Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 90 (17.11.1925)
- Date
- 1925-11-17
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 756 dem Krieg' als Judenparadies bezeichnet wurden, und" von denen cs geradezu als ein Axiom galt, daß 6ie keinen An״s:mit!smus kennen, haben plötzlich ihr wahres Gesicht gezeigt. Wir erinnern nur an Ungarn. ■Achnlichcs gilt übrigens für Deutschland, wo es zwar einen Antisemitismus gab, trotzdem aber niemand erwartet hatte, daß er jemals die heutigen Formen annehmen wird. In Polen, Litauen, Rumänien herrscht heute brutaler Antisemitismus. Sowjet-Rußland ist vielleicht das einzige Land, wo Juden zwar gleichfalls unter den neuen Verhältnissen außerordentlich leiden, als Judenjedoch nicht verfolgt werden; wer kann aber sagen, wann sich diese Stimmung wieder ändern wird? Die Lage der Juden im Golus ist eben eine äußerst labile, und dies hat mit eiserner Notwendigkeit zum Zionismus geführt, zu der Auffassung nämlich, daß nur durch die Immigration in ein Land, das Völkerrechtlich dafür garantiert wird, die Judenfrage als solche gelöst werden kann. Alles andere ist Selbsttäuschung, Beruhigung des Gewissens mit untauglichen Mitteln. Die Kolonisation in Argentinien hat die Judenfrage nicht gelöst, ebensowenig wird die Kolonisation in Rußland die ־Judenfrage im Osten lösen, am allerwenigsten wird Sie verhindern, daß dasjenige cintritt, was der C.-V. fürchtet, nämlich eine neue Wanderung der polnischen Juden nach dem Westen. Wir billigen diese Furcht nicht, aber wir nehmen sie als Tatsache. Nun ist cs eine ebensolche Tatsache, daß heute ungefähr 4000 Juden im Monat in Palästina cinwandern. Die überwiegende Mehrheit dieser Juden kommt aus Polen. Das unbestreitbare Auswanderungsbedürfnisder polnischen und litauischen Juden wird also zu einem großen Teil durch Palästina befriedigt. Polen und Litauen sind aber doch wohl die Länder, die unmittelbar an Deutschland grenzen. Eine Zuwanderung aus der Südukrainc ist viel weniger zu befürchten. Wenn es also ein deutsches Interesse ist, die Einwanderung dieser' durch die Verhältnisse in ihren Ländern ausgetriebenen Juden nach Deutschland zu verhindern, so glauben wir — ohne jede Ideologie, sondern auf Grund der nackten kontrollierbaren Tatsachen — d״ß logischerweise vor allen anderen Dingen ein Mittel in Betracht kommt, nämlich die Mithilfe bei der Umpflanzung dieser Juden nach Palästina. Dabei ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung, daß man damit die natürliche Tendenz unterstützt, denn diese Juden wollen nach Palästina. Und Palästina ist ja durch ein Meer von Deutschland getrennt, dort sind ja die gefürchteten Besucher noch ungefährlicher gemacht. Dies ist also ein sichereres Ventil als eine Verankerung in Polen selbst. Aber im Ernst: In wieviclfachcr Weise die deutschen Juden, wenn Sic sich von den Scheuklappen ci»*cs falschen •Doktrinarismus befreien, bei diesem Werke mithclfcn •könnten, soll jetzt nicht untersucht, werden. .Es sollte nur gezeigt werden, daß sämtliche Argumente des Ccntral-Vcrcins viel mehr für eine Beteiligung an dem realen Palästinawerk sprechen, als für eine Beteiligung an dem noch etwas verschwommenen Projekt der jüdischen Kolonisation in Südrußland. Warum aber weiß das der C.-V. nicht selber? Die Antwort darauf gibt uns sein drittes Argument. Er fürchtet die Schaffung eines Judcnstaat'cs, ״zu dem alle Juden der .Welt, ob sic wollen oder nicht, gehören müssen“. Um dies von sich abzuwenden, werden alle die änderen Argumente erfunden, deren Unstichhaltigkcit wir nachgewiesen haben. Die Furcht ist aber unbcgri'm* det, noch nie hat ein Zionist prätendiert, daß alle Juden, ״ob sic wollen oder nicht“, dem künftigen Judenstaat angehören sollen. Zunächst gibt es gar keinen Juden- Staat im völkerrechtlichen Sinne, sondern lediglich einen palästinensischen Staat, in welchem allerdings die Juden gemäß Völkerbundssatzung den Anspruch auf Errich- Theater ״Jodllh" 1■ der Volksbühne ״Judith und Holofernes sind, obgleich, wenn ich meine Aufgabe löste, wahre־ Individualitäten, dennoch zugleich die Repräsentanten ihrer Völker. Judith ist der schwindelnde Gipfelpunkt des Judentums, jenes Volkes, welches mit der Gottheit selbst in persönlicher Beziehung zu stehen glaubte; Holofernes ist das sich überstürzende Heidentum, ei faßt in'seiner Kraftfüllc die "letzten Ideen der Geschichte, die Idee der aus dem Schoße der Menschheit zu gebärenden Gottheit, aber er legt seinen Qcdankcn eine dcmiurgischc Macht bei, er glaubt zk1 sein, was er denkt. Judentum und Heidentum aber sind wiederum nur Repräsentanten der von Anbeginn In einem unlösbaren Dualismus gespaltenen Menschheit . . ." So schrieb Hebbel am 3. April 1810 in sein Tagebuch. Im Judentum steht Gott am Anfang der Oeschichte, im Heidentum am Ende der Geschichte; in jüdischer Auffassung wirkt Gott in der Geschichte, nach heidnischer kann jeder Ihr sein Gesetz aufprägen, «ich aclbst zum (lolte machen. Darum gibt cs für den Helden auch keinen Abfall und Holofernes kann naiv fragen: Was ist Sünde? Er ist unbeschwert, während Judith, die sich als Werkzeug Gottes empfindet, mit ihrer eigenen Sünde ringt und im Zwiespalt 6tcht ־-*• beinahe erläge sic der ״Sünde", dem clcmcntarrn Trieb, der thirch 1 lolofcrnc« In ihr geweckt wird. Denn dlfca ist die eigentümliche Doppclnatur des Menschen, daß er. Werkzeug ist in Gottes Hand und gleichzeitig doch ״wie. Gott, wissend um Gut und Böse", selbst entscheidend im Angesicht .der Versuchung. Die große Szene zwischen Holofernes und Judith, die den Kampf zwischen Mann und Weib zum Zcntralproblcm des Dramas machen soll, ist auch der Zusammenstoß dieser beiden Welten. Holofernes geht den Weg seiner brutalen Sinnlichkeit und bemerkt gar nicht, daß Judith im Begriffe Ist, Ihm zu erliegen, im Angesicht *ctn$s kraftstrotzenden Heldentums abzufallcn von Ihrem Gott. Sic. jedoch wird gerade dadurch aufs tiefste beleidigt. Sic •icht sich zur Sache erniedrigt, wo sic gerade zu lieben begonnen hat Datum' kehrt sic sich gegen sich selbst JUEDISCHE RUNDSCHAU ‘tung ihrer nationalen Heimstätte haben. Die Juden, did davon Gebrauch machen und nach Palästina gehen, werden palästinensische Staatsbürger. Dies hat keine staatsrechtlichen Rückwirkungen für Juden, die nicht nach Palästina gehen. Es gibt sogar Theoretiker, die darauf hinweisen, daß erst durch die Schaffung der jüdischen Heimstätte, welche allmählich die positiven jüdischen Kräfte anzichcn wird, diejenigen Juden, die sich assimilieren wollen, viel leichter ihr Ziel erreichen werden, weil die Reibungsflächen viel geringer sein werden, als heute. Ausdrücklich wird in der Balfour-Deklaration ausgesprochen, daß nichts geschehen dürfe, was die Lage oder den rechtlichen Status der Juden in den anderen Ländern der Welt bceinträchtigen könnte. Diese Balfour-Deklaration ist die Grundlage der heutigen zionistischen Politik. Wir verstehen also nicht, wie die C.-V.-Zcitung zu einer derartig falschen Konstruktion kommen kann. Entweder ist sic so schlecht informiert, oder aber sie will ihre Leser irreführen, sic will den deutschen Juden das Grauen einjagen, vor der schrecklichen Gefahr, die ihm vom Zionismus droht. Sic weiß wahrscheinlich, daß die Aussicht auf neue schöpferische Entfaltung der hebräischen Kultur, die sic gleichfalls als Abschreckungsmittel ins Treffen führt, nicht genügend abschreckend wirken würde, wenn nicht auch noch der Zwang zu einer Preisgäbe der deutschen Staatsbürgcrschart drohte. Jene Aussicht müßte vielmehr von jedem Juden, der noch ein Fünkchen lebendigen jüdischen Gefühls hat, als ein Grund für seine Beteiligung an diesem Werke betrachtet werden. Denn das deutsche Judentum fühlt heute ebenso wie jüdische Gemeinschaften anderer Länder seine innere Erschlaffung und Schwächung als Judentum, cs fühlt Bedürfnis nach neuen jüdischen Inhalten, cs hat Verstandnis für den Vorgang, den man die jüdische Renaissance genannt hat, die Wiederbelebung der jüdischen Antike. Die Tatsrehe, daß Kolonisation in Palästina etwas anderes bedeutet als etwa Kolonisation in Argentinien, ist ein Grund •»1.״ verstärkter Mitarbeit an dem Palästinawerke, nichl zu verminderter. Nur ein kranker jüdischer Ins inkt ka־.n anrie s cmp'indcn. Der Zionismus ist ein kühner und großer Versuch zur Lesung der Judcnfragc. Der C.-V. und seinesgleichen haben sich b.'sl'cr mit Palliativen begnügt und sich in der Täuschung gewiegt, in einer fortschreitenden Ent- Wicklung zum bessern zu leben. Diese Täuschung Ist zerrissen. Schmerzlich muß die Erkenntnis sein, für Menschen, die ihr Lehen diesem Idol geweiht haben, aber unerbLt ich ist die Wahrheit. Die jüdische Politik, die unter unbestrittener Führung der Assiniilanten ein Jahrhundert lang gc'ührt wurde, hat zu einer Aushöhlung des jüdis.T.e'1 B wiiß'.stins und fo tgesetzien Entjudung geführt,, gleichzeitig aber nicht die geringste Ve.bcsserung der äußeren Lago der Juden bewirkt, vielmehr ihre zunehmende Verschlechterung. Ihr Kampf gegen den Antisemitismus ist völlig erfolglos geblieben. Der Antisemitismus ist heute stärker als je. Wenn nun augesichts dieses völligen Bankerotts der alten politischen Methoden ein neuer Versuch mit neuen Methoden gemacht werden soll, dann sollte man sich hüten, diesen Versuch im Rücken anzufallcn. Die deutschen Juden haben die Verpflichtung, zum Gelingen des Palästina- Werkes beizu!ragen. Die Zukunft wird lehren, wie sich dann die Lage der Juden gestaltet. Eine Chance ist da, von allen Völkern der Welt feierlich eingeräumt. Mit leerer Negation und Ausflüchten wird man die Judenfrage nicht lösen. Und der Versuch, gelegentliche Hilfsmaßnahmen für einzelne jüdische Volks^pTter wie z. B. die Umschichtung eines Teiles der russischen Juden, zu einer Lösung der Judenfrage aufzubauschen, bricht in sich selbst, zusammen. und damit gegen ihn. Sic rächt das verletzte Weib und befreit Israel. Wäre Holofernes ein Casanova gewesen, hätte er sic bestrickt statt sic zu vergewaltigen, — Israel wäre nicht befreit worden. (Scharfe Grenze zwischen Tragik und Komik, gerade in dem entscheidenden Punkt, in dem Hebbel von der apokryphen Novelle abgewichen ist, der scxualpsychologischen Motivierung; darum gerade dies zur Satire herausfordernd.) Judith hat hier Züge von der Königin Esther: Israels Geschick in der Hand eines buhlenden Weibes, dieses Motiv, das Max Brod so aufgeregt hat, worin er tiefste Erniedrigung des Judentums sicht. Dieses gewissermaßen nationale Interesse mußte Hebbel fern sein, aber auch ihm ist — ähnlich wie in unserer Zeit Brod — der Widerspruch, daß die Erlösung des Volkes durch die Sünde geht, daß der Mensch ״nie ganz reines Opfer" ist, wesentlich. Und vielleicht denkt auch Judith im Angesicht der Ucbcrlcgcnlicit des Holofernes, ob nicht die Schmach Israels -daher kommt, daß dieses Volk 7.u wenig nafv sündigt, zu große Angst vor der Sünde hat . . . (Nicht die Hcbbclschc Judith; denn die spricht alles aus w,1־h sie denkt; sie bleibt einen Schild vor diesem Gedanken stehen, aber er klingt an in ihren Schlußworten, wo sie sich bewußt ist, een ״letzten Mann" ~ den Sünder — erschlagen zu haben, damit der Spießbürger ihres Volkes in Ruhe und Unangcfochtcnheit seine Schafe weiden und Kinder zotigen kann, die Ihm gleichen . . .) Die Tragödie whktc hei ihrer Auferstehung ln der Volksbühne sehr stark. Dies war vor allem das Verdienst der Regie Fritz Holls, die auch mit bescheidenen Mitteln gute. Wirkungen zu erzielen verstand. Dies gilt von den Volksszcncn, die weder wirkliche Massen noch genügend gute Einzelkräfte aufwiesen, trotzdem aber ihren Eindruck nicht verfehlen. In der Volksszcnc des zweiten Aktes gab Hannemann den prophetisch inspirierten Stummen mit starken Akzenten der Ekstase und erschütterndem Rückfall ins Idiotentum; Granach gab der Episode des greisen Samuel die grüblerisch verklärte Innerlichkeit des Hundertjährigen und seine scharfe charakterisierende Kraft, er murmelt beim Bekenntnis seiner Sünde, .während er sich klagend auf die Brust schlägt, ein ganz deutliches ״Oschamnu bo- __Nup Die Wahlen in der Tschechoslowakei Am Sonntag, den 15. November fanden in der gesatw Tsghcchoslowakai die Wahlen in das Parlament statt. 11} ersten Male trat eine Vereinigte jüdische Part] In den Wahlkamp! ela. In Anbetracht des Druckes, der offizieller Seite auf die jüdischen Wähler ausgeübt WurJj daß sie ihre Stimmen nichtjüdischen Kandidaten geben!,$ Sich der jüdischen Kreise — insbesondere in Karpathoruß!,-.* j wo die Wahlbccinflussung sich am stärksten fühlbar machte I eine große Erregung bemächtigt Der Vizebürgermeister V($ Munkacz, Dr. Spiegel, wandte sich in zwei dringe, Telegrammen an den Präsidenten der Republik, Masarv;?' und an den Minister Bcncsch und ersuchte um Abhi־׳^ Wie die ״Sclbstwchr" berichtet, hat die Einwirkung der p| hörden bei der jüdischen Bevölkerung einen anderen ah &£ beabsichtigten Effekt erzielt. Es herrscht überall große [•!י bittcrung gegen die Einmischung der Beamten und eine ן:,' i gcistcrung für das Zusammengehen aller jüdischen Partei- ן Wie das ״Prager Tageblatt" berichtete, fehlte cs ״;c: ־ an offiziellen Aufforderungen an einige Rabbiner, sic soll* gegen dje Wühler der ״Jüdischen Partei“ den ״Issur“ (j. Bann aussprechen. E>cr Präsident des Jüdischen Nationale Dr. Ludwig Singer lind Herr Arthur K a u d c r s intc venierten beim Minister des Innern, Malypetr, welch׳'• r ..erklärte, daß er gegen jede Einflußnahme der öffentlich׳-, Funktionäre sei und daß er die nötigen telephonischen sungen nach Karpathorußland geben werde. Der ״Vossischcn Zeitung" wird aus Prag telegraphier daß in Karpathorußland ein zionistischer Wahlagitator vo aufgeregten orthodoxen Juden totgcschlape• worden sei. Eine Bestätigung der Nachricht, sowie die nähere Umstände fehlen noch. Verband zur Förderung der Universität Jerusalem Sonntag, den 15. d. Mls., hielt der Deutsche Vc;b.r|j zur Förderung der Universität Jerusalem eine Sitzung j-'> Logenhaus, Klciststr. 10, unter Vorsitz, von Prof. Citrcl ab. Das einleitende Referat hielt Prof. Albert Einstein^ der auf die große Bedeutung der Hebräischen U1üvc:>:.;;] in Jerusalem für die Juden in der ganzen Welt hinwics. [*'! forderte die Gründung eines großen Verbandes dcutschcu intellektuellen Juden, damit dieser^ Teil des jüdischen Volkes, welcher im geistigen Leben d:| Judenheit eine große Bedeutung hat, gleich den amerikanisch:^ Juden Einfluß auf die weitere Entwicklung der hebräisch׳•* Universität nehmen könne. Einstein wies darauf hin, daß 6-• Judaistischc Institut, dank den amerikanischen Stiftungen b׳-*j rcits über reiche Mittel verfüge, während die andern Ir•::! tute noch dringend der materiellen Sicherstellung bedürfe | Einstein warnte zum Schlüsse davor, Legate für die Universi:־* an Bedingungen zu knüpfen, weil die weitere Entwickln:.־? in diesen Bedingungen leicht ein Hindernis für eine gcdc;:-j liehe Arbeit finden könne. An der Aussprache beteiligten sie Prof. Dr. E h r m a 11 n, Prof. Dr. Ludwig Stein, Dr. Heinrr' Loewe, Gronemann, Dr. Eliasberg und der Vo:•! sitzende, Prof. Citron, welcher den Vorschlag nnchu! daß die dcntschcn Juden sich vor allem für den Ausbau ur.! die Erhaltung des Einstein-Institutes an der Jerusalemer Uri-i vcrsllät cinsctzcn sollen. Prof. Einstein bat jedoch von diese; Vorschläge ahzuschen, weil das gerade eine an Bedingung: geknüpfte Zwcckstiftung wäre, vor welcher er warnen muss: — Die Sitzung, zu der nur wenige Einladungen ausgeschicl:*:״ waren, erfreute sich trotz des schlechten Wetters eines zahln reichen Besuches. Unter den Anwesenden sah man u. ז ג! viele Hochschullehrer, Männer der Wissenschaft, wie IV; James Israel u. a. } Tagung der Alliance ־ Paris, 8. November. (J־T. A.) Dieser Tage wurdet Paris die Jahresversammlung des Zentralstes der AEia::: 11; Israclitc Universelle abgchaltcn, in welcher ein ausführlich״ | ■■׳ Bericht über die Arbeit im vergangenen Jahre erstattet um■:S L die Wahlen für das Jahr 1025/26 vorgenommen wurde־ \ ‘ Herr Sylvain Levi wurde zum Präsidenten wiedergewüh:t zu Vizepräsidenten wurden Dr. Arnold Netter und Her \ Eugene See, zum Schatzmeister Herr Raoul Montefior-|^ gewählt. \; gadnu . . .״ Leo R c u ß ist ein Holofernes, der wenige: die Hcldennatur, als die brutale Sinnlichkeit zum Austine״ jj; [ bringt; das trockene, rohe, selbstgefällige Lachen wahren-?; Judiths Reden ist von fast tierischer Wirkung. Die J figur war Ellen Widmann, eine Judith von großer \XürJ;* . und Schönheit, orientalischem Adel der Züge und Bewegungen! sic hielt sich tapfer in den undankbaren ersten S7cr.cn j und wuchs zu dramatischer Größe in der Ausciiniulcrsct.״;!׳:; | mit Holofernes, wo sie den Kampf zwischen Liebe und I!•V ׳ ■ zwischen dem Bewußtsein iiircr Sendung und der in j':: aufkeimenden Bewunderung für ihr Opfer zu übcr/c״;:c;:-!'r Wirkung brachte. Die übrigen Darsteller erreichen kaum Mittelmaß. Das Publikum geht mit großer Anteilnahme ~i‘•■ Das Haus war — und dies bei einer so- und sovicllca Aufführung — ausverkauft. Der Erfolg ist wohlvcrdicr-h ׳ _ Michael Waitcr; Gad Shdaso Zur Matinee im S c It u b c r t * a n i. Der junge Schauspieler Oad Shclaso sprach diesmal!׳״ Rahmen der Gemeinschaft für neue Thcatcrkullur, deren nach den einführenden Worten Wolfgang Bardachs darin hf steht, neuen, jungen Dichtern Gelegenheit zu geben, '״n Werke aufzuführen und außerdem die jungen schü!'r;cV zu fördern, denn die. neuen, jungen Schauspieler *:1 1>״ 41er hier des neuen Theatern, zu dessen weiden d! •:<c j1־־"#• Gemeinschaft gleichfalls ihren Teil beitragen will. Das Programm, im ersten Teil Bibel und lebendiges ßckenntnis zum Judentum• — Kerrs Jcruscholoiirni—, bracr״ viel Schönes. Erlebnis wurden vor allem die P fi ב I זחc * » im Urtext. Hier zeigte sich Shclasos Begabung am rein»«•; und schönsten; denn sein Pathos, das in: jugendlichen };fjcrj; schwang im deutschen Text manchmal ohne Kultur bleibt, * h durch die Disziplin der Sprache und die Ucbcrücfcrung 0ך * Vortrags ausgeglichen. Die talmudischc Legende ,.Der זזףל * des Eisens" war in Schmerz und Stoiz. edle Gestaltung. *vCr; der Rhythmus, der den Schluß ja Wucht und Größe stil sicrtfc wirkte zuletzt erstarrend. Ausgezeichnet sprach er Kcr.rn# ii Dichtung ״Jeruscholojim". Die Heimat der großen Gerne:״;!; schaft des Oeistes, der Boden heiliger Erinnerung. ץ", Rahcls und Land der Propheten, Land Simsons un<^ i Bar-Kochbas, vergangener und gegenwärtiger Kampf und גס :