Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 86 (3.11.1925)
- Date
- 1925-11-03
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652691-2652770--17810-2691890- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Beirut 1× ep/1047833
OCR text
Seite 722 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr?; jenigen unserer Freunde, die in Verkennung der Tat* sachcn eine Politik der starken Faust befürwortet haben, können nun mit Entsetzen lernen, wohin Gewaltpolitik führt. Ganz abgesehen von dem inneren Widerwillen, der durch solche Methoden erzeugt würde, muß man auch zweifeln, ob in einer derartigen Atmosphäre in Palästina unsere Arbeit überhaupt möglich gewesen wäre; mau bedenke, was die Welt und was vor allem auch die Mehrheit der Juden dazu gesagt hätten. Samuels Politik, in Kleinigkeiten oft gegen uns und die Empfindlichkeit des nervösen Jischuw oft verletzend, dennoch unbeirrt ihre Linie — deren Grundgedanken in dem bekannten Weißbuch fcstgclcgt sind — verfolgend, hat uns die Möglichkeit fortschreitender Arbeit in Palästina gegeben. Daß diese Arbeit nicht dreimal so groß war, ist unser und nicht sein Fehler. Aber der Aufbau unserer Heimstätte schreitet vorwärts, und wir haben jetzt eine Chance, innerhalb der nächsten Jahre den Arabern zu beweisen, daß wir nicht als Exponenten eines europäischen Imperialismus kommen, sondern als Freunde und Genossen in unser gemeinsames Land. Möge das Warnungszcichcn von Damaskus uns zeigen, daß cs an der Zeit ist, zu einer aktiveren Politik in dieser Hinsicht überzugehen. Die Ablehnung der Araber werden wir nur durch eine aktive Versöhnungspolitik überwinden können. Dazu muß vor allem das Bewußt־ sein, daß wir uns nur sehr bedingt auf die Bajonette einer fremden Macht stützen können, in uns reifen. Bajonette sind ein Mittel nur für Zeiten des Ueberganges; sie helfen nicht, wenn nicht auf die Dauer in den Seelen der Völker der Wunsch zu friedlichem Zusammenleben begründet wird. Damaskus ist für uns Juden ein schicksalsschwerer Name, seit den Zeiten der Propheten Und jenem Wege eines Juden nach Damaskus, bis zum 19. Jahrhundert, wo Damaskus cs war, das den Anstoß gegeben hat zum ersten jüdisch-politischen Zusammenschluß der modernen Zeit. Auch diesmal hören wir, daß gerade die Juden unter den ersten Opfern der Zerstörung gewesen sind, unschuldige Opfer — wie gewöhnlich bei Zusammenstoßen dieser Art, wie im Weltkriege in der podolischen Steppe. Hoffen wir, daß Damaskus nicht weitere Komplikationen für uns bringen wird. * Auch das andere Nachbarland Palästinas, das dritte der drei ehemals türkischen Mandatsländer, macht eine Krise durch. Wir veröffentlichen heute einen instruktiven Aufsatz über die englische Politik in Mesopotamien, der schon darum für unsere Leser nützlich ist, weil die bevorstehenden Entscheidungen in Mesopotamien nicht ohne Rückwirkung auf Palästina bleiben können. Die Verhandlung über Mossul hat vor dem Internationalen Gerichtshof im Haag begonnen, die Türkei jedoch lehnte die Teilnahme am Prozesse ab mit der allerdings ziemlich richtigen Motivierung, cs handle sich um einen politischen und nicht um einen juristischen Streitfall. Die Verweisung vor den Gerichtshof war ja tatsächlich nur ein Vcrlcgenhcitsnuswcg des Völkerbundes. Es ist fraglich, wie nun diese Sache weiter gefördert werden soll. Die Türkei bleibt intransigent. Sollte der Spruch gegen England ausfallen, so wurde damit wahrscheinlich nicht nur die Teilfrage Mossul, sondern die Frage des ganzen mcsopotamischcn Mandates aufgcrollt. Um der Oclqucllen von Mossul willen hat England Irak gehalten und Millionen Pfunde dafür ausgegeben. Ohne Mossul verliert Mesopotamien seinen Wert. Wie in dem erwähnten Artikel unseren Lesern ins Gedächtnis zurückgerufen wird, batte England ohnedies versprochen, Mesopotamien in wenigen Jahren zu räumen, und falls Mossul verloren geht, ist es fraglich, ob die Erneuerung des Mandates auf fünfundzwanzig Jahre, die kürzlich erfolgte, in Kraft bleibt. Es ist nicht unsere Sache, zu prophezeien, wie die Ent- Scheidung des Haager Gerichtshofes oder des Völkerbundes ausfallen wird. Wir begnügen uns damit, auf die Problematik der Lage hinzuweisen, die für Palästina von so hoher Bedeutung ist. Auf der einen Seite die zweifelhafte Position Mesopotamiens, auf der anderen Seite der Brand in Syrien, dazwischen liegt das kleine Palästina, das Mandatsland kat״ cxcchcn, das einzige Land, in welchem das Mandatssystem nicht nur eine äußere Form der Kolonialvcrwaltung ist, sondern einen moralischen Sinn hat. * Diese Tatsache wird noch immer zu wenig gewürdigt, und am allerwenigsten scheint sie seltsamerweise jene Körperschaft zu verstehen, die zur Ueberwachung des Mnndntsvvcsens eingesetzt ist. Die Mandntskommission des Völkerbundes hat bisher noch nicht erkennen lassen, daß sic den Zusammenhang zwischen Mandatssystem und jüdischem nationalen Heim begreift. Die einzigartige, mit keinem andern Vorgang in der Welt vergleichbare Aufgabe in Palii.stina erfordert auch eine einzigartige .staatsrechtliche Konstruktion. I>ic Idee des Mandates wird diesem Erfordernis gerecht. Dann darf man aber natürlich nicht mehr das Palästina- Mandat nach irgendwelchen von anderswoher genommenen Maßstäben prüfen, sondern man muß es als ein Ding für sich betrachten. Die Mandatskommission hat sich in der vorigen Woche mit Palästina beschäftigt. Die Verhandlungen sind streng geheim und das Ergebnis ist nicht bekannt. Die Kommission arbeitet jetzt ihren Bericht für den Völkerbundsrat aus. Wie vor- ' lautet, ist der englische Vertreter Orinsby Gore sehr warm für die jüdische Sache cingctrctcn. Unter den Mitgliedern der Mandatskommission scheinen die meisten uns freundlich gesinnt zu sein, einige von ihnen hatten im letzten Jahr Gelegenheit, unsere Sache naher kennenzulernen und betraeliten sie jetzt mit mehr Verständnis als voriges Jahr. Trotzdem müssen wir uns darüber khr sein, daß .110י diese Persönlichkeiten und die von ihnen vertretenen Länder in politische Beziehungen aller Art verstrickt sind, so daß es fraglich ist, bis zu welchem Grade sic sich für eine Sache, die ihnen zwar sympathisch, aber nicht lebenswichtig ist, exponieren werden. Demgegenüber steht die bedauerliche Tatsache, daß der Vorsitzende der Mandatskommission, Marquis Theodoli, und der leitende Sekretär, Catastini, beides Italiener, der zionistischen Sache mit Mißtrauen, ja mit einer gewissen Abneigung gcgcnübcrstchcn, was unverkennbar aus dem vorjährigen Protokoll der Kommissionsverhandlungcn hervorgeht. Gerade diese Persönlichkeitcn aber dürften hei der Abfassung des Berichtes die Hauptrolle spielen und cs ist die F;־agc, ob andere Mitglieder stark genug und gewillt sein werden, ein Gegengewicht zu bilden und etwaige Unfrcundlichkeiten zu verhindern. Es wäre ungerecht, wenn die Mandatskommission den großen Fortschritt, der in Palästina dank der guten Verwaltung und dank der hingebungsvollen jüdischen Arbeit erzielt wurde, nicht anerkennte. Trotz der Unzufriedenheit einzelner Gruppen der Bevölkerung muß der objektive Beobachter zugeben, daß die jüdische Arbeit in Palästina auch zur Erhaltung von Frieden und Wohlstand beigetragen hat. Die jüdische Arbeit ist cs, die die Stagnation im Lande verhindert, sic schafft ein reges wirtschaftliches Leben, von dem naturgemäß alle Bewohner profitieren, sic schafft die Bedingungen für umfangreiche Kulturarbeit. Die Mandatskommission hat uns im vorigen Jahre ein schweres Unrecht zugefügt; sic hat jetzt eine Möglichkeit, manches wieder gutzumachen. Der Ta״, an dem diese Zeilen geschrieben werd■ (* ist ein für die Geschichte des jüdischen Volkes V׳■ deutsaincs Datum. Heute vor acht Jahren gino• \ f Botschaft in die Welt hinaus, die die jüdischen jüj / in ihrem Elend mit Zukunftshoffnung erfüllte!<,,,! einen Rausch der Begeisterung versetzte. Am 2 1 vember 1917 hat England durch seinen Außci'.iu,״;’ Balfour versprochen, seine Macht dafür ciuzuset^V! Errichtung einer jüdischen Heimstätte in Palästina erleichtern. Es hat keinen Zweck, historische Ruckb' ‘; zu tun und die Entwicklung dieses Projektes in V : abgclnufcncn Zeitraum zu schildern. Alle Blätter acht Jahrgängen unserer Zeitung erzählen seine ‘ schichte, sic ist uns lebendige Geschichte. Nu: ,•< Eine mag festgcstellt sein: durch diese acht Jahre b׳\\ vier verschiedene, verschiedenen Parteien angchr,׳ " englische Regierungen das Bn'nour-Vcr:,prechc:1!/ stäiigt und erneuert. Trotz allen Schwierigkeiten, den mit der Realisierung jeder Idee verbünde: |■ Widerständen und Komplikationen hat England die Lb seiner Politik getreu aufrecht erhalten. Obwohl v.P oder gerade well wir verschiedene Maßnahmen der c •:!!.sehen Verwaltung in Palästina als im/wcck.-iiaßjg A . sicrcn, obwohl wir auch zu begründeten Beschwert‘' mehrmals Anlaß hatten, soll doch an diesem Tage lr. l anerkannt werden, daß die schwierige KooperavV zwischen England und dem englischen Methoden frc״;•;. jüdischen Element, das stetig in das Land cinwa!!,! und cs mit Blut und Schweiß aufbaut, ein gutes Fr ר sultat ergeben hat. Vielleicht waren wir vor acht Jar.:< in unsern Träumen weit hinaus über unsere heut:: Träume; aber in der Wirklichkeit sind wir heute•.;• weiter als damals. Das Werk ist im Werden. Us , zu würdigen, fehlt uns Distanz und Ruhe. Wir nun•:' nur den Weg gehen, der ein schwerer und steiler, a’:|: ein stetiger und aufwärts führender ist. Wir haben b großes Stück zuriickgclegt, ein weit größeres lier;t1e: vor uns. Wir gedenken mit dankbarer (icdimmig je: Ereignisses, das uns trübe Zeiten erhellt hat. Wir wb f heute klarer als je, daß es unsere Sache ist, qb ״Beste daraus zu machen“ — to makc the best of it. | Das A.-C. über die liillszklloB für das osteuropäische Jeden:;: Die vom Zionistischen Aktions-Comite zur Beratung cjp Stellungnahme in jüdischen Hilfsfragen eingesetzte Kommi:■-::?' veröffentlicht als Resümee der im A.-C. über die r jüdische Hilfsaktion geführten Debatte folgende Mitin!״. i 111 einer eingehenden Diskussion, die im A.-C. über di J Frage durchgeführt wurde, wurde der Ueberzeugung AmdrJ gegeben, daß die schwere wirtschaftliche Lage der jüui«c;| Bevölkerung in Osteuropa, insbesondere die ökonon: | Katastrophe der russischen Judenheit, die Wiedeniifn.i: ־ riner großzügigen Hilfsaktion für das Ostjmlcntnm mv.wo i; macht. Mit besonderem Interesse wurde'davon Kemmu« : nommen, daß diese Aktion auch die Sammlung von .Var | für die landwirtschaftliche Ansiedlung von Juden in Südrib:! umfaßt. Davon ausgehend, daß die landwirtschaftliche K i nisation von Juden in Osteuropa als eine zweckmäßige ׳.| produktive Form der Hilfe zu betrachten ist, wurde ir| cinstimmcnd betont, daß die Möglichkeit der freien C V■ wdeklung des jüdischen Volkstums der Ansiedler geford^ werden muß. Gleichzeitig wurde in der Diskussion im A | darauf hingewiesen, daß von verschiedenen auti/iuui-ti־ Seiten inner- und außerhalb Rußlands der Versuch ge:'■; :1 wird, die Kolonisationsaktion in einen Gegensatz zum Pak;::־•, werk zu bringen. Es kam die Entschlossenheit zum Ausdr: ד jeden derartigen Versuch sowohl in der Sammelaktion wie k der Durchführung der Kolonisation auf das entschied״'׳ | zurückzuwmcn. | Wie der ״Doar Hajom“ berichtet, soll die Frage e t: Eisenbahnverbindung zwischen Haifa und Beirut neu׳: positiv entschieden worden sei״. | Die Juryfreie Kunstausstellung Die Jurvfreic Kunstausstellung, die große Chance der im* bekannten jungen Künstler, ist auch diesmal die große Schau der Kunst. Der Katalog erreicht die achtunggebietende Zahl 1-595, ungerechnet der beiden abessinischen Säle. Auch jüdische Künstler beteiligten sich in großer Zahl und man kann sagen, daß sic im Gesamtniveau gut abschncidcn. Dies Gesamtniveau ist in diesem Jahre besser als im vergangenen. War die Ausstellung des vergangenen Jahres ein neuer hoffnungsvoller Anfang, so kann inan jetzt von einem ruhigen Fortschritt sprechen. Zwar die Vertreter der jungen jüdischen Kunst Marec Swarc, Rybak, Mintschin, Max Band, Jussuf Abbo u. a. beteiligten sich nicht, aber wer von jüdischen Künstlern in allgemein europäischer Kunstsprache etwas zu sagen hatte, konnte es nur tun, indem er ganz im klaren mit sich selbst, d. h. in diesem Falle mit der Stimme des Blutes, aus sieh selbst den Weg suchte. Und cs zeigt sich, daß es der Weg zum einfach Klaren ist. Das Verlangen nach Klarheit der Form und Plastik der Gestalt ist mit der nächsthöheren Stufe der großen Sehnsucht: Bild zu sein von lebcnscrfülltcr starker Welt, der Anfang eines hoffnungsvollen Weges. Der junge Carlo Goldberg zeigt mit seinem ״Sonnenuntergang im Gruncwald“ daß er diesen Weg beschrcitct, ebenso wie Kurt Badt in seinen Kom- Positionen ״Schlafende Frau“ und ״Weiblicher Akt“ und Rudolf Jacoby mit sehr eindringlicher Portraitkunst. Kurt Badt auch in der Landschaft, besonders in seinem ״Hohlweg im Walde (von Rudolf Jacobys ״Südl. Landschaften“ — Aquarcllen — kaufte eine der preußische Staat). Daß dieser Weg zu südlicher Klarheit für die jüdischen Künstler der logisch richtige ist, bewiesen im letzten Jahrzehnt alle jungen jüdischen Künstler, die etwas zu sagen wußten. Arthur Segal, der auch hier mit neuen klaren Bildern in Prismenfärben vertreten Ist, jpng voran und noch Oeri Wo 11heim, der übrigens mit seinem letzten Selbstbildnis Stammes- Zugehörigkeit bekundet, gibt mit eben diesem Bilde schlicht menschliches Bekenntnis und besagt nicht das Oegcntcll, Es zeigt ihn als Menschen des jüdischen Ostens, der auch die Heimat seiner Vorfahren war. Dieser Künstler, Führer des jungen Rheinlands, und diesmal der führende Kopf der dcutsehen Künstler, denen die sehr gute Pariser Gruppe einigermaßen zu schaden macht: Bouchc, Coubine, Gromairc, steht dem, Süden nicht so rückhaltlos programmatisch gegenüber. Sein in diesem Jahre in der Akademie gezeigtes großes Bild ״Abschied von Düsseldorf“, hat, wie dieses Jahr die ״Heimsuchung armer Südländer“, etwas von der Zartheit alter Vcnctlancr. Die Linie Phantasie-Realität neigt sich bei ihm mehr zum Phantastischen, das bei ihm Romantik heißt. Audi Karl Schwcsig, der den Lesern der Jüdischen Rundschau schon bekannt i>t, zeigt unter anderem ein Porträt der bekannten ״Mutter Ev", der großzügigen Mäzenatin all der Künstler des jungen Rheinländer. Trotz der Abwesenheit jüdischer Motive bis auf Eritz Salomonskis Darstellung der Himmelfahrt Elias, von der noch zu sprechen ist, kann ich doch auf eine kleine Gruppe jüdischer Künstler weisen, die trotz ihrer sonstigen Zugehörigkeit zur europäischen Kunst als jüdische Künstler anzusprechen sind, und unter denen sich auch einige neue befinden. Da ist vor allem Nikolai Wassilewitsch Barotinsky, der Meister. Er hat Valcska Gert gemalt ln ihrem Tanz ״der Tod“; malte sic mit aller gesammelten Kraft, die dieser starken Darstellerin eigen ist und ganz wie sic groß im Nachlassen, Ausgclöschtsein — beide Pole in ausgeglichener Spannung und stiller bannender Gcladcnheit. Noch stärker in der Legitimation als jüdischer Künstler wirkt die Darstellung des kranken Jungen — ci!1 Selbstbildnis -־ und die Komposition ״Blut“ (Dostojewskis Raskolnikow). Jüdischer Schmerz liegt um diesen Mund, der beide Mal derselbe ist. Mund und Augen gehören diesem selben Schmerz, der durch die Jahrtausende Dauer erhielt. Da ist «auch der noch wenig genannte Maler Paul Cassel. Wie Kulojanskl, der zwar im Katalog genannt Ist, aber nicht aussteiltc, pflegt auch Cassel die stillere Art der Klarheit. Seine Farben sind stark und zugleich gedeckt und der Raum konzentriert. Seine Bulgarin, die stark in drr Raumaufteilung .?ein Malcrtempcrament bezeugt, hat jüdische Züge, und in einem männlichen Porträt zeigt sich die Leiden- Schaft des Nadischaffcns. Ein Kinderhild macht dagegen farbige und ^hauende Kräfte frei. Stärker noch als Cassel führen die Kompositionen des gingen Dresdners Moritz Grosmann ln die jüdische Welt. Der junge Jude ist Gegenstand der Darstellung. Gut angezogen, mit Hut und Stock und doch altvaterisch, das weltfremde Talmudjüngel, wandert er durch die mondbcschicncnc Stadt. Jascha Judtiis ״Damenhildnis“ stellt eine junge Frau dar; schlichter als Max Band, I füllt er sie doch mit Leben. Audi eine junge Künstlerin verdient in diesem Zusammenhang genannt zu werden: Hella Aronsohn. Von ihr sicht man diesmal zwei Porträts, von f •: J -׳ denen das eine ,,Mätlchenkopf“ zu der orientalischen Pha:’^'׳ weist, die manche ihrer Landschaften in graphischen schon früher zeigten. Das andere, ״Nadja‘‘," strebt über ׳ bloße Porträt zur Komposition. Ihre B'umcnstiilcbcn erb durch schöne warme Farbe und ein größeres StÜUTrn Früchten enthält in mancherlei Feinheit kultivierte M'h Sehr lebendig ist auch die Komposition ״Pflegerin mit K ' von Traut Simon. Klar in der Anlage, in starker. Farbe und in schöner Lebendigkeit überlegen über da« Mp-' ist cs eine gute Leistung. Der sdion erwähnte!־- Salomonski laßt sidt zwar nicht in die Gruppe ( “ modernen Maler cinordncn, aber auch er wirkt stark b.:■ lebendiges Erlebnis. Seine Darstellung der Himmclfahd -־ ist von biblischer Schlichtheit, die aber vielleicht gerade « halb einen Hauch der Berufung ahnen läßt. Palästinenser Motive wählte Frau Walü Perct: kus. Ihre dargcstelltcn Typen: Araber, Araberin, ur.c : mouischcs Mädchen vermochten zu überzeugen, aber Sonnenuntergänge in Jerusalem wirkten, wenn man ' immer noch heißen des Malers Pevsack denkt, dur«•׳ europäisch und erinnern eher an Landschaften von besser j. Auch die Plastik-Abteilung ist von *j ־ Künstlern gut beschickt. In ihr sind zu nennen: ls c TU. * mit einer Gruppe ״Mutter und Kind“ und der j Plcßncr u. a. mit einer Mcndclssahnbitstc. i ' Arbeit zeigt der Bildhauer Georg L c s c h n i t z e r;־m ‘ g schönen Bronze eines jungen Mädchens. Gut du rchM f , in der Bewegung zeigt sic Beherrschung des künsue״^;.| f Mittels über die Routine hinaus. Die Gartcr.abtemmq < als Folie für die Plastiken wie auch als eigene J vertreten, steht unter der Hauptleitung von | dem Präsidenten der deutschen Gartcr.h.ru-Gesei.srtiai׳■? Die Reihe jüdischer Künstler ist damit noch n•«״ ״ schöpft und diese Darstellung erlicht auch a״£c®ic‘1*.V. 1500 Nummern keinerlei Anspruch auf Voiistänc.igk *• ^,./• wird gegenwärtig gut Porträt gemalt und es k1 u gute Porträtmaler und -Malerinnen! Unter .ihnen 'ז0ץ;./ noch einige, nennen: Kate Levinstein mit dem des Filmschauspiclcrs Marion, Kätc Münzcr-Ncumann ua? trud Landsbcrgcr-Sachs mit dem Porträt von ‘ru ,V;: Dagobert Rund zeigt ein Porträt von Wittenberg u” .,. ־ Rund begabte Zeichnungen. Seltsam jüdisch .1״U~/.׳-״T'' Rctzlaffs Christus-Zyklus an. Ihr Christus •st w * Die Linien sind rein. Die Aegypter sind Vorbild.;