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Jüdische Rundschau · 1925-11-20 · Heft 91 (20.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 91 (20.11.1925)
Date
1925-11-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0,30 Goldmnrk r**T1n LJjV-s sJJ (,Aktion und Verlag W 15, Meinekeatraße 10. Erscheint Uti Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition i'jjjtlich 1.85 Goldmark. Vierteljährlich 5.25 Goldmark. l’4־(j«t»oao«tD«nt• wardea 10 der Wibrunj! der einrelaen Hader berechnet rt 91 ammer״! Berlin, 20. XL 1925 Anzeigen -V crwaltung Jüdische Rundschau G.xn.b.H., Berlin W15, Meinckeatr.10 Telephon; Amt Bismarck 7165—70. AnscSgaapra{•: 8 gepalt .Noapu־«flUz«n• 0.30 G.-M. Stellengesuch« 0.25G.-M. Aazcl gcaschlaO t Die»» lag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon; Bismark7165 — 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Octlerreich: I'o«t*narlcat>eaamt Wien. Konto Nr. ISS 030. Für Torhechodowabei: PoilaparbatKenamt Prag. Konto Nr. 39 410. Für Polen: Fcstiparkasienamt Warschau. Konto Nr. 190708. Rcdak tionsscliluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. גי כסלו׳ חר־פ״ר XXX. Jahre;. f Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk dlo Schaffung einer 5PIc»t!lch rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ r Ä M&SB S1 ffilsr Ii2fi:S(Eu®30iSffi Kein jüdisches Mandat 3 Prag, lö. November. (J. T. A.) Das endgültige Resultat!, parlamcntswahlcn in der Tschcchoslowakai liegt nun• 1.r vor. Alle jüdischen Anstrengungen, mindestens einen ן■ der den Juden nach ihrer Wählcrzahl zukommenden Mani", ru sichern, sind nutzlos vertan worden. Da 1 Kreits angekündigte Einigung zwischen der nationalen {•ichen Partei“ und der orthodoxen ״Jüdischen Wirtschafts•;■■׳i־‘ durch offizielle Intrigen gescheitert v, wurde in keinem einzigen der Wahlkreise die /.u ך י Mandat notwendige Stimmenzahl erreicht; dadurch 1-a auch die Zähistimmen in den anderen Wahl- 1;ca den jüdischen Kandidaten verloren, j Bei den letzten Parlamcntswahlcn haben die Juden trotz t SO 000 für jüdische Kandidaten abgegebenen Stimmen, '• welche vier Mandate hätten entfallen sollen, kein ein-!•cs Mandat erlangt, weil die Wahlordnung vorschrcibt, : jede Partei mindestens in einem Wahlkreise 20 000 ::rn erlangen muß; erst dann werden auch die Stimmen Kn anderen Wahlkreisen der Partei zugc/ählt. Hin Mini- •r. von 20 000 Stimmen kann aber nur in dem Wahlkreis 1-äihorußland erzielt werden, welches aber damals nicht ' ihlte. Im Jahre 1924 fanden die Wahlen allein in /Mhorußland statt. Auf den jüdisch-nationalen Kandidaten Ken rund 18000, auf den orthodoxen rund 10 000 Stimmen ,;:;;eben, so daß kein jüdischer Kandidat durchdrang. Bei!• ״cßcnwärtigcn Wahlen hoffte man durch eine Einigung Wahl eines Kandidaten in Karpathorußland durchzusetzen, .!;rch die Wahl einiger anderer jüdischer Kandidaten in .'־ übrigen Tschcchoslowakai gesichert worden wäre. Die :;ungsbestrehungen wurden jedoch von den Regie-!־jsorganen mit allen Mitteln des Terrors, der Ueber- und der Versprechungen hintcrtricbcn. Insbesondere Ken die Rcgicrungsorgane in Karpathorußland ihren Ein- | Zweitausead Fiücfctiinjjc scs Syrien lin London sind aus Jerusalem Nachrichten ein- ״offen, daß sich die Lage' in: Syrien 's e hr ernst ge־ f'n Aus Haifa kommt die Meldung, daß 1500 arabische Kilcn unter Führung von -Said cl Atrasch' bei Nacht in |sbea ringedrungen sind, ln Beirut eingetroffene Flucht- {c erzählen, daß die Rebellen die arabische Fahne gehißt ]'die Fortsetzung des Kampfes gegen die französischen {הזוך proklamiert haben. Ferner wird berichtet, daß;titausend syrische Flüchtlinge 3uf der ycht vor den Rebellen die palästinensische n z c überschritten haben und Obcrgaliläa treten haben. Fast alle Flüchtlinge befinden sich ■Ker Nähe der jüdischen Kolonie Rosch Pinah. Die . "incnsischc Grenzgendarmerie jst neuerdings verstärkt Ken. j Ferner meldet ״Daily Expreß“ aus Jerusalem: Der Ober- .paissär in Palästina, Lord Piurncr, ernannte Gcrard ד Ohcikommandantcn der Luftstreitk r.iftc im Hui eh- (Dikt in der Nähe der syrischen Grenze. Met ul Iah, . ״ordliclistc jüdische Kolonie an der syrisch-palästinensischen . ^e, wird von den Drusen bedroht. Die ganze Gegend Kals militärische Zone erklärt und steht unter recht. I Pne britischen Truppen in Transjordanien haben /י! erhalten, die Drunen auf die Ostscitcdcs Flusses j',״drängen. In der Gegend von Jedeida haben die!;fli am Samstag noch den letzten Angriff versucht. Zahl- י׳י Drusen kamen in M c t u 11 a h an, übergaben ihre חזי׳ •und baten die britischen Behörden um Schutz. Die bombardierten Jedeida. י llic britischen Truppen werden rasch nach Mctullah ge- und englische Acroplane überfliegen K französische Seite der Grenze, da die {Prosen ihre Posten verlassen haben, i 3ie ״Times״ vom 17. November veröffentlicht einen;•-Midien Bericht ihres Korrespondenten aus Damaskus 15. November in welchem er die Situation in Syrien K k” Verlauf der Kämpfe darstcllt. Der Bericht schließt r folgenden charakteristischen Sätzen: ״Die französische Dlfrung muß sich entschließen, entweder eine richtige Cc 2u senden, oder Verhandlungen mit den Drusen cinzu- Einen Mittelweg gibt cs nicht. Jeder, der;׳ Tatsachen kennt, stimmt mit der Ansicht überein, die ich 1״einer ersten Depesche dargelcgt habe, daß die Drusen- <for Schlüssel der ganzen Situation ist. Entweder müssen : in offener Fcldschlacht geschlagen werden, oder muß 1mit ihnen Frieden schließen, und in Anbetracht aller; Kfodc scheint — wofern das französische Prestige ge-;n "■׳erden kann — der letztere Weg der gesündeste i; Juch an! meisten im Einklang stehende mit dem Geist fMandates“ 'JefusaIcm. (J. T. A.) Die Vereinigten Arbeiter- .,״ativen Palästinas (Chewrat Haowdim) erhielten soeben \״dcr Union der Internationalen Berufsgcnosscnschaftcn /״sländigung, daß die palästinensische Arbeiterkoopera- {**Mitglied der Union aufgenommen worden ist. fluß auf die orthodoxen Elemente ,in Bewegung. So würde cs bewirkt, daß auch diesmal in Karpathorußland die jüdische Partei die Wahlzahl nicht erreichte, wodurch alle Stimmen für jüdische Kandidaten in der gesamten Tschcchoslowakai verloren gingen. Das definitive Wahlergebnis ist: ln Karpathorußland wurden auf den Kandidaten der ״Jüdischcu Partei“ 19008, auf den Kandidaten 41er ״Jüdischen Wirtschaftspnrtei“ 11094, auf den der ״Jüdischen Gewerbepartei 1100 Stimmen abgegeben. Im Prager Wahlkreise hätten 19 000 Stimmen für ein Mandat genügt, in Karpathorußland waren aber volle 20 000 Stimmen notwendig. Diese konnten infolge der Zersplitterung nicht erreicht werden. In Böhmen, Mähren und Schlesien verzeichnet die Jüdische Partei einen großen Zuwachs. Allein in Prag wurden 9300 Stimmen erzielt. In der gesamten Tschcchoslowakai wurden mehr als 100 (XX) jüdische Stimmen gezählt, die für mindestens fünf Mandate gereicht hätten, infolge der U11cinigkcit jedoch ohne jeden Nutzen für die Juden geblieben sind und im dritten Skrutinium den tschechischen Parteien Zufällen werden. 111 den jüdischen Kreisen herrscht große Erbitterung über den Wahltcrror der Regierungsorgan c, die gegen die ,,Jüdische Partei“ mit solchen Gewaltmitteln vorgegangen sind. Die Mcidung Prager Zeitungen und der ״Vossischcn Zeitung“, daß in Karpathorußland ein zionistischer Agitator von orthodoxen Juden erschlagen worden ist, hat sich nach dem •uns zugekommenen Bericht als unrichtig, herausgestellt. Das SSeiIc2nspr03rsr.«n für 5686 Jerusalem, II. November 1925. Das Programm des landwirtschaftlichen Kolonisationsclcpariciiionts . der zionistisehen Exekutive,sicht für das.Laufende■ Jahr die Konsolidicrung von acht. Siedlungen vor. Es handelt sich um die. drei Mojjchwc Owdim N a h 3 i a J, Kfar J c c h c s k c I, Ben Schemen und die fünf Kwuzotli Giwah, Daganla A, D a g a n i a B, M c r c h a w j a und G a 1! Sch m u c 1. Diese Siedlungen sollen im laufenden Jahre den Restbetrag der ihnen zustehenden Kredite erhalten, und zwar: Nalialal 10050 Pfund, Kfar Jcchcskel S130 Pfund. Ben Schemen 2115 Pfund, Giwah 6505 Pfund, Dngauia A 2107 Pfund, Dagania B 5925 Pfund, Mcrchawja 2100 Pfund, Gan Schmuei 2515 Pfund. Für die drei chassiJischcn Siedlungen, die im letzten Jahre auf Boden des Keren Kajesneth entstanden sind, wurde der Plan einer einheitlichen, alle bisherigen chassidischcn Siedlungen umfassenden Anlage ausgearbeitet. (P. C ) Die RcoicrunuskriKe ia Polen Warschau, 17. November. (J. T. A.) Nach dem Riiektritt des Kabinetts Grabski empfing der Präsident der polnischen Republik Wojcicchows k i die Parteioher- Häupter, unter ihnen auch den Vizepräsidenten des Jüdischen Klubs, Dcp. Rosmarin. Der jüdische Vertreter schilderte dem Präsidenten die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Landes und bczeichuctc die Bildung einer Koalitionsregierung mit Einschluß sämtlicher Parteien von rechts bis links als einzigen Ausweg aus der ernsten Lage. Sollte eine andere als eine Koalitionsregierung gebildet werden, so würde der jüdische Klub in der Polle eines abwartenden Zuschauers verbleiben. Jedenfalls, sagte Dop. Rosmarin, wird der Jüdischc Klub gegenüber einer Regierung mit General Sosuk o w s k i als Premier in schärfster O p p o s i t ion verharren. General Sosnkowski hat sich durch seine antisemitische Politik in der Armee unmöglich gemacht. — Am 17. November mittags hat Präsident Wojcicohowski den bisherigen Außenminister Skrzynski mit der Bildung der Regierung betraut. Es steht noch nicht fest, ob Skrzynski seine Mission gelingen wird, doch würde eine Regierung Skrzynski auch von den nationalen Minderheiten unterstützt werden. Skrzynski ist derjenige, der für eine Versöhnnngs- Politik gegenüber den Minderheiten und den Juden cingctrcten ist. Bekannt ist, daß er sich persönlich für das Zustandekommen des Vertrages ,zwischen der Regierung und den jüdischen Parlamentariern und für die Erfüllung dieses Verträges eingesetzt hatte. . n. S. Q. Bfiirlques sestorben London, 15. November. (J. T. A.) Der Präsident des Jewish Board of Dcputics, Mr. II. S. Q. H c n r i q u c s, ist am letzten Donnerstag im Alter von 50 Jahren plötzlich verschieden. Die Bestattung fand am 15. November aut dem jüdischen Friedhof von Gojdcrs Green unter zahlreicher Betcili^ung• der führenden Juden Englands statt. Noch am 2. November hat der Verstorbene anläßlich des 8. Jahrestags der BaJfour-Deklaration in der großen Londoner Versammlung namens des Board of Deputies gesprochen. Warschau. (J. T. A.) Das Staatliche Emigrationsamt teilte dem Palästinnamt mit, daß sämtliche Palästina- Wanderer, sowohl Chaluzim als Kapitalisten, privilegierte Auslandspässe gegen eine Gebühr von nur 20 Zloty erhalten, Wahl der Ärbeiterräte Von unserem palästinensischen Korrespondenten. ־ A. G. Jerusalem, den 11. November 1925. Unter den strömenden Schauern der ersten großen Winter* regen hängen in den vier städtischen palästinensischen Zentren, in Tcl-Awiw, Jerusalem, Haifa und Tiberias, verschiedenfarbige Wahlplakatc.. Wir stehen dicht vor den Wahlen zu den städtischen Arbeiterräten. Diese Institution, die die gesamte organisierte Arbeiterschaft einer Stadt in Form eines kleinen Parlamenten zusammcnscldicßt, ist ein Versuch gewesen zur Zusammenfassung der verschiedenen ntädtisrhen Klemmte, die zur Allgemeinen Arbeiterorganisation gehören. Sic ]iahen eine große Aufgabe innerhalb' der wirtschaftlichen, politischen und organisatorischen Tätigkeitsgebiete der .Städte. Eine so große Aufgabe, daß sie ihr noch heute, nach mehr• jährigem Bestehen, nur zum Teile gewachsen sind, und daß die Größe der Aufgabe nicht immer der Rolle entspricht, die diese1־ ,,Sowjets“ spielen. Im Sekretariat des ״Rates“, der ״Moazah״, werden im Laufe eines Jahres die verschiedensten kleinen und großen Konflikte zwischen Arbeitgeber und Arbeit• nehmer geregelt, da werden Streiks organisiert, Kooperativen gebildet und unterstützt, die Organisierung der arbeitenden Klo• mente erweitert und vertieft, neue Gewerkschaften gegründet, und was dergleichen Dinge mehr sind. Das Arbeitsamt, das einer jeden Moazah angcschlossen Ist, regelt den Arbeits* markt, und spielt so eine ausschlaggebende Rolle im Ökonom:• sehen Leben. Vielfach, steht die Mannigfaltigkeit der Tätigkeit in keinem Verhältnis zu ihrer Ausdehnung, und das wird verständlich, wenn man in Betracht zieht, daß sich — und zwar gerade in den Städten, wo die Arbeiterschaft relativ nicht stark an Zahl ist (wie z. B. gerade in Jerusalem) — die verseil iedrnartigstcn Elemente in der Moazah zusammen• finden. I);1 gäbt es Beamte und unqualifizierte Arbeiter, Stein* metzen und Schneider, Westeuropäer, Russen und Kaukasier, kur/ ein buntes Gemisch verschiedenartiger, auch gelegentlich auscinandcrstrcbcndcr Elemente, die aber sämtlich durch ihre gemeänsame Tendenz als Mitglieder der Allgemeinen Arbeiter• Organisation zusammcngchaltcn werden. Dir Zahl der städtischen Arbeiter hat sich im letzten Jahre stark, fast sprunghaft vergrößert. Außerdem hat sich der überwältigende Teil auf einen Tunkt konzentriert, n'iralich in Tel. Awnv. An zweiter Stelle steht Uaif.1 mit Umgebung (Jadjur und Akko), dann folgen Jerusalem und Tiberias. Ein fünftes Zentrum, Afule, ist im Entstehen. Innerhalb der Gesamtpobnk der Arbeiterorganisation herrscht eine Tendenz zur Entlastung der städtischen Positionen zugunsten einer Stärkung der ländlichen'Arbeiterschaft, vor allem durch die Konzentrierung bedeutender Gruppen inner• halb der Kolonien. Dio.se Tendenz kann sich begreiflicher• weise in der städtischen Politik als solcher nur wenig aus• wirken. Sic trägt intcrlokalcn, umfassenden Charakter. Die städtischen Arbeiterrätc rechnen mit der gegenwärtigen Schiebtung in de.r Stadt, organisieren den Arbeitsmarkt, verbessern die I.cbensbcdingungen. Tcl-Awiw steht mit seiner .־Arbeiterschaft von nahezu 10 000 ira Waldkampf an erster Stelle, was Bedeutung und Interesse anbetrifft. Es beherbergt die größte Zahl von neuen Einwanderern, die zu einem großen Teil noch keiner der Parteien brigetreten sind, auch wenn sic meist im Audar.de parteilich festgelegt waren. Um so eher kann das Resultat der Waiden Uchcrrasehungrn bringen. Man spürt dieses Mal im Wahlkampf eine starke Tendenz zu einer Klärung und auch in gewissem Sinne einer Umorien• ti.crung der städtischen Politik, nachdem im letzten Jahre die Arbeit ziemlich still sich abgcwickclt har. Es sind neben einer Fülle wirtschaftlicher Probleme in der Hauptsache zwei große Fragen, die. in der Diskussion auftauchen, und die vermutlich auch eine große Rolle auf der kommenden Konferenz der Arbeiterorganisation spielen werden. Es ist das die Frtige des ״I r g u n m i s c h u t a f‘, der gemeinsamer, gewerkschaftlichen Organisation mit den A rabern, und die Frage der ״E r z i c h u n g" d e. s städtischen Arbcitcrclcmcnts. Beide Themen werden seit längerem behandelt, aber ihre gründliche Durch• arbeitung wird immer dringlicher, und die einander entgegenstrebenden Anschauungen drängen zu einer Kiärung. Der Streik der arabischen Tischler und Schneider in Haifa, der kürzlich mit Hilfe der Haifaer Moazah gewonnen wurde, die seit längerer Zeit bestehende Eisenbahnergcwcrkschaft, in der eine beträchtliche Anzahl von Arabern zusammen mit den Juden arbeitet, auf der anderen Seite der Konflikt wegen der Einstellung arabischer Steinhauer in der Zementfabrik ״Ncschcr", all das hat die Diskussion immer aufs neu*: ent• flammt, ohne daß bisher eine Lösung erreicht worden wäre. Die Frage taucht auch im Wahlkampf auf, ohne daß sie Parole einer bestimmten Parte; wäre. Besonders was die beiden größten Parteien, Achduth Ilaawodah und Iiapocl Hazair, betrifft, geht die Scheidung, soweit sich das heute schon beurteilen läßt, mitten durch die Gruppen. Noch kann man nicht sagen, daß das eine Lager für die gemeinschaftliche Organisation mit den Arabern sei, und das andere dagegen. Sowohl hier wie dort gibt es Anschauungen pro und contra. Was das sehr komplizierte und weitläufige Gebier der ״Erziehung" des städtischen :Arbeiters betrifft, so handelt cs sich dabei um den ganzen Komplex des kulturellen Niveaus, der organisatorischen Disziplin, der ״Chaluziuth", der" für die Entwicklung der palästinensischen Arbeiterschaft von jeher von entscheidendem Einfluß gewesen ist. Man war verwöhnt in Palästina in allem was die kulturellen und menschlichen Fähig• Leiten des Arbeiters betrifft. Die Gemeinschaft war rciatu

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