Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 2 (1933)
- Issue
- 2 = Februar/März (3.1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Monatsausgabe Nr. 2, Februar/März 1933 , Seite 4 was dar ״völkische Be0hacht8r berichtet : 1. Hmmuchuntf beim C.-V. *־״ Der ״Völkische Beobachter׳‘ vom 2. d. M. bringt unter der Ueberschrift: Jüdische Organisation der K.P.D. ansgcrfinmt! Haussuchung beim Zentralverein ״deutscher'1 Staatsbürger Jüdlichen Glaubens folgenden Bericht, den wir mit den im Original vorhandenen Sperrungen bzw. Fettdrücken wörtlich zum Abdruck bringen. ״Der sogenannte Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat offenbar, wie. dies auch anderweitig zurzeit überall beobachtet wird, allen Grund, die politische Entwicklung der jüngsten Zeit zu fürchten. Der Geschäftsführer dieses von uns wiederholt gebührend gekennzeichneten Zentralvereins, der jüdische Herr Df. Rose, hat dieser Furcht dadurch Ausdruck gegeben, daß er bei einem Sattler drei Koffer kaufte, die unter allen Umständen ״gebraucht“ sein sollten. Herr Rose betonte, daß diese Koffer ״ruhig teurer“ sein könnten, als neue. Er hätte' damit auch Verdacht auf sich gelenkt, ohne, wie es der Zufall wollte, diese sonderbare Bestellung ausgerechnet bei einem S.A.•Mann zu machen. Daraufhin wurde bei dem Zentralverein durch Kriminal- und HllfspoUzel eine umfangreiche Haussuchung vergenommen. Ei wurde «Ine Unmenge von Hetzmaterial gegen die Freiheitsbewegung gefunden und beschlagnahmt. Der Zentralverein hat sich für dieses Hetzmaterial ln außerordentliche Unkosten gestürzt. Das ungemein gehässige und aufreizende Material zeigt einwandfrei, daß sich unter dem harmlosen Namen dieses Zentralverebis, der mit Vorliebe die Rolle des Märtyrers spielt, eine kommunistische Hilf sorg anlaat Ion verbirgt. Das ln großen Mengen Sefundene (nebenstehend) abgebildete Hetzplakat läßt keinen weite!, daß der Zentralvereln lediglich Steigbügelhalter des Kommunismus Ist . Sechs Mitglieder des Zentralverebis wurden zum Polizei- Präsidium gebracht und die Büros geschlossen. Aus den betchlagnahmten Akten wurde einwandfrei die geldliche und Ideell« Unterstützung des Kommunismus durch den Zentral- ' verein ,festgestellt Es ist erfreulich und notwendig, daß auch diese Brut- Stätte der Zersetzung endlich ausgeräumt worden ist. Mit welcher Frechheit noch immer jüdische Herausforderungen unternommen werden, zeigt auch ein Vorfall am Mittwoch mittag in der Uhlandstraße. Dort wurde aus einem mit drei Juden besetzten Kraftwagen heraus wahllos bi eine vorübermarschierende Abteilung der S.A. hlnelngeschössen. Da der Schütze offenbar des Waffenhandwerks unkundig war, wurde glücklicherweise niemand getroffen. Daß man in einem solchen Falle zur Selbsthilfe greift, ist nicht verwunderlich. ׳ In derselben Oegend wird zurzeit die -־־ offenbar planmäßig betriebene — Verbreitung des albernen ״Vorwirta“<Qerüchtes bemerkt, nach dem der Reichstag von Nationalsozialisten ln Brand gesteckt worden sei. Es ist beobachtet worden, daß dieses Gerücht in bestimmten Gegenden, offenbar auf Druck vom Arbeitgeber von dem Dienstpersonal jüdischer Familien und Oeschafte weitergetra- Sen wird. Diesem herausfordernden und vergiftendem Treien muß begegnet werden. Es wird sich empfehlen, von Fall zu Fall über derartige Herausforderungen mit genauen Unterlagen Anzeige zu erstatten.“ * ,Was die Hausdurchsuchungen beim C.-V. betrifft, wird uns mitgeteilt, daß die Darstellung des ״Völkischen Beobachter•״‘nicht den Tatsachen entspricht. Manche Behauptungen, wie die, daß der C.-V. eine ״kommunistische“ Organisation sei, sind so absurd, daß die Unwahrheit ohne weiteres klar ist. Unverständlich ist es nur, wieso die Zeitung in den Besitz eines Plakates kommen konnte, das angeblich bei der Hausdurchsuchung gefunden wurde. Man kann doch nicht anhehmfcn, daß ein Pressevertreter des ״Völkischen Beobachters“ offiziell an diesem polizeilichen Akt beteiligt war. ' Wie wir weiter erfahren, gibt es unter den Beamten des C. V. keinen ״Dr. Rose“, wohl aber einen christlichen technischen Angestellten namens Johanne# Rohse. Auch wurden keineswegs sechs Mitglieder des C.V. mitgenommen, sondern zwei Personen, nämlich der genannte Rohse und der Syndikus Dr. Hirschberg. Die ’ beiden wurden polizeilich vernommen und wieder s freigelassen. Was den zweiten Teil des Berichtes des ״Völkischen Bepbachters“ betrifft, 80 ist festzustellen, daß es sich hier um unkontrollierte und, unbewiesene Behauptun gen handelt, die geeignet sind, größte Verwirrung in der Bevölkerung anzurichten. Wir glaubten den Sinn der Not- Verordnung 10 zu verstehen, daß Nachrichten über angebliche Gewalttaten nur auf Qrund von offiziellen Polizeiberichten in die Oeffentlichkeit getragen werden dürfen. Daß eine Zeitung ein Monopol dafür besitzt, solche Nachrichten ohne jede Kontrollmöglichkeit zu verbreiten, ist ein Zustand, der entschiedenen Protest erfordert. U. Der ״Völkische Beobachter“ vom 4. d. M. bringt einen Londoner Bericht unter folgender Veherschrift: Cholin Weizmann und ״Dolly Herold" hetzen «gemeinsam Freche Lftgen'fiber angebliche Pogrome ia Deutschland Den •Text des Artikels des ,,Volk. Beob.“ geben wir nachstehend wörtlich wieder, mit getreuer Beibehaltung. aller Sperrungen, Fettdruck und Interpunktionen. London, 3. März. Der marxistische ״Daily Herald“ hat sich zum Sprachrohr der Propaganda gegen die Nationalsozialisten gemacht, indem er eine große angeblich aus hoher Stelle stammende — aber selbstverständlich frei erfundene — SensatSonsaieldung über ein bevorstehendes Judenpogrom (!1) bk Deutschland bringt* Es bandele sich nur noch um Stunden oder einig• Tage, daß das große Schlachten einsetzen werde (11). Zelmtausende von Juden ständen bereits auf der Schwarzen Liste, angeblich, weil sie Kommunisten oder Marxisten seien, ln London seien volle Beweise (!!) für die Absichten der Nationalsozialisten eingegangen. ׳ Die ganze Angelegenheit sei bei hohen Stellen erwogen worden. Eine Inter־ vention stehe unmittelbar bevor. Aber welche Form sie annehmen werde, das sei noch eine äußerst delikate Angelegenheit. Nur der vereinigte Druck der Weltmeinung könne eine Katastrophe verhindern (!!). Dies gehe nicht nur das jüdische Volk (II), sondern auch das englische und Jedes andere Volk an, das noch einigermaßen Achtung für die Heiligkeit menschlichen Lebens und freier Gedankcnbetätigung habe. Hitler habe zwar seit seiner Amtsübernahme noch keine unmittelbaren Angriffe gegen die Juden erhoben, wohl aber sei dies seitens nationalsozialistischer Zeitungen geschehen. Die englischen Juden beobachteten die Lage mit wachsendem Schrecken und Besorgnis. Sie seien aber machtlos, denn sie wüßten, daß irgendeine Geste ihrerseits das Signal für die Ermordung ihrer Glaubensgenossen sein würde. Die Juden in Deutschland sähen keine Rettungsmöglichkeit. Es scheine, daß die Gefühle in der ganzen Welt so lebhaft auf^epeitscht werden, daß selbst Hitler sie nicht mißachten lm Rahmen dieser jüdischen Propaganda gegen die neue Reichsregierung erklärte der Präsident des englischen zionistischen Verbandes Chaim Weizmann auf einer Versammlung ״der Freunde Palästinas im englischen Parlament“ sein ״Mitgefühl“ für die Juden in Deutschland. Auf der Versammlung waren 100 Abgeordnete, darunter der liberale Führer Samuel und der Landwirtschaftsminister Elliot anwesend. Weizmann sagte u. a.: ״In der Stunde der Not sollen unsere Mitjuden in Deutschland wissen, daß sie nicht allein stehen, sondern daß das volle Gewicht der erleuchteten Meinung in allen zivilisierten Ländern und besonders in England in ihrem Kampf gegen die Kräfte der Reaktion hinter ihnen steht.“ * Zu diesen Meldungen aus London ist festzustellen, daß sowohl der marxistische ״Daily Herald“, wie der bekannte Zionistenführer Weizmann für ihre Behauptungen auch nicht den Schatten eines Beweises haben. Es handelt sich somit um eine unverantwortliche Hetze, die nicht niedrig genug gehängt werden kann. Es wird unseres Erachtens aber nunmehr höchste Zeit, daß die Politiker des Auslandes sich offiziell von dieser eindeutigen Hetze distanzieren. (Wir nehmen zu dieser Veröffentlichung de8״V.B“ im Leitartikel der heutigen Nummer Stellung,) III. Hebräische Musik — verdächtig Anläßlich des ״Konzertes traditioneller jüdischer Musik“, das dieser Tage in Berlin stattfand, klagt der Kritiker des ״Völk. Beobachters“ darüber, daß Direktor Schünemann die Hochschule für dieses Konzert zur Verfügung gestellt hat, und schreibt: ״Es handelt sich hier nicht darum, ob die Leute gut oder schlecht sangen — sie taten das sogar recht gut und mit der ihnen eigenen Inbrunst — sondern darum, ob wir uns gefallen lassen müssen, daß eine landfremde Ge- Seilschaft mit ausgesprochen destruktiven Tendenzen einen ganzen Abend hebräisch singt, ohne daß eine beglaubigte Uebersetzung vor• liegt, ohne daß ihre Darbietungen überw׳acht werden. Wußten wir, was da vom Podium herab verkündet wurde? Konnten wir uns das fatale Grinsen des Dirigenten zu seinen Hörern und das verständnisinnige Schmunzeln dieser untereinander oder deren frenetische Beifallsausbrüche richtig deuten? Verstanden wir den Sinn oder vielleicht den Doppelsinn der Erstaufführungen von lauter Komponisten russischen Namensgepräges unter den Titeln L'cho Dodi, Weschomru, Sefirat Hoomer, Naarizcho? Möglich, daß es Kultgesänge sind, möglich aber auch anderes. Man hat schon Särge als Behälter für Konterbande benutzt und groß war die Entrüstung gegen die Zollbeamten, die nicht einmal vor der Majestät des Todes usw. . . .“ Der ״V. B.“ berichtet noch, daß am Ausgang Einladungen zu einem Purim-Ball verteilt wurden, und fragt: ״Wißt ihr, was Purim ist? Buch Esther, 9. Kapitel. 5. und folgende Verse, berichten darüber, wie auf Geheiß Mardochais die Juden ״eine Schwertschlacht schlugen und würgeten und brachten um und taten nach ihrem willen an denen, die ihnen Feind waren“ . . . Empfindsame Geister mögen finden, daß so etwas nicht in eine Musikbesprechung gehöre, es gehört nicht nur hierher, es gehört in jedes Deutschen Hirn.“ (Sperrungen von uns. — ״J. R.“) Diese Schreibweise des ״Völkischen Beobachters“ ist ein fast unglaubliches Wiederaufleben mittelalterlicher Beschuldigungen. Die hebräische Sprache ist keine Geheimsprache. Sie ist z. B. die Sprache der Bi bei und wird auch von protestantischen Christen studiert. Unseres Wissens wird sie sogar an protestantischen Gymnasien gelehrt. Jeder Christliehe Theologe muß die Sprache beherrschen. Der Vertrauensmann des ״Völkischen Beobachters׳‘ hätte, wenn es ihm auf die Wahrheit ankäme, die Möglichkeit gehabt, sich bei Christ- Jichen Gewährsmännern über die in dem Konzert gesungenen hebräischen Gesänge zu informieren. Wenn es ihm auf die Wahrheit ankäme . . . W« der ״VSUmchc Beobachter" nicht berichtet K o n s t a n t i n 0 pe I, 27. Februar. (J. T. A.) Der deutsche Tourist K l ö c k e r, ein prominentes Mitglied der N a t i 0 - nalsozialistischen Partei Deutschlands, der mit seinem Motorrad auf einer Welttour begriffen und soeben aus Palästina in Konstantinopel eingetroffen i6t, hielt im Konstantinopler deutschnationalen Klub ״Teutonia“ einen Vortrag über seine Erlebnisse in Palästina. Er erklärte sich sehr beeindruckt vom jüdischen Aufbauwerk und führte aus: Man hat uns gelehrt, die Juden zu hassen, man stellte uns die Ostjuden in Deutschland als verachtenswert hin; aber das neue jüdische Geschlecht, welches Palästina aufbaut, stellt ein ganz anderes Volk dar, das man nicht anders als loben kann. Sie haben ganz andere Ideale: nationale Ideale. Wir National- Sozialisten, deren Basis in unserem Lande das nationale Prinzip ist, müssen uns darum zu einer Bevölkerung, die in ihrem eigenen Lande diese Prinzipien hochhäit, mit Achtung beziehen. 'Nach Hitlers Amtsantritt Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler hat selbstverstündlich in der gesamten jüdischen!-,resse des Aus- 1 an des ein lebhaftes Echo gefunden. Dem jüdischen Volk, dessen Splitter über die ganze Welt zerstreut sind, kann es natürlich nicht gleichgültig sein, wenn in einem großen und wichtigen Kulturland, das aus verschiedenen historischen Gründen stets eine besonders wichtige und geachtete Position im jüdischen Empfinden einnahm, an die Spitze der Regierung der Führer einer Partei berufen wird, für die der Antisemitisrnus die ״gefühlsmäßige Unterlage“ ist und deren judenfeindliche Presseprodukte seit Jahren in der ganzen Welt bekannt sind. Es ist begreiflich, daß die Juden aller Länder heute nach Deutschland blicken, und daß sich in den Aeußerungen der bewußt jüdischen Presse die Besorgnis um die Gestaltung der jüdischen Lebensverhältnisse in Deutschland ausdrückt. Das New Yorker ״Jewish Morning Journal“, eine der größten jüdischen Tageszeitungen New Yorks, hat seinen Berliner Korrespondenten beauftragt, an zuständiger Regierungsstelle eine Auskunft über die Absichten der Regierung in bezug auf Judenpolitik einzuholen. Der Korrespondent berichtet seinem Blatt, daß er von Legationsrat von Puttlitz im Auswärtigen Amt empfangen wurde, der ihn nach Beratung mit den zuständigen Stellen zur Weitergabe folgender Erklärung ermächtigte: ״Um die Befürchtungen der ausländischen Juden bezügllch des Schicksals der Juden in Deutschland zu beruhigen, wird erklärt, daß das neue deutsche Kabinett Frieden und Ordnung für alle deutschen Bürger zu sichern bestrebt ist und nicht die Absicht fiat, sien auf unvernünftlge Experimente einzulassen.“ Dieselbe Erklärung veröffentlicht auch der Londoner ״J ewish Chronicl e“, der ebenso wie die anderen jüdischen Zeitungen der Lage in Deutschland einen großen Teil seines Platzes einräumt. Wir halten es für richtig, im gegenwärtigen Zeitpunkt uns eines Kommentars zu dieser Erklärung zu enthalten, zumal da noch nicht genügend geklärt ist, mit ־welcher Autorität sie abgegeben wurde. Die Gaben des Judentums an die Menschbeit Ein Vortrag des Rektors der Züricher Universität Am Einladung des Vereins ״Kadimah“ sprach der Rektor und Ordinarius für Theologie an der Züricher Universität, Prot. Dr. phi). et theol. Ludwig Köhler, im großen Saal des Hotels St. Gotthard vor einer zahlreich erschienenen Zuhörerschaft über ״Die drei Gaben des Judentums an die Menschheit“. Er führte u. a. aus: Das heutige Judentum ist ein aus vielen Elementen zusammengesetztes Gebilde, aber in seinen wesentlichen Erscheinungen und Größen ist es zurückzuführen auf eine bestimmte Phase seiner Geschichte, die von Moses bis zu den Makkabäern reicht. Das ist ein etwa tausend Jahre umfassender Zeitraum, in dem ein Einschnitt, der Golus, entscheidend wurde. Im babylonischen Exil hat sich aus dem jüdischen Staat die jüdische Religionsgemein- Schaft gebildet, gesammelt um ein Buch, groß an Ueberlieferung, ernst an Betrachtung, voll von der Gewißheit, in guten und in bösen Tagen in einer Hand zu sein, die fester . und stärker ist als alle Gewalt der Erde. Prof. Köhler sieht ' den Beginn der gewaltigen Wirkung des Judentums auf die Welt in der etwa um 250 v. Chr. von Juden in Alexandria hergestellten Uebertragung der Bibe! ins Griechische. Die Botschaft des Judentums bekam Laut und Zunge und ging an die ganze Welt. Das Judentum fängt an, Mission zu treiben. Erst später verzichtet es auf Mission, beschränkt sich auf sich selbst. An seine Stelle tritt das Christentum. Heute ist die Bibel in mehr als 400 Sprachen übersetzt und wird aut dem ganzen Erdball gelesen. Das Buch hat Gewalt bekommen über Herzen, Gewissen und Geister. Drei Gaben hat das Judentum der Menschheit gegeben. Die erste Gabe ist der Sabbat h. Die siebentägige Woche nyt dem Ruhetag am siebenten Wochentag übernahmen das Christentum und Mohammed. Im 19. Jahrhundert kam der Sabbath zu neuer Geltung, zu einer sozialen. Der Sabbath ging durch die ganze Sozialgesetzgebung der Welt, er wurde der Rhythmus für unser Leben. Einen Tag Mensch zu sein, welche Wohltat! Die zweite Gabe ist das Gesetz. Der Begriff Ordnung ist nirgends so durchschlagend formuliert wie in dem Gesetz Moses*. Die Zehn Ge- Bote wurden ein Grundgesetz der Menschheit. Das jüdische Gesetz ging durch die weit und segnete sie. Die dritte Gabe heißt: Gott. In die ermüdete und entgötterte Welt des Altertums trat der Gott des Weltalls. Das Alte Testament trägt die Botschaft von Gott über die Welt. Letzte Wahrheiten und bleibende Segnungen hat das Judentum der Menschheit gegeben: Den Sabbath, das Gesetz, Gott. Mussolini über Antisemitismus. Die amerikanische Presse berichtet über ein Gespräch, das Rabbi Abba Hi 11 e 1 S i l v e r aus Cleveland vor kurzem in Rom mit Mussolini gehabt hat. Im Verlauf des Gesprächs kam Mussolini auch aut den Antisemitismus, seine Ursachen und seine Möglichkeiten zu sprechen. In Italien, sagte Mussolini, gibt es keinen Antisemitismus, hier herrscht religiöse Toleranz, Juden bekleiden im faschistischen Staat hohe Posten. Die jüdischen Bütger Italiens besitzen volle bürgerliche Gleichberechtigung. Wir erziehen unsere Jugend streng natinnai und religiös und ertüchtigen sie physisch, gleichzeitig aber lehren wir sie auch Toleranz üben. Das Anwachsen des Antisemitismus in mehreren Ländern der Welt, schloß Mussolini, ist aut die anormal gesteigerte wirtschaftliche Not zurückzuführen. Kehren einmal wirtschaftlich normale Zeiten wieder, so wird die antisemitische Welle — auch in Deutschland — zurückfluten. Böswilliger Zynismus. Unter der Ueberschrift ״Juden treiben Schiffahrt“ bringt der ״Völkische Beobacht er“ nachstehende Notiz: »Aus Palästina kommt die erstaunliche Nachricht, daß kürzlich der 300 Bruttoregistertonnen große Dampfer ״Carmel“ (Kamel?) in das Palästinensische Schiffsregister eingetragen sei. Hierdurch besitzt das Gelobte Land das erste eigene Schiff, das in der Frachtfahrt zwischen Palästina, Aegypten und Syrien eingestellt werden soll. Ob ׳ sich auch eine jüdische Besatzung an Bord befindet, ist leider nicht erwähnt, jedoch wohl kaum anzunehmen, da die Juden stets das Gefahrvolle und alles, was mit ״Wasser“ zusammenhängt, meiden.t Ob es wohl einen Leser des ״Völkischen Beobachters“ gibt, dem angesichts dieses banalen Oewitzels die Augen über den böswilligen Zynismus aufgehen, mit dem sein Organ jede jüdische Sache behandelt?