Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-10-20 · Heft 82 (20.10.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 82 (20.10.1925)
Date
1925-10-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652766--17777-2691873
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 693 .! S2 'i _ Pas Budget und die Verwaltung Von Dr. Robert Wcltsch. per XIV. Kongreß hat für die Palästinaarbeit des nächsten lahrcs ei*1 Budget von 600000 £ beschlossen. Es gehört zu •'*n Anomalien unseres Kongresses, daß er zwar die Ausgabe Jjtsctzt, jedoch nicht wie ein anderes Parlament Steuern Schließen kann, die eine Deckung des Budgets von vom־ herein sichern. Nicht eine bürokratische Stcucrcinzichungs־ Wast-'hinoric wird das Geld beschaffen, sondern die ganze!teieß״”*» l״u״ daran raitarbeiten* alle Zionisten müssen mit Spannung ihrer äußersten Kraft für die nationalen Ponds i ).crbcn, die die Einnahmcnscitcn des Budgets darstellen. Das o-fi-j ^nzc Budget wird illusorisch, wenn die Deckung nicht da I a Man kann also verstehen, wenn die Exekutive, die auf 1; m;.-1 ^nd des Budgets Vcrplichtungen cinzugehen hat, nur mit t <j. jj ־,jßeretcr Vorsicht der Festsetzung der einzelnen Posten zu- ^d"ij stimmt. | Das Budget gibt ein Bild der ganzen zionistischen Tätig- Sccl>n Palästina. Es bietet die beste Handhabe zur Besprcch- $,■.* aller Seiten dieser Arbeit und cs wäre zu wünschen, " tiJjB in Zukunft auf den Kongressen die Generaldebatte die 1jrYform einer Budgetdebatte anninimt. Die Exekutive trägt nicht '1.0‘.51'jr die Verantwortung für das rechtzeitige Eintreffen des Ltt-üciJcs in Palästina, sondern auch die Verantwortung für :1 1: richtige und zweckmäßige Verwendung. Durch die Auf- :rjci:;Teilung zu großer Budgets, die später nicht cingehaltcn S 2ü־v1 j.crdcn konnten, geriet die verwaltende Körperschaft stets in;;5c Klemme, die sic verhinderte, systematisch vorzugehen. "1‘;; Vach fehlte cs in mancher Hinsicht an der notwendigen Era C;>';:hrun£. Heute hat sich durch die zunehmende Erkenntnis ■]•er Tatsachen und durch den unerwarteten Zustrom neuer 1’0 •;Einwanderer die Situation geklärt. Was seit Jahren vergeblich pr >' -dordert wurde, muß jetzt seine Erfüllung finden: wi*־ ' juchen einen Kolonisationsplan und eine starke Exekutive, ■^ ec ihn durchführt. Die Exekutive muß ein Bild der Wirt- " ■;] ^aftsgcstaliung Palästinas haben, sie muß die aufbauenden ^!־׳;Kräfte dirigieren und lenken, nicht nur durch finanzielle Bei- ,h. •: :Etc, sondern durch ihre überlegene Kenntnis der Dinge und .re Ucbcrsicht über den Gesamtkomplex der Tatsachen und;v^. Tendenzen. An dieser Ucbcrlcgcnhcit hat cs bisher vielfach War,• .'!:i-mangelt. Die Dinge sind uns über den Kopf gewachsen, her XIV. Kongreß, so wenig er auch zu einer klaren ’Icinutigsbildung vorgedrungen ist, muß doch in dieser I־ii1>־ "iE :;ht einen Wendepunkt bedeuten. " די Bas zionistische Budget umfaßt nicht die Gesamtheit der : j: den Aufbau Palästinas aufgewandten Mittel. Aus andern . Tellen, insbesondere durch private Initiative, fließen heute י""'׳ ..■■;liebliche Stimmen in das Land, eine ganze Reihe von Ge- 11"י v; elkhaftcn arbeiten unabhängig von der zionistischen Exci:] etive. Ein Teil dieser Gesellschaften ist allerdings mit der tf[• 5 Zionistischen Organisation verbunden, sei cs als direkte r,y, b TnilitcrgesclJschaft eines zionistischen Verbandes, sei cs durch •״“jil.c führende Tätigkeit verantwortlicher Zionisten. Der Gey.,./* tanke, auch diese privaten Mittel in geeigneter Form in 1Gesamtplan cinzuordnen, ist leider bisher noch nicht ernst-!■”!? ־!! ins Auge gefaßt worden. So besteht die Tatsache, daß das ׳‘e .־ -;rtscJiaftslcbcn Palästinas sich in freier Entwicklung bildet, ׳^ ״״. obei natürlich nach den Gesetzen privater Wirtschaft vor 03 f;fi *5י diejenigen Zweige in Betracht kommen, die Gewinn f, '■cnprcchcn oder bei denen keine übermäßigen Schwierigca *eilen zu überwinden sind. Das natürliche Komplement dieser T’jbaachkigc ist die Notwendigkeit, die zionistischen Mittel ge-;)";'Tadc dort einzusctz.cn, wo die private Initiative not- ׳•׳end i g versagen muß, also dort, wo die groß- ‘ 1",];icn Schwierigkeiten bestellen, wo aber ein national 0 y T:■richtiger Zweck erreicht werden muß. r; Unter den heutigen Verhältnissen stehen im Mittelpunkt der '0y, '•:ionalcn Tätigkeit vor allem zwei Gebiete: Landwirt- 0y T:haft und Erziehung. Ohne jüdische Landwirtschaft ';■־u ohne hebräische Erziehung ist das ganze Aufbauwerk ׳־ : ץ 0־ Palästina sinnlos. Es würde niemals zu einer jüdischen ....;' äcimsfättc führen, niemals erfüllen, wovon alle Zionisten n -;,'■'umtcn. Diese beiden Gebiete bilden auch im Budget den IT htigste 11 Bestandteil. Bei der lksprcelumg des Budgets חיי' י• ז׳ wir uns daher /nnidist ihnen zuwenden. I. Landwirtschaft. Schon im vorigen Jahre wurde die Parole ausgegeben, daß zunächst eine Konsolidierung der bestehenden Wirtschaften erfolgen müsse. Wir stehen vor der Tatsache, daß die entsprechend den vor fünf Jahren aufgcstcllten großen Kolonisationsplänen, die infolge ständiger Verkleinerung des Budgets nicht im entferntesten ausgeführt werden konnten, angelegten Siedlungen gleich zu Beginn ihrer Entwicklung im Stich gelassen wurden und sich jahrelang durch schwere Not durchkämpfen mußten, ohne zu einem wirtschaftlichen Ziel zu ge* langen. Angesichts einer solchen Lage wäre es verkehrt, neue Siedlungen zu begründen, die daun voraussichtlich in dieselbe mißliche Lage geraten würden. Das Programm der Konsolidierung konnte im vorigen Jahre nicht zu Ende geführt werden, und der Kongreß sah sich genötigt, den größten Teil des landwirtschaftlichen Budgets, nämlich £ 175 000 von £ 270 000, wieder für diesen Zweck zu bestimmen. Die künftige Exekutive hat nun die Aufgabe, mit Hilfe dieses Budgets die bestehenden landwirtschaftlichen Siedhingen, oder doch einen großen Teil von ihnen, in Ordnung 711 bringen. Der heutige Zustand kann ohne Gefahr erhebliehen Schadens rieht aufrecht erhalten bleiben. Wie es zu diesem Zustande kam, das zu"untersuchen, ist liier nicht der Ort. Vielleicht wird einmal die zusainmcnfassciidc Darstellung der zionistischen Kolonisationsgcschichtc geschrieben werden, aus der hervorgehen wird, wieviel Größe in dieser Arbeit steckt und welche erstaunlich günstigen Resultate sie ergeben hat. Eine vergleichende Kolonisationsgcschichtc, die die Ent- Wicklung und die Bedingungen anderer Kolonisationen unter׳ sucht, könnte uns die Anerkennung nicht versagen; wir sollen unsere eigene Leistung nicht licrabinindcrn. Wenn wir dennoch cinsehcu, daß ein Moment gekommen ist, wo Reformen und Nachprüfung erforderlich sind, so wissen wir, daß dies eine ganz natürliche Etappe auf einem so dornigen Wege ist. Wir haben daher keinen Anlaß, uns die Wahrheit zu verheimlichen. Ich habe vor einigen Monaten in drei langen Artikeln aus Palästina an dieser Stelle darzustcllcn versucht, welche Eindrücke sich einem Betrachter unserer landwirtschaftlichen Kolonien aufdrängen und welche Momente für die heutige mißliche Lage mitverantwortlich sind. (Jüdische Rundschau Nr. ‘14, 46, 43). Als das heutige Hauptproblem wurde dort bezeichnet der Heb er gang von dem Okkupationscharakter der ersten Zeit zu der rationalen Wirtschaft des Kolonisten. Die Arbeiter, die das Hauptclement der landwirtschaftlichen Siedlungen bilden, haben ein gesehen, daß für Kolonisation andere Gesetze maßgebend sind als für die lediglich nationalen Gesichtspunkten folgende Okkupation. Sie haben den brennenden Wunsch, aus der ,,Takzi\v“-Wirtsc!1aft berauszukomuien, wirtschaftlich selbständig zu werden, ihren Betrieb rentabel zu gestalten. Freilich ist cs nicht so leicht, die psychologischen Hindernisse zu überwinden, die aus jener andern Sphäre lamlwirtscbaftliclirr Botä'igung zurückgeblieben sind. Aber der Wille ist da, und zugleich auch die ungeheure Bereicherung an Fachkenutnisscu und Erfahrungen fünfjähriger Arbeit — freilich leider auch die beeinträchtigende Wirkung eines übermäßigen Kräfteverbrauches, die Folgen des Raubhaus, den das jüdische Volk mit seinen besten Menschen ge* trieben bat. Die längst geplante Ordnung muß nun herbei• geführt werden, jede Siedlung muß einen genauen individueilen Aulagcplun erhalten, die Verträge mit den Siedlern müssen auf dieser Grundlage abgeschlossen werden und cs muß Vorsorge getroffen werden, daß das Budget stets rechtzeitig zur Auszahlung gelangt. IX-r Wunsch nach Wirtschaftlichkcit ist allgemein, aber das Können versagt in diesem Punkte noch vielfach, cs fehlt auch an entsprechender Instruktion und Anleitung. Die Arbeiterschaft, auf eigene Füße gestellt, unter den schwersten Lebensbedingimgeu, von unbeirrbarem nationalen Idealismus erfüllt, hat Kolossales geschaffen. Trotzdem muß ausgesprochen werden, daß die Arbcitcrsicdlungcn darunter leiden, daß keine starke, bis ins letzte verantwortliche, die Wirtschaftlichkeit überwachende lnstanz da war. Es soll nicht verschwiegen werden, daß cs starke Strömungen in der Arbeiterschaft gibt, die, auf eine strenge Wahrung ihrer Autonomie bedacht, jede I;i11mi:.ch1mg in ihre Wlrtschaftsfüluu!1g ableliiien, Vor ihnen steht «las Gespenst des ״Administrators“, der aus freien Siedlern Knechte macht, und in die Stätte des ״neuen Lebens“ den Mißklang des Fcldwchcitons hincinbringt. Diese Reaktion, au sich verständlicli und berechtigt, gebt u. E. zu weit. Amiens Plato, magis amica veritas. Die Verwaltung unserer Kolonisation ist reformbedürftig. Gerade im Interesse der Arbeiter- Siedlungen, die nicht so weiter existieren können wie bis jetzt, muß eine strengere Kontrolle der Wirtschaftlichkeit Platz greifen. Die Bedingungen, unter denen die Menschen im Einck leben, sind menschenunwürdig, und kein nationaler Heroismus kann auf die Dauer so stark sein, Menschen unter solchen Bedingungen fest/uhaltcn, zumal iu einer Zeit, wo die Städte ringsum die Verlockungen eines viel leichteren und bessern Lebens bieten. Die ״Konsolidierung“ kann aber kein Wunder wirken. Die Bedingungen der Arbeit bleiben äußerst harte und das Leben bleibt schwer. Auch weiterhin wird niemand in Pal.istina landwirtschaftlicher Arbeiter sein, weil er auf große Gewinne hofft. Vielmehr stehen auf diesem Posten jene Menschen, die die Lösung der Judeufrage in ihrem tiefsten Kern fassen wollten. Ohne Rückhalt im Volke I< ö 11 neu diese Menschen nicht in ihren P o s i - tionen aus harren. Daher ist nichts so gefährlich wie die von einigen zionistischen Gruppen leider ausgegebene Parole eines politischen und sachlichen Kampfes gegen die Arbeiterschaft. Die Neuordnung der Verwaltung in Palästina darf nicht unter der Parole eines ״neuen Kurses“ erfolgen, sondern unter eind e u t i g c r Bejahung der c 11 a 1 u z i s c h c n Arbcitcrschaft, ja in ihrem Interesse. Die Arbeiter dürfen nicht das Bewußtsein haben, daß sic verraten worden sind, daß das ganze Volk gelogen hat, als cs jahrelang den Chaluz pries und von dem neuen Leben auf alter Erde sprach. Dm gehässige Art, in der diese Sehnsucht nach einem neuen Leben, der Versuch, unter Opfern neue Formen der Gemciiischaft zu schaffen, von gewisser zionistischer Seite a!v gegriffen wurde, hat dazu beigetragen, die Arbeiter gegen jeden Einfluß von außen mißtrauisch zu machen. Auch auf dem letzten Kongreß 'ist diese Gegnerschaft ungeschminkt zutage getreten. Die zionistische Weit muß sich im klaren sein, daß damit so gut wie alles aufs Spiel gesetzt wird, was wir bisher geschaffen und errungen haben. Die Defizite und die übrigen Schwierigkeiten der Kwuzoth auf ihre gesellschaftliche Form zuriickzufüliren, wäre u. E. nur erlaubt, wenn zuerst die andern Gründe, deren Mitwirken auf der Hand liegt, bcscitigt würden. Solange man den Siedlungen keine faire Chance gegeben hat, kann man nicht beurteilen, ob sie lebensfähig sind oder nicht. Nicht auf Grund sachlicher Erkeimtnissc kämpft man also gegen die Kwuzoth, sondern auf Grund von Vorurteilen, die mit Zionismus nicht zusammenhängen. Dies muß auf der andern Seite Widerstand hervorrufen. In einer solchen Atmosphäre sozialer, politischer und Weltnnschamingsgegensät/c kann ein sachliches Urteil über Wert und Unwert des wirtschaftlich Geleiteten schwer abgegeben werden. Die Forderung nach Entpolitisierung der Wirtschafts-Verwaltung darf nicht in dem Sinne erhoben werden, daß mit aller Deutlichkeit anstelle der einen politischen Tendenz eine andere politische Tendenz tritt. Diese Befürchtung der Arbeiter ist nach allem, was in der letzten Zeit geschehen ist, nur zu berechtigt. Aus diesem Grunde halten wir es auch für unmöglich, die Vertreter der Arbeiterschaft. aus der Verwaltung 711 entfernen, wie es von mancher Seite gewünscht worden ist. Erstens haben gerade die Arbeiter die größten Erfahrungen in der palästinensischen Land- Wirtschaft und cs ist eine naive Vorstellung, daß ein von außen kommender, mit den Verhältnissen des Landes nicht vertrauter Administrations-Routinier die außerordentlich komplizierten Probleme allein zu lösen imstande wäre. Zweitens aber kann, wie die Verhältnisse nun einmal liegen, das Mißtrauen der Arbeiterschaft nur dadurch beseitigt werden, daß man ihre Vertreter hcranzicht und ihnen vollen Einblick und volles Mitbestinunungsrccht in der Verwaltung gibt. Die Arbeiter werden heute, wenigstens in ihrer Mehrheit, jede Hilfe begrüßen, die zur Rationalisierung und zur Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe führen soll. Wo die noch als Rudimente einer früheren Epoche vorhandenen Okkupationsformcu cingc* wurzelt sind, wird vielleicht eine schmerzhafte Operation J. Duudhuui-Kirschentiüm 1 Biese Spalte gilt den jungen Werdenden. Diesmal einem ■'dem Nachwuchs. War es das erstemal der masurische ״!■•die• Jude Peysak, Palästinenser aus freier Wahl, so gilt O 1 s diesmal, unsere Aufmerksamkeit wieder nach Osten zu T: ־־'”den. J. Duwdiwaiii-Kin.chenbaiini, Kandinsky-Schüler, der J.1!־ Klee im Verständnis nahe steht, stammt aus Stascliow, ca;;hs Sandomir, Sohn des Staschowcr Chassiden Note n v; ,׳eit Kirscheubaum. Wie cs Bialik in Gedichten schildert, 1;s c.v,;Gs auch bei ihm die Sehnsucht nach der versperrten Natur, b zur ersten künstlerischen Gestaltung wächst. Wie in ׳נו! ז,;;Taks Städtl taucht die Landschaft tief in die mystische Ver- .Ja־; ■:״r׳*cnhcit der zum Symbol erhobenen Situationen des Einzel- 1י : y>Uls• der Jüngere sieht noch gedrängter. A\it Aqua׳ KG•" die alle das Städtchen an der Stadtmauer zeigen — vom ׳'J - vom Berg aus —, hat es begonnen. Die Häuser r ..;1;me Ecke gedrängt, altcrsschicfc Dächer, Städte, aus denen n; /".*׳,־ilcr kommen können wie Bergclson. Aus der hellen Landf!1 נ a״s der Ruhe, aus dem Thorahtanz, aus dem Wandern;r ’b . ,וח Pärkel über die endlosen Straßen. Dieser junge ™1.■''׳Genbaum ist Maler-Dichter. Rosa und helles Violett, Tr .. Iau< Orün, Rotviolctt sind Farben seiner Aquarelle. ,I"‘, 1..׳ .le führt die Dorfstraße, jüdisches Bethaus und Kirche c .urc .- icn sicli gegenüber, ein Rabbi mit der Thorah schwebt über •,r?dc, die beide verbindet. Das Bild des schwebenden r״.. Tv’!lst die Übersetzung des Spruchs: Sei leicht wie ein " m'. ^cr Weise ist leicht w׳ic ein Adler. Also sei leicht... 1 hr -1 "!!ז' p Swarz finden wir das gleiche Bild, das zuerst durch K *״ die Kunstsprache des Westens drang. Eine 1>ןיpopuläre Ausdruckweise ist cs, der wir hier bc-;utl\•־;■:hfi־?״ Us macht nichts, daß dieses hier als Beispiel bckühr ■ \ vdI1c *^d nicht aus den allerersten Anfängen stammt; was c Fe. ' ”eueren Versuchen unterscheidet, ist nur die Technik, wisse' ' ׳ci1n;.KJ,rsc11en^aum beschäftigt sich unaufhörlich mit neuen :><]״. .c״ Möglichkeiten, um seiner Kunst völlig sicheren ׳,ei .V:■ :i.v»0 Cr״״chcn Grund zu geben. Federzeichnung, Kreide, 13:1 ü :hkc;t. £anz am Anfang Radierung, alles hat er nach Mög- H 3 TWtI1. ״”rchsucht. Ebenso wie alles Technische im Forg d'c >m Bauhaus gepflegte Fakturcnmalerci vor allem. .■';cic1üUvC °^cr v1eimcbr Quellen sind bei allen Bildern or^r ■^ndpr *ur u״<* die Chassidimwclt, diese in seiner Jugend 5c,'oiK a.usscWicßendcn Mächte, sind nun gleichberechtigte 1 ״er Kunst. Die Natur, die immer wieder durch ■M dipf-u m ^cns*cr u״d den Dorfstraßen Eingang findet,; c '-”assidimwelt, von der Bilder erzählen, wie die frühe Radierung Kiddusch Icwanah (Gebet am Neumond), die Kreidezeichnung Klagelieder Jeremias mit dem Wcltaugc, das konzentrierend und ausslrahlend eine im Doppelsinne durchsichtige Variation des Soharkristalls ist, ein Bikl vom Baalschan, Cha־;r;i<li1ntan/f Gebet um Mitternacht und vor allem ״Sohnrsludicu“. Line stattliche Reihe, aus der ich cs mir nicht versagen möchte, noch einige zu nennen, die zum Beispiel jenem /uer.-.t beschriebenen Aquarell ähnliche Pro- Zession aller Religionen oder einen Spaziergang vor der Stadt mit dreierlei Menschen: Dorfchristen, fromme Juden und zivilisierte ״Moderne“ oder auch das Litho ״Musik für Alle“ — also auch für die Tiere. Humor und unbekümmerte Ursprünglichkcit wirken hier erfrischend und sind ein gutes Zeichen. Die erwähnte Radierung Soharstudien ist auch technisch aufschlußreich. Der mystische Kristall, von dem das Licht ausgeht, ist der Mittelpunkt des Bildes, in dem die strenge Gliederung der Anlage, die sich in Dreiecken, Quadraten und Senkrechten vollzieht in Wechselwirkung־׳ mit dem Urkristall der Komposition Phantastisch-Neues produktiv erzeugt. Die Einfachheit und Konzentration der neuen Kunst* lehre zeigt gerade hier anschaulich, daß sic fördert, wo viel Substanz da ist. Bei diesem aus Chassidimphantnstik und Natundichtung erzeugten Talent wirkt sie, soviel man bis jetzt erkennen kann, durch ihre Klarheit fördernd, und wie überall, wo Kraft vorhanden ist, als aufhaucudcs Mittel. Was in einem Aquarell ״Frauen hinter dem Berg“ noch allzu gedrängt schien, sicht man später gelöst. Vom Fabuliertalcnt gezeugte ücstalten gewinnen größere Dauerhaftigkeit durch Vereinigung von Naturform^ und Urform wie bei den Aquarellen ״Hofsängcr“ und ״Student in der Kneipe“. Die Röhrcnovalc der Arme hindern auch nicht die Er/ählcrphantasic. Das bereits erwähnte Aquarell ״Mann und Frau hinter dem Berg“ ist dafür ein Beispiel. Jetzt beginnt er im Oclbild die gewonnenen technischen Erkenntnisse nutzbar zu machen. Am deutlichsten iu einem Porträt, das in der mächtig aufgebauten Körperlichkeit von fern an Max Band erinnert. Die Heimat beider ist ja der Osten. Aber Kirschenbaums Art ist mehr auf den Sinn und auf das Was gerichtet, wenn bei ihm auch im Augenblick die technischen Probleme im Vordergrund stehen. Studien aller Art geben manchen Ausblick für einen groß angelegten Weiterweg. Jetzt ist er vom Bauhaus für einige Zeit bcurlaubt zu freier Arbeit. Da er sichere Technik und künstlerisch saubere Arbeit als Hauptgrundlagen anerkennt, darf man etwas von ihn! erwarten. Und di die östliche Heimat auch zugleich künstlerische Heimat geblieben ist, baut er vielleicht einmal mit an der Zukunft der werdenden jüdischen Kunst. Vorläufig lebt diese kulturbcrgcndc jüdische WelL aus der auch das jüdische Volkslied kam, noch in ihm und um ihn lebendig in vielen kleinen Erinncrungsbläitcrn. Ruth M 0 ro Id. Büclicrschau Georg Brandes, Die Jcsussagc. Erich Reiß Verlag, Berlin 1021 Das Problem der Entstehung des Christentum!, und die Frage nach der Persönlichkeit seines Stifters gehört in den letzten Jahrzehnten zu den umstrittensten und meist behandeltcn Fragen der Geschichtswissenschaft. Immer stärker nacht sielt hier wie auch auf alttestainentüchcm Gebiet die Tender.z geltend, sich von der Theologie loszulösen und die Frage nach den Grundsätzen der vorurteilsfreien Wissenschaft zu behandeln. Mail kann aber auch konstatieren, daß ein zu großer Radikalismus, der den Schriften des alten und neuen Testaments vielfach de״ historischen Charakter ganz al s;;rechen will, langsam zurückgedrängt wird von der Erkenutnis, daß trotz zahlloser Einzelheiten, die wissenschaftlich unhaltbar sind, doch wirkliche Vorgänge die Grundlage für die biblische oder ncutcstaiucntlichc Darstellung gegeben laben, .'•tan ist heute im allgemeinen weit mehr geneigt, den Berichten des alten Testaments auch vor der Königszeit historische Glaub- Würdigkeit zuzusprechen und, wenn cs vor^ einigen Jahrzehnten als eine wissenschaftliche Unmöglichkeit gegolten hätte, etwa die Person Moses als historisch zu betrachten, so neigt die heutige Wissenschaft weit mehr zu einer positiven Stellungnahme und glaubt, daß den biblischen Berichten über Moses die historische Zuverlässigkeit, wenigstens im Kern dieser Berichte, nicht abgcsprochcu werden darf. Es ist natürlich, daß besonders die Persönlichkeit des Jesus von Nazareth umstritten ist. Die alttcstamcntliche Wissenschaft liegt heute zum großen Teil noch in den Händen von Christen, die naturgemäß der ältesten jüdischen Tradition relativ unbefangen gegcmibcrfrctcn können. Anders liegt c* beim Neuen Testament. Wer die Person Jesu leugnen will, leugnet die Basis des Christentums und es kann für den gläubigen Christen nicht gleichgültig sein ob wirklich ein historischer Christus gelebt hat und auf ihn die Ursprünge der Wcltreligion zurückzuführcn sind oder ob dieses ganze Lehrgebäude auf Paulus zuriiekzuführeu ist und die Person Jesu nur eine Verdichtung von allerlei Sagen darstcllt. E«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.