Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 88 (10.11.1925)
- Date
- 1925-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 742 J U EDISCH r RUNDSCHAU Lagern jgcbcn wird. Auf jeden Fall wird diese Reform dazu beitragen können, dem Kongreß ln erhöhtem Maße das Bewußtsein zu geben, daß er in Wahrheit die Repräsentanz der Zionistischen Organisation ist, und das ist cm Imponderabile, das man nicht gering einschätzen darf. Ihren vollen Wert wird die so gewährleistete Ordnungsmaßigkeit der Kongrcßwahlcn erst durch einen weiteren Kongrcßbcschluß erhalten. Der Kongreß hat einmütig einen Antrag der Organisations-Kommission angenommen, der die Gewähr dafür gibt, daß die Kongreß Wähler aller Länder von der Exekutive gleichmäßig behandelt werden. (Es muß übrigens anerkannt werden, daß in dieser Beziehung der XIV. Kongreß bereits einen Fortschritt gegenüber den vorangegangenen Kongressen bedeutete: die Exckutive hatte dein Grundsatz, daß effektive _ Einzahlung der Schckelgelder Voraussetzung für die Gültigkeit aller Kongreßwählen ist, wesentlich erhöhte Geltung verschafft.) Durch den jetzt gefaßten Beschluß Ist die Exekutive verpflichtet worden, den für die Ablieferung der Schekelgcldcr festgesetzte» Stichtag streng cinzuhaltcn und nach diesem Tage eingelieferte Schekelgelder bei der Berechnung der Mandate nicht zu berücksichtigen. De Bestimmungen, die zur Durchführung der Schekelreform notwendig sind, hat die Exekutive auszuarbeiten und dem Aktions-Comite zur Genehmigung vorzulegcn. Dabei handelt es sieh keineswegs um bloß technische Maßnahmen. Die Organisations-Kommission hat sich zum Beispiel eingehend mit der für den Endeffekt der Reform sehr wichtigen Frage beschäftigt, wie die Reststimmen behandelt werden sollen, die sich in den verschiedenen Ländern ergeben. Beispiele: I>ic Poalc Zion erhalten in einem Lande 500 Stimmen, während sie erst bei 700 Stimmen ein Mandat bekommen würden. Oder: in Deutschland erhält die Liste des Landes- Vorstandes so viel Stimmen, daß ein Ucberschuß von *.00 Stimmen bei der Verteilung der Mandate unberücksichtigt bleibt, ln beiden Fällen muß ein Weg gefunden werden, diese ״Reststimmen“ im Sinne der Gruppen zu verwenden, für die sic abgegeben sind. De Organisations-Kommission hat in dieser Beziehung detaillierte Vorschläge gemacht, deren endgültige Formulierung durch das Aktions-Comite erfolgen wird. In einem weiteren grundsätzlichen Punkt hat der Kongreß bereits den Vorschlag der Organisations-Kommission sanktioniert. In der Kommission war in bezug auf die Zusammen- Setzung der Landcsschekelkommissioncn nach langen Beratungen ein Kompromiß dahin abgeschlossen worden, daß bei der Zusammensetzung dieser Kommissionen — denen die Schekclvcrwallung, das heißt Verkauf und Abrechnung der?chckolim für ihr Land, obliegt — die Stärke unberücksichtigt, zugleich aber die Majorisicrung durch eine einzige Gruppe ausgeschlossen werden soll. Der Kongreß hat die auf diesem Grundsatz, aufgebautc Regelung;־'}יך>/ ס<•* Während die sonstigen organisatorischen Veränderungen (Erweiterung der Machtbefugnisse des Aktions-Comitfs, Ab- Wandlungen in der Gestaltung des Kongresses) das Leben der Organisation in ihrer Gesamtheit nicht unmittelbar berühren, Tcann die Reform des Schekclwcsens sich nur dann voll in der von uns erwarteten Art auswirken, wenn (nicht erst einige Monate vor dem nächsten Kongreß, sondern) bereits in der allernächsten Zeit alle zionistischen Verbände mit Initiative und Tatkraft daran gehen, praktische Konsequenzen aus der Neugestaltung zu ziehen. Vt׳ie kann das geschehen? Zwei zionistische Aufgabcnkreisc müssen von Grund auf neu durchdacht werden. Schckclpropaganda und Kongreß-Wahl- Propaganda. a) S c h e k e 1 p r 0 n a g a n d a. Fs ist mehrfach die Befürchtung geäußert worden, die Einführung des Einheilsschckrls werde die Wirkung haben, daß die Schckcizahlcrziffern sehr zurückgehen, weil das Interesse aller zionistischen Verbände an dem Verkauf einer mögliehst großen Anzahl von Schekolim sielt vermindern werde. Sollte aicsc Befürchtung sich verwirklichen, so wäre das ein Zeichen nicht bloß für mangelndes zionistisches Verantwortungsbcwußtscin der in betracht kommenden .Verbände, sondern cs würde auch auf mangelndes .Verständnis für das eigene ״Partciintcrcssc“ der Gruppen hindcutcn. Denn die Grundlage für die Mandate jeder Gruppe werden auch in Zukunft die Schekolim bilden, die diese Gruppe^ selbst verkauft hat. Vor allem die Gewinnung solcher Schekelzahlcr. die mit der Zionistischen Organisation nur lose vorknüpft sind oder sich der organisatorischen Bindung überhaupt entziehen, wird stets mit der größten Aussicht auf F.rfolg durch die zionistische Gruppe betrieben werden, denen diese Menschen gesiunungsmäßig am nächsten stehen. Wollten zum Beispiel die Misrnchistcn auf die Schekelpropaganda in orthodoxen Kreisen, die Arbeiterparteien auf den Schekelverkauf in sozialistischen Kreisen in dem Wahn verzichten, daß sic sich ihre Mandate schon im Wahlkampf erobern werden, so würden diese Ausfälle sich am schmerzlichsten im Wahlergebnis der genannte» Gruppen bemerkbar machen. Diese Erkenntnis muß Gemeingut aller zionistischen Verbiinde werden, die sich gemäß de״ neuen Bestimmungen in dem Landess-chckclverhand zu gemeinsamer Schrkrlvcrwaltung Zusammenschlüßen. Die Schckelpropaganda selbst aber muß — gleichviel, ob sic vom Landesschckclvcrband als solchem oder von den einzelnen Verbänden getrennt betrieben wird — in Zukunft planmäßiger und sinnvoller durch (ge füll r t werden, als das bisher der Fall war. Der Sehckelvcrkauf ist bisher wohl die zionistische Aktion gewesen, die allen an ihr beteiligten Zionisten am wenigste» Freude bereitete. Schuld hieran war vor allem das Miß- Verhältnis zwischen dem Aufwand an Kraft und Zeit, der erforderlich ist, um den einzelnen zionhti'ch nicht organisierten Schckclz.ahlzr zu gewinnen, und dem Ertrag dieser Bemühungen. Ganz deprimierend war im allgemeinen der finanzielle Ertrag: die Kosten der Schekclaktioncn waren an manchen Orten größer als die Schckclcingänge. Vor allem aber war der zionistische Ertrag der Schekclaktidnfen ganz geringfi'igig. Zumeist bestand er lediglich darin, daß dieser SchekelzahlcT bei den Kongrcßwahlcn eben mit zählte (zum geringen Teil auch mit wählte). Der Grundfehler war wohl, daß unsere Schekclaktioncn zu ausschließlich auf die Zahlung des Schckclbctrages abgestellt waren. Wir suchten nach Leuten, die bereit waren, uns eine Mark gegen Empfang einer Schckclquittung zu zahlen. De Schckclquittung — den Nachweis, daß die Mark gezahlt worden war —■ machten wir zu der entscheidenden Legitimation für die Wahl selbst. Diese Handhabung ist durch das Organisationsstitut der Zionistischen Weltorganisation nicht geboten. De maßgcblichc Bestimmung dieses Statuts (§ 2־) lautet: ״Die Zionistische Organisation umfaßt alle Juden, die das zionistische Programm anerkennen und den Schekel entrichten.“ Danach sind die Leute, die wir ״Schekelzahlcr“ zu nennen pflegen. In Wahrheit ״Angehörige der Zionistische Weltorgairsatlon“. Die Entrichtung des Schekels ist nicht ihr entscheidende# Kennzrichcn, sondern sic entspringt einer Verpflichtung, die aus der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation folgt. Wenn wir unsere'Schekclaktioncn in Zukunft diesem wiiklichcn Sachverhalt anpassen, so werden sie etwa, wie folgt, aussehen: I. Diejenigen Mitglieder der Zionistischen Wehorganisatlon, die zionistischen Ortsgruppen, Jugendvereinen usw, angehören (.,organisierte Zionisten“), haben den Schekel mit ihren Mitglicdsbeiträgen zur Ortsgruppe usw. zu entrichten. Die Einziehung dieser Schckclbcträgc muß so gestaltet werden, daß sie einen besonderen Aufwand an Kraft und Geld über* haupt nicht erfordert. 2. Die eigentliche Schekclaktion Ist gerichtet auf Oe* winnung von Menschen, die bereit sind, Mitglieder der Zionistischen Weltorganisation 7.11 werden. Sie ist cinzugliedern in das System unserer sonstigen zionistischen Aktionen: Int Zusammenhang mit jeder Keren Hajnssod-Aktion und mit jeder zionistischen Proganda- Aktion müssen diejenigen Juden, deren Interesse für den Zionismus bis zur Eingehung einer Bindung an die zionistische Weltorganisation, nicht aber bis zum Eintritt in eine zionistische Ortsgruppe reicht, bestimmt werden, ״das zionistische Programm anzuerkennen und sich zur Entrichtung des Schekels zu v c r p f M c h t en “ Dienstag, den 17. November, abends pQnktlldi 8l/1 Uhr Im großen Sotl des Herrenhauses. Leipziger Straße 3 »er ZiG&ssSsdtc?erciseSgssig Vortrag Kurt Blumenfeld über Pin! 1a ü lila Mandatspolitik — Aroberfroge — Damaskus — Palästinawirtschaft — aktivlstischc oder konstruktive Politik — das Kulturproblcm. Die Judentumsfrogc — Zlonismus, Staatsbürgerin! und deutsche Kultur — die jüdischen Gegner des Zionismus. Karten zum Preise von Mk. 1,— und 2.— Im Vorverkauf erhältlich: im BClro der D. Z. V., Meinekestraße 10, Bismarck 7165/70, an den Theaterkassen von Bote 21 Dock, Werthelm und an der Abendkore. Ist das erreicht, so sind dier.c Juden Kongrcßwiihler geworden und geilen als ״Schckclzahlcr“ Im Sinne unserer bisherigen Ausdrucksweise, Es ist dann auch hier ein lediglich organisatorisches Problem, den Schekel von ihnen unter Berufung auf ihre Erklärung clnzuzichcn. Gegenstand einer besonderen Schekclaktion brauchen sic auch in späteren Jahren nicht wieder zu werden, solange sic nicht etwa die Zahlung des Schekels ablehnen. Die so freigewordenen Energien müssen und können auf die Gewinnung neuer Schckclvcrpflichtcten verwandt werden (wahrend die für den Anschluß an die Zionistische Weltorganisation bereits gewonnenen Menschen Objekt anderer Aktionen, insbesondere von Keren Hajessod- und Mitglicdcr-Wcrbungs-Aktionen, werden müssen). b) Kongreß-Wahl Propaganda. Vielleicht nocli umfassender als bei der Schckclpropaganda wird sieb bei der Propaganda für die Kongrcßwahlcn die durch die Einführung des Einhcitsschckels bedingte Veränderung bemerkbar machen. Sicher Ist jedenfalls, daß unsere Wahlkämpfe in allen Ländern künftig viel mehr als bisher um P ro g ra m in e geführt werden werden. Und das werden nicht, wie das bisher zuweilen der Fall gewesen sein soll, Zusammcnstellungcn von zionistischen Forderungen, die einander zum Verwechseln ähnlich sind, sein, sondern wirkliche Anschaumigen gegeneinander abgrenzende Programme. Die Frage, welche Folgerungen aus der bevorstehenden Umgestaltung der Kongrcßwahlkämpfe zu ziehen sind, wird in erster Reihe die ״allgemeinen Zionisten“ beschäftigen müssen. Noch vor und auf dem letzten Kongreß konnte die Ansicht vertreten werden, daß die allgemeinen Zionisten sich auch ohne ein gemeinsames Programm auf dem Kongreß zusammenfinden müssen. Im Zeichen des Einhcitsschckels aber wird das Halbdunkel, in welchem in vielen Ländern die Wahlkämpfe geführt worden sind, einer Helligkeit weichen, die jeden Bewerber um ein Kongreßmandat zwingen wird, sich nicht bloß zum ,,allgemeinen Zionismus“, sondern zu ganz bestimmten programmatischen Anschauungen zu bekennen. Und wer cs als eine entscheidende Aufgabe erkannt hat, das Zentrum des Kongresses zu organisieren, muß sich jetzt darüber klar werden, daß diese Organisation nur noch auf Grund der Programme möglich sein wird, die die einzelnen dem Zentrum zuzurcchnendcn Gruppen im Kongrcßwahlkainpf und demnach auf dem Kongreß selbst vertreten. Mau kann gar nicht früh genug an die Aufgabe hcrangchcn, durch Verhandlungen über ein auf dem XV. Kongroß zu vertretendes Programm klarzustcllen, welche Gruppen jetzt — nachdem man langsam Abstand zum XIV. Kongreß und seinen Ergebnissen und Folgeerscheinungen gewinnt — jene Gemeinsamkeit der Anschauungen aufweisen, die sic befähigen kann, ein ״organisiertes Z c n t r u m“ des Kongresse«: zu bilden. BaHonr-Feicr in London Die Begrüßungen Unter den Begrüßungen, die der Vorsitzende G u c d a l a bei der Feier des Boifour-Tages in London zur Verlesung brachte (siehe erste Seite), befanden sich u. a. folgende Zuschriften: Vom Kolonialminister L. S. Amery: ״Mit großem Intcrcssc habe ich gehört, daß eine besondere Versammlung veranstaltet wird, um Sir Herbert Samuel zu begrüßen, und ich benütze die Gelegenheit, um Zeugnis abzulcgcn für das großartige Work, das er während seiner Amtszeit als Oberkommissär vollbracht hat. Palästina war glücklich, als seinen ersten Oberkoinmissär einen Mann von Samuels hohen Charaktereigenschaften, Unparteilichkeit und konstruktiver staatsmännisehcr Begabung zu haben, der gesunde Grundlagen für seine künftige Entwicklung geschaffen hat.“ Von Lloyd George: ״Ich bedaure lebhaft, daß dringendc öffentliche Angelegenheiten cs mir unmöglich machen, jiersönlich an der Versammlung teilzunehmcn, die Sir Herbert Samuel bei seiner Rückkehr *aus Palästina begrüßt. Als der für seine Ernennung verantwortliche Premierminister möchte ich meine persönhehe und öffentliche Wertschätzung zum Ausdruck bringen für die Art und Weise, wie er aut einem Posten von größter Schwierigkeit seine schwere Aufgäbe gelöst hat. Ich bin überzeugt, daß die Judcnschaft Englands dieses ihr berühmte Mitglied dadurch ehren 1vW, daß sie mit aller Kraft auch weiterhin das Werk, das er in Palästina inauguriert hat, unterstützen wird.“ Die Anglo-Egyptian Bank soll demnächst in Tel- A w i w in acr Rothschild-Avenue eine Filiale eröffnen. . Nr. p Die ORT-Propaganda in Deutschland Wir erhalten von der Berliner ״ORT“. Zentr * nachstehende Zuschrift: * | Mit Befremden und Bedauern müssen wir feststcllcn der Aufsatz in der ״Jüdischen Rundschau“ Nr. 83 ״ORT und die deutschen Juden“, Informationen cnt'hj!^- den Tatsachen stracks zuwidcrlaufcn. Es ist nicht daß die Stellung des ״ORT“, gegenüber dem ״JOINT“?ן,; einem gewissen Zeitpunkt einer gewissen Periode geändert“ habe. Vom Jahre 1921 an bis zur Liquidio-',^ des ״JOINT“ im Frühjahr 1924 hörte ״ORT“ nicht","•‘? einen Teil seines Budgets für gewisse Arbeit# den Assignierungen des ״JOINT“ zu beziehen. Dic"!t. s ״ORT“-Dc!cgatiou ist nach Amerika mit dem ZwecU % snndt worden, eine selbständige Aktion zur Schaffu!/׳ ״Jüdischen Wiederaufbaufonds“ ins Werk zu setzen, als ״JOINT“ die Einstellung seiner Hilfstätigkeit offiziell bc-> bekanntgegeben hatte. Die Behauptung, daß cs ״ORT1 ' Amerika mißlang, zu ״einem erneuten Abkommen mit d־• ,JOINT* zu gelangen“, zeugt von einer vollständigen!;• kenntnis der Sachlage. In Wirklichkeit konnte zu jener '/. von einem Abkommen mit dem ״JOINT** gar nicht '-׳ ■ Rede sein, da letzterer über freie Gelder nicht mehr verfii-Jfc und eine Wiederaufnahme seiner Tätigkeit zu jene: 21 noch nicht in Frage kam. Des ferneren wird in deane: L Aufsätze davon gesprochen, daß ״ORT“ die erste jüt!1,: | Organisation gewesen sei, die mit den Sowjctbchörden pj:.* Vertrag geschlossen habe, und daß dieser Umstand in £,f jüdisch-amerikanischen Kreisen einen Sturm von Entrüst-,■•I hervorgerufen hat, und daß ״seit dieser Zeit sich ein vöi! I Bruch zwischen ,ORT* und ,JOINT* vollzogen 7u |t;^£ scheint“. § Sämtliche drei Behauptungen sind aus der Luit gc;1i::.-§ Die Wahrheit ist, daß erstens ״ICA“ und , JOINT“ | Abkommen mit der Sowjctregicrung früher als der 0״F::| geschlossen haben; zweitens die verschiedenartigsten jüd; 1־ amerikanischen Kreise, die in der Person ihrer cinflußrri:־׳.& Führer in der Organisation für den ״ORT**-Aufb.u1fo:1d,“ $ Amerika vertreten sind, taten bisher ihr Bestes und tue noch heute, um die Arbeit des ״ORT“ zu ermöglichen in Gemäßheit mit dem Abkommen, daß zwischen ״r>;;| und der russischen Regierung geschlossen wurde. Drill׳■* daß seit Beginn der ״ORT“-Arbeit in Rußland (Rpttu::, | aktion vom Jahre 1921 zugunsten der von Pogromen :;־$ Hungersnot hcimgcsuchfen alten jüdischen Kolonien) ״JOINT“ regelmäßig diese Hilfsaktion stützte. Daß -1 zwischen ״JOINT“ und ״ORT** zu einem Bruche uier: gekommen ist, geht übrigens aus dem Umstande hervor, ׳•':׳ der ״JOINT** bereits nach der bekanntgegebenen Liquid: rung seiner Hilfstatigkeit 32 000 Dollar aus den noch 1■ verteilten Resten seiner Geldmittel zugunsten des ״ORi assignicrtc. Nicht besser ist es um die anderen Tatsachen beste mit denen der betreffende Aufsatz operiert. So wenn, t: spiclswcisc, Verfasser des Aufsatzes über den vom Mitgüti unserer Zcntralverwaltung, Herrn Dr. A. Singalowsky, , Hotel ״Kaiserhof“ gehaltenen Vortrag sich folgcndcrmaC:־ äußerte: ״Leider war das Zahlenmaterial, das er vorlrg1 nicht ganz verständlich; cs war nicht ersichtlich, welch Arbeiten vom JOINT* und welche von ,ORT* golch־■ worden sind, und es war vor allem nicht ersichtlich, 5 Grund welcher Unterlagen Herr Singalowsky von einer A- Siedlung von ,hunderttausenden Familien* in Rußland sprach Fünf Zeilen weiter versteigt sich Verfasser zu der Beim:, tung, daß in dem von ihm besprochenen Vortrag von ei־ eventuellen Ansicdlung von 300000 bis 400 000 Familien c Rede war. Zwei Arten von Zahlen wurden im Vorträge des ״ORT־ Vertreters erwähnt. Bei der einen handelte es sich um <־■ Charakterisierung der jüdischen wirtschaftlichen Lage : östlichen Europa und des gegenwärtigen Zustandes der ri: sehen Landwirtschaft im allgemeinen und bei der andcum das Endergebnis der ״ORT'*-Arbcit im Verlaufe ׳• letzten Jahre auf den Gebieten der kreditweisen Versorg, jüdischer Handwerker mit Arbeitsgeräten, der Kreditlinie : Ackerbauer und Landwirte und der beruflichen Ausbiidir- Von der Zukunft, d. h. davon, wieviele Juden man | Rußland ansicdclti werde oder könne, wurde im Vortrr ן überhaupt nicht gesprochen, und daher konnte auch m: J die Rede von Hunderttausenden oder nur Zclintainendcn | Was mm die gegenwärtige in Rußland betriebene | nisatorischc Tätigkeit anbetrifft, so war — wie aus v: sehiedenen anderen Berichten ersichtlich i-t — in Linie von den Krediten des ״JOINT“ die Rede. DV.d u"'| jene Zahlen anbetangr, die die Ergebnisse der ,,ORT“־A"v j auf den genannten drei Gebieten kennzeichnen, so doch auf der Hand, daß cs sich um eine vor. ..OR־ | geleistete Arbeit handelte. Dabei wurde allero::־׳| der Umstand hervorgehoben, daß ein Teil der Arbeit rn:t finanziellen Unterstützung seitens des ״JOINT“ voübra: wurde. Daß dies deutlich und unmißverständlich genug gesprochen wurde, davon zeugt die Tatsache, daß die ״;• ren Berichterstatter cs in ihren Berichten erwähnter.. Ohne uns in eine Auseinandersetzung über die vrr Verfasser konstruierten Bedenken gegen die ״ORT!i־Akt!c:• _ Deutschland cinzulasscn, möchten wir /um Schluß heben, daß in allem, was die Aufgaben des .CRT'^f bandes betrifft, dessen Führer im Zentrum wie in der phcrlc auf dem Standpunkte der weitesten Koaüric״ Die ״ORT‘*, die sich mit keiner politisch-gcsc':!^;•..^-‘׳'^ Strömung identifizieren will, bietet jedoch einen_ Boden, ״נ■ dein sich alle jüdischen Richtungen betätigen •* sollen. Zcntralverwaltung des Verbend ce der öc Seilschaften zur Förderung des H andrer1'■ und der Landwirtschaft unter den juacn (״ORT“). Nachbemerkung{ ( ,״ Wir bringen die vorstehende Zuschrift, d.e uns f.r&' der vergangenen Woche zuging, mit unerheblichen ^urzp‘*.■ gen zum Abdruck, obwohl sic den Rahmen einer b.oßen a richtigung überschreitet. Was zunächst die Vorgänge m Versammlung int Hotel Kaiserhof betrifft, so müssen ' vorausschicken, daß unsere Redaktion zu dieser Veraitst*•!*־/ ׳ weder clngeladen noch anwesend war, so daß wir aut ■ Angaben vertrauenswürdiger Gewährsmänner angewiesen * Zt de dz in W d( füi lei Su Im Bu sy: mi rei« nal St doi mi! Pa K.: far, der W4 set