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Jüdische Rundschau · 1925-10-23 · Heft 83 (23.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 83 (23.10.1925)
Date
1925-10-23
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 83 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 701 Sorgen Von Sch. Gorelik־. ,Wenn nach der Regel einige Monate vor einem Kongreß die zionistische Ocffcntlichkcit sich mit dessen Aufgaben beschäftigt, sollte da nicht eine Regel cingcführt und anerkannt werden, sich über die Folgen und Wirkungen des Kongresses ebenfalls einige Monate zu unterhalten! Der praktischen Arbeit wird cs keinen Abbruch tun. Die pflicht-!reuen Zionisten tuen das Nötige und sorgen für den Zustrom ״euer Geldmittel, die die Hauptfonds der Bewegung brauchen. Aber die Auseinandersetzung darüber, wie cs auf diesem Kongreß zuging, wie auch über die politische Situation, in der sich der Zionismus befindet, darf nicht unterbrochen werden. Niemals vielleicht war eine ruhige, sachliche Auscjii.inderset/ung so vonnöten wie gerade jetzt, wie gerade nach diesem Kongreß. Und man soll auch diejenigen zu Worte kommen lassen, die keine offiziellen Aemter bekleiden lind dem Zionismus nur mit ihrer Feder dienen können und dienen wollen, die keinen anderen Ehrgeiz haben, als den Zionismus groß und erhaben zu sehen. Mit dem Worte ״Sorgen‘* sind die nachfolgenden Ausfiilmmgcn betitelt worden und doch besteht die Absicht des Schreibers dieser Zeilen einzig darin, Mut zu empfehlen. ,Wenn Führer und erprobte Politiker cs für nötig fanden, elegische Töne der Resignation a(!Zuschlägen, um mit einer Leidenschaftlichkeit unsere Ohnmacht zu unterstreichen, was bleibt dann dem Schriftsteller, der Lyriker und Pessimist ist, übrig, als an die Pflicht zum Mut zu erinnern. 'Mut, den wir aus der Quelle des Glaubens an unser Recht und aus der Größe der Idee schöpfen sollen. Als vor einem halben Jahr der allzu laute Fcstlärin anläßlich der Univcrsitätscröffnuug in der ganzen jüdischen Presse herrschte, haben viele von denen, die Lärm und Sensalion besonders bei solchen Fällen für unerlaubt hielten, stark innerlich gelitten. Allerdings mußten sic schweigen, weil der Lärm zu groß war und weil sic wußten, daß der Rück- M'lilng bald cintreten wird. Leider viel früher als sie es dachten. Welche Wandlung in den Stimmungen seither! Eine tiefe Depression hat siel! aller bemächtigt. Feinde, die wir ״einig haben, frohlocken schon und sehen den Zionismus durch Niederlagen geschwächt, entkräftet und seiner großen Bedeutung beraubt. . Und unsere Freunde sind kleinlaut, ihr Interesse an unserer Sache schwächer geworden. Das traurigstc dabei ist aber, daß nicht allein die politischen Rückschlage, die die zionistische Bewegung in der letzten Zeit ertragen mußte, und die in jeder Bewegung Vorkommen können, cs gewesen sind, die die Depression verursacht haben, sondern der Kongreß, wie er geführt worden ist und wie er geendet fiat, der Kongreß und die sonderbare Atmo- Sphäre, die auf ihm herrschte. Unter den Zeichen der politischen Rückschläge ist der vierzehnte Kongreß zusammengetreten. Es war höchstnatürlieh, daß der Führer der Bewegung vieles zu hören bekommen würde, was als Ausdruck der Unzufriedenheit, der Entuüisdiung dienen sollte. Enttäuschung nicht über die verloreuen Illusionen, sondern darüber, daß wir den Glauben, den uir in die uns gegebenen feierlichen Versprechungen• gesetzt li.ibcn, crschülicrt sahen. Somit also eine Krise des Glaubens an das Ernstmeinen derer, die Ernst versprochen haben. Nichts natürlicher, als daß die Unzufriedenheit sich auf dem Kongreß Luft macht. Und eigentlich sollte sie nur eine Folge haben: der Führer pocht an die Türen, hinter welchen die Mächtigen, die das Wort gegeben haben, sitzen, und sagt dann: ihr Mächtigen! Das jüdische Volk, in dessen Namen ich immer vor Euch trete, ist von einer Unruhe ergriffen. Diese Unruhe *äußert sich ganz anders wie bei den übrigen Völkern, mit denen Sic zu tun1 haben. Es ist eine Unruhe des Herzens, dts Geistes. Unterschätzt nicht die Bitternis von Millionen jüdischen Seelen, die mit Dankbarkeit für Euch, für das gekvbnic Wort erfüllt waren, und die bestürzt sehen, daß man cbe Tendenz verfolgt, die feierlich proklamierten Rechte zu schmälern. Und nicht Seelen allein sind cs, sondern auch Millionen Köpfe, die im scharfen Denken geübt sind. Man versichert, daß Weizmann oft an diese Türen klopft '^‘׳J auch wahrscheinlich diese Sprache führt. Zum Kongreß ״ber sich wendend, hätte der Führer der Bewegung nicht darauf bedacht sein sollen, als polemischer Sieger über Herrn ■‘•*rciuinsky zu triumphieren, vielmehr mußte er einsehen, c'|ß Herr Mcrcininsky, wie die anderen Herren, die Worte ^cr Unzufriedenheit sprachen, warme jüdische Patrioten sind, u!d in diesem zum Ausdruck gekommenen Patriotismus mußte cr eher Stärke für das Auftreten vor der Welt finden. Nicht das mußte für den Führer der Bewegung wichtig ^1!i. möglichst schnell mit den Gegnern fertig zu werden, ^׳endlich viel wichtiger wäre cs gewesen, jene große pv-c, jene flammende Propagandarede für den Zionismus zu :,״•ten, clic auf diesem Kongreß fehlte. Unsere Bewegung;;; ״och zu arm au realen Errungenschaften, um das pathetische *‘1■״ entbehren zu können. Unsere Bewegung ist noch zu die erreichten Resultate zu klein, um sich einen solchen Kongreß, arm an Geist und Seele wie der letzte es Uir. erlauben zu können. Weizmann darf cs nicht verübeln, wenn wir in unserer Rüschen Bedrängnis manchmal zu den Erinnerungen an Herz! flucht nehmen. Vielleicht tut cr es bisweilen selbst. Und sei hier gesagt: auch HerzI verschonte nicht seine Gegner, | "1er wie konnte cr auch trösten! Wie war cr erschüttert, 1) ן!c bärtigen russischen Juden sein Uganda-Projekt mit der : ^str»ktion der Tränen beantworteten. Der Rationalist Achad- ‘3■־m äußerte sich ziemlich abfällig über die ״Habochim",; Jr*l aber verstand ihren Wert. Er ging von einem Fraktionsj , l!ll1r in (].צר andere, beschwichtigte, sprach zu, legte väterlich 1 .c Hand auf die Schulter des Gegners. Erschüttert, blaß stand י, °a und redete zu. Auch in Hcrzls Zeiten gab cs einen Konder Enttäuschung, den Uganda-Kongreß. Aber cs war K^oßer Ideenkampf, Sammlung, Spannung, Sieg der Ideen nicht Katzenjammer, Aerger, Bitternis und Sorgen, nicht *r°ßc Sorgen, die oft fruchtbar wirken können, sondern חר׳־׳ץ! ob all der Kleinlichkeiten, ob des Herabsinkens des I ^׳׳t11n der luder Gliandi in einen Konflikt mit seinen ן Cr 1!K’reßdelcgicrtcn gerät, geht cr in die Einsamkeit, erklärt t kr rieh ein Wochenfasten, und dann raunt cs über das | [»dien: der Führer ist betrübt. Wieder innere Sammlung, "1'k'ung, Reinigung und Versöhnung. Wir leben in einem krCrtn Klima, und weder Barfußgehen noch Fasten sind geeignet, aber Sammlung brauchen wir dennoch. Was [ für ein unglückliches Volk geworden, daß ernste Idccnunstimmigkcitcn in Formen ausarten, die der großen Idee und auch des Führers nicht würdig sind! Weizmann häitc zu den Personen, die ihm nahe stehen, doch sagen sollen: Was seid ihr für Freunde, wenn ihr mich nicht von einem falschen Schritt ahhaltcu konntet, den ich in Eile getan habe? Warum habt ihr nicht all eure Beredsamkeit dazu verwendet, um mich zu veranlassen, beim Kongreß zu bleiben?. Mit Recht sagt man, daß die politische und aucl! die sonstige Lage des Zionismus jetzt eine derartige ist, daß sic nicht imstande sein wird, noch eine ernste innere Krise zu ertragen. Vielleicht muß man sich alle Mühe geben, die Organisation zu stärken, wozu vor allem innerer Friede herrschen muß. Diese starke Organisation soll dem Führer die nötige Autorität geben bei seinem Auftreten vor der Welt und den Machtfaktorcu. Aber es muß die Entfremdung, die (io rciztheit, die sich in Wei/manns Beziehung zum zionistischen Volk bemerkbar macht, auf hören. Jahrelang hat das jüdische Volk Wei/.maun auf das* Wärmste gehuldigt. Hieß es nicht von ihm und Sokolow, Esra und Nehemia sind wieder in unseren Reihen? Jetzt, da scharfe Kritik geübt wird von Menschen, die ihre besten Jahre dem Zionismus gegeben haben, von Patrioten, die um die Bewegung besorgt sind, hätte Weizmauus Beziehung zu dieser Kritik eine andere sein sollen. Daß sie sieb in einem vorzeitigen Verlassen des Kongresses ausgedriiekt hat, soll Weizmann Mut genug besitzen, zu hedauern. Denn dieses unverständlich(.• Zmu-Bahuhof-Eileu des Präsidenten der Zionistischen Organisation vor dem Ende des Kongresses hat dem Zionismus sehr geschadet. Damit glaubt der Schreiber dieser Zeilen ungefähr das zu sagen, was cr zu dem sogenannten Problem Weizmann in diesem Moment sagen wollte und konnte, um zur Betrachtung der anderen Probleme des Zionismus überzugeheu. Wir haben vor allem die politischen Rückschläge, die unfreundliche Atmosphäre in den Beziehungen zum Zionismus, zu konstatieren. Es wird im Zusammenhang damit viel über den Wort der Illusionen debattiert. Das Leben zerstört ohnehin viele von unseren Illusionen. Wir sind gewiß nüchtern genug dabei geworden und wissen, daß wir in Palästina nicht allein sind und nicht allein bleiben werden, und wir müssen uns natürlich danach cinriclitcn. Aber eine Hoffnung dürfen wir nicht als Illusion betrachten, nämlich, daß Palästina keine von anderen geduldete Wohnungsangelegcnhcit ist, sondern für die Juden, die dorthin gehen, ein Heim in der ganzen Bedeutung und Wärme dieses Wortes sein soll, wenn auch, geteilt mit einem Nachbar, mit dem im Frieden und freundlichem Einvernehmen zu leben wir uns größte Mühe geben sollen. Dieses Heim ist uns feierlich v0rsprochc.il worden, und wenn wir zunächst vielleicht nur schwache Zeichen davon sehen, wie man diesem hohen Begriff etwas ganz anderes, Sekundäres untcr/uschicbcn bestrebt ist, ist cs unsere Pflicht, moralischen zMarm zu .schlagen. Es geschieht uns Unrecht! In kleinen Schikanen ist oft eine drohende Tendenz zu erblicken, unsere Hoffnungen derart iicrab/.usctz.cn, daß wir berechtigt sind, dieser Tendenz mit der größten Sorge und moralischem Unmut zu begegnen. Es wird behauptet, daß damals, als man uns die feierliche Versprechung gab, :*ic!1 . die׳ herrschenden und sieghaften Nationen — vor allem England —. in einer Art Rausch Ikfanden. Der nebelhafte Idealismus von Wilson wirkte wie ein Narkoiicuiu und durch ihn beeinflußt schwang man sich zu einigen Gesten der Großmut auf. Nun, da der Rausch vorflogen ist, da die prosaische Nüchternheit eintrat, ist jetzt eine Situation gekommen, die wir als eine Zerstörung von Hinsioucn empfinden. Aber cs war gar kein Rausch. Diejenigen, die die Weit regieren, sind nüchtern, der Rausch ist ihnen streng untersagt, da sie rechnen müssen. Nein, cs war kein Rausch, der noch immer nur das Privileg der Dichter bleibt. Es war folgendes: Ans den Idealen, den Träumen, der Sehnsucht eines Volkes, des jüdischen Volkes, wob mail ein idealistisches Kleid, um etwas ganz. Praktisches und Vorteilhaftes zu verhüllen. Ercilich, zugegeben ist, daß mau cs wahrscheinlich in jenem Moment recht gut mit den Trägern dieser alten Schnsucht und der historischen Träume meinte, nämlich mit uns Juden. Man fiat dieses Gtitmciucn in sehr feierlichen Kundgebungeu ausgedrückt. Das jüdische Volk besitzt Dcklarationell, auf deren Vollgülligkcit cs pochen muß. Wenn eine englische Zeitung oder ein uns unfreundlich gesinnter Poliliker sieh beklagt, die Engländer hätten, indem sic sich mit den Juden mul den Zionisten verbanden, ein sehr schlechtes Geschäft gemacht, so haben wir zu antworten: cs ist unwahr, daß ihr ein schlechtes Geschäft gemacht habt. Und wäre cs auch der Fall, das entbindet euch nicht von dem Versprechen, das ihr einmal gegeben habt. Klar ist jedenfalls, daß wir cs nicht zu unserer Aufgabe machen dürfen, von unserer Kongreß-Tribüne herab die Argumente zu wiederholen, daß England Palästina vielleicht gar nicht braucht; cs darf nicht unsere Aufgabe sein, die slrato gischen Kenntnisse der Kongreß-Delegierten zu belächeln. Es gibt Nötigeres, was wir zu tun haben I Und übrigens, was die Rentabilität betrifft, so versteht doch jeder, daß, wenn Palästina wirklich so unrentabel wäre, man nicht einen Plutner dorthin geschickt hätte. Wenn man bei uns von politischer Offensive spricht und diesen Gedanken ablchut, so sind damit nur scharfe, drohende Worte, leere Posen gemeint, die natürlich lächerlich wirken können, in Anbetracht der geringen Macht, die wir besitzen. Aber ganz anders muß und soll die Beziehung zur politischen Offensive sein, wenn man darunter eine intensiv-c Propaganda für unsere Ziele, eine intensive Werbung um Sympathien bei den bedeutenden Männern des politischen und geistigen Europa versteht. Es gibt viele hohe geistige Persönlichkeiten von Wcliruf, die dem Zionismus unfreundlich gesinnt sind. Sic sind cs aus ganz anderen Gründen wie gewöhnlich diejenigeu, die uns überhaupt nicht liehen. Sic sind schlecht informiert über die wahren Ziele unserer Bewegung. Sic sehen in uns nur die Träger des schlechten Europäismus, sic meinen, daß wir, die wir während Jahrtausenden Unrecht gelitten haben, uns jetzt selbst anschickcn, unseren Nachbarn, den Arabern, Unrecht zu tun. Wir müssen diese Menschen, die unsere E re linde :*ein könnten, aufkl.uen. Aber wir müssen auch mit unseren vielen Gegnern ' einen rcdncrisdicn und litcrarischcu Disput aufnehmen. Warum sollten nicht in allen Hauptstädten Europas solche Dispute stattfinden, wo die dazu geeigneten Zionisten und die Freunde des Zionismus den Kampf ansagen und aufnehmen gegen die, die unsere Ziele verleugnen, verdächtigen oder herabmindern? Verstärkte Propaganda nach innen wie nach außen, besonders nach außen, wußte jetzt die Parole .sein. Es ist ein möglicher Gedanke, daß wir im Völkerbund wenig Freunde haben. Wir müssen um. Freunde in der Welt werben. Freilich, dazu ist vor allein notwendig, daß endlich die Zionistische Organisation für eine Partcilitcratur sorgt. Man bedenke nur, ejno Weltorganisation, wie sic die zionistische ist, meint dieser Propaganda Genüge zu tun, wenn sic einmal in der Zeit eine dünne Broschüre hcrausgibl. Der 2. November ist der achte Jahrestag der Balfour- Deklaration. Die führenden zionistischen Politiker, die zionistischen Redner müssen diese Gelegenheit wahrnchmcn, um vor aller Well kundzutun, welche Hoffnungen das jüdische Volk auf diese Deklaration gesetzt hat. Die christlichen Freunde des Zionismus, die in den Hauptstädten der Welt sit/cn, sollen gebeten werden, ihre Sympathie an diesem Tage auf irgendwelche Weise zu manifestieren. Wenn cs wirklich etwas Wahres ist mit dem Rausch, der vor acht Jahren herrschte, so muß die Stimmung, die jetzt narb Locarno in der diplomatisch(•!! Welt zu verzeichnen ist, auch als eine Art idealistischer Rausch betrachtet werden. Allenfalls ist cs eine gute Stimmung. Bemühen wir uns auch unsererseits, diese Stimmung nus/unützen, nicht etwa in dem Sinne, daß man uns etwas Neues gibt, sondern daß man uns das vorher Gegebene nicht zurüeknimmt. Daß man jener feierlichen Bnlfour-Dckinration den ganzen hohen geschichtlichen Ernst wiedergibt, der ihm zukommt. Ich spreche liier von einer verstärkten Propaganda nach innen wie nach außen, und nun zeigt sich bald die drückende Sorge, daß die Menschen dazu fehlen, daß die zionistische Bewegung arm ist au Menschen. Und die, die da sind, sind pflichttreu, um für den Keren Ilajessod und den Keren Kajemeth zu arbeiten, aber ihnen fehlt die innere Begeistenmg um, sagen wir, vor einen Romain Rolland zu treten und ihn zu einem Zionisten zu machen.־ Und wer und was ist schuld daran, daß diese Begeisterung fehlt? Es ist darüber viel zu sprechen, cs wird notwendig sei״, auf die Tendenzen im Zionismus selbst hiu/uweisen, die darauf abzielen, den Zionismus dessen zu berauben, wofür die Herzen aller Idealisten im Zionismus hoch schlugen. Diese Sorge hat mit politischen Rückschlägen nichts zu tun. Das sind Wunden, die die Zionisten sich selbst geschlagen haben. Es wird einmal au der Zeit sein, sich auch über diese Wunden auszusprechen. Wirtschaf Isaschricbtea Die Tabakerale Der Bericht der Palästina-Administration für 1924 gibt folgende Tabelle über die Gesamtproduktion Palästinas an Tabak: Sorte 1 Dunum 921 Ertrag in J.J 1 Dunftta 922 Ertrag in kj: 11 Duüaxd )23 Ertrag ן 1 Dun am 924 Ertrag in ks Türkisch 18 1000 363 24 000 1447 94000 20 230 1205 375 Baladi 1701 264 000 4 409 670 000 3675 551 000 5 215 641 272 Ibdacliob — ■— — — — — 913 44 sr.5 Tombak — — —• — — ־־ 779 53 843 Import voa lanävvirlscfcaitlidiett Produkten Welches große Feld für die palästinensische Landwirtschaft schon hei der heutigen, gewiß noch sehr geringen Konsumkraft der städtischen Bevölkerung vorhanden ist, möge eine kurze Zusammenstellung darüber zeigen, welche landwirtschaftlichen Produkte bloß in dem einzigen Monat Juli 1 023 importiert worden sind. In diesen Ziffern sind solche, die im Lande nicht erzeugt werden, wie Reis, nicht enthalten. kg Wert in £E Gerste 101330 1 154 Bohnen 430 850 5 805 Weizen 11־7726 11702 Maroni etc. 25 300 766 Weizenmehl 1311 270 23 S21!! Rindu. Hammelfleisch, gefroren IS 5S0 1 197 Biskuits und Cakes 10319 903 Butter S037 1520 Margarine u. Pflanzenfett 27 080 1601 Käse 7182 84 5 Aepfel 20 378 (>20 Andere frische Früchte 112305 1 360 Datteln 14613 210 Andere getr. Früchte 13 055 477 Nüsse 46151 1212 James u. Marmelade 6 444 345 Condcnsicrtc Milch — 1037 Rohe Gemüse 442502 3 041!! Somit sind von diesen Artikeln im Monate Juli allein um 50 000 EE Waren cingcführt worden. Dazu kam noch Zucker um 13000, lebendes Vieh um 25 000, Flcischkonscrvcn um 2 800 £ E. Allerdings stellt dem Import obiger Artikel ein kicinesr Export in denselben gegenüber, cr ist aber sehr geringfügig. Unter den Exporten in landwirtschaftlichen Produkten stehen Wassermelonen nach Aegypten im Werte von nicht weniger als 78615 .CE an erster Stelle, dann folgen Trauben um'6 000, und Lupinen um 3 000 £E. In Summa hat siel! der Außenhandels ver kehr (ohne Edelmetalle) gewaltig gesteigert: Import: Juli 1025 £E <>13 537 Juli 1021 •CE 411853 Export: I11I1 1025 EH 140(150 Juli 1024 £E 04 740 Eine Firma in Tcl-Awiw, die die Eiufuhrvertrctunge» erstklassiger deutscher Firmen in technischen und vcischie• denen anderen Artikeln und z. B. Spedition hat und sehr entwicklungsfähig ist, kann vorteilhaft erweitere werden, wenn noch etwas Kapital aufgenommen wird. Der Inhaber dieser Firma hat den Wmr.cli, einen Teilhaber auf/wiidn.nii, d>1 ein Kapil.11 von mindestens 500 Pfund, besser aber lüüO Pfund initbriugt. In Frage käme ein Eickt ro-111 gen ic u r bzw. anderer Mas ehincn-I n gen icur, aber auch ein technisch gebildeter Kaufmann. Näheres Ist zu erfahren durch dai Präsidium des K. J. V. Die Zahl der jüdischen Leih- und Spargcsellschaften la Ercz-Isracl beträgt 10. Sic zählen 0 500 Mitglieder; das eigen« Kapital beläuft sich auf 145000 £.

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