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Jüdische Rundschau · 1925-11-03 · Heft 86 (3.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 86 (3.11.1925)
Date
1925-11-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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! (-!rinn הי=7/ רד^ד׳/ נ־, e ד t נ c—ך־ב JL, 0 1 n \״״1 r־r~x r—3 r~~ S! fi י׳:ד: i'vi cy ü'vj yy cy> vy׳ aa, Eü3zehsz!7nn2cT 0,25 GoldmzzU ~~י־*׳✓ ר. r״: r1־ Ü L..Vv_^ / O jaktioo und Verlag W 15, Mcinckcslraßc 10. Erscheint \ i Jcn Dienstag und Freitag, Bezugsprei* bei der Expedition | 1 Mailich 1.85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark.! lCtJuboM«1n»oU «wdto in der Wlhrun* der «inselncn Linder berechnet Ntunmer 8p Berlin, 3. XL 1925 Anzeigen -V crwnllung Jüdische Rundschau G.m-b.IL, Berlin W15, Mclnckestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Anxdgenprele: Sgeipal LNonpereilloreQeO.riOG.'Ml Stellensuche 0.23G.-M. Aaxel^eoschlo&t Dienet»!; und Freit»!• n*chmltt»jj 4 Uhr. b Telephon: Bismark7163—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. y Tfir Oeitcrrelchi I’oeUperkinrnsmt Wien. Konto Nr. IMCOd. P FOrTechechotlowalceii Po»Uperk«»5en«mt l’re!J, Konto Nr. 5)4!0. fj Für Polen: Po>t*p»rka1»en1mt Wanchati, Konto Nr. 1'*KJ 708. 8 Redaklionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ט״ז מרחשרן. היפ״ר XXX. J2dhr;g. gionlstnu» erstrebt für das jüdische Volk dla SchaHaag ciscr öi7cr.tHch - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Prosraasm.‘4 's t-t eeS Bars Pi* r~\ ר/r-s Ski/ י--ז> <rr>ß uüC^u^üLl | piL* ״C.-V.-Zcilung“ bespricht in ihrer letzten Nummer j.;c1״ Aufsatz ״Ort und die deutschen Juden“ und vermißt die Sympathie für die Bestrebungen der ״Ort“, die in 1 ׳ct״ Aeußerungen deutscher Zionisten 7u finden seien. Mit j recht. Wir haben jahrelang und auch bei dieser letzten : -enheit stets betont, daß wir den Bestrebungen der Gesell- : 1it .,Ort“, Juden in produktive Berufe überzuführen, und ’ •jrci1 zur Gesundung des jüdischen Volkskörpers beib:i״cn, mit Interesse gegenüberstehen und sie als einen ■Vagen Teil jüdischer Volksarbeit betrachten. Unser Be- 1 Jen galt. lediglich der Art und Weise, wie das längst :;uitc Programm und die Tätigkeit der Gesellschaft ״Oit“ .:dings bei der Propaganda unter deutschen Juden dar- -teilt wurde. Führer des Centralvcrcins haben sich mit;r Warme dafür eingesetzt, die in krassem Mißverhältnis ׳ L,t zu dem von ihnen sonst proklamierten Grundsatz, daß '.:;ehe Juden sich um Angelegenheiten außerhalb Deutsch- *nicht zu kümmern haben. Wir wollten klar und dcut- - wissen, ob die Begeisterung des Centralvcrcins für ,.Ort“ ’ Aufgeben dieses Grundsatzes bedeutet. Wir würden solche Neuorientierung des Centralvcrcins sehr bc-;;,Gen, denn wir würden darin den ersten Schritt sehen J• Erkenntnis der Judenfragc als einheitlichen Weltproblems, j-deren Lösung alle Juden mit/uwirken haben. Leider gibt; ״C.-V.-Zeitung“ nicht die gewünschte eindeutige Ant-;ד. Mit unverkennbarer Verlegenheit erklärt sic: ״Auch :! noch stehen wir auf dem Siandpunkt, daß wir deutschen ו!ג in Deutschland genug zu tun haben.“ Niemand hat; geleugnet; die Frage ist aber, ob uns dies der Pflicht ' :.'bt, darüber hinaus an Dingen der jüdischen Gesamtheit,; .U1fgabi.11, die die Zukunft des Judentums sichern sollen, uarbeiten. Diese Pflichten hat der C.-V. bisher verneint. : schreibt die ״C.-V.-Zeitung“ im Anschluß an den zitierten 7 weiter: : ״Aber das braucht unseres Erachtens nicht au7<׳uliiicßcn, daß sich einzelne Persönlichkeiten aus der Reihe;crcr Führer, die sich schon immer für kolonisatorische •׳keiten, die nicht vom jüdisch-nationalistischen Standd.tc aus durchgcführt werden, interessiert haben, nun .h für die ׳01״t“-Bcwcgu:1g interessieren. Die ,.Ort"; ־ a t nichts mit den j i'i d i s e h - n a t i o n a 1 c u Tendmzen gemein. Und wenn die ״Jüdische Rundschau“ ..■Nnupict, die Siedlungen der ״Ort“ ״hätten stark nationale i ,‘־;:ationcn“. und sich darüber wundert, daß die ״C.-V.- :ccituag“ noch nichts von einer Unterredung mit Tschi-!?eherin berichtet habe, so haben wir dazu nur zu bc- |־.erben, daß unsere Freunde sich bisher nicht für berechtigt :ehalten haben, diese Unterredung in der Octfcntlichkcit :ר erörtern, wenn auch von unserem Standpunkt keinerlei ■ ‘־laß vorliegt, diese Mitteilungen zu verneinen. Das eine der können wir sagen, daß diese Ansicdlungcn in Ruß- ' J auch nach der Erklärung des Herrn Tschitseherin 't Nationalismus nichts zu tun haben, und daß man “c /usammenhängenden Kolonien nur deshalb schafft, i ־!I cs verwaltungsmäßig und auch int Interesse der Juden :׳-'s<־r ist, Siedler nebeneinander anzusiedcln, deren Ziele!' gleicher Richtung liegen und die die gleiche Sprache : יזehe״. Und weil diese Kolonien der ״Ort״-Bewcgung . ח wirtschaftlicher, unpolitischer Natur ist, "רה•b l:ö men unsere Freunde die Bestrebungen der ״Ort“ '‘׳'Mützen.“ ‘ 1׳er allerdings liegt ein schwerer Irrtum vor. Wir hc;1 dem C.-V. nahelcgcn, an die Gesellschaft ״Ort“ ,'rage zu richten, ob sic ihre Tätigkeit als national bc-;'d und um eine authentische Interpretation zu ersuchen. : די wurde in allen Programmschriftcn und Programmreden _' ■.Ort“ (freilich mit Aufnahme der Reden im Hotel ״Kaiserder nationale Charakter ihrer Wiederaufbauarbeit bc-, ' die ja auch nur als Volksarbeit großen Stils begriffen kann. Wir haben darum auch stets diese Bestrebungen 1'yinpathic begleitet, und cs könnte uns nur zur Genug- ■.׳;? gereichen, daß der C.-V. dasselbe tut, denn wir halten?ו für seine Pflicht, entgegen seiner bisherigen Praxis an 1',3len Aufgaben unseres Volkes mitzuwirken. Wir halten für eine Ehrensache des deutschen Judentums, das durch . : Bedeutung innerhalb der Gesamtjudenheit besonders verpflichtet ist, sich nicht auszuschlicßcn und seine Stellung zu behaupten. Dies war eines der Argumente, das wir immer gebraucht haben, um die Verpflichtung des deutschen Judentums zur *Mitwirkung am Aufbau der jüdischen Heimstatte in Palästina darzutun. Unsere Zusammenarbeit mit Nichtzionisten und mit nichtnationalcn Juden iin Keren Hajessod beweist, daß auch wir verstehen, daß die Teilnahme an derartigen nationalen Aufgaben noch nicht zu nationalem Bekenntnis verpflichtet, d. h. nicht die Notwendigkeit in sich schließt, die eigene Person mit dieser Volkssache zu verbinden. Fs kann auch periphere, wertvolle Mitarbeit geben. Mitglieder dos C.-V. können sieb nach unserer Auffassung an Aktionen beteiligen, deren gcsamtjüdischcr, nationaler Charakter uuzweideuiig feststeht. Dazu gehört auch ״Ort“. Wir wünschen nur eine Bestätigung, daß auch der C.-V. sich zu dieser Ansicht durchgerungen hat. Noch ein Wort über die Unterredung mit Tschitseherin. Die ״C.-V.-Zeitung“ stellt cs so dar, als ob wir sic zu lndiskretionen veranlassen wollten. Dies ist nicht der Fall. Wir haben nur angenommen, daß der ״C.-V.-Zeitung“ dasselbe Conununiqut* über diese Unterredung zugegangen ist wie unserer Redaktion. I>icsc.s Communique, das in unserer Nummer vom 0. Oktober wörtlich und unverändert voröJfcntlicht war, ist auch in der ״C.-V.-Zeitung“ abgcdruckt, jedoch init Forllassung des letzten Satzes: gerade jenes Satzes, worin gesagt wird, daß den Juden dieselbe Möglichkeit wirfschaftlicher und nationaler Entwicklung gegeben werden soll wie den andern Nationalitäten innerhalb der Sowjet-Union. Vielleicht war der Redakteur gezwungen, aus Raumgründen den letzten Satz wcg/uslreichcn, vielleicht hat die ״C.-V.-Zeitung“ eine andere Fassung des ('.oinnmniqm's erhalten als wir; man muß uns aber verzeihen, wenn wir auf Grund dieses Tatbestandes der Vermutung Ausdruck gaben, der erwähnte Satz sei dem politischen Rotstift zum Opfer gefallen, der verhüten w'olite, daß die Leser der ״C.-V.-Zeitung“ die Wahrheit über die nationalen Intentionen des russischen Kolonisationsprojcktcs erfahren. Dem C.-V. ist cs scheinbar doch unangenehm, daß die Ocffcntüchkcit erführt, daß er für eine Arbeit Propaganda macht, die mit dem klaren Ziel einer national autonomen jüdischen Siedlung, wahrscheinlich mit jiildischer Umgangssprache, und im Rahmen der• kommunistischen Verfassung Rußlands, unternommen wird, während er gleichzeitig seine Anhänger vor der Mitarbeit an der Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina, die ein Zentrum der Erneuerung hebräischer Kultur werden soll, warnen zu müssen glaubt. Wobei er sich vom Pnrtcihaß sogar zur Verwendung des Argumentes hinreißen läßt, der Keren Ilajcssod müsse darum bekämpft werden, weil er eine Ausfuhr jüdischen Geldes aus Deutschland bedeute. Was für Palästina verboten ist, ist dem C.-V. für Rußland erlaubt. Dieses Doppelspiel ist cs, das wir annageln wollten, damit die jüdische Ocffcntüchkcit und die Anhänger des Ccntral-Vcreins seihst sehen, in welche absurde Lage cs. einen bringt, wenn man sich durch einseitige Partcileidcnschaft leiten läßt. Dies beeinträchtigt jedoch nicht unsere freundliche Bc- Ziehung zu der jüdischen Kolonisationsarbeit in Rußland, die allerdings nach unserer Auffassung in Zukunft Stückwerk bleiben wird, wenn nicht das neue lebenspendende Zentrum in Palästina entsteht. Allenthalben in der Welt, und besonders in Rußland, sind Hilfsaktionen für das nicdergehrochcnc Judentum heute erforderlich. Jeder Jude soll daran mitwirken, und wir Zionisten, die wir die. Leiden des jüdischen Volkes und jüdischer Volkstcilc als eigene Leiden empfinden, sind gewiß am allerwenigsten so stumpf, uns dieser Notwendigkeit zu verschließen. Aber dessen ungeachtet gibt es eine Rettungsaktion, die ein Werk sui generis ist, das ist der Aufbau Palästinas. Wer einzelne Hilfsaktionen dazu benützt, um das Palästinawerk zu bekämpfen, der versündigt sich am Judentum. Nur der, der Palästina als zentrale Aufgabe bejaht, wird mit Fug und Sinn auch außerhalb Palästinas fruchtbare jüdische Ililfsarbcit tun können. a־. Die Tragödie von Damaskus i.^ndon, 30. Oktober. (J.T.A.) Die zuletzt ringe- .":!,cn Nachrichten bringen Einzelheiten über die Bcschic- חסי' י Damaskus. Meist haben die mohammedanischen * de!• Stadt unter dem Bombardement zu leiden gehabt,! ׳;|hlt tausende Tote und Verwundete, unter ihnen auch '1'die Christen und Juden, die in den mohammedanischen; Stadt wohnten. ' ,׳csoiidcrs schwer betroffen wurde aber das jüdische ■'״*viertel, welches zwischen den zwei mohammedani- ['! Hauplvicrtcln eingebettet liegt. Das jüdische Viertel uc durcii d3s Bombardement zerstört, einige hundert Juden gה unter den Trümmern begraben. •׳Daily Telegraph“ teilt Aeußerungen mohammedanischer . r aus Damaskus mit, wonach die Beschießung von Dadie zwei* bis dreitausend Menschen das Leben kostete, 1,‘beginn eines neuen Krieges des Mo harn- .'‘!■511■snuis gegen die christlichen Mächte in irHl1ichtc verzeichnet sein wird. Qanz Syrien ist von -!“U״C erfaßt, und die Führer des Islam predigen den Auf* k'1!״ der afrikanischen Mittclmccrküstc bis zum Kaukasus, ■q^ Eisenbahnverkehr zwischen Haifa und Dainasschon seit dem 21, Oktober unterbunden. Die Züge von Haifa nach Damaskus werden bei Dcrca von den französischcn Truppen angchaltcn. Von französischer Seite entschuldigt man das Bombardement damit, daß bewaffnete Drusen in die Stadt eingedrungen waren und daß sich ihnen große Teile der Bevölkerung von Damaskus sofort an geschlossen hätten. Ohne die Maßregel der Beschießung wäre Damaskm in die I Finde der Drusen gefallen. Jerusalem, 20. Oktober. (J.T1A.) Die paläs tlncnsisch-arabischclixckutive und der moslemische Oberrat Palästinas entsandten eine Abordnung zu Lord Plumcr, die ihn ersuchte, die Proteste des arabischen Volkes gegen das Vorgehen der französischen Truppen in Syrien dem Völkerbund zu übermitteln. An den Emir Shakib Arslan, der jetzt als Vertreter der syrisch-palästinensischen Araber in Genf weilt, wurde ein Telegramm gerichtet mit dem Ersuchen, dem Völkerbund einen formellen Protest zu überreichen und uin die Entsendung einer Untersuchung^- kommission nach Damaskus zu ersuchen. Ferner wurden TcL-grammc direkt an den Völkerbund, au den Nationalpolitischen Klub in London, an die Mosleniilen Indiens und anderer Länder gesandt, in denen gegen die französische Bc- Schiebung van Damaskus, das eine der heiligen Städte des Islams ist, scharf protestiert wird. Rundschau Feuer Im Osten - Damaskus — Mossul — Genf — Balfour-TajJ RW, Berlin, 2. November 1925. Die grauenerregenden Vorgänge in Damaskus sind das zentrale Ereignis der letzten Woche. Die ganze Kulturmcnschhcit wurde durch das Wetterleuchten im Osten daran erinnert, welche schweren Wolken über der curopäischen Welt lagern, der noch die große Auseinander- Setzung mit dem erwachenden Asien bcvorstcht. Nicht nur Zivilisation trägt Europa nach dem Osten, sondern auch Tod und Zerstörung. Eine alte Stätte hoher Kultur, die zauhennnsponnene, sonncnbcglänzte Stadt liegt in Trümmern, und niemand wird teilnahmslos einem solchen Unglück gegenüberstehen können, ganz abgesehen von den Menschenleben, die seine Opfer wurden. Die Ereignisse von Damaskus sind bis heute nicht völlig aufgeklärt. Zwar gab der Korrespondent der ״Times“ eine eingehende Darstellung, die in Frankreich als gehässig, in England jedoch als milde und zurückhaltend empfunden wurde, aber cs ist nicht klar, wie weit sich das furchtbare Vernichtungswerk mit sögenannten militärischen Notwendigkeiten begründen läßt. Für die Abschlachtung der Zivilbevölkerung wird sieb ohnedies schwer eine Rechtfertigung finden. Der Fall erinnert an das bekannte Massaker von Amritsar, auch au manche Tat des deutschen Vandalismus irn Kriege. Er zeigt, daß der Militarismus eine internationale Krankheit ist und daß cs falsch wäre, eine der europäischen Nationen aus diesem Grunde gegenüber den anderen herabset/en zu wollen. Militärische Gewaltherrschaft kann vielleicht vorübergehende Erfolge erzielen, sic kann eine Bevölkerung niederwerfen und durch Mittel des Schreckens im Zaume halten, sic kann aber niemals wirklichen innern Frieden schaffen. Es ist leider zu befürchten, daß, trotz der Unterwerfung der syrischen Granden, das Bombardement von Damaskus nur zur Ver- Schärfung der Beziehungen zwischen Bevölkerung und Mandatarmacht führen wird. Die Franzosen, die sich vor dem Kriege bekanntlich der größten Beliebtheit im Orient erfreuten, und deren Kultur die stärkste Position in allen türkischen Gebieten hatte. — eine Position, aus der sic auch der Weltkrieg und das türkische Bündnis mit Deutschland nicht vertreiben konnten—, haben in den sechs Jahren militärischer Verwaltung in Syrien ihre Beliebtheit gründlich cingcbüßt. Es ist ihnen nicht gehingen, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, und sämtliche Generäle, die in Syrien Gouverneure waren, haben nur Mißerfolge zu verzeichnen. Frankreich ist mm in zwei ernste Kolonialkriege verwickelt. Vom Riff bis nach Damaskus stellt cs im Kampfe mit der arabischen Welt. Die Lage wird dadurch erschwert, daß diese Kriege im Innern nicht sehr populär sind, zumal eine Linksrcgicrung sic auf die Dauer ihren eigenen Anhängern nicht plausibel machen kann. Wir können also nicht wissen, welche Wendung diese Zuspitzung der Gegensätze in der nächsten Zeit herbeiführen wird. Die Nachrichten, daß die Zerstörung von Damaskus ein Signal zum Aufstand der ganzen mohammedanischen Welt gegen die Europäer sein wird, sind wahrscheinlieh etwas voreilig und übertrieben. Es kann jedoch keinem Zweifel unterliegen, daß außerhalb Syriens die Araber und darüber hinaus die Mohammedaner die dortigen Vorgänge mit stärkster Anteilnahme verfolgen. Solche Bewegungen der mohammedanischen Welt können natürlich für Palästina unmittelbare Wirkungen haben. Wir Juden, die das Schicksal unserer Volksgenossen in der ganzen Weit mit größtem Interesse verfolgen, haben volles Verständnis dafür, daß den Arabern die Behandlung ihrer Stammesbrüder nicht gleichgültig ist. Aber wir glauben, daß cs andere Wege gibt, zu einem friedlichen Ausgleich zu kommen, als den Weg des bewaffneten Aufstandes. Die Araber selbst wissen das auch, wenn sie nicht gereizt werden, und sic wissen, daß eine friedliche Kooperation in ihrem eigenen Interesse liegt. * Die Entwicklung in Syrien liefert die Beleuchtung, in der wir das große staatsmiinnischc Werk Sir Herhert Samuels voll zu würdigen vermögen. Palästina ist heute das einzige Land im Vorderen Orient, wo Ruhe und Stabilität herrscht. Den anfänglich konspirativen und subversiven Tendenzen der Araber wurde durch die zielbcwußtc, aber entgegenkommende und menschliche Art Sir Herberts der Boden entzogen. Selbst wenn keine jüdischen Interessen in Palästina nuf dem Spiele stünden, müßten wir mit Genugtuung verzeichnen, daß gerade ein Jude es war, der den Versuch unternommen hat, durch friedliche Mittel und durch Respektierung der Würde eines unterworfenen Volkes ein ,Werk der Versöhnung ־ anzubahnen. Die-

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