Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 87 (6.11.1925)
- Date
- 1925-11-06
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 728 JUEDISCH E RUNDSCHAU {alle, in denen besondere Fahrlässigkeiten vorliegen, herauszugreifen und zu beweisen, daß die Organisation schlecht gewesen ist. Es können eben bei einer so großen Organisation Mißgriffe gar nicht vermieden werden. Aber man soll doch ruhig zugeben, daß der Apparat des Joint vielfach nicht den Anforderungen gewachsen war, die die außerordentlich schwierige Aufgäbe an ihn stellte. Wie gesagt, dürfen dabei die oben genannten objektiven Schwierigkeiten nicht unterschätzt werden. Aber Aufgabe etwa des Organisationsdeparteni.cnts• des Joint wäre cs gewesen, die Gefahren rechtzeitig zu; erkennen und die entstandenen Schwierigkeiten rechtzeitig zu beseitigen. Man muß gerecht sein und anerkennen, daß in den letzten Jahren der Joint- Tätigkeit in dieser Hinsicht viel geschehen ist, aber das waren eben schon die Jahre der allgemeinen Liquidicrung der Joint-Arbeit. Mau muß auch klar erkennen, daß־ die ungemeine Zerspaltenheit der östlichen Judenheit, die oft vorhandene Unzuverlässigkeit und Partciisclikeit der örtlich führenden Persönlichkeiten, die ״demokratische“ Führung der Geschäfte, wie sic vielfach von den sogenannten demokratischen Organisationen gefordert wurde, sehr erschwert hat. Aber all das hindert doch nicht, daß, wie Beispiele es erwiesen haben, cs im allgemeinen zweckmäßiger sein wird, in der Ausübung der Hilfstätigkeit soweit irgend möglich und ‘ soweit es die örtlichen Verhältnisse zulassen, mit den Örtlichen Organisationen zu arbeiten oder sich jedenfalls der Menschen zu bedienen, die die genügende Elastizität haben, sich auch in fremde Verhältnisse durch mit den Dingen vertraute Persönlichkeiten einführen zu lassen. Wir zweifeln nicht daran, daß der neue Drive des Joint zu einem vollen Erfolge führen wird, und ich persönlich glaube absolut daran, daß cs möglich ist, aus einem Judentum, das 15 Millionen für Zwecke der nationalen Konsolidierung schlechthin spendet, auch die Summen herauszuzichen, die wir für Palästina brauchen werden. Wir haben aber als Vertreter einer nationalen Hilfsarbeit an den Joint als Organ der Hilfe für die östliche Judenheit ganz bestimmte Forderungen, die sich auf die Art der Hilfe und die Führung der Arbeit beziehen. 1. Die neue Arbeit des Joint muß unter dem Zeichen einer konstruktiven, aufbauenden und produktiven Hilfe stehen. Wir können weder vom Standpunkt der genug demoralisierten jüdischen •Massen noch vom Standpunkt der Geber aus damit einverstanden sein, daß eine neue allgemeine Relief-Tätigkeit aus den Mitteln des Joint einsetzt. Soweit wir unterrichtet sind, liegt es auch nicht in der Intention der leitenden Männer des Joint, aber wir müssen Gewißheit darüber haben, daß auch in den ausführenden Organen Sowohl ,,in Rußland wie im übrigen Osteuropa wie auch Palästina"—'wenn Summen aus diesen 15 Millionen für allgemeine Wohlfahrtspflege in Palästina zur Verfügung gestellt werden sollten — die festeste Entschlossenheit herrscht, jede Verteilung von ״Nedowes“ zu vermeiden. Wir werden zu einigermaßen gesunden Zuständen im Osten nur dann kommen, wenn sich das östliche Judentum wieder daran gewöhnt, daß cs für seine Orts-Armen selbst zu sorgen hat. Und wir werden die eingerissene Demoralisation niemals ausrotten können, wenn der Joint jetzt etwa erneut unter dieser oder jener Form eine allgemeine Relief-Tätigkeit wieder aufnehmen würde. 2 ׳. Wir lesen in dem Gonuminiqud, das über die Philadelphia-Konferenz veröffentlicht worden ist, daß insbesondere für Waisenfürsorge, für Handwerker und Händler und für die gestrandeten Emigranten etwas getan werden soll. Wir wissen sehr wohl, daß die Lage der Waisenkinder im Osten eine äußerst traurige 'ist. Aber es muß auch hier mit der allergrößten Vorsicht vorgegangen werden. Es darf nicht geschehen, daß man Waisenkinder kreiert, und cs darf nicht dabei sein Bewenden haben, daß diese oder jene Waiscnanstalt hesonders schön und besonders gut ausgestattet wird und daß nicht überall das Erforderliche für die Produktivierung der Waisen geschieht. Daß auch jetzt schon gerade in den Waisenanstaltcn des Joint gute Erfolge in der Prodiiktivienmg erzielt worden sind, hat die kürzlich in Berlin gezeigte Ausstellung von Arbeiten der Kinder in den Waisenanstaltcn des Joint zur Evidenz bewiesen. In diesem Zusammenhang mag erwähnt werden, daß cs überhaupt in Frage steht, inwieweit cs eine vollgültige 1 lilic bedeutet, Waisenkinder in dem mit Handwerkern zum Teil schon übersetzten Gebieten des Ostens aufzuziehen und verbleiben zu lassen. Es wäre immerhin gerade vom Standpunkt einer wirklich dauernden Hilfe, einer 11.״ :ernden ökonomischen Konsolidierung der 11eramvac״,.;eiulen Generation sehr gründlich zu prüfen, ob nicht eine großzügige Förderung des Versuches der Ueberführung jüdischer Waisenkinder nach Palästina, wie er bereits mehrmals gemacht worden ist und wie er jetzt in einer neuen Form von Dr. Siegfried Lehmann, dem Leiter der jüdischen Kinderfürsorge in Litauen geplant ist, angebracht wäre. Bei diesem letzten Versuch handelt cs sich darum, zunächst die älteren Kinder der Waisenhäuser, die in der Berufsbildung stellen, aus den mit Handwerkern usw. übersetzten Gebieten des Ostens hcrauszunchmcn und in der palästincusischen Umgebung durch entsprechende Fachausbildung, auch in der Landwirtschaft, in das arbeitende Ercz-Jisracl cinzugliedern. Was die Hilfe für Handwerker und Händler augeht, so ist gewiß an die weitere Gründung b2w. den Ausbau der bestehenden Kassen gedacht, und wir begrüßen diesen Plan aufs lebhafteste. Auch wenn wir daran glauben, daß wir in Palästina eine möglichst radikale Bcrufsumschichtung des jüdischen Volkes vom Händler zu«.andersartigen Produktionszweigen erreichen wollen, so erkennen wir doch durchaus an, daß bei d?r gegenwärtigen Lage der Juden im Osten jede konstruktive Wohlfahrtspflege sich mit dem Schicksal der Händler beschäftigen muß; und daß Kreditkassen dazu das gecignetstc Mittel Sind, ist außer Zweifel. Sic sind ein erprobtes Mittel, und sic haben schon in der Vorkriegszeit außerordentlich viel Gutes geleistet. Man denke nur an die Kassen der Ica in Galizien. Aber wir müssen auf eine Erfahrung hinweisen, die gerade in diesem Zweige der Arbeit nun auch schon seit langer Zeit gemacht worden ist. Kassen als Gcldvcrtcilungsstcllcn können zwar hin und wieder einzelnen Leuten helfen, aber‘'sic "bilden keine dauernde, wirklich, aufbauende, wirklich konstruktive, wirklich produktive Hilfe für die jüdische Bevölkerung. Das heißt aber, daß kooperative Kassen nur dann wirklich große Bedeutung haben, wenn der lebendige Zusammenhang der Genossen und das stärkste Verantwortungsgefühl der Genossen dieser Kreditgcnossenschaft gegenüber gesichert ist, d. h. wenn die Zentraikassen in der Tat zentrale Kassen sind, die von den Kooperativen selbst gebildet werden mit einer 'gewissen Anlehnung an ein stärkeres Finanzinstitut bzw. mit Bereitstellung fremder Mittel. Und wenn die örtliehen Kooperativen selbst wirklich verantwortliche Genossen haben, nicht nur reine Darlehcnsinstitutc sind, sondern auch abgesehen von Leihtätigkeit die Spartätigkeit der Genossen real in Erscheinung tritt. Dann können solche Genossenschaften das ökonomische und geistige Zentrum der jüdischen Bevölkerung eines Ortes werden. Jv. 87 ' Auch was die Fürsorge für die gestrandeten r ־ Von granten angcht, so müssen einige Worte gesagt wc- Das Schicksal gerade dieser Emigranten isf i״ vy| Fällen außerordentlich bedauernswert. Ellen! : von Kindern, Brüder von Schwestern gerissen. liegen jahrelang in den Hafenstädten, ohne daß j konkrete Aussichten bestünden, ihr Los zu erleid•* ::1 'י i Aber dieser Hilfstätigkeit des Joint droht eine T!d J 1 s Will er die Tätigkeit der Komitees, die auf Liijiliiii(.! . ׳'"' des Problems geachtet ist, in breiterer Fürsor^ J % s ganzen oder fortsctzcn, so müssen wir demA c 11 sprechen. Dieses Problem muß im Laufe eines j ■: ״" liquidiert sein, und wir müssen uns dagegen weh i;a^' wenn hier aus menschlich sehr be greiflichen Motive!! ( '׳׳ : ־ Wiederaufnahme der Relief-Tätigkeit erfolgen * ohne daß irgendwelche Aussichten gegeben wären d 1iucr' *־ Hilfe nun zu einem Ende zu führen, das da? rJ 113' blcin löst. j; 3. Vom zionistischen Standpunkt müssen wir \I׳ J“‘ 1 langen, daß, wenn die Arbeit des Joint jetzt wie1!׳ A1 ו neu aufgenommen wird, alle vom J.D. C. subve S ' '1’ a onierten Anstalten in Palästina, die seinerzeit in ,1 ,נ"2ת ‘ Kriegs- und Nachkriegszeit errichtet worden sind rf',f,rr ׳ destens im gleichen Verhältnis, unserer Ansicht’;■-I 3 * aber in Zusammenhang mit der gestiegenen BedeuiJ b נ Palästinas als jüdisches Einwanderungsland, in noch״|;jrd ' ßerem Maß als früher bei der Arbeit berücksich■ £ ::!:c ך werden. Wir müssen ferner fordern, daß unsere r.'f •ן‘ ■י:י onalcn Institutionen im Osten, die sich mit der L׳| ti Schichtung auf produktiver Grundlage befassen,’ (alsocij Hachscharah-Arbcit) soweit sie in den Kreis der 0 '1:’ 3 *־ struktiven Hilfsarbeit gehören, in vollem Maße die c*■ 7SÜ IJ' allgemeinen jüdischen Institutionen zugedachte Hjj finden werden. Das gleiche gilt auch etwa auf cf: c;na Gebiete der Emigrationsfürsorge. Es gibt nicht nur 5 'dir strandete Amerika-Emigranten, cs gibt aus finanzh .d ' oder politischen Gründen gestrandete Palästina-Eq ■;:lu'r3 grauten, und diese sind in gleiche Reihe mit den Amer.A a!lf Emigranten zu stellen. |’7bcrrcc 4. Soweit mir bekannt ist, ist bisher noch nie | ״rrrs< z über die Frage der Subventionierung des jüdischen Serif'-•:!, ' ( Werks von seiten des Joint gesagt worden. Wir glaut^‘ ־־׳■fn << daß, wenn auch vielleicht nicht allgemein, so doch | 'icr 1׳ einer Reihe von Fällen, der Joint sich der um! |• ■r1va!s Existenz kämpfenden Schulen wird annchmen müs-5 und wir sind naturgemäß daran interessiert, daß a,| ' r j :I das neu entstandene hebräische Schulwcrk, das \£ uns unter ungeheuren Schwierigkeiten ins Leben k,־i rufen worden ist und das sich oft in besonders sch\ve:|:ccn. Lage befindet, eben weil es ein neuer ungewohnter 1* Arci { großartiger Versuch ist, in gleicher Weise gestützt '*h 1 wie die jiddischen Schulen, für deren Notwendig', und' Unterstützungsbedürftigkeit wir als Nationa!juc£;: _ selbstverständlich auch cintrctcn. i v!!' si( Wir glauben, daß die Führer der Jointarbeit cl -,״״״ c Erfahrungen einer tOjährigen Arbeit nicht umsonst :ן• H m macht haben. Wir glauben und hoffen, daß die hier '■יי־'» a ( kurz skizzierter. Schwierigkeiten auch vom Joint erk"* werden und daß man bereit ist, unsere Ferderun;! ^:oi' anzuerkennen und in der Arbeit zu verwirklichen. Uns :׳£ Pflicht als Zionisten als der aktiven Arbeiter an 1 nationalen Renaissance des jüdischen Volkes wäre 4 ,,atil ך dann, uns dein Joint zur Verfügung zu stellen und i:.f \,KU ן die moralischen und persönlichen Kräfte zu geben, de:'s :!״.!, er zur Durchführung seiner neuen Arbeit bedarf. ׳ -lu lh •wq Nach der vom Kolonie-Komitee durchgcführtcn Zr■׳־־•׳ j beträgt die Zahl der Einwohner Petach Tikwahs 6300 exkl. r X t Arheiter in ״(iiwath llaschloschah“. f r י Die Tagebücher TrumpeMors*) # Von Sch. O 0rc 1 ik. An einem Abend des Jahres 1020 trugen Kameraden den in Tel-Chni im Gefecht mit einer arabischen Uebcrinacht tödlieh verwundeten Joseph Trumpcldor nach Kfar-Giladi. Auf halbem Wege, zwischen diesen beiden Siedlungen, hauchte er seine reine Seele aus. Seine letzten Worte waren, daß cs gut sei, ״für unser Land zu sterben“. Somit wurde das Schicksal Trumpeldors erfüllt. Denn der Zionismus war für ihn Schicksal. Alle Etappen seines heldenhaften Lebens, Port Arthur, Legionführer in Gallipoii, Gründer sozialistischer Kolonien, waren Vorbereitungen zu diesem Ende, alles war auf dieses Ende gestimmt. Beim Lesen der letzten BJättcr seines wunderbaren Tagebuches, worin der tragische Kampf geschildert wird, könnte man in die Versuchung kommen, zu behaupten, daß der Kommandoruf ״Feuer“, den Trumpcldor in jenen tragischen Stunden an seine Kameraden erteilt hat, vielleicht etwas fordert war. Der Arabcrhäuptling und die vielen anderen Araber, die den Hof der •Siedlung Tcl-Chai umlagerten, waren gekommen, um Franzosen, mit denen sic damals im Kampf standen, zu suchen. Vielleicht wären Unterhandlungen möglich gewesen und Trumpcldor wäre noch jetzt am Leben. Aber je mehr man sich in diese'Briefe und Tagebücher vertieft, desto mehr bcmächtigt sich unser ein Gefühl der inneren Notwendigkeit des Geschehenen. Es ist hier wie in einer klassischen Tragödie. Trumpcldor ging in der Welt mit dem Siegel eines Geweihten herum. Vierzehn Jahre vor seinem Tode — in den ersten Notizen, die er in sein Tagebuch schrieb — schildert er. ausführlich, wie er eine jüdische Siedlung in Palästina verteidigen und für die große Idee des Zionismus ,sterben wird. ״Mögen sie kommen״ wendete er sich zu den unsichtbaren Angreifern. Sic kamen erst nach vierzehn Jahren, und er Fiel. ״Ach Trumpcldor, Trumpeldor,“ klagte ein Freund, ein Mitkämpfer,.’ als er ihn auf dem Hof verwundet liegen sah. ״Macht nichts, macht nichts“, lächelte Trumpcldor und gab *) Uebersetzt und clngcleitct von Miriam Wilcus k״wa.L”*415 ׳ s־ Pippb Anweisungen, wie man weiter kämpfen soll, noch als man die hcrausgefallcnen Eingeweide in den zerschossenen Leib zurücklegte. In Sinikicwic/.’s Heldenepos und in Gogols Taras Bnlba gibt cs keine heldenhaftere Episode als die, die sich in jener entfernten einsamen Siedlung abspicltc. Wir haben hier nicht einen zu früh Gefallenen zu bcklagen, sondern einen Menschen zu bewundern, der ein ideales Leben gelebt hat, einen bedeutenden Charakter und eine überaus feine Seele, geformt ans Liebe zum Volke und zu der leiqc des Zionismus, aber auch erfüllt von Träumen des Sozialisinus. Dieser Teil des Trumpeldorschcn Buches, ich meine seine Briefe an Grischa, worin der Sozialist Trumpcldor zu Worte kommt, ist meines Erachtens der interessanteste. Der europäische Sozialist von heute, dessen Seele cingctrocknct ist, soll in diesem Teil des Buches blättern, er wird sich dabei erbauen und die Erinnerungen waclirufcn an jene romantische Zeit des Sozialismus, wo ein Weitling lebte, wo die Sozialistc» noch Talent besaßen, nicht Berichte, Protokolle zu verfassen, sondern Werke, die das Gewissen aufhclltcn, Aufrufe, die Dichtungen waren. Obwohl Trumpcldor sich alle Mühe gibt, den unruhigen Geist dieses Grischa, seine Leidenschaft, an die Verwirklichung seines Ideals, die Gründung sozialisiischcr Siedlungen in Palästina, gleich, sofort heranzutreten, zu dämmen, ist er doch selbst voll Feuer, wird er selbst von dieser Leidenschaft verzehrt. Und als er von Petersburg nach der ukrainischen Provinzstadt Romny eilte, um endlich mit seinem Freunde Grischa, den er bisher nur aus den Briefe!! kannte, und noch anderen Schwärmern zusammenzukommen, um die großen Pläne zu besprechen, verspürte mau auf dieser Konferenz etlicher Enthusiasten vielleicht mehr den Atem einer großen sozialen Idee als auf einem jetzigen internationalen Sozialistcnkongrcß. Ueberhaupt tritt das Wesen dieses seltenen Menschen eindringlicher, bedeutender hervor, wenn er den Studentenrock, die Arbeiterblusc trägt, als wenn er in seinem Soldatcnmantcl steckt, mag cs denen noch so sonderbar erscheinen, die in Trumpcldor nur den großen Soldatcnhcldcn sehen. Er war ein unerschrockener Held und sein. Mut hat seine militärischen Vorgesetzten in Port Arthur und in Gallipoii in Erstaunen gesetzt, aber etwas von einem unfreien Zug, von einem Schein des Märtyrertums lag in seinen Heldentaten. Denn wenn Trumpcldor in die vordersten Reihen sprang, geschah es immer nicht ״uh '•־* seinen persönlichen Mut zu zeigen, sondern um eine .־;׳ Legitimation fiir die Tapferkeit seines Volkes zu crwit> ג Wenn er bei der Schilderung einer Schlacht immer das ״ ״lustig“ hinzufügt, so tut er das nicht, weil er ein Hat'.d . ־; ist, sondern weil er glaubt, irgendwie eine Mission erfüllt, die Ehre des jüdischen Volkes gerettet /!! '■"־ Trumpcldor darf nicht, als er im russisch-japanischen Kr * den linken Arm verloren hat, den endgültigen Urlaub ne'::1 •׳ er eilt wieder zur Front, um ein Excmpcl zu statuieren, endlich die Legende von der Feigheit des Juden entkräftet1•׳ Die militärischen Auszeichnungen, die er bekommt, trägt;ן ־'•:■׳ Sozialist, der die Näciitc über den Büchern der Ulo;'>:c:־• romantischen Sozialisten verbringt, mit besonderem Stak׳• v\ er darin den Stolz seines Volkes erblickt. Wem: er ^״ 1:.־ Front, wo ein Kampf tobte, ins Lager unversehrt /;:ruck'1'׳;' schreibt er in das Tagebuch, daß er sich deswegen sch5•' Er schämte sich, den Tod nicht gefunden zu habe:! k\a:׳ denn, Trumpcldor, der du doch voll warst von anderen?סז.• Plänen? Während dieser selben Zeit schrieb Henri ß3; bussc sein Buch ״Feuer“ im Schützengraben, er sein gegen den Tod, gegen den Wahnsinn des Krieges, er sich nicht, das wahre Gesicht dieses Mcnschcnmordens - zeigen. In Trumpeldors Tagebuch ist nur eine Steile, ץ von dem Grauen des Krieges gesprochen wird. Auf £ Feldern von Gallipoii will er die Ehre seines Volkes rrih , die, o Trumpcldor, schon so unzählige Male gerettet worden■׳ * bei Mainz, bei Worms, in Spanien auf den Scheiterhaufen Inquisition. Und so will mir gerade die besondere Stärke Soldaten Trumpcldor als eine Schwäche erscheinen als c q Befangenheit. Und dort, wo er besonders stolz zu seinן meinte, stand er eigentlich an der Grenze einer unnütz Demütigung. Denn wie Demütigung sah es aus, k Trumpcldor Heldentaten auf Heldentaten häufte, um fürss Volk Zeugnis abzulcgcn, damit man nicht mehr sage, ״ Söhnen Israels fehle cs an Mut und Todesverachtungbesondere Mentalität des sich Rechtfcrtigeus verschob vor ihm manches Bedeutende, für das andere Verdun- י haben werden, und was er als Unmut, Schwäche bezeichn‘‘• Da ist z. B. in der Legion ein scphardischcr Jude Schoscl'3•^^ der freudig, voll Idealismus zu den Fahnen des zioni$t»5C׳ J י׳. c :־-aijte! ceben Tn Hie c in: ttimt׳•"