1 us bemi Idi 1 das aus ״rstf such baue ist ׳ Prob cin.־u׳ irolü zwei cut sc volle Wiek ' ־.־חן hetru I Ki.1t.* lirh.'il ,.•;!,:ז F.iiu liehe rc־l't; tion, 1:1 r-t her laich *sinn, hau ־ Teilst Mode: das י \.י! hoc h'lat z\ D verölf Scheid Luche Vc: teil kon zc J'jdcr.i Mauer w für v« Und Anzeige! als Aozelefca ln der ,.Danziger Zeitung“ findet sich f0iger״;'| Inserat: Kaufmann, 35 Jahre alt, Inhaber eines a.tcn | gehenden Detal'gcschäftcs, in schöner Stadt Pomnicrel׳., P | U.)־J nischer Staatsbürger, deutscher Nation, jüdischen V:JU An;5 c(],‘:u wünscht Heirat mit junger Dame aus guter Famiuc- ' « —^ fragen erbeten unter Y, 244S an die Qc$chäft«tc.!e 1״ | Zciwnfi, I

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