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Jüdische Rundschau · 1925-11-06 · Heft 87 (6.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 87 (6.11.1925)
Date
1925-11-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XL 1925 “"üj Xnsei^enpreIs:8£<1pzltNoapsreiliezeS«(hS0G^>M.St«Uen£ee«whe0^5G^M.!;'*" ' Anzel^anjchlnS: Dienste( «nd Freite( oeebmitte( 4 Uhr. j;j י״ט מרהשון, תרפ״ר c!(־ if Zionismus erstrebt für das IQdlsche Volk die SchafSung einer SIJanHlfih rochtJUh Qßslchertcn HdraslStte In PaJSstlna. ״D3:o!or Proprem□.“ Sajjess;gaiscEae lasdlcsvcrsaE21E11llo: ' Is wir im Jahre 1922 zum ersten Male das deutsche Judentum aufriefen, am Aufbau Palästinas teil- IU zunehmen, galt es, von dem einigenden Gedanken, der von Palästina ausgeht, trotz der Ungunst der U, \ Verhältnisse das deutsche Judentum nicht auszuschlie&cn. Wir wußten, daß unsere materielle Leistung | Li zunächst geringer sein würde als der ideelle Wert unserer Teilnahme am gemeinsamen Werke. cr Ruf fand Widerhall. Wir gewannen immer neue Freunde; es gelang uns, die alten festzuhaltcn, und können wir feststcllcn, daß das deutsche Judentum auch materiell einen seiner Bedeutung entsprechenden :fil beisteuert. j schnellem Tempo entwickelt sich das jüdische Palästina. Statt mit 500 Einwanderern im Monat 1 fahre 1922 haben wir es heute mit über 3000 im Monat zu tun. Gab es früher trotz geringer Einwanderung LiJslo&igkeit, so vermag jetzt die Verwaltung die wirtschaftlichen Möglichkeiten so auszunutzen, daß fast alle ״,igranten ihren Platz im Lande finden. Palästina ist das wichtigste Einwanderungsland für Juden geworden, 1:,dem alle anderen Lander, denen sich der Strom der jüdischen Wanderung zuwandtc, ihre Pforten 'ilossen haben. j Und dieser Drang nach Erez Israel wird sich von Monat zu Monat stärker bemerkbar machen, auch wenn :5 versucht und hoffentlich erreicht wird, um die Lebensbedingungen der Juden in ihren Wohnländcrn durch isumschichtung zu bessern. | Unerschütterlich ist unsere Ueberzeuö^g, die Kolonisation däsünas durch jüdische Menschen die wichtigste Aufgabe der jüdischen csamtheit darstellt• i Eine Auslese bester Elemente, die aus eigenem Drang den Weg nach Erez Israel finden, gibt uns die ';״ntic dafür, daß dort die geistig-kulturelle Entwiddung der Juden aufs neue der Welt zeigt, was jüdische -.jabe vermag und was im Geistigen und Sittlichen als echt jüdisch zu betrachten ist. ] Die Grundlage solcher Palästina-Siedlung kann nur die Landwirtschaft sein. Was wir heute tun, um den icn Palästinas der Landwirtschaft zu erschließen, den Lauf der Gewässer zu regeln, das Land zu assanieren, ':s dient dem grofjcn Ziele, eine Renaissance jüdischen Geistes und jüdischen Lebens herbeiihren. : Der wirtschaftliche Unterbau sichert die lebendige Entwicklung der hebräischen Sprache, wird begleitet von :;n weitverzweigten Schulwerk und gekrönt durch die in Gründung begriffene Universität. | Die Arbeit für den Keren Hajessod besteht *daher nicht nur in der Beschaffung der Mittel, sondern in einer '׳unterbrochenen gedanklichen Darstellung der Bedeutung eines neuen jüdischen Palästina für die jüdische Welt 'j die ganze Menschheit. 1 Das Präsidium des deutschen Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E.V. hält es daher für seine Pflicht, . ״er wieder an die deutsche Judcnheit heranzutreten und die mit dem Palästinawerk zusammenhängenden Ügcn und wirtschaftlichen Fragen mit den Mitgliedern des Keren Hajessod zu erörtern. In seiner Sitzung 24 ג. Oktober 1925 hat das Präsidium des Keren Hajessod beschlossen, die Landes- :Sammlung des Keren Hajessod für Sonntag, den 17. Januar 1926, nach Berlin 2uben1fen.! Wir erwarten, daß alle Mitglieder des Keren Hajessod sich ihrer Pflicht auch weiter bewußt bleiben und צ tun werden, um unserem Werk neue Freunde zu werben. Unser Ruf geht an alle Juden in Deutschland. '3 Präsidium des Keren llaiesssd PäSci H• y» Oscar Wassermann Berlin Eugen Landau Berlin Dr. Arthur Hantke Berlin Alfred Apfel Rabb.Dr.LeoBacck Kurt BJumcnfcld Dr. Arnold Barth Justizrat Ludw. Cahcn Berlin Berlin Berlin Berlin Köln a. Rh. Willy Dreyfuss Frankfurt a. M. Professor Carl Lewin Berlin Alfred Lisscr. Hamburg Fritz Sondhdmcr Frankfurt a. M. Z״iSä neuen Joint-Drive Von Dr. Werner Senator. Die Ballonr-Fder in London J j 1־ondon. (J.T. A.) Aus Anlaß der achten Wiederdes Jahrestages der Verkündigung der Balfour- ׳Nation wurde am 2. November, abends, in London k׳:-ßartige Kundgebung veranstaltet. Der frühere rKon1mi$$ar für Palästina, Herbert Samuel, trat Crstcn Male in einer öffentlichen jüdischen Vcr- 11״lung als Redner auf. Er hielt eine begeisterte! f^chc an die zahlreichen Zuhörer, und schloß mit Versicherung, cr hege große Hoffnungen mit Bezug große Zukunft des Jüdischen Natio- 111 cims in Palästina. Nach Herbert Samuel . 1־^n, von den Zuhörern stürmisch akklamiert, Dr. * .^cizmann und Nahum SokoIow. Bc-!>19 'H’sschrciben langten ein von zahlreich״:! führen- Persönlichkeiten der britischen Politik, so u. a. K°10nienministcr Amcry und Lloyd George. Der BsMcarlng ln Pa!3stiaa Jerusalem, 3. November. (J.T.A.) Für den 2. November, den achten Jahrestag der Verkündigung der Balfour- Deklaration, hatte die palästinensischarabische Exekutive für ganz Palästina den Generalstreik proklamiert.In Jerusalem und in allen Teilen des Landes wurden Proklamationen verbreitet, in denen die Bevölkerung aufgefordert wurde, an diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen, die Geschäfte zu schließen und sich ln den Moscheen upd Kirchen zu versammeln. Diese Proklamation der arabischen Exekutive wurde nur zu einem kleinen Teil befolgt. In Jerusalem waren am 2. November nur wenige arabische Geschäfte gcschlossen, der Großteil der Araber ging seiner gewöhnlicher. : Beschäftigung nach. In den Kirchen und Moscheen wäre:, mohammedanische und christliche Araber versammelt; dort wurden Gebete um die Annullierung der Balfour-Dcklaration verrichtet. Sonst verlief der Tag im ganzen Lande ruhig; es ereigneten sich keinerlei Zwischenfälle, Der Beschluß der Philadelphia-Konferenz, aas Joint Distribution Committee zu bevollmächtigen, seine Hills- ־tätigkeit wieder aufzunchincn, erfordert die größte Aufmcrksnmkcit der jüdischen Ocffcntlichkeit und zwar nicht nur deshalb, weil innerhalb des Hilfsprogramms au erster Stelle der Plan der Kolonisation in Rußland steht, ein Plan, mit dem die ״Jüdische Rundschau“ sich in mehreren Aufsätzen bereits beschäftigt hat, sondern weil zweifellos die Wiederaufnahme der Tätigkeit des Joint In so bedeutendem Maße — handelt cs sich doch um die Verteilung einer Summe von nicht weniger als 15 Millionen Dollar innerhalb von drei Jahren, von der nur 5 Millionen auf die Kolonisation entfallen — außerordentliehe Wirkungen auf die ökonomische Lage der östlichen Judcnheit haben• kann. Daneben ist von ungeheurer Wichtigkeit auch die psychologische Bedeutung dieser neuen Aktion für die Massen, denen die Hilfe zugedacht ist. Es ist nicht Absicht dieses Artikels, sich erneut mit der Frage der Kolonisation in Rußland zu befassen. Wir wollen vielmehr heute die mit der neuen so״- stigen Arbeit׳ verbundenen Probleme erörtern. Das feierlich verkündete Programm sicht Hilfe für Handwerker und Händler, Hilfe für Waiscnanstalten und Hilfe für die gestrandeten Flüchtlinge vor. Es ist klar, daß bei einer so großen Konferenz, die der Er- Öffnung des Drive dienen soll, keine Einzelheiten gegeben werden können. Aber die jüdische Ocffcntlichkeit und die zionistische Ocffcntlichkeit besonders, die von jeher den Gedanken der konstruktiven und proauktiven Hilfe als der einzigen dauernden Hilfe propagiert hat, diese Ocffcntlichkeit ist daran interessiert, daß die neue Arbeit des Joint Fehler vermeidet, die der alten Arbeit, wie wir glauben zum Teil nicht ganz mit Unrecht, vorgeworfen werden. Wir gehören nicht zu denen, die die Arbeit des Joint unterschätzen. Die bewundernswerte großartige Leistung der Aufbringung von zirka 60 Millionen Dollar zu einer Zeit, in der mindestens die gleiche Summe von derselben jüdischen Bevölkerung Amerikas zu deren Vorwandten nach Europa geflossen ist, bleibt in der Oeschichte der jüdischen Wohlfahrtspolitik einzig dastehend, und die objektive Leistung, die mit diesen gewaltigen Summen erreicht worden ist, ist für denjenigen, der heute Gelegenheit hat, die Institutionen der östlichen Judcnheit zu besuchen, evident. Hunderte von Waisenhäusern, Fachschulen, Krankenhäusern, Altenheimen, auch Schulen, wären ohne Hilfe des Joint in der Kriegs- und Nachkriegszeit zu Grunde gegangen bzw. nicht wieder aufgebaut worden, und cs ist durchaus anzuerkennen, daß die Form der sogenannten schnellen Hilfe oft und lange Zeit notwendig und wirksam war. Aber gerade die Anhänger der Tätigkeit des Joint, die ihn als organisierte Kraft des amerikanischen Judentums schätzen und seine Wirksamkeit heben wollen, müssen jetzt, hei Beginn einer neuen Tätigkeit auf die Fehler hinweisen, die der Joint in seiner Arbeit gemacht hat und die bei der neuen Arbeit vermieden werden müssen. Jedem Sozialpolitiken und jedem in der Wohlfahrtspflege Stehenden ist die Erfahrung geläufig, daß Hilfe nur zu leicht die Gefahr der Demoralisierung des von der Hilfe Erfaßten und manchmal möchte man sagen, von der Hilfe Betroffenen, mit sich bringt. Und es gibt eine zweite Gefahr. Es gibt die Gefahr, daß auch derjenige, der die Hilfe spendet, d. h. das ansführeude Organ durch die Machtmöglichkeiten, die ihm die Hilfe- Icistung gibt, demoralisiert wird. Diese Gefahren bcstehen bei jeder Hiifsarbeit, die von ausländischen Organisationen in einem fremden Lande geleistet wird. Und diesen Gefahren ist die Arbeit des Joint vielfach erlegen, und die daraus sich ergehenden Verhältnisse haben die Wirkung, die ״efticicncy“ der Joint-Arbcit gemindert. Oft und lange Zeit war bei der Hilfsarbeit im Osten die Form der ״schnellen Hilfe“ notwendig. Es ist aber jedem Kenner der Verhältnisse bekannt, daß diese Form der Hilfe vom Joint zu oft, zu lange und manchmal am falschen Platze geübt worden ist. Der Beginn der konstruktiven Arbeit, der in die letzte Zeit der Tätigkeit des Joint fällt, ist die Frucht einer sputen Einsicht, und cs ist klar, daß dieser 'neue Weg als ein neuer Versuch mit Vorsicht und wiederum mir großen Reibungsverlusten, die aus der mangelnden Erfahrung stammten, begangen werden mußte. Und ein zweites kommt hinzu: Man braucht weder in Bausch und Bogen, wie aas häufig ganz zu Unrecht geschieht, den Einfluß des Amcrikanertums hei der Organisicrung der praktischen Hilfsarbeit in seinem Wette zu unterschätzen,־, noch .hat •es irgendeinen Sinn, Einzel- V) t 1 n r L n l 1 c l

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