Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 88 (10.11.1925)
- Date
- 1925-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 740_י, - und zukunftsicheren Wirtschaft zu machen hoffte, hat dies Jahr schon fast seine ganze Bedeutung verloren. Statt dessen schafft die private Siedlung neue Quellen für Arbeit und Wirtschaft mit der Anpflanzung von Orangen-PIantagcn, die sicherlich im neuen Jahre Tausende von Arbeitern aufnehmen werden. Ungefähr fünftausend Dunam neue Pardesim werden in diesem Winter in Judäa und Samaria a^gcpflanzt oder zur Pflanzung vorbereitet; ungefähr fünfhundert Einzelbetriebe für fünfhundert Faniifi?- die hier Einzelarbeit (natürlich nur in der Theorie) leisten. Das ist vielleicht das einzige positive Moment in der ökonomischen. Schöpfung der vierten Alijah. Aber ob diese Vorberciiungs- und Pflanzungsarbeit, die in diesem Winter etwa 2000 Arbeiter beschäftigen wird, dazu dienen wird, dem jüdi sehen Arbeiter Arbeit zu geben, das ist noch sehr zweifelhaft. Auch die Quellen zu fester Arbeit, die durch die städtische 1 ndustric.geschaffen wurden, sind klein und verschwindend im Verhältnis zum allgemeinen Arbeitsmarkt urd seinen Bedürfnissen. Die meisten der palästinensischen Stadtarbeitcr sind beim Bau oder den mit diesen zusammenhängenden Industrien beschäftigt. Selbst ein großer Teil der ״Mittelstandsalijah“ ergriff ein Oewerbe, das irgendwie im Zusammenhang steht mit der Baubewegung, die im letzten Jahre eine ungeahnte Höhe erreicht hat. Diese Bewegung ist es also, die die Arbeitsperspektive auch für dieses Jahr bestimmt. Ihr Abflauen bedeutet ein Wanken des Lebensfundaments nicht nur für den mit Mörtel und Ziegel hantierenden Arbeiter, sondern auch für soundsoviel hundert und vielleicht tausend Familien, die ihren Unterhalt in ver« schiedener Gestalt aus diesem Gewerbe ziehen. In der Arbeitsperspektive für das neue Jahr kann man unmöglich nur die heutige Zahl der Arbeiter in Rechnung setzen, sondern muß auch die notwendige Zunähme berücksichtigen, die die Alijah mit sich bringt. Wenn wir nur mit dem ״Status quo“ rechneten, so wäre das Problem nicht sehr schwer. Wenn auch die Aufnahmefähigkeit von Tel-Awiw, das bisher als Konzentrationspunkt für die neue Alijah und die städtische Arbeit diente, sich verringert und vielleicht in den nächsten Monaten noch mehr verringern wird, so werden neue Arbeitsquellen an anderen Orten entstehen. Außer dem durch die Anlage der Pardesim geschaffenen neuen Arbeitsmarkt sollen in diesem Winter verschiedene Bau- und öffentliche Arbeiten in H aif a und Umgebung, in den Kolonien und neuen Wirtschaften, und auch in den judäischen und galiläischcn Kolonien in einer Gesamtsumme von nahezu einer Million äg. Pfunde vergeben werden, wovon die Hälfte auf Arbeitslohn ausgegeben wird, und mit der es möglich sein wird,Tausende von Arbeitern im Laufe des Jahres zu beschäftigen. Wenn ■alle diese geplanten Arbeiten wirklich in diesem Jahre ausgeführt werden, dann ist eine Auf nahm cmögiichkeit geschaffen, nicht nur für solche Arbeiter, die von Orten kommen, an denen die Arbeit abnimmt, sondern für einige Tausend neue noch dazu. Jedoch ist cs nötig, von vornherein fcstzustellen, daß sich nicht alles zu hundert Prozent verwirklichen, und daß die Lösung des Arbeitsproblems trotz allem auf viele Schwierigkeiten stoßen wird. Man kann heute die neue Konstellation, die sich auf dem Arbeitsmarkt im Lande ergeben wird, noch nicht ganz überblicken. Klar ist nur, daß das Arbeitszentrum im Begriff ist, nach Haifa und seinen Vororten, nach dem Eniek Jesrcel und den Kolonien überzugehen. In Tel-Awiw flaut die Baubewegung־ ab, und cs ist nicht wahrscheinlich, daß dies nur eine zeitweilige und vorübergehende Erscheinung sei. Das Aufnahmemaß Tel- Awiws ist, im Verhältnis zu seinem wirtschaftlichen Vermögen, schon vor geraumer Zeit überschritten A.-C.110 Haase n .•) Acht Tage lang dauerten die Beratungen der A.-C.-Sitzung, und an manchen Tagen fanden drei Sitzungen statt, von denen sich die letzte oft bis spät in die Morgenstunden hinzog. Addiert man alle Beratungsstunden und vergleicht mit dieser Summe die Anzahl der gefaßten Beschlüsse, so scheint es einem, daß die Beratungen offenbar nur sehr schleppend vor sich gegangen sind und daß cs sehr schwer wurde, zu einer Einigung in den einzelnen Punkten zu gelangen. Man kann ferner sagen, daß die Mitglieder des A-C offenbar nicht nur buchstäblich, sondern auch dem Sinne nach in verschicdencn Sprachen aneinander vorbeiredeten. Falsch wäre jedoch aus dieser Tatsache der zweifellos vorhandenen Verschicdcnhcit der einzelnen A.־C.־Mitglicdcr, die über das rein Individuelle hinausgeht, zu schließen, daß das Gremium des A.-C. keine Einheit darstellt Achnlich wie das zionistische Volk in der ganzen Welt und wie die Siedler in Palästina streben die Mandatare und Vertreter der Zionistischen Organisation mit leidenschaftlichem Wollen zur Geschlossenheit, die allerdings schwer zu erreichen ist Die Schwierigkeit liegt aber nicht nur in der Differenziertheit der zueinander strebenden Teile, sondern in der Größe und Einzigartigkeit der Aufgabe, die sich der Zionismus gestellt hat Von' dieser Ungeheuerlichkeit der Aufgabe ist in den Beratungen allerdings nur wenig die Rede. Sie beherrscht jedoch alles Tun und Sinnen.. Man muß fn der Oeschichte der Menschheit bis zu den Spartanern zurückgehen, um ein Beispiel zu finden, daß ein Volk den Entschluß faßt, sich durch Selbstzucht von Grund auf umzustcllen. Ucbrigens; ist nicht einmal die Volks-Er- Ziehungsmethode der Spartaner eine zureichende Analogie, Der Versuch des Zionismus, das jüdische Volk von. Grund aus urazubilden, ,umzustclien, es durch Selbstzucht in seinem innersten Bestände umzugestalten, findet seinesgleichen nicht in ,der ganzen Geschichte. Denn überall, bei Spartanern und in der neueren Oeschichte ln Preußen, ist es der mit Macht- ל S. ״J.R.“ Kr. 85. JUED1SCHE RUNDSCHAU worden. Im Bau- und Spekulationsfiebcr fragt mail nicht, wovon einer lebt. Mau lebte von dem Fieber. Einer lebte vom andern; jede neue Alijahvvclle ernährte gewissermaßen die vorangegangene. An jedem Grundstück, das von Hand zu Hand ging, verdienten alle: der Verkäufer und der Käufer, der Vermittler und der letzte Käufer, der Bauarbeiter und der Restaurateur, bei dem der Arbeiter aß, der Krämer, der die Restauration versorgte und auch der Hausbesitzer, der aus dem Restaurant und aus dem Laden eine angemessene Miete bezieht. Das Ist der bekannte ״Rubel“, nur daß er bei uns von Hand zu Hand rollt, bis er an einem Ort anlangt, von dem er nicht zurückkehrt. Erst jetzt,.wo der Sturm sich legt, beginnt man zu erkennen, daß cs unmöglich ist, eine Welt auf Kramläden und Mietwohnungen aufzubaucn, daß diese aufgeblasene Wirtschaft ein großmaschiges Netz ist, daß das von außen hinzukommende Vermögen wieder ins Ausland hinaus läßt — und nur sehr wenig bleibt davon als nationaler Besitz, der die Wirtschaft befruchtet. Wenn eine ״Krise“ im Lande eintreten wird, dann wird sie von Tel-Awiw und dem, was ihm gleicht, ausgehen, sie wird überall da beginnen, wo das Kapital in Immobilien steckt, in Mörtel und Ziegeln und teurer, magerer Erde, ohne eigene Fruchtbarkeit und natürliche Vermehrung. Einen etwas anderen und vielleicht gesunderen und gefestigteren Charakter trägt die Baubewegung und die öffentliche Arbeit, die in Haifa und Umgebung begonnen wird. In der Umgebung Haifas entsteht allmählich die wichtigste landwirtschaftliche Front des Landes: Emck-Jcsrccl! Das Verhältnis der städtischen Entwicklung zur landwirtschaftlichen ist dort etwas natürlicher, wenn auch nicht ganz natürlich. Es ist zu erwarten, daß in der Umgebung Haifas und in Haifa selbst in diesem Jahre mehr als eine halbe Million äg. Pfund in Bau- und verschiedenen öffentlichen Arbeiten angelegt werden. Ein großer Teil dieser Summe wird zur Vorbereitung und zur Anlage von Wegen auf den neuen Ländereien im Emck und der Bucht von Akko verwandt werden. In der Stadt Haifa selbst ist eine neue Arbeit in der Summe von etwa hundertsechzigtausend äg. Pfunden geplant, nämlich der Bau von Wegen in den verschiedenen Vororten. Von vornherein scheint es, daß hier wichtige Voraussetzungen für die Aufnahme der neuen Arbeitsalijah gegeben sind und daß auf diese Orte die Arbeitsfront in diesem Jahre gerichtet sein wird. Die Notwendigkeit, die Aufnahmefähigkeit des Landes zu heben, rollt vor uns von neuem das Problem der Eroberung der Arbeit (״Kibbusch Awodah“) in den Kolonien in aller Schärfe auf. Der Weg in die Kolonien ist der nächste Weg zu den produktiven Quellen der Arbeit und der Verankerung in ihr. Die großen Anstrengungen, *• die die Landwirtschaftszentrale (Mcrlcas chaklai) im vorigen Jahre nach dieser Richtung machte, schlugen, wenn sic auch noch nicht zu Maximalerfolgen führten, doch große Breschen in diese harte Mauer. Durch fortgesetzte Arbeit und geeignete Maßnahmen ist cs möglich, diese Breschen noch zu erweitern und sic zu einem ״Durchgangspaß“ zu machen. Abgesehen von dem eigenen Werte dieser Aktion, den! Werte der Eroberung der Arbeit und der landwirtschaftlichen Vorbereitung des Arbeiters, und abgesehen von dem wirtschaftlichen Werte, der in der Steigerung der Absorptionsfähigkeit für die Alijah liegt, ist sic noch besonders wertvoll in kultureller und moralischcr Hinsicht, indem sie bedeutende Teile der chaluzischcn Einwanderer aus der schlechten Atmo- Sphäre des proletarischen Lebens in der Stadt herauszieht. Der Weg in die Kolonie ist auch der nächste zur hebräischen Sprache, zur Kultur der Arbeit, zur Histadruth und zur Tradition der Schöpfung des jü- Nr.Säls’r.S dischen Arbeiters im Lande. Aber dazu ist es;1 wendig, minimale menschliche Vorausbcdingun^cn^ den Arbeiter in der Kolonie zu schaffen, damit ä' Anstrengungen von Erfolg gekrönt seien. Die neuen Möglichkeiten, die Arbeit in den K ־ t nien zu vermehren, zusammen mit der Arbeit Eroberung der jüdische Arbeiter schon seit zwei zehnten anstrebt, vereinigen sich zu neuen Aufnafcl quellen für viele Tausende frischer Arbeiter. Durch c f ist es möglich, die Arbeiterschaft vor einer evcntu3״ Krise auf dem städtischen Arbcitsmarkt zu retten. ן> rationelle Maßnahmen kann die Eroberung der aX| in den Kolonien erleichtert werden, die noch schwer ist und auf viele Hindernisse stößt. JCC:."S die objektiven Bedingungen zu dieser Eroberung jetzt besser als zu anderen Zeiten. Indem die öko•־! mische Lage der meisten Kolonien sich hebt, hörend •VCurV Voraussetzungen auf, gegen die der jüdische A;bci-1 : seit vielen Jahren vergebens kämpft. Was heute (j-f Hindernis bildet, das ist die negative Tradition ü!?״<' meisten Kolonisten, die das frühere ״Idyll“ des billi״(f ■V׳ und gutbekannten Arbeiters im Hofe wahren wc£f Es ist eine neue öffentliche Aktion nötig, um 0■ ’* c\ Kolonien zu bewegen, ihre Pflicht zu tun, wenn die c! J v hoffte Arbeitcr-Alijah stärker wird. Und es muß!״! T Genugtuung verzeichnet werden, daß in der Arbeite! schaft zurzeit eine merkliche Neigung vorhanden von der Stadt aufs Land zu gehen. m. I Einer der drückendsten und tiefsten Probleme!■f ■V*ha neuen Arbeitsjahr ist das der arbeitenden FraJ! cil\ Es geht hier nicht um Emanzipation und abstn•’••? 'חנ ,C1 Gleichberechtigung, sondern cs ist eine graus-,: | Lebensfrage, unter deren Joch und schweren Im ( Hunderte und Aberhunderte von arbeitenden Chawer;> ־ etwa Tag für Tag seufzen. Die Arbeiterin braucht sich ni;־f vor der kommenden ״Krise“ zu fürchten, die sie vi׳:|.:iCJ^cst leicht arbeitslos machen könnte. Sic befindet sich!־nun1 einem Zustand dauernder Krisen, und, wie immer c;4; rbeä/u Kombination auf dem Arbcitsmarkt sein mag, für; |‘c fehlt der Platz. Achtzig Prozent der Zugänge * Arbeit und Wirtschaft im Lande sind ihr verschlösse.:!; nunu Die einzige Arbcitsmöglichkeit, bei der die arbeitende ■§ ״den Chaweroth nicht die Konkurrenz und die Beeinträchtig;n.J 'j!, gung ihrer Rechte durch den Arbeiter spüren, ist dir* Dienstmädchen oder Köchin im Privathaushaltzu werde:\ :ist s aber die Absorptionsfähigkeit selbst dieses ״Berufesן ׳ ist sehr beschränkt. Der Zustand, in dem es eine Meng | tragischer Momente gibt, verlangt dringend nach ba!| .1 ,r;^i diger Besserung. Es braucht nicht ausdrücklich bctc:| ״■:־ran zu werden, daß die Arbeiterschaft die Isolation der A:|■■■■־ Ent: beitcrin vom allgemeinen Arbeitsmarktc und ihre Ver| drängung hinter die Front wie die eines Wesens zweiter Grades nicht zugeben wird. Der Weg zur Lösu!•Mi! dieser Frage ist aber in der Tat nicht sehr lcicliri' Hier muß die chinesische Mauer der äußeren und 3uc: der inneren Tradition durchbrochen werden — abt diese Lösung muß notwendig gefunden werden u::־ eine der ersten und dringendsten Sorgen sein innr■ halb der Arbcitsproblemc für das neue Jahr. (Aus dem hebräischen Manuskript für die ״J״ Rundschau“ übersetzt.) y.m , *׳ahnt : vor :chtc r^clil;׳ ciiirh -chla «; .!innen tlsslschklu in England | Am 28. Oktober traf Ussischkin in Livcrpoolrj wo er von zahlreichen Zionisten begrünt wurde. Der Zwo: seines Besuches in England war die Teilnahme an der ׳.ג; 1. November in Leeds ahgchaltcncn Nationultomls-Konfcrc:; auf der England für das lautende Jahr ein K. K. L.-Kontm:.׳ von 25000 übernommen hat. Ussischkin wird auch üla«.:״ besuchen, wo im Anschluß an eine Repräscntantcnvcrja^־ lung eine zionistische Konferenz stattfinden soll, wie auch«•" Meeting in der Synagoge und eine Fraucnvcrsammlung;nien •'cren mittcln ausgcstattetc Diktatorwille Einzelner gewesen, der das im eigenen Boden verwurzelte Volk in Zucht nahm. Im Zionismus aber beruht diese Selbstzucht auf freien Ent- Schließungen und erstreckt sich auf ein zerstreutes entwurzeltes Volk, das menschlich, sozial und staatlich umgeformt und neu organisiert werden soll. Man erinnert sich unwillkürlich an die Geschichte von Münchhausen, welche erzählt, daß er sich beim eigenen Schopfe hcrauszog, als er durch einen Zufall in einen Sumpf versank. Dieses Bild des sich beim eigenen Schopfe aus dem Sumpfe der Zersetzung hervorziehenden Volkes schwebt einem immer vor, wenn man In Momenten der inneren Einkehr an das Gigantische der zionistischcn Bestrebungen denkt Diese Nochnicdagcwcscnhcit der zionistischen Aufgabe ist letzten Endes die Erklärung, warum sich unsere Beratungen so schwierig gestalten und unsere Beschlüsse erst nach harten Meinungskämpfen gefaßt werden. Nirgends finden wir ein An&Iagon für unsere Tätigkeit Alle unsere Versuche müssen vorsichtig und tastend cingelcitct werden. Hierbei kann cs keine Routine geben, die eine reibungslose Bewältigung der Tcilaufgabcn erleichtern; könnte. Aus der innersten schöpferischen Kraft der eigenen Art muß alles unter schwersten Geburtswehen hervorgehen. Es ist nicht Eigcnbrödclei, aus der die Verschiedenheiten in den Auffassungen der nächsten Schritte und Ziele erklärt werden könnten, sondern die instinktive Ahnung von der Verantwortlichkeit in der Durchführung des ungeheuren Reformwerkes. * Anläßlich der A.-C.-Sitzung fanden sich in den Vorräumen des Bcratungssaalcs verschiedene Petenten ein. Leute, die irgend etwas haben wollen, die Pläne vortragen möchten, die yorschlägc zu unterbreiten hatten. Unter den vielen Petenten sind mir einige aufgcfallcn. Ingenieur Ruthenberg hatte lange Besprechungen wegen seines Projekts. Schon außcrlch dokumentiert sich in dieser Gestalt, daß er mehr ein Mann der Tat als ein solcher des Wortes ist Er sieht gar nicht wie ein Ostjude aus: groß, breitschultrig, blond, macht er den Eindruck eines Nordrussen. In seiner Jugend galt sein Sinnen und Trachten der Befreiung des russischen Volkes. Wer׳ man ihn anschaut, glaubt man ihm, daß er einer der זבז■ * kräftigsten Wortführer der russischen Sozialrevolution״'' und auch Vollstrecker wichtiger Entschlüsse dieser lh׳־ tei gewesen ist. Nunmehr denkt Ruthenberg nur an 5״ eigenes Volk und an das Projekt, das dem Lande sc::' Väter und seiner Kinder nützen soll. Ein anderer Pete:"• der Dichter Saul Tschcmichowsky. Er unterhandelt eifrig ׳.זז dem Vorsitzenden des Waad Lcuml, Herrn David Jcllin. P15-׳ dieses Dichters ist die Schaffung des ״Roten Davidsschi'dts"■ Tagelang sitzt er im Vorraume des Bcratungssaalcs L־״ bespricht seinen Plan. Ein dritter Petent: ein alter IL’r׳j der den Wunsch hat, sein schwer erworbenes Vcrrr.c-gcr nach seinem Ableben der jüdischen Gesamtheit zugute koir^ y zu lassen. Der Fall ist schwer, und cs ist rührend, d.13 alte Herr eine zwanzigstündige Reise aus seinem nach Berlin gemacht hat, um einige Stunden da zu bic!^•׳ und dann wieder in zwanzigstündiger Fahrt nach zurückzukehren. Und alles, well er den Wunsch hat, sem נ langer Lebensarbeit erworbenes Gut der jüdischen Gesam•‘1-; zuzuwenden. Derartige Fälle, die i:1 der letzten Zelt in miy׳.״ Bewegung nicht selten sind, rühren Immer auf da« t;e>y Ein vierter Petent legt einen von ihm ersonnenen Anleihe?••‘־■ vor, den er in einer prachtvoll ausgestatteten Broschüre. •׳■ Mitgliedern des A.-C. darreicht. Durch tausend Fäden 15־ A.-C.-Sitzung mit den Gesinnungsfreunden in der ganzen ^•׳ verbunden, und diese Petenten sind das sinnfällige dafür, daß das A-C. ein Brennpunkt gesammelten -!n‘ ״ ׳ WoUcns, Denkens und Strebcns der zionistischen vjc?3 heit ist. * I 1 .... Und dann die Journalisten. Tagsüber un .; spät in die Nacht sitzen sic im Vorraum, packen :d zclnen, der aus dem Beratungszimmer hervorkommt, tusC‘•| notieren und laufen ans Telephon. Diese Journalisten ־ א vielleicht übereifrig dafür, daß alles* was in der gemeint# und beschlossen wird, sofort zur Kenntnis der j , sehen Öffentlichkeit gelange. Auch die Journalisten ־ | ו;0ח;.ז:ז ri~ch; '׳״:!gci ".C7esS lei, der ' diese- ’r Jos. :: ges voj Schein Die r'3t ץ 1 He: 1׳rnh 'ז de B v'<ik1׳ : Ürn chen i