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Jüdische Rundschau · 1925-11-20 · Heft 91 (20.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 91 (20.11.1925)
Date
1925-11-20
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 762 Klein an Zahl, bedeutete in jedem Sinne eine Auslese, das Reste war selbstverständlich, das Mittelmäßige verächtlich. Aus• weitun״ der äußeren Rahmen, Stärkung der Einwanderung brachte auch in die palästinensische Arbeiterschaft mehr Mittelmäßigkeit, mehr Verflachung. Auf dem Lande machte es sich weniger bemerkbar. Dort war der Zustrom nicht 30 groß, die Redingungen nach wie vor herb und unwirtlich, der Weg zur Ansicdlung bedeutete jahrelange entbehrungsreiche Arbeit in den Kolonien, In der Stadt war das Leben unterdes weit zivilisierter geworden, die Löhne batten sich um einiges gebessert, cs gehörte weniger Heroismus dazu,• ״durchzuhaltcn“, wenn cs auch noch immer keineswegs leicht ist, in Tcl-Awiw Straßen zu bauen oder in Jerusalem im Steinhruch zu arbeiten, {jo sind denn die besten Elemente der Stadt nicht zufrieden mit dem Geist, der in den Reihen der Arbeiterschaft herrscht. Sic fühlen die Notwendigkeit, der Mnsscncinwandcrung mit ihrer alles überflutenden, auflüscndcn, unorganischen Tendenz einen festen Damm ln der alten starken Tradition entgegen• zusetzen, die die palästinensische Arbeiterschaft bildete, und sic zum Aufbau des Landes befähigte. Man stemmt sich gegen den Einfluß des Galuth, aber auch gegen .eine bestimmte Art von Proletarisicrung und. Normalisierung. Man betont, daß unsere städtische Arbeiterbewegung auch heute noch nicht in den ausgefahrenen Gleisen der europäischen Bewegungen gehen kann, verlangt von dein Arbeitercinwandcrcr die volle Erfüllung einer schweren sozialen nationalen Aufgabe und versucht zu gleicher Zeit klare und große Linien einer st.idtisehen Arbeiterpolitik herauszuarbeiten, die in ein Gebiet System hincinbringcn soll, das in letzter Zeit an Bedeutung gewaltig gewachsen ist. Die Wahlen zu den städtischen Arbeiterräten sind nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe großer Konferenzen. Eine Zusammenkunft der ״Moschawc owdim“ und eine Konferenz der ״Kwuzoth“ sind die Vorläufer der landwirtschaftlichen Konferenz, die Chanukkah zusammentreten soll. Kurz darauf, ira Tebeth, ist die Konferenz der Allgemeinen Arbeiterorganisation angesetzt. Dazwischen soll die Parteikonferenz des Hapocl Hazair zusammentreten. Die Arbeiter• Schaft wird auf diesen einander rasch folgenden Tagungen Gelegenheit haben, ihre verschiedenen Arbeitsgebiete neu zu überprüfen und zu organisieren. Die Entwicklung, die Palästina im letzten Jahre durchgemacht hat, hat sich überall, wo der palästinensische Arbeiter am Werke ist, stark bemerkbar gemacht Es gilt daher, die Tendenz der Politik und den Apparat den neuen Bedingungen anzupassca. Die Konferenzen dieses Winters werden eines der Mittel dazu sein. Jerusalem, 17. November. (J.T.A.) Am 17. No• vember fanden In allen Städten Palästinas die Wahlen für die Arbeiterräte statt Es wurden im ganzen 8000 Stimmen abgegeben. Mehr als zwei Drittel aller Stimmen entfielen auf die Kandidaten der Achduth Haawodah (palästlncnsischc Landespartei der Poale Zion). WaflensUUstandstag in Palästina Jerusalem, 11. November. (J.I.A.) In ganz Pa- )ästina wurde der Waffcnstillstandstag durch eine ״zwei- Minuten-Ruhe“ begangen. .Rcgicrungeämtcr, Banken,, sowie zahlreiche Geschäftshäuser blieben den ganzen Tag geschlossen. In den protestantischen und katholischen Kirchen, sowie in den größeren Synagogen wurden Gottesdienste abgehalten. Unter Führung des Licut-Coloucl F. H. Kisch, des Präsidenten des Klubs früherer jüdischer Soldaten und Leiters der zionistischen Exekutive in Palästina, hielten 3C0 ehemalige jüdische Legionäre auf dem Russcnplatze eine Parade ab. Lord P1 u m c r hielt eine Ansprache an die jüdischen Soldaten. Anwesend waren ferner mehrere hohe Beamte der Regierung und ausländische Konsuln. Die jüdischen Exsoldatcn marschierten voll der Parade zum Soldatcnfricdhof auf den! Skopusberge. Dort wurde ein Gottesdienst abgchalten, der von Rabbi Orajewskv, dem früheren Kapitän der jüdischen Bataillone in Acgvptcn, geleitet wurde. Lord Plumcr legte einen Kranz nieder. Auch die jüdische Oemcindc Jerusalems ließ einen Kranz niederlegen. Ule v,KrunkoIonisatlonM Moskau, 15. November. (I. T. A.) In Moskau fand dieser Tage eine gemeinsame Konferenz der Rcgicrungskommlsson für jüdische Landansicdlung (COMZET) und der Unparteiischen Cic.:cll5chalt für jüdische Kolonisation (OZET) statt. Aut dieser Konferenz wurde der Arbeitsplan für das Jahr 102ö fcstgcicgt und beschlossen, Vorbereitungen für die An- Siedlung von weiteren 10000 jüdischen Familien auf dem Lande im Jahre 1926 zu treffon. Auch der finanzielle Plan wurde apsgearbeitet laut welchem für das gesamte Ansrdlungs* werk im Jahre 1926 etwa 9 Millionen Rubel notwendig seien. Auch ärmere Juden, die nur über ein Eigcnverpiögcn von 150 Rubeln verfügen, sollen unter den bestehenden Bedingungen angcsicdclt werden. Oanz arme Juden sind von jeder eigenen Bcitragslcistung befreit; sic erhalten Boden und Inventar gleich den anderen Siedlern. Allen Siedlern ist die Wahl frcigcstellt, sich auf ihrem HoHrn individuell anzusicdcln oder Kollektiv-Siedlungen zu bilden. New York, 17. November. (J.T.A.) Der Moskauer Korrespondent der ״New York Times“ telegraphiert seinem Blatte folgendes über die Aussichten der jüdlschcn Kolonisation in Rußland: Die Sowjctkrcisc haben das jüdische Kolonisationswcrk m Angriff genommen, um der auf die Palästina* Kolonisation zielenden zionistischen Bewe* gung eine Gegen bewegung zu stellen. Die SowjAkrcisc sehen in dem Plan det Palästina-Aufbau* durch Juden ein Mannöver der englischen Regierung. Großbritannien bezweckt nach Ansicht der Sowjctkrcisc durch die Unter- Stützung des Plans des Jüdischen . Nationalhcims die Gewmnung der Sympathien der Jude״ der ganzen Welt, ferner will England in Palästina ein wichtiges strategisches und politisches Territorium besitzen.. Diesen Plänen will man entgegenarbcltcn. Der Korrespondent des anictikanijchcti Blattes setzt 60־ dahn seine eigenen Ansichten über die Zukunft des jüdische;! Siedlungswerks in Rußland auseinander. Er schreibt: Die Arbeit des Agro-Joint in Rußland' schafft eine Lebensmöglichkcit für zehntamende jüdische Familien. Dies gilt aber nur für die Gegenwart, Dauerhaft wird dieses werk nicht sein, weil die Juden, sobald die Aus* sichten für denrtandcl «ich bessern werden, ganz sicher zum Handel zurückkehren werden. Die sozialistisch.! ״werte Allna Kethly brachte In1 ungarlschen Parlament einen formalen Antrag auf Aufhebung des Qewttcs vom Numerus Clausus eia, JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.sJ . ’ . . ■> Louis Marslial! über die Joini-Kamp&gBc Briefwechsel mit Rabbi Silver Wir haben bereits b'cjichtet, daß cs in den zionistischen Kreisen Amerikas peinlichstes Erstaunen hervorgerufen hat, daß der Leiter der Joint-Kampagne, David Brown, in seinem ersten Zirkularbricf die Resolution von Philadelphia unvoll• ständig wiedergab und den Palästina betreffenden Teil wcgließ. Eine ganze Reihe von Persönlichkeiten, die anfgrfoTtWt vmidrn. den Jnint-Kmnltees brTzutreten, haben au« diesem Grunde dio Mitgliedschaft abgdehnt. Unter denen, die einen Protestbrief an Brown richteten, befand 6icl» auch der bekannte Zionist Rabbi A. IT. Silver (Clcvcland). ״New Palcstinc“ veröffentlicht nun den Briefwechsel von Rabbi Silver mit Louis Marshall, der sich auf diesen Gegenstand bezieht, Wir geben den Brief von Marshall nachstehend im Wortlaute wieder: 24. Oktober 1925. Lieber Rabbi Silver l Ihr Brief vom 15. d. M. an Mr. David A. Brown ist zu meiner Kenntnis gelangt. Ich bin Überzeugt, daß Ihr Brief einem Mißverständnis entspringt. Wenn Sie bei der Konferenz in Philadelphia zugegen gewesen wären, so hätten Sic cs sicher nicht nbgflchnt, dem Landeskomitce der United Jewish Campaign ab Mitgljrd beizutreten. Eh wurde dort angeführt, daß — wie dies auch tatsächlich der Fall' ist — im vergangenen Mai da8 Joint Distribution Committee, gemeinsam mit dem Ameri• can Jewish Relief Committee, dem Central Relief Committee und dem Tcoplcs Relief Committee in Anbetracht dessen, daß die Verhältnisse in Osteuropa eine Fortführung der seit zehn Jahren geleisteten Hilfstätigkeit notwendig_ machen, zu dem Schlüsse gekommen sind, »laß cs die Pflicht der amerikanischen Judenheit sei, innerhalb der nächsten drei Jahre 15 000 000 $ für diesen Zweck aufzubringen. Es war niemals die Absicht dieser Komitees, .sieh auf die landwirtschaftliche Arbeit in Rußland zu konzentrieren, sondern es war beabsichtigt, »laß der größere Teil der gesammelten Gelder anderen Zwecken dienen sollte, z. B. der Schaffung von Darlehenskassen zur Versorgung kleiner Geschäftsleute mit Kapital, der Unterstützung von Handwerkern, der Weiterführung der Jugendfürsorge, der Flüehtlingsfürsorge, «anidrer und kultureller Arbeit in den verschiedenen Teilen Osteuropas, und ln einem gowissen Ausmaß auch zur Fortsetzung des von uns in Palästina begonnenen sanitären Wc-kcs. Es gab keine andere Frage als die der bitteren Not, welche damals herrschte und auch beute noch herrscht. Das dies tatsächlich der Fall ist, darüber waren wir nicht nur durch unscro eigenen Dcle• gierten unterrichtet, sondern auch durch viele Organisationen, deren Vertreter nach den Vereinigten Staaten gekommen sind, um für verschiedene dieser Zwecke Geld aufzubringen; und die Aufforderung, Geld für ihnen ganz unbekannte Organ!• sationen bcizustcucrn, hat die Juden unseres Landes in die gTÖßto Verlegenheit gebracht. Unter den verantwortlichen Männern, die aus diesen Gründen hierher kamen, befand sich auch Rabbi M. Eisensiadt, .früher in Petersburg, der mit nachdrücklicher Beharrlichkeit auf die Bedeutung dieser humanitären Verpflichtungen bmwies. Die Konferenz in Philadelphia wurdo einberufen, um die zur Aufbringung dieser Gelder cingcleitetc Kampagne zu fördern. Es gab hier manche, die sich gegen eine Unter- Stützung der Juden in irgendeinem Teile der Welt, aus• genommen in Palästina, wandten und die Befürchtung wurde laut, daß die Durchführung der United Jewish Campaign die Absichten jener durchkreuzen würde, die Geld für Palästina aufzubringen versuchen würden. Die Sache wurde ausführlich besprochen. Ich war ermächtigt, festzustellen, und wiederhole das hier, daß die Kamnagne zwar zur Unterstützung der Juden in Osteuropa geplant war, daß aber die mit dem Joint Distribution Committee in Zusammenhang stehenden Kreise schon früher bewiesen haben, daß sio die Bedürfnisse Palästinas anerkennen, indem 61c zu einer Zeit, als kaum ein Dollar aus anderen Quellen kam, über 7005000 $ am ihren Fonds für Palästina gegeben habon, wir haben zum Keren H a j c s s o d beigetragen und viele von uns haben mit Dr. Weizmann zusammcngcarbcitet, um dieser Organisation erhöhte Einnahmen zu schaffen; wir haben uns an den Bemühungen beteiligt, Niehtzionlstcn zur Mitarbeit mit den Zionisten im Zusammenhang mit der Jewish Agency heranzuzichen, als deren Hauptaufgabe ich es ansehe, Gelder für Palästina aufzubringen; und ebenso waren wir an der Aufbringung von Kapital für die Palcstinc Economic Corporation beteiligt. Ich erklärte dann im Einverständnis mit meinen Kollegen, daß wir zur gegebenen Zeit alles tun würden, was in unseren Kräften, fltcht, um der Sacho Pa• 1 ii s t i n a s z u helfen und an den Bemühungen teilzu• nehmen, die nötigen Gelder dafür nufzubringen. Von diesem Gesichtspunkte aus gab cs und gibt cs keine Mcinungs* Verschiedenheit zwischen meinen Kollegen. Im Verlaufe der Sitzung wurde ein Komitee eingesetzt, um die Resolutionen auszuarbeiten, auf welche Sie sieb beziehen. Diese Resolutionen sprechen für sich selbst. Niemand von denen, die mit der United Jewish Campaign im Zusammenhang stehen, wünscht sic auch nur um Haaresbreite abruiindern. Die Tatsache, daß Mr. Brown in seinem Einladung*• schreiben diese. Resolutionen nicht vollinhaltlich anführto und den Palästina betreffenden Absatz ausllcß, bat mit der Sache gar nichts zu tun. Er hatte schon vorher die Resolutionen ausführlich veröffentlicht. Sein Brief betraf die United Jewish Camnajgn. Die Palästina betreffende Klausel war unwesentlich im Hinblick auf dieso Kampagne. Niemand batte jemals beabsichtigt, daß mit Ausnahme der von mir erwähnten Weiterfübrung unserer sanitären Arbeit in Palä*tina irgendein Teil der bei der Kampagno aufgebrachten Gelder filr Palästina bestimmt sein sollte. Es stand feit, daß dies cino vollständig getrennto und unabhängige Kampagne sein würde. Sie sagen in Ihrem Brief: ״Die amerikanische Judenheit hat nun Taten für Palästina erwartet und nicht nur die Versicherung des guten Willens.״ E* Ist mir leider nicht klar, was man mehr hätte tun können, als man getan hat, soweit cs sich um die United jewish Campaign handelt. Was nian in Philadelphia verlangte, war die Veriiehetung des guten Willens. Und diese wurde ohne Vorbehalt gegeben. Ich bin überzeugt, daß wir dio zum Ausdruck gebrachten Ab* sichten ausführen werden, wenn man uns nicht diraa hindern wird. '1 Sie bezeichnen unsere Kampagne als eine für njs •״.! Kolonisation“. Dieser Ausdruck wurde nur um’dcr g' l willen gebraucht. Jedermann weiß, was damit grmr;r/l| Wir wollen den Juden helfen, welche wünschen, •.äh in י' ס ן land auf dm für diesen Zweck bestimmten Länder», kn ׳ wirtschaftlich zu betätigen, und ihnen die Möglichkeit f ז: geben, soweit wir innerhalb der Grenzen unser es Eir<trr1? »• für diese Sache Gelder für diesen Zweek fliivä״ können und soweit dies mit unseren Verpflichtungen r j;; über anderen humanitären und Aufbauzwecken in Ostr,..'' ׳ vereinbar ist. "יי: Obzwar wir uns selten gesehen haben, so giaU׳Dc Sic doch richtig zu verstehen, wenn ich der Ueberzeu־- ־־ Ausdruck gebe, daß Sic die Not unserer Glaubens;^,, in Osteuropa und unsere Verpflichtungen ihnen durchaus anerkennen und daß Sie der Letzte wären, ru haupten, wir könnten im Hinblick auf unsere Intcrcsun &׳ Palästina unseren Pflichten gegen acht Millionen un,׳־! f licher Juden in Osteuropa uns entziehen. Wie ich vor ku-A' gelegentlich sagte, ist diese ganze Angelegenheit ein׳: p-.T■ ' logische. Dio Juden der Vereinigten Staaten sind in:•{,.! und auch bereit, zu helfen, wo Hilfe nottut. Es gibt y■■ warme Herzen und offene Hände, um den Juden Omc•^.;־ zu helfen und auch am Aufbau Palästinas teil(־unri, Wenn wir ohne einheitliche Meinung vor die Leute t.1 ״׳״ zögernd und voller Zweifel und mit mangelndem Vertu־ in unsere Fähigkeit, nach beiden Seiten zu helfen, y> v] i• es nicht lange dauern, bis man diese Tatsache bemerkt •;! cs wird eine allgemeine Enttäuschung herrschen. Abrr v 1' wir ohne Pessimismus, mit wirklichem Optimismus von•; geben und der Oeffenüichkcit zeigen, daß wir glauben,,; wir sagen und daß wir im Einklang mit dir.sem C»u׳;'|[ handeln, dann wird uns dio amerikanische Judenheit יי|-ל keiner Seite hin im Stiche lassen. Als wir vor zehn JiV.3unser Kriegshilfswerk begannen, würde niemand die Pr׳>; & zeiung gewagt haben, daß die Juden der Vereinigten Su:l sich nicht nur diesem Hilfswerk gewachsen . zeigen wer:■!' sondern auch noch den Anforderungen Palästinas, den vg.' »chiedencn Wohlfahrtscinricbtungen unserer Gemeinden, uav:* kulturellen und Unterrichtsbedürfnissen und der Erricht■:•! großartiger Bauwerke, die Millionen Dollar gekostet hh1׳j Ein schönes Gefühl der Verantwortung ist entbanden, i tausende finden beute Freude am Geben, die früher jk: [ gültig waren, weil sie die großen moralischen Prinzipien z:\! verstanden hatten, die der Pulsschlag menschlicher Sympi•.'•; f und der Ansporn der Notwendigkeit ins Leben hineingetrr• haben. Ich hoffe zuversichtlich, lieber Rabbi Silver, daß :; Ihren Entschluß ändern werden. Ihr sehr ergebener Louis MarshalL •, . * In seinem Antwortschreiben weist Rabbi Silvar da:2 hin, daß ganz im Gogensatz za Marshalls E: klärung, daß das russische Kolonisationswcrk nur cirkleinen Teil des Ililfsprogramms des Joint ausmachc, c Agitation des Joint unter der Parole der russischen Kr'־־׳, sation geführt wird. Silver ist äußerst skeptisch brriiA der Möglichkeiten einer jüdischen Mnssenkolonisation in F.. land, ist jedoch bisher nicht offen dagegen aufgeirrlen, v.. er sich an den Friedensvertrag von Philadelphia gern':׳:! hat. ״Mr. Brown hat jetzt das Ucbcrcinkommen von Ti!; delphia als Fetzen Papier behandelt, indem er den 1'aLsöÄ betreffenden Abschnitt wcgließ. Er deutete damit an. 1״| in der bevorstehenden Kampagne Philadelphia gäiuiid. -3 beachtet bleiben wird. Was soll nun aus Palästina werde* Sic sagen in Ihrem Brief, daß ,wir zur gegebenen Zeit a". | was in uascrcn Kräften steht, tun würden, um der r.1־Lv ר sachc zu helfen und tcilzunchmen an den Bemühungen, ׳ | nötigen Gelder dafür aufzubringen‘. Aber in aller 0;frri.־־T lieber Mr. Marshall, wann ist diese gegebene Zeit? M־• nicht die große Notlage, die in Palästina entstanden ist. ׳׳?, folge der bisher noch nie dagewesenen Einwanderung tau5־׳■ Jj osteuropäischer Juden gerade diese zur gegebenen Zeit? lisj tausend Juden kommen wöchentlich nach Palästina. Ghr .. Sie nicht, daß die Pa lästina •Kolonisation zumr;׳| das Ausmaß wirklicher Unterstützung — nicht nur \>ri:r־v rungen des güten Willens und schöne Gesten, sondern *׳::•jj liehe Unterstützung — verdient wie die russische Kolonisam'i Dio Männer, welche jetzt an der Spitze des J. D. C. stch־׳| sind dieselben Männer, auf die wir, als rin Ergebnis v; vielen Monaten von Verhandlungen und Konferenzen, gerrr!' ■ haben, daß sic in diesem Jahre eine wirkungsvolle Ka' pagne für Palästina cinlcitcn werden. Es ist '׳ daß der Drive des J. D. C. den größeren Teil der Kt '; dieser Männer für 2—3 Jahre in Anspruch nehmen ״' » und keino Kampagne für Palästina wird auch nur in B־'־r:',; gezogen. Was soll also aus Palästina werden? Müssen r..־ wir, die gerade von den dringenden Bedürfnissen Palistin: am meisten überzeugt sind, heute unsere Anstrengung •י Palästina konzentrieren, wenn scheinbar die einflußreich•‘' Männer des amerikanischen Judentum* sich ausschließlich Hilfe für Europa und der russischen Kolonisation wollen?" * Die große Palästinakonforenz, die den an־.' kauuehon Fünf-Millionen-Drivc für Palästina cinichca findet, wio bereits gemeldet, am 29. November in ^1'ג■ morc statt. Zu dieser Konferenz werden, wie wir erfsun■ als Vertreter der aionistischeu Exekutive und ‘׳ Direktoriums des Keren Hajessed u;0 **rr' Sokolow und Dr. Foiwel nach Amerika tahren- Am 20. Oktober fand unter dem Vorsitz von Herrn Bi« ׳ | laffe in Tcl-Awiw die palästinensische Lar. | konferenz des Keren Hajessod statt, bei «ץ ein Jahreskontingent von 25000 £ festgesetzt wurde ein Vön A c h a d H a a m und B i ב l i k uutcr/clcljj 4 ־ Aufruf an die palästinensische Judenheit erlassen, In ן sic aufgefordert wird ■ mit ihrem Beispiel dem Gal'*4 ״״ anzugehen. 1

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