Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 2 (1933)
- Issue
- 6 = Juni/Juli (7.1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m: Wc< iwr VmtändWunö? m W'ü Einer der geistig führenden M&nner des National- ^׳Sozialismus, Prof. Erpst Kr leck, gibt seit kurzer Zeit “;<dne Zweimonatsschrift ״Volk im Werden“ (Armanen-? Verlag, Leipzig), heraus, von der bisher zwei Hefte vorliegen. Ernst Krieck, gegenwärtig Rektor der Frank- 1■ furter Universität, ist uns kein neuer Name. Es mag wohl 15 oder mehr Jahre her sein, daö auch jüdische junge > Menschen in, Deutschland aus seinen Schriften Anregungen für das Verständnis eines innerlichen, wurzel« haften Nationalgefühls schöpften und ihr Bewußtsein um; volksmäßigen Zusammenhang daran vertieften. Wenn eine solche Persönlichkeit durch den politischen Um- Schwung in Deutschland an eine führende Stelle gestellt 7 wird, so erfüllt uns dies mit Hoffnungen. Denn wir halten 7 ׳ Ausschau nach Männern, die, ganz und unbezweifelbar 7׳ im Lager des einen neuen Staat aufbauenden natiot nalen Deutschlands stehend, zugleich in ihrer geistigen 7 ' Arbeit die allgemeine Gesetzlichkeit volksmäßigen; Werdens und idealistischen Erneuerungsstrebens erfaßt 7 haben und dadurch auch den jüdischen Bemühungen : um Erneuerung Verständnis entgegenbringen können. Wir fragen uns: Ist Krieck ein Mann, der — bei aller Gegensätzlichkeit — unser Wollen würdigen und unsere י Sehnsucht verstehen kann? Die neue Zeitschrift hat die Behandlung der Judeng ,frage aufgenommen. Im ersten Heft veröffentlicht Krieck selbst einen Aufsatz darüber, im zweiten Heft findet p? sich eine (vielleicht auch von dem Herausgeber stamjf mende) kleinere Anmerkung zur Judenfrage. Krieck geht davon aus, das jüdische Volk glaube, es sei ihm die 06p, Weltherrschaft verheißen; in moderner Form äußere sich dies in dem Glauben an den eigenen Vorrang. Die Juden, -so meint er, halten sich für die Gescheiteren und Tüch- If7’tigeren, und sie hätten auch die Emanzipation zur Erringung von Macht mißbraucht. Ihr Eindringen in das gM' .deutsche Leben habe zu einer jüdischen Vorherrschaft geführt, die sie u. a. instand setzte, einen ״zersetzen- Sllden Antigermanismus“ zu verbreiten. Die Lösung sieht flKrieck in einer 1.״Ausschaltung des Judentums aus den deutschen Herr- ■<: schaftslagen und seine Zurückweisung auf die Stellung einer Jb,!nationalen Minderheit, die eins vom Hundert der in Deutsch-!Irland lebenden Oesamteinwohnerschaft darstellt... Die Juden jf$föhaben eine andere Art, eine andere Weltanschauung, eine 42 *andere Rasse und vor allem eine andere Ehre als wir: sie!/Cfqllen ihre eigenen Lebensordnungen u31d ihre eigene Kultur $@7dwchbilden — bei uns im Rahmen einer nationalen Minder- P%lM& Aber aus unseren Angelegenheiten sollen sie die Finger 4'4w^glassen.״ %77 Im zweiten Heft wird auf die außenpolitischen Wirjatogen der deutschen Judenpolitik hingewiesen, die ge- י ׳ * ' hätten, wie sehr der Westen ״dem jüdischen Bann hoffnungslos verfallen“ sei. Weiter wird beklagt, /man es dem Juden überlassen habe, die Geschichte Judenverfolgungen zu schreiben und sich dabei als ^verfolgte Unschuld“ darzustellen. Auf Grund der letzten lErfahrungen müßte jetzt die deutsche Wissenschaft diese f0e8chichtsschreibung übernehmen, um die Ursachen dietar Bewegungen ins rechte Licht zu setzen. Zum Schluß!jfai -Artikels heißt es: bJi/7 ״Es wird mit alledem kein Judenhaß gepredigt. In der £ Kunst des Hassens kommen wir zuletzt den Juden doch; nicht gleich: wir überlassen ihnen den Vorsprung. Es sollen / nur einige Notwendigkeiten und Folgen der Lage bloßgelegt , werden, und wir sind dabei in der Abwehr. Wir werden .•::«nd wir wetten mit den Juden zu einer Verständigung fcoemisen, aber nicht auf dem im 19. Jahrhundert versuchten •'7׳ Vsg der Judenemanzipation, sondern mit Konstitution der 77 Juonk ab Volk im Sinne des Zionismus, bei uns selbst also £7-7 ׳ ab einer nationalen Minderheit Wir sprechen hier von Volk 77;, zu Volk und werden auf dieser neuen Grundlage das jü* dteche Problem zu lösen haben.“ w$ I h fh Str Die beiden Artikel enthalten für uns Juden viel Kränkendes, abfiJL jpnstürzenden Zeiten darf man nicht wehleidig Ssä1L״wfr halten uns an das Wort ״Wir .werden tmd wir. wollen mit den Juden zu einer Verständigung kommen“.. EsList unseres Wissens das erste Mal, daß von maßgebender nationalsozialistischer Seite ein solcher Satz ausgesprochen wird. Der Verfasser bemerkt dazu: ״Vor der außenpolitischen Rede des Führers in Druck gegeben“; in dieser Rede wurde bekanntlich die Judenfrage nicht berührt, trotzdem soll wohl ein geistiger Zusammenhang angedeutet werden. Wir haben wiederholt betont, daß der Teil der deutsehen Judenschaft, für den wir zu sprechen haben, an einer konstruktiven Lösung der entstandenen Schwierigkeiten mithelfen will. Wir betrachten die Beseitigung der jüdischen Nöte vor allem als eine große Aufgabe für die Juden. Die Selbstbesinnung der Juden ist die Voraussetzung zu einer fruchtbaren Auseinander- Setzung auch mit der nichtjüdischen Welt. Die Schwierigkeit, die wir sehen, liegt aber darin, daß auch eine solche Auseinandersetzung nur in einer Atmosphäre des Wohlwolle ns möglich ist. Dieses Wohlwollen, diese Ermutigung, vermissen wir leider auch bei Krieck. Er verwirft nicht nm die Assimilation, sondern das Judentum schlechthin erscheint ihm ablehnenswert. Er begnügt sich nicht mit der Feststellung des Anders-Seins des Juden. Jüdisches Wesen ist mit deutschem nicht identisch und es war verfehlt, wenn Juden sich als repräsentative Deutsche aufspielen wollten. Gut; aber was, wenn Juden als Juden genommen sein wollen? Kann man nicht dann mit derselben Objektivität wie anderen Menschengruppen auch ihnen begegnen? Um zu verdeutlichen, was nach unserer Meinung Üich4 geschehen dürfte, halten wir uns an einen im ersten Heft vom ״Volk im Werden“ erschienenen Bei- ...,JÜDISCHE R UNJDSCH AU..... - trag, der den Titel trägt ״Eine Maske ist gefallen“ und zum Verfasser einen Herrn F. E. Oruber - Bukarest hat. In diesem Beitrag wird die Haltung des Ostjudentums zu Deutschland besprochen. Es heißt darin: .,Wir haben das Ostjudentum mehr als billig verhätschelt, weil wir dachten, es sei deutscher Kulturträger und Pionier des deutschen Handels nach dem Osten hin. Das Ostjudentum ist nicht grundsätzlich deutschfreundlich, die geistigen und wirtschaftlichen Bindungen zum Deutschen Volk entspringen einer klar erkannten Zweckmäßigkeit... Der Ostjude verkauft gern deutsche Waren. Warum? Weil .er sich als der gottgewollte Pionier der deutschen Wirtschaft im Osten fühlt? Nein. Weil er mit der deutschen Ware die besten Geschäfte macht...“ ׳ ׳ »Wir wollen dahingestellt sein lassen, ob man wirkheh behaupten kann, die Deutschen hätten das Ostjudentum ״verhätschelt“ oder sie hätten sich, wie der Ver 1'asser weiter sagt, über sein ״Bekenntnis zum deutschen Kulturkreis gefreut“. Wenn aber behauptet wird, das Ostjudentum habe sich jetzt ״die Maske der Deutschfreundlichkeit vom Gesicht gerissen und eine Hetze gegen das national erwachte Deutschland entfacht“, so muß man an der Beweisführung irre werden. Was hätte man gesagt, wenn der Ostjude auf Herabsetzungen des Judentums nicht gefühlsmäßig spontan reagiert hätte, sondern um des guten Geschäftes willen, von dem Herr Oruber spricht, geschwiegen hätte? Hätte man nicht darüber gespottet, daß diesem Juden das Geschäft höher steht als seine Ehre? Gerade wenn der Handel mit deutschen Waren — was wir nicht bezweifeln — ein so gutes Geschäft ist, sollte man meinen, daß der Jude, der alles nur um des Geschäfts willen tut, darauf nicht verzichtet. Dieses Geschäft aber ist es ja, was Herrn Gruber zu seinen Ausführungen veranlaßt; denn im Grunde ist sein Aufsatz ein Appell an die deutschen Unternehmungen, an Stelle jüdischer Auslandsvertreter den deutschen Minderheiten-Kaufmann in Rumänien zu bevorzugen; die geschäftliche Tüchtigkeit dieses deutsehen Kaufmanns sei nicht geringer als die des jüdischen. Es besteht kein Grund, an dieser Angabe zu zweifeln, und es wäre überhaupt kein Anlaß, sich mit diesem Beitrag zu befassen, wenn man nicht der Verwunderung Ausdruck geben müßte, daß ein derartiger Aufsatz in der Zeitschrift Prof. Kriecks Aufnahme findet. Denn in einer geistigen Zeitschrift darf doch nicht zweierlei Maß ,angelegt werden: Wenn der deutsche Kaufmann für sich Propaganda macht, so ist dies kein ״Geschäftsgeist“; dem Juden aber wird ״Geschäftsgeist“ sogar vorgeworfen, wenn er aus Gründen der Ehre das Geschäft hintanstellt. Aber noch mehr: So einfach wie man es hier schildert, steht es mit der Deutschfreundlichkeit oder Deutschfeindlichkeit der Juden nicht. Die Juden haben eine tiefe Liebe zu Deutschland, zum Deutschtum, zum deutsehen Geist, e*ne Liebe, die sie häufig die Distanz verletzen ließ. Auch für die jüdischen Gegner der Anschau• ungen Hermann Cohens — zu denen wir gehören — ist es schmerzlich, wenn von seinem Versuch ״Deutschland und Judentum einander als im Kern daseinsgleich zu demonstrieren“, so wegwerfend gesprochen wird wie es in ״Volk im Werden“ geschieht. Hermann Cohens hier gemeinte Schrift war von erstaunlicher Kurzsichtigkeit, aber auf deutscher Seite sollte man nicht verkennen, daß eine tiefe rührende Liebe zum Deutschtum ihn zu diese»* Schrift bewog. Liebe, obwohl nach Krieck die Deutschen den Juden ״im Haß nicht gleichkommen“ (s. o.). Und die Anhänglichkeit des Ost- Judentums an das Deutschtum war eine echte; wenn sich in den letzten Wochen hier ein Umschwung vollzogen hat, so ist dies sicher nicht ohne schwere seelische Krise, ohne die leidvollen Erschütterungen des Enttäuschten abgegangen. Man braucht da gewiß nicht an einzelnen Zeitungsartikeln zu haften, in denen auch Entgleisungen vorgekommen sein, mögen. Das Problem liegt wesentlich tiefer, und es ist sicherlich kein Zufall, daß Millionen Juden in ganz fremder Umgebung einen deutschen mittelalterlichen Dialekt als ihre Sprache bewahrt haben. ״Deutscher Geist“ war für Millionen Juden keineswegs, wie Gruber meint, durch Tucholsky repräsentiert Es widerspricht doch den Begriffen, die von dem neuen Deutschland sonst angewandt werden, wenn man gerade im Falle des Ostjudentums eine einseitige Zuneigung erwartet, während gleichzeitig deutlich gemacht wird, daß man auf solche Freundschaft nicht den geringsten Wert legt. Wenn es gelänge, die tatsächliche Situation zu klären, dann würde es sicherlich leichter sein, die Atmosphäre zu schaffen, die für eine Verständigung nötig ist, von der Prof. Krieck spricht. Auf j ü d i ־ scher Seite bemühen wir uns, die Voraussetzung dafür zu schaffen, indem wir alte Vorurteile wegräumen helfen und die Realität sehen wie sie ist. Auf deutscher Seite müßte man soweit kommen, auch die jüdisehe Erneuerungsbewegung richtig zu werten; mau darf sie nicht lediglich unter dem Gesichtspunkt betrachten, daß sie dazu dienen soll, den Deutschen die Juden vom Halse zu schaffen. Das zionistische Judentum ist gewillt, in dem Gestrüpp, das um die Judenfrage entstanden ist, einen Weg zu bahnen. Aus moralischen und aus realpolitischen Erwägungen ist eine Regelung dieser Sache für Juden und Nichtjuden von größter und dringendster Bedeutung. Die nichtjüdische Welt wird den richtigen Aspekt dafür nicht finden, wenn sie nicht bereit ist, bei aller Abneigung auch den Juden ihre Ehre und ihr Lebensrecht zuzugestehen. (״Jüdische Rundschau“ vom 11. Juli 1933.) Monatsausgabe Nr. 6, Juni/Juli 1933 Gegen leere Demonstrationen ן Unerlaubter Größenwahn Wir erhalten eine Zeitung ״Jewish Economic Forum״ aus London zugeschickt, die u. a. offenbar dazu bestimmt sein soll, die Sache der deutschen Juden zu vertreten. Es ist ein typisches Beispiel für die Oberflächlichkeit, mit der von mancher unverständiger Seite im Ausland die jüdische Frage behandelt wird. Die Erregung, die durch die neuartige Behandlung der Judenfrage in den jüdischen Massen im Ausland entstanden ist, wird von manchen Leuten dazu ausgenützt, sich selbst in׳ den Vordergrund zu schieben, ohne Selbstkritik und ohne Prüfung der Frage, ob ihre Aktionen schaden oder nützen. Das ist bei jeder Umwälzung dieser Art wohl unvermeidlich; man kann die Beobachtung machen, daß es vielen Leuten weniger auf die Sache ankommt als auf die Gelegenheit, durch Demonstrationen aller Art populär zu werden. Mit Recht haben kürzlich die Führer des englischen Judentums in einer an den ״Manchester Guardian“ gerichteten Zuschrift (vgl. ״Jüdische Rundschau“ Nr. 54) gegen diese leere Demonstrationspolitik Stellung genommen, und der bekannte Zionist Leonard Stein hat in der letzten Sitzung der Anglo Jewish Association mit einer deutlichen Spitze gegen gewisse Lärmmacher in England betont, daß die jüdische Sache nur mit Würde und Zurückhaltung vertreten werden dürfe. Stein warnte vor der antideutschen Boykotthetze und einem von unautorisierter Seite in London geplanten Umzug. Für uns deutsche Juden, die wir auf Aktionen im Ausland keinen Einfluß haben, ist es eine etwas heikle Sache, zu diesen Vorgängen Stellung zu nehmen. Wir mußten schon erleben, daß uns von Seiten auslandischer Juden allerlei unangenehme Komplimente an den Kopf geflogen sind und man uns zu verstehen gab, daß wir uns in die ״internen Angelegenheiten“ der ausländischen Juden irgend eines Landes nicht einzumischen haben, auch wenn es dabei um die deutschen Juden geht. Sogar der gewiß nicht ״deutschfreundliche“ ״Manehester Guardian“ mahnt, wie die ״Frankfurter Ztg.“ aus London meldet, am 8. d. M. in einem Leitartikel das Jodentum, von der Verkündung eines Boykotts gegen Deutschland abzusehen. Wenn die englischen Juden für die deutschen Juden etwas tun wollen, dann sollen sie sich an der produktiven Hilfe, der Förderung von Berufsumschichtung, der Schaffung neuer Existenzen, dem Aufbau eines aufnahmefähigen Palästina beteiligen. Sie sollen ihren offiziellen Führ e r n, die von den geplanten Aktionen a b r a t e n, folgen. Aber leider ist Demonstrieren und theatralisches Gebaren oft leichter als wirkliche Arbeit, und häufig findet man bei solchen Kundgebungen Massen von Menschen, die zur positiven Erleichterung des jüdischen Loses wenig beitragen. Bei den Aeußerungen mancher Juden, die der jüdischen Sache zu dienen meinen, finden wir häufig eine Ruhmredigkeit, die nicht nur der Sachlage nicht entspricht, sondern geradezu geeignet ist, das Judentum lächerlich zu mache מ. So z. B. schreibt in der oben genannten Zeitung ein engliscn-jüdischer Schriftsteller, Louis Golding, der schon früher durch unreife und literatenhafte Aufsätze über die deutsche Judenfrage hervorgetreten ist, unter der Ueberschift ״Unser Kampf für das deutsche Prestige“. Darin wird darauf hingewiesen, daß das neue Deutschland die jüdischen -Schriftsteller auszuschalten sucht, und dazu bemerkt Golding: a ״Ohne Feuchtwanger, die Zweigs, Wassermann, Georg Kaiser (der gar kein Jude ist—. ״J.R.“) und andere deutsch- . einem d ri tt kl a s s i g e n Land herabsinken, lndem wir also für die Wiederherstellung der vollen Rechte der deutschen Juden uns eiaisetzen, kämpfen wir dafür, Deutschland in seiner hervorragenden Position in der modernen Weltliteratur zu erhalten.“ Es ist gewiß keine Geringschätzung der hier genannten deutsehen Schriftsteller jüdischer Abkunft, wenn wir gegendiese Bemerkung den schärfsten Widerspruch erheben. Der deutsche Geist wird nicht repräsentiert durch diese jüdischen Schriftsteller, und trotzdem ist der deutsche Geist nicht ״drittklassig“. Die Juden haben stets geistige Leistungen bei jeder Nation anerkannt und bewundert, und nicht nur die deutschen Juden, sondern man kann wohl sagen das Weltjudentum, waren Bewunderer des deutschen Geistes nicht wegen Wassermann oder Zweig, sondern wegen der großen Leistungen jener unvergänglichen Genies, die aus deutschem Blut hervorgegangen sind. Auch das heutige Deutschland hat in Literatur und Kunst prominente Persönlichkeiten rein deutschen Stammes, und nur wenn wir für diese seine Kunst und Literatur das Ohr öffnen, vermögen wir deutsches Wesen einzuschätzen. Wer als Jude Literatur und Kunst mit jüdischer Voreingenommenheit zugunsten jüdischer Autoren betrachtet, verliert das Recht, über Literatur un-d Kunst mitzureden. Der Fall, von dem wir sprechen, ist ziemlich belanglos. Aber er ist ein willkommener Anlaß, einmal von jüdischer volksbewußter S eit e gegen diese unangebrachte jüdische Uebcrheblichkeit und gegen eine Bagatellisierung des volksbewußten Deutschtums zu protestieren. Diese Respekt- und Distanzlosigkcit gehört zur Erbschaft der A s s i m i 1 a - tion, die sich im Leben der nichtjüdischen Umgebung besrmders hervortat, bis sie schließlich selbst meinte, daß die jüdisehen Menschen den Geist eines anderen Volkes besser repräsentieren als diese selbst. Selbstverständlich können Juden deutsche Schriftsteller sein und manche sind als solche hohen Ranges; aber man erweist ihnen keinen Dienst״ wenn man sie auf einen Platz schieben will, auf den sie nicht gehören, und wenn man ihre Leistungen zur Befriedigung eines Größenwahns mißbraucht. (״Jüdische Rundschau“ vom 11. Juli 1933.) ״Aussdi&liung aus . . Die ״Chemnitzer Neuesten Nachrichten“ vom 12. Juli berichten über die erste Sitzung der Gewerbekammer Chemnitz, ln dem Bericht heißt es u. a:״ ״Die Kammer erklärte sich gegen die Ausbildung arischer Lehrlinge durch jüdische Lehrherrem jüdische An* gestellte und in jüdischen Betrieben. Die Gewerbekammer tritt ein für Ausschaltung jüdischer Menschen aus Handwerk, Handel und Gewerbe. Eine besondere Regelung auf diesem Gebiete ist noch abzuwarten.“ Wenn jede Volksgruppe die Ausschaltung der Juden aus ihrem Tätigkeitskreis fordert, bleibt die Frage zu beant- Worten, auf welchem Gebiet die Juden eigentlich erwerbs* tätig sein sollen?