Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1933-01-01 · 1 = Januar (1.1933) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
2 (1933)
Issue
1 = Januar (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/10855476-10855470-2653727--080-2691733
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

JÜDISCHE RUNDSCHAU. J jJ**\ /־'׳> '״J r'1/ # j, ׳ ׳* ׳ t j ■ ": ' ' Bialik entzieht sich den Huldigungen Das malerische Heim Bialiks in Palästina; im Hintergründe das Gebäude der StadtvericaUung der ersten vollständig jüdischen Stadt 'Icl-Awiw Moftjats&usgabe Nr. 1, Januar 1933 Für jüdi*ch'ar&bische Verständigung Eta Memorandum KalvarUky'f Chaim M, K a 1 v a r i s k y , der durch seine Bemühungen um eine jüdisch-arabische Verständigung bekannte jüdische Politiker Palästinas, der auch früher eine Zeitlang Leiter eines Büros für arabische Fragen bei der Exekutive in Jerusalem gewesen ist, sendet uns ein Memorandum, in welchem eine Plattform für eine arabisch-jüdische Verständigung vorgeschlagen wird. Dieses Programm ist vor einigen Monaten in einer arabischen Zeitun g veröffentlicht worden, und daraufhin sind dem Verfasser eine Reihe von Anfragen zugegangen, ob das Dokument authentisch sei, ob er die Veröffentlichung yeranlaßt habe und schließlich, wie sich die offizielleh jüdischen Stellen zu diesen Vorschlägen beziehen. Daraufhin teilt Kalvarisky nun in einer an die Redaktion jder ״Jüdischen Rundschau“ (und offenbar auch an andere zionistische Zeitungen) gerichteten Zuschrift folgendes mit: 1״. Der Inhalt des in der arabischen Presse veröffentlichten Dokumentes ist a ut h e n t i s c h. Es handelt sich um ein Memorandum, das ich auf Bitten e i n i g e r m e i n e r arabischer Freunde ausgearbeitet una einem einflußreichen Kreise von Arabern als meinen persönlichen Vorschlag unterbreitet habe. Dies geschah Anfang August 1930 nach der Rückkehr der Araber-Delegation aus London. 2. Keine andere Persönlichkeit und keine offizielle Stelle hat mich zu diesem Schritt bevollmächtigt. Ich habe alles lediglich auf meine eigene Verantwortung getan, und nach meiner Meinung hegt darin die ״Schwäche“ des Dokumentes. Denn aus diesem Grunde hatte das Memorandum in den arabisehen Kreisen kein besonderes Gewicht, da diese die Stellung der offiziellen Stellen in dieser Sache wissen wollen. 3. Einen ähnlichen Schritt habe ich bereits im Jahre 1920 gemacht, als arabische Delegierte aus Palästina an der Errichtung des syrischen Königreiches des Königs Feisal in Damaskus teilnahmen und ,mich um ein Gutachten über Wesen und Forderungen des Zionismus und um meine Meinung über die Mögliehkeiten einer jüdisch-arabischen Verständigung baten. 4. Das Dokument wurde nicht von mir veröffentlicht. Hätte man mich gefragt, hätte ich mich entschieden gegen die Veröffentlichung ausgesprochen. Ich halte diesen Weg der Publizität nicht für eine richtige Einleitung von Verhandlungen. Da aber die arabische Presse ohne mein Zutun das Memorandum veröffentlicht hat, so sehe ich keinen Grund, es der jüdischen Oeffentlichkeit vorzuenthalten. Diese hat nun darüber zu urteilen. Ich möchte noch hinzufügen, daß nach meiner Meinung meine Vorschläge keineswegs ein definitives Programm darstellen. Sie sollen nur eine Basis für Verhandlungen sein, die von den beteiligten Kreisen mit Aufrichtigkeit und in Erkenntnis der Wirküchkkeit geführt werden sollen.“ Wir geben nun den Inhalt des Memorandums in gekürzter Form wieder. In dem Memorandum wird ausgefiihrt: a) Da Juden und Araber ein und derselben Rasse angehören, kann die Neubelebung der einen Rasse keineswegs der anderen schaden, sondern nur beiden Rassen nützen; b) Das Ideal der Araber: arabischer Staatenbund, und das Ideal der Juden: Jüdisches Nationalheim in Palästina, widerstreben einander nicht. Wird ein arabischer Staatenbund gegründet, so wird ihm Palästina als Mitglied beitreten, vorausgesetzt, daß die Rechte der Juden innerhalb des Staatenbundes gesichert sind. Kalvarisky schlägt eine arabi sch -jüdische Allianz auf folgender Basis vor: 1. Die beiden Völker, Araber und Juden, verpflichten sich, einander in allen Zweigen menschlicher Tätigkeit, auf wirt- »ehaftlichem, sozialem und geistigem Gebiete, zu helfen. 2. Die Araber begrüßen die in den Orient zurttckkehrenden Juden und öffnen vorbehaltlos ihre Länder jüdischer Einwanderung. 3. Die Juden ihrerseits verpflichten sich, den semitischen Orient mit Hilfe ihres Kapitals, ihrer Energie und ihrer Kenntnisse so zu entwickeln, daß er einer großen Zukunft entgegengeht. 4. In allen Ländern des semitischen Ostens, in denen Juden leben werden, werden sie die gleichen Rechte genießen, wie sie laut internationalen Verträgen den nationalen Minderheiten in zivilisierten Ländern, wie Tschechoslowakei usw. zustehen. 5. Palästina wird ein autonomer Staat mit eigener Verfassung, laut der das Land beiden Völkern in einem gleichen Grade gehört, ohne Rücksicht darauf, welches der Völker die Mehrheit oder die Minderheit der Gesamtbevölkerung bildet; diese Regelung gilt für alle Zeiten. 6. Die hebräische und die arabische Sprache sind in Palästina gleichberechtigt; arabische und hebräische Kultur entwickeln sich harmonisch nebeneinander. 7. Die Juden proklamieren den Grundsatz, daß sie nicht ein&Vorherrschaftin Palästina und nicht die Verletzung der Rechte anderer erstreben, aber auch wünschen, daß auch sie nicht beherrscht und daß ihre Rechte nicht verletzt werden. 8. Die Juden verpflichten sich, den arabischen F e 11 a c h e n nicht zu schädigen und die Rechte des arabischen Arbeiters nicht zu verletzen; mehr noch, sie versuchen mittels Ihrer ausgedehnten zivilisatorischen Arbeit und des von ihnen eingeführten Kapitals die Position der arabischen Fellachen zu verbessern und dem arabischen Arbeiter mehr Arbeit als bisher zu verschaffen. 9. Die Juden widersetzen sich nicht den nationalen Aspirationen der Araber. Wird ein arabischer Staatenbund ganz oder auch nur teilweise gegründet, so tritt Palästina ihm bei. 10. Kalvarisky weist auf die Nachteile der Schaffung eines Legislative Council in Palästina hin, versichert aber, daß die Juden sich der Schaffung eines Legislative Council nicht widersetzen, wenn sie Garantien dafür bekommen, daß die Araber diese Institution nicht zur Schädigung der Juden und zur Störung des Aufbaus des Jüdischen Nationalheims benutzen werden. William Martin, Leitartikler des ״Journal de Geneve“, dessen Aufsätze zu den Problemen des jüdischen Palästinawerkes unvergessen bleiben werden, hat seine Tätigkeit in der Genfer Zeitung mit einer Professur für Geschichte an der Technischen Hochschule in Zürich vertauscht Alle Freunde des Völkerbundes und der Völkerversöhnung öedauern lebhaft, daß William Martin auf aktive politische Betätigung an hervorragender Stelle verzichtet hat. Professor Paolo Enriques verunglückt. An den Folgen der Verletzungen bei einem Autounglück starb in diesen Tagen der hervorragende jüdische Gelehrte und Professor der Zoologie an der Universität Padua, Paolo Enriques. Der Verstorbene war ein Bruder des bedeutendsten italienischen Mathematikers Prof. Federigo Enriques. Paolo Enriques ־war einer der größten lebenden Zoologen und Präsident des letzten internationalen Zoologen-Kongresses. Er hatte warmes Interesse am Aufbauwerk in Palästina und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Wie wir aus gut informierter Quelle erfahren, hat er auch seine Bereitschaft ausgesprochen, einen Lehrstuhl an der Universität Jerusalem zu übernehmen. Jerusalem, 10. Januar. (J. T. A.) Bialik, der am 8. Januar sein 60. Lebensjahr vollendete, hat sich allen Huidlgungen seitens der Judenheit Palästinas dadurch entzogen, daß er plötzlich aus Tel-Awlw verschwand und über seinen Aufenthalt keinerlei Angaben zurückließ. Die große Blalik-Feier im Theater von Tel-Awiw fand ln seiner Abwesenheit statt, nachdem alles Suchen nach ihm ohne Ergebnis blieb. Im übrigen wurde nach Meldungen aus Jerusalem der Bialik־Tag von der gesamten palästinensischen miinmmmiiiiniiinmmmmmmuuuumimunniuitumumiiiuiumiimuuumimmtnntmmmumuKnniummnmuim Abbas Hilmi taucht aut (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) gl. Tel-Awiw, 4. Januar 1933. Vor Haifa liegt die Vergnügungsyacht von Abbas Hilmi, dem Exkhediven von Aegypten, seit einiger Zeit auch in zionistischen Kreisen zu einer gewissen Berühmtheit gelangt durch die Vermittlungsvorschläge tür die Lösung der palästinensischen Frage, die vor einiger Zeit, angeblich in seinem Namen, in die Presse lanciert wurden. Um das Schiff im Haifaer Hafen schwirrt eine Wolke von Gerüchten, die sich von Tag zu Tag ändern und aus einer Mischung von Phantasie und Wirklichkeit zusammengesetzt scheinen. Die Nachrichten über die Absichten von Abbas Hilmi, die aus verschiedenen Quellen in die Oeffent* lichkeit gelangen, betreffen zum Teil den syrischen Königsthron, zum Teil wirtschaftliche Pläne in Palästina und Transjordanien. Man spricht davon, daß der Exkhedive an der Küste kreuze, um seine Propaganda als Krön- Prätendent, schon seit langem auf den verschiedensten Wegen, durch Agenten und durch die Presse, und an verschiedensten Stellen, in Europa und im Nahen Osten betrieben, fortzusetzen und zu verstärken. Man spricht >auch davon, daß mit diesen politisch-persönlichen Plänen wirtschaftliche Projekte verbunden seien, der Ankauf groß erer Bodenfläcnen, die Gründüng von Banken und Gesellschaften, die einerseits die arabische Wirtschaft mit Kapital und Expansionsmöglichkeiten versorgen, andererseits den Einfluß des Exkhediven verstärken sollen. Bestimmte Gerüchte verbinden die Ankunft Abbas Hilmis mit tränzösischer Taktik, die auf eine weitere Spaltung und Zerklüftung der Unabhängigkeitsbewegung in Syrien hinziele, andere bringen sie zusammen mit den Plänen einer pan-ara bi ־ sehen Konferenz, die für das Frühjahr vorbereitet wird. Die Blicke politischer Beobachter wenden sich von der Yacht Abbas Hilmis nicht nur nach Beyruth und Damaskus, nach Jerusalem. Amman und Bagdad, sondern auch nach Mekka, der Hauptstadt des Ibn Saud'schen Reiches. Es wird erzählt, daß auch von dort die Aufforderung an Abbas Hilmi gekommen wäre, wirtschaftliche Unternehmungen im Hedschas aut die Beine zu stellen. Es wäre müßig, all diesen Gerüchten ein großes Gewicht beizumessen und ebenso müßig wäre es, sie in Bausch und Bogen als bloße Gerüchte beiseite zu schieben. Das Interesse Abbas Hilmis an Palästina und Syrien, an der arabischen Politik überhaupt, ist offenkundig. Seine Verbindung mit den wichtigsten europäischen Mächten, die an •der Entwicklung des Nahen Ostens ein Interesse haben, erscheint ebenfalls sehr wahrscheinlieh. Es gibt z. B. zu mancherlei Vermutungen Anlaß, daß er nach seiner Ankunft in Haifa auf seinem Schiff geblieben ist und daß hartnäckig behauptet wird, die palästinensische Regierung stelle seinem Aufenthalt in Palästina bzw. Transjordanien und Irak Schwierigkeiten in den Weg. Sollte sich diese Vermutung bewahrheiten, so würde sie eine engere Verbindung des Exkhediven mit Paris und seinen Ostplänen nahelegen. In diesem Zusammenhang ist auch sein Vorschlag, die panarabische Konferenz in Genf zusammentreten zu lassen, bemerkenswert. Diese panarabische Konferenz, seit langem gelant, stößt in ihrer Verwirklichung auf mannigfache Schwierigeiten. Sie bildet einen wichtigen Punkt in den heute wieder recht lebhaften Diskussionen und Aktionen der arabischen Politik. Die Konferenz, die eigentlich schon früher hätte zusammentreten sollen, war gedacht als Mittel einer Annäherung der arabischen Länder, eventuell als ein erster Schritt zur Schaffung einer arabischen Föderation. Trotz der jahrelangen Debatten über dieses Projekt, ist der Begriff noch immer verschwommen. Es ist möglich, heute um allgemein-arabische Interessen Gruppen aus den verschiedenen Ländern zu konzentrieren. Die Beschickung der moslemischen Konferenz in Jerusalem hat das bewiesen, wenn sie auch zu einem guten Teil einen zufälligen Charakter trug. Hier kam jedoch das religiöse Moment hinzu, das in allen Betrachtungen nicht außer acht gelassen oder!dicht genommen werden darf. Wo, wie in der panarabischen Bewegung, dieses Moment wegfällt bzw. in den Hintergrund tritt, es auch zuzeiten geflissentlich abgeschwächt wird, um den Gegensatz zwischen Christen und Moslems zu verschleiern oder zu mildern, zeigen sich die Mängel eines fest umrissenen Proramms und einer klaren Orientierung. Die einzelnen arabischen ander haben seit ihrer Trennung eigene Interessen, eigene An- Judenheit als Festtag begangen. Im ganzen Lande wurden Bialik-Kundgebungen abgehalten. In Tel-Awiw fand im überfüllten Theater eine Feier statt, zu der die Einlaßkarten viele Tage vorher ausverkauft waren. Die hebräischen Zeitungen erschienen am 8. Januar als Bialik-Festnummern. Die Vereinigung hebräischer Schriftsteller hat eine Bialik- Marke herausgegeben, derer. Ertrag für Kulturzwecke verwendet werden soll. Dem Dichter sind viele Hunderte Glückwunschtelegramme und Briefe aus Palästina und dem gesamten Auslande zugegangen. llltllllllllllllHIIIII1m11lll1m1llllllllllll|||lllll|IV1i|lll||l|l|llllll||||li)||llllll1n1)llll||)lllllil]|||l|||l1m1ll»llllllllllllllllllllllHIHIIBt schauungen, eine eigene politische Linie entwickelt, und es ist nicht so ganz einfach, an keiner Seite anzustoßen und jeden zufriedenzüstellen. Persönliche bzw. dynastische Momente spielen eine große Rolle, in der Hauptsache der alle Gegensatz zwischen den Haschimiden (Faisal von Irak und Abdallah von Transjordanien) einerseits und Ibn Saud andererseits. In dem Kampf um den Konferenzort, der Frage Bagdad, Jerusalem, Mekka, zeigt sich deutlich dieser Gegensatz, der von den Bannert^ gern der einzelnen Fürsten aufgenommen und mit den verschiedenartigsten Argumenten ausgefochten wird. Der Vorschlag Abbas Hilmis, die Konferenz nach Genf zu verlegen, bezweckt, diese Gegensätze auszuschalten und einen neutralen Boden für die Verhandlungen zu schaffen. Von dem Moment an, wo die Idee der arabischen Föderation auftauchte — und der liegt heute bereits eine Reihe von Jahren zurück — hat sich England für diese Idee interessiert und sie seinen Zwecken dienstbar zu machen gesucht. Inzwischen sind diese Länder, ob es sich nun um Palästina handelt oder um Trans jordanien, um Irak oder um Syrien, politisiert worden, das nationale Moment spielt eine weit größere Rolle als früher, eine wirtschaftliche Modernisierung hat eingesetzt. Wir dürfen Palästina, das durch die jüdische Siedlung ein weit rascheres Tempo der Modernisierung bekommt, als es in irgendeinem der Nachbarländer zu finden ist, selbstverständlieh nicht als charakteristisch für die gesamten arabischen Terntorien annehmen, aber auch wo dieser Impetus fehlt, vollzieht sich eine langsame, aber unvermeidliche Wandlung. Die Berührung mit dem Westen hinterläßt ihre Spuren, das Eindringen des internationalen Kapitals (Mossulöl!) bleibt nicht ohne Folgen, die Aufschließung der Länder durch neue' Verkehrswege und . Verkehrsmittel macht sich bemerkbar. Wenn somit der ״weite“ Begriff einer ״arabischen Föderation“, wie er nicht selten in der blumigen Propaganda des Panarabismus gefaßt wird, etwas sehr Verschwommenes bildet, weil er weit auseinanderliegende und verschiedenartige Länder, die sich über einen bedeutenden Teil Asiens und Afrikas erstrecken, zusammenzuflechten sucht, so ist doch der bescheidenere Föderatiotisbegriff, der auf eine Liierung der an Palästina angrenzenden Territorien hindeutet, durchaus keine politische Utopie. Dieses Gebilde würde im Gegenteil durchaus gewissen wirtschaftlichen und imperialen Begriffen der Engländer entsprechen, vorausgesetzt, daß sie die Entwicklung dieses neuen Blockes unter genügender Kontrolle behalten und es in eine gewisse Balance zu den übrigen Teilen der arabischen Welt setzen. Diese letzte Einschränkung gilt sowohl für die südlichen wie für die nördlichen Grenzländer. Syrien ist in diesem Zusammenhang ein dorniges Problem, wegen seiner speziellen Etit* Wicklungen, der durch die französische Taktik hervorgerufenen Spaltungen im Ifmern und den Spezialinteressen eben dieser französischen Politik, die ganz andere sind als die der Engländer bzw. der Araber. (Womit beileibe nicht gesagt sein soll, daß sich arabische und englische Interessen auch in diesem speziellen Falle der Föderation immer decken müssen!) Das Reich Ibn Sauds im Süden ist eine ebenso harte Nuß, sowohl wegen der oben erwähnten dynastischen Gegensätze, als auch wegen der Spezialstellung dieses Reiches, seinen besonderen inneren Problemen, seiner andersgearteten Wirtschaft. Während die ökono« mischen Bedingungen Syriens seinen Anschluß an eine aus Transjordanien und Irak bestehende arabische Föderation durchaus vernünftig und einfach erscheinen ließen, liegen die Dinge für Hedjas-Nedschd mit seiner Beduinenbevölkerung, die heute erst langsam und mit Widerstreben zu einer Art primitivster Seßhaftigkeit überzugehen beginnt, völlig anders. Auch die geographischen Verhältnisse lassen es fraglich erscheinen, ob das Reich Ibn Sauds die gleichen Gravitationsrichtungen hat wie die Randländer der Wüste. Der Besuch Abbas Hilmis und die Vorbereitungen für die panarabische Konferenz sind die Zeichen einer politischen Gärung unter den Arabern Palästinas und auch der angrenzenden Länder. Es scheint, als wollte sich wieder einmal eine Gelegenheit bieten, politische Fragen des Nahen Ostens und damit auch palästinensisch-politische Konzeptionen aufzurollen. Dies aber ist ein Gebiet, das auf lange Sicht für den Zionismus von entscheidender Bedeutung ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.