Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1932-11-01 · 8 (11.1932) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
1 (1932)
Issue
8 (11.1932)
Date
1932-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/10855476-10855472-2653363--072-2691725
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

12 entity mentions

Monatsausgabe Nr. 8, November 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 7 Literatur-Blatt Modell, Dokument und Didilund Von Arnold Zweig. Soeben erscheint bei Kiepenheuer der Palästina-Roman ״De Vriendl kehrt heim", aus dem wir bereits ein Kapitel vorabgedruckt haben. Der Dichter entwickelt hier die Grundsätze, nach denen palästinensische Tatsachen als Elemente der Dichtung verarbeitet wurden, ^e(L 1. Ein Schriftsteller, der der unmittelbaren Vergangen• heit einen Stoff entreißt, um ihn nach dem Gesetz zu formen, das dem gestaltenden Menschen eingeboren, in die zu gestaltende Welt eingebettet ist, und das sich am Zusammenprall beider entzündet und entbindet — ein solcher Schriftsteller tut gut, bestimmte Klärungen vorzunehmen und das Verhältnis der drei in der Ueberschrift genannten Dinge zu umreißen, so gut er kann. Er weiß, er tut es nicht als erster, auch nicht als letzter, denn von Generation zu Generation müssen gewisse Grundgesetze immer wieder neu gelernt werden, die das Verhältnis von Kunst und Gegenstand ausdrücken. Es ist uns unbekannt, ob die Athener dem Aristophanes Schwierigkeiten gemacht haben, weil er seine Zeitgenossen in seinen Komödien ärgerlich aufmarschieren ließ; denkbar wäre das schon. Aber der Fall des Aristophanes ist genau das Gegenteil von unseren modernen Absichten: er meinte die Personen wirklich, die er mit Namen hinstellte, er wollte sie treffen und in ihnen die wirkenden Kräfte seiner Zeit — wir aber wollen zu demselben Ende wirklich lebende Personen gerade nicht treffen, und darum verwenden wir erfundene Namen. Dies als ersten Hinweis; es ist immer gut, vom Gegenteil her ein Problem anzuleuchten. 2. Als Manet in seinem berühmten Bild die Erschießung des Kaisers Maximilian malte, hatte er weder den mexikanischen Habsburger noch die erschießenden Soldaten persönlich gesehen, und er beabsichtigte auch keineswegs, sie zu portraitieren. Die Vision, die er gestaltete: einsamer Zivilist, erschossen von den Uniformierten, tapfer sterbend auf verlorenem Posten — diese Vision brauchte auch keinerlei Portraitzüge. Dennoch war sie nur zu verwirklichen, wenn auf diesen Kaiser Maximilian deutlich und scharf Bezug genommen wurde, und zwar von einem Franzosen, und zwar von einem mitlebenden. Als Manet dieses Bild konzipierte und malte, entsühnte er gleichsam von der Schuld, die er sehr wohl empfand, denjenigen Teil des französischen Volkes, der das bonapartistische Abenteuer und seinen Ausgang ablehnte, ulme sich von der Mitverantwortung ausschließen zu können. Er, durch die Magie seiner Formgebung, verewigte den schuldhaften Ausgang des schuldhaften Unternehmens und löste dadurch den unterirdisch wühlenden Gewissensbiß der Einsichtigen aus und auf: ein großes Beispiel für die stumme Katarrhsis der Leidenschaften, die Aristoteles der Tragödie vorbehält, die aber der Kunst überhaupt zukommt. 3. In meiner Erzählung ״De V r i e n d t kehrt h e i m“ habe ich zehn Jahre palästinensischer Entwicklung zusammengerafft, in der Absicht, späteren Lesern von derl Problemen, Zerklüftungen und Aufschwüngen dieser Jahre ein Bild aufzubewahren. Dies geschah so, daß für die entscheidenden Kontraste Vertreter geschaffen wurden — bald ohne jede Benutzung heute lebender Mensehen, bald mit solcher Hilfe. Denn das Gedächtnis und die Phantasie bedürfen des Nährstoffs, den das Leben bietet, aber indem sie Bestandteile der Wirklichkeit schöpferisch verwenden, vernichten sie gleichzeitig ihre Beziehung zu dieser Wirklichkeit selbst. Nicht also wie beim Aristophanes darf der Leser sagen, der und der sei gemeint; und es ist Mißbrauch und Grenzverletzung, wenn das mitlebende Publikum aus Neugierde doch versucht, Portraits zu erkennen und zu benennen. Als den Brüdern Heinrich und Thomas Mann von übelwollenden Instanzen der Oeffentlichkeit vorgeworfen wurde, sie seien Schmähschriftsteller, schwieg der ältere der Biüder; der jüngere aber schrieb 1906 jenen entzückenden und aufklärenden Aufsatz ״Bilse und ich“, den man im Band ,,Rede und Antwort“ nachlesen kann; er hat seither von seiner Aktualität nichts verloren. Und man könnte sich einfach auf ihn beziehen und schweigen, wäre nicht auf der einen Seite die Verwilde-• rung in geistigen Dingen gestiegen, auf der anderen Seite eine Literatur entstanden, deren Wert und Recht darin besteh:, daß sie Dokumente bringt, treue Schilderungen wirklicher Abläufe, die dpn Autor wie den Leser in die Schicht des historisch Beglaubigten einbetten. Dagegen das Kunstwerk abzugrenzen, halte ich für nötig; denn diese Dokumente sind Kunstwerke nur, insofern sie stilistisch gestaltete Sprachwerke sind; sie reihen sich hiermit neben die Schriften der großen Historiker, guter Kritiker, beredter Theologen. 4. Das Modell der Hauptgestalt meines Buches war der unglückliche Dichter, unselige Politiker J. 1. de Haan, der 1924 in Jerusalem ermordet wurde. Seit jenen Monaten, fast acht Jahre lang, beschäftigte diese Gestalt meine Phantasie, obwohl ich von ihr nur wußte, und zwar bis zum Betreten Palästinas in diesem Frühjahr, was in den Spalten dieser Zeitung über sie zu lesen gewesen. Er war die große Figur des Gegenspielers. Ich wußte, er würde mich in die Tiefe unserer Problematik hineintragen; nur ahnte ich nicht, wie tief. Mein Interesse an ihm war leidenschaftlich, und ebenso groß war meine Gleichgültigkeit gegen ihn. Wird man verstehen, was allein mich an ihm fesselte? Daß nichts von der Freude am Detail seines persönlichen Lebens in mir war? Daß ich keinen seiner Freunde aufsuchte oder ausfragte? Daß er und mein Dr. de Vriendt nur eine Anzahl Fakta gemeinsam haben, die aus Charakter und Schicksal entspringen? Daß mir der Mann, der wirklich gelebt hat, nur wichtig war als Typ, den das Judentum in dieser Zeit hervorbringen konnte? Daß ich vor seiner persönlichen Sphäre stumm und respektvoll Halt mache, auch dort, wo ich tief in sie einzudringen scheine? Nicht Jakob Israel de Haan ist gemeint, wenn ich meinen Helden schildere. Von ihm abgespalten hat sich ein Scheinen, den ich von meinem Blut und meinem Geist ernährte, wie all die anderen Personen auch; und wenn, durch mein Buch veranlaßt, eine gerechtere Beurteilung dieses holländischen Juden eintreten sollte, auch im Lager seiner politischen Gegner, wird mich das freuen. Und ich werde mit Interesse daraus lernen, wenn etwa seine Freunde mir mittcilen werden, dieser wirkliehe de Haan sei ganz anders gewesen als mein De Vriendt. An meiner Gestalt ändert das nichts. 5. Im Sinne der Dokumenten-Literatur, die ich vorhin charakterisierte, ist mein Buch kein ״Dokument“. Es erhebt den Anspruch, mehr zu sein, nämlich eine Dicht u n g, und Dichtung ist zuerst und zuletzt beherrscht von gestaltender Phantasie und den Gesetzen der Form. Den Stoff, den sie ergreift, macht Dichtung transparent, sie läßt seine Wesenszüge hervortreten, seinen Gehalt an Ideen, und die Wirklichkeit, die sie schildert, wird Abbild der Wirklichkeit des Lebens überhaupt.‘ Daraufhin wenigstens tendiert sie. Es ist natürlich nichts über den Grad des Gelingens ausgesagt, wenn ich hier Begriffsbestimmungen und Absichten mitteile. Auch eine schlechte Dichtung unterliegt den Gesetzen der Kunst, auch Kunstwerke geringerer Ordnung, als die vorhin von mir zitierten (zum Beispiel der Napoleon der Operette) werden von ihnen beherrscht. Jeder von uns läuft beständig Gefahr des Mißlingens, und er nimmt sie auf sich. Darum muß er doch machen, was ihm aufgetragen wird. 6. In der stummen und unerlösten Gegebenheit jenes Schicksals, das sich vor acht Jahren in Jerusalem vollzog, lag für mich ein Auftrag — für mich, für niemanden sonst, denn sonst hätte sich wohl schon jemand gefunden, der ihn gehört und befolgt hätte. Dieser Auftrag hieß offenbar: Kritik des modernen Nationalismus am jüdischen Nationalismus, Kritik der Nachkriegswelt an unserer jüdischen Nachkriegswelt, Aufhellung der Ideenkämpfe unserer geschüttelten Epoche an den Kämpfen zwischen denjenigen Ideen, die von den Personen meines Buches getragen und verkörpert werden, und die die Ideen und Prinzipien unserer jüdischen zionistischen und sozialistischen Epoche sind. Die Lage des Juden in der westlichen Welt ist einmalig, seine Gestalt scharf belichtet, sein Verhältnis zum Geiste besonders intensiv: Grund genug, gerade ihn zu wählen (wenn von einer Wahl überhaupt die Rede sein konnte) und die Reinigung der Leidenschaften, die Läuterung durch Erkenntnis und Selbsterkenntnis an ihm zu versuchen. Da es überall auf der Erde Menschen gibt, die aus Idealismus und politischer Leidenschaft töten: warum sollte es sie in Palästina nicht geben? Warum sollen Juden nicht zur Waffe greifen, wenn sie nun einmal ins Jahrzehnt nach dem Großen Kriege hineingeboren sind? Wir müssen ertragen, zu sein, wie wir sind, wie der Dichter wiederum mit Fassung und einem gewissen Humor ertragen muß, was ihm aus der Welt, in die er seine Gestalten stellt, als Echo entgegenschallt. 7. Nationale Eitelkeiten freilich darf niemand schonen; sie sind das einzige, wirklich Lebensgefährdende, was einem werdenden Volkstum zugefügt werden kann. Nun neigen Völker wie Kinder zur Selbstverwöhnung, und ihre Empfindlichkeit gleicht der der Künstler vor der Kritik: ihnen kommt Kritik eigentlich immer unberechtigt vor. Aber der Kritiker, dadurch daß er sich selber in das Kritisierte mit hineinbezieht, entgiftet diese Kritik, sie wird nicht Tadel, sondern Selbsterforschung. Wir kritisieren, wir durchleuchten, wir gestalten deutsehe Problematik, weil wir Deutsche sind, einbezogen durch ein Jahrtausend gemeinsamen Lebens und die volle Mitverantwortung an den Ereignissen, in denen wir stehen, ins deutsche Volk — gleichgültig, was von seiten der Rassenschützer zu dieser unbestreitbaren Grundtatsache gesagt wird. Wir kritisieren, wir durchleuchten, wir gestalten jüdische Problematik, weil wir durch Abstammung, geistigen Habitus und gelebte Tradition Juden sind. Gäbe es über diesen Tatsachen nicht größere Einheiten, die den Widerspruch in ihnen auflösen und sogar harmonisieren, so könnten die Anbeter dieses Widerspruchs ein Triumphlied anstimmen. Aber dieser Widerspruch ist lediglich zeitbedingt. Diese größeren Einheiten bestehen. Sie heißen für uns: Europäertum, Monotheismus und menschliche Gemeinverantwortung. Jedes Kunstwerk bezieht seine Würde aus der menschlichen Grundsubstanz, und diese Humanität leugne wer will — auf die Dauer wird seine Leugnung verfallen und verhallen, und so ohnmächtig sein wie der Wind, der einen Grenzstein zwar verwittern helfen kann, aber ihn stehen lassen muß. Louis Golding, ein englisch-jüdischer Schriftsteller, der nebst seinen sonstigen Werken mit Gedichten und Erzählungen aus dem jüdischen Leben und auch Palästina-Schilderungen hervorgetreten ist, wurde im letzten Jahre durch seinen Roman ״Magnolia-Street“,der die Geschichte einer von Juden und Christen Dewohnten Straße während der Dauer einer ganzen Oeneration schildert, mit einem Schlage zu einem der bekanntesten Schriftsteller Englands. Dieser Roman mit dem fast sensationellen Erfolg (siehe auch die Besprechung in der ״Jüd. Rundschau“ Nr. 33/34) ist jetzt als eines der schnell beliebt gewordenen Bändchen des A-lbatroß-Verlages Hamburg (für den billigen Preis von 2,80 RM.) erschienen. (Diese Albatroß-Bücher, die in kluger Auswahl viel Interessantes und Abwechslungsreiches bieten, geben einen guten, Ueberblick über die zeitgenössische englische Literatur und erleichtern dem Kontinental-Europäer den Zugang zur modernen englischen Geistesweit.) Zugleich tritt Golding mit einer anderen, die Aufmerksamkeit deutscher Leser auf sich ziehenden Publikation hervor. Er hat in einer von Leonard und Virginia Woolf (der bekannten, übrigens auch .in der ״Albatroß-Serie“ bereits vertretenen Dichterin) herausgegebenen Flugschriftenreihe einen ״Brief an Adolf Hitler“ veröffentlicht. (Hogarth Press, London W. C. 1, Preis 1 sh.). — Brief an Hitler? Ais deutscher Jude wird man einer solchen Schrift mit einem gewissen, gefühlsmäßigen Vorurteil gegenübertreten, wenn es auch klar ist, daß der ״Brief“ nicht als wirklicher Brief an den Adressaten gemeint ist und von diesem wohl auch nicht empfangen wurde. Hitler ist hier nur die symbolische Figur des in wechselnder Gestalt durch die Jahrhunderte wandelnden Antisemiten, dem sich ein Jude gewissermaßen als Gegenspieler zur Rede stellt. Der Antisemitismus, so führt Golding aus, ist eine ״absolute“ Größe, eine unerklärliche, irrationale, tief eingewurzelte Macht, eine Art Urfeindschaft, die sich nur zum Schein rationale Argumente sucht. Die Argumente sind leicht zu zerpflücken, aber die persönlichen Erfahrungen, die ein Jude schon als Kind macht — Golding selbst berichtet über seine Jugend-Erlebnisse in seiner englischen Vaterstadt — und die das Gemüt des Kindes grausam erschüttern, lassen den elementaren Charakter des Phänomens erkennen. Diesem Gegensatz zwischen ״Semiten und Antisemiten“, wie Golding es ausdrückt, läßt sich mit Hitlerischen Mitteln, Ausrottungsrezepten usw., nicht beikommen, Manches Treffende über die sentimentale und affekthafte Reaktion im Zusammenleben von Juden und Nichtiuden wird von Golding gesagt, aber man legt das Büchlein doch unbefriedigt beiseite. Die Sache, so scheint uns, ist zu ernst, um In literarischem Plauderton behandelt zu werden. Man fragt sich, ob Goldings Absicht eine politische oder eine geistige war; war sie eine politische, dann kann die Ausführung keineswegs als sinnvoll und zweckmäßig, war sie eine geistige, dann kann die Ausführung nicht als zureichend bezeichnet werden. ״Ein Sünder fährt in Heiliges Land". Der Mann, der sich hier selbst als ״Sünder“ bezeichnet und damit wohl andeuten will, daß nicht religiöse Sehnsucht, sondern weltliche Reiselust ihn nach Palästina brachte, ist der Berliner Journalist Ernst von der Decken, der über seine Eindrücke und Erlebnisse in einem Buch berichtet, das unter dem erwähnten Titel 1m Verlag Carl Reißner, Dresden (Preis 4,80 RM.), erschienen ist. Wir besitzen bereits eine ganze Literatur von Palästina- Reiseschilderungen, und es ist immer wieder reizvoll zu sehen, wie das Land auf verschiedenartige Beobachter wirkt. Ernst von der Decken ist ein junger deutscher Aristokrat mit aufgeschlossenen Sinnen und Freude am Schönen, der nicht die Prätention hat, die Tiefe der Probleme zu ergründen, sondern mehr feuilletonistisch und persönlich den Verlaut seiner Reise schildert, wobei freilich auch hier und dort der Ernst der Dinge gestreift wird. Für zionistische Leser ist natürlich vor allem interessant, was der Verfasser über das jüdische Siedlungswerk zu sagen hat; und gewib ist es für uns eine Freude, festzustellen, welche außerordentliche menschliche Wirkung Arbeit und Leben der neuen Juden Palästinas auf diesen unbefangenen Betrachter ausübt, der sicherlich nicht mit Vorurteilen ins Land kommt und den man nicht beschuldigen kann, daß die Liebe zur ״eigenen“ Sache ihm den Blick trübt. Dieser Reisende weiß zu erzählen und versteht die ganze Buntheit der palästinensischen Welt auch den Leser mitempfinden zu lassen. Er steht der jüdischen Aufbau-Arbeit nicht kritiklos gegenüber, aber man merkt, wie das Zusammentreffen mit den Menschen und ihrem Werk ihn allmählich immer mehr warm werden läßt, so daß er schließlich von Liebe und Bewunderung erfüllt ist. Palästina hat dem ״Sünder“ recht viele Enttäuschungen bereitet, vor allem hat er in den christlichen Kirchen und Kultstatten wenig Erbauliches gefunden; aber e i n Positives hat er mitgenommen, nämlich die Kenntnis des ״n e u e n“ Palästina, Ben Schemen und Tel-Awiw, die Begegnung mit einem Volke, das sich stolz mit eigener Kraft seine Zukunft baut. Diese Kunde von der Deekens wird auch den zionistischen Leser, dem das Buch sonst über Palästina vielleicht nicht viel Neues zu sagen hat,־ mit Genugtuung erfüllen, und wird die Freude über das lebendige, temperamentvoll geschriebene Buch erhöhen. Englische Gesellschaft für Palästina-Museum, ln einem Brief an die ״Times“ teilen Sir Robert Mond, Sir Ronald Storrs, Innenminister Sir Herbert Samuel, der berühmte Archäologe Sir Flinders Petrie und Lady Erleigh mit, daß sie sich als eine Gesellschaft der Freunde des Palästina-Museums konstituiert haben mit dem Ziele, Palästina-Kunstgegenstände in der ganzen Welt zu sammeln und sie in einem eigenen Museutn in Palästina unterzubringen. In dem Schreiben wird darauf 11 in ge wiesen, daß überall in der Welt Gegenstände verstreut sind, die ein Licht auf die Entwicklung der jüdischen, moslemischen und christlichen religiösen Kunst werfen. Es besteht die Gefahr, daß alle diese Kulturzeugnisse verschwinden. Besitzer solcher Gegenstände werden gebeten, sie der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die sie in dem Palästina-Museum zweckmäßig und in passendem Rahmen unterbringen wird. Gesammelt werden nicht allein Kunsterzeugnisse, sondern alle Gegenstände, die die Geschichte des Heiligen Landes und die Entwicklung der verschiedenen Bewegungen, die dort ihre Wur* zel hatten, illustrieren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.