Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1933-04-01 · 3 = März/Aprl (4.1933) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
2 (1933)
Issue
3 = März/Aprl (4.1933)
Date
1933-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/10855476-10855470-2653731--098-2691753
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ו־ Monatsausgabe Nr. 3, März/April 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Debatte im Oberhaus Ueber die Aussprache im englischen Oberhaus, die am 30. März in London stattfand, verbreitet das W. T. B. einen ausführlichen Bericht. Zunächst macht Vlscounf Cecil längere Ausführungen über die Lage in Deutschland und besonders der deutschen Juden. Er wolle die Regierung, so betonte er. zwar nicht zu einer diplomatischen Aktion drängen, wäre jedoch dankbar, wenn sie das Oberhaus über die Lage informieren w011׳e. Ein Bericht des britischen Botschafters in Berlin, von dem der Außenminister im Unterhaus gesprochen habe, wäre wohl die wertvollste Darlegung und imstande, die in England vorhandenen Besorgnisse zu zerstreuen. Die Presse nabe ihrer informationspflfciit mit Mut und Diskretion genügt. Bei den Vorgängen in Deutschland müsse man verschiedene Dinge genau auseinanderhalten. Zunächst seien Meldungen verbreitet, wonach Juden gewalttätig und rücksichtslos behandelt worden seien, Vorkommnisse, die aber nicht auf Ermächtigung der deutschen Regierung, sondern ohne deren Eingreifen sichr abgespielt hätten. Die deutsche Regierung habe nachdrüeklich gegen die übertreibende Darstellung solcher Vorkommnisse protestiert und erklärt, sie sei schuldlos. Soweit sich derartige Vorfälle ereignet hätten, gehören sie zu den bedauerlichen, aber unvermeidlichen Begleitumständen einer Revolution. Das Oberhaus, so erklärte Viscount Cecil, werde es begrüßen, wenn die britische Regierung ihrerseits etwas zur Bestätigung der Auffassung der deutschen Regierung zu sagen wisse. Weiterhin seien in deutschen Zeitungen heftigste und überreizte Artikel wegen der Juden veröffentlkht worden. Dies sei angesichts der in Deutschland herrschenden strengen Zensur nur schwer verständlich. Man hätte, so meinte Cecil, doch annehmen können, daß die Zensur in der Lage gewesen wäre, gegen derartige Artikel einzuschreiten. Ernster aber als die bisher von ihm erwähnten Dinge seien die im großen Umfang vorgenommenen Entlassungen jüdischer Aerzte, Juristen und Gelehrter, die die deutsche J udenheit am folgenschwersten träfen. Di« besondere Stellung, die England als Mandatar Palästinas einnehme, habe zur Folge, daß England mit Wohl und Wehe des jüdischen Volkes in besonderer Weise verknüpft sei. Wenn man betone, daß die.Judenfrage eine Angelegenheit der deutsehen Regierung sei, in die England sich nicht einmischen dürfe, so treffe dies zwar in gewissem Maße zu. Doch sei es seit mehr als einem halben Jahrhundert allgemein üblich, die Behandlung volklicher und religiöser Minderheiten als eine Frage zu betrachten, die nicht nur die Länder angehe, in denen die Minderheiten leben, sondern die das Interesse und eventuell auch Maßnahmen anderer Länder erfordere. Kein Staat Europas habe eifriger auf der strikten Durchführung der Minderheitenbestimmungen des Versailler Vertrages bestanden als Deutschland in Genf. Kriegsmlnisier Lord HalUhazn gab in Erwiderung der Ausführungen Viscount Cecils über die Behandlung der Juden in Deutschland eine Erklärung der Regierung ab. Kein britischer Untertan jüdischer Herkunft, so führte er aus, habe Ursache gehabt, sich über Mißhandlung in Deutschland zu beklagen. Düe Regierung glaube nicht, daß es gerechtfertigt wäre, bei der deutschen .KesfylMpg.über die Behandlung nichtbritischer Staatsangenoriger jüdischer' Herkunft' Vorstellungen־ zu' erheben. Der amerikanische Botschafter wie auch der britische Botschafter in Berlin seien angewiesen worden, ihren Regierungen über die Lage in Deutschland Bericht zu erstatten. Es treffe zu, daß vor einiger Zeit zwischen dem britischen Botschafter und dem deutschen Außenminister eine Unterredung stattgefunden habe; auch entspreche die Behauptung den Tat- Sachen, daß Sir John Simon die Angelegenheit dem deutsehen Botschafter in London gegenüber erwähnt habe. Die in beiden Fällen gegebenen Antworten hätten beruhigenden Charakter gehabt. Um Mißverständnisse zu vermeiden müsse er feststellen, daß man sich zwar durchaus im Recht befinde, wenn man davon spreche, es sei England als Mandatsmacht für Palästina eine besondere Verpflichtung zum Schutz der in Palästina ansässigen Juden übertragen worden. Das verleihe jedoch England nicht ein allgemeines Recht, für Juden in bestimmten Ländern zu intervenieren. Es treffe zu, daß die Friedensverträge den Schutz der Minderheiten vorsehen. Diese Bestimmungen seien aber aut die Lage in Deutschland nicht anwendbar. Es Läge nicht im Interesse der Juden selbst, wenn irgendeine Andeutung gemacht werde, daß die britische Regierung sich irgendwie zur Intervention für die Juden in Deutschland für autorisiert halte. Lord Reading erklärte, er habe nicht gewußt, daß diese Debatte stattfinden wird, aber da die Frage berührt wurde, sei er der Ansicht, er könne als Mitglied der jüdischen Gemeinschaft und des Oberhauses unmöglich darauf verzichten, die Regierung zu ersuchen, alles Menschenmögliche zu unternehmen. Zumindest müsse man die Ansicht, die die große Mehrheit öpr englischen Volkes von den furchtbaren Unterdrückungen der Juden in Deutschland hätte, darlegen. Der für den 1. April in Deutschland angesetzte Angriff richte sich gegen die jüdisehen Universitätsprofessoren, Richter, Rechtsanwälte und Aerzte. Er erkenne durchaus die schwierige Lage der britischen Regierung in dieser Angelegenheit an. Trotzdem wolle er bei ihr darauf dringen, daß sie die ihr zu Gebote stehenden legitimen Mittel benutze, um Deutschland wissen zu lassen, welche Auffassung von den Vorgängen in Deutschland man in England habe. Den Ausführungen Lord Readings schloß sich auch Lord H c 1 s b u r y (konservativ) an. Lord Iddesleigh (konservativj stimmte als Katholik den Ausführungen Lord Readings über die Lage der Juden in Deutschland zu. Auch der Erzbischof von Canierbury schloß sich den Erklärungen Lord Readings an. Die britische Regierung tue alles in ihren Kräften Stehende, um die Besorgnls des englischen Volkes und der christlichen Mitbürger mit djr jüdischen Gemeinschaft, nicht zum mindesten auch der aufrichtigen Freunde Deutschlands, zum Ausdruck zu bring«. iflen Ausführungen Lord Readings, erklärte Lord H a ifs h a m, müsse man, da sie von einem Mann von anerkannlfer Autorität stammten, großes Gewicht beilegen. Die Erklärungen des Erzbischofs von Canterbury und des Lord Iddijjrieigh die für die beiden christlichen Konfessionen gesprachen hätten, zeigten deutlich, wie weitverbreitetdie Be^or gni s sei. Ltord Reading erklärte darauf, er habe nicht eine förmliche Intervention der britischen Rfegierung wegen der deutschen Juden ן anregen wollen. Efs scheine ihm lediglich wichtig zu sein, daß die von der Miehrheit des britischen Volkes vertretenen Auffassungen über ■ . :: Segen antideutsche■ Bonnen Die Abwehr der antideutschen Propaganda in der ganzen Welt steht noch immer im Vordergründe der deutschen Politik und des deutschen Interesses. Die energisehen Schritte der Reichsregierung, die Aeußerungen mehrerer Minister, die Berichte einer Reihe von ausländischen Korrespondenten, sowie die unzähligen Telegramme, die von Privatleuten, Geschäftsfirmen und privaten Organisationen aller Art ins Ausland geschickt wurden, haben unverkennbar eine Besinnung bei den denkenden und verantwortlichen Kreisen des Auslandes zur Folge gehabt. Von besonders starker Wirkung waren nachweisbar die Erklärungen der großen j ü - dischen Organisationen Deutschlands, man beginnt jetzt, die übertriebenen Greuelnac 11 richten, die auf verschiedenen Umwegen ins Ausland dringen, kritisch unter die Lupe zu nehmen. Gerechterweise muß man aber zugeben, daß es für Menschen und Gruppen im Auslande überaus schwierig ist, sich ein selbständiges Urteil zu bilden und nicht der Suggestion von Zeitungsnachrichten aller Art zu erliegen. Die Reaktion, die an manchen Orten auf die Nachrichten aus Deutschland erfolgte, muß zu einem großen Teil auf das Konto des neuesten, auf Massenwirkung abgestellten politischen Stils gesetzt werden. Im vergangenen Zeitalter waren politische Kundgebungen meist wohlabgewogen, man versuchte im vorhinein mit ihrer Wirkung zu rechnen. Dies ist heute ganz anders geworden. Vernunft ist verfemt. Wo es sich um die Mobilisierung von Massen handelt, erhält die Sprache und der politische Ausdruck unwillkürlich den Charakter einer Maßlosigkeit und Vergröberung, die aufreizende Wirkungen hat. Diese Tatsache kann man überall beobachten. So ist es auch zu erklären, daß in jenen Ländern, wo sich auf Grund der sensationell aufgemachten Greuelnachrichten der jüdischen Massen eine Erregung bemächtigt hat, Uebertreibungen und Geschmacklosigkeiten zutage traten, die vielleicht den Applaus kritikloser Massenversammlungen finden, von verantwortlicher Seite aber aufs äußerste mißbilligt werden sollten. Wenn z. B. in London durch die Judenviertel Aufschriften getragen werden ״Judäa erklärt Deutschland den Krieg“, so ist das eine bombastische Großsprecherei, deren kindische Dummheit auf der Hand liegt. Es müßte genau untersucht werden, von wem eigentlich diese Tafeln in die Judenviertel getragen werden. Schon berichtet der ״Völkische Beobachter״, daß die kommunistische Propaganda sich des Judenarguments bemächtigt habe und die Juden für ihre Ziele einspanne. Auf alle Fälle fordern wir mit aller Entschiedenheit — und diese Forderung richten wir auch öffentlich an die verantwortlichen Instanzen der engliehen Judenheit —, daß derartige verbrecherische Tollheiten unterbleiben. Leider haben es die Juden nicht in der Hand, zu verhüten, daß man sich ihrer zu Sensationszwecken bedient. Hierzu gehören auch die albernen Photomontagen, die das Boulevardblatt ״Daily Express“ u. a. veröffentlicht haben. Auch ist durch jüdische Instanzen zu verhindern, daß Kundgebungen jüdischer Arbeiter in England und Amerika stattfinden. Diese Kreise lassen sich ebensowenig dort wie anderswo durch ״bürgerliche“ Einflüsse dirigieren. Wenn heute, unter Berufung auf die Verdrä n güng der deutschen Juden aus dem Wirtschafts־ leben in Deutschland, ein Boykott deutscher W a r e n in der Welt propagiert wird, so müssen die deutschen Juden und die verantwortlichen Juden überall dem entgegentreten. Das Judentum hat die Waffe des Boykotts stets abgelehnt. Von einem Boykott deutscher Waren würden auch die Juden in Deutschland in gleicher Weise betroffen werden wie alle anderen Deutschen; schon diese ein* fache Ueberlegung zeigt, wie widersinnig es ist, weil« man meint, durch antideutschen Boykott die Lage der deut« sehen Juden zu verbessern. Aber es wäre eine völlige Verkennung der Tatsachen, wollte man annehmen, daß eine derartige Boykottbewegung in erster Linie auf Konto der ausländischen Juden selbst zu setzen ist Bei jeder Boykottbewegung, so schrieb dieser Tage der ״Berliner Lokal-Aazeiger“, spielen ״dunkle Geschäftsmotive“ eine große Rolle; es ist klar, daß Deutschlands geschäftliche Konkurrenten ־ von einem Boykott deutscher Waren profitieren würden. Der ' deutsche Export ist bekanntlich seit langer Zeit vielen Völkern und wirtschaftlichen Interessenten ein Dorn im Auge, Die Juden in der ganzen Welt haben deutsch« Waren stets besonders bevorzugt. Besonders deutlieh wird das z. B. in Palästina, einem relativ kleinen und handelspolitisch unbedeutenden Land, wo jedoch —gemäß den offiziellen deutschen Konsularberichten — nach der jüdischen Einwanderung der deutsche Export außerordentliche . Fortschritte machte, so daß Deutschland in den letzten Jahren oft an der Spitze der nach Palästina importierenden Länder stand. Die Qualität und Billigkeit der deutschen Wären bahnte ihnen den Weg, und der Geschäftsverkehr mit Juden wurde dadurch erleichtert, daß die meisten Juden die deutsche Sprache beherrschen. Die gegenwärtige Erregung über den deutschen Antisemitismus, dessen Aeußerungen überall verbreitet werden, schien den Konkurrenten Deutschlands wohl der richtige Augenblick, um der Beliebtheit der deutschen Waren und Firmen einen Hieb zu versetzen. Die deutsehen Juden sind daran nicht interessiert, sie haben umgekehrt das größtelnteressedaran, daß Deutschlands Rang in der Weltwirtschaft ebenso wie das außenpolitische Ansehen des Deutsche.n Reiches so schnell wie möglich wieder hergestellt wird. Die erforderlichen Schritte müssen natürlieh mit aller Beschleunigung geschehen, denn wenn die Boykott-Agitation längere Zeit andauert, so ist zu fürchten, daß ihre Wirkungen sich auch dann noch geltend machen, wenn durch eine energische Gegenaktion und zweckmäßige Maßnahmen dieser Hetze der Wind aus den Segeln genommen wird. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß die NSDAP, auf eine falsche Aktion mit einer unzweckmäßigen Gegenaktion antwortet. Die wirtschaftliche Vernichtung der deutschen Juden ist kein Mittel, der Ausiandshetze ein Ende zu bereiten und ihr die verdiente Antwort zu geben. Die Proklamation dieser Ziele ist nur eine peinliche Erschwerung der Bemühungen der deutschen Juden, eine Beruhigung anderer jüdischer Qruppen, mit denen naturgemäß ohnedies nur eine sehr lose Verbindung aufrechterhalten werden kann, herbeizuführen. (״Jüdische Rundschau“ vom 31. März 1933.) London, den 30. März. (J.T. A.) Auf der am 28. März in London abgehaltenen Jahrestagung des Verbandes der jüdischen Fürsorgestellen (Jewish Board of Guardian) erklärte die Präsidentin, Miß Hanna Cohen, sie bedauere den von manchen Stellen gemachten Vorschlag eines Boykotts deutscher Waren durch jüdische Kaufleute. Im Namen einer der ältesten und größten jüdischen Organisation Englands wolle sie betonen, wie sehr die Juden jede Boykottundsonstige Repressivmaßnahmen bedauern. Diese Erklärung werde nicht bloß aus Zweckmäßigkeitsgründen, sondern aus höheren Motiven abgegeben. Wer für Gerechtigkeit und fair play im Auslande eintrete, müsse auch selbst ausschließlich ehrenhafte Waffen benützen. die Lage in Deutschland angemessen und mit dem ״Imprima• tur“ der Regierung versehen der deutschen Regierung über• mittelt würden. Darauf erwiderte Lord Hailsh am, es könne wohl kaum eine wirksamere Art geben, die von sehr großen Teilen des britischen Volkes gehegten Ansichten zum Ausdruck zu bringen, als die heutige Debatte des Oberhauses. Wenn er sich so sehr bemüht habe, gegen jeden Vorschlag Einwendungen zu erheben, der einen Schritt der britischen Regierung in Berlin wünsche, so sei das deshalb geschehen, weil eine derartige Demarche eine nicht zu rechtfertigende Einmischung in deutsche Verhältnisse bedeuten würde. Sie würde zudem mehr Schaden als Nutzen anrichten und von der öffentlichen Meinung in Deutschland übel vermerkt werden. Er freue sich, dem Haus mitteilen zu können, daß auf Fragen der britischen Regierung von deutscher Seite befriedigende Versicherungen abgegeben worden seien. Er vertraue darauf, daß die deutsche Regierung nichts geschehen lasse, was die Berechtigung der in der Oberhausdebatte ausgesprochenen Besorgnis beweise. Auch im Unterhaus kam es am selben Tag zu einer Besprechung der Judenfrage in Deutschland. Die Aussprache wurde eingeleitet durch eine Interpellation des rechtsstehenden konservativen Unterhausmitgliedes Com. Locker-Lampson, der den Außenminister fragte, ob er die Frage vor die nächste Sitzung des Völkerbundsrates bringen werde. Der Außenminister Sir John Simon erwiderte, daß es im Statut des Völkerbundes keinen Anhaltspunkt gibt, auf den man sich stützen könnte, um die Frage vor dem Völkerbundsrat zu behandeln. Hierauf stellten Locker-Lampson, sowie das Unterhausmitglied für Whitechapel, Jänner, und schließlich der Führer der Opposition, Lansbury, noch eine Reihe weiterer Fragen. Der Außenminister erklärte schließlich, daß die Anregung des Oppositionsführers Lansbury, einen Bericht des britischen Botschatters in Berlin einzufordern, damit authentisches Ma• terial verfügbar sei, vernünftig ist, und daß er in diesem Sinne mit der Botschaft in Verbindung bleibe. Die englischen Zeitungen vom 1. d. M. veröffentlichen ein Telegramm, das der bekannte antikommunistische Politiker und Gründer der englischen ״Blauhemden“, der Unterhausabgeordnete Kapitän a. D. Oliver Locker-Lampson, an Reichskanzler Hitler geschickt hat, den er persönlich kennt. Das Telegramm lautet: ״Als englisches Parlamentsmitglied und ehemaliger See- Offizier, der stets und in aller Oeffentlichkeit die deutschen Ansprüche auf militärische Gleichberechtigung und Territorial« revision verteidigt und unterstützt hat, und als jahrelanger aufrichtiger Bewunderer Ihrer Person, darf ich mir gestatten, daraut aufmerksam zu machen, daß durch die beschlossene Ausnahmebehandlung deutscher Juden die be« reits stark erwachsene Sympathie für Deutschland im engli« sehen Volk für Deutschlands nationale Erneuerung unter Ihrer Führung in größter Gefahr ist, sich gegen Deutschland zu drehen und meine und anderer Freunde Arbeit für Deutschlands gerechte Forderung beinahe unmöglich zu machen. Verzeihen Sie, Herr Reichskanzler) diese freimütigen Worte eines Engländers, der Ihnen in Ihren Versammlungen oft zugeklatscht hat.“ Mitteilung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Am 19. März abend erschien eine Gruppe von Leuten in $A.־Uniform in den Räumen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, sowie in der Wohnung eines führenden Zionisten und nahm Durchsuchungen vor. Die sofort durch uns unternommenen Schritte ergaben, daß es sich nicht um behördlich autorisierte Maßnahmen handelt. Wie man uns zusicherte, ist Vorsorge dafür getroffen, daß sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen wird. Unser BQrobetrleb ist Tn keiner Welse gestört; unsere Arbeit geht unverändert weiter. Um von vomeherein unrichtige Meldungen im In- und Auslande zu verhüten, legen wir Wert.darauf, den Sachverhalt durch vorstehende Mitteilung authentisch klarzulegen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Kein Boykott in Palästina Jerusalem, 31. März. (J. T. A.) Die Zionistische Exekutive und der Waad Leumi haben an Reichskanzler Hitler rin Telegramm gerichtet, in dem erklärt wird, es handle sich bei dem anti-deutschen Boykott um spontane individueile Aktionen, die aufhören würden, wenn die deutschen Behörden ihre gegen die luden gerichtete Aktion nicht fortsetzen. Eine Kopie des Telegramms wurde dem deutschen Konsul in Jerusalem überreicht. Dieser richtete nach Besprechung der Lage mit einer Delegation des Waad Leumi ebenfalls ein Telegramm nach Berlin, in dem erklärt wird, daß der bisher aut individuelle Aktionen beschränkte Boykott abflauen werde, wenn palästinensisdhen Juden nicht durch eine judenfeindliche. •Aktion in Deutschland hi eine deutschfeindliche Haltung gedrängt werden. \.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.