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Jüdische Rundschau · 1925-11-06 · Heft 87 (6.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 87 (6.11.1925)
Date
1925-11-06
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 730 JUEDISCHE RUNDSCHAU Die Unruhen in Syrien , Von Joseph Friedfeld. Jerusalem, 27. Oktober. Der Umstand, daß cs, ungeachtet des siegreichen Vor* dringens der Franzosen im I>schebcl Druse einer drusischen Rdterabtcilung gelang, in die südlichen Stadtteile von IXainaskus cinzudringen und sieh dank der bereitwilligen, ja enthusiastischen Unterstützung der Stadtbewohner für einige Tage dort zu halten, bis das konzentrierte Bombardement dieser Stadtteile durch französische Ar* tillcric zu deren Räumung zwang, hat neuerlich die Aufmerksamkeit der arabischen Kreise Palästinas auf die Lage in Syrien gelenkt Es ist schwer, sich von der Lage m Syrien ein der Wahrheit entsprechendes Bild zu machen, da die französische Zensur außerordentlich streng ist und keine Nachrichten über die Grenze ■gelangen läßt. Selbst aber die offiziöse französisch-syrische Presse aus Beyruth gesteht zu, daß die volkreichsten Stadtteile von Damaskus durch achtundvierzig Stunden unausgesetzt durch Artillerie, Flieger, Tanks und Maschinengewehre beschossen wurden und gibt die Zahl der Opfer, meist Frauen und Kinder, mit 8000 an. Arabische Nachrichten aus Haifa sprechen von 25000 Toten, und davon, daß ganze Teile der Hauptstadt Syriens in Trümmern liegen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Mitte zwischen diesen beiden Angaben, aber selbst die Beyruther Zahlen sprechen eine erschreckende Sprache. Es ist verständlich, daß dieses Blutbad bet der arabischen Bevölkerun״ Palästinas und insbesondere in der Presse Proteste hervorgerufen hat. Das arabische Nationalkomitcc m Palästina hat sich mit Telegrammen um Hilfe an die indischen Mohammedaner und an die Svricr in Amerika sowie nach London und Genf gewandt. Die verschiedenen arabischen Zeitungen Palästinas, die am 24. Oktober erschienen sind, bo sprechen die Ereignisse in Damaskus in ausführlichen Artikeln. So meldet der Sowt Ashaab, daß der Aufstand in Syrien immer weitere Kreise zieht und daß sein endlicher Sieg wahrschcinlich ist. Der Redakteur glaubt, ״daß Frankreich noch mehr Truppen wird nach Syrien schicken müssen, wo sie wieder die friedliche Bevölkerung mißhandeln und Döner zerstören werden. In einen! solchen Falle werden wir den Völkerbund und die ihm an geschlossenen Regierungen fragen müsse״, ob ״Mandat“ bedeutet, Völker gegen ihren Willen zu leiten und zu erziehen. Wenn in der VergangenheitFrankreich imstande war, den Völkerbund irrezuführen dahin, daß das syrische Volk das französische Mandat wünscht, haben die Ereignisse dies bestätigt? Der Widerstand und die offene Revolte gegen das französische Mandat beweisen klar, daß die Svricr cs nicht wollen. Daher sollten alle Regierungen des Völkerbundes Frankreich auffordern, aut sein fluchbeladenes Mandat zu verzichten und seine Truppen von Syrien zurückzuzichcn, während eine internationale Kommission neutraler Mächte nach Syrien gesandt werden soll, um dort des Volkes Wünsche zu erforschen.“ Der Al-ittihad al-arabi (Arabische Einheit) schreibt: ״Wir haben niemals geglaubt, daß der Irrsinn der französischen Behörden in Syrien so groß sei, sic dahin zu führen, eine große Stadt wie Damaskus zu bounbardicren, wo ungefähr eine halbe Million Menschen wohnen, darunter Frauen, Kinder, Greise und Kranke. Aber diese wilde und sehr schreckliche Sache ist durch die Ereignisse bestätigt worden.“ El Karmel fragt, ob es wahr ist, daß die Drusen den französischen Frauen und Kindern in der belagerten Zitadelle von Sucida gestattet haben, sic in aller Sicherheit zu verlassen, während französische Aeroplanc Drusendörter und Damaskus ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder, die dort lohen, bombardiert haben. In ähnlichem Tone schreiben dir" anderen arabischen Zeitungen Palästinas und ebenso die arabische Presse Aegyptens. Selbst der Mokattam, der stets für eine Verständigung mit Europa eintritt und von Christliehen Syrern redigiert wird, ist ob der von ihm beklagten unnötigen Grausamkeit Frankreichs in Syrien erbittert. Die Ereignisse in Damaskus haben deutlich gezeigt, daß der Driiscnaulstand keine lokale Angelegenheit des Pschcbcl Druse ist, dein die übrige Bevölkerung Syriens mit wenig Sympathie gcgcnübcrslcht. Sic haben gezeigt, daß zumindestens ganz große Teile der nichtdrusischen Bevölkerung mit ihnen sympathisieren und in ihrer Erhebung den Beginn einer nationalcn Befreiung Syriens sehen. Die Abneigung gegen Frankrcichs Mandatsvcrwaltung beherrscht ganz Syrien und ist um so erstaunlicher, als während des Krieges unzweifelhaft Teile der syrischen Bevölkerung die Franzosen als Befreier herbeigesehnt haben und ihrer hochverräterischen Taten halber von den Türken hingcrichtet wurden. Das ungeschickte, militaristisch-burokratischc Vorgehen Frankreichs hat aber schnell eine Ernüchterung folgen lassen. Der Widerstand gegen Frankreich geht tiefer als die sonstige Abneigung gegen Mandatarmächtc. Es ist eine in arabischen Kreisen ohne Einschränkung anerkannte Tatsache, daß die englische Mandatsvcnvaltung sowohl in Mesopotamien und Transjordanien, wie auch, ungeachtet der durch die Balfourdeklaration verursachtcn zusätzlichen Reibungsflächen, in Palästina viel liberaler und bei weitem weniger drückend als die französische in Syrien ist. Dies ist ־keine Ueberzeugung erst der letzten lahre, sondern war schon 1919 wenige Monate nach dem Fjnrücken der Franzosen lebendig. Als 1919 die amerikanische Kommission Syrien bereiste, erklärte sich sowohl in Damaskus wie in Bevruth die überwiegende Mehrheit dafür, wenn schon ein Mandat sein müsse, ein englisches dem französischen vorzu2icl1en. In seinem grundlegenden Buche über Syrien schreibt der franzosenfreundliche christliche Syrer Georges- Satnrnf, der für ein französisches Mandat voll und ganz eingetreten ist, zu Beginn 1920: ״Unglücklicherweise hat sich das Regime der französischen Besetzung ein wenig von den (von Frankreich verkündeten) Prinzipien (der Demokratie usw.) entfernt. Die Idee einer Zusammenarbeit zwischen der Besatzung und den Syrern hat noch keine praktischen Formen angenommen, d. h. in einem Augenblick, wo Feisal, der Gegner Frankreichs, aus dem syrischen Nationalismus alle Vorteile zu ziehen versteht, scheint die Politik der Republik die Verwertung dieser moralischen Kraft zu vernachlässigen, ohne die doch nichts Festes und Sicheres in Syrien geschaffen werden kann. Gegen Ihren Willen vergleichen die Syrer die englischen Methoden, vor denen sie Angst hatten, und die französische Politik, die sic vor sich sehen. Die anscheinende Feindschaft von Damaskus (gegen Frankreich) entstammt dieser Beobachtung. Die große Stadt sieht nach Bevruth (wo die Franzosen sind) und nach Jerusalem (das von den Engländern besetzt ist). In Palästina hahen die Engländer . ein Regime der Zusammenarbeit organisiert; wir wissen, daß man dem nicht mehr sehr weit trauen darf, aber schließlieh sind die Ergebnisse da. Die Zusammenarbeit der Schutzmacht und der eingeborenen Bevölkerung ist bereits in die tauche Praxis übergegangen. Die englische Regierung hat außerdem der wirtschaftlichen Organisation einen kräftigen Anstoß gegeben, Eisenhahn, Post, Tclcgraoh und Schiftahrt, alles läuft in bester Ordnung.... In der Politik der tranzöstechen Besatzung ist ein Element des Irrtums, das wichtig ist, festzustcllen: sic hält sich für realistisch, Ist es aber nicht, sie kann es nicht sein, weil sic die Seele vergißt. Sie wirkt auf den Körper ein, nicht aut den Geist und zieht die Imponderabilien nicht genügend in Rechnung.“ Es ist allgemein bekannt, daß die Führer des Drusenaufstandes aut Uebertragung des Mandates von Frankreich auf England abzjelten und eine englische Unterstützung ihrer Aktion erhofften. Dies war freilich eine falsche Rechnung, denn die Zeit englisch-französischcr heftiger Rivalität im Nahen Osten, wie sic in den Jahren 1919 bis 1922 bestand, ist nun angesichts der den europäischen Kolonialmächten gemeinsam drohenden Gefahr vorbei und die Solidarität der englisch-fran/öshchen Interessen in Asien und Afrika erkannt.*) Der Mißerfolg der französischen Verwaltung in Syrien zum Unterschied etwa von der liberalen Verwaltung Herbert Samuels in Palästina, die immer mehr als ein ganz außerordentlicher Erfolg staatsmännischcr Begabung zutage tritt, ist aut zwei Ursachen vor allem zurückzuführen: die Franzosen haben nichts getan, um eine wirtschaftliche' Blüte Syriens hcrbcizufülvrcn, im Gegenteil, die Franzosen selbst versuchen unverhohlen ihren eigenen Vorteil und ihr Eindringen selbst in die syrische Landwirtschaft, ähnlich wie sie cs in Algier getan haben. Dazu hat die französische Verwaltung in Synen den der französischen Verwaltung im allgemeinen eigentümlichen und der englischen Verwaltung fremden Geist der Regelung kleinster und geringfügigster innerer Verhältnisse getragen und ist durch ihren militärischen Charakter in dieser Wirkung nicht abgeschwächt worden. Alle hervorragenden Führer der arabischen nationalen Bewegung waren gezwungen, ins Exil zu gehen, oder wurden cingckerkcrt. Während cs den Engländern gelang, die Zahl der Truppen in Palästina ständig zu verringern, betrug die Anzahl der französischen Truppen in Syrien im Jahre 1924, also in einer ruhigen Zeit, 21000 Mann, deren Erhaltung 197 Millionen Francs kostete, ein gewiß 11011er Betrag für ein verarmtes Land, das zur wirtschaftliclicn Blüte des Mandatsgebietes nichts beitragen konnte. Unzweifelhaft wird cs der französischen Militärmacht auch diesmal gelingen, des Aufstandes Herr zu werden, aber die Tatsache dieser zahlreichen Aufstände und die Ausdehnung dieses furchtbaren Blutvergießens und der Zerstörungen bcweist, daß eine Politik der eisernen Faust auch Im Oriente heute nicht mehr immer zum Ziele führt und daß auch eine starke militärische Besetzung eines Landes den Unfrieden der Einwohner nicht im Zaume halten kann. Die Lage 10 Daaaskus Keine Zerstörung des Judcnviertels. London, 4. November. (J. T. A.) Der Vertreter der Jüdischen Tclcgraphcn-Agentur besuchte Damaskus nach dem Bombardement durch die Franzosen und konnte folgendes fcststcllcn: Eine direkte Beschießung des Judcnviertels fand nicht statt. Während der Beschießung des Araber- Viertels Chagliaur, wo sich der Hauptsitz der Rebellen befand, durch französische Aeroplanc fielen einige Bomben in das benachbarte jüdische Viertel, töteten 3 und verwundeten 20 Einwohner dicscj Viertels. Einige jüdische Häuser wurden zerstört. Die aufständischen Araber brandschatzten die jüdischen Bürger von Damaskus, indem sic — das war noch vor der Bcschlicßung — Geld verlangten. Die meisten jüdisehen Bürger leisteten Summen zwischen 10 und 50 Goldpfund. Einige gaben auch Juwelen heraus. Während die Aufständischen das jüdische Viertel nach französischen Soldaten absuchten, stießen sic auf einen Trupp Senegalesen, die sie umzingelten und in ein Haus trieben. Das Haus wurde sodann angezündet. Dabei fielen 5 benachbarte jüdische, Häuser dem Brande zum Opfer. (Aus der vorstehenden J.T. A.-Mcldung geht hervor, daß die ersten — von uns in der vorigen Nummer wiedergegebenen — Nachrichten, insbesondere soweit sic das Schicksal des Judenvicrtcls bestrafen, glücklicherweise stark übertrieben waren, wie gewöhnlich in solchen Fällen. — Red.) Schloß der Tagung der Msndalskommlssica Genf, 1. November. (J.T.A.) Am 31. Oktober ging die Session der Mandatskommission des Völkerbundes zu Ende. Die von der Exekutive des Syrisch-Palästinensischen Araberkongresses cingcrcichtc Petition, in welcher die Zurückberufung der britischen und französischen Militärbehörden aus Palästina und Syrien, die Annullierung der Balfour- Deklaration und die Erklärung der Unabhängigkeit und Einheit der arabischen Länder gefordert wird, wurde von der Kommission einer Prüfung unterzogen. Wie der J. T. A,«■ Vertreter erfährt, hat die Mandatskommission über diesen Schritt der Araber einen Bericht an den Völkerbundsrat abgefaßt, der sich sehr wenig wohlwollend über diese Stellungnahme der Araber ausspricht. Ueber die Lage in Palästina fand innerhalb der Mandatskommission eine eingehende Aussprache statt, ln ihrem Bericht hierüber drückt die Mandatskommission die Ansicht aus, daß die jüdische Arbeit in Palästina der arabischen Bevölkerung bessere Arbcitsbcdln- (jungen geschaffen hat. Die Kommission gibt der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Erfolg des jüdischen Aufbau- Werkes die arabische Bevölkerung veranlassen wird, sich zu der Frage der jüdischen Einwanderung günstiger als bisher zu stellen. Die Mandatskommission spricht ihre Zufrieden• heit mit der Arbeit der Mandatarmacht au», die bestrebt ist, die Beziehungen zwischen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung freundlicher zu gestalten. — Die Mandatskommission befaßte sich auch mit der Petition der Aschkcnasim-Gcmeinde in Jerusalem. Die Mandatskommission sprach aus, daß manche Einwendung der Aschkcnasim gerechtfertigt ist und empfahl, den Aschkcnasim das Recht auf Ernennung eigener ritueller Schlichter zu gewähren. Eine Abordnung der Dsazlger Handelskammer In Tel-Awlw Tel-Awiw. (J.T. A.) Eine Abordnung der Dan• ziger Handelskammer ist am 3. November in Tel- Awiw cingctroffcn. Die Danziger Herren verhandeln mit den maßgebenden Handels- und Industrickreisen Palästinas wegen einer Beteiligung des Landes an der im Marz 1926 in Danzig stattfindenden Frühjahrsmesse. Die Gäste aus Dann״ besichtigten eingehend die Messe des Nahen Ostens in Tel-Awiw. An den von der Lehrervercinigung in Tel-Awiw veranstalteten Sommerkursen beteiligten sich 112 Hörer. •) Diese Behauptung unseres geschätzten Mitarbeiters ist vielleicht etwas zu apodiktisch — man denke an das Zusammen treffen des syrischen Aufstandes mit der Bewilligung von türkischen Truppentransporten Über syrisches Gebiet an die Mosulgrenzc. Auch die englischen Berichte über Damaskus lassen den Ton voller Solidarität vermissen. — Anm. d. Red. ״J. Ic Der Dclcfllerteatao des deutschen Mlsuchi Der Dclcgicrtcntag des deutschen Lande* ‘I ✓«v bandcsMisrachi.dcraml. und 2. November im *4 g\■ saal der Jüdischen Gemeinde in Berlin unter Beteiligung־' - meisten Orts- und Jugendgruppen — besonders stn׳׳־'*; r 'י Hamburg vertreten — sowie des Zcutralbüros 1!״d cincN > c Mitglieder des Zentralkomitees stattfand, war der gYY und Erledigung zahlreicher wichtiger Fragen des deut1 ־׳ Misrachi sowohl hinsichtlich seincr lnnenarbcit, als auch ־ d Teilnahme an den Problemen des Wclt-Misrachi ״//Y Nach kurzen Eröffmingsworten des Herrn Dr. Aron ljj.v. S der zweier Heimgegangenen, des Klausenburger PaV i 11־u s Jacob II. W.agncrs gedachte, begrüßte Edmund ־ die Tagung namens der Berliner Misrachigruppe -3 der t Blumcnfeld namens der Zionistischen VcrcinWn׳/! -c £" Deutschland und Zewi Lewin-Epstein für den*Ci־־ sehen Misrachi. Herr Kurt Blumcnfeld, der Prärider.‘ ■׳׳ th Z.V. f. D., führte aus, es sei im Interesse des Misrachi l'/-h * legen, den Irrtum, als wäre der Misrachi auch in wirtsri'■*^ ׳ politischer Hinsicht eine rechtsgerichtete Gruppe zu i ^ic seitigen. 1 .־:etc In das Präsidium wurden die Herren Rabl) Dm 1 c! Frankfurt a. M., Dr. Rudolf Möller, Hamburg, Dr ‘n!L’:icn £ Breslau, Dr. Schcrcschcwski, Berlin, gewählt ן'.!/• c ן Dr. A. Barth referierte über die Lage des Gcsamt-'.Vi19;■*׳ und skizzierte die Politik, die der Misrachi führen mihsc'?• ־•car ״ einerseits in organischer Verbindung mit der Gesamte*-v:'Yי ׳ sation zu stehen, andererseits seine vitalen InteresYc׳/.>:uV; teidigenzu können. Den Weg zu diesem Ziele zcichr.e1? Y Deklaration der Misrachi-Fraktion auf dem XIV. Ko1111‘/?•-■׳?*' in der in voller Klarheit eine Einheitlichkeit nur in Fr• Y ־ religiös-kulturellen, ■nicht aber politischen und Wirtschaft:;•'!# ו u 11 Charakters ausgesprochen waren. — Herr Oberngicru:'!־ כ i‘IH c Hans Goslar wies in seinem ״Organisation und Propng■!-1; wi> ה betitelten Referat auf die vielen nicht ausgenutzten Miru: '1'׳״<..־ Wege hin, die der Organisation zur Verfügung stehen, Y d i n Deutschland vorwärts zu kommen. Er verlangte eine er 1־ *ehe gische Beteiligung an der ücmcindca r bei: c* 1 wirksame Bearbeitung der Landgemeinden, sowie ihrer bincr und Lehrer, die Einrichtung von Bezirkssekretar!: Y U. '* von Schiurim, Kursen usw. Der Ausdehnung des V,:••!;. Ls stellt der Mangel einer eigenen Presse hindernd im U־־V■ "';״r Immerhin hat der Misrachi die. Möglichkeit, in dem j / ’ die sehen Wochenblatt“ seine Anschauungen von Zeit zu;t: ku - vorzutragen. — Herr Dr. Bnrth erstattete alsdann den T;V :nie c keitsbcricht des deutschen Zcntralbiiros, Herr Dr. R. .V } ה referierte über Ortsgruppenarbeit, Herr Dr. Woüstcin tj.;t misrachistischc Hachscharah-Arbeit. Die Ausbildung de: 5’ c gcsctzcstrcucn Chaluzim erfolgte teils in Siedlungen (B«:;a /■'׳ t rod, Eishof) und wird künftig erfolgen in Bauern/entre:: ■jf , י c c Handwcrkcrlchrstcllcn. Stud. jur. S. Chononowitz erst;::.׳ ';cn t das Jugendreferat. r ׳ In der Generaldebatte wurde neben der allgemeiner. j, cinandcrsctzung die Frage der Ideologie des Misrachi ir : eint s Reden Dr. Mavs, Dr. Wolfsbcrgs und Dr. Barths zum;״ •er :! druck gebracht. Dr. Wolfsberg stellte die Ausbildung /;h T!c Führern aus dem Kreise der Jugend in den Mittelpunkt 4׳; )nssci sprach den Wunsch aus, daß die misrachistischcn Rabl: | j[cl aus ihrer relativen Passivität hervortreten und in cncr;׳k״|, ,s » stolzer Haltung die von agudistixchen Rabbinern gegen.!'/.' A Misraclii gerichteten Angriffe abwehren möchten. Ar, ,5/‘ ך Debatte beteiligten sich u. a. die Herren Lazarus Barth, L*f a rabbincr Blum, Rabbiner Dr. May. Dr. Heppner, Max k? Kober, Dr. Michaelis, Dr. Michael, Dr. Silberstein. Dr. י ntijc befger, Dr. Schercchcwski, Mauser, Griinbaum, Rabbiner H.£ s>^ Levy. Dem Büro und den deutschen Kongreßdclev'iert ־ wurde widerspruchslos IVchargc erteilt. ■ mi'י Der Dclcgicrtcntag hat eine Neuwahl des Zci^je tralbüros und des Zentralkomitees vorgenommen. I ■1 ן• Die Wahl zum Zentralbüro ergab: Dr. Aron ßar| ' ’ n (Vorsitzender), Lazarus Barth, Obcrrcgierung>rat H:£u x Goslar, Dr, Oskar Wolfs h erg, Dr. Hermann Wc? /'ל, ' stein, Max J. Kober, Edmund Lewy, Samuel C״>- 'v i nonowitz. Beim Palästinaamt ist der Misrachi i | u.ibi Landgerichtsrat Arthur Rau vertreten. t ::'im; Die Wahl zum Zentralkomitee ergab: Altona: :•;,v-rC Franck: Berlin: Willi David, Dr. Grünberg, Dr. A: ■ :r/ Levy, Ph. Grünbaum, Rabbincr Dr. Harry Levv, J. P.ח. י . ]■׳־ witz; Hamburg: Alexander Adler, Dr. R. Molirr, f/ Dr. Möller, J. van Jacobson; Frankfurt a. M.: Kol‘ י Dr. 1 ioffmann, Edwin Feist, Benno Cohn; Breslau: ן» Ra bin, Dr. Victor, Dr. Lewy; Köln: J. Schnelling; nitz, J. Weißkopf; Dresden: J. Burg; Emden; LaudnSh Blum; Essen: S. Brauner; Königsberg: Dr. Schcrcschc"׳■■]. M. Pcrlmann; Leipzig: J. R. Sachs; Lübeck: Dr. F; schild; Mainz: A. Stub; Mannheim: Otto Simon. V: Jawetz; Nürnberg; Dr. J. Bamberger, üorski; Vic>br-1 R Osenberg; Fürth: Birnbaum. f Aus den Beschlüssen ist hervorzuheben: Es wi:J Budget angenommen, das alle Ausgaben des Dcu!•/ Misrachi ztisammcnfaßt und sich auf M. 2860 inoua׳- f d. h. 31 000 M. jährlich beläuft. Hierin sind eingesch:״"׳ . das zu schaffende Gcneralsckrctariat und der Qrg.inka:,׳ l beitrag für den Wcltmisrachi. Es wurden noch ßesdv / über Büchcrarhcit, Hachscharah-Leitimg usw. angener״־; Ferner wurde beschlossen: Der Dclcgicrtcntag Beauftrag;T Zcntralbüro, mit benachbarten Landsmannschaften (ik ' usw.) zwecks Gründung einer periodischen Zeitschrift bis dreimal monatlich) in Verhandlung zu treten. Wir werden auf die Tagung noch zuriiekkomrr.r aic, Dci. de Der Numeras daesus in Polen Warschau, 2. November. (J. T. A.) Der Klub u// Deputierter und Senatoren hat im Sejm eine Intcrpc־־:״•. gegen die Anwendung des Numerus clausus gegen /v!;■ Studenten an polnischen Universitäten ei ״gebracht, i־■ c cs heißt: Art. 96 der Verfassung sichert allen Bürgern (!l1'^:־׳ vor dein Gesetz zu; das gleiche tut Art. 7 des Minderheitsabkommens. Die Beschränkung der Au hui••, jüdischer Studierender verstößt direkt gegen die-c ■ Stimmungen. Trotzdem beruft sich die Regierung י /ב■ Autonomie der Universitäten, obwohl cs klar ist, daß N; der Regierung wäre, überall da cin/uschrcitcn, v.0 d;e faxsung verletzt wird. Uebrigens hat der frühere ß!/u' minister Glombinski ein Geheimzirkular wegen Beschränk־ der Aufnahme jüdischer Studierender an die Urnvers16 versandt. Was will die Regierung tun, um weitere י■ gesetzlichkeiten zu vermeiden? Nenordiroeg der polnischen Jedesgemeiaden Warschau, I. November. (J. T. A.) Der pa’•1*1■'. . Ministerrat hat den Text der Verordnung, bctrcficnu \ | Bildung jüdischer Gemeinden in den polnischen °• j liehen Distrikten Wolhynien, Polericn, Bialystok •; .ן Wilna, wo zur Zeit der 'Zarenherrschaft keine ksJ:;; jüdischen Gemeinden existieren, angenommen. | Wilhelm Groß arbeitet an einer neuen Oper, deren ß*" R. St. Hofmann nach der Arno Nadclschcn Uebertrag^i;c 1 ״Dybuk“ von Anski geschrieben hat, .'/ipÜ . ■« ku

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