Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-11-06 · Heft 87 (6.11.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 87 (6.11.1925)
Date
1925-11-06
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652771--17821-2691902
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

Seite 732 JUEDISCHE RUNDSCHAU Instruktoren werden die Neuankömmlinge in der Führung und Bearbeitung ihrer Wirtschaften mindestens 3 Jahre lang unterweisen und beaufsichtigen. Der Siedler soll, da ihn die Tätigkeit in der Orangerie nicht voll nusfüllt, sich in seiner freien Zeit die Kenntnis anderer Kulturen ancigncn, um auch seinen unbcpflanztcn Boden ausnutzen z1.׳ können. Ohne die Irrungen der im Emck propagierten autarkischcn Wirtschaft mitzumachen, gab cs von jeher in der Landwirtschaft den Grundsatz, die Existenz nicht ausschließlich mit einem Produkt zu verbinden. Ohwohl fiir den Anfang die Orangerie eine genügende Gewahr für den Lebensunterhalt bietet, — m. E. mehr als ein gewerbliches oder industrielles Unternehmen, das schließlich in seiner Art auch eine Monokultur ist — so soll jeder Siedler vorsichtig auf seinem freien Boden, immer unter Anleitung und Aufsicht von Instruktoren,‘ andere Kulturen aufnehmen, deren Pflege einen Gewinn verspricht. Zunächst dürften da Futter- und Gemüsebau oder die Bananenkultur in Frage kommen. Die Wirtschaftsform wird sich hierbei ganz nach der Zahl der in jeder Familie vorhandenen Arbeitskräfte richten müssen, da eine intensive Ausnützung des gesamten Bodens regelmäßige Hilfskräfte zur Voraus- Setzung hat. Der Typus 1 soll bei Uebcrsicdlung 12 Dunam Orangerie, ein Haus mit 2 Zimmern, Bad, Küche, Stallung und totes Inventar vorfinden, die restlichen 10 Dunam sind vorbereitet oder mit einer Fcldfrucht bestellt. Das lebende Inventar wird erst später beschafft. Die Kosten der gesamten Wirtschaft sind auf 1800 £ zu veranschlagen,, wovon das Mitglied 1200 £ in 4 Raten aufbringen soll und zwar im 1. Jahre 400 £, Im 2. Jahre 300 £, im 3. Jahre 300 £, im 4. Jahre 200 £. Die Testierenden 600 £ sollen auf dem Kreditwege beschafft werden. An Einnahmen sind im 1. Jahre nach der Uebcrsicdlung 180—200 £ zu erwarten.*) ־ Es ist möglich, daß durch Entgegenkommen von Kolonisationsgcscllschaftcn bei diesem Typ eine Anleihe von 800 £ bewilligt und somit nur ein Eigcnkapital von 1000 £ benötigt wird. Diese Summe scheint mir allerdings das Mindcstkapital zu sein, das zur Durchführung vorstehenden Plans erforderlich ist. Wer z. B. nur über 500 £ verfügt und gute landwirtschaftliche Arbeitskräfte in der Familie mitbringt, der findet in dem Soskin’schen Projekt eine, wie ich annchme, aussichtsreiche Möglichkeit, einer landwirtschaftlichen Ansicdlung. Wenn man Ruppins Angaben zu Grunde legt, so kann man die Barausgaben fiir eine Familie inkl. Steuern nach Entnahme von Milchprodukten, Eiern und Geflügel aus der Wirtschaft auf ca. 00 £ schätzen. Obwold dieses Minimum an Ausgaben bei diesem Typ weit überschritten wird, etwa doppelt so viel zum Lebensunterhalt vorhanden ist, so bctrachte ich doch diesen Wirtschaftstypus nicht als Normaltyp, sondern nur für zwei Kategorien von Leuten in Betracht kommend: 1. für junge Leute mit kleiner Familie, 2. für Kapitalisten, die nicht ihr ganzes Geld auf eine Karte zu setzen, sondern noch eine Rente aus ,anderen Anlagen zu ziehen wünschen. Als Normaltyp hat Typus II zu gelten. Hierbei erhält jeder Siedler 50 Dunam, davon 20 Dunam Orangerie, ein Haus "mit 4 Zimmern, Bad, Küche, Veranda, die notwendigen Stallungen, Geräte und lebendes Inventar und ca. 24 Dunam aufgeschlossenen Bodens. Die Gcsaintanlagc stellt sich auf 3000 £, wovon das Mitglied 2000 £ aufbringen muß, und zwar im 1. Jahre 750 £, im 2. Jahre 500 £, im 3. Jahre 500 £, -itn 4. Jahre 250 £. 1000 £ sollen im Kreditwege beschafft werden. An Einnahmen im 1. Jahre nach der Ueber- Siedlung sind 300—350 £ zu erwarten. Wenn man berücksichtigt, daß nur die Erträge aus den Orangerien eingesetzt werden, daß ein beträchtlicher Teil der Nahrungsmittel aus der Bewirtschaftung des unbcpflanztcn Bodens beschafft werden kann, so ist eine Einnahme von 300—350 £ so hoch, daß sic weitgehende Bedürfnisse zu befriedigen imstande ist. . Zur Frage der Rentabilitätsberechnung einige Worte: Alle in der Ocffcntlichkcit aufgemachten statistischen Angaben können einer auch nur oberflächlichen Prüfung nicht standhaltcn. Meistens werden aus steuerlichen Gründen ungenaue Mitteilungen gemacht. Man untersuche die Zahlen, die Ruppin in seiner Statistik auf S. 106 wiedergibt und wird dort die merkwürdigsten Dinge finden. Die Ausgaben einer Orangerie von 30 Dunam werden mit 735 £, die für eine von 40 Dunam mit 297 £ angegeben.. Die Ausgaben pro Dunam schwanken zwischen 24 J/2 £ und 7\'2 £. Die Erträge aus dem Ortsverkauf bzw. dem Verkauf in Waggonlachmgen nach Aegypten werden überhaupt nicht angegeben. Es ist nicht möglich, eine solche Statistik irgendwie zu verwenden. Man kann überhaupt nicht Durchschnittsergebnisse von ״Orangerien" feststellen, ebensowenig wie etwa den durchschnittlichen Milchertrag von palästinensischen Kühen. Eine Damasccncr Kuh gibt 8 bis 10 mal so viel Milch wie eine arabische Landkuh. Ich habe meiner Berechnung Angaben guter Freunde unter den Kolonisten zugrundegclcgt, die allerdings vorzügliche Pflanzungen haben — nur solche darf man anlcgcn und zu Vergleichen hcranzichcn — und bin dabei unter Berück* sichtigung der durch die maschinelle Betriebsform ei zielten Ersparnisse auf 18 £ pro Dunam gekommen. Zieht man hiervon die Verzinsung und Amortisation für das geliehene Kapital ab, so kommt man auf einen Satz von 15 £ pro Dunam im Anfang. Es ist meine Ueberzeugung, daß der Nettoertrag sich 5 Jahre später, also im 12. Jahre, ohne Mühe auf 20—25 £ pro Dunam heben wird. Bei einem Nettoertrag von 15 £ per Dunam hat man, wenn das cingczahltc Kapital die ganzen Jahre hindurch mit 6 0/9 verzinst, trotzdem eine mindestens 9—10 o/oige Verzinsung zu . erwarten, eine für landwirtschaftliehe Verhältnisse recht gute Rentabilität Wollte man an* nähernd den Wert der Typus I-Wirlschaft nach 6 Jahren schätzen, so kommt man unter Zugrundelegung der heutigen > Verkaufspreise für fertige Orangerien auf eine Minimalsummc von 3000 £, bei einem Gcstchungsprcis von 1800 £ und einem Eigcnkapital von 1200 £. ׳ Noch einige wichtige Punkte sollen gleich besprochen werden: In dem alten Schcar Jaschuw-Kontrakt hatte das Komitee das Recht, die Wirtschaft von Mitgliedern, die sich in der festgesetzten Zeit nicht nicdcrlasscn, zu verkaufen, wobei der Gesellschafter nur Anspruch auf Rückzahlung des Kapitals ohne Zinsen hatte und sogar einen evtl Verlust tragen mußte.• Diese Bestimmung wurde geschaffen, um einerseits eine Bodcnspckulaüon auszuschaltcn, andererseits der Kolonie die Exislciizmöglidikcit nicht zu erschweren bzw. zu unterbinden. Bleibt nämlich ein Teil def Mitglieder aus, so ver* •) Mit Einzelheiten stehe ich Interessenten gern zur Verfügung,. W 62, Keithstr, 13). ..; ... teilen sich die allgemeinen, wirtschaftlichen und kulturellen Ausgaben auf eine entsprechend geringere Kopfzahl, die Lasten werden 711 groß, die Rentabilität, wie das gesellschaftliche Lehen werden in Frage gestellt. Daher wird man sich auch heute nach dieser Richtung hin sichern müssen, ohne so rigoros sein zu brauchen wie früher. Denn, da die allgemeine Uehersiedlung nach dem jetzigen Plan nach 6—7 Jahren vor sich gehen soll, einem langen Zeitraum, in dem Ereignisse cintretcn können, die Mitglieder mit den besten Absichten zu einem Rücktritt zwingen könnten, so würde man honte dem Mitglied in diesem Falle Anspruch auf Rückzahlung des eingezaliltni Kapitals und 5 Zinsen und »('a des darühcr hinaus erzielten Erlöses konzedieren können. Es steht zu erwarten, daß sich Gesellschaften bilden werden, die cs übernehmen wollen, Pflanzungen in Lohn anzulegen qnd unter Hinweis auf den hohen Verkaufspreis der fertigen Orangerien einen ungefähr 100 «oigen Kapital- Zuwachs in 6 Jahren in Aussicht stellen. Die vor ungefähr IS Jahren zu gleichen Zwecken gegründete Pflanzungsgcsrllschaft ״Agudath Nctaim“ hat ihre Verpflichtungen trotz, guter Konjunktur nicht erfüllen können und ist zugrunde gegangen. Wenn wir nach einer Ursache forschen, dafür, daß die in Lohn angelegten Pflanzungen fast durchweg hinter den selbst angelegten zuriickstchcn, so können wir sic eigentlich nur in dem mangelnden Interesse der Auftraggeber finden. Die meisten von ihnen haben sich durch die zu erwartende Ver* zinsung wie durch . den möglichen Kapitalzuwachs zu der Investi ion bestimmen lassen, die wenigsten waren entschlossen, nach Palästina übcrznsicdcln, und nur ein ganz geringer Teil hat die Pflanzungen jemals persönlich kontrolliert. Waren die Pflanzungen schließlich bis zur Ertragsreife gebracht worden, dann fing die Misere erst recht an. Statt der zu erwartenden Gewinne mußten noch Zuschüsse geleistet werden. Blieben diese aus, so dauerte, es nicht lange, und der Kapitalist war Geld und Plantage los. Im vorliegenden Falle werden die Pflanzungen von den Mitgliedern für die Mitglieder angelegt werden; eine Bonifizicrung wird erst nach einer Reihe von Jahren erfolgen. Diejenigen Mitglieder, die schon früher übersiedeln, werden nicht im Stande sein, wie cs mehrfach vorgekommen ist, ihre eigenen Lose auf Kosten und unter Bcnachtciligung der anderen noch im Golus weilenden Gesellschafter besonders zu pflegen und zu betreuen. Schließlich sei noch kurz auf die allgemeine Wirtschaft*• läge in Europa um! Palästina ringeg,ingen. Wir leben hier in einer Zeit äußerster Geldknappheit, und cs würde vielen Leuten mit bestem Willen und vorzüglicher persönlicher Fig* nung nicht möglich sein, sieh an einer solchen Kolonicgriindung zu beteiligen, bzw. die Zahlungen regelmäßig zu leisten, wenn man nicht fiir einen Finan/icrungsfonds sorgen würde, aus dem gute Effekten, Grundstücke, Fabriken zum Zwecke der Kapital-Mobilisierung belieben werden könnten; also gewissermaßen llcr/l's Plan der Jewish Company. Lin solcher Kredit darf nur nach ganz, geschäftlichen Gesichtspunkten gewährt werden. Für den Geldgeber sehe ich keilt besonderes Risiko, da das vorgcstrcckic Kapital ja nicht zu irgendwelchen persönlichcn oder geschäftlichen Zwecken de? Siedlers, sagen wir in Deutschland oder Polen, Verwendung findet, sondern werbend i;1 Palästina angelegt wird, und der dortige Besitz, natürlich müliaftcn muß. Wie siel! auch die wirtschaftlichen und politischen Verhältnissc in Mitteleuropa und Palästina in den nächsten Jahren gestalten mögen, ich glaube nicht zu viel zu sagen, wenn ich behaupte, daß die Chancen drüben nicht schlechter sind als hier und daß diese Aussicht fiir zionistische Privatleute genügen müßte, um ihr Kapital auch ln Palästina arbeiten zu lassen. Ich habe i:11 vorliegenden auf Grund eigener und allgemeiner Erfahrungen, auf Grund feststehender Tatsachen und wirtschaftlicher Erwägungen einen Weg gezeigt, wie man ohne große Kapitalien, ohne wesentliche landwirtschaftliche Vorbereitung sich oder seinen Kindern eine anständige und befriedigende Existenz in Palästina gründen und ein geistiges und kulturelles Leben in Ercz Israel unter neuen, gesunderen Formen beginnen kann. Ich glaube kaum, daß jemand gegen diesen Plan gewichtige Entwände erheben könnte; ich persönlich sehe nur eine Schwierigkeit: durch die von Jahr zu Jahr sich verstärkende Bodenknappheit, durch die im Zusammenhang damit anschwcllciulcn Preise wird die Gründung solcher Kolonien immer mehr erschwert und ich habe begründete Zweifel, ob das, was heute möglich ist, in ein paar Jahren noch zur Ausführung gebracht werden kann. Die Ch3Lsldfnt• Siedlungen Jerusalem. (P. C.) Die Gruppe des Jabloner Rebbe, die bisher provisorisch 'auf einem Punkte an der Straße Haifa—Nablus in Nachlath Jaakob untergebrarht war, hat jetzt begonnen, sich entsprechend dem ursprünglichen Plan auf die 3 Punkte zu verteilen, die nach den geographischen Bedingungen für die endgültige Sie llnng als die geeignetsten erscheinen. Die Siedlung wird also ln Zukunft drei Dörfer haben, und zwar in liarbaj, Harithia und Scheich Abrek. Einen Teil des hier in Frage kommenden Bodens hat bekanntlich der Keren Kajemeth zur Verfügung gestellt. Zionlsl« aus Kiew gelangen nach Persien Jerusalem. (P. C.) Eine Anzahl Zionistfcn, die Kiew verlassen haben, um nach Palästina zu gehen, hat schließlich Persien erreicht, nachdem sie den größten Teil des Weges 7.11 Fuß zuriickgclcgt haben. Die hiesigen zionistischen Stellen bemühen sich eine Erlaubnis zur Einwanderung nach Palästina für 22 Personen der obigen Gruppe, die in Teheran zurückgehalten werden, zu erlangen. Die Zionisten bemühen sich, daß sic als politische Flüchtlinge anerkannt werden, da der Sowjctkonsul ihre Auslieferung fordert Haifa, 31. Oktober. (J. T.A.) Hier fand eine gemein* samc Sitzung der jüdischen und der arabischen Rechtsanwälte Palästinas statt. Es wurde beschlossen, einen Verband der Rechtsanwälte Palästinas zum Schutze der Bcrufsiutcrcsscn zu gründet!. Zwecks Ausarbeitung der Statuten wurde ein, dreigliedriges Komitee, dem ein Jude, ein Mohammedaner und ein Christ angehören, eingesetzt. Jerusalem. (J.T. A.) Der Chef der Röntgen-Abteilung der medizinischen Organisation ״Hadassah“, Dr. Freud, ist heute im Alter von 53 Jahren verstorben. Er war ein Vetter von Prof, Sigmund Freud. Nf Von der Nationalblblloifcck Jerusalem Herr L. Schapira, ehemaliger Leiter der Angeif..,J heiten des jüdischen Ministeriums fiir Litauen, übersj״ ^1•״ der Bibliothek auf Veranlassung von Rabbiner Mcir Bcr’‘^ c ein Heft mit den Siegeln aller jüdischen Gemeinden Lit.au* 1 die zur Zeit der jüdischen Autonomie bestanden lmh:>״; * Heft umfaßt 181 Siegel. — Die Britische Akademie” üsv 01ז5€ח sandte der Jerusalemer Bibliothek die vollständige Serie "!!ä 5<> *י i von ihr herausgegebenen ״Procceding“ und eine ׳*r‘^ *׳*ress5 Anzahl anderer von «1er Akademie herausgcgebenen Schritt, J f>ic Bibliothek erhielt ferner als Vermächtnis <]<.ז?0. Mai 1918 in Konstanz verstorbene״ Kinder.ir/.tes ־,ז Gustav M e i u r a t h , eine Bibliothek aus den! Gebiete Kinderkrankheiten. Durch eine Reihe von Zuwendungen in letzter mit VöU׳ k aus1■ •״ yoncn Nationalhibliothck angekaufr. Ebenso gelang von Herrn Prof. Heinrich Citron-Berlin, die medizinische B!hil tbck des verstorbenen Herrn Lazar Bortz zu erwerben.' fJ Familie des verstorbenen Dr. Leopold Kahn in Wien, der erster. Mitarbeiter Hcrzls, hat dessen Bürhrrsammk-i der Universität 7um Geschenk gemacht. Frau Bertha Alp^-I stein, die Witwe von Rabbiner A. E. Alperstein, schW.-E einen Teil der PrivatbihÜothck ihres Mannes. Vom Ke-J Hajessod erhielt die Bibliothek die Glückwunschtclf^ran:-! und Briefe an Mendel Rcilis nach seiner Freilassung, unter ein interessantes Schreiben von Schalom Alcici1cJ Die Witwe des berühmten Physikers Heinrich Hertz, Begründers der Lehre vom elektrischen Magnetismus, hat wem ( Bibliothek das Manuskript seiner ForschmgsschrihJ* ^und h übergehen. Ferner wurde die Bibliothek um ein intcrcs$ar-־y :nc ך Manuskript des Rabbi Ezechiel Landau aus Prag, des \v;s fassers von ״Noda Bijehudoh“, und um ein solches •,-$ David Fricdlacndcr, dem Begründer der Reformbr giing, bereichert. Dem Universitätsarchiv' sind ferner c!,Ä 30 000 Telegramme zugesandt worden, die das Ergebnis <:£ Glüekwunschablösung des KKL. in Polen zur Universit־■J* cröffnung darstcilcn. * Die Hauptversammlung der ״Gesellschaft der Freu־:.], der Jerusalem-Bibliothek E. V.“, Berlin, die mit Beginn d t| c jüdischen Jahres stattfand, wurde durch einen Bericht <:ו• £׳ Schrift- und Geschäftsführers der Gesellschaft, Prof. Dr. I!׳׳| rieh l.oewr, ringelcitet. Aus ihn! geht hervor, 1hP, Volk c Gesellschaft in der llerie.hts/eit nach der vorherigen Ahsrnd״, aus von 20 Kisten mit Büchern jetzt wiederum 71 Kisten wertvr,:׳£ Anw.c Werke nach Jerusalem abgesandt hat, im ganzen unjch'-jfc rcch ( 15 000 Nummern. Die Gesellschaft hat sich bemüht, mösti:r.$ best < solche wissenschaftliche Werke zu besorgen, die in ci!w'J v gewissen Zusammenhang mit den von der Universität Jenisj'rij 2us; s bisher betriebenen Studien bestehen. 1 ל r‘c Prof. Dr. Albert Linste ln 11.1t eine sehr grol$ ״;r Sammlung überaus wertvoller w i s s c n s c h 1 נ!j l i c 11 e r Schriften der Gesellschaft ü b c r w 1 c:ן ד darunter namentlich Akadcmicschriftcn aus allen Kulturländer In den letzten Tagen i;t auf Veranlassung der GcscHs:!1״ die medizinische Bibliothek von Prof.!>. Adolf Lazar•, fiir Jerusalem gestiftet worden. Von besonderer Bccieniur ist es, daß Frau Dr. IVierwald den handschriftlichen N1:; lall ihres Onk־e.!s, Prof. H. S t c i n 111 a 1,. der Gesclkh. übergeben hat. Der engere Vorstand besteht aus Sanitätsrat I>r. 0115:3 Bradt als Vorsitzenden, Prof. Dr. Heinrich Loewe s Schriftführer und Bankier Emil Dam mann als Schatzmcütc־ In den Vorstand wurden ferner gewählt: Prof. Dr. Alk Einstein ab stelle. Vorsitzender, weiter die Herren 1׳ gationsrat Prof. Dr. M. Sehern heim, Prof. Dr. Jsir.s F 1 b o g c n , Rechtsanwalt Dr. Eduard L c s t s c h i n s»׳׳ Kurator der Wolffsohn-Stiftung, Rabbiner Dr. Meyr Hildesheimer, Rabbiner Dr. Leo B a e c k . Frau Hs.י bincr Dr. E. Es c h c I h a c 11 c r , Rechtsanwalt Dr. Bear Walter, Buchhändler Josef Altmann, sämtlich in Außerdem Dr. Raphael C h ה m i t r c r in Leipzig, K.1ufnu:׳־׳ Simon Strauß in Kassel, Justkrat M. Bo d e n 11 c : m er Köln, Kaufmann Ludwig L 3 q u c 11 r in Breslau. _. _ 1 Eine Aktion lör ost’.fiäische Studcntei | Berlin. (J.T. A.) Gegenwärtig ist eine Aktion im Dar:'^ die das Ziel verfolgt, den jüdischen Studierenden m!־׳ Ostländern zur Vollendung ihres Studiums zu verhelfen. ' l: dieser Aktion beteiligen sich die Oroßiogc Bnei Brith, £■ 4■ Hilfsvcrcin der Deutschen Juden, die Zentrahvohifahrt^^-y der deutschen Juden und das Wohlfahrtsamt der brrr׳^ Jüdischen Gemeinde, ln dem Hause der Oroßiogc fand Besprechung statt, der die führenden Persönlichkeiten der g ן■ nannten vier Organisationen und das Präsidium des Yrih.1:;׳ der jüdischen Studentcnvcrcine beiwohnten. Der Vorsitzerc*^ Herr Dr. James Simon, gab eine Schilderung der traurig־% Lage der aus dem Osten stammenden Studenten. Fr )([:'■[% einen Brief Dr. Einsteins, der bedauert, nicht prr־dr..ן ״ erscheinen 711 können und seine Mitwirkung verspricht. •; Herr Dr. Paul Nathan sagte, cs sei eine VerpfkV der Gesamtheit der deutschen Juden, die Summe von *י׳י» bis 70000 Mark auf/nbringen, die notwendig ist, daimt <| jungen Leute ihre Studien beenden. — Rabbiner Dr. : If i ld cs h ei nt c r sprach über die Ziele und Leistungen c ' Verbandes der jüdischen Studentenvereine,־ der im Juli ־'י^ : gegründet wurde und damals 2500 Mitglieder au JS 1 :!1'):ו; sitäten zählte. Jetzt zählt der Verband in 21 Städten nur noch 700 Mitglieder. Der Zustrom 1׳ aus mannigfachen Gründen aufgehört, nicht rulctrt d.id--•. daß die deutschen Universitäten von den Studierendf!: , dem Osten quälende Nachprüfungen verlange:’ '!י•'* die Priifungs- und A b s eh 1 u ß g c b ii h r e n i ״ Höhe schraubten. Es sei zu bedauern, daß durch solche Behandlung die jungen Leute cs vorzichcn, in und Frankreich zu studieren, wo man ihnen cutgegcnkommt, ihnen sogar Stipendien verleiht. Das n■ ein Schaden für die deutsche Kultur. IN!1 '.^':ויו sich jetzt darum, den Verband, dem seitens der ka Beträge mehr zuHießen. in die Lage zu versetzen, dicicm:- Studenten 7.u retten, die vor dem Abschluß stehen. — wurde beschlossen, daß sich die genannten Organisationr:1 alle jüdischen Organisationen in Deutschland wenden, ן cs zur Pflicht gemacht werden soll, sich an diesem |>llן ״ werk für die jüdischen Studenten aus dem Osten zu bcteu'C ן י In Montevideo (Uruguay) traf ein Vertreter Ica aus Buenos Aires ein, der mit den in der jaais^ן Kolonisationsgcscllsehaft vereinigten Repräsentanten der | heit in Uruguay über eine ausgedehnte jüdische Kolom'amד ״ tätigkeit in Uruguay verhandelt. Sowohl die sephardi.^'lN. 0 $ auch die aschkcnasischc jüdische Gemeinde in Monte' entfalten seit kurzem eine intensive Tätigkeit. Es ex!'״ j ii S jüdische Institutionen, sowie ein ständiges, jüdisches!Tnי '■ ״ Seit kurzem erscheint ein jüdisches WochcnbD11 £ Montevideo. | $ ־ . . .05

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.