Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 87 (6.11.1925)
- Date
- 1925-11-06
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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.Seile 734 J.U.EDISCHE RUNDSCHAU Oie Beweisaufnahme im Steigerprozeß ׳ Von unserem Spczialkorrcspondentcn. ■ Lemberg!‘ den 1. November 1925. Die Zahl der Zeugen im Steiger-Prozeß schwillt immer mehr'an. Der Anklageakt hat GO Zeugen berufen. Heute ist deren Zahl bis 100 angewachsen und neue Zcugcnbcrufungcn stehen noch bevor. Vielfältig und vielfarbig sind die Dinge, um die die Zeugen befragt werden. Optische und ballistische Wahrnehmungen, chemische Feststellungen, psychologische Hindrücke, graphologische Erkenntnisse,. Probleme der mcnsch- ־liehen Seele, religiöse, politische und gesellschaftliche Fragen — das ist der Umkreis der Dinge, welche die einzelnen Zeugeu in ihren Anssagen berühren. In den ersten Tagen des Prozesses hat die Analyse der ■Flugbahn der Bombe im Vordergrund gestanden. Es handelte sich um die Rekonstruierung eines Tatbestandes, welcher bloß, einige Sekunden währte, und nur \ou den allerwenigsten richtig wahrgenommen werden konnte. Es war darum ein aussichtsloses Beginnen seitens des Tribunalvorsitzcnden, gerade diesen Tatbestand einwandfrei und exakt fcststcllcn zu wollen. Oerade auf diesem Gebiete sind die wide! Spruchsvollsten Meinungen und Aussagen im Gerichtssaal gehört worden. Es gibt mehrere Konzeptionen über den Ausgangs* punkt und die Richtung des Bombenwurfes. Sic •stützen sieh alle auf optische Wahrnehmungen und ballistische Er* wägungcri. Welche von diesen Konzeptionen die richtige ist — wird wohl für immer das Geheimnis dieses Prozesses bleiben. Die zweite Frage, welche im Zeugenverhör breit erörtert wurde, ist das Verhalten des Angeklagten und all derjenigen individuell, welche des Attentats verdächtig sind, während des Attentats und sofort nachher. Die 1 lauptbelastmigszciigin Pasternak behauptet, gesehen zu haben, wie Steiger seine Hand erhoben, die Bombe geworfen und nachher zu entfliehen versuchte. Sie erklärt das mit einer jeden Zweifel ausschlielku* den Deutlichkeit. Es gibt aber eilte ganze Reihe von sehr glaubwürdigen und verläßlichen Zeugen (l>r. Rabner, lug. Kuttin, Frau Franzos usw.), welche oi1׳e erhobene wurfbcrcite Hand und zwei sich von der Masse des Publikums verdächtig loslösende, entfliehende Individuen gc-ehen haben, deren genaue exakte Physiognomiebeschreibung mit dem Exterieur Steigers durchaus nicht übcrcinsünunt. Noch eine dritte Frage, welche bereits das Gebiet des Psychischen streift, wurde im Zeugenverhör mehrere Male behandelt: Wie haben sich Steiger und Pasternak während der Arretierung verhalten? Hat Steiger sofort gegen seine Ar* reticrung protestiert oder sic ruhig ltingeuommcn? Hat die Pasternak gleich von Anfang mit S;cl1erhcit auf Steiger als den Schuldige״ hingewiesen oder hatte sic vielleicht ur* spriingliclt behauptet, cs scheine ihr h I o II, dal! Steiger der Attentäter sei. Heide Fragen wurden während der Gerichtsverhandlung ventiliert. Die Pasternak behauptete, Steiger halte seine Arre* ticiung mhig, lautlos hingetiommen, wie einer, welcher seiner Schuld .bewußt ist. Diese Behauptung ist restlos widerlegt worden. Alle Zeugen (dt; 'arretierenden Polizeiorgaue ein* geschlossen) haben ausgesagt, daß Steiger sofort an Ort und Stelle seine Unschuld beteuerte. Dagegen ist die Frage der inneren Sicherheit, mit welcher die Pasternak 1111 ersten .Moment auf Steiger als den Schuldigen hiugewiosen hat, noch immer heiß umstritten. Es leiht eine gan/c Reihe \o!1 Zeugen, welche unter Eid ausgesagt haben, daß die Pasternak anfänglich bloß erklärte, Steiger scheine i h r der Attentäter 7u sein. Die Pasternak tritt entschieden diesen Behauptungen entgegen. Aber erst gestern wurde ein Zeuge \erhört, dessen Aussagen geradezu seit* sationcll wirkten. Poli/eikom.nissär Suchcnck, Chef der Schut/gardc des Staatspräsidenten, erklärte, daß er die Pastor* nak 13 Minuten nach dein Attentat einem kurzen Verhör unter* zogen habe. Sie war damals nicht imstande, konkrete Fragen, welche auf technische Details des Bombenwurfes Bezug hatten, zu beantworten. Sie war sehr gesprächig. Sie hat sehr willig geantwortet. Sie drehte sich aber immerfort im Kreise von allgemein gehaltenen Fcschuldignngen herum, ohne in der l äge zu sein, solche I lagen, wie über das Aussehen der Fombc, den Moment ihres Entgleiten* aus Steigers Hand, seine Maudbew egungen und ähnliche technische Details zu he* antworten. Diese Aussagen verfehlten nicht ihre tiefe Wirkung, weil sie von einem sachkundigen und in kriminellen Dingen ׳'־ewanderten Zeugen stammten. Alter dennoch ist die Frage des Verhaltens der Pasternak während der Arretierung noch nicht restlos aufgeklärt. Es sind noch eine ganze Reihe von Zeugen zu vernehmen, welche gerade über diesen Umstand aussagen sollen. Die schwerwiegende These des Anklageaktes über die Uerkimlt des Bombensprengstoffes wurde bereits erheblich erschüttert. Sie stützte sich bekanntlich auf ein chemisches Sachverständigengutachten, dessen Verfasser im offenen Ge* nehtssaal, unter dem Druck des Kreuzverhörs der Ver* teidigiing. /״gehen mußten, daß sic — keine Chemiker seien. Das Zwiegespräch zwischen dem Verteidiger Dr. Landau ••ikI den. Sach\crst:indigen stellt einzigartig in den Annalen der Justiz da. 1 lier seien noch einige drastische Proben wicdcrgcgcbcn'. Dr. Landau: Können Sic mir sagen, aus welchen chcmisehen Bestandteilen Dynamit, abgesehen von Ammoniaksäurc i:ml llolznuhl, besteht? <v, Sachverständiger: Das überschreitet die Grenzen meines Bissens. Dr. Landau: Sind Ammoniak und Dynamonmchl auch bei 8״•deren Explosionsmittcln nachweisbar? Sachverständiger: Ich persönlich kann cs in diesem Mo* 11‘ent nicht beantworten. Ich habe die Gcrichtsorganc aufmerksa,n gemacht, daß ich in dieser Beziehung inkompetent bin. , dieser Dialog endete mit einem vollständigen Debakel ^cr Sachverständigen. Der Staatsanwalt war am zwcitnächstcn >1g gezwungen, die Vorladung neuer Experten zu beantragen. 1׳ns Tribunal akzeptierte diesen Vorschlag und beschloß, sich a;l die philosophische Fakultät der Lemberger Universität dein Ersuchen zu .wenden, Sachverständige zu nominieren. Jamit ist aber auch die Bedeutungslosigkeit des vorliegenden Gutachtens anerkannt worden. Die Verteidigttug hat auch dafür Sorge getragen, daß das -eiignoerhör sich nicht bloß in optischen, chemischen und alhstischen Feststellungen erschöpfte. Der Anklageakt hat ‘י■ n int wesentlichen bloß auf diese Wahrnehmungen zu be* kränken versucht. Die Verteidigung konnte sich mit diesem °3chvcrhalt nicht einverstanden erklären. Sic mußte verlangen» daß man gründlich in die Seele des Angeklagten hincinleuchtcf. Auf der Anklagebank — erklärte mit Recht Dr. Landau!— sitzt ein lebender Mensch, und keine Marionettenfigur. Es gilt mm durch Zeugeneinvernahme die menschlichen Bc/io* ltimgcn des Angeklagten, seine Weltanschauung, seine Lebens- Verkettung, seine politischen Ucber/eugiiugcn und seine Lebcnsgcwohnhcitcn zu, erforschen. Bis jetzt haben nur wenige Zeugen dieser Art ausgesagt. Sic werden erst in einem späteren Prozeßstadium erscheinen. Aber die wenigen, welche bereits aussagten, haben die Grundlagen des Anklageaktes erheblich erschüttert. In erster Reihe ist der Zeuge Werchola zu nenne״. Er wurde vom Staatsanwalt angeführt, um Steigers Beziehungen zu den Kommunisten zu bezeugen. Vor seinem Verhör mußte der Vorsitzende ein gerichtsürztlichcs Parcrc verlesen, welches Wcrcholas krankhafte Neigung 7.11 phantastischen Lügen kcnnzcichnctc. Aber auch das Verhör selbst ergab drastische Resultate: Werchola erzählte, daß er die Firmalokalitätcu, in welchen Steiger seinen Dienst versah, öfters durch das Fenster von der Straße aus zu perlustricrcn Gelegenheit hatte. Dr. Landau erhob sieh, und erklärte zur größten Ucbcrraschung aller beteiligten Prozeßfaktoren, daß die betreffenden Lokalitäten i1״ zweiten Stock gelegen sind und somit eine Beobachtung von der Straße aus technisch unmöglich sei. Der Zeuge begann zu stammeln und der Staatsanwalt hat wieder eine empfindliche Schlappe erlitten. Aber Werchola ist auch der einzige Zeuge, welcher Be* lastendes über Steigers Beziehungen aussagen sollte. Alle anderen bisher erschienenen Zeugen wissen von seiner inustcrhaften Pflichttreue, vorbildlichen Familiensinn, Fleiß und unpolitischen Temperament zu erzählen. Wird Steigers moralisches Alibi bewiesen, bleibt noch immer die Frage wegen der Person des wirklichen Attentäters und seiner politischen Motive offen. Die Verteidigung hat die undankbare Aufgabe, auch diesen Fragen-Komplex zu beleuchten. Senator Dr. Ringel versuchte, diese Notwendigkeilen in einem musterhaften Piaidover z.u begründen. Das Tribunal hat die diesbezüglichen Anträge der Verteidigung akzeptiert. Der politische 1 liiilcrgniiid des Attentats wird wohl bald vor den Rampen des Gerichtes anfgerollt werden. Die neuen Zeugen werden einerseits die politische Atmosphäre der Zionistischen Organisation zu schildern haben, aus welcher die Möglichkeit eines aus ihren Reihen hervorgegangeticti Attentats zu erklären oder ab/ulehncn sein wird. Andererseits werden die neuen Zeugen und Dokumente zu beweisen haben, in welchem Kreise die wirklichen Attentäter zu suchen sind. Die Figur von Ols/anski wird in diesem Zusammenhänge immer deutlicher hervortreten müssen. Das Tribunal hat hereits alle Akten des Falles Olszanski angetordert. Der politische Hintergrund dieses Prozesses ist noch nicht zu seiner vollen Geltung gelangt. Die Verteidigung wird sicherlich dafür sorgen, daß auch in dieser Richtung der Wahrheit keine Grenzen gesetzt werden. Dr. Nathan M c 1 z c r. Die folgen der l-nthQllungca L e in b erg. 2. November. (J. T. Ad Hier verlautet, die Lemberger 'Foli/cidircktion •habe י vom Warschauer innenniiuistcriiim die Weisung erhalten, ein Disziplinarverfahren gegen den Puli/ciinspektor L 1! k o in s k y ein/ulciteii und ihn bis zur Beendigung des Verfahrens vom Dienste zu siispcnliieren. I.ukomsky war bekanntlich derjenige, der das erste Verhör mit Steiger nach dessen Verhaftung vorgenommen, Steiger brutal hehaudelt und die Entlastungszeugen ringe- .siluK'hicrt hat. Auch hat er jede Spur, die auf eine andere als Steigers Täterschaft hinwies, mit Wissen vernachlässigt und zum Teil verwischt. ln Lemberger jüdischen Kreisen herrscht Genugtuung über diese Maßnahme gegen Lukomsky; mau erblickt darin einen neuen Beweis dafür, daß auch in denjenigen amtlichen Kreisen, die noch an Steigers Schuld glaubten, dieser Glaube nunmehr ers e 11 ii 11 e r t ist. Der Lemberger Poii/eikommissar K a i 11 an , der in der Steiger-Affäre eine so traurige Rolle gespielt hat, wurde aus seinem Lemberger Amt entfernt und nach Y11 o r 11 verset/t. Man beurteilt diese Maßnahme als eine Strafversetzung. — Während des Prozesses kam es heraus, daß Kaklau den aug<kl:1gte11 Steiger im Gefängnis brutal behandelt hat. Kiidail war auch derjenige, der den aus Katlowitz cingetroftenen Berieht über die Gren/überschrcitung und (Ins Geständnis des Ukrainers Olszanski mit der Bemerkung zu den Akten gelegt hat, daß Olszanski zur Zeit des Attentats in Lemberg polizeilich nicht gemeldet war mul also der Täter nicht sein kann. Auch sonst'hat sieh Kaidau während der Untersuchung verschiedene Beeinflussungen zuschulden kommen lassen. Lemberg, 3. November. (J. T. A.) Wie schon berichtet wurde, erklären einige der Zeugen im Steiger-Prozeß, daß sic den wirklichen Täter, der die Bombe gegen den Wagen des Staatspräsidenten Wojciechowski geworfen hat, wiedererkennen würden, wenn sie ihn oder eine Photographie von ihm sehen würden. Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, der von dem Angeklagten Stanislaw׳ Steiger neben den Lemberger Verteidigern Vollmacht z.u seiner Verteidigung, insbesondere zur Wahrnehmung seiner Interessen in Berlin, erhalten hat, hat der Lemberger Verteidigung eine ihm zur Verfügung gestellte Photographie dos Ukrainers Theopliil Olszanski übersandt, die publiziert werden soll und außerdem direkt den erwähnten Zeugen vorgclcgt werden wird. Ein deutschnationalcr Abgeordneter hatte im Preußischen Landtag eine ״Kleine Anfrage“ cingcbradit, die sich gegen den Abgeordneten Dr. *Badt richtete, dein vorgeworfen wurde, er habe in seiner Anfrage wegen des Steigerprozesses Informationen, die er über preußische Polizeibehörden in seiner Eigenschaft als Abgeordneter erhalten habe, lediglich auf dem parlamentarischen Wege der ״Anfrage“ zur Kenntnis des Ministers des Innern gebracht. Da er selbst Mlnistcrialrat in diesem .Ministerium, dem die Polizeibehörden unterstehen, sei, hätte er in seiner Eigenschaft als Beamter dieses Material den Behörden unterbreiten müssen. In seiner Antwort weist der Minister des Innern Severing diesen Angriff auf den Abgeordneten und Ministerialrat Dr. Badt als ganz unberechtigt zurück. Der Minister stellt fest, daß die Behauptung des dcuischnationalcn Abgeordneten durchaus unrichtig sei.; der Ministerialrat Dr. Badt habe vielmehr unmittelbar, nachdem ihm in seiner Eigenschaft als Abgeordneter gewisse Informationen /!!gegangen seien, diese unver- /iiglich zur Nachprüfung aa die zuständigen Behörden weitergegeben. Das Verfahren des Abgeordneten Dr. Badt wird also, wie z.tt erwarten war, von dem Ministerium als durchaus korrekt bezeichnet. Nr■ 8ל Vom Board 01 Deputies London, 30. Oktober. (J.T. A.) Vor kurzem w!,׳״ in London die erste Sitzung des Dcputicrtcuratc* der ז;ן,|!' sehen Juden (Jewish Board of Deputies) nach den abgchaltcn. Es wurde der Bericht des Joint Foreign (.0,״" miitcc (Ausschuß für Angelegenheiten der Juden im Au*!;״;m verlesen, worin es heißt: Der Kampf gegen den Numere! clausus wurde erfolgreich fortgeführt. Die Beschwerden der Juden in Polen, Rumänien und G r i 0 c h c n 1 a ־,! <j wurden mit den Vertretern dieser •Staaten durchgrsnrochc״ Die rumänische Regierung hat die Deportierung der j ü j; sehen Flüchtlinge a 11 .s Beßarubien eingestellt u׳:<j eine Lösung der Nationalitätenfragen in Aussieht gcüclit Das Komitee nahm den Bericht über die erstarkte anti. semitische Bewegung in Rumänien zur K c 11 ״ \. nis. Die rumänische Regierung wurde darauf liingewiesct daß die Ausschreitungen der rumänischen Antisemiten jm Auslände einen schlechten Eindruck hervotginnen haben. Herr J. Landau, ein Mitglied des Board of Deputic* hat in der Sitzung des Joint Foreign Committecs se iner AnsHg Ausdruck gegeben, daß die neue palästinensische E1;!\vrml derungsordnung dem Oberkommissar zu große Machtmittel mit Bezug auf die Deportation u 11 c r w ü n s c It t c r Ei u w a 1t d c r e r v c r 1 c i h ץן<ן . י Komitee hielt es für wünschenswert, vom Oherkoiimiissaי; •.׳:,:!, dieser Richtung hin Zusicherungen zu erlangen. 1) e m g c!;; a 3 wurde e i n c Denkschrift an den britische:! Kolonien minister gerichtet. Der Kolonicunmüstn wurde ersucht, die Aufmerksamkeit des Oherkonunissar■«!!, Palästina darauf zu lenken, daß die neuen Einw:tmlen1״gs. bcstinimungcn von den Beamten gerecht und weitherzig gchandhabt werden sollten. Der Kolonieiimüiistcr hat auf dieses Schreiben hin dem Komitee initgeteiit, er halte solche Zusicherungen seitens des Oberkora. in i s s a r s nicht f ii r notwendig. Warenaastiasch 1 wische■ Palästina und Rußland Jerusalem. (J. T. A.) Ingenieur Ginsburg \on der Hamanchil Company, der von einer Rußland-Reise wieder nach Palästina zurück-gekehrt ist, teilt mit, er habe folgendes Ahkommen getroffen: Hamanchil Company kauft von Rußland Bauholz für 21)000 Pfund, welches über den •Ftaten Archangelsk nach Palästina transportiert werden wird. Dafür kauft Rußlanct palästinensischen Wein, Orangen usw. für 1 600 Pfund Eine lödische Arbeiter •lliiversitit in Bobruisk Moskau. (J. T. A.) Anfangs Oktober wurde in Bo• bruisk, Weißrußland, eine jüdische Arbeiteruniversität mit jiddisch als Unterrichtssprache feierlich er* öffnet. Zugelasscn werden Studenten, die von den Gewerk׳ Schaftsvereinigungen empfohlen und über 20 Jahre alt sind, ln der Hauptstadt Weißrußlands, Minsk, besteht eine solche Universität bereits seit einem Jahre. Aus Deutschland Ein Lehrer teilte kürzlich in der ״Königsbcrg-Hartungschen Zeitung“ mit, daß in der dortigen Vorstädtischen Realschule ein Liederbuch im Gebrauch sei, worin Lieder enthalten sind, die Hitler, den ״Hcr/ensmittler“, preisen Und auch Stahlheim und Juitgdo verherrlichen. U. a. ist ein Lied mit folgendem Vers darin enthalten: .,Gab’s darum eine Hermannsschlacht Und all die Türkenkriege, Daß heule gegen Judas Macht Das Deutschtum unterliege? Ward deshalb auf dem Leipziger Feld Die Völkerschlacht geschlagen, Daß wir mm doch aus Judcngcld Geschweißte Ketten tragen?“ Die ״Welt am Montag“ bemerkt dazu: ״Wenn die Mel• düng aus Bayern käme, würde sic uns gar nicht wundern. Aber Preußen! Herr Kultusminister, stimmt die Sache, und wenn ja, was gedenken Sic zu tun?“ Kleine Mitteilungen Der Keren Hajessod hat Kontrakte über Bauarbeiten in den iolgcudcn Siedlungen abgeschlossen und die Arbeiten wurden 711m Teil bereits begonnen: Kfar tJria, 3 Stalle (Wert 2S9 .UM Kfar Jccheskcl, 16 Ställe (Wert 2330 C); Mcrchawjah, 10 Ställe (Wert 092 £); Kiriath Anawinr, 2 Häuser (Wert 12K) Li; üan Schinne!, 2 Häuser (Wert 757 £); Transsyha• nischc Kolonie, 13 Ställe (Wert 1290 C); Dagauia A, 1 großer Stall (Wert 392 C); Karkur, 15 Ställe (Wert 1 IST C); Tel Adas, 15 Ställe (Wert 1506 £). In Tcl-Awiw wurde eine Leih- und Spargcsellsciiaft zwecks Hergahe kleiner Darlehen an jüdische Arbeiter gegründet. Die Institution arbeitet in Tcl-Awiw, Jerusalem und Haifa. Die zionistische Palästina-Exekutive hat ans dem Arbeit'־ budgetr des Keren Flajessod 300 £ investiert und die Ar• beiterbank 650 £. Eine Moskauer K i n c m a t o g r a p 11 c n - G c s e i I schaft hat einen großen Film aus dem Lehen der Juden je. Rußland in der vorrevolutionären Zeit hcrgestellt. Der 1 in* führt den Titel ״Jiddische Glikkcn“ und ist dm ,, Men aemו•; ־ iMendel“-ErzäI1Iungen des verstorbenen großen jüdischer. Dichters und Humoristen Schalom Aieichem nachgcs:.1het. Eine 11 o I z b c a r b c 11 u n g s f a b r i k ist mit 500C׳ Ffm:d Kapital in der Kolonie Gliedern errichtet worde:!. 2!> Ar* heiter sind schon beschäftigt, weitere 30 werden vingr-!; 1;t bis die Fabrik fertiggcstcllt sein wird. Es wird dr־'• E'4J* Ivpfusholz aus dieser Kolonie verarbeitet und haup'srahkc!» Örangenkisten erzeugt. Der Medizinprofessor der Universität in Padu.i. A:!!•: Castiglion e,Chefarzt des Lloyd Tricstino, besuchte kur/י'*׳ Palästina. In Begleitung des Herrn Naamani vom po'id'rhci: Departement der Palästina-Exekutive besuchte Prof. Castigh^c die Institutionen der H a d a s s a h und der K 11 p a t C. h o 1 i!יי• Jerusalem, 2S. Oktober. (J.T. A.) Die Paiastincn* sisch-Zionistischc Exekutive wurde von dem Komitee d*r Internationalen Hygiene-Ausstellung in Düssoldorf l'1*1 offiziell ciitgeladcn, sielt an der Ausstellung zu beledigen•־ Die Exekutive hat beschlossen, der Einladung Folge zu leisten und in dein Ausstcllungsgeländc eine Palästina-Abteilung einzurichtcn, die ein Bild von der sanitär-hygienischen Arbeit in Palästina und ihren Folgen geben soll. He!r Dr. Kat*־ nelson begibt sich im Aufträge der Exekutive imcli Dii'sel• dorf um den Palästina-Pavillon der Ausstellung /.uvorganisicrcn. Das Büro der Jüdischen W c 11 h i 1 f s ko n t c reo* befindet sich ab 15. Oktober d. J. $3, Avenue de la Grande* Armee, Paris. Die Telegrammadresse bleibt wie bisl׳״: Wcrclicw, Paris. :.eitert( 01 fite \ wci r :!her ■י geleit ßcrlii iir’rj־ lieh er u. Punk e aut V und ת L'mw x Wie־ Land• um i stcr. i! Tagu *״־ff'״ wüns j .'mdrH Sc\u;o erf.ih li. or£־l